Welches Hauptziel verfolgt der Einsatz von integrierten Informationssystemen laut den Beispielfragen?
Wie wird die Integration von Geschäftsprozessen auf der Datenebene im SAP-System technisch sichergestellt?
Was verbindet die "horizontale Integration" im Gegensatz zur vertikalen Integration?
Was ist laut dem prozessgesteuerten Ansatz nach Stiehl der "Diamant" des Unternehmens?
Welche drei Attribute müssen bei der Identifikation von "Service Contracts" aus einem fachlichen Prozess zwingend dokumentiert werden?
Definition: Medienbruch
Unterbrechung des digitalen Datenflusses (z.B. manuelles Abtippen).
► ZIEL: Die Vermeidung von Medienbrüchen ist das absolute Kernziel integrierter Informationssysteme.
► BEISPIEL: Ein PDF ausdrucken, um Daten händisch in ein anderes System einzutippen.
Konzept: Probleme fehlender Integration (Anwendungsinseln)
PROBLEME FEHLENDER INTEGRATION:
- Mehrfacherfassung von Daten (Inhalt muss manuell an verschiedenen Stellen eingetippt werden).
- Redundante und potenziell widersprüchliche Datenhaltung in separaten Systemen.
- Hohe Fehleranfälligkeit und mangelnde Prozesstransparenz für das Management.
SAP-Konzept: Wie wird Integration auf Datenebene technisch sichergestellt?
Durch einen lückenlosen und nachvollziehbaren Belegfluss.
► BEISPIEL: Vom Kundenauftrag über die Lieferung bis zur Rechnung sind alle Dokumente im ERP fest miteinander verkettet.
Konzept: Vertikale vs. Horizontale Integration
- VERTIKAL: Verbindet Systeme über verschiedene Hierarchieebenen hinweg (z.B. Betriebsdaten an Planungssysteme leiten).
- HORIZONTAL: Verbindet Fachabteilungen entlang der Wertschöpfungskette (z.B. Einkauf ──▷ Produktion ──▷ Vertrieb).
Aufzählung: Die 7 Ebenen der Schichtenarchitektur (Moodle-Reihenfolge Top-Down)
DIE 7 EBENEN (TOP-DOWN):
1. GUI (Nutzeroberfläche)
2. Applications
3. Business Processes
4. Service Processes
5. Services
6. Core Systems (z.B. ERP, CRM, DMS, FIN)
7. Databases
▼ MOODLE-WARNUNG: Business Processes stehen zwingend ÜBER Service Processes! (Wichtig für Sortieraufgaben).
Zuordnung: Wo liegen "Process Orchestration" und "Data & Service Integration" im Schichtenmodell?
- PROCESS ORCHESTRATION: Liegt ganz oben (Ebene Business Processes). Steuert und überwacht den fachlichen Ablauf.
- DATA UND SERVICE INTEGRATION (z.B. ETL, ESB): Liegt unten (Brücke zu Core Systems/Databases). Verbindet die technischen Datenströme.
Konzept: Prozessgesteuerter Ansatz (SOA-Prinzip)
Trennt fachliche Prozesslogik radikal von der technischen System-Implementierung.
► VORTEIL: Fachprozesse bleiben dadurch hochgradig flexibel und unberührt von technischen Software-Wechseln.
Prozessgesteuerter Ansatz: Die 3 Ebenen nach Stiehl (Top-Down)
DIE 3 EBENEN NACH STIEHL (TOP-DOWN):
1. Prozessgesteuerte Anwendung (PDA): Rein fachliches, technikfreies BPMN-Modell ("Der Diamant").
2. Servicevertrag (Service Contract): Unveränderliche Brücke. Definiert zwingend: Name, Beschreibung und Input/Output.
3. SCIL (Service Contract Implementation Layer): Reine technische Integrationsebene (API-Aufrufe, DB-Zugriffe).
Fallstudie: Analysiere den folgenden Medienbruch und nenne die Lösung: Ein Kunde bestellt online. Ein Mitarbeiter druckt die Bestellung aus, tippt die Adresse ins CRM und die Rechnung ins ERP.
► PROBLEM: Fehlende horizontale Integration führt zu manuellem, fehleranfälligem Medienbruch.
► LÖSUNG: Ein übergeordneter fachlicher Prozess (Business Process) ruft automatisierte Dienste (Services) auf.
► EFFEKT: Die Services füttern die Core Systems (CRM, ERP) direkt ohne menschliches Zutun.
Zuletzt geändertvor 2 Tagen