PSYCHISCHE GRUNDBEDÜRFNISSE
-als Bestimmungsfaktoren des menschlichen Handelns
Grundlegende Motive
Anschlussmotiv
Bedürfnis, nach positiven
Beziehungen zu anderen Menschen.
Furcht vor Zurückweisung
Leistungsmotiv
Bedürfnis, Anforderungen gerecht zu
werden, sich als kompetent erfahren.
Furcht vor Misserfolg
machtmotiv
Bedürfnis, auf andere Einfluss auszuüben, andere zu beeindrucken.
Furcht vor Fremdbestimmung
Motivationale Schemata nach Grawe 1998
Nach Ryan und Deci 1985
Bindung (anschlussmotiv)
enge soziale Beziehungen eingehen, sich sicher gebunden fühlen, sich selbst als liebesfähig und liebenswert erleben
Kompetenz (Leistungsbegriff)
effektive Interaktion mit Umwelt -> positive Ergebnisse erzielen, negative verhindern können
Autonomie (machtmotiv)
freie Bestimmung des eigenen Handelns, selbstbestimmte Interaktion mit der Umwelt
Entwicklungsmodelle von Skinner und Edge
Zürcher FitKonzept von Largo & Jenni (2007)
Entwicklungsprobleme bei fehlender Passung von Brandtstädter (1985)
Interaktionelle Grundbedürfnisse nach Sachse
Anerkennung (auch: Liebe, Zuwendung, positive Definition, Respekt)
Wichtigkeit (für andere Bedeutung, Wert haben)
Verlässlichkeit, verlässliche Beziehung
Solidarität, solidarische Beziehung
(Angemessene) Autonomie
Unverletzlichkeit der Grenzen, Territorialität
Wirkungsmodelle der Motivation
Motivation Definition
aktivierende (Antrieb) Ausrichtung (Orientierung) von Handlungen auf einen positiv bewerteten Zielzustand
Motive — Antrieb —> 👱♀️ — Orientierung —> Ziele
Quellen der Motivation
Autonomie, Fähigkeit, Zugehörigkeit
Motivation als Regelkreis
Motivationale und volitionale Regulation im Handlungsverlauf
Innere Steueruntssysteme: Kontrolle und Regulation
Selbstregulation Definition
beschreibt die Fähigkeit, das eigene Denken, Fühlen und Handeln aktiv zu steuern, um langfristige Ziele zu erreichen – auch bei Hindernissen oder Versuchungen.
Es ist ein Prozess, der kognitive, emotionale und motivationale Strategien einsetzt.
Beispiele: Ein*e Studierende*r plant ihre/seine Lernzeiten für eine Prüfung und hält sich daran – trotz Verlockungen wie die Einladung von Freunden, etwas zu unternehmen.
Selbstkontrolle Definition
ist die Fähigkeit, kurzfristige Impulse, Triebe oder Versuchungen zu unterdrücken, um langfristige Ziele oder soziale Normen einzuhalten. Sie ist ein spezifischer Aspekt der Selbstregulation und bezieht sich vor allem auf Willenskraft und Impulskontrolle.
Beispiele: Eine Person widersteht dem Drang, ihr Handy während der Arbeit zu checken.
Selbstkontrolle nach Baumann & Kuhl 2013
… ist eine Form willentlicher Steuerung, bei der eine Absicht (kognitive Präferenz) gegen konkurrierende Bedürfnisse, Impulse und Wünsche (emotionale Präferenzen) abgeschirmt wird.
—> reizunabhängiges Verhalten
Zwei - Systeme - Hypothese
Generell
Reicht aus dazu
Koexistenz eines Bewertungs- und Kontrollsystems
1. Impulsives/Bewertungs-System: phylogenetisch ältere emotionale und motivationale Systeme
2. Reflektiertes/Kontroll-System:„höhere“ kognitive Kontrollfunktionen
Antwort auf die Frage: Warum tun wir nicht immer das, was wir wollen bzw. sollen?
Impulsives System
Sensitiv für unmittelbar verfügbare Belohnungen/ Bestrafungen
Anreizmotivation durch sofortig verfügbare Belohnung
u.a. Amygdala, Striatum, N.acc.
Reflektiertes System
Vermittelt Antizipation zukünftiger Belohnungen/ Bestrafungen
Unterdrückung aktueller emotionaler Reaktionen
PFC, ACC, OFC, Hippocampus
Modell
Studie von Moffitt et al. 2011
Was macht Kinder im späteren Erwachsenenalter erfolgreich?
Design of the Dunedin Multidisciplinary Health and Development Study
Selbstkontrolle: Die Forscher erfassten das Durchhaltevermögen, die Anstrengungsbereitschaft und die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub sowie Anteile von impulsivem, aggressivem, hyperaktivem und unaufmerksamen Verhalten.
Ausmaß der Selbstkontrollfähigkeit im Kindesalter erlaubt Prognosen über:
Im Erwachsenenalter
Gesundheitszustand
Substanzmissbrauch
finanzielle Situation
kriminelle Tendenzen
Gleichbedeutend mit Einfluss von Intelligenz und sozialer Stellung der Eltern!
Baumeister et al. 1998 - Selbstkontrolle
Selbstkontrolle ist wie ein Muskel: Er ermüdet nach einer Anstrengung, kann aber auch trainiert werden.
Nutzen der Selbstregulationsfähigkeit
Nationalen Akademie der Wissenschaten Leopoldina (2024)
Nutzen der Selbstkontrolle - Matthias Sutter
Wenn wir die Fähigkeit zur Selbstkontrolle beeinflussen können, dann heißt das eigentlich nichts anderes, als dass wir damit unter Umständen Startnachteile im elterlichen Hintergrund als auch in der Intelligenz zumindest teilweise ausgleichen können.
Nutzen der Selbstkontrolle
Konsequenzen für das pädagogische Handeln
Hilfen zur Selbstregulation anbieten, zb. Durch:
Tagesstruktur
-Reflexionsgespräche
Klare Grenzen
Unterstützung bei der Zielklärung und Planung von Handlungsschritten
Zuletzt geändertvor einem Tag