VL 1
1. Grundlegendes Materialwissen
Vorlesungsunterlagen + Agenda auf ILIAS
2. Verständnis von Nachhaltigkeitskonzepten
und Material-Bilanzierungen
Baustofflehre beschäftigt sich mit der Frage:
Aus welchen Materialien bestehen Gebäude und warum wählt man genau diese Materialien?
Es geht also nicht nur darum, welche Materialien es gibt, sondern auch:
Wie sie hergestellt werden
Welche Eigenschaften sie besitzen
Wie sie altern
Wie nachhaltig sie sind
Wie sie sich auf Architektur und Klima auswirken
Das Material bestimmt also häufig überhaupt erst, welche Architektur möglich ist.
Der Baustoff beeinflusst also die Atmosphäre eines Gebäudes.
3-Säulen-Modell
—> Heute so handeln, dass auch zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse noch erfüllen können.
=Wir dürfen Ressourcen nutzen, aber nicht so stark, dass sie irgendwann aufgebraucht sind oder das Klima dauerhaft geschädigt wird.
Beim Planen und Bauen soll man Ressourcen (Holz, Sand, Wasser, Energie usw.) verantwortungsvoll nutzen, damit:
Menschen heute gut leben können,
Menschen in Zukunft ebenfalls gut leben können,
die Natur sich regenerieren kann.
Ein Projekt ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn alle drei Bereiche berücksichtigt werden.
Vorrangmodell
Die Wirtschaft existiert nur innerhalb der Gesellschaft.
Die Gesellschaft existiert nur innerhalb einer funktionierenden Umwelt.
Die Natur ist die Grundlage für alles.
Ohne Natur gibt es
keine Rohstoffe
kein Wasser
keine Nahrung
keine Energie
kein Leben.
Deshalb ist Ökologie der größte Kreis.
Alles andere hängt von ihr ab.
Beispiele: Wälder, Böden, Luft, Wasser, Tiere, Pflanzen, Klima
Wenn diese Systeme zerstört werden,
funktionieren irgendwann auch Gesellschaft und Wirtschaft nicht mehr.
—> Der Schutz der Umwelt hat Vorrang, weil ohne intakte Ökosysteme langfristig weder Gesellschaft noch Wirtschaft bestehen können.
"Welcher Baustoff ist günstig?"
Sondern man fragt zusätzlich:
Woher kommt das Material?
Wie viel CO₂ entsteht?
Kann es recycelt werden?
Ist der Rohstoff endlich?
Welche Auswirkungen hat seine Gewinnung auf die Natur?
—> Das Vorrangmodell der Nachhaltigkeit stellt die Ökologie als Grundlage dar. Darin liegen die Gesellschaft und innerhalb dieser die Wirtschaft. Eine funktionierende Umwelt ist die Voraussetzung dafür, dass Gesellschaft und Wirtschaft überhaupt bestehen können.
Effizienz
Voller Ertrag bei geringem Ressourcen-Einsatz
> Verbesserte Technik und Prozesse
> Es geht um «Mengen», aber Werte bleiben relativ (z.B. kwh/m2)
= vergleich Energie pro Quadratmeter, Wasser pro Person, CO₂ pro Kilogramm Material
Rebound-Effekt=Man spart zwar Energie, nutzt das Produkt aber anschließend stärker oder größer, sodass der Vorteil wieder verloren geht.
zB
-energieeffizienter Kühlschrank → größerer Kühlschrank wird gekauft
-gut gedämmtes Haus → Bewohner heizen mehr
-sparsames Auto → Menschen fahren häufige
Konsistenz → umweltverträgliche und kreislauffähige Materialien und Prozesse (z. B. Recycling, erneuerbare Rohstoffe).
Suffizienz → den tatsächlichen Bedarf hinterfragen und unnötigen Verbrauch vermeiden (z. B. kleiner bauen statt immer größer).
Konsistenz
«Saubere» Abläufe und Ressourcenströme
> Bsp. Erneuerbare Energien, Cradle to Cradle, Circular Construction
>Es geht um Qualität von Produkten und Prozessen
—> Nicht unbedingt weniger verbrauchen, sondern die richtigen Materialien und Kreisläufe verwenden.—> mit Natur statt gegen die Natur arbeiten
"Wie kann ich Materialien und Prozesse so gestalten, dass sie der Umwelt nicht schaden?"—> es geht nicht um menge , somderdie Art und Qualität der Ressourcen.—> erneurarbare energie
-Cradle to Cradle (C2C)—>Von der Wiege zur Wiege.
Weil Materialien nicht zu Abfall werden sollen, sondern nach ihrer Nutzung wieder vollständig in einen neuen Kreislauf zurückkehren.
-Circular Construction (Kreislaufgerechtes Bauen)—> Gebäude werden so geplant,
dass ihre Bauteile später wieder getrennt und erneut verwendet werden können.
Es sollen nur noch Ressourcen und Technologien eingesetzt werden, die die natürlichen Ökosysteme nutzen, ohne sie dauerhaft zu schädigen oder zu zerstören.
—> Die Natur soll nicht ausgebeutet werden. Man möchte Materialien so auswählen, dass sie langfristig mit den natürlichen Kreisläufen vereinbar sind.
Suffizienz
Hinterfragen von Ansprüchen
> Was braucht es wirklich? Wieviel ist genug?
> Es geht um weniger Konsum und damit weniger Produktion
Den eigenen Bedarf hinterfragen und nur so viel verbrauchen, wie wirklich notwendig ist.—> nicht mehr wollen, sondern genug haben
-Hier wird also der Bedarf reduziert, nicht nur der Verbrauch pro Quadratmeter.—> weniger ressourcen nötig fpe weniger m^2
—> nciht technik wird besser , sindern umgang mit ressourcen
beispiel:
Ein Gebäude wird mehrfach genutzt.
Tagsüber:Schule
Abends:Verein
Wochenende:Kulturveranstaltungen
Dadurch muss kein zweites Gebäude gebaut werden.
Statt jede Familie besitzt ein Gästezimmer, gibt es gemeinsam nutzbare Gästezimmer im Wohnquartier. Dadurch wird insgesamt weniger Wohnfläche benötigt.
—>Sharing
—>Tauschen
—>Reparieren
Weil nicht jede Familie einen eigenen großen Garten oder Spielplatz braucht. Stattdessen werden Flächen gemeinsam genutzt. Dadurch werden weniger Ressourcen verbraucht und trotzdem entsteht eine hohe Lebensqualität.
Umsetze ist herausfordernd, weil sie eine verhaltensänderung der Menschen fordert
—> Suffizienz bedeutet, den eigenen Bedarf kritisch zu hinterfragen und den Konsum auf das notwendige Maß zu reduzieren.
Warum spielt Nachhaltigkeit im Bauwesen eine so große Rolle?
Nennen Sie die wichtigsten Umweltwirkungen des Bauwesens in Europa.
-Weil das Bauwesen einen sehr hohen Anteil am Energieverbrauch, den Treibhausgasemissionen, dem Rohstoffverbrauch, dem Wasserverbrauch und dem Abfallaufkommen hat. Nachhaltiges Bauen kann diese Umweltbelastungen deutlich reduzieren.
Bauhaus und International style
—>Neue Materialien ermöglichen neue Architektur.
Die Idee war:
einfache Formen
Funktion statt Dekoration
moderne Materialien
industrielle Fertigung
Typisch sind:
große Glasflächen
Stahlkonstruktionen
klare geometrische Formen
Flachdächer
—>„Less is more."
—>Sie zeigen, dass neue Baustoffe wie Stahl und Glas neue architektonische Möglichkeiten geschaffen haben. Materialien beeinflussen Form, Konstruktion und Gestaltung von Gebäuden.
I Material hat Eigenschaften
Was kann das Material?
Tragfähigkeit und Belastbarkeit?
Bauphysikalische Eigenschaen?
Fügung?
Bauprozess?
Was braucht das Material?
Ergänzung durch anderes Material?
Feuchteschutz?
Brandschutz?
beispiel ziegel
durckaufnahme—> druch materiql slbst
zugaufnahme—> durch form bauweise
Material hat Geschichte und Tradition
Materialien haben nicht nur technische Eigenschaften – sie haben auch eine Geschichte, eine kulturelle Bedeutung und verändern sich mit der Zeit.
Wie ist Material konnotiert?—> Welche Bedeutung oder welches Bild verbinden Menschen mit einem Material?
Wie wurde das Material historisch eingesetzt?
Beispiel Lehm:
Bauernhäuser
Scheunen
einfache Wohnhäuser
regionale Bauweise
Das erste Bild zeigt genau so ein altes Lehmhaus.
Durch wen und für was?
In welchem Kontext kennen wir es heute?
Wie schreiben wir Materialgeschichte weiter?
Neubewertung durch Polykrise?
Neue technische Möglichkeiten?
De-Stigmatisierung?
De-Kolonialisierung?
Material hat auswirkung
Jeder Baustoff hat Auswirkungen auf die Umwelt – schon bevor er überhaupt auf der Baustelle ankommt.
Verfügbarkeit?
Kann es nachwachsen?
Wie wird es gewonnen?
Transportweg—> Lange Transportwege verursachen zusätzliche Energieverbräuche und CO₂-Emissionen. Regionale Baustoffe sind deshalb häufig umweltfreundlicher.
Anthropogene Masse ist die gesamte vom Menschen hergestellte Masse, z. B. Gebäude, Straßen, Beton, Stahl oder Kunststoffe.
Wie wird es verarbeitet?
Energieverbrauch?
Emissionen
Giftstoffe?
Material hat Auswirkungen
Wie wird es eines Tages zurückgebaut?
Lebensdauer?
Wiederverwendbar (Re-Use)?
Wiederverwertbar (Recycling)?
(Biologisch) abbaubar..?
Was ist der Unterschied zwischen organischen und anorganischen Baustoffen?
Anorganisch bedeutet:
Materialien, die aus mineralischen oder metallischen Stoffen bestehen und nicht aus Lebewesen stammen.
Naturwerksteine
Lehmbaustoffe
Keramische Baustoffe
Baustoffe mit mineralischen Bindemitteln
Metalle
Glas
Organisch bedeutet:
Materialien, die aus lebenden Organismen stammen oder auf Kohlenstoffverbindungen basieren
Dazu gehören:
Holz—> weil es aus bäumen stammt
Kunststoffe—> weil sie aus organischen Kohlenstoffverbindungen (meist Erdöl) hergestellt werden.
—> Anorganische Baustoffe bestehen überwiegend aus mineralischen oder metallischen Stoffen (z. B. Naturstein, Glas, Beton oder Stahl).Organische Baustoffe stammen aus lebenden Organismen oder bestehen aus organischen Kohlenstoffverbindungen (z. B. Holz oder Kunststoffe).
Natursteine werden direkt aus Steinbrüchen gewonnen.
Sie werden geteilt in
Erstarrungsgesteine:
-entstehen durch das Erstarren von Magma: Granit oder Basalt
-sehr hart, druckfest, witterungsbeständig
Ablagerungsgestein:
-enstehen durch ablagerung: Sanstein, Kalkstein
Umwandlungsgesteine
-ensteheh durch Druck oder hohe Temperatur
-Marmor, Gneis, QUarzit
Regionaler Baustoff
unterscheidung zweischen: Lehmziegel, STampflehm und Lehmputz
brennen von Ton oder Lehm—> dadurch wird das Merial dauerhaft fest
man unterscheidet:
-Grobkeramik: dach oder Ziegel
-Feinkeramik:Fliesen, waschbecken , oder Porzelan
-Sonerkeramik. Technische Keramik, Hochleistungskeramik
Baustoffe mit mineralischem Bindemitteln
verbindet andere stoffe
zb
Mörtel verbindet Ziegel
-Zement Bindemittel für Beton
-Gips für Innenausbau
-Beton besteht aus: Zement, Wasser, Sand, Kies
Metallische Baustoffe
Eisemetalle
Zum Beispiel:
Stahl
Gusseisen
Nichteisenmetalle: Diese enthalten kaum Eisen.
Schwermetalle: Kupfer, Zink, Blei
Leichtmetalle: Aluminium, Magnesium, Titan
Glas: Fotoglas, sicherheitsglas, Isolierglas
Kunstoffe werden nach ihrem Verhalten bei Wärme eingeteilt
Kunststoffe
werden nach ihrem Verhalten bei Wärme eníngeteilt
-Thermplasten: Werden bei Wärme weich: PVC, PE
-Duroplasten: bleiben hart. lassen sich nach dem Aushärten nciht mehr schmelzen
-Elastomere: sind elastisch; Gummi , Silikon
Holz
Holzarten
Fichte
Tanne
Eiche
Buche
Holzwerkstoffe:
Sperrholz
OSB
Brettsperrholz (CLT)
Spanplatten
VL 2
Geschichte des Holzbaus – von der vorindustriellen Zeit bis zur heutigen Renaissance des Holzbaus.
Vom traditionellen Fachwerk zum modernen nachhaltigen Holzbau
vorinstustrieller Fachwerkbau; bis ca 1800
—> Vor der Industrialisierung war Holz der wichtigste Baustoff überhaupt
—> regional verfügbar,leicht zu bearbeiten, keine industriellen baustoffe waren verfügbar
-fachwerk unterschied sich von region—> Klima, verfügbare Holzarten, und handwerkliche kenntisse
-15 jahre später begann man das Fachewrk zu verputzen—> nicht mehr modern
-erst 20jhd fachwerk wieder modern
-waldnutzung bis 1800: 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft.—> waldbestand nahm immer weiter ab
-bis industrialisierung bevölkerungswachstum- waldverlust—> Holzknappheit und Ressourcenmangel.
-Entstehung des Nachhaltigkeitsbegriffs: Hans Carl von Carlowitz1713 veröffentlichte er das Buch: Sylvicultura oeconomica
—> Er forderte nur so viel Holz zu schlagen, wie wieder nachwachsen kann.
Das bezeichnete er als nachhaltende Nutzung.
-änderung durch industrialisierung-_> eisen nach 1850, STahl Nach 1900:, beton, Stahlbeton, Kohle als neue materialien und Energieträger—> druck auf wälder verringert sich
Holz verlor seine Stellung als wichtigster Baustoff.
Gründerzeit:
Das Tragwerk der Gebäude bestand oft aus Mauerwerk,
während Dächer und Decken weiterhin aus Holz gefertigt wurden.
-20,jhd Holzbausysteme ➡️ Das war der Beginn der heutigen Fertigbauweise.
Holz in der NS-Zeit 1933-45: Holz wurde ideologisch als deutsche Tradition dargestellt und dem modernen Bauen gegenübergestellt.
Holz heute wieder an Bedeutung
Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, CO₂ speichert und durch moderne Holzwerkstoffe und Verbindungstechniken auch für große Gebäude geeignet ist.
Neue Wege im Holzbau
Steigender Anteil von Holz im Wohnungsbau
➡️ Der Anteil hat sich seit 1991 nahezu verdreifacht.
vA BWB
Der Trend zeigt, dass Holz im Neubau zunehmend als nachhaltige Alternative zu Beton und Stahl genutzt wird.
Durch neue Technologien erlebt der Holzbau heute eine starke Weiterentwicklung. Moderne Fertigungsmethoden machen das Bauen schneller, präziser und nachhaltiger.
Robotik:
-Einsatz von Robotern bei der Fertigung und Montage von Holzelementen.
-Höhere Präzision und geringerer Materialverbrauch.
-Komplexe Bauteile können automatisiert hergestellt werden.
➡️ Vorteil: schneller, präziser und wirtschaftlicher bauen.
Modulare Vorfertigung
- Große Wand-, Decken- oder Raummodule werden im Werk vollständig vorgefertigt.
-Auf der Baustelle werden sie nur noch montiert.
Vorteile: kürzere Bauzeit, bessere Qualität durch Fertigung im Werk, weniger Witterungseinflüsse, geringere Baustellenbelastung
Serielle Aufstockung und Sanierung
Holz eignet sich besonders gut für das Bauen im Bestand, weil es im Vergleich zu Beton oder Mauerwerk ein geringes Eigengewicht besitzt.
Dadurch können bestehende Gebäude einfach erweitert werden.
typische Möglichkeiten:
Aufstockung: zusätzliche Geschosse auf ein bestehendes Gebäude setzen.
Anbau: Gebäude seitlich erweitern.
Füllung: Baulücken zwischen bestehenden Gebäuden schließen.
Hülle: bestehende Gebäude mit einer neuen Gebäudehülle energetisch sanieren.
—> Serielle und effiziente ausführung
Der moderne Holzbau setzt auf Digitalisierung, Robotik und industrielle Vorfertigung. Dadurch lassen sich Gebäude schneller, nachhaltiger und besonders gut im Bestand erweitern oder sanieren.
CO₂-Speicherung im Wald und in Holzprodukten
Während ihres Wachstums nehmen Bäume CO₂ aus der Atmosphäre auf.
➡️ Den Kohlenstoff bauen sie in ihre Biomasse (Holz) ein.
Dadurch wird CO₂ langfristig gespeichert, solange das Holz erhalten bleibt.
1 m³ Holz bindet fast 1 Tonne CO₂ (≈ 0,9–1,0 t CO₂).
Wird das Holz als Baustoff genutzt, bleibt dieses CO₂ über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes gespeichert.
Deshalb wirken Holzgebäude als Kohlenstoffspeicher.
Die Grafik zeigt den Kreislauf:
Wald wächst und speichert CO₂.
Ein Teil des Holzes wird entnommen.
Daraus entstehen langlebige Holzprodukte (z. B. Gebäude).
Im Wald wachsen neue Bäume nach und nehmen erneut CO₂ auf.
➡️ So entstehen zwei Kohlenstoffspeicher:
Wald
Holzprodukte
Bäume nehmen beim Wachstum CO₂ auf und speichern den Kohlenstoff im Holz. Wird Holz langfristig als Baustoff genutzt, bleibt dieses CO₂ über Jahrzehnte gebunden. Deshalb sind sowohl der Wald als auch Holzprodukte wichtige Kohlenstoffspeicher.—> als ersatz emissionsreicher Baustoffe
Holz ist ein natürlicher Baustoff
Bäume sind unter bestimmten Bedingungen
gewachsen und haben dementsprechende
Eigenschaen.
Holz ist brennbar und regiert auf seine
Umgebung, sowie auf Veränderungen in der
Umgebung (Feuchte, Licht).
Holz verfärbt sich, verformt sich, riecht…
in Naturprodukt. Deshalb besitzt jedes Stück Holz individuelle Eigenschaften, die von den Wachstumsbedingungen des Baumes abhängen.
Die Eigenschaften werden beeinflusst durch:
Klima
Boden
Wasserangebot
Sonneneinstrahlung
Baumart
Wachstumsgeschwindigkeit
➡️ Daher gleicht kein Holzstück exakt einem anderen.
Da Holz hygroskopisch ist (Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann), verändert es sich im Laufe der Zeit.
Es reagiert auf:
Feuchtigkeit
Temperatur
Lichteinstrahlung (UV-Strahlung)
Witterung
Dadurch kann Holz:
sich verfärben
quellen (bei Feuchtigkeit)
schwinden (beim Trocknen)
sich verformen bzw. verziehen
seinen Geruch verändern
Im Gegensatz zu mineralischen Baustoffen ist Holz ein brennbarer Baustoff.
Trotzdem kann Holz im Brandfall ein gutes Tragverhalten besitzen, weil sich außen eine verkohlte Schutzschicht bildet, die das innere Holz schützt
Anatomischer Aufbau von Holz
Mittelpunkt des Stammes.
Entsteht beim jungen Baum.
Hat später kaum noch eine Funktion.
Innerer, älterer Teil des Stammes.
Besteht aus abgestorbenen Zellen.
Dient hauptsächlich der Tragfähigkeit.
Ist meist dunkler, trockener und widerstandsfähiger gegen Pilze und Insekten.
Liegt zwischen Kernholz und Rinde.
Besteht aus lebenden Holzzellen.
Transportiert Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln zu den Blättern.
Ist meist heller und feuchter als Kernholz.
Entsteht im Frühjahr.
Helle Farbe.
Große Zellen mit dünnen Zellwänden.
Dient vor allem dem Wassertransport.
Entsteht im Sommer bzw. Herbst.
Dunklere Farbe.
Kleine Zellen mit dicken Zellwänden.
Sorgt für hohe Festigkeit.
➡️ Frühholz + Spätholz bilden zusammen einen Jahresring.
Sehr dünne Wachstumsschicht.
Bildet jedes Jahr neues Holz nach innen und neue Rinde nach außen.
Verantwortlich für das Dickenwachstum des Baumes.
Transportiert die in den Blättern gebildeten Nährstoffe nach unten in den Stamm und zu den Wurzeln.
Äußere Schutzschicht des Baumes.
Schützt vor:
Verletzungen
Pilzen
Insekten
Schnitt quer zur Stammachse.
Hier erkennt man die Jahresringe besonders gut.
Schnitt durch die Stammmitte.
Verläuft entlang der Markröhre.
Zeigt eine gerade Maserung.
Schnitt parallel zur Stammachse, aber außerhalb der Stammmitte.
Zeigt die typische "Fladerung" bzw. bogenförmige Holzzeichnung.
Die Eigenschaften von Holz variieren je nach:
Teil des Baumes
Herkunft und Standort
Holzart
Astigkeit
Feuchtegehalt
Faserrichtung
Diese Faktoren beeinflussen z. B.:
Festigkeit
Dauerhaftigkeit
Schwind- und Quellverhalten
Bearbeitbarkeit
Aussehen
Anisotropie bedeutet, dass die Eigenschaften eines Materials von der Richtung abhängen.
➡️ Holz ist anisotrop, weil es aus parallel verlaufenden Fasern besteht.
Dadurch besitzt Holz längs zur Faser andere Eigenschaften als quer zur Faser.
Die Zellen und Fasern des Holzes verlaufen überwiegend in Längsrichtung des Stammes.
Dadurch kann Holz Kräfte entlang der Fasern wesentlich besser übertragen als quer dazu.
sehr hohe Festigkeit
hohe Steifigkeit
große Tragfähigkeit
➡️ Holz kann etwa 10-mal mehr Kraft aufnehmen als quer zur Faser.
deutlich geringere Festigkeit
leichter zusammendrückbar
empfindlicher gegenüber Belastungen
in der planung balken oder stütze—> so angeordnet, dass die Hauptkräfte parallel zur Faserrichtung verlaufen.
Feuchtebedingte Formänderungen des Holzes
Holz ist hygroskopisch. Das bedeutet:
➡️ Es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab.
Dadurch verändert sich sein Volumen.
Feuchtigkeit aufnehmen → Quellen
Feuchtigkeit abgeben → Schwinden
Schwinden bedeutet: beim Trocknen
Das Holz verliert Wasser an die Umgebung.
➡️ Feuchtigkeitsgefälle vom Holz zur Luft
Folge:
Holz zieht sich zusammen.
Es wird kleiner.
Es können Risse entstehen.
Quellen bedeutet: bei Feuchtigkeitsaufnahme
Das Holz nimmt Wasser aus der Luft auf.
➡️ Feuchtigkeitsgefälle von der Luft zum Holz
Holz dehnt sich aus.
Es wird größer.
Holz schwindet und quillt nicht in allen Richtungen gleich stark.
Das hängt mit der Anisotropie zusammen:
längs der Fasern fast keine Änderung
quer zur Faser deutlich größere Änderung
Dadurch entstehen Spannungen und Verformungen.
stärkste verziehung :Das Seitenbrett, da es sich durch die ungleichmäßige Anordnung der Jahresringe stark hochzieht.
Holzarten und ihre Verwendung
Baumbereich
Verwendung
Krone
bleibt oft im Wald oder wird als Brennholz genutzt
Industrieholz
Spanplatten, Holzwerkstoffe, Papier
Zopfstück (oberer Stamm)
Kanthölzer, Bahnschwellen, Parkett, Paletten
Mittelstamm
Kanthölzer, Bretter, Pfosten, Massivholzprofile
Erdstamm (unterer Stamm)
hochwertiges Bauholz, Hobelware, Leimholz, Furnier, Massivholzprofile
Wurzelstock
teilweise für Furnier geeignet
➡️ Der untere Stamm ist:
dicker,
gerader,
astärmer,
daher qualitativ hochwertiger.
Deshalb entstehen daraus hochwertige Bauprodukte.
➡️ Nadelholz ist das wichtigste Bauholz im Hochbau.
Fichte ist:
leicht
günstig
wächst schnell
gut verfügbar
leicht zu bearbeiten
besitzt trotzdem eine gute Tragfähigkeit.
Deshalb ist sie das wichtigste Bauholz in Deutschland.
—>Je nach Bereich des Baumstamms entstehen unterschiedliche Holzqualitäten. Der untere Stamm liefert hochwertiges Bauholz. Grundsätzlich unterscheidet man Nadelholz (leicht, schnell wachsend, gut bearbeitbar) und Laubholz (hart, dicht, langsam wachsend). Für tragende Holzkonstruktionen wird überwiegend Nadelholz – insbesondere Fichte – verwendet.
Nadelhülzer :Fichte baut – Kiefer schützt – Lärche & Douglasie stehen draußen – Tanne harzt nicht.
Laubhölzer: Buche = Möbel, Eiche = Brücken, Robinie = draußen, Esche = biegsam, Walnuss = Luxus.
Welches Holz wird im Hochbau am häufigsten verwendet? ➡️ Fichte
Welches Holz eignet sich für den Außenbereich? ➡️ Lärche, Douglasie, Robinie, Eiche
Welches Holz wird für Möbel und Parkett verwendet? ➡️ Buche, Eiche, Walnuss
Welches Holz ist besonders elastisch? ➡️ Esche
Obwohl Holz brennbar ist, besitzt es im Brandfall ein gut berechenbares Verhalten. Das macht es als Baustoff oft sicherer, als viele denken.
Wenn Holz brennt, bildet sich außen eine Kohleschicht.
➡️ Diese Schicht wirkt wie eine natürliche Schutzschicht:
sie isoliert das Innere,
verlangsamt das weitere Abbrennen,
schützt den tragenden Kern.
👉 Das Holz brennt also nicht schlagartig vollständig ab.
Holzkonstruktionen verlieren ihre Tragfähigkeit langsam und vorhersehbar.
Das bedeutet:
das Bauteil wird nach und nach kleiner,
die Tragfähigkeit nimmt langsam ab,
Ingenieure können die Abbrandrate (wie viele Millimeter Holz pro Minute verkohlen) berechnen und Bauteile entsprechend größer dimensionieren.
➡️ Im Gegensatz zu Stahl, der bei hohen Temperaturen plötzlich stark an Festigkeit verliert.
Trotz der Vorteile gibt es Gefahren:
Flash-Over = plötzliche Durchzündung eines Raumes, wenn sich alle brennbaren Gase gleichzeitig entzünden.wodurch sich das Feuer explosionsartig ausbreitet.
Beim Verbrennen wird das im Holz gespeicherte CO₂ wieder freigesetzt.
Holz ist ein natürlicher Baustoff und kann deshalb von Pilzen und Insekten befallen werden. Dadurch kann die Tragfähigkeit des Holzes stark beeinträchtigt werden.
Die wichtigste Ursache ist:
➡️ Feuchtigkeit
Feuchtes Holz bietet ideale Bedingungen für:
Pilze
Trockenes Holz wird dagegen deutlich seltener befallen.
Pilze zersetzen die Holzsubstanz.
Folgen:
Holz wird weich.
Holz verliert Festigkeit.
Tragende Bauteile können versagen.
Typische Anzeichen:
Verfärbungen
Pilzgeflecht
modriger Geruch
bröckeliges Holz
Holzinsekten (z. B. Holzwurm oder Hausbock) fressen Gänge in das Holz.
Hohlräume entstehen.
Tragfähigkeit nimmt ab.
Die Konstruktion wird geschwächt.
Ein starker Befall kann:
die Holzstruktur zerstören,
Balken instabil machen,
im schlimmsten Fall ganze Gebäudeteile gefährden.
Deshalb steht auf der Folie:
"Kann Struktur zersetzen / Haus auffressen."
➡️ Die Tragfähigkeit des Balkens ist stark vermindert.
schutz : ✅ Holz trocken halten.
konstruktiven Holzschutz (kein stehendes Wasser)
gute Belüftung
Schutz vor Regen
Vermeidung von Feuchtigkeit
Chemischer Holzschutz wird heute nur eingesetzt, wenn konstruktiver Holzschutz nicht ausreicht.
Witterungseinflüsse auf Holz
Holz verändert mit der Zeit sein Aussehen.
Die häufigste Veränderung ist die Vergrauung durch UV-Strahlung (Sonne) und Regen.
➡️ Wichtig: Die Vergrauung ist meist nur ein optischer Effekt und bedeutet nicht, dass das Holz geschädigt ist.
UV-Strahlung baut die oberste Holzschicht ab.
Regen wäscht diese Schicht langsam aus.
Dadurch entsteht die typische silbergraue Oberfläche.
➡️ Deshalb werden viele Holzfassaden nach einigen Jahren grau
Auch im Innenraum verändert UV-Licht die Farbe.
Beispiel:
Unter einem Teppich bleibt das Holz hell.
Die freiliegenden Stellen werden dunkler bzw. verändern ihre Farbe.
Kann man die Vergrauung verhindern?
Ja, durch:
Holzlasuren
UV-Schutzanstriche
regelmäßige Pflege
Ohne Schutz vergraut fast jede Holzfassade mit der Zeit.
PEFC = Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft.→ Es bedeutet, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird (es wird z.B. nicht mehr gefällt als nachwächst).
Waldfläche: 11,1 Mio. ha
66,7 % sind PEFC-zertifiziert.
➡️ Deutschland nutzt überwiegend nachhaltig bewirtschaftete Wälder.
42,6 % der Waldfläche ist zertifiziert.
Nur 7,8 % der Wälder sind zertifiziert.
➡️ Weltweit ist nachhaltige Forstwirtschaft deutlich seltener.
Deutschland hat einen sehr hohen Anteil nachhaltig bewirtschafteter Wälder, weltweit ist dieser Anteil jedoch noch gering.
diagramm
Links: Aufkommen (Supply)
Holz stammt aus:
🌲 Einschlag (gefällte Bäume)
♻️ Altholz (Recycling)
📄 Altpapier (Papierrecycling)
🚢 Importen
Das Holz wird:
🏠 verbraucht (Bau, Möbel, Papier usw.)
🚢 exportiert
📦 teilweise gelagert
—> Holzvebrauch stark gestoegen in den öetztn jahren
Waldumbau im Klimawandel
Früher wurden in Deutschland viele Fichten-Monokulturen angelegt.
Monokultur = Es wächst fast nur eine Baumart.
Das war wirtschaftlich praktisch, ist heute aber ein großes Problem.
sie sind fällig für Dürren, Borkenkäfer und stürme.
→ Wenn eine Baumart geschädigt wird, kann gleich der ganze Wald betroffen sein.
➡️ Immer mehr Holz muss wegen Käferbefall gefällt werden.
Anstatt nur Fichten anzupflanzen, werden heute Mischwälder aufgebaut.
verschiedene Baumarten
verschiedene Altersklassen
höhere Widerstandsfähigkeit
Wenn eine Baumart ausfällt,
→ bleiben die anderen erhalten.
➡️ Die Nutzung der Holzarten wird diversifiziert.
Dadurch ist der Wald:
stabiler
widerstandsfähiger gegen Klimawandel
weniger anfällig für Schädlinge
besser gegen Stürme
—>Durch den Klimawandel werden Fichten-Monokulturen zunehmend geschädigt. Deshalb setzt der Waldumbau auf artenreiche Mischwälder, die widerstandsfähiger und nachhaltiger sind.
= Das Alter, in dem ein Baum für die Holznutzung gefällt wird.
Douglasie: 60–100 Jahre
Fichte: 80–120 Jahre
Kiefer: 80–140 Jahre
Tanne: 90–130 Jahre
Lärche: 100–140 Jahre
➡️ So lange muss man ungefähr warten, bis das Holz genutzt werden kann.
Das ist das Alter, das ein Baum ohne Fällung erreichen könnte.
—> ZB 400-700 jahre
wie lange nutzen wir gebäude zum vergleich?
➡️ Gebäude halten oft deutlich kürzer als der Baum theoretisch leben könnte.
Holz sollte nach der Nutzung möglichst weiterverwendet oder recycelt werden, statt verbrannt oder entsorgt zu werden.
VL 3
Naturstein
Was ist Naturstein?
Naturstein ist ein natürlich entstandener Baustoff, der aus Steinbrüchen gewonnen wird.
➡️ Er wird nicht künstlich hergestellt, sondern nur: abgebaut, zugeschnitten, bearbeitet.
Naturstein ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Er besitzt eine hohe Druckfestigkeit, ist sehr langlebig und wird seit Jahrtausenden für tragende Bauwerke wie Pyramiden und Tempel verwendet
Es gibt drei Hauptarten von Naturstein:
➡️ Entstehen, wenn Magma oder Lava abkühlt und erstarrt.
Eigenschaften:
sehr hart
hohe Druckfestigkeit
sehr witterungsbeständig
Beispiele: Granit ⭐ (der wichtigste!), Basalt, Diorit
Magma → Erstarrung → Granit
➡️ Entstehen durch Ablagerung von Sand, Schlamm, Kalk oder Schalen von Meerestieren. Mit der Zeit werden diese Schichten unter Druck zu Gestein.
oft weicher
geschichtet
leichter zu bearbeiten
Beispiele: Kalkstein ⭐ (wie bei den Pyramiden!), Sandstein, Tonstein
Ablagerung → Schichten → Kalkstein
➡️ Entstehen aus bereits vorhandenen Gesteinen, die durch hohen Druck und hohe Temperatur umgewandelt werden.
sehr dicht
oft sehr edel
häufig dekorativ
Beispiele: Marmor ⭐ (entsteht aus Kalkstein), Gneis (entsteht aus Granit), Quarzit (entsteht aus Sandstein)
Druck + Hitze → Umwandlung → Marmor
Die Pyramide wurde etwa 2600 v. Chr. in Ägypten gebaut.
Sie bestand aus zwei verschiedenen Kalksteinen:
günstiger
direkt vor Ort vorhanden
bildet die tragende Konstruktion
hochwertiger weißer Kalkstein
sehr glatt
reflektierte das Sonnenlicht
Deshalb sah die Pyramide früher ungefähr so aus: komplett weiß und glänzend.
Heute fehlen diese Verkleidungssteine fast vollständig
Gewicht: Ein Steinblock konnte bis zu 10 Tonnen wiegen.
➡️ Das zeigt:
Naturstein kann extrem große Lasten aufnehmen.
Der Tempel in Athen besteht ebenfalls aus Naturstein.
Hier wurden riesige Steinblöcke und Säulen präzise bearbeitet.
Das zeigt:
Naturstein eignet sich nicht nur für massive Bauwerke wie Pyramiden,
sondern auch für
Tempel
Säulen
Fassaden
Skulpturen.
aus behauenen Natursteinen
ohne Mörtel (mörtellos gefügt)
die Steine sind keilförmig (Keilsteine)
➡️ Die Steine drücken sich gegenseitig fest.
aus vielen kleinen Ziegeln
zwischen den Ziegeln liegt Mörtel
deshalb sieht man dicke Mörtelfugen
➡️ Naturstein ist extrem druckfest.
Ein Bogen leitet alle Lasten als Druckkräfte in die seitlichen Auflager ab.
Es entstehen fast keine Zugkräfte.
Da Naturstein Druck sehr gut aufnehmen kann, eignet er sich perfekt für Bögen.
Die Bogenform sorgt dafür, dass Zugkräfte gar nicht erst entstehen bzw. stark reduziert werden.
durckkräft:➡️ Druckkräfte, die seitlich in die Auflager geleitet werden.
Erstarrungsgestein
Magma steigt aus dem Erdinneren auf. Beim Abkühlen wird daraus Stein.
➡️ Deshalb heißen sie Erstarrungsgesteine.
➡️ Kristalle haben viel Zeit zu wachsen. → grobkörnig
Beispiel: ⭐ Granit
Eigenschaften: sehr hart, sehr druckfest, witterungsbeständig, gut polierbar
Langsam = große Kristalle = Granit
Die Lava kühlt sofort ab. Kristalle können kaum wachsen.
→ feinkörnig
Beispiel: ⭐ Basalt
Eigenschaften: hart, feinkörnig, eher spröde
Schnell = kleine Kristalle = Basalt
Sedimenztgesteine
Durch
Sand
Schlamm
Kalk
Muscheln
Fossilien
werden Schichten gebildet. Diese werden mit der Zeit zusammengedrückt und verfestigt. ➡️ Daraus entstehen Sedimentgesteine.
⭐ Sandstein
⭐ Kalkstein
⭐ Travertin
häufig Schichten sichtbar
eher weich bis mittelhart
gut bearbeitbar
oft porös
können Fossilien enthalten
empfindlicher gegen Säuren
Die Pyramiden bestehen aus
➡️ Kalkstein
Und Kalkstein ist ein
➡️ Sedimentgestein.
Metamorphe gesteine
Ein vorhandenes Gestein wird tief in der Erde, unter hohem Druck und hoher Temperatur umgewandelt.
Es schmilzt nicht, sondern verändert nur seine Struktur.
⭐ Marmor
⭐ Gneis
Marmor entsteht aus Kalkstein.
Also: Kalkstein—>Druck + Temperatur—>Marmor
sehr fest
oft schöne Maserung
gut polierbar
hochwertiger Naturstein
Deutschland besitzt viele regionale Natursteinvorkommen. Historisch wurde überwiegend mit lokal verfügbarem Naturstein gebaut, weshalb sich die Bauweisen und Fassaden regional unterscheiden.
Schwarzwald/Bayerischer Wald → viel Granit
Eifel → viel Basalt
Fränkische Alb → viel Kalkstein
Elbsandsteingebirge → viel Sandstein
Rheinisches Schiefergebirge → viel Schiefer
Härten
👉 Natursteine unterscheiden sich in ihrer Härte.
Die Härte wird mit der Mohs-Härteskala angegeben (1–10).
1 = sehr weich
10 = extrem hart
Die Skala beschreibt die Ritzhärte:
Ein härterer Stoff kann einen weicheren ritzen.
Mohs Härtegrad
Mineral
Merkhilfe
1
Talk
mit Fingernagel schabbar
2
Halit
mit Fingernagel ritzbar
3
Kalzit
mit Kupfermünze ritzbar
4–5
Fluorit / Apatit
mit Messer ritzbar
6
Feldspat
ritzt Glas
7
Quarz
10
Diamant
härtestes natürliche Material
Je härter der Stein,
✅ desto kratzfester ✅ desto verschleißfester ✅ desto langlebiger
Aber:
➡️ Härtere Steine sind meist schwieriger zu bearbeiten.
Marmor → enthält Kalzit → Mohs ca. 3
eher weich
lässt sich gut bearbeiten
bekommt leichter Kratzer
Granit → enthält viel Quarz und Feldspat → Mohs ca. 6–7
deutlich härter
sehr widerstandsfähig
gut für Treppen, Küchenplatten oder Fassaden
Wärmeleitfähigkeit
1. Wärmeleitfähigkeit → Wie schnell geht Wärme durch das Material?
👉 Naturstein leitet Wärme relativ gut und ist deshalb kein guter Dämmstoff.
Es vergleicht Rohdichte (x-Achse) und Wärmeleitfähigkeit λ (y-Achse).
Rohdichte (kg/m³)
→ Je weiter rechts, desto dichter und schwerer ist das Material.
Wärmeleitfähigkeit λ [W/(m·K)]
→ Je höher der Wert, desto besser wird Wärme geleitet
—> Je dichter ein Material ist, desto besser leitet es Wärme.
(z.B. Granit, Basalt, Marmor)
➡️ ≈ 3,5 W/(m·K)
→ sehr gute Wärmeleiter
(z.B. Sandstein)
➡️ ≈ 2,3 W/(m·K)
→ leiten ebenfalls gut Wärme
➡️ ≈ 0,55 W/(m·K)
→ wegen der vielen Luftporen deutlich bessere Dämmung
Naturstein hat aufgrund seiner hohen Rohdichte eine hohe Wärmeleitfähigkeit und eignet sich deshalb nicht als Wärmedämmstoff. Poröse Natursteine (z. B. Lavagestein) dämmen etwas besser, erreichen aber nicht die Dämmwirkung von Dämmstoffen.
➡️ Für die Wärmedämmung gilt:
Je kleiner λ, desto besser dämmt das Material.
zusätzlicher dämmstoff ist nötig
Hier ist Naturstein richtig gut.
Durch seine
hohe Dichte
hohe Masse
kann Naturstein sehr viel Wärme aufnehmen und später wieder abgeben.
Das nennt man Speichermasse oder thermische Masse.
Alterung bzw. Verwitterung von Naturstein
Naturstein ist zwar sehr langlebig, aber nicht unzerstörbar. Durch Umwelteinflüsse verändert und schädigt er sich im Laufe der Zeit.
Wasser dringt in Poren und Risse ein.
Dadurch entstehen:
Frostsprengung (Wasser friert → dehnt sich um ca. 9 % aus → Stein reißt)
Auswaschung von Mineralien
chemische Reaktionen (z. B. Kalkstein löst sich durch sauren Regen)
➡️ Deshalb ist Wasser der häufigste Grund für Schäden an Naturstein.
Durch Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Stein.
Nachts kühlt er wieder ab.
Dieses ständige Ausdehnen und Zusammenziehen erzeugt Spannungen.
Mit der Zeit entstehen:
kleine Risse
Abplatzungen
Materialermüdung
Wind, Sand und Regen schleifen die Oberfläche langsam ab.
Dadurch werden:
Kanten rund,
Reliefs undeutlich,
Oberflächen rau.
Das passiert besonders bei weicheren Steinen wie Sandstein.
Pflanzenwurzeln wachsen in kleine Risse.
Beim Dickenwachstum drücken sie den Stein auseinander.
Auch:
Moose
Flechten
Algen
halten Feuchtigkeit fest und fördern die Verwitterung.
Man erkennt mehrere typische Schäden:
Weiße Flecken → wahrscheinlich Salzausblühungen. Wasser transportiert gelöste Salze an die Oberfläche. Dort verdunstet das Wasser, die Salze kristallisieren aus und hinterlassen weiße Ablagerungen.
Beschädigte Steine → einzelne Natursteinquader sind bereits abgeplatzt oder stark verwittert.
Ausgewaschene Fugen → Wasser hat Mörtel und Material teilweise ausgespült.
Unebene Oberfläche → durch jahrhundertelange Verwitterung.
Schutz
Man verhindert, dass Wasser überhaupt in den Stein gelangt.
Beispiele:
Dachüberstände
Fensterbänke mit Tropfkante
gute Entwässerung
Abdichtungen
keine stehende Nässe
➡️ Das ist der wichtigste Schutz.
Der Stein wird zusätzlich geschützt durch:
Hydrophobierung (wasserabweisend)
Imprägnierung
Schutzbeschichtungen
Dadurch nimmt der Stein weniger Wasser auf.
Bearbeitung von Naturstein
Handwerklich
Bohren
Spalten
Sägen
Trennsägen (Kreissäge)
Gattersägen (mehrere Sägeblätter gleichzeitig)-> wirtschaftlicher
Wasser—> ✅ kühlt das Sägeblatt ✅ bindet den Steinstaub
CAD = Zeichnung am Computer
CAM = Maschine setzt diese Zeichnung automatisch um.
Oberflächenbearbeitung : maschinell oder von Hand
poliert → glänzend
geschliffen → glatt, matt
geflammt → rau, rutschfest
gestockt → sehr rau
bossiert → rustikal
Trockenmauerwerk
Trockenmauerwerk bedeutet:
❌ kein Mörtel
❌ kein Beton
✅ nur Natursteine
Die Steine werden so aufeinandergelegt, dass sie sich gegenseitig verkeilen.
Es funktioniert wegen drei Dingen:
Eigengewicht
Die schweren Steine drücken sich gegenseitig zusammen.
Reibung
Zwischen den Steinen entsteht Reibung, dadurch rutschen sie nicht.
Geschickter Verband
Die Fugen liegen versetzt.
Große und kleine Steine wechseln sich ab.
Die Steine verzahnen sich.
➡️ Genau deshalb sieht die Zeichnung rechts so "unordentlich" aus – das ist Absicht.
✅ kein Mörtel nötig
✅ sehr langlebig
✅ Wasser kann durch die Fugen ablaufen → kein Wasserdruck
✅ umweltfreundlich (wenig Material)
❌ aufwendig zu bauen
❌ benötigt erfahrene Handwerker
❌ nur für begrenzte Höhen geeignet
Zyklopenmauerwerk
Zyklopenmauerwerk ist:
eine Trockenmauer (ohne Mörtel),
aus sehr großen, unregelmäßig geformten Natursteinblöcken,
die möglichst exakt aneinander angepasst werden.
Die Zwischenräume werden oft mit kleineren Steinen ausgefüllt.
Die Steine sind so riesig (mehrere Tonnen schwer), dass die Menschen früher glaubten, nur Zyklopen (Riesen mit einem Auge) hätten solche Mauern bauen können.
➡️ Daher der Name Zyklopenmauerwerk.
Burchsteinmauerwerk
Bruchsteinmauerwerk besteht aus Natursteinen, die beim Brechen im Steinbruch entstehen.
➡️ Sie werden nur grob zugerichtet, aber nicht exakt behauen wie Werksteine.
Die Steine besitzen also noch ihre natürliche Form.
-meist mit Mörtel vermauert
-möglichst versetzte Fugen
Schichtenmauerwerk unregelmäßig
Hier werden die Natursteine nicht einfach zufällig vermauert, sondern nach ihrer Höhe sortiert und in waagerechten Schichten (Lagen) verlegt.
➡️ Das Mauerwerk wirkt dadurch viel geordneter als Bruchsteinmauerwerk.
mit Mörtel,
Die Schichten sind waagerecht, aber:
die Steine haben unterschiedliche Längen,
unterschiedliche Höhen,
unterschiedliche Breiten.
Dadurch entstehen zwar Schichten, diese sind aber nicht alle gleich hoch.
Deshalb:
Schichtenmauerwerk = horizontale Lagen
unregelmäßig = unterschiedlich hohe Schichten
Schichtenmauerwerk regelmäßig
Hier werden die Natursteine genau bearbeitet (Werksteine) und in gleich hohen horizontalen Schichten vermauert.
➡️ Im Gegensatz zum unregelmäßigen Schichtenmauerwerk sind jetzt alle Steinlagen gleich hoch.
Durch die gleich hohen Steinlagen
werden Lasten gleichmäßiger übertragen,
ist das Mauerwerk stabiler,
lässt es sich präziser herstellen,
wirkt die Fassade hochwertiger.
Regelmäßiges Schichtenmauerwerk besteht aus behauenen Natursteinen gleicher Höhe, die in gleichmäßigen horizontalen Schichten mit versetzten Stoßfugen vermauert werden. Es ist die präziseste und hochwertigste Form des Schichtenmauerwerks.
Gabionen sind Drahtkörbe aus verzinktem Stahl, die mit Natursteinen gefüllt werden.
➡️ Die Steine werden nicht vermauert. ➡️ Es gibt keinen Mörtel. ➡️ Das Drahtgitter hält die Steine zusammen.
Eine Gabione besteht aus:
Stahlkorb (Drahtgitter)
Natursteinfüllung
ggf. Fundament
Das Stahlgitter übernimmt den Zusammenhalt, die Steine liefern das Gewicht.
-Als Fassade:
Tagsüber speichern die Steine Wärme.
Zwischen den Steinen entstehen kleine Öffnungen, durch die Luft zirkulieren kann.
Dadurch wird das Gebäude auf natürliche Weise belüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
Es ist also nicht nur eine Gestaltungsidee, sondern erfüllt auch bauphysikalische Funktionen.
✅ hohe Eigenmasse
✅ sehr dauerhaft
✅ wasserdurchlässig
✅ flexibel (kann kleine Setzungen aufnehmen)
✅ schnelle Montage
✅ kaum Wartung
einfacher Aufbau
kein Vermauern notwendig
gute Drainage → Wasser kann hindurchfließen
guter Lärmschutz
widerstandsfähig gegen Frost
natürliche Optik
benötigt viel Platz wegen der Dicke
Draht kann mit der Zeit korrodieren (wenn nicht ausreichend geschützt)
wirkt optisch relativ grob
kein tragendes Natursteinmauerwerk im klassischen Sinn
Geländebefestigungen
Lärmschutzwände
Außerdem häufig:
Stützmauern
Böschungssicherung
Gartenmauern
Fassadenverkleidungen
Mauerwerksverbände
Da Naturstein eine hohe Wärmeleitfähigkeit hat (er dämmt also schlecht), baut man heute meist keine massive Natursteinwand mehr, sondern verwendet ihn als Verblendschale (Fassade) vor einer gedämmten Tragwand.
1. Oben: Zweischalige Außenwand mit Luftschicht
von außen nach innen
Naturstein-Verblendschale:Sichtbarer Naturstein, schützt vor Witterung, übernimmt keine Tragfunktion
↓
Dämmschicht: reduziert Wärmeverluste, heute meist Mineralwolle oder Hartschaum
Luftschicht (≥ 40 mm): Sie dient dazu,
Feuchtigkeit abzuleiten,
Hinterlüftung zu ermöglichen,
Tauwasser abzutrocknen.
Tragwand ; meist aus
Beton,
Kalksandstein,
Ziegel,
Porenbeton.
Innenputz
Die Verblendschale ist mit Edelstahlankern an der Tragwand befestigt.
Die Tropfscheibe verhindert, dass Wasser über den Anker nach innen läuft.
2. Unten: Zweischürige Außenwand mit Kerndämmung
Hier gibt es keine Luftschicht mehr.
Naturstein-Verblendschale
Kerndämmung
Tragschale
Die Dämmung liegt direkt zwischen beiden Mauerschalen.
—> dünnerer Aufbau-_> kompakter
Naturstein wird heute meist als nichttragende Verblendschale vor einer gedämmten Tragwand eingesetzt. Die Tragwand übernimmt die Lasten, die Dämmung reduziert Wärmeverluste und der Naturstein dient vor allem als dauerhafte und witterungsbeständige Fassadenbekleidung.
NATURSTEINVERKLEIDUNGEN BEISPIEL
Der Anker verbindet also die Natursteinplatte mit der Tragwand.
Der Anker muss mehrere Aufgaben erfüllen:
Der Stein ist sehr schwer.
➡️ Der Anker übernimmt einen Teil des Gewichts.
Wind drückt gegen die Fassade oder saugt daran.
Der Anker verhindert,
dass die Platte herausgezogen wird,
oder sich verschiebt.
Naturstein dehnt sich bei Wärme aus.
Im Sommer wird die Platte länger.
Im Winter zieht sie sich wieder zusammen.
➡️ Deshalb darf der Stein nicht starr eingespannt werden.
gummielastische Aufklebung
Zwischen Stein und Metall befindet sich eine elastische Schicht.
Sie
gleicht kleine Bewegungen aus,
verhindert Spannungen,
schützt den Stein vor Rissen.
Gleitlager im Kunststoffröhrchen
Der Bolzen kann sich etwas bewegen.
Dadurch kann sich der Naturstein bei Temperaturänderungen ausdehnen.
Ohne dieses Gleitlager würden große Spannungen entstehen.
Die kleine Stahlplatte verteilt die Kraft.
Ohne sie würde der Anker punktuell drücken.
→ Stein könnte ausbrechen.
Eine Fassadenplatte wird meistens mit vier Ankern befestigt.
Die Platte wird nicht direkt am Rand befestigt.
Sondern ungefähr: 1/5 - 3/5 - 1/5 —>Dadurch werden die Kräfte gleichmäßig verteilt.
trägt das Eigengewicht der Platte.
ermöglicht Bewegungen durch Temperaturänderungen.
verteilt die Last auf eine größere Fläche.
verhindert Spannungen und Risse.
Ja – aber nicht immer.#
Vorteile von Naturstein
Naturstein entsteht in der Natur.
Er muss nicht künstlich hergestellt werden wie z. B.
Beton
Ziegel
Kunststoff.
➡️ Das spart den energieintensiven Herstellungsprozess.
Naturstein hält oft
100 Jahre,
200 Jahre,
teilweise sogar über 1000 Jahre.
Dadurch muss er selten ersetzt werden.
Natursteine können
ausgebaut,
erneut eingebaut,
oder zerkleinert als Schotter verwendet werden.
Naturstein gibt normalerweise
keine Lösungsmittel,
keine Weichmacher,
keine Schadstoffe
an die Raumluft ab.
Nachteile
Die Folie nennt den wichtigsten Nachteil:
Bevor Naturstein verwendet werden kann, muss er:
im Steinbruch gewonnen werden,
herausgesägt werden,
transportiert werden, Ein Granit aus; China,Indien,mBrasilien
muss tausende Kilometer transportiert werden. Dadurch verschlechtert sich seine Ökobilanz erheblich.
Ein regionaler Naturstein aus Deutschland ist deshalb meist deutlich nachhaltiger.
geschnitten werden,-> riesige Diamantsägen eingesetzt
geschliffen werden,
poliert werden.
Steinbrüche sind schwere Eingriffe in Landschafte<n und Ökosysteme
Alle diese Schritte benötigen:
Maschinen,
Strom,
Diesel,
Wasser.
➡️ Das verursacht Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.
Nicht nur die Umwelt wird betrachtet, sondern auch soziale Aspekte:
Arbeitsbedingungen im Steinbruch
faire Bezahlung
Kinderarbeit
Sicherheit der Arbeiter
Transportwege
Ein Naturstein aus einem Land mit schlechten Arbeitsbedingungen kann deshalb trotz des natürlichen Materials problematisch sein.
—> Naturstein ist ein natürliches, langlebiges und wiederverwendbares Baumaterial. Seine Nachhaltigkeit hängt jedoch stark vom Energieaufwand für Gewinnung, Bearbeitung und Transport sowie von sozialen Bedingungen bei der Herstellung ab. Regionaler Naturstein ist daher meist ökologisch sinnvoller als importierter.
VL4
Erde
Die Abbildung ist eine altägyptische Darstellung der Herstellung von Lehmziegeln.
Sie zeigt den gesamten Herstellungsprozess – von der Gewinnung des Lehms bis zum fertigen Mauerwerk.
Schon vor mehreren tausend Jahren wurden Gebäude aus Lehmziegeln errichtet.
➡️ Rohstoff:
Lehm
Wasser
teilweise Stroh
Lehm ist heute als vielseitiger Baustoff in vielen genormten Produkten verfügbar und kann wie andere Baustoffe professionell im modernen Bauwesen eingesetzt werden.Die abgebildeten Produkte stammen von Claytec, einem bekannten Hersteller von Lehmbaustoffen.
-Lehmputz: unterputz , oberputz, Feinputz, Grobputz
-Baulehm:Stampflehm, Ausfachungen,Reperaturen, Mauern
-Lehmsteine zu bau von: Innenwände, Trennwände, nicht tragende Wände
-Lehmplatten pro: trockener Innenausbau, gute Feuchteregulierung, schneller einbau
-Lehmkleber für: lehmplatten, befestigung von lehmbauteilen
-Naturfaser als Putzträger,Bewehrung,dämmmaterial,Schalung: Schilfatte, Bambus, Jute, Pflanzenfasern
-Pigmente für lehm
Lehmbautradition Beispiel
🟧 Orange Flächen = Regionen, in denen traditionell mit Erde bzw. Lehm gebaut wird.
⚫ Schwarze Punkte = UNESCO-Weltkulturerbestätten mit Lehmbauten.
Lehm ist einer der weltweit am häufigsten verwendeten Baustoffe.
Sehr große Verbreitung.
Warum?
viel geeigneter Boden (Lehm)
trockenes Klima
wenig Holz
traditioneller Baustoff
Mali
Marokko
Äthiopien
Sudan
ebenfalls Asien
Besonders:
Iran
Afghanistan
Indien
China
Zentralasien
Hier gibt es teilweise ganze Städte aus Lehm.
Vor allem:
Peru
Bolivien
Chile
Viele historische Lehmbauten der Inka und anderer Kulture
Auch Europa besitzt Lehmbautraditionen.
Deutschland
Frankreich
Spanien
Italien
Heute wird Lehm hier hauptsächlich im nachhaltigen Wohnungsbau eingesetzt.
Das Gebäude nutzt also keine klassische Heizung als Hauptwärmequelle, sondern gewinnt einen Großteil seiner Wärme aus der Sonne.
Lehm besitzt eine sehr hohe Wärmespeicherfähigkeit (thermische Masse).
☀️ Tagsüber:
Sonnenstrahlen treffen auf die Wand.
Die Lehmwand nimmt Wärme auf.
Die Wärme wird im Material gespeichert.
🌙 Nachts:
Die Außentemperatur sinkt.
Die Wand gibt die gespeicherte Wärme langsam wieder an den Innenraum ab.
➡️ Dadurch bleibt das Gebäude auch nachts angenehm warm.
passiven Solarenergie.
Das Gebäude ist so geplant, dass:
große Fenster zur Sonnenseite zeigen,
Sonnenlicht tief in den Raum gelangt,
massive Lehmwände die Wärme aufnehmen,
die Wärme zeitverzögert wieder abgegeben wird.
Man nutzt also die Architektur selbst als "Heizung".
tiefer Sonnenstand
Sonne scheint tief ins Gebäude
Wärme gelangt auf den Lehm
Lehm speichert die Energie
➡️ kostenlose Heizenergie
Der Sonnenstand ist hoch.
Durch Dachüberstände oder Verschattung gelangt kaum direkte Sonne ins Gebäude.
Dadurch bleibt das Haus kühl.
➡️ passiver sommerlicher Wärmeschutz.
Bodenzusammensetzung
Lehm besteht immer aus drei Bestandteilen:
🟤 Sand
🟠 Schluff
🔴 Ton
Wichtig: ➡️ Lehm ist kein eigener Stoff, sondern ein Gemisch aus Sand, Schluff und Ton.
➡️ Lehm bzw. sandiger Lehm ist meist optimal.
Korngröße: 0,063–2 mm
grobkörnig
stabil
trägt Lasten gut
bindet kaum Wasser
besitzt fast keine Klebekraft
Sand gibt Stabilität, aber keine Bindung.
Korngröße: 0,002–0,063 mm
feiner als Sand
fühlt sich mehlig an
speichert Wasser
bindet etwas
Er liegt zwischen Sand und Ton.
Korngröße: < 0,002 mm
Das ist der wichtigste Bestandteil.
extrem fein
bindet Wasser
klebt
sorgt dafür, dass Lehm zusammenhält
Ton ist das Bindemittel des Lehms.
➡️ wenig Ton Dadurch: wenig Bindung, kaum Schrumpfen, wenig Risse, aber geringere Festigkeit
➡️ viel Ton Dadurch: ✅ hohe Bindekraft
aber auch ❌ starke Schwindrisse beim Trocknen—> Wenn sehr viel Ton vorhanden ist, entstehen Trocknungsrisse, da wasseranteil verdunstet
—> Deshalb sucht man meist einen mittleren Tonanteil.
Im Bild sieht man Pflanzenfasern (z. B. Stroh). Sie werden zugesetzt, weil sie:
Risse verhindern,
Zugkräfte aufnehmen,
die Zähigkeit erhöhen,
Schwindverformungen reduzieren.
Man kann sie mit einer kleinen Bewehrung vergleichen.
Warum enthält Lehm nicht nur Ton?
Weil reiner Ton zwar eine sehr hohe Bindekraft besitzt, beim Trocknen jedoch stark schwindet und Risse bildet. Sand erhöht die Stabilität und reduziert das Schwinden, während Schluff die Verarbeitung verbessert. Eine ausgewogene Mischung ergibt einen gut verarbeitbaren und ausreichend festen Baustoff.
verschiedenen natürlichen Vorkommen von Lehm
An einem Hang verwittern Gesteine.
Durch: Regen, Schwerkraft, Frost
rutschen Boden und feines Material langsam den Hang hinunter.
Dort sammelt sich der Lehm. ➡️ Deshalb heißt er Gehängelehm.
Lehm entsteht am Hang durch Verwitterung und Abrutschen.
Geschiebelehm stammt aus der Eiszeit. Damals schoben Gletscher riesige Mengen an: Steinen, Kies, Sand, Ton vor sich her.
Als das Eis schmolz, blieb dieses Material liegen.
Daraus entstand Geschiebelehm.
Geschiebelehm = vom Gletscher abgelagerter Lehm.
Bei starkem Regen transportiert Wasser Erde talwärts.
Das Wasser fließt durch kleine Täler oder Mulden.
Wenn die Strömung langsamer wird,
setzt sich der Lehm dort ab.
Deshalb nennt man ihn: ➡️ Schwemmlehm
("geschwemmt" = vom Wasser transportiert)
Schwemmlehm wird durch fließendes Wasser transportiert und abgelagert
Auen sind Überschwemmungsgebiete an Flüssen. Wenn ein Fluss Hochwasser hat,
tritt er über die Ufer. Das Wasser transportiert: Sand, Schluff, Ton
Beim Zurückgehen des Hochwassers bleibt dieses feine Material liegen.
Das nennt man: ➡️ Auenlehm
Auenlehm entsteht durch regelmäßige Überschwemmungen von Flüssen.
Lehm unterscheidet sich von der Herkunft—> Deshalb muss Lehm oft vor der Verwendung geprüft oder mit Sand, Ton oder Fasern angepasst werden.
Konstruktionsweise und einsatzbereich von Lehm
Lehmzusammensetzung konsistenz
Warum kann Lehm in so vielen verschiedenen Bauweisen eingesetzt werden?
Weil seine Konsistenz durch den Wassergehalt verändert werden kann. Je nach Feuchte eignet sich Lehm als trockener Ziegel, erdfeuchter Stampflehm, plastischer Lehm für Stränge und Batzen oder als breiiger Lehmmörtel bzw. Lehmputz.
Warum wird Lehmsteinmauerwerk häufig mit einer Außendämmung kombiniert?
➡️ Die tragende Wand besteht aus Lehmsteinen.➡️ Außen wird zusätzlich eine Dämmschicht angebracht.
Lehm besitzt zwar:
✅ hohe Wärmespeicherfähigkeit (thermische Masse)
aber
❌ eine relativ schlechte Wärmedämmung.
Das kennst du schon vom Naturstein:
hohe Masse ≠ gute Dämmung.
Von innen nach außen:
Innenputz (oft Lehmputz)
Tragendes Lehmsteinmauerwerk
Außendämmung (z. B. Holzfaser, Stroh, Hanf)
Außenputz
warum außen? Dadurch bleibt die gesamte Lehmwand auf der warmen Seite.
Weil Lehm zwar eine hohe Wärmespeicherfähigkeit besitzt, aber keine ausreichende Wärmedämmung. Die Außendämmung reduziert die Wärmeverluste, während das Lehmmauerwerk im warmen Innenbereich als thermischer Speicher und Feuchtepuffer wirkt.
Lehmbautechniken
handgeformte Lehmsteine (Adobe-Lehmsteine).
verschiedene Holzformen, mit denen die Steine hergestellt werden.
➡️ Lehmziegel werden nicht gebrannt.
Das unterscheidet sie von normalen Ziegeln.
Lehmstrangverfahren wird plastischer (nasser) Lehm nicht in einzelne Ziegel geformt, sondern als durchgehender Strang hergestellt in Strangpresse (Extruder).Jede Wulst ist ein einzelner Lehmstrang.
3D-Drucker
Lehm muss weich genug sein, um durch die Düse gepresst zu werden, aber gleichzeitig fest genug, damit die Schichten nicht zusammenfallen.—> computergesteuert Schicht für Schicht extrudiert
Die Wand wird nicht gemauert, sondern in einer Schalung hergestellt.
die grauen Platten = Schalung
die senkrechten Hölzer/Stützen = Stützkonstruktion
die Gewindestangen halten die Schalung zusammen.
—>Es wird erdfeuchter Lehm eingefüllt.
Jetzt wird jede Schicht mit einem Stampfer verdichtet.
Ist ein Abschnitt fertig, wird die Schalung gelöst und höher gesetzt.
Streifen? Die horizontalen Linien entstehen, weil der Lehm lagenweise eingebracht und gestampft wird.
Schalung? Weil der Lehm beim Einfüllen noch nicht selbst stehen kann.
—> Stampflehm besteht aus erdfeuchtem Lehm, der lagenweise in eine Schalung eingebracht und mit einem Stampfer verdichtet wird. Nach dem Verdichten wird die Schalung entfernt oder nach oben versetzt.
—> im hochbau auch eingesetzt
Was bedeutet Bindekraft?
1. Kugelfallprobe
2. Rollprobe
🟢 Kugel bleibt fast ganz → sehr hohe Bindekraft
🟡 Kugel bekommt Risse → mittlere Bindekraft
🔴 Kugel zerbricht in mehrere Stücke → geringe Bindekraft
🔴 Kugel zerfällt zu Staub → sehr geringe Bindekraft
Die Bindekraft beschreibt, wie gut der Lehm Sand- und Schluffkörner zusammenhält.
hohe Bindekraft → viel Ton → Lehm hält gut zusammen.
geringe Bindekraft → wenig Ton → Lehm zerfällt leicht.
rollporbe:
Hier wird aus feuchtem Lehm eine dünne Rolle geformt.
Jetzt beobachtet man:
Hohe Bindekraft: Die Rolle bleibt fast vollständig erhalten.➡️ Viel Ton vorhanden.
Mittlere Bindekraft: Die Rolle bekommt einige Risse.
Geringe Bindekraft: Die Rolle zerbricht sofort. ➡️ Wenig Ton vorhanden.
Die Bindekraft eines Lehms wird durch einfache Feldversuche wie die Kugelfallprobe oder die Rollprobe bestimmt. Je besser Kugel oder Rolle zusammenhalten, desto höher ist der Tonanteil und damit die Bindekraft des Lehms.
Druckfestigkeit
Zugfestigkeit
Zunächst wird eine genormte Lehmprobe hergestellt.
Warum hat sie diese Form?
Sie sieht aus wie eine 8 (Achterling oder Hundeknochenform).
Der Grund:
Die Enden sind breiter, damit sie gut eingespannt werden können.
Die Mitte ist schmaler.
Dadurch reißt die Probe immer in der Mitte und nicht an der Halterung.
Das ist genauso wie bei Zugversuchen an Stahl oder Beton.
Die getrocknete Probe wird in die Vorrichtung eingespannt.
Dann wird unten ein Behälter langsam mit Wasser gefüllt.
➡️ Das Gewicht wird dadurch immer größer.
Irgendwann ist die Zugkraft so groß, dass die Lehmprobe zerreißt.
Die Wassermenge bzw. das Gewicht beim Bruch wird gemessen.
Mit der Achterlingprobe wird die Bindekraft (Zugfestigkeit) von Lehm bestimmt. Eine genormte Lehmprobe wird in einer Zugvorrichtung belastet, bis sie reißt. Die Bruchlast gibt die Bindekraft des Lehms an.
Hohe Bruchlast → hohe Bindekraft → hoher Tonanteil.
Niedrige Bruchlast → geringe Bindekraft → wenig Ton.
Was ist Bauteilaktivierung?
Bauteilaktivierung bedeutet:
👉 Heiz- oder Kühlleitungen werden direkt in ein Bauteil in stampflehm eingebaut, sodass das Bauteil selbst Wärme oder Kälte speichern und abgeben kann.
so wie Betondecken (Betonkernaktivierung).
eine Schalung für eine Stampflehmwand,
weiße Kunststoffrohre (Heiz-/Kühlleitungen),
die später vollständig vom Stampflehm umschlossen werden.
Der Lehm wird anschließend lagenweise eingebracht und verdichtet, sodass die Rohre in der Wand liegen.
Im Winter:
➡️ Warmes Wasser fließt durch die Rohre.
→ Der Lehm nimmt die Wärme auf. → Er speichert sie. → Er gibt sie langsam als Strahlungswärme an den Raum ab.
m Sommer:
➡️ Kühles Wasser fließt durch die Rohre.
→ Der Lehm nimmt Wärme aus dem Raum auf. → Dadurch bleibt der Innenraum kühler.
Wärmeenergie fließt immer vom wärmeren zum kälteren Bereich, bis sich die Temperaturen angleichen.
—>
Bei der Bauteilaktivierung im Stampflehm werden Heiz- oder Kühlrohre in die Stampflehmwand integriert. Aufgrund seiner hohen Wärmespeicherfähigkeit kann der Lehm Wärme oder Kälte aufnehmen, speichern und zeitverzögert an den Raum abgeben.
Gestaltungspotential durch lehmbau
Wellerlehmbau
Dabei werden keine einzelnen Lehmsteine verwendet, sondern der Lehm wird als lange, plastische Wülste ("Weller")aufeinandergelegt.
Lehm wird mit Wasser und häufig Stroh vermischt.
Daraus entstehen lange Lehmwülste.
Die Wülste werden auf die Wand gelegt.
Sie werden leicht verdichtet und miteinander verbunden.
Anschließend wird die nächste Lage aufgebracht.
➡️ Die Wand wächst Schicht für Schicht nach oben.
Es wird ohne Ziegel gebaut – die Wand entsteht direkt aus feuchtem Lehm.
vgl.: 3D-Lehmdruck
Lehmputz direkt auf die vorhandene Wand—> ähnlich wie Kalk- oder Gipsputz.
wenn die Wand bereits eben ist
wenn nur die Oberfläche verbessert werden soll
für Feuchteregulierung und besseres Raumklima
längere Trockenzeit
Lehmtrockenputzplatte
Hier wird der Lehm nicht nass aufgetragen, sondern als fertige Platten an die Wand geschraubt oder geklebt.
Anschließend:
Fugen verspachteln
Armierungsgewebe einlegen
dünnen Lehmfeinputz auftragen
Warum macht man das?
Wenn die Wand:
sehr uneben ist,
Leitungen verdeckt werden sollen,
der Bau schnell gehen muss,
man keinen dicken Nassputz aufbringen möchte.
Bestehende Wände können entweder direkt mit Lehmputz beschichtet oder mit Lehmtrockenputzplatten verkleidet werden. Beide Systeme verbessern das Raumklima und die Feuchteregulierung, unterscheiden sich jedoch in der Ausführung: Lehmputz wird nass aufgetragen, Lehmtrockenputzplatten werden wie Trockenbauplatten montiert und anschließend verspachtelt und verputzt.
1. Kiesschicht (unterste Schicht)
➡️ Sie schützt den Lehm vor Feuchtigkeit aus dem Erdreich.
2. Lagenweise Stampflehm
Die dicke obere Schicht besteht aus erdfeuchtem Lehm, der lagenweise eingebracht und verdichtet (gestampft) wird.—> fester boden
3. Rand-Feinkiesfüllung
Sie dient dazu,
kleine Bewegungen des Bodens aufzunehmen,
Spannungen zu reduzieren,
Risse an der Wand zu vermeiden.
Man kann sie sich ähnlich einer Randdämmstreifen-Fuge bei Estrichen vorstellen.
Ein Lehmboden besteht aus einer Kiesschicht als kapillarbrechender Untergrund und einer lagenweise verdichteten Stampflehmschicht. Eine Rand-Feinkiesfüllung entkoppelt den Boden von der Wand und verhindert Spannungsrisse.
Bauteilaktivierung im Stampflehm: Dasselbe Prinzip kann auch im Lehmboden eingesetzt werden: Heiz- oder Kühlrohre können in den Stampflehm integriert werden. Der Lehm speichert die Wärme bzw. Kälte und gibt sie langsam an den Raum ab. Dadurch entsteht ein sehr gleichmäßiges und angenehmes Raumklima.
Warum kombiniert man Holz und Lehm?
trägt die Lasten (tragende Konstruktion)
hohe Festigkeit
nachhaltiger Baustoff
speichert Wärme
speichert Schall
reguliert Luftfeuchtigkeit
verbessert den Brandschutz
➡️ Holz übernimmt die Tragfunktion, Lehm verbessert die bauphysikalischen Eigenschaften.
—> Eine Holz-Lehmdecke kombiniert die Tragfähigkeit des Holzes mit den bauphysikalischen Vorteilen des Lehms. Holz trägt die Lasten, während Lehm als Speichermasse den Schall-, Wärme- und Feuchteschutz verbessert.
➡️ Der Lehm wird direkt auf der Baustelle verarbeitet. Er hat keine feste Form (kein Stein, keine Platte).
Stampflehm, Wellerlehm, Strohlehm, Leichtlehm, Schüttungen, Mörtel
➡️ Diese Produkte werden im Werk hergestellt und kommen als fertige Bauteile auf die Baustelle.
Steine: Lehmsteine, Grünlinge
Platten
—> Lehmbaustoffe werden in ungeformte und geformte Baustoffe eingeteilt. Ungeformte Baustoffe (z. B. Stampflehm, Wellerlehm oder Mörtel) werden direkt auf der Baustelle verarbeitet. Geformte Baustoffe (z. B. Lehmsteine oder Lehmplatten) werden industriell oder handwerklich vorgefertigt und anschließend eingebaut.
wichtigsten Regeln im Lehmbau:
Lehm darf niemals direkten Kontakt mit dauerhaft feuchtem Boden oder Spritzwasser haben.
Der Sockel muss den Lehm also vor Feuchtigkeit schützen.
Weil: Lehm ist nicht wasserbeständig.!!!
Wenn er dauerhaft nass wird:
verliert er seine Festigkeit,
wird weich,
kann ausgewaschen werden,
das Mauerwerk wird beschädigt.
Deshalb beginnt eine Lehmwand nie direkt auf dem Boden, sondern immer auf einem feuchtigkeitsbeständigen Sockel.
Sockel aus Ziegel oder Naturstein
darüber eine Horizontalsperre (gestrichelte Linie)
erst darauf beginnt die Lehmwand.
➡️ Das ist die klassische Ausführung.
Hier sieht man zusätzlich eine
vertikale Abdichtung an der Außenseite
Horizontalsperre oben.
Damit wird verhindert, dass
Bodenfeuchtigkeit seitlich eindringt
Wasser kapillar nach oben steigt.
➡️ Das ist heute die häufigste Lösung.
Hier besteht der gesamte Sockel aus großen Natursteinen.
ist wasserfest,
nimmt kaum Wasser kapillar auf,
trägt die Lehmwand sicher.
Auch hier liegt oben wieder die Horizontalsperre.
Sie stellt die Horizontalsperre dar.
Sie verhindert:
➡️ kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.
Ohne diese Sperre würde Wasser aus dem Fundament in die Lehmwand steigen.
Da Lehm nicht wasserbeständig ist, muss jede Lehmwand auf einem feuchtigkeitsbeständigen Sockel mit Horizontalsperre errichtet werden. Dadurch wird aufsteigende Bodenfeuchtigkeit und Spritzwasser vom Lehm ferngehalten.
Schadenbilder Lehmbau
Der Sockelbereich ist der am stärksten belastete Bereich einer Lehmwand.
Dort wirken:
Wenn Regen auf den Boden trifft, spritzt Wasser gegen die Wand.
➡️ Der Lehm wird immer wieder nass.
Feuchtigkeit steigt aus dem Boden nach oben.
Wenn keine Horizontalsperre vorhanden ist,
➡️ saugt der Lehm das Wasser auf.
Der Bereich direkt über dem Boden bleibt oft lange feucht.
Dadurch
verliert der Lehm seine Festigkeit,
wird langsam ausgewaschen.
Weil dort
kaum Spritzwasser hinkommt,
keine Bodenfeuchte aufsteigt,
die Wand nach Regen schnell wieder trocknet.
Lehm hat nämlich eine gute Eigenschaft:
➡️ Wenn er trocken bleibt, ist er sehr dauerhaft.
Der Sockelbereich ist die am stärksten gefährdete Zone eines Lehmbaus, da dort Spritzwasser und aufsteigende Bodenfeuchtigkeit auftreten. Ohne geeigneten Sockel und Horizontalsperre wird der Lehm weich und ausgewaschen.
Lehmfassade gefährdet
Löchern und Hohlräumen.
➡️ Diese wurden von
Insekten (z. B. Wildbienen),
Wespen,
Käfern,
teilweise auch kleinen Vögeln
angelegt.
Der Lehm ist weich genug, dass Tiere ihn leicht bearbeiten können.
Durch die Löcher
wird Material entfernt,
die Oberfläche wird geschwächt,
Feuchtigkeit kann leichter eindringen,
Frostschäden können entstehen,
die Fassade verwittert schneller.
Deshalb sollte die Lehmfassade regelmäßig kontrolliert und instand gehalten werden.
Lehmfassade mit geeignetem Lehmputz schützen.
Beschädigte Stellen frühzeitig ausbessern.
Dachüberstände vorsehen, damit die Fassade trocken bleibt.
Bei Bedarf glatte Oberflächen herstellen, die für Tiere weniger attraktiv sind.
Lehmfassaden sind aufgrund ihres natürlichen Charakters anfällig für Schäden durch Insekten und Vögel. Die Tiere können Nistlöcher anlegen, wodurch die Oberfläche geschwächt wird und Feuchtigkeit leichter eindringen kann.
Auswaschen des Lehms ohne konstruktiven schutz
➡️ Das Material wurde nach und nach durch Regen abgetragen.
➡️ Diesen Vorgang nennt man Erosion.
➡️ Das Gebäude wird so geplant, dass möglichst wenig Wasser an den Lehm gelangt.
großer Dachüberstand
Sockel gegen Spritzwasser
Fassaden, die schnell trocknen
Erosionsbremse
Lehmputz als Schutzschicht
Pflanzenfasern im Lehm
Vorsprünge oder Gesimse
regelmäßige Instandhaltung
Die Erosion wird dadurch nicht komplett verhindert, aber deutlich reduziert.
—> Lehm ist nicht wasserbeständig. Ohne konstruktiven Schutz kann Regen die Oberfläche auswaschen (Erosion). Deshalb benötigen Lehmgebäude Dachüberstände, einen feuchtigkeitsgeschützten Sockel und geeignete Schutzmaßnahmen gegen Witterungseinflüsse.
GWP (Global Warming Potential) = Treibhauspotenzial eines Baustoffs.
Es wird in kg CO₂-Äquivalent (kg CO₂ eq) angegeben.
Je kleiner der Wert, desto klimafreundlicher ist der Baustoff.
❌ Hohe CO₂-Werte: Stahl, Beton, Aluminium, Klinker
✅ Niedrige CO₂-Werte: Lehm, Naturstein, Gips
🌱 Negative CO₂-Werte: Holz und Stroh (sie speichern während ihres Wachstums CO₂ und können deshalb eine negative Bilanz haben).
Lehm ist:
schadstofffrei,
wiederverwendbar,
recycelbar,
benötigt wenig Energie zur Herstellung,
deshalb hat er sehr geringe CO₂-Emissionen.
Lehm zählt zu den klimafreundlichsten Baustoffen, da seine Herstellung nur sehr wenig CO₂ verursacht. Das Treibhauspotenzial (GWP) wird über die CO₂-Äquivalenz angegeben – je kleiner der Wert, desto nachhaltiger der Baustoff.
Standort
Erde wird direkt vor Ort gewonnen.
100 % Erde
Es wird natürliche Erde als Baustoff verwendet.
Schalung befüllen
Die Erde wird in eine Schalung eingefüllt.
Erde verdichten
Die Erde wird Schicht für Schicht fest gestampft.
ERDEN-Element
Es entsteht ein fertiges Lehmbauelement.
Transport
Das fertige Element wird zur Baustelle gebracht.
Montage
Die Elemente werden wie Fertigteile eingebaut.
Fugenlose Bearbeitung
Die Fugen werden verspachtelt oder verputzt, sodass eine durchgehende Wand entsteht.
Gebäude in Gebrauch
Das Gebäude wird genutzt.
Rückbau
Am Ende kann der Lehm wieder zerkleinert und erneut verwendet oder einfach in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden.
Lehm kann als vorgefertigtes Bauelement hergestellt, transportiert und montiert werden. Nach der Nutzung lässt er sich rückbauen und nahezu vollständig wiederverwenden oder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückführen.
Die Kapelle der Versöhnung in Berlin ist ein bekanntes Beispiel für modernen Stampflehmbau. Die Wände wurden aus lagenweise verdichtetem Stampflehm hergestellt und zeigen die typischen horizontalen Schichten.
VL 5 Stahl
Wie funktioniert ein Rennofen?
Von oben werden Eisenerz und Holzkohle eingefüllt.
Durch die Tondüsen wird Luft eingeblasen.
Die Holzkohle verbrennt und erzeugt Temperaturen von etwa 1200 °C.
Das Eisenoxid im Erz wird reduziert → es entsteht metallisches Eisen.
Wichtig: Der Rennofen wird nicht heiß genug, um Eisen vollständig zu schmelzen (Schmelzpunkt ca. 1538 °C).
➡️ Deshalb entsteht unten keine flüssige Schmelze, sondern eine Eisenluppe (ein schwammiger Eisenklumpen mit Schlacke).
Diese Luppe musste anschließend gehämmert werden, um die Schlacke herauszupressen.
ersten Anwendungen von Eisen im Bauwesen.
Steinklammern aus Eisen.—> Sie verbanden große Steinblöcke miteinander.
Dadurch konnten sich die Steine nicht gegeneinander verschieben.
Diese Technik wurde bereits in der Antike (z. B. Griechenland und Rom) verwendet.
Der Rennofen war die erste Eisenherstellung. Er erzeugte keine flüssige Schmelze, sondern eine Eisenluppe. Das gewonnene Eisen wurde zunächst vor allem als Verbindungsmittel (Steinklammern) und noch nicht als tragendes Baumaterial eingesetzt.
➡️ Bedeutung: Eisen ermöglichte große, lichtdurchflutete Ausstellungshallen.
—>Eisen machte große Hallen und Bahnhöfe mit weiten Spannweiten möglich.
Vorteile:
große Spannweiten möglich
relativ schlanke Konstruktionen
vorgefertigte Bauteile → schneller Aufbau
gut mit Glas kombinierbar → helle Gebäude
—> Mit Eisen als Baumaterial konnten erstmals große, weit gespannte und lichtdurchflutete Gebäude wie Ausstellungshallen und Bahnhöfe errichtet werden. Bekannte Beispiele sind der Crystal Palace, der Glaspalast in München und der Bahnhof St. Pancras.
Das Flatiron Building ist eines der ersten Hochhäuser mit Stahlskelett.
Früher mussten die Außenwände tragend sein. → Je höher das Gebäude wurde, desto dicker mussten die Wände werden.
Mit einem Stahlskelett:
tragen Stahlstützen und Stahlträger die Lasten.
Die Außenwand muss nicht mehr tragen.
Dadurch können Gebäude viel höher werden.
➡️ Stahl ermöglichte also den Bau von Hochhäusern.
✅ große Gebäudehöhen
✅ große Spannweiten
✅ schlanke Konstruktionen
✅ große Fensterflächen
✅ freie Grundrisse
✅ schnelle Montage durch Vorfertigung
ermöglichte Ultraleichtbau—> Mit möglichst wenig Material eine möglichst hohe Tragfähigkeit erreichen.
Stahl hat eine sehr hohe Festigkeit.
➡️ Deshalb reichen schlanke Profile aus, um große Lasten zu tragen.
—> Beim Stahlskelettbau übernehmen Stahlstützen und Stahlträger die Lasten des Gebäudes. Die Außenwände sind nichttragend und dienen nur als Gebäudehülle. Dadurch wurden Hochhäuser, große Fensterflächen und flexible Grundrisse möglich.
Symbol: Fe
Name kommt vom lateinischen Ferrum.
Ordnungszahl: 26
Gehört zu den Metallen.
➡️ Aus Eisen wird durch Legieren mit Kohlenstoff Stahl hergestellt.
Symbol: C
Ordnungszahl: 6
Ist kein Metall, sondern ein Nichtmetall.
Er ist für Stahl extrem wichtig.
👉 Stahl = Eisen + Kohlenstoff ca. 0,02–2,06 % C
Der Kohlenstoff bestimmt viele Eigenschaften des Stahls:
Härte
Sprödigkeit
Verformbarkeit
Reines Eisen ist relativ weich.
Erst durch den Zusatz von Kohlenstoff entsteht Stahl, der deutlich fester und härter ist.
Das ist der weltweit häufigste Herstellungsweg.
Ablauf:
Eisenerz + Koks in den Hochofen
Mit heißer Luft (Sauerstoff) wird das Erz reduziert.
Es entsteht Roheisen (enthält viel Kohlenstoff).
Das Roheisen kommt in den Sauerstoff-Konverter.
Dort wird überschüssiger Kohlenstoff entfernt.
→ Stahl
Merksatz:
Eisenerz → Hochofen → Roheisen → Sauerstoffkonverter → Stahl
Moderner und deutlich klimafreundlicher.
Eisenerz wird mit Erdgas oder Wasserstoff reduziert.
Es entsteht Eisenschwamm (Direct Reduced Iron, DRI).
Dieser kommt zusammen mit Schrott in den Elektrolichtbogenofen.
Dort wird alles elektrisch geschmolzen.
Vorteil:
deutlich weniger CO₂
besonders mit grünem Wasserstoff fast klimaneutral
Der nachhaltigste Weg.
Alter Stahlschrott
direkt in den Elektrolichtbogenofen
Einschmelzen
→ neuer Stahl
Schrott → Elektrolichtbogenofen → neuer Stahl
Stückerz = grobe Erzstücke
Feinerz = feines Erzpulver
Pellets = zu kleinen Kugeln gepresstes Feinerz
Sinter = zusammengebackenes Feinerz
Roheisen = erstes Produkt aus dem Hochofen, hoher Kohlenstoffgehalt
Eisenschwamm (DRI) = festes, bereits reduziertes Eisen aus der Direktreduktion
Schrott = recycelter Stahl
Material
Kohlenstoffgehalt
Roheisen
3–4,5 % C
< 2 % C
Nach dem Hochofen enthält Roheisen zu viel Kohlenstoff.
➡️ Im Sauerstoffkonverter wird ein Teil des Kohlenstoffs entfernt.
Dadurch entsteht Stahl, der bessere Eigenschaften hat.
hoher Kohlenstoffanteil
hart, aber spröde
nicht gut verformbar
wird deshalb zu Stahl weiterverarbeitet
geringerer Kohlenstoffanteil
zäh und fest
gut verformbar und schweißbar
deshalb der wichtigste Baustoff im Stahlbau
> Silizium (Si) macht den Stahl säurebeständig
> Chrom (Cr) macht den Stahl besonders hart
wie wird stahl bezeichnet?
1. Werkstoffnummer
1.7357
1.7379
Erste Ziffer (1) = Werkstoffhauptgruppe
zB 1 = Stahl
Die nächsten zwei Ziffern (73) = Stahlgruppe
Sie geben an, zu welcher Art Stahl der Werkstoff gehört (z. B. legierter Baustahl, Edelstahl, Werkzeugstahl usw.).
Die letzten zwei Ziffern (57) = laufende Nummer
Sie unterscheiden die einzelnen Werkstoffe innerhalb dieser Stahlgruppe.
➡️ Diese Nummer dient der eindeutigen Identifikation eines Werkstoffs.
2. Werkstoffkurzzeichen
Das Kurzzeichen verrät, welche Legierung der Stahl hat.
Beispiel: GS-17 CrMo 5 5
GS = Stahlguss
Cr = Chrom
Mo = Molybdän
Je nach Stahlart kann ein Werkstoffzeichen enthalten:
Buchstaben
Verwendung oder Legierung
z. B.:
S = Stahlbau
G = Gussstahl
Ni = Nickel
Zahlen
Festigkeit (z. B. 355 N/mm²)
Kohlenstoffgehalt (z. B. 17 = 0,17 % C)
oder Gehalt der Legierungselemente
3. Bezeichnung von Baustählen
S = Stahl für den Stahlbau
355 = Mindeststreckgrenze 355 N/mm²
J2 = Kerbschlagarbeit 27 J bei -20 °C
Zusatzbuchstaben?➡️ Sie beschreiben die Zähigkeit bei tiefen Temperaturen.
typische Stahlprodukte
Was ist ein IPE-Profil?
Ein IPE-Profil ist ein I-förmiger Stahlträger.
I = Form des Querschnitts
P = Profil
E = europäische Norm
➡️ IPE-Profile werden als Träger und Stützen im Stahlbau verwendet.
Die I-Form ist materialsparend und gleichzeitig sehr tragfähig.
Das Material liegt hauptsächlich oben und unten (Flansche).
Dort entstehen die größten Spannungen beim Biegen.
Der dünne Steg in der Mitte verbindet die Flansche und nimmt Schubkräfte auf.
➡️ Hohe Tragfähigkeit bei geringem Materialeinsatz.
IPE 300
Höhe (h): ca. 300 mm
Breite (b): 150 mm
IPE 100 → Höhe ca. 100 mm
IPE 200 → Höhe ca. 200 mm
IPE 300 → Höhe ca. 300 mm
➡️ Je größer die Zahl, desto größer und tragfähiger der Träger.
80-200 20er schritte; 240-360 30er; 400-600 50er schritte
Verbindungstechniken
Kraftschluss durch:
-schweißen
-Nieten, Schrauben, Passchrauben
-Durch Kleben: (Fahrzeug- und Maschinenbau, Zunehmend auch im Hochbau)
-Mit Drahtseilen: (Brücken, Dächer, Volieren…)
Stahl Brandschutz
-stahl ist nciht brennbarer stoff
Stahl verliert bei 500°C seine Festigkeit und somit Tragfähigkeit
-bei ca. 500–600 °C → Stahl trägt nur noch etwa 50 % seiner ursprünglichen Festigkeit.—> Stahl hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit und erwärmt sich im ges querschnitt sehr schnell
Massive Profile erwärmen sich langsamer und haben eine größere Feuerwiderstandsdauer
Aufgrund schneller Erwärmung sinken Streckgrenze und Elastizitätsmodul des Baustahls sehr schnell
Maßnahmen
Korrisionsschutz stahl
Korrosion = Zerstörung von Stahl durch Reaktion mit der Umgebung.
Bei Stahl ist das meistens Rost.
➡️ Voraussetzung sind:
Sauerstoff (O₂)
Wasser bzw. Feuchtigkeit
Dann oxidiert das Eisen und es entsteht Eisenoxid (Rost).
schäden:
Bildung einer Oxidschicht (Rost).
Der Stahl verliert nach und nach Material.
Es entstehen Löcher oder Mulden (Lochfraß, Muldenfraß).
Besonders gefährlich, weil der Stahl lokal stark geschwächt wird.
Korrosion ist die Zerstörung von Stahl durch Sauerstoff und Feuchtigkeit. Sie führt zu Rost, Materialverlust und verminderter Tragfähigkeit. Geschützt wird Stahl durch Beschichtungen, Verzinken, Edelstahl oder konstruktive Maßnahmen.
maßnahmen
Beschichtungssystem (Anstriche) (Bsp. Epoxidharz, Acrylharz, PVC, Polyurethan…)
Verzinkung - Üblich, im Stahlbau Feuerverzinkung (Spitzverzinkung, galvanische Verzinkung (Eintauchen in Zinkelektrolytenbad), Kaltverzinkung)
Duplex-System (Beschichtungssystem + Feuerverzinkung)
--> euerverzinkung mit Beschichtung (Überzug)
—> Beschichtung verhindert Zinkabtrag
—> Zinküberzug verhindert Unterrostung der Beschichtung
Stahl wird in flüssiges Zink (ca. 450 °C) getaucht.
Geschmolzenes Zink wird auf den Stahl aufgespritzt.
Zink wird durch elektrischen Strom auf den Stahl abgeschieden.
Stahl:
Korrosionsschutz
Grundregeln korrosionsgerechter Gestaltung:
Wasser und Schmutz vermeiden
Keine Vertiefungen oder Hohlräume, in denen Wasser stehen bleibt.
Runde oder geneigte Profile sind günstiger.
Unebenheiten und Spalte vermeiden
Kleine Spalten halten Feuchtigkeit fest → Rost entsteht schneller.
Kontaktkorrosion vermeiden
Unterschiedliche Metalle (z. B. Stahl und Aluminium) möglichst nicht direkt verbinden oder elektrisch trennen.
Zugänglichkeit sicherstellen
Bauteile müssen gut erreichbar sein, damit sie kontrolliert, gereinigt und nachbeschichtet werden können.
Stahl Korrisionsschutz Beispiele
wetterfester Baustahl
nichtrostender stahl
Die Pyramide ordnet Baustoffe nach ihrem Global Warming Potential (GWP).
GWP gibt an, wie viel CO₂-Emissionen bei der Herstellung eines Materials entstehen (in kg CO₂-Äquivalent pro m³).
🔺 Oben: hohe Klimabelastung → Materialien verursachen viel CO₂.
z. B. Stahl, Aluminium, Kupfer, Zink
🟨 Mitte: mittlere Klimabelastung.
z. B. Beton, Ziegel, Glas
🟩 Unten: geringe oder sogar negative Klimabelastung.
z. B. Holz, Lehm, Stroh, Zellulose
—>Die Material-Pyramide ordnet Baustoffe nach ihrem Global Warming Potential (GWP). Je weiter oben ein Material steht, desto höher sind seine CO₂-Emissionen bei der Herstellung. Holz und Lehm sind klimafreundlich, Stahl und Aluminium gehören zu den CO₂-intensivsten Baustoffen.
Materialherstellung (Rohstoffe gewinnen)
Komponentenherstellung
Produktfertigung
Verkauf und Nutzung
Sammlung nach der Nutzung
➡️ Danach sollte das Material nicht weggeworfen, sondern wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Je kleiner der Kreis, desto besser, weil weniger Energie benötigt wird.
T4 – Erhalten / Teilen ✅ (am besten)
Produkt einfach weiter nutzen.
Beispiel: Ein Gebäude wird weiter genutzt statt abgerissen.
T3 – Reparieren / Wiederverwenden
Defekte Teile reparieren.
Beispiel: Ein Stahlträger wird ausgebaut und in einem neuen Gebäude wieder eingesetzt.
T2 – Aufbereiten
Produkt überarbeiten oder modernisieren.
Beispiel: Stahlbauteile entrosten und neu beschichten.
T1 – Recyceln
Material einschmelzen und daraus neuen Stahl herstellen.
Das funktioniert gut, braucht aber mehr Energie als Wiederverwendung.
Hier regeneriert sich das Material durch die Natur.
B4: direkte Wiederverwendung
B3: Kaskadennutzung (z. B. Bauholz → Möbel → Spanplatte)
B2: industrielle Verwertung
B1: Rückführung in die Natur (Kompostierung, biologischer Abbau)
Je länger ein Material genutzt wird und je weniger neu produziert werden muss, desto:
weniger Rohstoffe werden benötigt,
weniger Energie wird verbraucht,
weniger CO₂ entsteht.
Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Abfall zu vermeiden. Materialien sollen möglichst lange im Kreislauf bleiben – zuerst erhalten, dann reparieren, wiederverwenden, aufbereiten und erst zuletzt recyceln. Dadurch werden Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen reduziert.
Modulares Bauen bedeutet, dass ein Gebäude aus vorgefertigten Modulen oder Bauteilen zusammengesetzt wird.
Die Module werden im Werk vorgefertigt.
Anschließend werden sie zur Baustelle transportiert.
Dort werden sie wie ein Baukastensystem montiert.
➡️ Stahl eignet sich besonders gut dafür, weil er präzise gefertigt und leicht verschraubt werden kann.
✅ kurze Bauzeit
✅ hohe Präzision und Qualität
✅ wenig Baustellenabfall
✅ Module können ausgetauscht, erweitert oder rückgebaut werden
✅ unterstützt die Kreislaufwirtschaft
❌ Transportgröße begrenzt
❌ Planung muss sehr genau sein
❌ Änderungen auf der Baustelle sind schwieriger
—> Modulares Bauen bedeutet, Gebäude aus industriell vorgefertigten Modulen zusammenzusetzen. Stahl eignet sich dafür besonders gut, weil er präzise gefertigt, schnell montiert, wieder demontiert und wiederverwendet werden kann.
VL6 Beton
Rohstoffe (Kies, Sand, Wasser, Zement) sind fast überall verfügbar.
Er ist vergleichsweise günstig.
Er lässt sich nahezu in jede Form bringen.
Er eignet sich für fast alle Bauwerke.
Beton ist nach Wasser der meistverwendete Stoff der Welt. Er ist fast überall verfügbar, langlebig und bildet die Grundlage für Gebäude und Infrastruktur. Beton kann Lasten tragen, Räume trennen und Bauwerke schützen.
Beton besteht aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung (Sand, Kies oder Splitt). Je nach Anforderungen können Zusatzmittel oder Zusatzstoffe beigemischt werden.
Zement 🩶
Das Bindemittel.
Klebt alle Bestandteile zusammen.
Reagiert mit Wasser und wird fest.
Wasser 💧
Startet die chemische Reaktion mit dem Zement (Hydratation).
Macht den Beton zunächst formbar.
Gesteinskörnung 🪨
Sand, Kies oder Splitt.
Macht etwa 70–80 % des Betons aus.
Gibt dem Beton Festigkeit und Volumen.
Zusatzmittel / Zusatzstoffe (optional)
Verbessern bestimmte Eigenschaften.
Fließmittel → Beton wird flüssiger.
Luftporenbildner → frostbeständiger.
Flugasche oder Silikastaub → höhere Festigkeit und Dichtigkeit.
Besteht aus:
Kalk (Bindemittel),
Wasser,
Vulkanasche (Puzzolan),
Steinen/Ziegelbruch als Zuschlag.
Er gilt als Vorläufer unseres heutigen Betons.
➡️ Der große Vorteil war, dass der Beton gegossen werden konnte. Dadurch konnten die Römer riesige Kuppeln, Gewölbe und Bögen bauen.
—>Das Pantheon besitzt die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt.
Im unteren Bereich befinden sich schwere Gesteine wie:
Travertin
schwere Tuffsteine
➡️ Dort wirken die größten Druckkräfte.
Je höher die Kuppel wird, desto leichtere Zuschläge werden verwendet:
Ziegelbruch
Tuff
Bimsstein
Dadurch sinkt die Rohdichte:
unten: 1,75
Mitte: 1,60
weiter oben: 1,50
ganz oben: 1,35
➡️ Die Kuppel wird nach oben immer leichter.
Auch die Wandstärke nimmt ab:
unten ca. 6 m
oben nur 1,60 m
➡️ Weniger Eigengewicht bedeutet kleinere Belastung.
Auf dem rechten Bild erkennt man die quadratischen Vertiefungen.
Diese nennt man Kassetten.
Sie dienen dazu,
Material einzusparen,
das Eigengewicht zu reduzieren,
ohne die Stabilität stark zu verschlechtern.
Die Öffnung oben hat einen Durchmesser von etwa 9 m.
bringt Tageslicht,
spart zusätzlich Gewicht,
reduziert die Belastung im höchsten Punkt der Kuppel.
—>Beton besitzt eine sehr hohe Druckfestigkeit.
Eine Kuppel leitet die Lasten fast ausschließlich als Druckkräfte ab.
➡️ Deshalb eignet sich Beton hervorragend für Kuppeln und Gewölbe.
Das Pantheon zeigt die intelligente Verwendung von römischem Beton (Opus caementitium). Die Kuppel wird nach oben immer leichter und dünner: schwere Zuschläge unten, leichte Zuschläge (z. B. Bims) oben, Kassetten und Oculus reduzieren zusätzlich das Eigengewicht. Dadurch konnte eine 43,3 m große unbewehrte Betonkuppel errichtet werden, die bis heute erhalten ist.
Was ist Portlandzement?
Portlandzement ist der heute am häufigsten verwendete Zement.
➡️ Er ist das Bindemittel im Beton
Zement + Wasser + Gesteinskörnung = Beton
Insel Portland in England.
Nach dem Erhärten sieht der Zement dem dort vorkommenden Portland-Kalkstein ähnlich.
Dadurch wurden möglich:
Stahlbeton
Hochhäuser
Brücken
Tunnel
moderne Infrastruktur
Portlandzement ist das wichtigste Bindemittel des modernen Betons. Er wurde 1824 von Joseph Aspdin entwickelt und nach dem Portland-Kalkstein benannt. Durch seine industrielle Herstellung konnten Beton und später Stahlbeton in gleichbleibender Qualität produziert werden. Damit wurde der moderne Betonbau überhaupt erst möglich.
Er wollte stabile Pflanzkübel herstellen und kam auf die Idee, Stahlgeflechte mit Beton zu kombinieren.
➡️ 1867 ließ er sich diese Erfindung patentieren.
Beton und Stahl ergänzen sich perfekt:
Beton ist sehr gut bei Druckkräften.
Stahl ist sehr gut bei Zugkräften.
Beide dehnen sich bei Wärme fast gleich aus.
➡️ Zusammen entsteht Stahlbeton, ein Baustoff, der sowohl Druck als auch Zug aufnehmen kann.
Hennebique = Entwickler des Stahlbetonsystems für Gebäude.
Stützen
Unterzüge (Träger)
Decken
➡️ Alles wurde zu einem durchgehenden Tragwerk verbunden.
➡️ Die Lasten werden von der Decke → Träger → Stütze → Fundament abgeleitet.
Durch das System Hennebique wurden möglich:
mehrgeschossige Gebäude,
größere Spannweiten,
höhere Tragfähigkeit,
wirtschaftlicheres Bauen.
Es gilt als Grundlage des modernen Stahlbetonbaus
verschiedenen Zementarten und ihre Zusammensetzung
Die Tabelle zeigt nach der DIN EN 197-1, welche Zementarten (CEM I bis CEM V) es gibt und aus welchen Bestandteilen sie bestehen.
Die wichtigsten Bestandteile sind:
Klinker (K) → sorgt für die Festigkeit.
Hüttensand (S) → Nebenprodukt aus der Stahlherstellung, verbessert die Nachhaltigkeit.
Flugasche (V/W) → Nebenprodukt aus Kraftwerken.
Kalkstein (L/LL) → reduziert den Klinkeranteil.
Puzzolane (P/Q) → natürliche oder künstliche Zusatzstoffe.
Silicastaub (D) → erhöht die Festigkeit.
Gebrannter Schiefer (T) → Zusatzstoff für besondere Eigenschaften.
Ton
➡️ Diese Stoffe werden je nach Zementart unterschiedlich kombiniert.
95–100 % Klinker
Standardzement
➡️ Der "klassische" Zement.
weniger Klinker
enthält Zusatzstoffe (z. B. Kalkstein oder Hüttensand)
➡️ umweltfreundlicher als CEM I.
hoher Anteil Hüttensand
geringere CO₂-Emissionen
gute Dauerhaftigkeit
➡️ häufig für große Bauwerke und Wasserbau.
enthält Puzzolane
besonders widerstandsfähig gegen chemische Angriffe.
Mischung mehrerer Zusatzstoffe
besonders nachhaltiger Zement.
Je höher der Klinkeranteil, desto:
höhere Festigkeit,
aber auch höherer CO₂-Ausstoß.
Je mehr Zusatzstoffe, desto:
nachhaltiger,
oft bessere Dauerhaftigkeit,
geringerer CO₂-Ausstoß.
Einfluss des Wasser-Zement-Werts (w/z-Wert)
Betonzusatzmittel
Der Wasser-Zement-Wert beschreibt das Verhältnis von Wasser zu Zement.
➡️ Der Beton wird:
fester ✅
nimmt weniger Wasser auf
schwindet weniger
blutet weniger (weniger Wasser setzt sich oben ab)
weniger fest
nimmt mehr Wasser auf
schwindet stärker
blutet stärke
Bluten bedeutet:
➡️ Überschüssiges Wasser steigt an die Betonoberfläche.
Poren,
schlechtere Oberfläche,
geringere Festigkeit.
Je weniger Wasser (kleiner w/z-Wert), desto besser und fester ist der Beton.
Zusatzmittel verändern die Eigenschaften des Betons.
Die wichtigsten solltest du kennen:
macht den Beton flüssiger ohne zusätzlich Wasser ➡️ bessere Verarbeitbarkeit
erzeugt kleine Luftporen ➡️ verbessert den Frost- und Tausalzwiderstand
macht Beton dichter ➡️ weniger Wasser dringt ein
Beton bleibt länger verarbeitbar ➡️ gut bei heißem Wetter oder langen Transportwegen
Beton erhärtet schneller ➡️ gut im Winter oder wenn früh ausgeschalt werden soll
verbessern das Fließverhalten von Einpressmörtel ➡️ z. B. bei Spannbeton
verhindern das Entmischen des Betons ➡️ Zuschläge und Zement bleiben gleichmäßig verteilt
Der Wasser-Zement-Wert beeinflusst die Qualität des Betons. Ein kleiner w/z-Wert führt zu höherer Festigkeit, geringerer Wasseraufnahme und weniger Schwinden. Ein großer w/z-Wert macht den Beton zwar leichter verarbeitbar, verringert aber die Festigkeit. Betonzusatzmittel wie Betonverflüssiger, Luftporenbildner oder Erstarrungsbeschleuniger werden eingesetzt, um die Eigenschaften des Betons gezielt zu verbessern.
Zusatzmittel → chemische Stoffe in kleinen Mengen, verändern die Eigenschaften des Betons (z. B. Verflüssiger, Beschleuniger).
Zusatzstoffe → mineralische Stoffe wie Flugasche oder Hüttensand, ersetzen einen Teil des Zements und verändern Zusammensetzung und Nachhaltigkeit.
Welche Betonarten zeigt die Folie und worin unterscheiden sie sich
enthält keine Bewehrung
nimmt hauptsächlich Druckkräfte auf
geringe Zugfestigkeit
Einsatz: Fundamente, Bodenplatten, massive Bauteile
Beton + Stahlbewehrung
Beton übernimmt Druck
Stahl übernimmt Zug
häufigste Bauweise im Hochbau
Stahl wird vor oder nach dem Betonieren vorgespannt
dadurch entstehen Druckspannungen im Beton
weniger Risse
größere Spannweiten möglich
Einsatz: Brücken, Hallen, Decken
statt Stäben werden Stahl-, Glas- oder Kunststofffasern beigemischt
verbessert Rissverhalten und Zähigkeit
teilweise weniger oder keine klassische Bewehrung nötig
Bewehrung aus Textilien (z. B. Glas- oder Carbongewebe)
rostet nicht
dünnere Bauteile möglich
Bewehrung aus Carbonfasern
sehr hohe Zugfestigkeit
korrosionsfrei
dünne und leichte Bauteile
spart Beton und erhöht die Lebensdauer
die Karbonatisierung von Stahlbeton.
Was ist die Karbonatisierungsfront?
Frischer Beton hat einen sehr hohen pH-Wert (≈ 12,5–13,5).
➡️ Dadurch bildet sich auf dem Stahl eine Passivschicht.
Diese schützt den Stahl vor Rost.
Also: Beton = alkalisch → Stahl ist geschützt.
Aus der Luft dringt CO₂ (Kohlendioxid) in den Beton ein. Es reagiert mit dem Calciumhydroxid im Beton. Dadurch sinkt der pH-Wert.
Dieser Vorgang heißt: ➡️ Karbonatisierung
Die Karbonatisierungsfront ist die Grenze zwischen
außen = bereits karbonatisiert
innen = noch alkalisch
Sie wandert jedes Jahr immer tiefer in den Beton hinein.
Genau das zeigt die Zeichnung.
bild 3
Rost besitzt das 2–6-fache Volumen des ursprünglichen Stahls.
Dadurch entsteht Druck auf den Beton.
➡️ Der Beton platzt ab. Eisenoxid. benötigt mehr Volumen als Stahl
Deshalb steht:
vereinzelte Abplatzungen
CO₂ dringt von außen in den Beton ein und senkt den pH-Wert (Karbonatisierung). Dadurch wird die schützende Passivschicht des Bewehrungsstahls zerstört. Der Stahl beginnt zu korrodieren. Der entstehende Rost vergrößert sein Volumen, erzeugt Druck im Beton und führt zu Rissen sowie Abplatzungen.
Je nachdem, welcher Umgebung der Beton ausgesetzt ist, braucht man eine andere Betonqualität.—> Man möchte verhindern, dass die Bewehrung (Stahl im Beton) rostet.
Es gibt 2 Hauptursachen, warum Bewehrungsstahl korrodiert:
1. Karbonatisierung (CO₂)
2. Chloride (Salz)Salz ist sogar gefährlicher. Chloride greifen die Passivschicht des Stahls direkt an. Beispiele: Streusalz, Sole, Meerwasser
Exposition bedeutet:
Welchen Umwelteinflüssen ist der Beton ausgesetzt?
Je nachdem, ob der Beton trocken, nass, salzig oder Frost ausgesetzt ist, muss der Beton anders zusammengesetzt sein.
Keine Korrosionsgefahr.—> benotn muss nicht besinders hochwertig sein
Das X steht für Exposition.
C steht für Carbonation (= Karbonatisierung).
Trocken oder dauerhaft nass.—> zb Wohnzimmer, Keller
Nass, aber selten trocken.—> Fundamente, Wasserbehälter
Mittlere Feuchtigkeit.: Parkhäuser innen, Feuchträume, Hallen
Wechsel zwischen nass und trocken. Das ist besonders kritisch.
Beispiele: Außenfassaden, Balkone, Regen
D = Deicing Salt (= Streusalz)
Also: Salz durch Straßenverkehr.
Spritzwasser mit Streusalz. Beispiel: Einfahrten, Garagen
Ständig chloridhaltiges Wasser. Beispiel: Solebäder, Industrieanlagen
Sehr viel Spritzwasser. Beispiel: Brücken, Parkdecks
S = Sea
Nur salzige Luft. Beispiel: Gebäude an der Küste.
Unter Wasser. Beispiel: Pfeiler im Meer.
Spritzwasserzone. Das ist die schlimmste Belastung.
Beispiel: Kaimauern.
Je schlimmer die Umgebung,→ desto dichter muss der Beton sein.
Deshalb steigt die Festigkeitsklasse.
dichter Beton weniger Wasser und Salz hineinlässt.
Was ist Spannbeton?
Beim normalen Stahlbeton kommt die Zugkraft erst auf den Stahl, wenn der Beton belastet wird.
Beim Spannbeton werden die Stahlseile schon vor der Belastung gespannt.
Dadurch wird der Beton vorgedrückt.
Beton kann
✅ Druck sehr gut aufnehmen. aber kein zug—> deshalb drückt man den Beton davor zusammen
Wenn später Zug entsteht, hebt dieser zunächst nur die vorhandene Druckspannung auf.
Dadurch entstehen viel weniger Risse.
Spannanker.
Hier werden die Stahlseile festgehalten.
Stahlseile werden durch den Beton geführt.
Mit einer hydraulischen Presse gespannt.
Im Spannanker festgeklemmt.
Danach bleibt die Spannung dauerhaft erhalten.
—->Spannbeton: Die Bewehrung wird bereits vor der Nutzung gespannt. Dadurch steht der Beton unter Druck, wodurch Risse reduziert und größere Spannweiten möglich werden
Parkhäuser
Hallendächer
Fertigdecken
Parkdecks
Stadiondächer
Welche Betonarten unterscheidet man nach ihrer Rohdichte?
Wodurch unterscheiden sich Leicht-, Normal- und Schwerbeton?
Sie unterscheiden sich durch: Rohdichte; Art der Gesteinskörnung; Anwendungsbereich
Beton sehr spröde
Die Druckfestigkeit gibt an,
wie viel Druck Beton aushält, bevor er bricht.
Kantenlänge: 150 × 150 × 150 mm
Bezeichnung: fck,cube
—> stabilder und liefert höhere werte
oder
Durchmesser: 150 mm
Höhe: 300 mm
Bezeichnung: fck,cyl
Diese Probekörper werden nach dem Aushärten in eine Druckprüfmaschine eingespannt (linkes Bild).
—>Der Druck wird erhöht, bis der Beton versagt bzw. zerbricht.
Die maximale Spannung, die der Beton aushält, ist seine Druckfestigkeit.
C30/37 bedeutet:
30 MPa = Druckfestigkeit am Zylinder
37 MPa = Druckfestigkeit am Würfel
f = Festigkeit
c = Concrete (Beton)
k = charakteristischer Wert
Nennen und erläutern Sie die Unterschiede zwischen Normalbeton, Leichtbeton und Porenbeton.
Betonart
Gefüge
Zuschlag
Eigenschaften
Normalbeton
gefügedicht
Sand, Kies, Splitt
hohe Festigkeit, hohe Rohdichte (~2,3–2,4 t/m³)
Leichtbeton
gefügedicht oder haufwerkporig
Leichtzuschläge (Blähton, Blähschiefer, Bims)
geringes Eigengewicht, bessere Wärmedämmung
Porenbeton
feinporig
keine groben Zuschläge, viele Luftporen
sehr leicht, sehr gute Wärmedämmung, geringere Festigkeit
Warum besitzt Porenbeton eine gute Wärmedämmung?
Weil er aus unzähligen kleinen Luftporen besteht. Luft leitet Wärme schlecht und wirkt deshalb als Dämmstoff.
Erklären Sie den Unterschied zwischen gefügedichtem und haufwerkporigem Leichtbeton.
Gefügedichter Leichtbeton: Die Hohlräume zwischen den Körnern sind weitgehend mit Zementleim gefüllt → höhere Festigkeit.
Haufwerkporiger Leichtbeton: Zwischen den Körnern bleiben größere Hohlräume → geringeres Gewicht und bessere Dämmung, aber niedrigere Festigkeit.
Beton kann auf 2 arten hergestellt werden:
1.Baustellbeton—> beton wird dierkt auf de Baustelle gemischt —> anschließend wird der Beton direkt eingebaut und erhärtet dort: Ortbeton
2.Transportbeton—> Beton im Betonwerk hergestellt-> Fahrmischer fährt ihn zur baustelle-> hält ihn während fahrt noch in bewegung —> häufigere vsriante
—> verwendet um Fertigteile herzustellen
Was versteht man unter einer Expositionsklasse?
klassen einteilung im Haus Vertikalschnitt
➡️ Gefahr der Bewehrungskorrosion durch CO₂ aus der Luft.
➡️ Chloride kommen z. B. durch Streusalz.
➡️ Chloride aus Meerwasser.
➡️ Frost-Tausalz-Wechsel.
➡️ Abrieb.
XC2 + XD3 + XM1
Feuchtigkeit aus Boden → XC2
Streusalz vom Auto → XD3
Reifen nutzen Oberfläche ab → XM1
XC4 + XD3 + XF4 + XM1
Hier kommt alles zusammen:
Regen → XC4
Streusalz → XD3
Frost → XF4
Autos fahren darüber → XM1
Deshalb ist das eine der höchsten Beanspruchungen.
Spezialbeton für besondere Anforderungen
WU = Wasserundurchlässiger Beton
sehr dichtes Gefüge
wenig Poren
geringe Wasseraufnahme
schützt die Bewehrung vor Feuchtigkeit
Keller
Tiefgaragen
Wassertanks
Schwimmbecken
Fundamente im Grundwasser
➡️ Deshalb nennt man ihn oft auch "Weiße Wanne", weil der Beton selbst die Abdichtung übernimmt
. Hochfester Beton (HFB) / Hochleistungsbeton (HLB)
Hat eine sehr hohe Druckfestigkeit.
kann sehr große Lasten tragen
schlankere Bauteile möglich
Anwendung:
Geht noch weiter.
Er besitzt nicht nur eine hohe Festigkeit, sondern zusätzlich:
sehr geringe Wasserdurchlässigkeit
hohe Dauerhaftigkeit
hohe Frostbeständigkeit
hohe chemische Beständigkeit
3. Unterwasserbeton
Dieser Beton kann unter Wasser eingebracht werden, ohne dass der Zement ausgewaschen wird.
was ist Spritzbeton?
➡️ Spritzbeton ist Beton oder Mörtel, der mit einer Spritzdüse auf eine Fläche aufgebracht wird.
Durch den hohen Druck haftet er sofort an:
Wänden
Felsen
Bewehrungen
Deshalb braucht man oft keine Schalung.
✅ Keine Schalung nötig
✅ Schneller Einbau
✅ Gut für senkrechte oder überhängende Flächen
✅ Kann unregelmäßige Formen gut ausfüllen
Tunnelbau (wie auf dem rechten Bild)
Hangsicherung
Felswände
Schwimmbäder
Sanierung alter Betonbauwerke
Auskleidung von Schächten
enthält Zuschläge (Sand, Kies)
für tragende Bauteile
enthält nur feine Zuschläge (Sand)
für dünne Schichten oder Reparaturen
Was ist Dämmbeton?
➡️ Dämmbeton ist ein Leichtbeton mit besonders geringer Rohdichte und guter Wärmedämmung.
Das Ziel ist:
Wärmeverluste reduzieren
gleichzeitig eine tragende Wand ermöglichen (je nach Festigkeit)
Dämmbeton enthält stattdessen leichte, poröse Zuschläge, in denen viel Luft eingeschlossen ist.
Da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, dämmt der Beton deutlich besser.
Naturbims
Blähton
Blähschiefer
aufgeschäumtes Glas (Schaumglas)
Diese Materialien enthalten viele Luftporen und machen den Beton leicht.2
Was sind Betonsteine?
Betonsteine sind werkseitig hergestellte Bauteile aus Beton, die nicht gegossen, sondern wie Ziegel Stein für Stein vermauert werden.
1. Hohlblöcke:
➡️ Betonsteine mit Hohlkammern.
Vorteile: leichter, bessere Wärmedämmung, Materialersparnis
Verwendung: tragende und nichttragende Wände
2. Vollblöcke
➡️ Große massive Betonblöcke.
Eigenschaften: hohe Druckfestigkeit, schwer, schlechtere Wärmedämmung
Verwendung: tragende Wände Keller
3. Vollsteine
Wie Vollblöcke, aber kleiner. Verwendung: Mauerwerk, tragende Bauteile
4. Vormauersteine
➡️ Sichtbetonsteine für die Fassade.
Sie bleiben sichtbar und müssen deshalb eine schöne Oberfläche besitzen.
5. Vormauerblöcke
Dasselbe Prinzip wie Vormauersteine, nur größer.
6. Hohlwandplatten
Große Betonplatten mit Hohlräumen.
Innenwände
Trennwände
7. Wandbauplatten
Große massive Platten für den schnellen Wandbau.
8. Pflastersteine
Betonsteine für: Straßen, Gehwege, Plätze, Einfahrten
beton
Wodurch können sich oberflächen unterscheiden ?
Wenn flüssiger Beton in die Schalung gegossen wird, übt er einen sehr hohen seitlichen Druck auf die Schalung aus
➡️ Ohne Schalungsanker würden sich die beiden Schalungstafeln auseinanderdrücken oder sogar aufplatzen.
verbindet die beiden Schalungsseiten miteinander,
hält den richtigen Abstand zwischen den Schalungen,
nimmt den Betondruck auf,
sorgt dafür, dass die Wand ihre geplante Dicke erhält.
Ankerlöcher im Sichtbeton bleiben zurück
Bei Waschbeton wird die oberste Zementschicht nach dem Betonieren mit Wasser abgewaschen, solange sie noch nicht vollständig erhärtet ist.
➡️ Dadurch werden die Kies- oder Natursteinkörner freigelegt.
➡️ Überraschend ist:Obwohl Zement nur 14 % des Betons ausmacht, verursacht er fast den gesamten CO₂-Ausstoß.—> 91% verursachte CO^2 emissionen
Warum verursacht Zement so viel CO₂?
Die Herstellung von Zement ist sehr energieintensiv.
Im Zementwerk wird Kalkstein auf etwa 1450 °C erhitzt.
Dabei entstehen CO₂-Emissionen aus zwei Gründen:
Der Ofen muss auf 1450 °C erhitzt werden. → dafür werden große Energiemengen benötigt.
Kalkstein besteht aus: CaCO₃—> Calcium-Kohlenstofftrioxid
Beim Brennen entsteht: CaCO₃ → CaO + CO₂
Also wird CO₂ direkt aus dem Kalkstein freigesetzt.
Deshalb verursacht Zement so hohe Emissionen.
zusammensetzung Beton: 78 % Sand/Kies; 14 % Zement; 7 % Wasser; 1 % Zusatzstoffe
Obwohl Sand sehr häufig vorkommt, ist geeigneter Bausand knapp.
Beton besteht zu etwa 78 % aus Sand und Kies.
Da weltweit enorm viel gebaut wird (Häuser, Brücken, Straßen, Tunnel), werden jedes Jahr Milliarden Tonnen Sand benötigt.
➡️ Der Verbrauch ist größer als die natürliche Neubildung.
Wüstensand kann für Beton kaum verwendet werden, weil:
die Körner durch Wind sehr rund und glatt geschliffen sind,
sie sich deshalb schlecht mit dem Zement verzahnen.
Für Beton braucht man kantigen Sand, z. B. aus:
Flüssen,
Kiesgruben,
Steinbrüchen.
Der Abbau von Sand führt zu:
Zerstörung von Flusslandschaften,
Absenkung des Grundwassers,
Küstenerosion,
Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.
In manchen Ländern wird sogar illegal Sand abgebaut.
Um Sand zu sparen, werden Alternativen erforscht:
Recyclingbeton (gebrochener Altbeton)
Brechsand aus Gestein
Wiederverwendung von Baustoffen
sparsamerer Materialeinsatz
Die Herstellung von Stahl benötigt:
Eisenerz
Koks/Kohle
sehr hohe Temperaturen (über 1500 °C)
Dadurch entstehen sehr viele CO₂-Emissionen.
➡️ Stahl gehört zu den klimaschädlichsten Baustoffen.
Wenn Wasser und Sauerstoff an die Bewehrung gelangen, kann Stahl rosten.
Das führt dazu:
Stahl vergrößert sein Volumen.
Beton bekommt Risse.
Beton platzt ab.
Die Tragfähigkeit nimmt ab.
Deshalb braucht Stahl immer: ausreichende Betondeckung, dichten Beton
Beton und Stahl sind fest miteinander verbunden. Beim Rückbau müssen sie getrennt werden.
Das kostet:
Zeit
Energie
Geld
Für Stahl benötigt man: Eisenerz Kohle
Diese Rohstoffe sind nicht unbegrenzt verfügbar.
Man versucht,
Recyclingstahl einzusetzen,
weniger Stahl zu verwenden,
Carbon- oder Textilbewehrung einzusetzen,
Tragwerke materialeffizient zu planen.
Beton ist heute kein vollständig nachhaltiger Baustoff. Er kann jedoch durch weniger Zement, Recyclingbeton, CO₂-ärmere Zemente und eine lange Nutzungsdauer deutlich nachhaltiger werden.
Der größte Umweltnachteil ist der Zement, der rund 91 % der CO₂-Emissionen des Betons verursacht.
Da Zement die meisten CO₂-Emissionen verursacht, versucht man:
Zement einzusparen.
CO₂-ärmere Zemente zu verwenden.
Einen Teil des Zements durch Hüttensand oder Flugasche zu ersetzen.
—> Beton kann nachhaltiger sein, aber nicht vollständig nachhaltig. Der größte Umweltfaktor ist der Zement, der den Großteil der CO₂-Emissionen verursacht. Nachhaltiger wird Beton durch Zemente mit geringerem CO₂-Ausstoß, Recyclingbeton, die Verwendung regionaler Rohstoffe und eine lange Lebensdauer der Bauwerke.
zeigt, wie Beton materialeffizienter und nachhaltiger werden kann
Gradientenbeton bedeutet:
➡️ Der Beton ist nicht überall gleich aufgebaut, sondern seine Eigenschaften ändern sich innerhalb eines Bauteils
—> Man brungt maaterial nur dort ein, wo es statisch nötig ist
Hier wird in wenig belasteten Bereichen Leichtbeton eingesetzt.
➡️ spart Gewicht.
In den Balken werden Hohlkugeln eingebaut.
Dadurch entsteht:
weniger Betonverbrauch
geringeres Gewicht
Die Tragfähigkeit bleibt weitgehend erhalten, weil die Kugeln dort liegen, wo kaum Spannungen auftreten.
➡️ Das Prinzip wird z. B. bei Hohlkörperdecken eingesetzt.
Hier wird eine Schalung aus Sand verwendet.
Nach dem Betonieren wird der Sand entfernt oder wiederverwendet.
Dadurch entstehen Hohlräume genau dort, wo kein Material benötigt wird.
➡️ Die Sandschalung ist vollständig recycelbar.
Gradientenbeton ist ein Beton, dessen Eigenschaften innerhalb eines Bauteils gezielt verändert werden. In stark belasteten Bereichen wird dichter bzw. fester Beton verwendet, in wenig belasteten Bereichen leichter oder hohler Beton. Dadurch werden Material, Gewicht und CO₂ eingespart, ohne die Tragfähigkeit wesentlich zu verringern.
nachhaltigere Alternative zu Portlandzement
CSA steht für Calcium-Sulfo-Aluminat-Zement
Er unterscheidet sich vom normalen Portlandzement dadurch, dass er:
weniger Kalkstein benötigt,
bei niedrigeren Temperaturen gebrannt wird (ca. 1250 °C statt etwa 1450 °C),
dadurch deutlich weniger CO₂ verursacht.
✅ 30–40 % weniger CO₂-Emissionen als Portlandzement.
✅ Schnelle Erhärtung
erreicht schon nach wenigen Stunden hohe Festigkeiten.
✅ Geringeres Schwinden
dadurch weniger Rissbildung.
✅ Hohe Frühfestigkeit
Bauwerke können schneller belastet werden.
❌ teurer als normaler Zement
❌ noch nicht überall verfügbar
❌ nicht für jede Anwendung geeignet
Abfallaufkommen in Deutschland (2014): 401 Mio. Tonnen
Mehr als die Hälfte aller Abfälle in Deutschland stammt aus dem Bauwesen.
Sie zerlegt die 209,5 Mio. Tonnen Bau- und Abbruchabfälle.
Der größte Anteil ist:
121 Mio. t Boden, Steine und Baggergut
55 Mio. t Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik
Der Rest (Holz, Glas, Kunststoff usw.) macht nur einen kleinen Anteil aus.
➡️ Der meiste Bauschutt besteht aus mineralischen Baustoffen.
Materialbestand aller Gebäude in Deutschland—> am meiste verbaut beton
Warum muss Beton recycelt werden?
Weil:
sehr viel Beton verbaut wurde,
dadurch sehr viel Beton beim Abriss anfällt,
der Bausektor den größten Abfallproduzenten Deutschlands darstellt.
VL 7 Backstein
Was ist Ton?
Welche Tonarten gibt es?
Welche Eigenschaften besitzt plastischer Ton?
Warum schwindet magerer Ton weniger?
Ton ist der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Ziegeln.
Er besteht aus sehr feinen mineralischen Partikeln und wird mit Wasser plastisch und formbar.
Nach dem Brennen wird daraus ein harter Baustoff.
—> leicht formbar
hoher Tonanteil
starkes Schwinden
➡️ enthalten viele Tonminerale.
sehr gut formbar
lassen sich leicht pressen
schwinden beim Trocknen stark
neigen eher zu Rissen
Merksatz: viel Ton → leicht formbar → starkes Schwinden.
Diese enthalten:
mehr Quarz
weniger Tonminerale
Dadurch:
weniger plastisch
geringeres Schwinden
geringere Rissgefahr
Merksatz: viel Quarz → weniger Schwinden.
Enthalten:
viel Kalk
Deshalb eignen sie sich besonders gut für:
Ziegelproduktion
Der Kalk beeinflusst Brennverhalten und Farbe positiv.
->Weil er einen höheren Quarzanteil besitzt. schwindet er weniger
Backstein vs. Ziegel
Was ist ein Ziegel?
Was ist ein Backstein?
Ziegel ist der Oberbegriff.
Ein Ziegel ist jedes gebrannte Tonelement.
Dazu gehören zum Beispiel:
Mauerziegel
Dachziegel
Klinker
Backsteine
für zigelherstellung geeignet —> Weil Ton mit Wasser plastisch und formbar wird und nach dem Brennen zu einem festen, dauerhaften Baustoff erhärtet.
Jeder Backstein ist ein Ziegel.
Nicht jeder Ziegel ist ein Backstein.Denn Dachziegel oder Klinker sind ebenfalls Ziegel, aber keine Backsteine.
Ziegel ist der Oberbegriff für alle gebrannten Tonelemente.
Backstein ist ein gebrannter Mauerziegel mit meist rauer Oberfläche.
Deshalb gilt: Jeder Backstein ist ein Ziegel, aber nicht jeder Ziegel ist ein Backstein.
wie funktoniert ein brennofen im römischen reich
was ist ein feldbrandofen
Die Zeichnung links zeigt einen römischen Ziegelbrennofen.
Die ungebrannten Ziegel werden im Ofen gestapelt.
Unten befindet sich die Feuerkammer.
Holz wird verbrannt.
Die heiße Luft steigt durch den Ziegelstapel nach oben.
Die Ziegel werden mehrere Tage lang auf etwa 900–1100 °C gebrannt.
➡️ Dadurch werden sie hart, wasserbeständig und dauerhaft.
Die Römer entwickelten:
leistungsfähige Brennöfen,
standardisierte Ziegelformate,
Massenproduktion von Ziegeln.
Dadurch konnten große Bauwerke entstehen, z. B.:
Aquädukte
Thermen
Das ist die einfachste historische Form eines Ziegelofens.
Ein Feldbrandofen wurde direkt auf der Baustelle errichtet und nach dem Brennen wieder abgebaut.
Deshalb nennt man ihn:
temporären Brennofen
Die Zeichnung zeigt:
unten Feuerkanäle
darüber gestapelte rohe Ziegel
außen eine Isolierung aus Lehm und alten Ziegeln
Das Brennmaterial (Holz oder Kohle) wird vorne in die Öffnung geschoben.
Die heiße Luft strömt durch die Kanäle und brennt die Ziegel.
+Grüne Ziegel
Das sind ungebrannte Ziegel.
Sie heißen "grün", obwohl sie nicht grün aussehen.
Rückstände der Verbrennung von Holz oder Kohle.
Außen wurde der Ofen mit:
alten Ziegeln
abgedichtet, damit möglichst wenig Wärme verloren geht.
die technische Entwicklung der Ziegelproduktion
Was ist das?
Maschine zur Herstellung von Ziegeln.
Die plastische Tonmasse wird als langer Strang herausgepresst.
Anschließend wird der Strang in einzelne Ziegel geschnitten.
schnelle Herstellung
gleichmäßige Form
Massenproduktion möglich
Prüfungsfrage:
Was ist eine Strangpresse?
Antwort:
Eine Maschine, die Ton als Strang auspresst und daraus gleichmäßige Ziegel herstellt.
Ein kreisförmiger Dauerofen.
Die Ziegel bleiben liegen, das Feuer wandert von Kammer zu Kammer.
kontinuierlicher Betrieb
geringerer Brennstoffverbrauch
höhere Produktionsmenge
Welchen Vorteil hat der Ringofen?
Er ermöglicht einen kontinuierlichen und energieeffizienten Brennprozess.
Heute der Standard in der Ziegelindustrie.
Die Ziegel stehen auf Wagen und fahren durch einen langen Tunnelofen.
Dabei durchlaufen sie nacheinander:
Aufheizen
Brennen
Abkühlen
➡️ Die Ziegel bewegen sich – der Ofen bleibt stehen.
vollautomatisch
sehr gleichmäßige Qualität
hohe Produktionsleistung
Wie funktioniert ein Tunnelofen?
Die Ziegel werden auf Transportwagen durch die Heiz-, Brenn- und Kühlzone gefahren.
ziegelherstekllung verfahren
welche backsteinarten gibt es ?
Ziegel formate
Das Oktametersystem ist ein Maßsystem für Ziegel, das auf dem Achtelmeter (1/8 m) basiert.
Damit:
alle Ziegel genormte Maße haben,
Wände ohne Zuschneiden gemauert werden können,
Türen, Fenster und andere Bauteile aufeinander abgestimmt sind.
1 Oktameter = 1/8 Meter = 12,5 cm = 125 mm
Alle Ziegelmaße sind Vielfache oder Bruchteile dieses Maßes.
—>Das Oktametersystem ist ein Maßsystem für Ziegel, das auf einem Achtelmeter (12,5 cm) basiert. Es dient der Normung von Ziegelmaßen und ermöglicht ein einfaches, maßgenaues Mauern.
Ein Normalformat-Ziegel (NF) hat die Maße:
240 × 115 × 71 mm
Mit Mörtelfugen von etwa 10–12 mm ergibt sich ungefähr:
25 cm in der Länge (= 2 × 12,5 cm)
12,5 cm in der Breite (= 1 × 12,5 cm)
Verband
Erkennungsmerkmal
Läuferverband
nur lange Seiten sichtbar
Binderverband
nur kurze Seiten sichtbar
Blockverband
Läufer- und Binderschichten wechseln
Kreuzverband
Mischverband mit versetzten Fugen, sehr stabil
Flämischer Verband
Binder und Läufer wechseln innerhalb jeder Schicht
Amerikanischer Verband
mehrere Läuferschichten + eine Binderschicht
Wilder Verband
unregelmäßiges Fugenbild
welche fugenarten gibt es
Fugen haben nicht nur eine technische, sondern auch eine gestalterische Funktion.Die drei Fugenarten auf der Folie
Er besteht aus:
Bindemittel → meist Zement, Kalk oder Kalk-Zement
Sand (feine Gesteinskörnung)
ggf. Zusatzstoffe, z. B. zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit oder Wasserabweisung
Mörtel schließt bündig mit der Ziegeloberfläche ab.
Die Fuge ist kaum sichtbar.
Gute Witterungsbeständigkeit (Regen bleibt weniger stehen).
Ruhiges, geschlossenes Fassadenbild.
➡️ Wird häufig bei modernen Fassaden verwendet.
Die Fuge liegt einige Millimeter hinter der Ziegeloberfläche.
Dadurch treten die Ziegel stärker hervor.
Betont den einzelnen Stein.
Plastische Fassadenwirkung.
Nachteil:
Regenwasser kann leichter in der Vertiefung stehen bleiben.
Etwas schlechterer Witterungsschutz.
Die Fuge ist schräg ausgeführt.
Dadurch läuft Regenwasser besser ab.
Gute Entwässerung.
Gleichzeitig interessante Licht- und Schattenwirkung.
—> 1. Gestaltung (am wichtigsten)
Die Fuge bestimmt das Aussehen der Wand.
bündig → ruhige Fläche
vertieft → Ziegel werden betont
abgeschrägt → lebendige Schatten
Die Form beeinflusst, wie gut Wasser abläuft.
bündig → sehr gut
abgeschrägt → ebenfalls gut
vertieft → schlechter
Je nach Fugentiefe entstehen unterschiedliche Schatten.
Dadurch wirkt dieselbe Mauer:
flach,
plastisch,
oder besonders strukturiert.
—> Unterschiedliche Fugenarten gibt es aus gestalterischen Gründen und zur Beeinflussung des Witterungsschutzes. Die Fugenausbildung bestimmt das Erscheinungsbild der Ziegelfassade und beeinflusst den Wasserablauf.
Mauerwerkswände
—>Eine Mauerwerksaußenwand muss gleichzeitig Lasten tragen, vor Witterung schützen, Wärme und Schall dämmen, Feuchtigkeit regulieren und dauerhaft sowie brandsicher sei
Die Markierung zeigt die innere Tragwand.
Aufgabe:
trägt das Gebäude (Decken, Dach usw.)
nimmt alle Lasten auf
ist statisch belastbar
Eigenschaften (steht auch rechts auf der Folie):
✅ druckfest
✅ Oberfläche muss nicht schön aussehen
✅ meist große Ziegelformate
✅ wird innen verputzt
➡️ Dafür verwendet man Hintermauerziegel, nicht Klinker.
Die Markierung zeigt jetzt die äußere Schale.
schützt vor Regen und Frost
bestimmt das Aussehen der Fassade
trägt nicht das Gebäude
Eigenschaften (rechts auf der Folie):
meist Klinker
sehr druckfest
frostbeständig
Wasseraufnahme höchstens 7 %
Farbe und Struktur sind gestalterisch wichtig
Von außen nach innen:
Verblendschale (Klinker)
Witterungsschutz
Gestaltung
Dämmschicht
Wärmedämmung
Luftschicht (≥ 40 mm)
Feuchtigkeit kann abtrocknen
Hinterlüftung
Tragwand (Hintermauerziegel)
trägt alle Lasten
glatte Innenoberfläche
Luftdichtheit
—> Die Tragwand (Hintermauerwerk) übernimmt die Statik. Die Verblendschale (meist Klinker) schützt vor Witterung und gestaltet die Fassade. Beide Schalen sind durch Drahtanker verbunden und werden durch Dämmung sowie eine Luftschicht getrennt.
Klinker eine extrem robuste, frostsichere Sonderform da
Mauerwerk kann sehr gut Druck aufnehmen, aber fast keine Zugkräfte.
➡️ Deshalb werden Steine so angeordnet, dass nur Druckkräfte auftreten.
→ Man spricht von einer druckschlüssigen Konstruktion.
Bogen und Gewölbe funktionieren ausschließlich über Druckkräfte.
✅ Mauerwerk eignet sich hervorragend für Bögen und Gewölbe, weil es druckfest ist.
✅ Bogen und Gewölbe sind druckschlüssige Konstruktionen ohne Bewehrung.
✅ Der Schlussstein macht den Bogen stabil.
✅ Ein Gewölbe = räumlich fortgesetzter Bogen.
✅ Gewölbe sind Flächentragwerke und ermöglichen große stützenfreie Spannweiten.
Die nachhaltigste Lösung ist immer die direkte Wiederverwendung.
Wenn ein Gebäude vorsichtig zurückgebaut wird, können Ziegel:
gereinigt werden,
von Mörtelresten befreit werden,
erneut vermauert werden.
➡️ Es wird kein neuer Ziegel hergestellt, daher spart man Rohstoffe und die gesamte Brennenergie.
Das ist die nachhaltigste Variante.
Wenn die Ziegel nicht mehr als ganze Steine verwendet werden können, werden sie zerkleinert.
Dann entstehen z. B.:
Recycling-Zuschlag für Beton
Schotter
Straßenunterbau
Füllmaterial
➡️ Das nennt man Recycling oder oft Downcycling, weil daraus meist kein neuer hochwertiger Ziegel entsteht.
Sortenrein / massiv → gutes Recycling
Ein normaler Vollziegel besteht fast nur aus:
gebrannt
Es gibt keine anderen Materialien.
➡️ Deshalb lässt er sich leicht recyceln.
Die weißen oder grünen Bereiche auf der Folie sind Dämmstoffe.
Mineralwolle
Perlit
Polystyrol
andere Füllstoffe
Diese Materialien sind fest mit dem Ziegel verbunden.
lassen sie sich kaum trennen,
der Ziegel ist nicht mehr sortenrein,
hochwertiges Recycling wird schwierig.
➡️ Deshalb steht auf der Folie:
„Problematisch: Dämmziegel!“
Je einfacher ein Baustoff aufgebaut ist, desto nachhaltiger ist sein Lebensende.
Wiederverwendung ist besser als Recycling. Massive, sortenreine Ziegel können gut wiederverwendet oder recycelt werden. Dämmziegel sind problematisch, weil Ziegel und Dämmstoff fest miteinander verbunden sind und sich nur schwer trennen lassen.
Baubilanzierung
was ist ein EPD
die Baubilanzierung bewertet die Umweltwirkungen eines Bauwerks über seinen gesamten Lebenszyklus. Ziel ist es herauszufinden, wie nachhaltig ein Gebäude oder Baustoff wirklich ist.
Bei der Baubilanzierung werden z. B. untersucht:
🌍 CO₂-Emissionen (Global Warming Potential)
⚡ Primärenergiebedarf
💧 Wasserverbrauch
♻️ Recyclingfähigkeit
🗑️ Abfallmenge
🌱 Ressourcenverbrauch
🏗️ Lebensdauer
—>Baubilanzierung = Bewertung der ökologischen Auswirkungen eines Gebäudes oder Baustoffs über seinen gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Transport und Nutzung bis zum Rückbau und Recycling.
Ein EPD steht für Environmental Product Declaration, auf Deutsch:
Umweltproduktdeklaration
Sie ist eine standardisierte Umweltbilanz eines Baustoffs oder Bauprodukts.
Ein EPD zeigt objektiv, welche Umweltwirkungen ein Baustoff hat.
Damit können Architekten und Ingenieure verschiedene Produkte vergleichen und die Baubilanz eines Gebäudesberechnen.
Die Baubilanzierung eines Gebäudes basiert auf den EPDs der einzelnen Baustoffe.
Beton → eigenes EPD
Ziegel → eigenes EPD
Holz → eigenes EPD
Dämmstoff → eigenes EPD
Alle EPDs zusammen ergeben die Umweltbilanz des gesamten Gebäudes.
1. Warum Bauteilbilanzierung?
Nicht nur der Betrieb eines Gebäudes belastet die Umwelt.
Auch
Herstellung
Einbau
Nutzung
Recycling
verursachen Energieverbrauch und Emissionen.
➡ Deshalb betrachtet man den gesamten Lebenszyklus eines Bauteils.
2. Lebenszyklus eines Gebäudes
A-Module = Herstellung
A1 Rohstoffgewinnung
A2 Transport
A3 Produktion
A4 Transport Baustelle
A5 Einbau
B-Module = Nutzung
Wartung
Reparatur
Austausch
Energieverbrauch
C-Module = Lebensende
Entsorgung
D-Modul
→ Nutzen aus Recycling bzw. Wiederverwendung
3. Graue Energie
Energie, die bereits vor der Nutzung eines Gebäudes benötigt wird.
Dazu gehören
Rohstoffgewinnung
Baustelle
NICHT:
❌ Heizenergie
❌ Strom im Betrieb
Diese gehören zur Betriebsenergie.
4. Betriebsenergie
ist die Energie während der Nutzung.
Heizen
Kühlen
Lüften
Warmwasser
Strom
Früher war sie der größte Anteil.
Heute werden Gebäude immer effizienter.
➡ Dadurch wird die graue Energie immer wichtiger.
5. EPD
Environmental Product Declaration
=
Umweltproduktdeklaration.
Sie beschreibt objektiv die Umweltwirkungen eines Baustoffs.
Sie enthält u.a.
CO₂
Primärenergie
Ressourcenverbrauch
Abfall
Lebenszyklusdaten
Eine EPD ist
standardisiert
unabhängig geprüft
nach EN 15804 aufgebaut.
Eine EPD enthält
Produktbeschreibung
technische Daten
Systemgrenzen
Lebenszyklus
Ergebnisse der Umweltwirkungen
Interpretation.
7. Grenzen einer EPD
Ganz wichtig!
Eine EPD bewertet
❌ NICHT das Gebäude
sondern
✅ nur EIN Produkt.
Außerdem:
viele Annahmen
Szenarien
Produkte nur sinnvoll vergleichbar, wenn gleiche Normen gelten
➡ Zahlen müssen immer interpretiert werden.
8. Ressourcen
Es gibt
Kork
Naturfasern
Mineralien
fossile Rohstoffe
Außerdem
Primärrohstoffe
direkt aus der Natur
Sekundärrohstoffe
Recyclingmaterial
9. ADP
Abiotic Depletion Potential
Misst
➡ Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen.
Einheit
kg Sb-Äquivalent
Je größer
desto schlechter.
10. PENRT
Nicht erneuerbare Primärenergie
den gesamten Verbrauch fossiler und nuklearer Energie über den Lebenszyklus.
MJ
Je kleiner
desto besser
11. Energiebedarf verschiedener Baustoffe
Besonders energieintensiv:
Aluminium
Zement
Energiearm:
Stroh
➡ Holz benötigt deutlich weniger Herstellungsenergie als Stahlbeton.
Welche Stoffe gelten als ökologisch problematisch?
Lösemittel, Weichmacher, Formaldehyd, Biozide, Flammschutzmittel und Schwermetalle.
12. Klimawirkung
Das Bauwesen verursacht ungefähr
➡ 40 % der globalen Treibhausgasemissionen.
Deshalb ist Materialwahl extrem wichtig.
13. Problematische Stoffe
Beispiele
Lösemittel
Weichmacher
Formaldehyd
Biozide
Flammschutzmittel
Schwermetalle
Sie beeinflussen
Innenraumluft
Gesundheit
Umwelt.
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