Was ist der fundamentale Hauptunterschied zwischen statischen und dynamischen Investitionsrechenverfahren?
Die dynamischen Verfahren berücksichtigen explizit den Zeitwert des Geldes durch Abzinsung (Diskontierung). Statische Verfahren ignorieren komplett, wann eine Zahlung fließt, und rechnen lediglich mit periodisierten Durchschnittswerten.
Unter welchen drei Bedingungen führen statische und dynamische Verfahren zu (annähernd) gleichen Entscheidungen?
Wenn 1. die Laufzeit sehr kurz ist (nicht allzu zahlreich),
2. die Zahlungsströme gleichmäßig verteilt sind und
3. es keinen beträchtlichen Restverkaufserlös am Ende gibt.
Wann versagen statische Methoden völlig und liefern stark abweichende Ergebnisse zum Kapitalwert?
Bei sehr langen Laufzeiten, stark ungleichmäßiger Verteilung der Zahlungsströme (z.B. hohe Forschungsverluste am Anfang, späte Gewinne) sowie bei beträchtlichen Restverkaufserlösen. Der Zeitwert des Geldes verfälscht hier den "Durchschnitt" massiv.
Warum führt der Interne Zins beim Vergleich von sich gegenseitig ausschließenden Projekten oft zu falschen Entscheidungen?
Wegen des Größenproblems (unterschiedliche Kapitalbindung/Investitionsvolumen). Der Interne Zins maximiert nur die relative Rendite in Prozent. Der Kapitalwert maximiert hingegen den absoluten Vermögenszuwachs in Euro, was das korrekte Ziel für Investoren ist.
Was ist der größte theoretische "blinde Fleck" der dynamischen Amortisationsdauer?
Sie ignoriert komplett alle Zahlungsströme, die nach dem Amortisationszeitpunkt anfallen. Dadurch werden späte Millionen-Gewinne (Skalierung) oder massive späte Verluste (wie z. B. hohe Abbruchkosten) übersehen.
Wann führt die dynamische Amortisationsrechnung zu exakt derselben Entscheidung wie die Kapitalwertmethode?
Wenn zwei Projekte eine ähnliche Laufzeit haben und ein Projekt in jeder einzelnen Periode schlichtweg höhere Einzahlungsüberschüsse generiert (absolute Dominanz).
Was sagt der Kalkulationszins (WACC) aus und wo steht er in der Kapitalwert-Formel?
Er stellt die Opportunitätskosten des Kapitals bzw. die Mindestrenditeforderung der Investoren dar. Mathematisch steht er im Nenner der Kapitalwert-Formel (als Abzinsungsfaktor).
Wie beeinflusst die Wahrnehmung eines Unternehmens (z.B. "innovative Tech-Firma" statt "träge Bank") mathematisch seinen Aktienkurs?
Tech-Firma = andere Peer-Group mit niedrigerer Risikoprämie/günstigerem Fremdkapital → WACC (Nenner) sinkt → Kapitalwerte (NPV) künftiger Projekte steigen rechnerisch an → mehr Projekte werden realisiert → Unternehmenswert und Aktienkurs explodieren.
Was ist der Unterschied zwischen einer Sensitivitätsanalyse und einer Szenarioanalyse?
Die Sensitivitätsanalyse ändert isoliert nur eine einzige Inputgröße (z. B. nur den Zins), während alle anderen Daten gleich bleiben. Die Szenarioanalyse verändert mehrere Inputgrößen gleichzeitig und konsistent (z. B. Zins, Wachstum und Steuern ändern sich zusammen in einem Krisen-Szenario).
Zuletzt geändertvor 22 Tagen