Satzspiegel
Der Satzspiegel ist die Nutzfläche eines Layouts, also die Fläche, innerhalb der Text und Bilder angeordnet werden
—> Unklar ob Marginalien Kopfzeile und Fußnoten und Pagina zum Satzspiegel gehören
Leider ist die Definition des Begriffs „Satzspiegel“ nicht eindeutig. Eine Definition besagt, dass neben Text und Bild auch die Kopfzeile und Fußnoten zum Satzspiegel zählen, eine alleinstehende Seitenzahl (Pagina) und die Marginalien jedoch nicht. Eine andere, etwas allgemeinere Definition besagt, dass der Satzspiegel der Raum einer Seite ist, der von Text und Bildern eingenommen und von den vier Stegen umschlossen wird.
Stege
die Ränder rund um den Satzspiegel. Man differenziert
Innensteg oder Bundsteg (Weißraum + Binderand)
Kopf- und Fußsteg
Außensteg
realer Innensteg
optisch sichtbare Innensteg + Binderand
toter vs lebender Kolumnentitel
Ein Kolumnentitel wird als toter Kolumnentitel bezeichnet, wenn sich die darin enthaltene Informationnicht ändert. Dazu gehören beispielsweise die Angabe des Anleitungsnamens, ein Vertraulichkeitshin-weis oder das Druckdatum.
Ein lebender Kolumnentitel wiederholt eine aktuelle Kapitelüberschrift inder Kopfzeile und dient als Orientierungshilfe — man weiß so stets, in welchem Kapitel man sichbefi ndet.
Wie konstruiert man einen Satzspiegel?
Verhältnisteilung:
Gutenberg: Innensteg 2 : Kopfsteg 3 : Außensteg 4 : Fußsteg 6
DIN A4-Format: Innensteg 2 : Kopfsteg 3 : Außensteg 4 : Fußsteg 5
—> fancy aber zu fancy für Betriebsanleitungen
Diagonalkonstruktion
Diagonale wird von den unteren Ecken zu dem Binderand und den äußeren Ecken gezogen, die Ecken des Satzspiegels sollen alle Geraden schneiden
9er-Teilung
Die ganze optische Seite wird in 9 Teile aufgeteilt und der Satzspiegl entsprechend berechnet
Wichtigste Gestaltungsregeln für die Wahl des Seitenlayouts:
Gestalten Sie den Fußsteg größer als den Kopfsteg, da die optische Mitte höher als die geometrischeliegt.
Berechnen Sie extra Maße für den Bundsteg.
Der Außensteg sollte breiter als der Innensteg sein: bei Doppelseitigen Formaten, sollte der Text leicht näher an der Bindung sein als an der Außenkante
—> bei einseitigen Formaten sollte kein Unterschied bestehen
Wie breit soll eine Spalte sein?
mindestens 40 Zeichen pro Zeile
und maximal 60 Zeichen pro Zeile
Was sind die vier vierLayouttypen?
Sandwich
Lift
Zwilling
Top
Merkmale:
-Einspaltiger Text
-Zentriertes freigestelltes Bild
-Text besitzt Rahmenfunktion
Vorteile:
- Leicht änderbar
- Bild als Blickfang
- Bilder in jeder Größemöglich
- Schnell realisierbar
- Gut geeignet für Bilder über Seitenbreite
- Gut geeignet für Tabellen
Nachteile:
-Keine unmittelbare Text-Bild-Zuordnung (Bild-Text-Sprünge)
-Bild lenkt vom Haupttext ab
-Breitspaltiger Textschlechter leserlich
-Selektives Lesen erschwert
Besonders geeignet für alles was viel Text hat und wenige, großflächige Bilder
Merkmale
- Zweispaltig
- Bild in Spalte integriert
Vorteile
-Text gut leserlich (geringe Spaltenbreite)
-Gut geeignet für längeren beschreibende Text
-Eindeutiger Bildplatzhalter
-Texte schnell erfassbar
-Gut geeignet für anleitende Texte
Nachteile
> Bei vielen Bildern un-ruhigerGesamteindruck
> Schwerer zu ändern
> HoheInformationsdichte
> Keine unmittelbareText-Bild-Zuordnung(Bild-Text-Sprünge)
> Bilderspaltenabhängig
Besonders geeignet wenn viel Text und wenige, kleine, unwichtige Bilder
> eine Spalte für Text
> eine Spalte für Bilder
> Direkter Text-Bild-Bezug
> kurze Zeilenlänge
> sinnvoll wenn viele Bilder einbezogen werden müssen
> Alle Bilder müssen gleich groß und brei sein
> nicht sinnvoll bei wenig Bildern
> nicht Platz effizient, viel Weißraum
Gut geeignet für: Schritt für Schritt Anleitungen, kurze Texte, viele Bilder
> Bilder und Text in eine Spalte
> Breite Marginalspalte für Überschriften, Zitate, Symbole, Warnhinweise, kleine Bilder
> Dynamisch und versatil
> geeignet für lange Text, gut lesbar weil kleine Spalte
> aber auch viele Bilder groß und klein
> kann temporär in Zwilling, Lift und Sandwich werden mit allen Vorteilen
> super für suchen und finden von Informationen
> kompliziert zu erstellen
> viel, viel weißraum
Leserlichkeit va Lesbarkeit
Lesbarkeit: Sie bezieht sich auf das Verstehen des Textes und hängt ab von Satzlängen, von der Komplexität des Textes usw.
Leserlichkeit: Diese bezieht sich auf das Erkennen des Textes. Sie hängt ab von Schriftgröße, Schriftart,Kontrast von Schrift zu Hintergrund usw.
Auf jeder Standardseite sollen folgende Elemente vorhanden sein:
Firmensignet (Logo)
(Haupt)Kapitelüberschrift
Trennstriche in Kopf- und Fußzeile
Version mit Datumsangabe
Seitenzahl
Hierauf sollten Sie beim Layouten und Formatieren einer zu übersetzenden Dokumentation achten:
Gestalten Sie die Dokumentation so, dass die unterschiedlichen Laufweiten in verschiedenen Sprachen berücksichtigt werden. Beispielsweise benötigen romanische und slawische Sprachen 20 – 40%mehr Zeichen als Deutsch, Chinesisch hingegen hat eine erheblich geringere Laufweite. Geben Sie daher keine festen Tabellenzeilenhöhen vor und planen Sie die Seitengestaltung so flexibel, dass die unterschiedlichen Textmengen nicht zu Problemen führen.
Prüfen Sie bei der Auswahl der Schriftarten, ob die Zeichen aller Zielsprachen dargestellt werdenkönnen.
Arbeiten Sie konsequent mit Formatvorlagen und bezeichnen Sie diese so, dass auch der Übersetzer eine Zuordnung vornehmen kann. Auch für die Arbeit mit Translation-Memory-Systemen ist dies wichtig.
Vermeiden Sie manuelle Silbentrennungen und Umbrüche, Mehrfach-Tabulatoren sowie das Erzeugen von Abständen über Zeilen- oder Absatzschaltungen.
Vermeiden Sie Steuerzeichen innnerhalb von Sätzen.
Verwenden Sie einheitliche Anführungszeichen.
Vermeiden Sie Leerzeichen in Datums-, Zeit- und Zahlenangaben.
Verwenden Sie keine Rechen- und Sonderzeichen („+“, „&“) im Text.
Damit der übersetzte Text qualitativ hochwertig sein kann, muss die Vorlage (in unserem Fall meist diedeutsche Dokumentation) bestimmten Anforderungen genügen:
Konsistenz. Verwenden Sie immer dieselben Benennungen für dieselben Dinge und schreiben Sie diese auch immer identisch.
Gehen Sie sicher, dass immer klar ist was das Subjekt des Satzes ist
Keine Schachtelsätze
Vermeiden Sie komplizierte Verneinungen
Unterbrechen Sie Sätze nich durch Aufzählungen
Vermeiden Sie Satzklammern
Vermeiden Sie Abkürzungen
Vermeiden Sie Passiv-Konstruktionen
Vermeiden Sie Wortzusammensetzungen
Vermeiden Sie Substanivierung
Keep it simple stupid
Zuletzt geändertvor 8 Tagen