Erläutern Sie, was wir unter einem Losgrößenproblem/ Bestellmengenproblem verstehen.
F7/V1
Ziel: Wann und wie viel bestellen/produzieren, um Lagerhaltungskosten zu minimieren.
Ergebnis: optimale Bestell-/Lagerhaltungspolitik.
Klassifikation: statisch vs. dynamisch; deterministisch vs. stochastisch; Ein- vs. Mehrprodukt.
Produktion ≈ Beschaffung (gleichartige Struktur).
Nennen Sie beispielhafte Kriterien für Lagerhaltungsprobleme.
F7,10,29-31/V1
Zeitraum: statisch/dynamisch.
Unsicherheit: Nachfrage, Wiederbeschaffungszeit, Störungen.
Kapazitäten/Restriktionen.
Fehlmengen: Backorders vs. Lost Sales.
Überwachung: periodisch vs. kontinuierlich.
Zeitachse: diskret vs. kontinuierlich.
Anzahl Produkte.
Definieren Sie die Bestandteile der Lagerhaltungskosten und geben Sie jeweils ein Beispiel.
F8/V1
Fixkosten Lager (Einrichtung/Unterhalt) – operativ meist irrelevant.
Bestell-/Rüstfixkosten cb (z.B. Transport, Verwaltung, Rüsten).
Variable Stück-/Produktionskosten cv (meist proportional).
Lagerkosten h (Zinsen/Kapitalbindung, Versicherung, Verderb/Schwund).
Fehlmengenkosten (Backorders vs. Lost Sales).
Definieren Sie die typischen Entscheidungsvariablen von einfachen Lagerhaltungsmodellen.
F9,31/V1
Bestellpunkt s (r).
Bestellzyklus (Intervall).
Bestellmenge q.
Bestellniveau S.
Wiederbeschaffungszeit L (deterministisch/stochastisch).
zusätzliche Indizes je nach Problem möglich
Grenzen Sie stetige und diskrete Zufallsvariablen voneinander ab. Gehen Sie dabei auf die verschiedenen Funktionen ein und nennen Sie Beispiele für Verteilungen. Stellen Sie die verschiedenen Verteilungen grafisch dar.
F14-17/V1
Diskret:
Verteilungsfunktion
Wahrscheinlichkeitsfunktion
Bsp: Binominial, Poisson => Wertebereich schätzbar/abzählbar
Grafik (Stabdiagramm)
——————————————————————————————-
Stetig:
Dichtefunktion/Wahrscheinlichkeitsdichte
Bsp: Exponential, Normal, Gamma => Dichte
Grafik (glatte Kurve)
Normal
Gamma
Wie lautet die Formel, um eine normalverteilte Zufallsvariable zu standardisieren?
F16/V1
Nennen Sie eine vorteilhafte Eigenschaft der Gamma-Verteilung und erklären Sie diese.
F17/V1
f(x)=0 für x≤0 => Dichte für negative Werte ist 0
→ nur positive Werte (Zeiten/Mengen).
Nennen Sie die wichtigsten Verteilungsparameter und erläutern Sie diese.
F18,19/V1
Erwartungswert E[X]: Lage.
Varianz Var[X], σ: Streuung.
Normal: E=μ, Var=σ².
Gamma: E=p/b, Var=p/b².
Wofür wird die Momentenmethode eingesetzt?
F19/V1
Verteilungsannahme + Stichprobenmomente
→ Parameterschätzung.
Was wird unter einer Faltung verstanden? Erklären Sie zugehörige Formeln für ausgewählte Verteilungen.
F20/V1
Summe unabhängiger ZV: Verteilung = Faltung.
Diskret
Stetig
???
Erläutern Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen der Periodischen und Kontinuierlichen Lagerüberwachung.
F29/V1
Periodisch: Bestand in Intervallen; Verzögerung → Sicherheitsbestand nötig.
Kontinuierlich: Bestand stets bekannt; Annahme oft Nachfragen 0/1.
Erläutern Sie, was wir unter kontinuierlichen und diskreten Zeitachsen verstehen.
F30,31/V1
Kontinuierlich: zufällige Zwischenankunftszeiten; sinnvoll bei langen L und großen Ereignisabständen.
Diskret: periodischer Nachfrageprozess (Zeitreihe)
Was wird unter einer Zeitreihe verstanden?
F4/V2
Zeitlich geordnete Folge von Beobachtungen eines Parameters.
Dient als Basis für Prognosemodelle.
Nennen und erklären Sie die Grundbegriffe der Bestandsentwicklung. Grenzen Sie die Bestandsarten und-mengen voneinander ab. Welche der Größen kann negativ werden? Was bedeuten dabei positive bzw. negative Vorzeichen?
F32-34,40/V1
Physischer Bestand I^p: tatsächlich vorhanden (Basis Lagerkosten).
Bestellbestand I^o: bestellt, noch unterwegs.
Fehlbestand I^f: kumulierte unbediente Nachfrage (Rückstände).
Fehlmenge d^F_t: unbedienter Teil der Periodennachfrage.
Nettobestand I^n=I^p−I^f (kann negativ sein → Höhe der Rückstände).
Disponibler Bestand I^d=I^n+I^o.
Nennen Sie produktbezogene Leistungskriterien und erläutern Sie diese einschließlich der Formeln. Gehen Sie dabei auf die Orientierung der Kennziffern ein.
F36-39/V1
α-Servicegrad (Ereignis)
Periode
Zyklus
=> ob Fehlmenge auftritt
β-Servicegrad (Menge)
=> Höhe der Fehlmenge
γ-Servicegrad (Zeit/Menge)
Zeichnen Sie in ein Zeit-Bestandsdiagramm die Bestandsentwicklung für eine Lagerhaltungspolitik und ein Zahlenbeispiel Ihrer Wahl. Tragen Sie die Größen: Disponibler Bestand, Nettobestand, Bestellpunkt, Bestellzyklus, Reichweite, Lieferunfähigkeitsdauer, Fehlbestand, Wiederbeschaffungszeit ab. Erklären Sie Anhand des Diagramms die Bedeutung der Größen.
F33,34,40; 29-31 zu Überwachung/V1
Deutung: s unterschritten → Bestellung q; während l Risiko/Fehlbestand; Ankunft → Sprung nach oben.
Erklären Sie die Begriffe Periodennachfrage, Wiederbeschaffungszeit und Nachfragemenge in der Widerbeschaffungszeit und grenzen Sie diese voneinander ab.
F10,30,31,43-46/V1
D_t: Nachfrage je Periode (i.i.d.).
L: Zeit zwischen Bestellung und Verfügbarkeit (oft Zufallsvariable).
Y: Summe der Nachfragen im Risiko-/WZ-Zeitraum (bei deterministischem l: Summe von l D_t).
Erläutern Sie, wie Sie die Verteilung der Nachfragemenge in der Wiederbeschaffungszeit bestim men bzw. schätzen können. Gehen Sie dabei auf den Unterschied zwischen deterministischen und stochastischen Wiederbeschaffungszeiten sowie die Genauigkeit der unterschiedlichen Vorgehensweisen ein.
F44-47/V1
Deterministisches l:
Diskret: l-fache Faltung (Tabellenbildung).
Stochastisches L (diskret):
Mischung
Momente:
Stellen Sie die wesentlichen Typen von Zeitreihenverläufen (für den Bereich der Nachfrageprognose) graphisch dar.
F9,11,12/V2
Unregelmäßig: stark schwankend (hoher v), sporadisch (viele Nullen, hoher Störpegel).
Regelmäßig: Konstant (± Saison), Trend (± Saison).
ACF-Muster: Saisonalität → periodische Peaks; Trend → langsames Abklingen.
Erläutern Sie die üblichen Komponenten von Prognosemodellen.
F10/V2
Niveau (G), Trend (T), Zyklus (C), Saison (S), Irregulär (I).
Additiv oder multiplikativ kombiniert.
Wofür kann der Autokorrelationskoeffizient im Zusammenhang mit der Wahl eines Prognosemodells genutzt werden?
F12/V2
Hohe ACF bei kleinen Lags → Trend.
Periodische ACF-Peaks → Saison.
Schneller Abfall → konstantes Niveau.
Wann und warum ist der Gleitende Durchschnitt ein sinnvolles Maß?
F15,16/V2
Konstantes Niveau ohne Trend/Saison.
Minimiert SQA über Fenster n.
Kleines n: sensibel; großes n: glatter. Typisch 3–12.
Grenzen Sie das Prognosemodell yk = β0 + ϵk,k = 1,...,t und die Schätzfunktion b0 + 0 voneinander ab. Wofür wird was verwendet?
F14,15,18,19/V2
Modell: konstantes Niveau + Zufallsfehler (E=0, Var=σ²).
Schätzer: b0 (z.B. GD/Glättung) aus Vergangenheitswerten.
Prognose:
Leiten Sie die Formel b0 = 1 n t k=t−n+1 yk her
F15/V2
Erläutern Sie die Annahmen für das klassische Losgrößenmodell.
F4-6/V3
Setting: statisch, Einprodukt, deterministische konstante Nachfrage; kontinuierliche Überwachung.
Unendliche Liefer-/Fertigungsgeschwindigkeit: keine Bestell-/Einlagerungsdauer; Bestellung steht sofort zur Verfügung.
Keine Fehlmengen zugelassen.
Kosten: fixe Bestell-/Rüstkosten cb, variable Stück-/Produktionskosten cv, lineare Lagerkosten h.
Planungshorizont/Lagerkapazität „unendlich“; Anfangsbestand 0; externer Lieferant mit unbeschränkter Kapazität.
Leiten Sie die Formel der Gesamtkosten pro Zeiteinheit für das klassische Losgrößenmodell her.
F6,7/V3
Notation: Nachfrage d (ME/ZE), q Bestellmenge, r= q/d Zykluslänge.
Sägezahn-Bestand: linearer Abbau mit Steigung −d; Ø-Bestand = q/2.
Kosten pro ZE:
Bestellfixkosten/ZE: cb/r = d·cb/q
Bestellstückkosten/ZE: d·cv (unabhängig von q)
Lagerkosten/ZE: h·(Ø-Bestand) = h·q/2
Gesamt: C(q) = d·cb/q + d·cv + (h/2)·q.
Minimierung:
Eigenschaften im Optimum:
Grenz-Bestellkosten/ZE = Grenz-Lagerkosten/ZE.
Bestellfixkosten/ZE = Lagerkosten/ZE.
q* unabhängig von cv.
Leiten Sie die Formel der Gesamtkosten pro Zeiteinheit für das klassische Losgrößenmodell bei Berücksichtigung von Fehlmengen her.
F10,11/V3
Zusatzparameter: cf Fehlmengenkostensatz.
Variablen: S Bestellniveau, s Bestellpunkt, q=S−s, Zyklus r=q/d.
Ø-Lagerbestand und Ø-Fehlbestand aus Dreiecken (Diagramm S–s).
Bestellfix + Stückkosten: d·cb/q + d·cv.
Lagerkosten/ZE: h·S²/(2q).
Fehlmengenkosten/ZE: cf·(q−S)²/(2q).
=>
Minimierung (∇C=0, Hesse positiv definit):
Leiten Sie die Formel der Gesamtkosten pro Zeiteinheit für das klassische Losgrößenmodell bei Berücksichtigung von endlicher Fertigungsgeschwindigkeit her.
F13,14/V3
Erläutern Sie die drei wesentlichen Eigenschaften, die im Optimum des klassischen Losgrößenmodells gelten
F7,9/V3
(i) Bestellfixkosten/ZE = Lagerkosten/ZE im Optimum.
(ii) Grenz-Bestellkosten/ZE = Grenz-Lagerkosten/ZE (1. Ordnung).
(iii) q* ist unabhängig von den Bestellstückkosten cv (nur Niveauverschiebung d·cv).
Zusatz: Kostenfunktion ist „flach“ um q* (Über-/Unterschätzung wirkt wenig; besser leicht überschätzen).
Erläutern Sie, was wir unter dem Begriff Lagerhaltungspolitik verstehen.
F5,37,39/V4
Regelsystem, das bestimmt:
wann bestellt wird (Bestellpunkt s oder Zyklus r),
wie viel bestellt wird (Bestellmenge q oder Auffüllen auf S).
Ziel: Unsicherheit im Risikozeitraum (Überwachungsintervall + Wiederbeschaffungszeit) abfedern; Servicegradvorgabe (β) einhalten.
Erklären Sie die (s,q)-Lagerhaltungspolitik. Welche Entscheidungsregel liegt dieser zugrunde?
F6/V4
Fixiere s (Bestellpunkt bezogen auf disponiblen Bestand) und q (Bestellmenge).
Regel: Wenn I^d ≤ s (kontinuierlich: genau bei s), dann bestelle q.
Praxisvorteil: konstante q erlaubt einfache Berücksichtigung von Einkaufs-/Transportbeschränkungen.
Erläutern Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen kontinuierlicher und periodischer Lagerüberwachung.
F7,8,19-22,25-28,40/V4
Kontinuierlich: Auslösung exakt bei s; kein Defizit/Undershoot.
Periodisch:
r=1: Überwachung 1× je Periode; Undershoot U möglich (I^d zu Beginn der WZ < s).
r>1: zusätzlich Verzögerung Δ∈{0,…,r−1}; äquivalent zu stochastischem L = l+Δ.
Folge: Periodisch erfordert Korrektur von s um U (und ggf. Δ).
Erklären Sie das grundlegende Vorgehen des in der Vorlesung behandelten sequentiellen Ansatzes bei kontinuierlicher Lagerüberwachung und (s,q)-Lagerhaltungspolitik.
F7,8,10-17/V4
Leiten Sie die Formel E[B] = (1 − β) · ˆq her (kontinuierliche Lagerüberwachung, (s,q)-Lagerhaltungspolitik).
F8,9/V4
Zeichnen Sie in ein Zeit-Bestandsdiagramm die (idealisiert dargestellte) Bestandsentwicklung einer (s,q)-Lagerhaltungspolitik mit einer kontinuierlichen Lagerüberwachung. Tragen Sie die Größen: Disponibler Lagerbestand, Nettobestand, Bestellpunkt, Bestellzyklus, Wiederbeschaffungszeit, akkumulierte Fehlmengen ab. Erklären Sie Anhand des Diagramms die Bedeutung der Größen.
F8/V4
Bedeutung:
Unterschreiten s → Bestellung q; während L fällt Bestand weiter; Fehlmengen akkumulieren B; bei Eintreffen wird rückstandsfrei nachgeliefert.
F9-11/V4
Was verstehen wir unter einem “undershoot” bei periodischer Lagerüberwachung?
F19-21,40/V4
Defizit U: Differenz zwischen s und disponiblem Bestand zu Beginn der WZ (weil Auslösung erst bei Überwachung).
U ist zufällig; muss bei ŝ berücksichtigt werden, um β-Ziel zu erreichen.
Zeichnen Sie in ein Zeit-Bestandsdiagramm die Bestandsentwicklung einer (r,s,q)-Lagerhaltungspolitik mit r = 1. Tragen Sie die Größen: Disponibler Lagerbestand, Nettobestand, Bestellpunkt, Defizit, Wiederbeschaffungszeit, Nachfragemenge in der Wiederbeschaffungszeit ab. Erklären Sie Anhand des Diagramms die Bedeutung der Größen
F19-21/V4
Bestellung bei Überwachung am Periodenende; Start der WZ mit Undershoot U; Risikozeitraum: Nachfrage Y; Ankunft → Auffüllung um q.
Wie gehen wir bei der Berechnung von ˆs für gegebene Werte ˆq und β bei einer periodischen Lagerüberwachung und einer (r,s,q)-Lagerhaltungspolitik mit r = 1 vor?
F19-22/V4
Bestimme Verteilung des Undershoot U (unabhängig von Y; Approx-Formeln für E[U], Var[U]).
Setze Y* = Y + U (Summe; unabhängig).
E[Y*] = E[Y]+E[U], Var[Y*] = Var[Y]+Var[U].
Behandele wie kontinuierlichen Fall mit Y*: finde kleinsten ŝ mit E[B] = (1−β)·q̂, d.h. mit I_end = (Y*−s)^+.
Erläutern Sie die simultane Optimierung von Bestellmenge und Bestellpunkt.
F29-33/V4
Ziel:
Ableitungen (Lagrange):
Iteratives Verfahren:
initialisiere (λ̂=0, q̂=EOQ, ŝ sequentiell), dann abwechselnd q̂, ŝ, λ̂ aktualisieren, bis Konvergenz.
Erkenntnis: Vorteil ggü. sequentiell steigt mit h und L.
Erklären Sie die (r,S)-Lagerhaltungspolitik. Welche Entscheidungsregel liegt dieser zugrunde?
F37,38/V4
Fixiere r (Bestellzyklus) und S (Bestellniveau).
Regel: Alle r Perioden bestellen, so dass I^d auf S aufgefüllt wird.
Periodische Überwachung (Überwachungsintervall = r).
Erklären Sie die (s,S)-Lagerhaltungspolitik. Welche Entscheidungsregel liegt dieser zugrunde?
F39,40/V4
Fixiere s (Bestellpunkt) und S (Bestellniveau) für gegebenes Überwachungsintervall (r=0 kontinuierlich oder r>0 periodisch).
Regel: Prüfe in festen Abständen (oder kontinuierlich); wenn I^d ≤ s, bestelle Menge, die auf S auffüllt.
Spezialfall: Bei kontinuierlicher ÜW und 0/1-Nachfragen ist (s,S) äquivalent zu (s,q).
Zuletzt geändertvor 6 Tagen