Beschreiben Sie den grundsätzlichen Unterschied zwischen Wachstums- und
Entwicklungsprozessen.
- Bei den Entwicklungprozessen geht es um Differenzierung zu funktional unterschiedlichen Geweben bzw, Organen (qualitativ), Steuerung der Wachstumsprozesse
- Zellulär spricht man von einer Zellfifferenzierung
- Die Physiologischen Prozesse beziehen sich auf die Phytohormonsynthese, häufig durch Umweltreize beeinflusst, hierbei ist der primäre ,,Treiber“ die Temperatur.
- Bei der Wachstumsphase geht es Grundlegend um die Zunahme von Volumen u. Substanz.
- Zellulär betrachtet geht es hier um die Zellteilung, - streckung
- Die Physiologischen Prozesse belaufen sich hier auf die Photosynthese, Wasser und Nährstoffaufnahme, der Primäre ,,Treiber“ hierfür ist die Strahlung.
Nennen Sie Beispiel für den Einsatz von Temperatursummenmodellen
- Das Temperatursummenmodell gibt eine ungefähre Schätzung zum Vegetationsbeginn an. Dabei ist es in der Praxis wichtig, um den Zeitpunkt der ersten Düngegabe möglichst nah an diesen zu legen. Der Hintergrund dabei ist die Düngeeffizienz zu erhöhen und eine Verlagerung von Nährstoffen zu vermeiden.
Was sind Aufgabe, Ziel und Hintergrund des Temperatursummenmodells von
Ernst und Loeper. (inkl. Rechnung)
- Für die Grünlandtemperatursumme müssen alle Tagesmitteltemperaturen über 0 Grad aufsummiert werden.
- Diese werden mit dem Faktor
- Januar: 0,5
- Februar: 0,75
- März: 1
- Berechnet, der Vegetationsbeginn gilt als erreicht, wenn die Temperatursumme 200 Grad erreicht.
Was ist der Phänologische Kalender. Beschreiben Sie dessen pflanzenbauliche
Bedeutung.
- Der Phänologische Kalender beschreibt wiederkehrende Entwicklungserscheinungen. Dabei gibt es bestimmte Pflanzenarten, dessen Entwicklungsabschnitte den Beginn einer Vegetationsphase charakterisieren z.B. Raps blühen.
Welche Aufgabe hat das Phytochromsystem in der Pflanze?
- Das Licht wird über Phytochrome (lichtempfindliche Proteine) wahrgenommen, diese erfassen Lichtqualität, Lichtmenge u. Tageslänge. Durch die Aktivierung, dieser werden bestimmte Entwicklungsprozesse in der Pflanze ausgelöst.
Wovon hängt die Wirkung eines Pflanzenhormons ab?
- Die Wirkung der Pflanzenhormone ist kontextabhängig, das bedeutet, dass Hormone multifunktional sind und je nach Situation völlig unterschiedliche Wirkungen entfalten.
- z.B.: Auxin kann Wurzelwachstum fördern, aber Sprosswachstum hemmen
- Gibberellin fördert Streckungswachstum, beeinflusst aber auch Blühinduktion oder Samenkeimung.
- Zellen haben smoit unterschiedliche Rezeptoren mit unterschiedlichen Empfindlichkeiten.
Nennen Sie min. zwei Pflanzenhormon und dessen Funktion/Wirkung.
Auxine
Zellstreckung, Tropismen (Gerichtetes Wachstum), Apikaldominanz, Bildung von Seitenwurzeln, Fruchtreifung, verhindert vorzeitigen Blattabwurf
Cytokinine
Förderung Zellteilung u. Wachstum, Verzögerung der Alterung, Förderung der Blüten- und Fruchtentwicklung, Stresstoleranz
Gibberelline (GA)
Streckungswachstum, Samenkeimung, Blüten- und Fruchtentwicklung
Abscisinsäure (ABA)
Stomataschluss bei Wassermangel, Wachstumsinhibitor, Aufrechterhaltung der Keimruhe, Blatt- und Fruchtabfall, Stressanpassung
Ethylen
Fruchtreife, Seneszenz, Stressreaktion
Beschreiben Sie wie die Bestockung im Weizen hormonell gesteuert wird.
- Auxin wird in Sprossvegetationsspitze (Apikalmeristem) gebildet:
- Fördert Streckungswachstum des Haupttriebes
- Unterdrückt den Austrieb von Seitentrieben (Apikal-Dominanz)
- Auxin verbessert die Wurzelneubildung, dadurch bessere Wasser und Nährstoffversorgung und somit Förderung der Cytokininbildung in der Wurzelspitze
- Cytokinin= Gegenspieler zu Auxin fördert die Nebentriebbildung (Bestockung)
- Stickstoffabgabe wirkt aus diesem Grund bestockungsfördernd
Wie kann es dazu kommen, dass stehendes Getreide auswächst?
- Da im Getreide die Keimruhe(Dormanz) weggezüchtet und somit sehr niedrig ist, kann Regen und die im Sommer vorliegenden Temperaturen dazu führen das das Getreide bereits in der Ähre auskeimt.
Was versteht man im Pflanzenbau unter einer Diaspora?
- Diaspora ist die sogenannte ,,Samenbank“ und beschreibt Unkrautsamen, welche Jahre bis Jahrzehnte im Boden bleiben. Diese bleiben solange im Boden, bis der passende Reiz kommt, wie zB. Licheinfall.
Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Keimruhe?
- Primäre Keimruhe: Genetisch festgelegt entsteht während der Samenreife-> schützt vor Auswuchs
- Sekundäre Keimruhe: Wird nach dem Samenfall durch Umweltbedingungen induziert (z.B. Dunkelheit, Trockenheit)
Was ist der Unterschied zwischen Langtagpflanzen und Kurztagpflanzen?
- Langtagpflanzen zB. Roggen, Weizen, Gerste, Raps. Indikation der Blüte, wenn eine kritische Tageslänge überschritten wurde.
- Praxisbezug: Sommergetreide nicht zu spät säen, damit vor der Blühindikation genügend vegetative Masse aufgebaut werden kann.
Erläutern Sie kurz den Prozess des Phototropismus/Gravitropismus.
Phototopismus: Durch Licht ausgelöste Bewegung von Pflanzen bzw. eines Pflanenorgans. Bei Lichtmangel wird Auxin auf der Schattenseite des Sporsse verlagert.
Gravitropismus: Fähigkeit von Pflanzen ihre Wachstumsrichtung an der Schwerkraft auszurichten
Erläutern Sie alle genannten, hormongesteuerten Prozesse (Vernalisation,
Keimruhe, Photoperiodismus) in 3–4 Sätzen: Was passiert, wodurch wird
der Prozess gesteuert, und warum ist er pflanzenbaulich relevant?
- Vernalisaton, Keimruhe und Photoperiodismus sind hormongesteurte Prozesse, die Wachstum und Entwicklung von Pflanzen an Umweltbedingungen anpassen. Die Vernalisation fördert nach einer längeren Kälteperiode die Blühfähigkeit, die Keimruhe verhindert durch Abscisinsäure (ABA) eine vorzeitige Keimung und der Photoperiodismus steuert über die Tageslänge den Zeitpunkt der Blüte. Dabei spielen Hormone wie Gibberelline, ABA und das Blühsignal Florigen eine wichtige Rolle. Pflanzenbaulich sind die Prozesse entscheidend, weil sie Keimung, Blütezeitpunkt, Entwicklung und damit den Ertrag von Kulturpflanzen beeinflussen.
Begriff Vernalisation
Kältereizinduzierte Entwicklungsumstellung, die den Übergang von der vegetativen in die generative Phase induziert
Photoperiodismus
Tageslängenabhängigkeit von Entwicklungsvorgängen (z.B. Blütenindikation, Blattfall)
Zuletzt geändertvor 15 Tagen