Was ist ein Mammakarzinom?
Eine von Brustdrüsen oder Milchgängen ausgehende maligne Neoplasie der Brust.
Welche Krebserkrankung ist die häufigste bei Frauen?
Das Mammakarzinom
Wie viele Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens etwa an Brustkrebs?
Etwa jede 8. Frau.
Welche genetischen Risikofaktoren spielen eine wichtige Rolle?
BRCA1- und BRCA2-Mutationen.
Welche hormonellen Risikofaktoren erhöhen das Mammakarzinomrisiko?
Frühe Menarche,
späte Menopause,
Kinderlosigkeit,
Erstgeburt nach dem 35. Lebensjahr.
Welche Lebensstilfaktoren erhöhen das Risiko?
Alkohol,
Rauchen,
Adipositas,
Bewegungsmangel,
fettreiche Ernährung.
Welche gynäkologischen Erkrankungen erhöhen das Risiko?
Mastopathie Grad II und III.
Welche Faktoren wirken protektiv?
Stillen, körperliche Aktivität, Normalgewicht.
Wo entstehen Mammakarzinome am häufigsten?
Im oberen äußeren Quadranten der Brust (45–55 %).
Wohin metastasiert das Mammakarzinom zuerst lymphogen?
In die axillären Lymphknoten.
Was sind die häufigsten hämatogenen Metastasierungsorte?
Lunge,
Leber,
Knochen und
Gehirn.
Wie präsentiert sich ein Mammakarzinom typischerweise bei der Palpation?
Als derber, unverschieblicher Knoten.
Welche Hautveränderung entsteht durch ein Lymphödem der Brust?
Orangenhautphänomen (Peau d’orange).
Was versteht man unter dem Jackson-Phänomen?
Zunahme einer Hauteinziehung beim Verschieben der Haut oder Heben des Arms.
Welche Mamillenveränderungen können auf ein Mammakarzinom hinweisen?
Retraktion, serös-blutige Sekretion, ekzematöse Veränderungen.
Welche Lymphknoten können vergrößert sein?
Axilläre, supra- und infraklavikuläre Lymphknoten.
Was ist ein inflammatorisches Mammakarzinom?
Eine Lymphangiosis carcinomatosa der Haut der Brust.
Welche Symptome sprechen für ein inflammatorisches Mammakarzinom?
Rötung,
Schwellung,
Überwärmung,
Orangenhaut.
Welche wichtige Differenzialdiagnose besteht?
Mastitis nonpuerperalis.
Was ist die primäre bildgebende Diagnostik bei Verdacht auf Mammakarzinom?
Kombination aus Mammografie und Mammasonografie.
Welche Untersuchung ist bei dichtem Drüsengewebe besonders wichtig?
Mammasonografie.
Wann ist die Sonografie die Methode der Wahl?
Vor dem 40. Lebensjahr sowie in Schwangerschaft und Stillzeit.
Wie wird die Diagnose gesichert?
Durch histologische Untersuchung einer Biopsie.
Was ist das Standardverfahren der Biopsie?
Sonografisch gesteuerte Stanzbiopsie.
Wovon hängt die Therapie des Mammakarzinoms ab?
Von Tumorbiologie,
Stadium,
Allgemeinzustand und
Patientenwunsch.
Wann wird eine neoadjuvante Therapie durchgeführt?
Bei aggressiver Tumorbiologie,
inflammatorischem Karzinom oder
primär inoperablen Tumoren.
Welche Chemotherapeutika werden neoadjuvant typischerweise eingesetzt?
Anthrazykline und Taxane.
Welche Therapie ist Standard bei lokalisiertem invasivem Mammakarzinom?
Brusterhaltende Therapie (BET) mit Sentinel-Lymphknoten-Biopsie und anschließender Bestrahlung.
Was bedeutet BET?
Brusterhaltende Therapie.
Wann ist eine BET nicht möglich?
Bei inflammatorischem Karzinom,
multizentrischem Wachstum,
Muskel-/Hautinfiltration oder
ungünstigem Größenverhältnis.
Was ist eine modifiziert radikale Mastektomie?
Entfernung der Brustdrüse unter Erhalt von Pektoralmuskeln, Gefäßen und Nerven.
Was ist der Sentinel-Lymphknoten?
Der erste Lymphknoten im Lymphabflussgebiet des Tumors.
Warum wird der Sentinel-Lymphknoten untersucht?
Zum Nachweis einer lymphogenen Metastasierung.
Warum erfolgt nach BET eine Bestrahlung?
Zur Senkung des Lokalrezidivrisikos.
Wann ist eine endokrine Therapie indiziert?
Bei ER- und/oder PR-positiven Tumoren.
Welcher Wirkstoff wird prämenopausal häufig eingesetzt?
Tamoxifen
Welche Medikamente werden postmenopausal bevorzugt?
Aromatasehemmer (z.B. Anastrozol, Letrozol, Exemestan).
Ist ein metastasiertes Mammakarzinom heilbar?
Nein, die Therapie ist palliativ.
Was sind die Hauptziele der palliativen Therapie?
Symptomkontrolle,
Lebensverlängerung und
Erhalt der Lebensqualität.
Wie hoch ist die allgemeine 5-Jahres-Überlebensrate?
Etwa 76 %.
Was ist der wichtigste einzelne Prognosefaktor?
Der axilläre Lymphknotenstatus.
Welche Faktoren verschlechtern die Prognose?
Lymphknotenbefall,
großes T-Stadium,
G3-Tumor,
HER2-Positivität,
hoher Ki-67,
negativer Hormonrezeptorstatus.
Ab welchem Alter erfolgt die jährliche Tastuntersuchung?
Ab dem 30. Lebensjahr.
Für welche Altersgruppe wird das Mammografie-Screening empfohlen?
Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle 2 Jahre.
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