Potenzansatz nach Hellmann
Klassifizierung von Windkraftanlagen
Achsausrichtung
Horizontal
Vertikal
Antriebsprinzip
Auftriebskonverter
Widerstandsprinzip (nur Savonius-Rotor)
Flügelanzahl (1-3)
Zweiflügler
Vorteile
Nachteile
Vorteile:
günstigere Herstellung (weniger Flügel)
geringes Rotorgewicht
höhere Rotorfrequenz (geringeres Drehmoment, geringerer Materialaufwand für Getriebe und Generator)
größere Anlagen möglich, da Materialkonzentration
weniger Flügel
Nachteile:
größere Randwirbelverluste
hohe Geräuschemissionen (aufgrund der hohen Umfangsgeschwindigkeit)
-> Potenzial für Off-Shore-Anwendungen
Dreiflügler
höherer theoretischer Wirkungsgrad (nimmt mit der Anzahl der Flügel zu)
geringere Geräuschemissionen
Schwingungsdynamik einfacher beherrschbar (geringere Wechsellasten)
erprobte Technik
höhere Material- und Fertigungskosten
aufwendige Montage bei Off-Shore-Anlagen
Darrieus-Rotor
keine Windrichtungsnachführung notwendig
keine Blattverstellung notwendig
Getriebe und Generator können am Boden installiert werden
Blatt nach Prinzip der Kettenlinie geformt (nur Zugspannungen, keine Biegemomente)
höhere Anlaufgeschwindigkeit (4 – 5 m/s)
kein automatischer Anlauf (Motor notwendig)
geringere Wirkungsgrade (Leistungsbeiwerte bis 40 %)
anfällig für Schwingungen
Savonius-Rotor
weder Windrichtungsnachführung noch Blattverstellung notwendig
automatischer Anlauf (daher oft zum Antrieb von Darrieus-Rotoren verwendet)
geringe Anlaufgeschwindigkeit (ab 2 m/s)
geringe Leistung
hoher Materialbedarf (Schaufelgröße)
Betz-Faktor
Betz’sche Gesetz
maximaler Leistungsbeiwert 𝑐𝑃,max = 16/27 = 59,3 %
Das Gesetz besagt, dass eine Windkraftanlage maximal 16/27 (Betz-Faktor) der mechanischen Leistung, die der Wind ohne den bremsenden Rotor durch dessen Projektionsfläche transportieren würde, in Nutzleistung umwandeln kann.
Schnelllaufzahl
wichtige aerodynamische Auslegungsgröße
Langsamläufer: 1 <λ < 3
Schnellläufer: λ > 5
Verlustmechanismen
Etwa 45 % der kinetischen Energie des Windes kann ins Stromnetz eingespeist werden:
Leistungskennlinie
Aufgrund von Reibungsverlusten ist bei 𝒗 < 𝒗𝑬 keine Leistungsabgabe möglich
𝑣𝐸 < 𝑣 < 𝑣𝑁: dem Wind wird die jeweils maximale Leistung entzogen
𝒗𝑵 < 𝒗 < 𝒗𝑨: die WKA gibt eine konstante Leistung ab
𝒗 > 𝒗𝑨: die WKA wird abgeschaltet
Regelungsstrategien
Stall-Regelung
Strömungsabriss
Pitch-Regelung
Rotorblätter in Fahnenposition (aus dem Wind drehen)
Aufbau einer Windkraftanlage
Antriebstrang
mit vs ohne Getriebe
Mit Getriebe:
Standard Generator kann eingesetzt werden
Kleinere Gondelmassen
Höhere Drehzahlen des Triebstrangs
Höherer Wartungsaufwand
Getriebe fallen bis zu 2–3-mal in der Lebenszeit aus, dadurch höhere Kosten
Ölwechsel notwendig
Ggf. Umweltverunreinigung durch Ölverlust
Typen: Stirnrad- + Planetengetriebe
Ohne Getriebe:
Höhere Investitionen
Größeres Gewicht, dadurch höhere Lasten
Geringe Drehzahl des Generators
Hohe Verfügbarkeit
Geringer Wartungsaufwand (für Offshore-Anlagen interessant)
Asynchrongeneratoren (ASG)
Kurzschlussläufer (Käfigläufer):
Feste Drehzahl und mehrstufiges Getriebe (starrer Betriebszustand), aber kostengünstig
Hohe mechanische Belastungen
Schleifringläufer (Doppelt-gespeist):
mit extern zugänglichen Wicklungen über Schleifringe
Drehzahlvariabel mit einem Läufer-Umrichter (ca. 60 – 110 % der Nenn-Drehzahl)
Wartungsaufwand durch Schleifringe höher
Synchrongeneratoren (SG)
Drehen sich mit dem Netz in exakter Synchronität
(via Umrichter eine feste Frequenz)
Fremderregte Synchrongeneratoren (Magnetfeld des Läufers durch eine separate Gleichstrom-Erregung)
Wartungsaufwand, aber Magnetfeld steuerbar (netzdienlicher Betrieb)
Permanentmagneterregte Synchrongeneratoren (Magnetfeld durch Dauermagnete)
Hohe Leistungsdichte und wartungsarm, aber kostenaufwendiger
Faktoren für die Lebensdauer
Mechanische Belastungen
Witterung und Standort
Betriebsstrategie
Wartung & Instandhaltung
Technologie & Designqualität
Schubbeiwert
Der Schubbeiwert 𝑐𝑡 (Thrust Coefficient) ist eine charakteristische Größe der Rotorblätter und wird maßgeblich durch deren Geometrie bestimmt
bei guten Anlagen in Größenordnung ≈ 0,7
Notwendiger Mindestabstand
(sonst Abschattung, Wake-Verluste)
Parkwirkungsgrad
5-facher Rotordurchmesser in Hauptwindrichtung
3-facher Rotordurchmesser in Nebenwindrichtung
Vorteile Offshore
Höhere Windgeschwindigkeit
Höhere Anzahl Volllaststunden
Weniger Turbulenz
Höheres Platzangebot als an Land
Höhere Akzeptanz
Großes Ausbaupotential
Nachteile Offshore
Große Entfernung zur Küste (> 30 km)
Aufwändige Fundamente (Wassertiefen > 30 m)
Rauere Umweltbedingungen (Salzwasser, Wellen, Stürme)
Zugänglichkeit und Logistik (Schiff, Helikopter)
Finanzierbarkeit großer Windparks (mehrere 100 Mio. €)
Schutz von Flora und Fauna
Repowering
Ersatz alter Anlagen durch moderne, effizientere Anlagen
Zuletzt geändertvor 12 Tagen