Nennen Sie die vier wesentlichen Komponenten einer Allgemeinanästhesie.
Hypnose (Bewusstseinsausschaltung)
Analgesie (Schmerzausschaltung)
Muskelrelaxation
Reflexdämpfung
Beschreiben Sie vier physiologische Stressreaktionen bei präoperativer Angst.
Durch Sympathikusaktivierung kommt es zu:
Tachykardie
Hypertonie
erhöhter Sauerstoffverbrauch
vermehrter Katecholaminausschüttung
Zusätzlich:
Schwitzen
Zittern
Hyperglykämie
Nennen Sie vier typische Nebenwirkungen von Propofol und die klinisch bedeutsamste Komplikation.
Nebenwirkungen:
Hypotonie
Atemdepression
Bradykardie
Injektionsschmerz
Klinisch bedeutsamste Komplikation:
> schwere Atemdepression bis Apnoe
Vergleichen Sie Spinal- und Periduralanästhesie hinsichtlich Testdosis und Komplikationen.
PDA
Besonderheit:
Testdosis erforderlich
Ausschluss intravasaler oder intrathekaler Katheterlage
SPA
Keine Testdosis notwendig.
Typische Komplikationen:
postspinaler Kopfschmerz
postspinaler Harnverhalt
hohe/totale SPA
Definieren Sie den Begriff Pneumoperitoneum und erläutern Sie dessen Bedeutung.
Pneumoperitoneum:
Künstliche Füllung der Bauchhöhle mit CO₂ bei laparoskopischen Eingriffen.
Folgen:
Zwerchfellverlagerung nach kranial
schlechtere Lungencompliance
erhöhter Beatmungsdruck
CO₂-Anstieg
Anästhesiologische Konsequenz:
engmaschige Beatmungsüberwachung
Kapnometrie
Definieren Sie TIVA und nennen Sie zwei Vorteile.
TIVA = Total Intravenöse Anästhesie
Narkose ausschließlich über intravenöse Medikamente (z.B. Propofol + Remifentanil).
Vorteile:
geringeres PONV-Risiko
keine Belastung durch volatile Anästhetika
Weitere Vorteile:
gute Steuerbarkeit
kein Trigger für maligne Hyperthermie
Nennen Sie drei Orientierungshilfen bei der Punktion von Epidural- oder Spinalraum.
Crista iliaca (Tuffier-Linie)
Dornfortsätze
Intervertebralräume (z.B. L3/L4)
Nennen Sie vier typische atemwegsbezogene Komplikationen während einer Anästhesie.
Laryngospasmus
Bronchospasmus
Aspiration
Tubusfehllage
Weitere:
Atemwegsobstruktion
Ödeme
Sekretverlegung
Vergleichen Sie Bronchospasmus und Laryngospasmus.
Ursache:
Asthma
Allergie
Reizung
Folge:
Verengung der Bronchien
Zeichen:
Giemen
erhöhter Atemwegsdruck
Reizung des Kehlkopfes
kompletter Glottisverschluss
keine Ventilation möglich
Stridor
schnelle Desaturierung
Nennen Sie zwei Frühzeichen der malignen Hyperthermie und die wichtigsten Sofortmaßnahmen.
Frühzeichen:
Anstieg des ETCO₂
Sofortmaßnahmen:
Trigger stoppen
Dantrolen verabreichen
FiO₂ 1,0
Hyperventilation
Begründen Sie, warum eine Bradykardie bei Säuglingen rasch kritisch werden kann.
Das Herzzeitvolumen wird beim Säugling überwiegend über die Herzfrequenz reguliert.
Bradykardie → Herzzeitvolumen sinkt → Minderperfusion → Kreislaufversagen
Merksatz: Hypoxie → Bradykardie → Asystolie
Erläutern Sie die Bedeutung von Methämoglobin für den Sauerstofftransport.
Methämoglobin enthält Fe³⁺ statt Fe²⁺.
Dadurch kann Sauerstoff nicht mehr ausreichend gebunden und transportiert werden.
Gewebehypoxie
Zyanose
Beschreiben Sie den Wirkmechanismus von Lokalanästhetika.
Lokalanästhetika blockieren Natriumkanäle der Nervenzelle.
kein Natriumeinstrom
keine Depolarisation
keine Erregungsleitung
keine Schmerzweiterleitung
Nennen Sie vier Symptome einer Histaminfreisetzung bei Anaphylaxie.
Flush
Urtikaria
Juckreiz
Definieren Sie den BIS-Wert und erläutern Sie seinen Nutzen.
BIS = Bispektralindex
EEG-basierte Messung der Narkosetiefe.
Werte:
100 = wach
40–60 = ausreichende Allgemeinanästhesie
Nutzen:
Vermeidung von Awareness
bessere Steuerung der Narkose
Nennen Sie vier Maßnahmen zur Vermeidung einer LAST.
LAST = Local Anaesthetic Systemic Toxicity.
Prävention:
fraktionierte Injektion
wiederholte Aspiration
Ultraschallkontrolle
Maximaldosen beachten
Beschreiben Sie die Therapie einer LAST.
Maßnahmen:
LA-Gabe sofort stoppen
Sauerstoff
Beatmung
Benzodiazepine bei Krampf
Kreislauftherapie
Lipidinfusion (Lipid Rescue)
CPR falls notwendig
Nennen Sie vier Frühsymptome der malignen Hyperthermie.
ETCO₂-Anstieg
Muskelrigidität
metabolische Azidose
Medikament:
> Dantrolen
Nennen Sie vier weitere Maßnahmen zur Therapie der malignen Hyperthermie.
Hyperventilation mit 100 % O₂
aktive Kühlung
Azidose korrigieren
Elektrolytstörungen behandeln
Intensivüberwachung
Diurese sichern
Beschreiben Sie die Pathophysiologie einer Luftembolie.
Pulmonal
Luft gelangt in die Lungengefäße.
Gefäßverschluss
erhöhter pulmonaler Widerstand
Hypoxie
Kardial
Belastung des rechten Herzens.
vermindertes Herzzeitvolumen
Kreislaufkollaps
Nennen Sie drei Maßnahmen bei Luftembolie.
100 % Sauerstoff
operative Quelle verschließen
Kreislauf stabilisieren
Aspiration über ZVK
Linksseitenlagerung/Durant-Manöver
Beschreiben Sie Aufnahme- und Ausscheidungsweg von Inhalationsanästhetika.
Aufnahme:
Lunge → Blut → Gehirn
Ausscheidung:
Gehirn → Blut → Lunge → Ausatmung
Nur geringer Anteil wird metabolisiert.
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Blutlöslichkeit und Steuerbarkeit.
Geringe Blutlöslichkeit:
schnelle Anflutung
schnelles Aufwachen
Hohe Blutlöslichkeit:
langsamer Wirkungseintritt
langsameres Erwachen
schlechter steuerbar
Definieren Sie MAC.
MAC = Minimum Alveolar Concentration
MAC = \text{alveoläre Konzentration, bei der 50\% der Patienten auf einen Hautschnitt nicht reagieren}
Bedeutung:
Maß für die Potenz eines Inhalationsanästhetikums.
Je niedriger die MAC, desto potenter das Anästhetikum.
Vergleichen Sie Isofluran, Desfluran und Sevofluran.
Anästhetikum
Steuerbarkeit
Einleitung
Aufwachen
Isofluran
mäßig
langsam
Sevofluran
gut
sehr gut
schnell
Desfluran
ungeeignet zur Einleitung
sehr schnell
Merksatz:
Desfluran = schnellstes Aufwachen
Sevofluran = beste Einleitung
Analysieren Sie Risiken in der Ausleitungsphase einer Inhalationsnarkose.
Risiken:
Agitation
Pflegerisch-anästhesiologische Maßnahmen:
engmaschiges Monitoring
Absaugbereitschaft
Sauerstoffgabe
vollständige Rückkehr der Schutzreflexe abwarten
sichere Extubationskriterien prüfen
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