Was wird unter Elementarisierung verstanden? ( Fundamental und Elementar)
Elementarisierung wird als eine Doppelbewegung zwischen den Schülern und Schülerinnen (fundamental) und den Unterrichtsinhalten (elementar) andererseits ausgespannt.
Elementar: Was am besonderen Beispiel oder Inhalt ein dahinter liegendes allgemeines Prinzip verdeutlich und erfahrbar macht
Fundamental sind Erfahrungen, in denen grundlegende Einsichten auf einprägsame und prägnante Weise gewonnen werden.
Was sind die 5 (6) Ebenen der Elementariserung nach Heinen
1. Elementare Strukturen
2. Elementare Erfahrungen
3. Elementare Zugänge
4. Elementare lebensleitende Grundannahmen
5. Elementare Vermittlung und Aneignungswege
6. Elementare Möglichkeiten
Was versteht man unter den Elementaren Zugängen?
·Wie können sich die Lernenden den Inhalt erschließen? Also: Welche Methoden, Materialien, Zugänge passen?
Aneignung:
- Kognition (Aufmerksamkeitsdauer, Konzentration, Gedächtnisleistungen
- Motorik der SuS wichtig vor allem im GENT-Bereich die Möglichkeiten in Motorik der SUS sehen (infantile zerebral Parese)
- Sprache (z.B Bedarf an Unterstützter Kommunikation)
- Emotionen und Sozialkompetenz (Regulation, Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, Soziale Fertigkeiten)
Lerngenstand soll für die jeweiligen Aneignungsmöglichkeiten zugänglich sein
Was versteht man unter Elementaren Erfahrungen?
· Einbettung des Lerngegenstandes in alltägliche Anwendungssituationen
· Nachvollziehbarer für den Lernenden, weckt Motivation und Neugierde
· Personalisierung und Kontextualisierung des Lerngegenstandes
· Gegenwartsbedeutung, Zukunftsbedeutung
Perspektive zu den Lernenden: Welche Erfahrungen bringen sie schon mit? Woran können sie anknüpfen? Persönliche Erfahrungen und Vorwissen
Was versteht man unter den Elemenatren Strukturen?
Hier geht’s um den Kern des Inhalts.
· Was ist das absolut Wesentliche, das übrig bleiben muss?
· Die innere Logik des Themas und seine Teilaspekte
Was versteht man unter den Elementare lebensleitende Grundannahmen?
· Welche tiefere Bedeutung für das Leben steckt, drin?
· gesellschaftlich-kulturelle Relevanz des Lerngegenstands
· Auswahlproblematik der Inhalte, lebensweltliche Situationen, nicht nur die Auswahl des Themas sondern auch die Auslegung auf das Dasein des Menschen
· Individuell und gesellschaftlich sozial relevant?
Was versteht man unter der Elementaren Vermittlung
Elementare Vermittlung und Aneignungswege
→ Wie eignen sich die Lernenden das aktiv an?
Hier liegt der Fokus darauf, wie Lernen tatsächlich passiert – individuell, handelnd, emotional.
Die Aspekte sind in der Praxis immer abhängig voneinander
Was versteht man unter den Elementaren Möglichkeiten?
In welchem Kontext ist Lernen möglich? Lernsituationen
ICF-Modell angewendet, welchen Kontext befindet sich die Person? Material, Platzbedarf, Unterstützung wie Schulbegeleitung,
Was versteht Klafki unter Materiale Bildung und Formale Bildung?
Materiale Bildung vs. Formale Bildung
Materiale Bildungstheorie:
- Objektiv, klassisch
- Bezugspunkt ist das Objekt oder der Lerngegenstand
- Gebildet ist wer möglichst viel Wissen enzyklopädisch angehäuft hat/ wer Klassische Bildungsinhalte versteht und gereift ist.
Formale Bildungstheorie:
- Funktional, methodisch
- Bezugspunkt ist das Subjekt
- Gebildet ist wer die inneren körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte tatsächlich entfalten, kann/ Gebildet ist wer das Lernen gelernt hat, Methoden beherrscht und instrumentelle Fähigkeiten aufgebaut hat.
Kategoriale Bildung verbindet beide Bildungstheorien
Objektbezogene materiale Theorie wird mit der subjektbezogenen formalen Seite dialektisch miteinander verschränkt/ verbunden.
Zwischen welchen Entwicklungsbereichen wird unterschieden?
Verschiedene Entwicklungsbereiche:
Kognition: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Flexibilität, Inhibition, Aneignung
Sprache/Kommunikation: fordern, kommentieren, protestieren, fragen, sich verständigen
Motorik: Grobmotorik, Feinmotorik, Mobilität
Emotionen/Regulation
soziale Entwicklung: Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, soziale Fertigkeiten
Man soll Lernangebote nicht nur über „Denken und Sprache“ planen. Gerade im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung braucht es oft verschiedene Zugänge: körperlich, sinnlich, emotional, sozial, kommunikativ, handelnd.
Wie wird Intellektuelle Behinderung definiert? ( Intellekt, Adaptive Konsequenzen)
intellektuelle Behinderung wird definiert als dauerhafte Einschränkung der intellektuellen Funktionen, die bereits im Kindesalter beginnt und mit Einschränkungen der adaptiven Kompetenzen einhergeht.
Intellektuelle Funktionen Zum Beispiel Denken, Problemlösen, Lernen, Verstehen, Erinnern.
Adaptive Kompetenzen Also die Fähigkeiten, die eine Person braucht, um Anforderungen im Alltag zu bewältigen.
Welche 6 Tätigekeitsstufen gibt es nach dem Entwicklungsmodell von Leontjev?
Tätigkeit
ungefährer Entwicklungsbezug
Bedeutung
perzeptive Tätigkeit
bis ca. 4 Monate
Wahrnehmen, Reflexe, erste Anpassung an Umwelt
manipulative Tätigkeit
bis ca. 1 Jahr
Gegenstände greifen, erkunden, bewegen
gegenständliche Tätigkeit
bis ca. 3 Jahre
Dinge funktionsgerecht gebrauchen, Zweck-Mittel-Bezüge erkennen
Spieltätigkeit
ca. 3–6 Jahre
symbolisches Spiel, soziale Regeln, Orientierung am Gegenüber
Lerntätigkeit
ca. 7–14 Jahre
organisiertes Lernen, Aufgaben erfüllen
Arbeitstätigkeit
Erwachsenenalter
zielgerichtetes Herstellen von Produkten
Zwischen welchen 4 Aneignungsmöglichkeiten wird unterschieden?
Basal perzeptiv: (perzeptiv)
Beispiel für Präsentationsmöglichkeiten:
Körpernnahe Wahrnehmung: Bewegungseffekte durch selbst Bewegen oder Erleben von Bewegt werden, vibratorische Effekte
Körperferne Wahrnehmung: durch Zusehen, Gegenstände bewegen, Leuchteffekte
- Über Sinne die Welt erkunden, im Hier und Jetzt
Konkret-gegenständlich: manipulativ & gegenständlich
Repräsentationsmodi: Enaktiv/handelnd nach Brunner
Strom an/ ausschalten, Effekte erleben
- Lernen durch Handeln
- Ursache-Wirkungserleben
- Reale Bezüge
- Tätige Auseinandersetzungen mit Dingen und Personen
Anschaulich: Spieltätigkeit
Repräsentationsmodi: Ikonisch/ bildhaft
z.B das zweidimensionale Modell eines Stromkreises zeigen und damit arbeiten
- Symbolverständnis
- vom eigenen Handeln ein Bild machen/ Vorstellungen nutzen, mit Modellen lernen können
- So tun als ob
Abstrakt-begrifflich: Lernen und Arbeit
Repräsentationsmodi: Symbolisch/ sprachlich
z.B Fachbegriffe kennen und übertragen können
- gedankliche Auseinandersetzung/ innere Sprache
- Verwendung abstrakter Zeichensystem
- unabhängig vom eigenen Tun
Handlungsfähigkeit
Welche vier Elemente besitzt das Handlungsplanungsmodell von Schulte-Peschel/Tödter?
Handlungsorientierung
• Problemorientierung
• Lebensweltbezug
Handlungsplanung
• Berücksichtigung von Handlungserfahrungen
• Vorgaben des Handlungsplans entsprechend der Form der
Aneignung
• Entlastung des Arbeitsspeichers
Handlungsdurchführung
• Fokussierung der Aufmerksamkeit
• Dosierung von personaler und materialer Assistenz
• Struktur des Arbeitsplatzes/Arbeitsmaterials
Handlungskontrolle
• Direkte Vergleichsmöglichkeiten
welche drei Typen unterschiedet die Handlungsplanung nach Galperin?
Orientierungsgrundlage:
Muster für weitere Handlungen
Hinweise für die adäquate Ausführung der Handlung
Formen:
Typ 1: unvollständig (Modellvorgabe)
Beobachten fremder Handlungen/ Muster und Ergebnis werden
Vorgegeben
Typ 2: vollständig (vorgegebener Handlungsplan)
Muster, Ergebnis und Hinweise zu allen Bedingungen (Merkmale/
Reihenfolgen, etc.) sowie zum Übertrag auf andere Handlungen werden
vorgestellt und übernommen
Typ 3: vollständig und selbst geschaffen
Anleitung und der planmäßigen Analyse von Aufgaben
Was wird unter dem Erweiterten Schreibbegriff verstanden?
Erweiterter Schreibbegriff
Hinterlassen graphischer Spuren jeder Art. Dies könnten gezeichnete oder gemalte Bilder, Folgen aus vorgefertigten Bild- und Wortelementen, buchstabenähnliche Zeichen
oder eben Schriftzeichen sein, da sie genutzt würden, um Bedeutungsgehalte zu
verschlüsseln (Günthner 2013, S. 137) und damit eine kommunikative Funktion erfüllten
Was wird unter dem Erweiterten Textbegriff verstanden?
Erweiterter Textbegriff
„Nicht das Verschriftlichen des Textes mit Buchstaben steht im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit dem Inhalt, der auf Erfahrungen und Erlebtem
beruht und in Beziehung zu dem aktuellen Schreibanlass gesetzt wird.“
Was versteht man unter dem Erweiterter Lesebegriff?
„Wahrnehmen, Deuten, Verstehen von konkreten, bildhaften, symbolhaften oder abstrakten Zeichen und Signalen“ (Hublow1985, 3)
Welche vier Bereiche verbidnet das Modell zum Schriftspracherwerb von Köb/Sauerborn?
Schriftproduktion
Textproduktion
Leseverstehen
Lesefertigkeit
- Bereich des Schreibens und die Bereiche des Leseverstehens und Lesefertigkeit
- Diese Dinge sind nicht hierarchisch geordnet, die vier Bereiche sollen für alle Lernenden zugänglich sein
- Literarische Erfahrungen auch Menschen zu ermöglichen die auf den ersten Blick nicht en Zugang dazu selbst haben. (Mehrsinngeschichten)
- Rezeptieren von Zeichen auch auf gegenständlicher Ebene möglich
Was sagt Bernasconi zu den Elementaren Möglichkeiten?
Elementare Möglichkeiten:
Anders als in der Allgemeinen Didaktik wird jedoch in sonderpädagogischen
bzw. inklusiven Settings eine tiefergreifenden Kontextanalyse notwendig, die
spezifische biopsycho-soziale (Behinderungs-)Faktoren hinreichend erfasst.
Eine solche Kontextanalyse ist in heil- und sonderpädagogischen Settings
üblich und kann unter Einbezug der Perspektive der International
Classification of Functioning and Health (ICF) bzw. der Children and Youth
Version (ICF-CY) vorgenommen werden (vgl. Hollenweger, 2021, S. 51).
Bernasconi/Stommel, 260
Welche Fähigkeiten setzt Handlungskompetenz voraus?
Handlungsfähigkeite bedeutet:
- Vorstellungsfähigkeit
- Eigene und andere Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen
- Planungsfähigkeit, Properhandeln
- Kommunikation –
- Psychomotorische Fertigkeiten und Techniken
- Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung und zur Kontrolle.
Kognitive Funktionen:
Mentale Funktionen:
- Aufmerksamkeit
- Wahrnehmung
- Gedächtnis
- Schlussfolgerndes Denken
- Verarbeitungsprozesse
Exekutive Funktionen:
- Planen, auswählen und Barwerten von Lösungsstrategien
- Kontrolle von Handlungsausführungen
Was versteht man unter Interiorisierung ?
- Keine Anpassung, sondern aktive Aneignung der spezifisch menschlichen Erfahrungen durch Tätigkeit
- „Tätigkeit” als Ausgangspunkt und Grundlage der menschlichen Entwicklung, Bewusstsein wird erzeugt
Was ist noch wichtig im HInblick auf de Elementaren Lebensleitenden Grundnannahmen zu beachten?
Gelbe Perspektiven:
Kompetenzen die man im ersten Blick eher im GENT-Bereich verordnet
Grüne Perspektiven: Kompetenzen:
SuS unabhängig von der Aneignung Kompetenz Zugänge beschaffen
Verknüpfung von Fächern und Lebensfeldern essenziell!
Was ist der Unterschied zwischen Äußerer und Innerer Differenzierung?
Äußere Differenzierung: Schulform, Schulprofil, Jahrgangsklasse
Innere Differenzierung: Lernspezifische Voraussetzungen der Schüler: innen, Pädagogische Prinzipien, Lerninteressen
Was sind wichtige Elemente Indvidualiserter Lernprojekte, Didaktik?
-> Individualisierung lebt von…
- Klarer Strukturierung, Übersicht an Lernzeilen
- Flexiblen Methoden (Stationen, individuelle Wochenpläne, Freiarbeit)
- Transparenz in Lerngruppen
- Lebensweltbezogenen Lernanlässen
Basiselemente des kooperativen lernen
-> Beziehungsaufbau auch wichtig für kooperatives Lernen
Soziale Kompetenzen anbahnen und einüben
Konkret vormachen mit Kollegen
Indikatoren für Reflektion. Woran erkennst du das es eine gute Kooperation war. Erfahrungsräume schaffen
Zuletzt geändertvor 5 Tagen