(Folie 1) Was ist ein Fehler 2. Art (β-Fehler)?
Fehler 2. Art (β-Fehler):
Die Nullhypothese (H₀) wird beibehalten, obwohl sie falsch ist.
Damit wird ein tatsächlich vorhandener Effekt nicht erkannt.
(Folie 1) Was ist ein Fehler 1. Art (α-Fehler)?
Fehler 1. Art (α-Fehler):
Die Nullhypothese (H₀) wird abgelehnt, obwohl sie richtig ist.
Die Wahrscheinlichkeit dieses Fehlers wird über das Signifikanzniveau α kontrolliert.
(Folie 1) Welches Problem löst die Festlegung des Signifikanzniveaus?
Durch die Festlegung des Signifikanzniveaus (α) wird die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 1. Art kontrolliert.
Dadurch stellt sich die Frage, wie mit dem Fehler 2. Art umgegangen wird.
(Folie 2) Was bedeutet Teststärke (Power)?
Teststärke (Power = 1 − β):
Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese zugunsten einer spezifischen H₁ abzulehnen, wenn H₀ tatsächlich falsch ist.
Sie beschreibt somit die Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlich vorhandenen Effekt zu entdecken.
(Folie 2) Welche Voraussetzung gilt für die Berechnung der Teststärke?
Zur Berechnung der Teststärke muss eine konkrete H₁-Verteilung angenommen werden.
(Folie 2) Welche vier möglichen Ergebnisse zeigt die Entscheidungstabelle?
Tatsächliche Situation
Entscheidung
Ergebnis
Hâ‚€ gilt
für H₀
Spezifität
gegen Hâ‚€
Fehler 1. Art
Hâ‚€ gilt nicht
Fehler 2. Art
Teststärke (Power)
(Folie 3) Wovon kann die Teststärke bestimmt werden, wenn die Effektgröße feststeht?
Wenn die Effektgröße vorgegeben ist, kann die Teststärke bestimmt werden, nachdem festgelegt wurden:
Signifikanzniveau (α)
Stichprobenumfang (n)
(Folie 3) Welches Beispiel wird zur Veranschaulichung der Teststärke verwendet?
Es wird der Vergleich einer neuen Lehrmethode mit einer Standard-Lehrmethode verwendet.
Fragestellung:
Um wie viele Punkte verbessert sich die durchschnittliche Lernleistung durch die neue Lehrmethode?
(Folie 3) Welche Hypothesen werden im Beispiel zur Lehrmethode angenommen?
Es wird angenommen:
H₀: μ₀ = 40
H₁: μ = 43
Erfahrene Pädagogen fordern dabei einen Effekt von mindestens 3 Leistungspunkten, damit sich die Einführung der neuen Methode rechtfertigt.
(Folie 3) Was wird mit der Teststärke im Lehrmethoden-Beispiel ermittelt?
Es wird bestimmt,
mit welcher Wahrscheinlichkeit ein tatsächlich existierender Effekt entdeckt wird.
(Folie 4) Wie wird die Effektgröße δ standardisiert berechnet?
Die Folie definiert die standardisierte Effektgröße als:
δ = (μ − μ₀) / σ
Dabei werden verglichen:
μ = Mittelwert unter H₁
μ₀ = Mittelwert unter H₀
σ = Standardabweichung
(Folie 4) Was bedeutet im ersten Beispiel eine Effektgröße von δ = 1?
Gegeben:
μ = 44
μ₀ = 40
σ = 4
Berechnung:
δ = (44 − 40) / 4 = 1
Die Folie ergänzt:
Eine Mittelwertsdifferenz entspricht genau einer Standardabweichung der Rohwerte.
(Folie 4) Wie entsteht im zweiten Beispiel eine Effektgröße von δ = 0,5?
μ = 42
δ = (42 − 40) / 4 = 0,5
(Folie 5) Welche Konventionen nennt Cohen (1988) für Effektgrößen?
Nach Cohen (1988):
kleiner Effekt: d = 0,2
mittlerer Effekt: d = 0,5
großer Effekt: d = 0,8
(Folie 5) Wie sollen die Cohen-Konventionen interpretiert werden?
Die Folie weist darauf hin:
Die Werte dienen als grobe Orientierungspunkte.
Die Interpretation der Effektgrößen hängt vom Untersuchungsgegenstand ab.
(Folie 6) Wie beschreibt Cohen (1992) einen mittleren Effekt?
Ein mittlerer Effekt (medium ES) ist laut Cohen:
ein Effekt, der für einen sorgfältigen Beobachter mit bloßem Auge erkennbar sein sollte.
Außerdem wird erwähnt:
Er entspricht ungefähr der durchschnittlichen Größe beobachteter Effekte in verschiedenen Forschungsfeldern.
(Folie 6) Wie ordnet Cohen kleine und große Effekte ein?
Nach Cohen:
kleine Effekte sind merklich kleiner als mittlere Effekte, aber nicht trivial.
große Effekte liegen ungefähr im gleichen Abstand über dem mittleren Effekt, wie kleine Effekte darunter liegen.
Die Einteilung entstand subjektiv, wurde jedoch seit der Ausgabe von 1977 unverändert übernommen und allgemein verwendet.
(Folie 7) Welche Formel wird für die Berechnung der Teststärke beim z-Test angegeben?
Die Folie gibt für den z-Test an:
zβ = z₁₋α − √n · δ
Außerdem:
1 − β = 1 − Φ(zβ)
Dabei bezeichnet Φ(z) die Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung.
(Folie 7) Welche Größen müssen bekannt sein, um die Teststärke zu berechnen?
Zur Berechnung der Teststärke (1 − β) müssen bekannt sein:
α (Signifikanzniveau)
n (Stichprobenumfang)
δ (Effektgröße)
Diese Größen werden durch die Formel miteinander in Beziehung gesetzt.
(Folie 8) Wie wird im Beispiel die Effektgröße δ berechnet?
μ = 43
δ = (43 − 40) / 4 = 0,75
(Folie 8) Welche Werte werden im Beispiel zusätzlich vorgegeben?
Für die Berechnung gelten:
Stichprobenumfang: n = 12
Standardabweichung: σ = 4
kritischer Wert: z₁₋α = 1,65 (z₉₅%)
(Folie 8) Wie wird zβ im Beispiel berechnet?
= 1,65 − √12 · 0,75
≈ 1,65 − 2,60
= −0,95
Ergebnis:
zβ = −0,95
(Folie 8) Wie werden β und die Teststärke berechnet?
Aus der Folie:
β = Φ(−0,95) = 0,17
Teststärke = 1 − β
1 − β = 1 − 0,17 = 0,83
β = 0,17
Teststärke = 0,83
(Folie 9) Welche drei Faktoren bestimmen die Teststärke?
Die Folie nennt drei Determinanten der Teststärke:
Effektgröße
Stichprobenumfang
Signifikanzniveau
(Folie 9) Wie verändert sich die Teststärke mit der Effektgröße?
Mit wachsender Effektgröße vergrößert sich die Teststärke.
(Folie 9) Wie beeinflusst der Stichprobenumfang die Teststärke?
Mit wachsendem Stichprobenumfang vergrößert sich die Teststärke.
(Folie 9) Wie beeinflusst das Signifikanzniveau die Teststärke?
Eine Vergrößerung des Signifikanzniveaus (α) führt zu einer größeren Teststärke.
(Folie 10) Was ist eine a-priori-Poweranalyse?
Die a-priori-Poweranalyse bestimmt:
die erforderliche Stichprobengröße (N) als Funktion von
Effektgröße (ES)
Teststärke (1 − β)
Sie ist laut Folie die häufigste (und wohl wichtigste) Form der Teststärkeanalyse.
(Folie 10) Welches Ziel verfolgt die a-priori-Poweranalyse?
Ziel ist die Bestimmung einer Stichprobengröße, sodass:
eine vorab festgelegte Teststärke erreicht wird und
ein tatsächlich vorhandener Effekt mit der Wahrscheinlichkeit 1 − β entdeckt wird.
(Folie 10) Welche Standardwerte werden häufig verwendet?
Die Folie nennt häufig verwendete Werte:
α = 0,05
1 − β = 0,80
(Folie 10) Wann kann die Stichprobengröße berechnet werden?
Sind festgelegt:
Populationseffektstärke (ES)
kann für ein statistisches Testverfahren die Stichprobengröße N berechnet werden.
(Folie 10) Wie wird eine exakte a-priori-Poweranalyse durchgeführt?
Die Folie nennt:
Eine exakte Berechnung kann mit Softwarepaketen durchgeführt werden.
Als Beispiel wird G*Power genannt.
(Folie 11) Was ist eine Post-hoc-Teststärkeanalyse?
Die Post-hoc-Teststärkeanalyse berechnet:
die Teststärke (1 − β)
als Funktion von:
Stichprobengröße (N)
Sie wird nach einer bereits durchgeführten Studie berechnet.
(Folie 11) Wozu dient die Post-hoc-Teststärkeanalyse?
Sie dient der Evaluation einer bereits durchgeführten Studie, indem bestimmt wird:
die Power
und damit auch die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art (β)
unter den gegebenen Bedingungen N, ES und α.
(Folie 11) Worin unterscheidet sich die Post-hoc- von der a-priori-Poweranalyse?
A-priori-Poweranalyse:
Instrument der Versuchsplanung
Post-hoc-Poweranalyse:
Instrument zur Evaluation einer bereits durchgeführten Studie
(Folie 11) Warum sollte die Teststärke bereits vor der Studie bestimmt werden?
Die Folie betont:
Ergibt die Post-hoc-Teststärkeanalyse, dass eine Studie eine geringe Power besitzt, ist es bereits zu spät.
Deshalb sollte die Teststärkeanalyse bereits bei der Versuchsplanung (a priori) durchgeführt werden.
(Folie 12) Warum werden Poweranalysen häufig mit Software durchgeführt?
Die Folie nennt zwei Gründe:
Eine Teststärkeanalyse von Hand ist häufig sehr aufwändig.
Für beliebige Testverfahren greift man daher in der Regel auf spezialisierte Software zurück.
(Folie 12) Welche Software wird für Teststärkeanalysen genannt?
Als kostenloses Programm wird genannt:
G*Power
Dieses Programm dient zur Durchführung von Teststärkeanalysen.
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