Alfred Binet, Theodore Simon, William Stern, Lewis Terman
Alfred Binet und Théodore Simon entwickelten 1905 den Binet-Simon-Test, um das Intelligenzalter (IA) von Schulkindern zu ermitteln.
William Stern führte den Intelligenzquotienten (IQ) ein.
Lewis Terman standardisierte 1916 den Stanford-Binet-Test und untersuchte IQ-Werte sowie hochbegabte Kinder.
Binet warnte, dass Intelligenztests nur Momentaufnahmen seien und von Faktoren wie Motivation, Kultur und Training beeinflusst würden, weshalb regelmäßige Neustandardisierungen notwendig sind.
David Wechsler (1896-1981)
David Wechsler entwickelte die Wechsler-Intelligenztests (WAIS, WISC) und führte den Abweichungs-IQ ein, der Intelligenz als Abweichung vom Mittelwert (100, Standardabweichung 15) definiert.
Dieser Ansatz ermöglichte eine direkte Vergleichbarkeit individueller Intelligenzwerte mit der allgemeinen Bevölkerung.
Er beschrieb Intelligenz als die Fähigkeit, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und effektiv mit der Umgebung umzugehen.
Charles Spearman (1863-1945)
Charles Spearman entwickelte die Zwei-Faktor-Theorie der Intelligenz.
Der g-Faktor (allgemeiner Intelligenzfaktor) erklärt positive Korrelationen zwischen kognitiven Aufgaben, während s-Faktoren spezifische Aufgaben beeinflussen.
Spearman zeigte, dass der g-Faktor maßgeblich für den Zusammenhang mentaler Leistungen verantwortlich ist.
Raymond B. Cattell (1905-1998)
Cattell entwickelte die Konzepte der fluiden Intelligenz (Problemlösung ohne Vorwissen, altersabhängig) und kristallinen Intelligenz (erlerntes Wissen).
Er schuf kulturfaire Tests zur Messung der fluiden Intelligenz.
Beide Intelligenzformen sind miteinander verbunden (Korrelation ~0.50), repräsentieren jedoch unterschiedliche Aspekte.
Adolf Otto Jäger (1920-2002)
Adolf Otto Jäger entwickelte das Berliner Intelligenzstrukturmodell (BIS), ein hierarchisches Modell, das Intelligenz als Zusammenspiel von Operationen (kognitive Prozesse wie Gedächtnis) und Inhalten (z. B. verbale oder numerische Informationen) beschreibt.
Der g-Faktor steht im Zentrum und beeinflusst alle kognitiven Operationen.
Das BIS integriert spezifische Fähigkeiten, darunter Kreativität, die als Fähigkeit zu originellen Problemlösungen gilt.
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