Wieso müssen wir lernen?
Lernen ermöglicht uns die Anpassungan unterschiedliche Umwelten.
Bsp. Spracherwerb
Arten von Lernprozessen
Grobe Einteilung
Frühe Formen des Lernens
Habituationslernen
Lernen durch klassische Konditionierung
Lernen durch Verstärkung (operante Konditionierung)
Lernen durch Beobachtung (Modelllernen)
Lernen als Informationsverarbeitung
Abnahme der Reaktion auf einen wiederholt dargebotenen Reiz
1. Säugling baut eine Gedächtnisrepräsentation des Reizes auf.
2. In Folge davon ist der Reiz ist bekannt und „langweilig“.
Klassische Konditionierung
Ein ursprünglich neutraler Reiz (Streicheln) wird mit einem natürlichen Reiz (Muttermilch), der eine Reflexreaktion (Saugen) auslöst, assoziiert.
In der Folge löst der konditionierte Reiz (ehemals neutraler Reiz) ebenfalls die konditionierte Reaktion (Reflexreaktion) aus.
Klassische Konditionierung ist bereits bei Neugeborenen nachweisbar.
Operante Konditionierung
Lernen durch Verstärkung
Verhaltensweisen, die positive bzw. negative Konsequenzen haben, werden häufiger bzw. seltener gezeigt.
Lernen gelingt nur, wenn Verstärkung in zeitlicher und räumlicher Nähe des Verhaltens erfolgt.
Verhalten — Kontigenz —> Konzequenz
Kontingenz: Verknüpfung von Reaktionen mit Konsequenz
Bereits 3 Wochen alte Säuglinge lernen Kontingenzen zwischen ihrem Verhalten und den Konsequenzen. (seitliche Kopfdrehung – Zuckerlösung)
Verstärkungspläne
kontinuierliche Verstärkung
jede erwünschte Reaktion wird verstärkt
neues Verhalten wird schnell aufgebaut
geringe Löschungsresistenz bei Ausbleiben der V.
intermittierende Verstärkung (partielle V.)
es wird nur gelegentlich verstärkt
neues Verhalten wird langsamer aufgebaut
Löschungswiderstand sehr viel höher
Modell-/Beobachtungslernen
Lernen durch Beobachtung anderer Individuen, wodurch deren wahrgenommene Verhaltensweisen teilweise ins eigene Verhaltensrepertoire aufgenommen werden oder das eigene Verhalten modifiziert wird.
Kinder imitieren spätestens mit 12 Monaten neuartige Handlungssequenzen, die sie zuvor beobachtet haben.
(Es ist nicht erforderlich, dass der Beobachter die nachzuahmende Reaktion während der Zeit seiner Beobachtung selbst ausführt, er muss sie nur im Gedächtnis behalten.
Das als Modell dienende andere Individuum braucht nicht einmal anwesend zu sein, sondern kann auch über ein Medium (z.B. Buch, Film) vermittelt werden.)
Experiment
Experiment: 4-jährige Kinder beobachten eine erwachsene Person, die gegenüber einer Puppe (Bobo Doll) aggressives Verhalten zeigt.
Ergebnis: Kinder imitieren Verhaltensweisen.
Bandura et al. 1961
Lernen durch Beobachtung
Eigenschaften eines wirksamen Modells
Nicht in vorlesung besprochen
Nach Bandura werden Modelle eher nachgeahmt, wenn sie:
sympathisch wirken,
kompetent erscheinen,
erfolgreich sind,
Macht oder Ansehen besitzen,
dem Kind ähnlich sind,
eine positive Beziehung zum Kind haben.
Kognitive Lerntheorien
Informationsverarbeitungsansatz
Kognitive Lerntheorien konzentrieren sich auf die inneren Prozesse des Lernens, insbesondere auf die Art und Weise, wie Informationen aufgenommen, verarbeitet, gespeichert und angewendet werden.
Lernen alsInformationsverarbeitung
Strategien zur Förderung der kognitiven Prozesse der Informationsverarbeitung:
Strategien:
Reduzieren
Organisieren von Informationen
Elaborative Techniken
Wiederholen und Üben
Rahmenmodell der individuellen Voraussetzungen erfolgreichen Lernens von Hasselhorn und Gold (2006)
Das Rahmenmodell der individuellen Voraussetzungen erfolgreichen Lernens, oft als INVO-Modell bezeichnet, integriert kognitive, motivationale und volitionale Faktoren, die bestimmen, wie gut jemand lernt:
Kognitive Voraussetzungen:
Vorwissen: Neue Informationen werden mit vorhandenem Wissen verknüpft
Aufmerksamkeit & Arbeitsgedächtnis: Fähigkeit, Reize zu selektieren und Informationen kurzfristig zu verarbeiten.
Strategien & Metakognition: Wissen um Lernstrategien und die Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu planen, zu überwachen und zu steuern.
Motivationale & volitionale Voraussetzungen:
Motivation & Selbstkonzept: Intrinsische Motivation, Ziele setzen und das eigene Selbstbild als lernfähige Person.
Volition & lernbegleitende Emotionen: Willenskraft, Lernhandlungen durchzuhalten, und Emotionen (z.B. Freude, Frustration), die den Lernprozess begleiten.
Das Modell verdeutlicht, dass erfolgreiches Lernen ein komplexes Zusammenspiel verschiedener innerpsychischer Faktoren ist; Störungen oder Schwächen in einem Bereich können sich auf die anderen auswirken und den Lernerfolg beeinträchtigen.
Epigenetik
… umschreibt die genetische Regulation, d.h., wann und in welchem Ausmaß welche Gene durch unser Verhalten, unsere Entscheidungen und Umwelteinflüsse ein- und ausgeschaltet werden.
➡ Eigenschaften eines Organismus werden nicht durch das bei der Geburt vererbte Genmaterial unveränderbar bestimmt.
➡ Epigenetische Mechanismen erhöhen die Flexibilität des immer gleichen Erbguts.
Wenn wir durch unsere Entscheidungen unser Verhalten und damit die Aktivität von Genen steuern können, tragen wir auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung im Kontext unseres Lebenslaufes.
Hinweise aus der Epigenetik
Lernen durch Beobachtung/Modelllernen
Bedingungen für die Nachahmung eines Modells:
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