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2/3 Wissenschaftshistorischer Einfluss auf die psych. Methodik

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von Anna-Selina R.

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716)

  • Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelte die Monadenlehre, in der Monaden als einfache, unteilbare, geistige Substanzen beschrieben werden.

    • Jede Monade ist einzigartig, „fensterlos“ und spiegelt das Universum wider, ohne direkt mit anderen Monaden zu interagieren.

    • Ihre Entwicklung folgt inneren Prinzipien, die durch Gottes Vorsehung festgelegt wurden, und sie existieren in perfekter Harmonie, was Leibniz als prästabilierte Harmonie bezeichnete.

      • Diese Harmonie löst auch das Leib-Seele-Problem: Leib und Seele interagieren nicht direkt, sondern sind von Gott synchronisiert.

  • Leibniz unterscheidet zwischen notwendigen Wahrheiten, die in allen möglichen Welten gelten, und kontingenten Wahrheiten, die zwar real, aber veränderbar sind.

    • Damit verbindet er göttliche Vorsehung mit menschlicher Willensfreiheit: Der Mensch handelt freiwillig gemäß innerer Prinzipien, ist aber Teil des göttlichen Plans.

  • Im Gegensatz zu Locke lehnte Leibniz die Idee der tabula rasa ab und argumentierte, dass der Verstand über angeborene intellektuelle Prinzipien verfügt.

    • Er ergänzte Lockes Empirismus-Aussage „Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war“ um „außer der Verstand selbst“.

    • Begriffe wie Einheit oder Substanz existieren bereits im Verstand und werden durch Reflexion erkannt.

    • Der Verstand ist aktiv und strukturiert Erfahrungen, anstatt sie nur passiv aufzunehmen, wodurch er Wissen ermöglicht, das über bloße Sinneserfahrung hinausgeht.


Immanuel Kant (1724-1804)

  • Immanuel Kant verband Rationalismus und Empirismus, indem er erklärte, wie Verstand und Erfahrung gemeinsam Erkenntnis ermöglichen.

  • Er unterschied zwischen a priori-Wissen (unabhängig von Erfahrung, z. B. Raum und Zeit) und a posteriori-Wissen (aus Erfahrung gewonnen).

  • Raum und Zeit sowie Kategorien wie Kausalität sind für Kant keine objektiven Eigenschaften der Welt, sondern notwendige Formen der Anschauung und des Denkens, die unsere Wahrnehmung strukturieren.

    • Wir erkennen die Welt daher nicht „an sich“, sondern nur, wie sie durch unsere kognitiven Strukturen vermittelt wird.

    • Erkenntnis entsteht aus der Wechselwirkung von Sinneseindrücken und den Verstandeskategorien.

  • In der Ethik entwickelte Kant den kategorischen Imperativ:

    • Eine Handlung ist moralisch, wenn sie nach einer Maxime erfolgt, die universell als Gesetz gelten könnte.

    • Moralisches Handeln entspringt der Autonomie des Willens, wobei der Mensch aus Vernunft und Pflicht handelt, unabhängig von Neigungen oder äußeren Zwängen.

    • Für Kant sind moralische Gesetze universell und objektiv, da sie auf der Vernunft basieren.

    • Er verknüpfte die moralische Vernunft mit drei Ideen:

      • 1) Freiheit des Willens als Voraussetzung für Verantwortung,

      • 2) Unsterblichkeit der Seele, um unendliche moralische Entwicklung zu ermöglichen, und

      • 3) die Existenz Gottes, um die Verwirklichung einer moralischen Weltordnung zu garantieren.

  • Kants „Anthropologie in pragmatischer Hinsicht“ gilt als frühes Werk der empirischen Psychologie.

    • Er behandelte Themen wie Sinneswahrnehmung, Motivation und Denken und betonte die Bedeutung empirischer Methoden, kritisierte jedoch spekulative Konzepte der Seele.

    • Er wies auf die Grenzen der Introspektion hin, da die Selbstbeobachtung innere Zustände verfälschen kann.

    • Dennoch erkannte Kant die Bedeutung von Reflexion und empirischen Ansätzen zur Erforschung der menschlichen Natur.

  • Seine Ideen beeinflussten auch die Psychologie, insbesondere durch seine Betonung der Unabhängigkeit moralischen Handelns von äußeren Einflüssen.

    • Der kategorische Imperativ legt nahe, dass Menschen ein angeborenes moralisches Bewusstsein besitzen, das an Autonomie und Vernunft gebunden ist.

    • Diese Ansätze finden Parallelen in modernen Theorien der intrinsischen und extrinsischen Motivation, etwa in der Selbstbestimmungstheorie, die individuelle Freiheit und Verantwortung betont.

    • Kants Überlegungen werfen zudem Fragen auf, ob Gut und Böse objektive Kategorien sind oder von persönlicher Erkenntnis und moralischer Entwicklung abhängen, wie es kognitive Psychologen oder östliche Traditionen annehmen, die Mitgefühl und Unterscheidungsfähigkeit als kultivierbare Eigenschaften betrachten.


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Anna-Selina R.

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