Nennen Sie die wesentlichen Bestandteile eines Zuchtprogrammes und erläutern Sie diese.
Zuchtziel
Legt fest welche Merkmale verbessert werden sollen
Zuchtbuch
Systematische Erfassung aller Zuchttiere einer Polulation
Leistungsprüfung
Erfassung der phänotypischen Leistungen der Tiere
Zuchtwertschätzung
Schätzung der genetischen Veranlagerung eines Tieres anhand der Leistungsdaten und Abstammung
Selektion
Auswahl der Tiere mit den besten Zcuhtwerten
Paarung
Gezielete Kombination ausgewählter Elterntiere
Zuchtfortschritt
Ergebnis des gesamten Zuchtprogramms
Welche Organisationen sind beteiligt?
Züchter/ Tierhalter
Züchtervereinigungen/ Zuchtverbände
Landeskontrollverbände (LKV)
vit Verden
Besamungsstationen/ Zuchtunternehmen
• In welche Gruppen können die Merkmale eines Zuchtzieles sortiert werden? Was sind die typischen Eigenschaften der Merkmale?
Leistungs und Produktionsmerkmale
Typische EIgenschaften:
Erhöhung direkt die Erlöse
Besitzen mittlere bis hohe Heritabilität
sind meist gut Messbar
Beispiele:
Anzahl abgesetzter Ferkel
Futteraufwand
Fett Kg
usw.
Funktionale Merkmale und Fitnessmerkmale
Typische Eigenschaften:
Senken häufig die Kosten
Besitzen meist eine niedrige Heritabilität
Beeinflussen Gesundheut, Langlebigkeit und Nutzbarkeit der Tiere
Beispiele
Fruchtbarkeit
Mütterlichkeit
Vitalität
Was verstehen Sie unter der Selektionswürdigkeit von Merkmalen?
Alle Selektionwürdigen Merkmale sollten:
erfassbar sein
eine ausreichende Heritabilität beseitzen
genügend Varianz aufweisen
ökonomisch relevant sein
Aus welchen Komponenten besteht ein Selektionsindex und ein Zuchtziel?
1. Aus welchen Komponenten besteht ein Selektionsindex?
I= b1x1 + b2x2 +…+ bnxn
bi= Indexgewicht
berückscihtigt:
wirtschaftliches Gewicht
Heritabilität
xᵢ = phänotypische Leistungsabweichung des jeweiligen Merkmals.
2. Aus welchen Komponenten besteht ein Zuchtziel?
Ein Zuchtziel besteht aus der Gewichtung aller Einzelmerkmale im Gesamtzuchtziel.
Dabei werden folgende Komponenten berücksichtigt:
Leistungs- und Produktionsmerkmale,
funktionale und Fitnessmerkmale,
wirtschaftliche Bedeutung der Merkmale,
Heritabilität,
genetische Korrelationen zwischen den Merkmalen.
Nennen Sie verschiedene Formen und die Bestandteile eines Zuchtbuches.
Ein Zuchtbuch dient der systematischen Erfassung aller Zuchttiere einer Population. Es enthält die Abstammung, eine individuelle Zuchtbuchnummer und eine dauerhafte Kennzeichnung. Eine Form ist das geschlossene Zuchtbuch, in das nur Tiere mit zuchtbuchgeführten Eltern aufgenommen werden.
Was verstehen Sie unter einer Leistungsprüfung und wozu dient sie?
Die Leistungsprüfung ist die Erfassung phänotypischer Leistungen wertbestimmender Merkmale von Zucht- und Produktionstieren. Sie dient als Grundlage für die Zuchtwertschätzung, die Selektion und den Zuchtfortschritt sowie zur Schätzung genetischer Parameter und unterstützt das Herdenmanagement.
Nennen Sie Unterscheidungsmöglichkeiten verschiedener Formen der Leistungsprüfung.
Nach dem Prüfungsort:
Feldprüfung (im landwirtschaftlichen Betrieb)
Stationsprüfung (unter standardisierten Bedingungen auf einer Prüfstation)
Nach dem Prüftier:
Eigenleistungsprüfung
Nachkommenprüfung
Seitenverwandtenprüfung
Nach der Art der Merkmalserfassung:
Leistungsmerkmale
Exterieurmerkmale
Fruchtbarkeits- und Gesundheitsmerkmale
Warum kann man nicht ausschließlich nach Phänotypen selektieren
Der beobachtete Phänotyp setzt sich zusammen aus:
genetischem Anteil (Genotyp) und
Umwelteinflüssen (z. B. Fütterung, Haltung, Klima, Management).
Ein Tier mit einem guten Phänotyp muss daher nicht zwangsläufig einen hohen genetischen Zuchtwert besitzen.
Deshalb wird für die Selektion die Zuchtwertschätzung genutzt, um den genetischen Anteil möglichst genau zu bestimmen.
Was sind die Unterschiede zwischen Punkte-Index, Basis-Index und Selektionsindex?
Bewertung der Tiere mit Punkten für einzelne Merkmale.
Die Merkmale werden einfach addiert oder nach einem festen Punkteschema bewertet.
Relativ einfaches Verfahren, berücksichtigt genetische Zusammenhänge nur eingeschränkt.
Mehrere Merkmale werden zu einem gemeinsamen Index zusammengefasst.
Der Populationsdurchschnitt wird auf 100 Punkte festgelegt.
Werte über 100 bedeuten überdurchschnittliche, Werte unter 100 unterdurchschnittliche Leistung.
Dient vor allem dem Vergleich von Tieren.
Wissenschaftlich fundierter Index zur Auswahl der Zuchttiere.
Verknüpft mehrere Merkmale mit Indexgewichten.
Die Gewichtung berücksichtigt:
wirtschaftliche Bedeutung,
genetische Korrelationen,
Art und Umfang der verfügbaren Informationen.
Ziel ist die bestmögliche Annäherung an das Zuchtziel.
Was ist ein Zuchtwert?
Ein Zuchtwert ist ein Schätzwert für die genetische Veranlagung eines Tieres für ein oder mehrere Merkmale. Er gibt an, wie stark ein Tier seine genetischen Eigenschaften an seine Nachkommen weitergibt.
Der Zuchtwert wird aus verschiedenen Informationen geschätzt, z. B.:
Eigenleistung,
Leistungen der Verwandten,
Nachkommenleistungen,
Abstammung,
genomischen Informationen.
Der Zuchtwert dient als Grundlage für die Selektion der besten Zuchttiere.
Was verstehen Sie unter Selektion und was unter Selektionsintensität?
Die Selektionsintensität beschreibt, wie streng die Auswahl der Zuchttiere erfolgt. Sie hängt vom Anteil der Tiere ab, der zur Zucht ausgewählt wird:
Je weniger Tiere ausgewählt werden, desto höher ist die Selektionsintensität.
Eine höhere Selektionsintensität führt zu einem größeren Selektionserfolg.
Welche Biotechnologien, die bei Nutztieren angewendet werden, kennen Sie?
Zu den Biotechnologien in der Nutztierzucht gehören:
Künstliche Besamung (KB)
Weit verbreiteter Einsatz genetisch hochwertiger Vatertiere.
Spermakonservierung (Kryokonservierung)
Einfrieren und langfristige Lagerung von Sperma.
Spermienseparation (Sexing)
Trennung von X- und Y-Spermien zur gezielten Erzeugung weiblicher oder männlicher Nachkommen.
Embryotransfer (ET)
Übertragung von Embryonen genetisch wertvoller Tiere auf Empfängertiere.
In-vitro-Fertilisation (IVF)
Befruchtung von Eizellen außerhalb des Körpers mit anschließendem Embryotransfer.
Genomische Selektion / DNA-Analysen
Nutzung von DNA-Markern zur frühzeitigen Zuchtwertschätzung.
Wie kann der Selektionserfolg gesteigert werden?
Verlängerung der Nutzungsdauer
Spermientrennung (Sexing)
Erhöhung der Anzahl Nachkommen je Geburt (z. B. Schwein)
Verbesserung der Zuchtwertschätzverfahren
Mehr und genauere Informationen
Import von genetischem Material aus anderen Populationen
Verringerung des Alters der Elterntiere bei der Nachkommenzeugung
Früher Einsatz geprüfter Vererber
Auf welchen Wegen/Pfaden wird der Zuchtfortschritt in die nächste Generation übertragen?
Der Zuchtfortschritt wird über vier Selektionspfade an die nächste Generation weitergegeben:
Vater → Sohn (VS)
Vater → Tochter (VT)
Mutter → Sohn (MS)
Mutter → Tochter (MT)
Warum müssen Zuchtprogramme immer wieder angepasst werden
Zuchtprogramme müssen regelmäßig angepasst werden, weil sich die Anforderungen an die Tierzucht verändern.
Gründe sind:
Veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Markt- und Verbraucheranforderungen).
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Zuchtmethoden (z. B. genomische Selektion).
Veränderte Zuchtziele, z. B. stärkere Berücksichtigung von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Tierwohl.
Genetischer Fortschritt, der eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Zuchtprogramms erfordert.
Was kann softwarebasierte Zuchtplanung leisten?
Softwarebasierte Zuchtplanung unterstützt die Planung und Durchführung von Zuchtprogrammen.
Sie kann:
geeignete Anpaarungen berechnen,
Inzucht vermeiden bzw. minimieren,
den genetischen Zuchtfortschritt optimieren,
Zuchtwerte und Abstammungsdaten berücksichtigen,
verschiedene Anpaarungsvarianten simulieren und vergleichen,
die Erreichung des Zuchtziels unterstützen.
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