Beschreiben Sie kurz die Entwicklung von der Zweifelderwirtschaft zur Fruchtwechselwirtschaft.
- Zweifelderwirtschaft: Eine Hälfte der Fläche wurde mit Getreide bebaut, die andere lag brach oder wurde als Weide genutzt. Problem war der Verlust der Bodenfruchtbarkeit.
- Dreifelderwirtschaft: Aufteilung in Winterung, Sommerung und Brache. Dadurch verbessert sich die Bodenruhe und die Erträge stiegen.
- Verbesserte Dreifelderwirtschaft: Die Brache wurde reduziert und durch Futterpflanzen (z.B. Klee) und Hackfrüchte (z.B. Kartoffeln, Rüben) ersetzt. Mehr Viehhaltung führte zu mehr Stallmist.
- Fruchtwechselwirtschaft: Systematischer Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten sowie Nutzung von Düngung und Ernteresten zum Humusaufbau. Dies bildet die Grundlage moderner Fruchtfolgen
Nennen Sie die 5 Prinzipien der Fruchtfolgegestaltung und beschreiben Sie dessen Bedeutung.
1. Blattfrucht und Halmfrucht -> unterbricht Krankheits- und Schädlingszyklen
2. Winterungen und Sommerungen-> vermindert Verunkrautung und verteilt Arbeitsspitzen
3. Humusmehren und Humuszehren-> stabilisiert den Humushaushalt.
4. Stickstoffzehren und Stickstoffmehren-> verbessert die Nährstoffversorgung.
5. Flachwurzlern und Tiefwurzlern-> nutzt verschiedene Bodenschichten und verbessert die Bodenstruktur
Was versteht man unter einer Selbstfolge? Welche Kulturen gelten als selbstverträglich?
- Selbstfolge: Dieselbe Kultur wird im folgenden Jahr erneut auf derselben Fläche angebaut.
- Hohe Selbstverträglichkeit: Roggen, Gerste, Mais.
- Geringe Selbstverträglichkeit: Weizen, Zuckerrübe
- Keine Selbstverträglichkeit: Körnerleguminosen (Leguminosenmüdigkeit)
• Was versteht man unter einer fruchtfolgebedingten Verunkrautung?
- Jede Kultur fördert bestimmte Unkrautarten mit ähnlichem Entwicklungsrythmus. Wird dieselbe Kultur häufig angebaut, vermehren sich bestimmte Unkräuter stakr und können zu Problemunkräutern werden. Enge Getreidefruchtfolgen fördern beispielsweise:
- Windhalm
- Ackerfuchsschwanz
- Trespen-Arten
- Außerdem steigt das Risiko von Herbizidresistenten
Durch welche Maßnahmen lässt sich die Humusbilanz im Betrieb verbessern?
- Anbau von Humusmehrern (z.B. Leguminosen, Klee, Luzerne)
- Integration von Zwischenfrüchten
- Rückführung und Einarbeitung von Ernteresten
- Organische Düngung (Mist, Kompost)
- Ausgewogene Fruchtfolge mit Blattfrüchten
- Vermeidung von Daueranbau humuszehrende Kulturen.
Sie beobachten auf einem Betrieb mit enger Getreidefruchtfolge zunehmende Krankheitsprobleme und sinkende Humusgehalte. Welche Maßnahmen zur Umgestaltung der Fruchtfolge schlagen Sie vor, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken?
- Getreideanteil reduzieren
- Blattfrüchte wie Raps, Kartoffeln oder Zuckerrüben mit einbauen.
- Leguminosen (Ackerbohne, Erbse, Lupine) integrieren.
- Sommerungen und Winterungen abwechseln.
- Zwischenfrüchte anbauen.
- Humusmehrer mit einbauen.
Beschreiben Sie den Unterschied zwischen Flach- und Tiefwurzlern.
Flachwurzler (homorrhiz):
- Viele gleichwertige Seitenwurzeln
- Durchwurzeln vor allem die oberen Bodenschichten
- Beispiele: Getreide, Mais
Tiefwurzler (allorrhiz)
- Hauptwurzel mit Seitenwurzel
- Können tiefere Bodenschichten erschließen
- Beispiele: Raps, Erbse, Luzerne
Nennen Sie zwei Stickstoffmehrende und zwei Stickstoffzehrende Kulturen.
Stickstoffmehrer (Leguminosen)
- Ackerbohne
- Erbse
Stickstoffzehrer:
- Weizen
- Mais
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