Bei Aristoteles werden Theorie und Praxis stärker getrennt als bei Platon.
Wahr / Falsch
Wahr
Die Praxis kann ihre Ziele ohne Theorie im engeren Sinn erreichen. Und Theorie im engeren Sinn verfolgt keine praktischen Ziele, anders als bei Platon —> das eine geht nicht ohne das andere
Aristoteles Dialoge gingen fast vollständig verloren. Wahr / Falsch?
Aristoteles: Das höchste Glück liegt im _______, nicht im ________ Leben.
theoretischem, praktischem
Wie trennt Aristoteles Theorie und Praxis?
Ein Hauptunterschied zu Platon ist die Trennung von Theorie (Wissen um seiner selbst willen) und Praxis (Handeln in der Welt).
Theorie strebt nach Erkenntnis, unabhängig von einem Nutzen.
Praxis zielt auf das gute Handeln ab. Interessanterweise ist für Aristoteles das höchste Glück am Ende doch in der „reinen Theorie“ zu finden, also im betrachtenden Denken
Warum wird das menschliche Glück (eudaimonia) als autark bezeichnet?
Die eudaimonia ist das höchste, schlechthin vollkommene Endziel (teleiotaton), weil sie immer nur um ihrer selbst willen und nie als Mittel für etwas anderes gewählt wird. Sie ist autark, weil sie das Leben für sich allein wählenswert und bedürfnislos macht; man kann zu ihr kein weiteres Gut mehr hinzufügen, um sie zu steigern
Welche Disziplinen gehören zur praktischen Philosophie?
Ethik und Politik.
Welche Disziplinen bilden die theoretische Philosophie?
Physik und Metaphysik.
Was ist das Ziel (telos) jeder Handlung laut Aristoteles?
Jede Handlung strebt nach einem Ziel, das man für gut (agathon) hält
Welche zwei Aspekte beinhaltet der Begriff eudaimonia?
Wohlergehen (eu zen) und gutes Handeln (eu prattein)
Welche drei Lebensformen konkurrieren um den Status des besten Lebens?
Das Lustleben, das politische Leben und das theoretische Leben
Was ist ein „instrumentelles Ziel“?
Ein Ziel, das nur als Mittel für ein höheres Ziel gewählt wird (z. B. eine Operation, um gesund zu werden)
Worin besteht das eigentliche ergon des Menschen?
In einer Tätigkeit der Seele gemäß der Vernunft (logos) bzw. im Sinne der Tugend (arete)
Wie werden ethische Tugenden erworben?
Nicht durch Natur, sondern durch Gewöhnung (ethos) und das wiederholte Ausführen tugendhafter Handlungen.
Wie lautet die Definition der „Mitte“ (mesotes)?
Es ist die gute Mitte zwischen zwei schlechten Extremen (Zuviel und Zuwenig)
Nenne zwei Beispiele für Tugenden und ihre jeweiligen Extreme.
Tapferkeit (Mitte zwischen Tollkühnheit und Feigheit) und Besonnenheit (Mitte zwischen Stumpfheit und Ausschweifung)
Welche drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Handlung wirklich „tugendhaft“ ist?
Der Handelnde muss wissend, aufgrund einer Entscheidung und mit einer festen Haltung handeln
Was ist der Unterschied zwischen Verteilungs- und Tauschgerechtigkeit?
Verteilungsgerechtigkeit teilt Güter nach „Würdigkeit“ zu; Tauschgerechtigkeit sorgt für den Ausgleich von Gütern desselben Wertes
In welchem Sinne ist die Gerechtigkeit die „ganze Tugend“?
Sofern sie alle ethischen Tugenden in Bezug auf die Mitmenschen ausübt
Welche Art der Proportionalität gehört zu welcher Gerechtigkeit?
Die Verteilungsgerechtigkeit erfordert geometrische, die Tauschgerechtigkeit arithmetische Proportionalität
Was ist die Aufgabe der Klugheit (phronesis)?
Sie ist die Fähigkeit, gut zu überlegen, was dem gesamten Leben nützt, und bestimmt den richtigen Weg zum Ziel
Warum gilt das theoretische Leben als das vollkommene Glück?
Weil es die Vernunft (nous) und die Weisheit (sophia) entfaltet, was als das „Göttliche in uns“ gilt
Welches Element im Menschen wird im theoretischen Leben entfaltet?
Die Vernunft (nous)
Warum ist das reine Denken die „lustvollste“ Tätigkeit?
Weil es sich auf das Beste bezieht, am andauerndsten ist und Wissen um seiner selbst willen verwirklicht.
Wann ist eine Charakterbildung erfolgreich abgeschlossen?
Wenn tugendhafte Handlungen als lustvoll oder zumindest schmerzfrei empfunden werden.
Wie ist die zeitliche Abfolge der Entstehung von Haus, Dorf und Staat?
Zuerst entsteht das Haus, dann aus mehreren Häusern das Dorf und schließlich aus mehreren Dörfern der Staat (polis)
Warum ist der Mensch „in höherem Grade“ politisch als Tiere?
Weil der Mensch als einziges Lebewesen über Sprache (logos) verfügt, während Tiere nur eine Stimme (phone) haben
Warum ist der Staat „der Natur nach früher“ als das Haus?
Weil erst der Staat die Grenze der vollendeten Autarkie erreicht, die für ein vollkommenes Leben notwendig ist.
Was können Menschen durch die Sprache (logos) mitteilen?
Das Nützliche und Schädliche sowie das Gerechte und Ungerechte
Welche Staatsformen gelten als „schlecht“ (Abweichungen)?
Tyrannis, Oligarchie und Demokratie. Dabei handelt es sich um die schlechten Formen von Monarchie, Aristokratie und (der insgesamt favorisierten) „Politie“
Die eudaimonia beinhaltet sowohl _________ (eu zen) als auch _________ (eu prattein)
Wohlergehen / gutes Handeln
Das höchste Glück liegt für Aristoteles letztlich in der _________ _________, also im _________ Leben
reinen Theorie / theoretischen
Die Tugend ist eine _________ (hexis), die sich in _________ Entscheidungen äußert
Haltung / tugendhaften
Die _________ Gerechtigkeit erfordert geometrische, die _________ Gerechtigkeit dagegen arithmetische Proportionalitä
Verteilungs- / Tausch-
Erläutere das sogenannte „Ergon-Argument“. Wie bestimmt Aristoteles daraus die Funktion des Menschen?
Um das Gut für den Menschen zu bestimmen, sucht Aristoteles nach der spezifisch menschlichen Funktion (ergon). Er grenzt den Menschen von Pflanzen (bloßes Wachstum) und Tieren (bloße Wahrnehmung) ab. Das ergon des Menschen ist demnach ein tätiges Leben des Seelenteils, der Vernunft (logos) besitzt. Das menschliche Glück besteht folglich in der Tätigkeit der Seele im Sinne der Tugend (kat’ areten), und zwar „in einem ganzen Leben“ (en bioi teleioi), da Beständigkeit entscheidend ist
Wie werden nach Aristoteles ethische Tugenden erworben und was besagt die Lehre von der „Mitte“ (mesotes)?
Ethische Tugenden sind nicht angeboren, sondern werden durch Gewöhnung (ethos) erworben: Man wird gerecht, indem man gerecht handelt. Tugendhaftes Handeln bedeutet, die gute Mitte (meson/mesotes) zwischen zwei schlechten Extremen (Zuviel und Zuwenig) zu treffen. Zum Beispiel liegt Tapferkeit zwischen Tollkühnheit und Feigheit. Diese Mitte ist eine „Mitte für uns“, die individuell und situationsabhängig durch die Vernunft bestimmt werden muss
Welche Rolle spielt die Klugheit (phronesis) im Verhältnis zu den Charaktertugenden?
Während die ethische Tugend das Ziel gut macht, bestimmt die Klugheit (phronesis) den Weg zum Ziel. Der Kluge vermag gut zu überlegen, was seinem ganzen Leben nützt. Tugenden können nicht ohne Klugheit vorkommen, da diese für die Anwendung der allgemeinen Tugendregeln auf den konkreten Einzelfall notwendig ist
Warum bezeichnet Aristoteles den Menschen als „politisches Lebewesen“ (zoon politikon)?
Der Mensch kann nur in der Gemeinschaft der Polis seine volle Autarkie und das „gute Leben“ erreichen. Im Gegensatz zu Tieren, die nur eine Stimme für Lust und Schmerz haben, besitzt der Mensch Sprache (logos). Diese dient dazu, sich über das Nützliche, Schädliche, Gerechte und Ungerechte mitzuteilen, was die Grundlage für das Haus und den Staat bildet.
Welche zwei Ganze Tugenden ragen heraus?
Gerechtigkeit und Klugheit
Gerechtigkeit: Sie ist die „ganze Tugend“, sofern sie sich auf andere Menschen bezieht. Aristoteles unterscheidet hier z. B. die Verteilungsgerechtigkeit (Wem steht was zu?) und die Tauschgerechtigkeit.
Klugheit (phronesis): Sie hilft uns, in konkreten Situationen den richtigen Weg zum Ziel zu finden. Ohne Klugheit nützt die beste moralische Einstellung nichts
zwischen welchen zwei Seelenteilen unterscheidet Aristoteles?
Die beiden Teile definieren sich über ihr Verhältnis zur Vernunft (logos):
Der Teil, der die Vernunft besitzt: Dieser Seelenteil „hat und denkt“ die Vernunft aktiv. Er ist für die rein intellektuelle Tätigkeit zuständig.
Der Teil, der der Vernunft gehorcht: Dieser Teil besitzt selbst keine Vernunft, ist aber in der Lage, auf die Vernunft zu hören und sich von ihr leiten zu lassen. Hierunter fallen die menschlichen Bestrebungen und Affekte.
Wie werden die menschlichen Tugenden eingeteilt?
Dem Teil, der die Vernunft besitzt, entsprechen die dianoetischen Tugenden (Verstandestugenden) wie Weisheit oder Klugheit.
Dem Teil, der der Vernunft gehorcht, entsprechen die ethischen Tugenden (Charaktertugenden) wie Tapferkeit oder Besonnenheit
Aristoteles betont vor allem die ____________________ zu seinem Lehrer Platon
Abweichungen
Theorie im engeren Sinne erfasst Wissen ____________________ und ist unabhängig von möglichem ____________________
um seiner selbst willen / Nutzen
Die praktische Philosophie ist eine ____________________ der Praxis, auch wenn sie auf gute Handlungen zielt
theoretische Betrachtung
Jede Handlung (praxis) strebt nach der Verwirklichung eines ____________________.
Ziels (telos)
Die Glückseligkeit ist ____________________, da sie das Leben für sich allein wählenswert und ____________________ macht
autark / bedürfnislos
Das gesuchte ergon des Menschen ist ein tätiges Leben des Seelenteils, der ____________________ besitzt
Vernunft (logos)
Ein Teil der Seele besitzt Vernunft so, dass er ihr ____________________, der andere so, dass er sie ____________________
gehorcht / hat und denkt
Das Gut für den Menschen ist eine Tätigkeit der Seele im Sinne der ____________________ (kat’ areten)
Gutheit bzw. Tugend
Ethische Tugenden werden nicht durch Natur, sondern durch ____________________ erworben
Gewöhnung
Tugend ist die gute ____________________ (meson) zwischen schlechten ____________________
Mitte / Extremen
Tugendhaftes Handeln muss ____________________, aufgrund von ____________________ und ____________________ erfolgen
wissend / Entscheidung / fest
Die allgemeine Gerechtigkeit ist die ____________________, sofern sie sich auf andere bezieht
ganze Tugend
Verteilungsgerechtigkeit erfordert ____________________ Proportionalität, Tauschgerechtigkeit hingegen ____________________
geometrische / arithmetische
Dem Teil, der Vernunft „hat und denkt“, entsprechen die ____________________ Tugenden
dianoetischen
Die ethische Tugend macht das ____________________ gut, die Klugheit den ____________________
Ziel, Weg zum Ziel
Der Staat ist zunächst um des ____________________ willen entstanden, besteht aber um des ____________________ willen
bloßen Lebens / vollkommenen Lebens
Der Mensch ist ein politisches Lebewesen, weil er als einziges ____________________ besitzt
Sprache (logos(
Während die Stimme Lust und Schmerz anzeigt, dient die Sprache dazu, das ____________________ und ____________________ mitzuteilen
Gerechte / Ungerechte (oder Nützliche / Schädliche)
eudaimonia ist kein Zufallsglück (tyche). Nur große und häufige Schicksalsschläge führen zu einer gewissen Trübung der eudaimonia
Zuletzt geändertvor 17 Tagen