Aufbau eines kristallinen PV-Moduls
Anschlussdose - Modulrückseite - Zellverkapselung - Glas - Rahmen
Was ist ein Halbleiter?
Elektrische Leitfähigkeit eines Materials setzt freie Ladungsträger voraus
Freie Ladungsträger sind Elektronen, die nicht an Atome gebunden sind
In elektrischen Leitern (z. B. Metallen) sind Elektronen frei beweglich
In Halbleitern können Elektronen durch die Wechselwirkung mit Licht frei beweglich werden
Bändermodell
Die Energiezustände von Elektronen sind auf diskrete Energieniveaus (Bänder) beschränkt:
Im Valenzband sind Elektronen nicht frei beweglich
Im Leitungsband können sich Elektronen frei bewegen
Energieniveaus zwischen den Bändern können Elektronen nicht einnehmen (Verbotene Zonen)
Photoeffekt
Photonen mit einer Energie, die größer ist als der Bandabstand erzeugen genau ein Elektron-Loch-Paar; die überschüssige Energie wird als Wärme an das Kristallgitter des Halbleiters abgegeben
Photonen mit einer Energie, die kleiner ist als der Bandabstand erzeugen keine Elektron-Loch-Paare
Einteilung von Feststoffen nach elektrischer Leitfähigkeit
Streuungs- und Absorptionseffekte in der Atmosphäre
Rayleigh-Streuung
(Streuung an Molekülen, die kleiner als die Licht-Wellenlänge sind)
Durch Wellenlängenabhängigkeit wird blaues Licht stärker gestreut als rotes, darum erscheint der Himmel mittags blau und abends rot
Mie-Streuung
(Streuung an Molekülen, die größer als die Licht-Wellenlänge sind)
Gasabsorption
Gase und Wasserdampf in der Atmosphäre werden durch verschiedene Wellenlängen des gerichteten Sonnenlichts angeregt und emittieren anschließend das absorbierte Sonnenlicht in eine zufällige Richtung)
Einzelne Gase absorbieren unterschiedliche Wellenlängenbänder, sind für eindeutige Linien im Spektrum verantwortlich
Air Mass
Der Air-Mass-Faktor 𝐴𝑀 gibt die Weglänge der Sonnen-strahlen durch die Atmosphäre in Abhängigkeit des Sonnenhöhenwinkels an
Mit dem 𝐴𝑀 erhöht sich die Absorptionsrate, da mehr Luft gestreut und absorbiert werden kann
Elektrisches Ersatzschaltbild einer realen Solarzelle
Photostrom 𝑰𝒑𝒉
beschreibt die durch optische Anregung generierten Ladungsträger und ist proportional zur Einstrahlung
Diffusionsstrom 𝑰𝒅 und Rekombinationsstrom 𝑰𝒓
vermindern den Photostrom um die Ladungsträger, die aufgrund von Rekombination und Diffusion nicht an die Oberfläche der Solarzelle gelangen (steigen bei höherer Temperatur)
Reihenwiderstand 𝑹𝑺
umfasst den Widerstand des Halbleitermaterials, die Widerstände der Metallkontaktierung auf Vorder- und Rückseite der Solarzelle und die Kontaktwiderstände zwischen Halbleiter und Metallkontakten
Parallelwiderstand 𝑹𝑷
beschreibt Leckströme, die am p-n-Übergang oder an den Kanten der Solarzelle durch Kristalldefekte fließen
Strom-Spannungs-Kennlinie
Kurzschlussstrom 𝐼𝑘
Leerlaufspannung 𝑈0
Strom-Spannungs-Kennlinie:
Beschreibt alle möglichen Wertepaare für Strom und Spannung, die bei einer bestimmten Einstrahlung und Temperatur gemessen werden können
Kurzschlussstrom 𝐼𝑘:
Strom, der sich ohne elektrischen Verbraucher einstellt
Leerlaufspannung 𝑈0:
Spannung, die sich an den offenen Klemmen einstellt (handelsübliche kristalline Solarzellen: etwa 0,6 V)
Maximum Power Point (MPP)
Der Punkt mit der maximal abrufbaren elektrischen Leistung
Reihenschaltung
Parallelschaltung
Reihe:
Alle Solarzellen führen denselben Strom
Spannung ergibt sich aus der Summe der Einzelspannungen
Parallel:
Über allen Solarzellen fällt dieselbe Spannung ab
die Summe der Ströme der einzelnen Solarzellen ergibt den Gesamtstrom
Füllfaktor F:
Bezeichnet den Quotienten aus maximaler Leistung am MPP und dem Produkt aus Leerlaufspannung und Kurzschlussstrom
kristalline Solarzellen: 0,75 – 0,85
amorphe Solarzellen: 0,5 – 0,7
Marktanteile
gesammt
Dünnfilmtechnologien
2024:
687 GWp Monokristallines Silicium
> 16 GWp Dünnfilm
> 0 GWp Polykristallines Silicium
Dünnfilm:
CdTe > CI(G)S > amorphes Silicium
Technologieüberblick
Monokristallin
Polykristallin
Mono:
regelmäßige Kristallanordnung
21-24% Wirkungsgrad
Poly:
ungleiche Kristallanordnung
16-20% Wirkungsgrad
beide teuer + energetisch aufwändig in Herstellung
Multijunction-Zellen
-> Bei der Multijunction Zelle werden zwei oder mehr Solarzellen aus verschiedenen Materialien übereinander geschichtet.
Die Zellen absorbieren unterschiedliche Wellenlängenbereiche des Lichts, sodass in Summe ein größerer Wellenlängenbereich ausgenutzt werden kann als bei nur einem Material.
Die oberste Schicht absorbiert Licht mit kurzer Wellenlänge (hoher Energie) und lässt langwelliges Licht durch
Die zweite Solarzelle darunter absorbiert einen Teil des Spektrums bis zu einer Grenzwellenlänge
Materialien:
Galliumindiumphosphid (InGaP)
Galliumindiumarsenid (InGaAs)
Germanium (Ge)
Anwendung: Energieversorgung von Satelliten und Concentrator PV
Wirkungsgrade von 47 %
Organische Zellen (OPV)
halbleitenden Materialien aus Kohlenwasserstoffen
Wirkungsgrad ≈ 18 %
Schichten 1000-mal dünner als bei Silicium-Solarzellen
günstig, leicht, flexibel, unzerbrechlich, ökologischer Fußabdruck klein
Degradation von Solarmodulen
Prozess, der eine Leistungsminderung bei Solarmodulen zur Folge hat und im Verlauf der Zeit auftritt
ca 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr
Lichtinduzierte Degradation (LID)
Potentialinduzierte Degradation (PID)
Altersbedingte Degradation
Energetische Amortisationszeit (Energy pay-back-time)
CO2-Fußabdruck verschiedener Technologien zur Energieerzeugung
Zuletzt geändertvor 12 Tagen