Sidgwick war Kenner & Kritiker Kants. Wahr oder Falsch?
Wahr
Sidgwicks Hauptwerk
Methods of Ethics
“I regret the fact that Mill’s Utilitarianism is
much more widely read than Sidgwick’s The Methods of
Ethics, despite the fact that Utilitarianism is a hastily-
written work, full of doubtful arguments. The Methods of
Ethics, which Sidgwick painstakingly revised 7 times over a
thirty year period, is simply the best book on ethics ever
written. “
Zitat von?
Peter Singer
Sidgwick zufolge hat Kant mit den Formeln des kategorischen Impe-rativs intuitionistische Moralprinzipien formuliert.
Wahr oder Falsch?
Hauptvertreter des Präferenzutilitarismus?
Welches Urteil fällte Peter Singer über Sidgwicks Hauptwerk?
Er bezeichnete es als das „beste Buch über Ethik, das jemals geschrieben wurde“, weit überlegen gegenüber Mills Utilitarianism.
Welche drei „Methoden der Ethik“ identifiziert Sidgwick?
Egoismus, 2. Intuitionismus (Deontologie), 3. Utilitarismus
Wie definiert Sidgwick „Egoismus“ als rationale Methode?
Rational ist dasjenige Handeln, welches das eigene Glück über die Zeit hinweg maximiert
Wann ist ein moralisches Prinzip laut Sidgwick „intuitiv gerechtfertigt“? (4 Bedingungen)
Nenne ein Beispiel für ein solches intuitives Prinzip.
Es ist klar und präzise formuliert. 2. Es erscheint als offenkundig wahr. 3. Es steht nicht im Konflikt mit anderen wahren Prinzipien. 4. Es wird von einem Expertinnenkonsens gestützt
„Gleiche Fälle in gleichen Kontexten sind gleich zu behandeln!“.
Wie deutet Sidgwick Kants „Gesetzesformel“?
Als Gerechtigkeitsprinzip bzw. Regel der Unparteilichkeit: Man darf Personen in gleichen Situationen nicht unterschiedlich behandeln, nur weil es verschiedene Personen sind
Wie deutet Sidgwick Kants „Zweckformel“?
Als Wohltätigkeitsprinzip: Man soll das Wohlergehen aller Menschen als Zweck des eigenen Handelns ernst nehmen.
Was besagt Sidgwicks „Konvergenzthese“?
Dass Kants intuitionistische Prinzipien (Gerechtigkeit & Wohltätigkeit) zugleich die Grundlagen des Utilitarismus bilden.
Wie lautet Sidgwicks „Synthese“ für den Utilitarismus?
Utilitarismus = Unparteilichkeit + Wohltätigkeit + Maximierung des Wohlergehens
Warum ist der Utilitarismus laut Sidgwick Kant überlegen?
Weil er ein übergeordnetes Prinzip (die Maximierung) empfiehlt, das die anderen Prinzipien integriert.
Worin unterscheiden sich Mill und Sidgwick bezüglich der „Sekundärprinzipien“?
Für Mill sind sie nur empirische „Hilfsregeln“; für Sidgwick sind sie eigenständig gerechtfertigte, intuitionistische Handlungsregeln.
Welche zwei kantischen Einwände gibt es gegen Sidgwicks Deutung?
Die Zweckformel umfasst mehr (Würde, Autonomie), nicht nur Wohltätigkeit. 2. Hilfe von „optimaler Verteilung“ abhängig zu machen, behandelt den anderen gerade nicht als Zweck an sich
Was meint Sidgwick mit dem „Dualismus der praktischen Vernunft“?
Es gibt keinen rationalen Grund, warum ein Mensch utilitaristisch und nicht egoistisch handeln sollte. Beide Methoden erscheinen rational vertretbar.
Welche Gefahr sieht Sidgwick in diesem Dualismus?
Einen „fundamentalen Widerspruch“, der ein Türöffner für umfassenden moralischen Skeptizismus sein könnte.
Was ist John Rawls’ zentrale Kritik am Utilitarismus?
Die „Getrenntheit der Personen“ (separateness of persons): Der Utilitarismus nimmt die Individualität nicht ernst, da er alle Bedürfnisse einfach zusammenfasst
Was ist die deontologische Gegenkritik an dieser utilitaristischen Verteidigung? (fast gesunder Patient Beispiel)
Es sind die „falschen Gründe“. Menschen haben kategorische moralische Rechte, die immer gelten müssen, nicht nur, wenn sie zur Glücksbilanz passen
Was ist der Kern des Regelutilitarismus?
Nicht einzelne Handlungen, sondern moralische Regeln werden auf ihre Glücksmaximierung hin evaluiert
Wie wird im Regelutilitarismus eine konkrete Handlung bewertet?
Sie ist geboten oder verboten, je nachdem, ob sie einer Regel entspricht, deren allgemeine Befolgung das Glück aller maximiert.
Warum ist der Regelutilitarismus eine „Mischung“?
Er nutzt die Deontologie (Moral ist regelförmig) und den Konsequentialismus (Regeln werden nach Folgen bewertet).
Was ist ein entscheidender Vorteil des Regelutilitarismus?
Er kann deontologische Intuitionen einfangen (z.B. das kategorische Verbot der erzwungenen Organspende).
Welche Kritik bringen Handlungsutilitaristen gegen den Regelutilitarismus vor?
Er verliert die Pointe des Utilitarismus, nämlich auf den konkreten Kontext zu achten (z.B. ist Lügen manchmal eben doch erlaubt)
Welche zweite Kritik äußert Rawls bezüglich Minderheiten?
Im Utilitarismus könnten die Vorteile vieler die Verletzung der Freiheit weniger aufwiegen (z.B. Unterdrückung von Minderheiten für das Gemeinwohl).
Was ist „Negativer Utilitarismus“?
Die Vermeidung von Schmerz hat Vorrang vor der Steigerung von Lust.
Was ist „Prioritarismus“?
Bei der Luststeigerung haben diejenigen Vorrang, denen es am schlechtesten geht
Was sind Probleme der „Währung“ Lust/Schmerz (hedonischer Utilitarismus)?
Schwere Messbarkeit (Theaterbesuch vs. Tierleid). 2. Lust ist nicht direkt durch Politik verteilbar (man verteilt Güter/Rechte, keine Gefühle)
Was ist die Grundidee des Präferenzutilitarismus?
Die Währung wird getauscht: Statt Lust/Schmerz werden Präferenzen (Bedürfnisse, Interessen, Wünsche) maximiert.
Welchen Vorteil haben „Wünsche“ im Kalkül?
Man kann Personen befragen, was sie wollen, was den Kalkül praktikabler macht (z.B. Zahlungsbereitschaft)
Was besagt das „Prinzip der gleichen Interessenabwägung“?
Wir müssen ähnlichen Interessen aller Betroffenen gleiches Gewicht geben, egal wer sie hat
Was ist „Speziesismus“ laut Singer?
Die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit, obwohl sie die gleiche Leidensfähigkeit und somit Interessen haben.
Was ist der „Überforderungseinwand“ gegen Singer?
Wie lautet Singers Antwort auf die Überforderung?
Dass die Nutzenmaximierung (z.B. radikale Umverteilung an den globalen Süden) den Einzelnen moralisch zu stark belastet.
Es gehört zum Wesen der Moral, fordernd zu sein: „Do as much good as you can!“
Was ist der Unterschied zwischen monistischem und regelbasiertem Utilitarismus?
Monistisch: Es gibt genau einen Wert (Lust oder Präferenz).
Regelbasiert: Die Bewertungsebene ist die Regel, nicht die Tat
Was ist die grundlegende Differenz zwischen Deontologie und Konsequentialismus?
Die Deontologie blickt auf die Beschaffenheit der Handlung (Maxime), der Konsequentialismus nur auf die Folgen
Gibt es Überschneidungen bei der Deontologie und dem Konsequentialismus?
Ja, auch die Deontologie prüft Folgen (bei der Universalisierbarkeit), und der Konsequentialismus kann deontologische Elemente (Regeln, absolute Standards) integrieren
Wer bemisst Freude/Schmerz wie? (Teil des monistischen Maximierungsgebots)
Quantitative Zuordnung: Jeremy Bentham und Henry Sidgwick
Für sie unterscheiden sich Freuden und Schmerzen nur in ihrer Menge (Quantität), also etwa in ihrer Intensität oder Dauer. Es gibt keine „besseren“ oder „schlechteren“ Arten von Lust; eine bestimmte Menge an Vergnügen durch ein einfaches Spiel ist genauso viel wert wie die gleiche Menge an Vergnügen durch ein anspruchsvolles Buch. Entscheidend ist allein die Lustbilanz (Summe aller Freuden abzüglich der Summe aller Schmerzen)
Qualitative Zuordnung: John Stuart Mill
Mill vertrat die Ansicht, dass sich Freuden nicht nur in der Menge, sondern auch in ihrer Qualität (Art und Wert) unterscheiden. Das bedeutet, dass manche Arten von Freude (z. B. geistige oder intellektuelle Genüsse) von Natur aus wertvoller und erstrebenswerter sind als rein körperliche Genüsse, selbst wenn die körperliche Lust quantitativ größer wäre.
Bemisst Singer Lust/Schmerz qualitativ oder quantitativ?
Singer wird in der Vorlesung nicht als qualitativer Utilitarist geführt. Er ist der Hauptvertreter des Präferenzutilitarismus, der die klassische Lust-Schmerz-Skala durch die Erfüllung von Interessen ersetzt
Zuletzt geändertvor 13 Tagen