Robin George Collingwood (1889-1943)
Robin George Collingwood zeigte in „Essay on Metaphysics“,
dass Wissenschaft und Philosophie auf nicht überprüfbaren, historisch bedingten Voraussetzungen beruhen, die Fragen und Methoden bestimmen.
Kurt Gödel (1906-1978)
Walach und Fahrenberg
Kurt Gödels Unvollständigkeitssätze zeigen, dass Wissenschaft auf unbewiesenen Annahmen beruht.
Walach und Fahrenberg fordern eine reflexive Wissenschaft, die ihre Grenzen erkennt, kritisieren die Reduktion des Bewusstseins auf neuronale Prozesse und plädieren für interdisziplinäre Erkenntnismethoden.
Ludwik Fleck (1896-1961)
Ludwik Fleck zeigte in „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ (1935),
dass Wissen ein sozialer Prozess ist, geprägt durch Denkkollektive mit gemeinsamen Denkstilen.
Wissenschaftliche Tatsachen entstehen erst durch kollektive Akzeptanz und unterliegen einer Kreisbewegung des Wissens, da bestehende Denksysteme abweichende Daten oft ignorieren.
Fortschritt erfordert nicht nur neue Daten, sondern auch einen Wandel des Denkstils.
Seine Ideen zu Paradigmenwechseln beeinflussten später Thomas Kuhn und prägten die Wissenschaftsphilosophie.
Thomas S. Kuhn (1922-1996)
Thomas Kuhn zeigte in The Structure of Scientific Revolutions (1962),
dass Wissenschaft nicht kumulativ, sondern durch Paradigmenwechsel geprägt ist.
Normalwissenschaft folgt festen Methoden, bis Anomalien das bestehende Paradigma infrage stellen.
Kann es die Anomalien nicht mehr integrieren, folgt eine wissenschaftliche Revolution mit neuen Grundannahmen.
Beispiele aus der Psychologie sind die kognitive Wende und der Wechsel zur Gestaltpsychologie.
Kuhns Theorie beeinflusste zahlreiche Disziplinen nachhaltig.
Jerome S. Bruner (1915-2016)
Jerome S. Bruner entwickelte das entdeckende Lernen und den Konstruktivismus, der Wissen als aktiv konstruierten Prozess betrachtet.
In „Acts of Meaning“ (1990) betonte er die Rolle von Kultur und Sprache für Denken und Wahrnehmung.
Seine Studie mit Postman (1949) zeigte, dass Erwartungen Wahrnehmung verzerren:
Manipulierte Spielkarten wurden je nach kognitivem Schema ignoriert, verfälscht oder als inkongruent erkannt.
Bruner identifizierte vier Reaktionsmuster (Dominanzreaktion, Kompromissreaktion, kognitive Krise, Anerkennung), was die Bedeutung von Erwartungen für Wahrnehmung, kognitive Verzerrungen und wissenschaftliche Paradigmen unterstreicht.
Leo Postman (1918-2004)
Leo Postman entwickelte die Interferenztheorie des Vergessens, wonach Vergessen durch Interferenzen zwischen Gedächtnisinhalten entsteht.
Mit Jerome Bruner erforschte er Wahrnehmungsinkongruenzen und zeigte, dass widersprüchliche Informationen oft ignoriert oder angepasst werden.
Seine Arbeiten zur kognitiven Dissonanz erklärten, warum Menschen inkongruente Daten ausblenden oder verändern.
Ihre Forschung betonte die Rolle von Erwartungen und Vorerfahrungen, was auch den Widerstand gegen neue wissenschaftliche Erkenntnisse erklärt.
Zuletzt geändertvor 9 Tagen