Was ist Willensfreiheit und guter Wille nach Kant?
💜 Willensfreiheit = Fähigkeit, nach Vernunft und moralischem Gesetz zu handeln (Autonomie; Mensch ist nicht nur von Neigungen & Trieben bestimmt)
💜 Guter Wille = Wille, der aus Pflicht das moralisch Richtige tut
💜 Nur weil der Mensch frei ist, kann er moralisch verantwortlich handeln.
Was meint Shoemaker über die Verantwortung (The Faces of Responsibility)?
Attributability (Zuschreibbarkeit: Ausdruck des Charakters)
Answerability (Rechenschaftspflichtig: Gründe angeben können)
Accountability (Verantwortlichkeit: Lob/Tadel verdienen)
Shoemakers These: drei unterschiedliche Formen, die nicht miteinander verwechselt werden sollten
Was meint Strawson zur ‘Freiheit und Übelnehmen’?
Strawson meint, dass unsere Praxis des Übelnehmens (resentment) zeigt, dass wir Menschen als verantwortlich ansehen
👉 Verantwortung beruht nicht primär auf metaphysischer Willensfreiheit, sondern auf unseren zwischenmenschlichen Reaktionen (z. B. Dankbarkeit, Empörung, Übelnehmen).
Ganz knapp: Weil wir anderen etwas übelnehmen können, behandeln wir sie als moralisch verantwortlich – unabhängig davon, ob der Determinismus wahr ist.
Was ist negative und positive Verantwortung?
(und was bedeutet Prospektive und Retrospektive)
Negative Verantwortung = Verantwortung für etwas, das man getan oder verursacht hat. → Blick in die Vergangenheit (= retrospektive Verantwortung)
Positive Verantwortung = Verantwortung für etwas, das man tun soll oder worum man sich kümmern muss. → Blick in die Zukunft (= prospektive Verantwortung)
Was ist das Non-Identity-Problem?
Non-Identity-Problem = Handlungen, die beeinflussen, welche Personen überhaupt existieren werden.
Beispiel: Eine Gesellschaft trifft heute eine umweltschädliche Entscheidung. In 200 Jahren leben dadurch andere Menschen, als bei einer umweltfreundlichen Entscheidung gelebt hätten. Die zukünftigen Menschen leiden zwar unter den Folgen, würden aber ohne diese Entscheidung gar nicht existieren.
👉 Das Problem: Kann man sagen, dass diese Menschen geschädigt wurden, wenn die Alternative für sie nicht ein besseres Leben, sondern Nichtexistenz gewesen wäre?
Kurz: Das Non-Identity-Problem fragt, wie Handlungen moralisch falsch sein können, wenn sie zwar zukünftige Menschen benachteiligen, diese Menschen aber nur wegen genau dieser Handlungen überhaupt existieren.
Zuletzt geändertvor 15 Tagen