Frühe Kompetenzen der Sprachwahrnehmung
Neugeborene präferieren die Stimme der Mutter.
Neugeborene präferieren die ihnen bekannte Sprache.
Neugeborene präferieren bereits gehörte Verse.
➔ Beleg für intrauterine Hörerfahrungen
Vorsprachliche Kommunikation
Sprachentwicklung erfordert
Sprachverständnis: verstehen, was andere sagen
Sprachproduktion: selbst sprechen
—>Sprachverständnis geht der Sprachproduktion voraus.
Bereiche sprachlichen Wissens
Merkmale menschlicher Sprache
Willkürlichkeit der Symbole:
keine Ähnlichkeit zwischen Wort und Objekt
➪ Verschiedenartigkeit von Sprachen.
Generativität:
mit einer endlichen Menge von Symbolen und Regeln der Muttersprache eine unendliche Menge von Sätzen erzeugen und verstehen.
Kulturelle Vermittlung:
Der Mensch erlernt nach seiner Geburt die Sprache, mit der er in seiner Umwelt konfrontiert wird.
Vorraussetzungen der Sprachverarbeitung
Belege für eine sensible Phase des Spracherwerbs
Spracherwerb bis zum Alter von 5 Jahren; später erschwert und weniger erfolgreich
Deprivationsfälle: “Wolfskinder”, Genie
Hirnverletzungen im Erwachsenenalter ☞ permanente Schäden
Zweitspracherwerb in Kindheit, Jugendund Erwachsenenalter
Anpassung der Sprachwahrnehmung an die Umwelt
Babys erkennen Lautmuster und präferieren Wörter ihrer Sprache gegenüber Nicht-Wörtern gleicher Länge.
Mit etwa einem Jahr hat sich die Sprachwahrnehmung der Babys auf ihre eigene Sprache spezialisiert.
Muttersprache prägt die Verschaltung im Gehirn (und damit das Denken?)
Bedeutung der Umwelt für den Spracherwerb
Genetische universelle Ausstattung
diese ist aber nicht ausreichend!
Spracherwerb erfordert soziale Interaktion mit sprechender Umgebung
Sprachwahrnehmung Überblick
Schwerpunkte im Spracherwerb
im ersten Lebensjahr: Erwerb phonologisch-prosodischen Wissens
im zweiten Lebensjahr: lexikalische Entwicklung steht im Vordergrund
Im dritten Lebensjahr: Erwerb grundlegender Satzbaupläne (Syntax) und morphologischen Wissens 19
Merkmale früher Wortproduktion
Holophrastische Phase:
Ausdruck einer Phrase durch ein einziges Wort. „Schuh“ ➪ „Ich habe neue Schuhe“ oder „Ich möchte meine Schuhe anziehen“.
Überextension (Übergeneralisierung):
Verwendung eines Wortes in einem weiteren Kontext als in der Erwachsenensprache: „Hund“ bzw. „wau-wau“ ➪ alle Vierbeiner Verwechslung von starken u. schwachen Verben: „fliegte“ oder „trinkte“
Merkmale früher Sprachproduktion
Elternsprache
Sprachfördertechniken
Bestätigende Wiederholung mit korrektivem Feedback
Kind: „mettaing“
Eltern: „Ja, da fliegt ein bunter Schmetterling!“
Erweiterung um weitere Strukturen
Kind: „Aua wer?“
Eltern: „Ja, der Krankenwagen muss kommen.“
Vervollständigen von unvollständigen Äußerungen
Eltern: „Ja, wir holen das Spielzeug aus dem Schrank!“
Kind: „Pielzeug Schrank“
Fragen zur Anregung der Sprachproduktion im Alltag
Eltern: „Erzähl doch mal, was Du auf dem Bild siehst.“
Sprachliches Begleiten von Handlungen (Sprachvorbild)
Eltern: „Jetzt ziehe ich mir noch einen Pullover an…“
Geteilte Aufmerksamkeit
wesentliches Kennzeichen erfolgreicher Kommunikation
Anfangs folgen die Eltern der Aufmerksamkeitsrichtung des Kindes und kommentieren das, was das Kind gerade betrachtet.
Mit ca. 6 Monaten folgen die Kinder der Blickrichtung der Eltern.
Mit ca. 9 Monaten folgen die Kinder den Zeigebewegungen der Eltern.
Mit ca. 24 Monaten nutzen Kinder bewusst das Zeigen, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu lenken.
Bilinguale Entwicklung - Aufwachsen mit zwei Sprachen
ohne bewusste Anstrengung innerhalb eines begrenzten Zeitfensters
kognitive und metalinguistische Kompetenzen eher erhöht
1 + 1 Regel beachten (1 Person - 1 Sprache)
Probleme bei mangelhafter Förderung
Unterstützung durch die soziale Umwelt!
Kontinuierlichen Umgang mit der Sprache
Wertschätzung beider Sprachen!
Sprachentwicklung bei Late Talkers - zwischen dem Alter von 2 und 3 Jahren
Was ist eine Sprachentwicklungsstörung?
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fr Phoniatrie und Pdaudiologie
Sprachproduktion und/oder Sprachverständnis weichen auf einer, mehreren oder allen formallinguistischen Ebenen (phonetisch-phonologisch, lexikalisch-semantisch, morphologischsyntaktisch, pragmatisch) zeitlich und inhaltlich von der normalen Sprachentwicklung im Kindesalter nach unten ab.
Wie äußert sich eine Sprachentwicklungsstörung?
Probleme beim Sprachausdruck (expressive Sprachstörung): Das Kind ...
lernt deutlich später sprechen als andere,
hat nur einen geringen Wortschatz,
lässt Wörter aus o. ersetzt sie durch falsche Begriffe,
spricht evtl. grammatikalisch auffällig falsch,
hat Schwierigkeiten, Inhalte auszudrücken,
hat Probleme, einzelne Laute zu bilden.
Probleme beim Sprachverständnis (rezeptive Sprachstörung): Dem Kind fällt es schwer, zu verstehen, was andere ihm sagen (-> z.B. folgt einfachen Aufforderungen nicht, reagiert unangemessen).
Was ist eine Sprachentwicklungsstörung? Beispiele für Störungen in der Sprachproduktion
Formen von Sprachentwicklungsstörungen
SES bei altersentsprechender Allgemeinentwicklung: ausschließlich Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung; andere Bereiche (z.B. Denken, Motorik) sind altersgemäß (-> umschriebene oder isolierte SES).
SES bei allgemeiner Entwicklungsverzögerung: Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung und weiteren Entwicklungsbereichen (z.B., Denken, Motorik).
Bedeutung von Sprachentwicklungsstörungen
Überblick
Zusammenfassung
unterschiedliche Bereiche sprachlichen Wissens
erst Offenheit, dann Spezialisierung auf Umgebungssprache
Diskrepanz von Verstehen und Produzieren
Meilensteine der Sprachentwicklung
typische Merkmale der frühen Wortproduktion
notwendige Passung zwischen Sprachangebot und Sprachentwicklungsaufgaben
Sprachentwicklung fördern statt fordern!
Merkmale der Sprachentwicklungsstörungen
Zuletzt geändertvor 21 Tagen