Erklären Sie den Begriff Skin-Effekt.
Der Skin-Effekt (auch Stromverdrängungseffekt) beschreibt das Phänomen, dass Wechselstrom nicht gleichmäßig über den gesamten Querschnitt eines elektrischen Leiters fließt, sondern sich mit steigender Frequenz zunehmend auf die äußeren Bereiche (die „Haut“ oder den „Skin“) des Leiters konzentriert.
Der Skin-Effekt ist die Verdrängung des Wechselstroms an die Oberfläche eines Leiters. Mit steigender Frequenz nimmt dieser Effekt zu, wodurch der Wechselstromwiderstand steigt und die Verluste größer werden.
Wie können Störgrößen in andere Systeme eingekoppelt werden? Nennen Sie mindestens drei Beispiele.
Kapazitive Einkopplung (elektrisches Feld)
Entsteht durch elektrische Felder zwischen benachbarten Leitungen.
Beispiel: Eine Signalleitung verläuft parallel zu einer spannungsführenden Leitung.
Induktive Einkopplung (magnetisches Feld)
Entsteht durch sich ändernde Magnetfelder eines stromdurchflossenen Leiters.
Beispiel: Ein Motor- oder Transformatorstrom induziert Störungen in einer nahegelegenen Leitung.
Galvanische Einkopplung (leitungsgebunden)
Störungen werden über eine gemeinsame elektrische Verbindung übertragen.
Beispiel: Gemeinsame Masseleitung oder gemeinsame Stromversorgung.
Strahlungseinkopplung (elektromagnetische Wellen)
Elektromagnetische Wellen werden über die Luft abgestrahlt und von anderen Leitern oder Geräten aufgenommen.
Beispiel: Funkgeräte oder Mobiltelefone verursachen Störungen in elektronischen Geräten.
Welche akustischen Rahmenbedingungen müssen zur Planung einer SAA beachtet werden?
Allg:
Umgebungsgeräuschpegel (Hintergrundlärm muss berücksichtigt werden)
Nachhallzeit des Raumes (lange Nachhallzeiten verschlechtern die Sprachverständlichkeit)
Raumgröße und Raumgeometrie (Einfluss auf die Schallausbreitung)
Lautsprecheranordnung und -ausrichtung (gleichmäßige Schallverteilung)
Erforderlicher Schalldruckpegel (Durchsagen müssen ausreichend laut sein, aber nicht übermäßig)
Sprachverständlichkeit (z. B. Bewertung mit dem STI-Wert – Speech Transmission Index)
0833-4:
6.2.1.2 Raumakustische Voraussetzungen
Die erforderlichen raumakustischen Verhältnisse werden nutzungsabhängig nach DIN 18041:2016-03 festgelegt.
In DIN 18041:2016-03 sind Hinweise für die raumakustische Auslegung von Räumen enthalten, in denen Beschallungsanlagen zum Einsatz kommen.
Lassen die raumakustischen Voraussetzungen nicht zu,die Grundanforderungen an die Sprachverständlichkeit zu erfüllen, so muss die unzureichende raumakustische Planung von den Verantwortlichen in den jeweiligen Phasen (Planung und Projektierung) dokumentiert und gegenüber dem Betreiber/Auftraggeber angezeigt werden.
6.2.4 Vereinfachtes Planungsverfahren
Das vereinfachte Planungsverfahren gilt ausschließlich für in oder an der Decke gleichmäßig verteilte Lautsprecher mit Ausrichtung nach unten und ungehinderter Schallausbreitung.
Das vereinfachte Planungsverfahren kann auf ADAs angewendet werden, welche sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllen:
die raumakustischen Verhältnisse müssen wie folgt sein, d. h.:
die Nachhallzeit in jedem der Oktavbänder von 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz und 4 kHz ist nicht größer als 1,0 s oder
die Anforderungen nach DIN 18041:2016-03 für eine der Raumgruppen B3, B4, B5, A2, A3 oder A4 sind erfüllt;
der Störgeräuschpegel ist kleiner als LAeq = 65 dB (siehe A.6);
der A-bewertete Schalldruckpegel der Sprachdurchsage muss mindestens 15 dB über dem Störgeräuschpegel liegen;
die Montagehöhe der Lautsprecher ist auf 6 m über dem Fußbodenniveau begrenzt;
der Abstand zwischen den Mittelpunkten benachbarter Lautsprecher ist nicht größer als die doppelte Differenz zwischen Montage- und Ohrhöhe.
Wie groß muss der A-bewertete Schalldruckpegel des Lautsprechersystems bei der Alarmierung mindestens sein?
Wie groß muss der A-bewertete Schalldruckpegel bei der Sprachdurchsage sein?
Der A-bewertete Schalldruckpegel des Aufmerksamkeitssignals muss bei akustischer Alarmierung und im störungsfreien Betrieb den in der Planung festgelegten A-bewerteten Störgeräuschpegel im Brandfall jederzeit
um 10 dB übersteigen. Für den Schalldruckpegel des Aufmerksamkeitssignals gelten folgende Grenzwerte:
a) niedrigster Schalldruckpegel: 65 dB(A);
b) niedrigster Schalldruckpegel in Schlaf- und Ruhebereichen: 75 dB(A);
c) höchster Schalldruckpegel: 120 dB(A).
Der mindestens erforderliche Schalldruckpegel der Sprachdurchsage ergibt sich in der Regel aus der Höhe des Störgeräuschpegels. Jedoch darf der äquivalente A-bewertete Dauerschalldruckpegel der Sprachdurchsage den Wert von 75 dB nicht unterschreiten.
Stellen Sie grafisch den Schallpegel u_L und die Schalterspannung u_s beim Ausschaltvorgang dar. Strom, bzw. Spannung-Zeit-Diagramm.
Welche Arten der Kleinspannung kennen Sie. Nennen und erklären Sie diese.
Safety Extra Low Voltage (SELV)
Das System arbeitet mit einer sicheren elektrischen (galvanischen) Trennung gegenüber höheren Spannungsnetzen. Dies wird beispielsweise durch Sicherheitstransformatoren realisiert. Zudem besteht keinerlei Verbindung zur Erde
Protective Extra Low Voltage (PELV)
Auch bei PELV ist der Stromkreis galvanisch sicher vom primären Versorgungsnetz getrennt (z. B. durch einen Sicherheitstransformator). Im Gegensatz zu SELV dürfen hier jedoch die aktiven Leiter oder die Gehäuse der angeschlossenen Geräte mit der Erde bzw. dem Schutzleiter (PE) verbunden sein.
Functional Extra Low Voltage (FELV)
Die Spannung liegt zwar im Bereich der Kleinspannung (unter 50 V AC / 120 V DC), es besteht jedoch keine sichere galvanische Trennung zum speisenden Netz (z. B. bei der Verwendung eines einfachen Spartransformators). Bei einem internen Defekt im Transformator kann die hohe Netzspannung (z. B. 230 V) direkt auf die Kleinspannungsseite überspringen
Was ist der Mindestinhalt entsprechend den Musterprüfgrundsätzen für die Dokumentation von messtechnisch ermittelten Werten bei der Feststellung von Mängeln.
Messergebnisse
Nennung der verwendeten Mess- und Prüfgeräte
Bewertung der Mess- und Prüfergebnisse
Wie lang muss eine autonome Quelle mindestens für Melder die Hochfrequenzverbindungen nutzen halten? Wie lautet die Produktnorm?
EN 54-25
30 bis 90 Tage
Wie lautet die Definition für den Begriff ADA.
akustisch abgrenzbarer Bereich
ADA, en: acoustically different area
Teilfläche eines Alarmierungsbereiches, welche sich durch eine individuelle Nachhallzeit und/oder einen individuellen Störgeräuschpegel auszeichnet
Für welche Messungen können Sie den Minirator MR-PRO / MR2 und das XL2 einsetzen? Nennen Sie mindestens 6 Punkte.
Nachhallzeit
Schalldruckpegel
Sprachverständlichkeit
FFT-Analye
Polarität
Impedanz
Noise-Generator
Entfernungsmessung
Wann dürfen Leitungen durch raumabschließende Bauteile ohne weitere brandschutztechnische Maßnahmen entsprechend der MBO durchgeführt werden?
für Gebäude der Gebäudeklassen 1 und 2
innerhalb von Wohnungen
innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als insgesamt 400 m² in nicht mehr als zwei Geschossen.
Wie ergibt sich das Widerstandsverhältnis R<sub>Warm</sub>/R<sub>Kalt</sub> der betroffenen Leitung im Brandfall. Folgende Verhältnisse sind gegeben:
a) 100% heiße Leitungslänge,
b) 90% kalte Leitungslänge und 10% heiße Leitungslänge.
Der geforderte Funktionserhalt beträgt mindestens 30 Minuten (α=0,00392K⁻¹).
Aus welchem Widerstandswert gegen Erde muss eine Erdschlussmessung vor oder nach erfolgen?
Sinkt der Isolationswiderstand einer Leitung gegen Erde auf weniger als 50 kΩ, muss ein Erdschluss erkannt bzw. gemeldet werden.
Nennen Sie mindestens 2 Teile aus der Normenreihe EN 54 die nicht Bestandteile aus der Ansteuerung von Brandmelde- bzw. Sprachalarmanlagen harmonisiert sind.
EN 54-1 – Einführung (Introduction) → nicht harmonisiert
EN 54-13 – Bewertung der Kompatibilität und Vernetzbarkeit von Systemkomponenten → nicht harmonisiert
Vier Batterien B₁ bis B₄ mit den inneren Widerständen sind in einer Reihenschaltung. Sie wirken wie lineare Spannungsquellen mit den Leerlaufspannungen 1V; 6V; 7V und den Innenwiderständen 1 W; 2 W; 3W. Berechnen Sie sämtliche Ströme, Spannungen und Leistungen der Zweipole. [Bild eines Schaltkreises mit vier in Reihe geschalteten Batterien (B₁-B₄) und zwei Widerständen (Rₐ = 10Ω und Rᵦ = 4Ω)]
Beschreiben sie kurz die Kabeltragsysteme entsprechend der DIN 4102-12. Wird hierfür eine Prüfzeugnis benötigt?
Kabeltragsysteme nach DIN 4102-12 sind geprüfte Befestigungs- und Verlegesysteme (z. B. Kabelrinnen, Kabelleitern, Einzel- oder Bügelschellen), die den Funktionserhalt E30/E90 einer Kabelanlage im Brandfall sicherstellen.
Nach DIN 4102-12 werden Kabeltragsysteme in Normtragkonstruktionen und spezifische Tragkonstruktionen unterschieden. Sie dienen dem Funktionserhalt von Kabelanlagen im Brandfall.
Für den Nachweis ist ein gültiges Prüfzeugnis bzw. Verwendbarkeitsnachweis erforderlich.
Normtragkonstruktionen
Das Kabeltragsystem ist genormt und mit verschiedenen zugelassenen Kabeln kombinierbar.
Die Ausführung erfolgt innerhalb festgelegter Randbedingungen (z. B. Trassenbreite, Belastung, Befestigungsabstände).
Spezifische Tragkonstruktionen
Das Kabeltragsystem wird zusammen mit einem bestimmten Kabeltyp geprüft.
Die Zulassung gilt nur für diese geprüfte Kombination aus Kabel und Tragsystem.
Wie verhält sich die Schalldichte bei einer Verdopplung des Abstandes? Wie lautet die Formel für die Berechnung?
→ Verdopplung des Abstandes = −6 dB.
Erklären Sie den Unterschied zwischen einer symmetrischen und einer unsymmetrischen Leitung (balanced / unbalanced) unter Zuhilfenahme einer Skizze. Welche Vorteile bietet eine symmetrische Signalübertragung
Eine unsymmetrische Leitung überträgt das Signal gegen Masse über einen Leiter und ist störanfälliger. Eine symmetrische Leitung verwendet zwei gleichwertige, gegenphasige Leiter. Durch die Differenzbildung werden eingekoppelte Störungen unterdrückt, wodurch eine störungsarme Übertragung auch über größere Entfernungen möglich ist.
Nennen sie mindestens 6 Erleichterung/Auflagen nach §51 MBO für Sonderbauten?
Nach § 51 MBO können für Sonderbauten besondere Anforderungen oder Erleichterungen hinsichtlich
Rettungswegen,
Feuerwiderstand von Bauteilen,
Brandabschnitten,
technischen Anlagen (BMA/SAA/RWA),
Rauchableitung,
Feuerwehrzufahrten sowie
Brandschutzorganisation
gestellt werden.
Welche akustischen Parameter sind entsprechend der DIN VDE 0833-4 bei der Abnahmemessung zu überprüfen?
Schalldruckpegel, Störschallpegel, SNR und STI.
Beschreiben Sie die Ausführung der subjektiven Hörprobe entsprechend der DIN EN 457
Bei der subjektiven Hörprobe nach DIN EN 457 wird durch mehrere Personen unter realistischen Umgebungsbedingungen geprüft, ob ein akustisches Signal wahrgenommen, erkannt und eindeutig von anderen Geräuschen unterschieden werden kann. Die Ergebnisse der Prüfung sind zu dokumentieren.
Was ist im Allgemeinen bei der Verlegung der minimale Biegeradius bei Fernmeldekabel entsprechend den Anforderungen der abPs und der Hersteller. Wie groß ist der minimale Biegeradius bei mehradrigen Funtionserhaltsstromleitungen? Kann man den Biegeradius ggf. noch verringern?
Der minimale Biegeradius richtet sich nach abP und Herstellerangaben. Bei Fernmeldekabeln beträgt er im Allgemeinen etwa das 7,5-fache des Kabeldurchmessers, bei mehradrigen Funktionserhaltsstromleitungen etwa das 10-fache des Kabeldurchmessers. Eine Verringerung ist nur zulässig, wenn diese durch das abP bzw. den Hersteller ausdrücklich erlaubt ist.
Welche Ausnahmen von der Beschallungen entsprechend der DIN VDE 0833-4sind zulässig. Nennen Sie mindestens 4 Punkte
Räume, die für Personen nicht zugänglich sind;
Kabelkanäle und Schächte, die für Personen nicht zugänglich sind;
Bauordnungsrechtlich definierte Bereiche, in denen sich keine oder nur selten Personen aufhalten;
Kühlräume mit einem Bruttovolumen von unter 20 m3;
Bereiche wie etwa Geräte- und Technikräume mit hohen Störgeräuschpegeln, wo andere Warnverfahren verwendet werden müssen;
Treppenräume, deren Innenzugänge über Räume erfolgen, die zum Beschallungsumfang gehören, wenn die geforderte Alarmierung in diesen Treppenräumen anderweitig erfolgt (z. B. durch optische oder akustische Signalgeber);
Erklären Sie den Maskierungseffekt.
Der Maskierungseffekt entsteht, wenn ein lautes Störsignal ein leiseres Nutzsignal überdeckt und dadurch die Wahrnehmung oder Verständlichkeit reduziert. Bei Sprachalarmanlagen führt dies zu einer Verringerung der Sprachverständlichkeit und muss durch einen ausreichenden Signal-Rausch-Abstand verhindert werden.
Welcher Störschalldruckpegel werden entsprechend der DIN VDE 0833-4 an die Sprachverständlichkeit gestellt? Welche Ausnahmen sind zulässig?
Ausnahmen bei
festem Personenkreis
komplizierte akutische Raumbedingungen
Bereiche mit anderweitiger gesicherter Alarmierung
Mit welchen Mitteln kann die Sprachverständlichkeit verbessert werden?
Die Sprachverständlichkeit kann verbessert werden durch einen höheren Signal-Rausch-Abstand, eine optimierte Lautsprecheranordnung, geeignete Lautsprecherwahl, Reduzierung der Nachhallzeit, Verbesserung der Raumakustik sowie eine angepasste Signalverarbeitung.
Welcher prozentuale Spannungsfall darf in der Lautsprecherleitung nicht überschritten werden? Welche Bedingungen müssen dabei angehalten werden?
Der Spannungsfall in Lautsprecherleitungen darf nach DIN VDE 0833-4 10 % nicht überschreiten.
Die Prüfung erfolgt bei maximaler Belastung der Lautsprecherlinie unter Berücksichtigung von Leitungslänge, Leitungsquerschnitt, Leitungswiderstand und der angeschlossenen Lautsprecherleistung.
Welche akustischen Parameter müssen je ADA gemessen werden? Welche Bedingungen sind dabei zu beachten?
Je ADA sind Störschallpegel, Sprachschalldruckpegel, Signal-Rausch-Abstand und Sprachverständlichkeit (STI) zu messen. Die Messung erfolgt unter realistischen Betriebsbedingungen an den relevanten Aufenthaltsorten der Personen und muss die ungünstigsten akustischen Bedingungen berücksichtigen.
Wie kann das Prüfsignal auf eine SAA eingespeist werden?
Das Prüfsignal kann über Mikrofoneingang, externe Signalquelle oder spezielle Prüfeingänge der SAA eingespeist werden.
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