Definieren Sie das Forschungsgebiet und das Ziel der Psychologie!
Das Wort Psychologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Lehre von der Seele“.
Heute versteht man darunter die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen.
-> Ziel der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu:
erfassen,
beschreiben,
erklären,
vorhersagen,
beeinflussen bzw. verändern.
Sie untersucht also, wie Menschen denken, fühlen und handeln.
Nennen Sie drei Arbeitsfelder von Psychologen und einen konkreten Arbeitsplatz, wo Ergotherapeuten und Psychologen zusammenarbeiten!
Drei Arbeitsfelder von Psychologen sind:
Klinische Psychologie
Schulpsychologie
Arbeits- und Organisationspsychologie
Ergotherapeuten und Psychologen arbeiten häufig gemeinsam in:
psychiatrischen Kliniken,
Rehabilitationskliniken,
Frühförderstellen,
Einrichtungen der Jugendhilfe.
Erläutern Sie, warum es sinnvoll ist, sich mit der Geschichte einer Wissenschaft bzw. eines Berufes zu beschäftigen!
Die Psychologie besitzt eine lange Vergangenheit, aber eine vergleichsweise kurze wissenschaftliche Geschichte.
Menschen wollten schon seit sehr langer Zeit menschliches Verhalten und Erleben verstehen, die wissenschaftlichen Methoden entwickelten sich jedoch erst später.
Die Beschäftigung mit der Geschichte einer Wissenschaft hilft dabei,
die Entwicklung von Theorien und Methoden zu verstehen,
heutige Erkenntnisse besser einzuordnen,
frühere Fehler und Fortschritte zu erkennen,
das eigene Berufsverständnis zu vertiefen.
Beschreiben Sie die Stufen der Wahrnehmungskette (nach Jaspers, Weizsäcker)!
Eher unwahrscheinlich dass die dran kommt
Ein Reiz trifft auf ein Sinnesorgan.
Der Reiz wird aufgenommen und weitergeleitet.
Im Gehirn erfolgt die Verarbeitung der Informationen.
Die Wahrnehmung wird interpretiert und erhält eine Bedeutung.
Daraus entsteht eine Reaktion oder Handlung.
Wahrnehmungskette:
Reiz → Aufnahme → Verarbeitung → Interpretation → Reaktion
Unterscheiden Sie „bottom-up“ und „top-down“ Verarbeitung im Wahrnehmungsprozess!
Bei der Bottom-up-Verarbeitung beginnt die Wahrnehmung mit den Sinnesreizen.
-> Die Informationen werden von den Sinnesorganen aufgenommen und Schritt für Schritt verarbeitet.
Bei der Top-down-Verarbeitung beeinflussen bereits vorhandenes Wissen, Erfahrungen, Erwartungen und Gefühle die Wahrnehmung.
-> quasi Informationsverarbeitung
Kurz gesagt:
Bottom-up = vom Reiz zur Bedeutung
Top-down = von Erfahrung und Vorwissen zur Bedeutung
Meist wirken beide Prozesse gleichzeitig zusammen.
Benennen Sie 4 verschiedene Traumtheorien!
Psychoanalytische Traumtheorie (Freud)
Aktivierungs-Synthese-Theorie
Informationsverarbeitungs-TheorieProblemlöse-Theorie
Beschreiben Sie ein Modell mit 4 verschiedenen Ebenen/Stufen des Bewusstseins!
Aktualbewusstsein: Alles, was uns im Moment bewusst ist.
Vorbewusstsein: Gerade nicht bewusst, aber leicht abrufbar.
Unterbewusstsein: Inhalte, die momentan nicht bewusst sind, aber unser Verhalten beeinflussen können
Kollektives Unbewusstsein (nach Jung): Gemeinsame, angeborene unbewusste Muster und Erfahrungen der Menschheit
Was bedeutet „infantile Amnesie“?
Alle perzeptiven , kognitiven und emotionale Prozesse, die im Gehirn des Fötus, das Säuglings und des Kleinkindes (vor Ausreifung eines erinnerungsfähigen Langzeitgedächtnises ablaufen (Bis ca 3 Jahre)
Definieren Sie den Begriff „Motivation“!
Motivation bezeichnet die Gesamtheit der Beweggründe, die körperliche und psychische Prozesse auslösen, steuern und aufrechterhalten. Sie führt dazu, dass Menschen zielgerichtet handeln.
Motivation entsteht durch das Zusammenspiel von Reizen aus der Umwelt, körperlichen Zuständen und der Bewertung dieser Reize im Gehirn. Sie beeinflusst, ob wir etwas aufsuchen oder vermeiden.
Merksatz: Motivation bringt Menschen dazu, ein Ziel anzustreben oder etwas zu vermeiden.
Erläutern Sie die Wechselwirkung von Leidensdruck und Motivation!
Damit Motivation entsteht, muss häufig ein unbefriedigtes Bedürfnis oder ein Mangelzustand vorhanden sein.
->Dieser erzeugt einen Spannungszustand, der auf Beseitigung drängt.
Je größer das Bedürfnis oder der empfundene Mangel, desto stärker ist meist die Motivation, etwas zu verändern.
->Deshalb kann Leidensdruck die Motivation erhöhen.
!Wird der Leidensdruck jedoch zu groß, kann dies auch zu Resignation führen.
Beschreiben und erläutern Sie die Motivationstheorie („Bedürfnispyramide“) von A. Maslow und nennen Sie ein praktisches Beispiel aus dem ergotherapeutischen Alltag, um die Sinnhaftigkeit dieser Theorie zu veranschaulichen!
Maslow entwickelte eine hierarchische Darstellung der menschlichen Bedürfnisse. Untere Bedürfnisse müssen zuerst erfüllt sein, bevor höhere wichtig werden.
Physiologische Bedürfnisse: Nahrung, Schlaf, Entspannung
Sicherheit: Schutz, Angstfreiheit
Soziale Bedürfnisse: Liebe, Zugehörigkeit
Wertschätzung: Selbstwert, Anerkennung
Selbstverwirklichung: Eigenes Potenzial entfalten
(Erweiterung: Transzendenz – Spiritualität, Einssein mit der Welt)
Ergotherapeutisches Beispiel: Ein Patient hat starke Schmerzen. Zuerst werden die Schmerzen behandelt (physiologische Bedürfnisse), danach kann an Alltagsaktivitäten und Hobbys (Selbstverwirklichung) gearbeitet werden
Erklären Sie, wodurch sich Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt und warum sie die Motivation stärkt!
Selbstwirksamkeitserwartung beschreibt den Glauben an die eigene Fähigkeit, schwierige Situationen erfolgreich bewältigen zu können.
Sie entsteht vor allem durch:
eigene Erfolgserlebnisse,
Modelllernen durch Vorbilder,
soziale Unterstützung,
günstige Lebenserfahrungen.
-> Wer überzeugt ist, Herausforderungen bewältigen zu können, geht Aufgaben motivierter an, zeigt mehr Ausdauer und gibt bei Schwierigkeiten weniger schnell
Erklären Sie den Begriff „Erlernte Hilflosigkeit“!
Erlernte Hilflosigkeit entsteht, wenn ein Mensch wiederholt erlebt, dass sein eigenes Handeln keinen Einfluss auf eine Situation hat und er keinerlei Kontrolle darüber hat
-> Dadurch verliert er den Glauben an seine Selbstwirksamkeit und entwickelt eine passive, hilflose Haltung.
Er erwartet, dass Anstrengungen ohnehin nichts verändern, und versucht deshalb oft gar nicht mehr, Probleme aktiv zu lösen.
Erklären Sie den Begriff „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung“!
unsere (positiven oder negativen) Gedanken bestimmen unsere Handlung und unsere Sicht der Dinge.
Eine sich-selbst-erfüllende Prophezeiung liegt vor, wenn Erwartungen oder Überzeugungen das eigene Verhalten so beeinflussen, dass die erwartete Situation tatsächlich eintritt.
!nicht gefragt!
Beispiel:
Ein Schüler glaubt, eine Prüfung nicht zu bestehen. Deshalb lernt er weniger, ist unsicher und schreibt tatsächlich eine schlechte Note. Seine Erwartung hat sich dadurch selbst erfüllt.
Beschreiben Sie das Verhalten des handlungsorientierten und des lageorientierten Menschen auf dem Weg zum Ziel! (je drei Verhaltensweisen)
Handlungsorientierter Mensch
richtet seine Aufmerksamkeit auf das Ziel,
beginnt aktiv mit der Umsetzung,
sucht nach Lösungen und Handlungsmöglichkeiten.
Lageorientierter Mensch
Zögert/schiebt auf/beschäftigt sich lange mit der Situation
grübelt über Zweifel/Probleme und Schwierigkeiten,
kommt schwer ins Handeln.
Beschreiben Sie das Verhalten des handlungsorientierten und des lageorientierten Menschen nach Hindernissen und Misserfolgen! (je drei Verhaltensweisen)
sucht nach neuen Lösungswegen,
lernt aus Fehlern,
verfolgt sein Ziel trotz Rückschlägen weiter.
beschäftigt sich lange mit dem Misserfolg,
zweifelt stärker an sich selbst,
gibt häufiger auf oder verzögert weiteres Handeln.
Beschreiben Sie, wodurch sich ein Zielanreiz bzw. Zielwert auszeichnet!
Der Zielanreiz beschreibt, wie attraktiv oder wertvoll ein Ziel für eine Person ist.
Ein Ziel motiviert besonders dann, wenn:
es persönlich wichtig ist,
als attraktiv empfunden wird,
erreichbar erscheint,
einen Nutzen oder eine Belohnung verspricht.
Je höher der persönliche Zielwert eingeschätzt wird, desto größer ist in der Regel die Motivation, Anstrengungen zur Zielerreichung auf sich zu nehmen.
Erklären Sie den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
Intrinsische Motivation liegt vor, wenn eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ausgeführt wird, zum Beispiel aus Interesse, Freude, Neugier oder persönlicher Begeisterung.
Extrinsische Motivation liegt vor, wenn eine Tätigkeit wegen äußerer Anreize ausgeführt wird, zum Beispiel wegen Geld, Lob, Anerkennung oder anderer Belohnungen
Nennen Sie die Art von Belohnung, die intrinsische Motivation steigern kann!
Intrinsische Motivation kann durch informative Belohnungen gesteigert werden.
-> Dazu gehören beispielsweise Lob oder positives Feedback, wenn sie das Gefühl von Kompetenz stärken. Solche Belohnungen vermitteln dem Menschen, dass er etwas gut kann, und fördern dadurch die Motivation
Nennen Sie die Arten von Belohnung, die für die intrinsische Motivation schädlich sein können
Schädlich können Belohnungen sein, die einen kontrollierenden Charakter haben, zum Beispiel ständige Kontrolle, Druck oder rein materielle Belohnungen.
-> Dadurch entsteht das Gefühl, die Tätigkeit nicht mehr aus eigenem Antrieb auszuführen.
Die Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung werden geschwächt, wodurch die intrinsische Motivation sinken kann.
Erklären Sie die Begriffe Realangst, neurotische Angst und Gewissensangst!
Realangst(sinnvolle) bezieht sich auf konkrete Gefahren aus der Außenwelt und entsteht durch eine tatsächlich vorhandene Gefahr in der Umwelt -> soll schützen
Beispiele nur zur Erklärung, nicht gefragt
-> Angst vor einem aggressiven Hund oder vor einem Verkehrsunfall.
Neurotische Angst (sinnlose) entsteht durch die Befürchtung, dass eigene Triebe oder Impulse außer Kontrolle geraten könnten. Die Gefahr kommt also aus dem Inneren der Person.
Beispiel: Angst, die Beherrschung zu verlieren oder unangemessen zu reagieren.
Gewissensangst entsteht durch den Konflikt mit den eigenen moralischen Vorstellungen und Werten. Man hat Angst vor Schuldgefühlen oder davor, gegen Normen zu verstoßen.
Beispiel: Ein schlechtes Gewissen nach einer Lüge.
Erläutern Sie die Funktion von Abwehrmechanismen!
Abwehrmechanismen sind unbewusste Schutzmechanismen des Ichs. Ihre Aufgabe besteht darin, Angst, innere Konflikte oder belastende Gefühle abzuwehren.
-> (Sie helfen dem Menschen dabei, psychisch belastende Situationen besser zu bewältigen und das seelische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.)
Erläutern Sie, wann Abwehrmechanismen dysfunktional werden!
Abwehrmechanismen werden dysfunktional, wenn sie dauerhaft und übermäßig eingesetzt werden und dadurch die Realität verzerren.
-> Anstatt Probleme zu lösen, verhindern sie dann eine angemessene Auseinandersetzung mit der Situation. Dies kann die persönliche Entwicklung, Beziehungen und die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Erläutern Sie drei Abwehrmechanismen Ihrer Wahl und geben Sie jeweils ein Beispiel!
Verdrängung
Belastende Gedanken, Erinnerungen oder Gefühle werden unbewusst aus dem Bewusstsein ausgeschlossen.
Beispiel: Eine Person erinnert sich nicht mehr an ein sehr belastendes Erlebnis.
Identifikation
eine Person übernimmt Eigenschaften, Verhaltensweisen oder Werte einer anderen Person , um sich sicherer oder stärker zu fühlen.
Beispiel: Ein Kind ahmt nach einem Krankenhausaufenthalt den Arzt nach und spielt zu Hause Untersuchungen mit seinem Teddy nach
Erläutern Sie die Methode der freien Assoziation
Die freie Assoziation ist eine Methode der Psychoanalyse.
! Der Patient soll alles aussprechen, was ihm spontan in den Sinn kommt, ohne Gedanken zu bewerten oder zurückzuhalten.
Dadurch sollen unbewusste Konflikte, Wünsche oder Erinnerungen sichtbar werden, die sonst verborgen bleiben.
-> Freud betrachtete die freie Assoziation als einen wichtigen Weg zum Unbewussten
Erläutern Sie die Begriffe Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung!
Widerstand liegt vor, wenn ein Patient bestimmte Themen, Erinnerungen oder Gefühle vermeidet, weil sie Angst oder Unbehagen auslösen.
Beispiel: Der Patient wechselt plötzlich das Thema, wenn über belastende Erlebnisse gesprochen wird.
Übertragung
Bei der Übertragung werden Gefühle, Erwartungen oder Beziehungsmuster aus früheren Beziehungen auf den Therapeuten übertragen.
Beispiel: Ein Patient erlebt den Therapeuten wie einen strengen Vater.
Gegenübertragung bezeichnet die Gefühle und Reaktionen des Therapeuten gegenüber dem Patienten.
Diese können durch die Übertragung des Patienten ausgelöst werden und müssen vom Therapeuten reflektiert werden.
Beschreiben Sie die psychosexuellen Entwicklungsphasen nach Freud!
Freud ging davon aus, dass die Persönlichkeitsentwicklung in verschiedenen psychosexuellen Phasen verläuft:
1. Orale Phase (0–1 Jahr)
Die Lustgewinnung erfolgt vor allem über den Mund, beispielsweise durch Saugen und Essen.
2. Anale Phase (1–3 Jahre)
Der Schwerpunkt liegt auf Ausscheidung und Kontrolle. Das Kind lernt Sauberkeit und Selbstkontrolle.
3. Phallische Phase (3–6 Jahre)
Das Interesse richtet sich auf die Geschlechtsorgane. Das Kind entwickelt ein Bewusstsein für Geschlechtsunterschiede.
4. Latenzphase (ca. 6 Jahre bis Pubertät)
Sexuelle Bedürfnisse treten in den Hintergrund. Lernen, Freundschaften und soziale Fähigkeiten gewinnen an Bedeutung.
5. Genitale Phase (ab Pubertät)
Die sexuelle Entwicklung reift aus. Beziehungen zu anderen Menschen und die Entwicklung einer erwachsenen Sexualität stehen im Vordergrund.
(Wichtig: Nach Freud können ungelöste Konflikte in einer Phase zu sogenannten Fixierungen führen, die das spätere Verhalten beeinflussen können.)
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