Wilhelm McDougall (1871-1938)
McDougall forderte, das Verhalten statt nur das Bewusstsein zu untersuchen, und entwickelte die „Instinkttheorie“, die angeborene Instinkte, innere Motivation und zielgerichteten Willen betont.
Zudem führte er erstmals den Begriff „behavior“ ein. Damit unterschied er sich von den Behavioristen, die den Fokus auf äußere Lernprozesse legten.
Max Friedrich Meyer (1873-1967)
Meyer vertrat die Ansicht, dass psychische Phänomene vollständig durch Reiz-Reaktionsbeziehungen erklärbar sind.
Er sah das Nervensystem als Hauptquelle für Gewohnheiten, da es Reize mit Reaktionen verbindet.
Zing-Yan Kuo (1898-1970)
Kuo betrachtete Verhalten als Ergebnis äußerer Kräfte und den Organismus als passive Maschine, die auf Umweltreize reagiert.
Er lehnte „trial and error“ ab und sah Lernen als passive Reaktion auf Umweltfaktoren, nicht als aktive Anstrengung.
Iwan Petrowitsch Pawlow (1849-1936)
Pawlow entwickelte die Theorie des klassischen Konditionierens,
bei der ein neutraler Reiz (CS) durch Assoziation mit einem unbedingten Reiz (UCS) eine konditionierte Reaktion (CR) hervorruft.
In seinem Experiment reagierten Hunde auf einen Glockenton (CS) mit Speichelfluss (CR), nachdem dieser mit Futter (UCS) gekoppelt wurde.
Für eine erfolgreiche Konditionierung muss der CS dem UCS vorausgehen, und die Reaktion kann bei wiederholter Trennung der Reize wieder verschwinden.
Pawlow zeigte zudem, dass ähnliche Reize eine konditionierte Reaktion auslösen können und widersprüchliche Reize Verwirrung oder Stress hervorrufen.
Edward Lee Thorndike (1874-1949)
Thorndike entwickelte das instrumentelle Konditionieren und das „Lernen durch Versuch und Irrtum“.
Verhalten wird durch Konsequenzen geprägt: Positive verstärken, negative verringern es.
Er formulierte das Gesetz der Übung und das Gesetz der Wirkung.
In Puzzle-Box-Experimenten zeigte er, dass Tiere durch zufällige Entdeckungen erfolgreiches Verhalten lernen und mit Übung gezielter agieren.
Lernen erfolgte dabei nicht durch Einsicht, sondern durch Versuch und Irrtum, was er anhand einer „zeitlichen Kurve“ des Lernfortschritts belegte.
John B. Watson (1878-1958)
John B. Watson, Begründer des klassischen Behaviorismus, forderte eine objektive, experimentelle Psychologie, die sich auf messbare Daten konzentriert und innere Prozesse ignoriert.
Er lehnte Introspektion ab und übernahm Methoden der Physik und Biologie zur Verhaltensanalyse.
Watson betonte, dass menschliches und tierisches Verhalten keine grundsätzlichen Unterschiede aufweist und Erkenntnisse aus Tierexperimenten übertragbar sind.
Er vertrat eine umweltbezogene Sicht (Environmentalismus) und glaubte, dass Menschen durch Erziehung und Umwelteinflüsse geformt werden können.
Der Behaviorismus zielt darauf ab, Verhalten durch Reiz-Reaktions-Beziehungen zu erklären, Gewohnheiten als wiederholte Verknüpfungen zu sehen und Verhalten in messbare Einheiten zu zerlegen.
Emotionen und Intelligenz sollten durch beobachtbares Verhalten operationalisiert werden, um Verhalten präzise vorherzusagen und soziale Strukturen zu beeinflussen.
Edward Chase Tolman (1886-1959)
Edward Chase Tolman erweiterte den Behaviorismus um kognitive Elemente und führte das Konzept des „purpose behavior“ ein, wonach Verhalten zielgerichtet und durch Ziele sowie Erwartungen beeinflusst wird.
Er prägte den Begriff der intervenierenden Variablen, die zwischen Reiz und Verhalten vermitteln, wie Demands (Bedürfnisse), Goal-Objects (Zielobjekte), Expectations (Erwartungen) und Incentive Motivation (Motivationsreize).
Er betrachtete zudem Verhalten als „molar behavior“.
Tolman betrachtete Verhalten ganzheitlich und entwickelte das Konzept der kognitiven Landkarten, die zeigen, dass Lernen durch innere Repräsentationen statt durch reine Reiz-Reaktions-Verknüpfungen erfolgt.
Er unterschied zwischen acquisition (Lernen) und performance (Ausführung) und zeigte, dass Lernen auch ohne Verstärkung stattfinden kann, während Verstärkung die Motivation beeinflusst, das Gelernte zu zeigen.
Clark Leonard Hull (1884-1952)
Clark Leonard Hulls Neobehaviorismus betrachtete Lernen als systematischen Prozess, beeinflusst durch hypothetische Konstrukte wie intervenierende Variablen.
Er entwickelte ein mathematisches Modell: E=H×D×V×K,
wobei E das Reaktionspotenzial, H die Gewohnheitsstärke, D die Triebstärke, V die Stimulusintensität und K den Anreizwert beschreibt.
Hull führte Konzepte wie Reactive Inhibition (Hemmung durch Ermüdung) und Conditioned Inhibition (Hemmung durch Belohnungsausfall) ein.
Er sah Verstärkung als notwendig, aber nicht ausreichend, und erklärte Lernen durch die Wechselwirkung organismischer und umweltbedingter Variablen.
Höhere psychologische Prinzipien leiten sich für ihn aus objektiven Grundlagen ab.
Edward Ray Guthrie (1886-1959)
Guthries „One-Trial Learning“-Theorie besagt, dass Lernen bereits nach einer einzigen Verbindung von Reiz und Reaktion stattfindet.
Zentral ist das Kontinguitätsprinzip, wonach Lernen allein durch zeitliche Nähe erfolgt, ohne dass Verstärkung nötig ist.
Guthrie sah Extinktion als Neulernen, bei dem auf einen bekannten Reiz eine neue Reaktion erfolgt, und lehnte intervenierende Variablen ab, favorisierte jedoch einfache Wahrscheinlichkeitsaussagen.
Burrhus Frederick Skinner (1904-1990)
B. F. Skinner prägte den radikalen Behaviorismus und die operante Konditionierung, bei der Verhalten durch Konsequenzen verstärkt oder abgeschwächt wird.
Er betrachtete innere Zustände wie Gedanken und Gefühle als Verhalten, das von Umweltfaktoren beeinflusst wird, und lehnte die Idee des freien Willens ab.
Verhaltenstherapie und pädagogische Programme setzen auf Verstärkung, um Verhalten zu formen.
Skinners Werk „Walden Two“ beschreibt eine behavioristische Utopie, in der Verhalten wissenschaftlich optimiert wird.
Kritiker bemängeln jedoch Manipulation, Vernachlässigung individueller Unterschiede und elitäre Strukturen.
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