Johann Caspar Spurzheim (1776-1832)
Spurzheim prägte 1818 den Begriff Phrenologie und entwickelte Galls Theorie weiter, indem er geistige Fähigkeiten in intellektuelle und affektive Grundfakultäten unterteilte.
Ernst Kretschmer (1888-1964)
Ernst Kretschmer entwickelte in den 1920er Jahren die Konstitutionstypologie, die Körperformen mit psychischen Erkrankungen verknüpfte:
pyknisch (manisch-depressiv),
leptosom (schizophren) und
athletisch (epileptisch).
Seine Theorie wird heute kaum unterstützt, da keine belastbaren Beweise vorliegen; die Forschung konzentriert sich auf genetische, neurobiologische und psychologische Faktoren.
Adolph Quetelet (1796-1874)
Adolph Quetelet prägte den Begriff „Durchschnittsmensch“ und bestimmte durchschnittliche körperliche und geistige Fähigkeiten einer Bevölkerung.
Abweichungen vom Durchschnitt sah er als Hinweise auf individuelle Unterschiede.
Francis Galton (1822-1911)
Francis Galton war ein britischer Naturforscher, Anthropologe und Statistiker, der als Pionier der Differentiellen Psychologie gilt.
Er entwickelte zentrale statistische Konzepte wie die Korrelation und die Regression zur Mitte sowie erste psychologische Tests zur Messung individueller Unterschiede.
In "Hereditary Genius" (1869) argumentierte er, dass Intelligenz erblich sei, was die Diskussion über genetische und Umwelteinflüsse prägte.
Er prägte den Begriff "Nature vs. Nurture" zur Beschreibung des Zusammenspiels von Erbe und Umwelt.
Mit "Inquiries into Human Faculty and Its Development" (1883) legte Galton den Grundstein für die Differentielle Psychologie.
Er führte Tests zur sensorischen und motorischen Leistungsfähigkeit durch und entwickelte den Korrelationskoeffizienten (1888), der später von Karl Pearson weiterentwickelt wurde.
In seinem Anthropometric Laboratory testete er Tausende Personen, wobei er fälschlich die Sinneswahrnehmung als Basis von Intelligenz ansah.
Galton war ein Befürworter der Eugenik, die er als positiv-soziale Maßnahme verstand, was jedoch heute kritisch betrachtet wird, insbesondere im Hinblick auf deren spätere missbräuchliche Anwendung.
Trotz dieser umstrittenen Ansichten hatte Galton einen nachhaltigen Einfluss auf Psychologie und Statistik.
William Stern (1871-1938)
William Stern etablierte die Differenzielle Psychologie, prägte den Begriff Intelligenzquotient (IQ) und betrachtete den Menschen als dynamische Einheit (Konvergenzprinzip).
Er untersuchte individuelle Unterschiede, Urteilstypen (objektiv vs. subjektiv) und erklärte Verhalten als Interaktion von Anlage und Umwelt.
Stern kritisierte Intelligenztests wegen potenzieller Verzerrungen durch soziale und kulturelle Einflüsse.
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