Soziale Marktwirtschaft
Definition: Wirtschaftsordnung, die marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlicher Rahmensetzung verbindet.
Anwendung: Erkläre stets beide Seiten: Freiheit des Marktes und soziale beziehungsweise ordnungspolitische Begrenzung.
Marktmechanismus
Definition: Koordination von Angebot und Nachfrage über Preise.
Anwendung: Preise geben Knappheitssignale und beeinflussen Produktion sowie Konsum.
Angebot
Definition: Menge eines Gutes, die Anbieter bei einem bestimmten Preis verkaufen wollen.
Anwendung: Bei sonst gleichen Bedingungen steigt das Angebot meist mit dem Preis.
Nachfrage
Definition: Menge eines Gutes, die Nachfrager bei einem bestimmten Preis kaufen wollen.
Anwendung: Bei sonst gleichen Bedingungen sinkt die Nachfrage meist mit steigendem Preis.
Gleichgewichtspreis
Definition: Preis, bei dem angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen.
Anwendung: Er ist ein Modellbegriff; reale Märkte können durch Macht, Regeln oder Informationsmängel abweichen.
Wettbewerb
Definition: Konkurrenz zwischen Anbietern oder Nachfragern um Preise, Qualität, Innovation und Marktanteile.
Anwendung: In der Sozialen Marktwirtschaft soll der Staat funktionsfähigen Wettbewerb sichern.
Privateigentum
Definition: Recht, Produktionsmittel und Vermögen privat zu besitzen und darüber zu verfügen.
Anwendung: Es schafft Entscheidungsfreiheit, ist aber rechtlich und sozial gebunden.
Vertragsfreiheit
Definition: Freiheit, Verträge abzuschließen und ihre Inhalte im gesetzlichen Rahmen zu bestimmen.
Anwendung: Grenzen entstehen etwa durch Verbraucherschutz, Arbeitsrecht oder Kartellrecht.
Haftungsprinzip
Definition: Wer wirtschaftliche Entscheidungen trifft und Gewinne erhält, soll grundsätzlich auch für Verluste und Risiken einstehen.
Anwendung: Prüfe bei Rettungsmaßnahmen, ob Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.
Sozialstaatsprinzip
Definition: Verfassungsprinzip, das den Staat zu sozialer Sicherheit, Teilhabe und Ausgleich verpflichtet.
Anwendung: Es begründet keine völlige Gleichheit, sondern einen politischen Gestaltungsauftrag.
Ordnungspolitik
Definition: Festlegung und Sicherung der Regeln, innerhalb derer Märkte funktionieren.
Anwendung: Beispiele sind Kartellrecht, Eigentumsordnung und Verbraucherschutz.
Prozesspolitik
Definition: Kurz- oder mittelfristige staatliche Beeinflussung des Wirtschaftsablaufs.
Anwendung: Dazu gehören Konjunktur-, Geld- und Fiskalpolitik.
Strukturpolitik
Definition: Langfristige Gestaltung wirtschaftlicher Strukturen in Regionen oder Branchen.
Anwendung: Beispiele sind Infrastruktur, Forschungsförderung und Unterstützung des Strukturwandels.
Sozialpolitik
Definition: Staatliche Maßnahmen zur sozialen Sicherung, Umverteilung und Förderung von Teilhabe.
Anwendung: Bewerte Zielgenauigkeit, Finanzierung, Arbeitsanreize und Gerechtigkeit.
Marktversagen
Definition: Situation, in der unregulierte Märkte keine gesellschaftlich effizienten oder akzeptablen Ergebnisse hervorbringen.
Anwendung: Typische Gründe sind externe Effekte, öffentliche Güter, Marktmacht und Informationsasymmetrien.
Externer Effekt
Definition: Auswirkung einer wirtschaftlichen Handlung auf unbeteiligte Dritte, die nicht vollständig im Preis enthalten ist.
Anwendung: Umweltverschmutzung ist ein negativer, Bildung kann ein positiver externer Effekt sein.
Öffentliches Gut
Definition: Gut, bei dem Menschen schwer ausgeschlossen werden können und Nutzung durch eine Person die Nutzung anderer kaum verringert.
Anwendung: Beispiele sind Landesverteidigung oder saubere Luft; Märkte stellen solche Güter oft zu wenig bereit.
Informationsasymmetrie
Definition: Ungleiche Verteilung relevanter Informationen zwischen Marktteilnehmern.
Anwendung: Sie kann Fehlentscheidungen, Ausbeutung oder Marktversagen verursachen.
Monopol / Oligopol
Definition: Monopol: ein dominanter Anbieter; Oligopol: wenige große Anbieter.
Anwendung: Prüfe Folgen für Preise, Innovation, Auswahl und politische Regulierung.
Magisches Viereck
Definition: Wirtschaftspolitische Ziele: Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsstand, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges angemessenes Wachstum.
Anwendung: Die Ziele können miteinander in Konflikt geraten; deshalb ist Abwägung nötig.
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Definition: Wert aller im Inland innerhalb eines Zeitraums produzierten Endgüter und Dienstleistungen.
Anwendung: Das BIP misst wirtschaftliche Leistung, aber nicht automatisch Wohlstand, Verteilung oder Umweltqualität.
Wirtschaftswachstum
Definition: Zunahme des realen BIP gegenüber einem früheren Zeitraum.
Anwendung: Unterscheide nominales und reales Wachstum und problematisiere ökologische sowie soziale Grenzen.
Konjunkturzyklus
Definition: Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität mit Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession.
Anwendung: Ordne Indikatoren wie Produktion, Investitionen, Preise und Beschäftigung den Phasen zu.
Inflation
Definition: Anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus und damit Kaufkraftverlust des Geldes.
Anwendung: Unterscheide einzelne Preissteigerungen von gesamtwirtschaftlicher Inflation.
Deflation
Definition: Anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus.
Anwendung: Sie kann Käufe und Investitionen verzögern und eine wirtschaftliche Abwärtsspirale verstärken.
Arbeitslosenquote
Definition: Anteil der registrierten Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen nach der verwendeten Statistik.
Anwendung: Achte auf Definition, Bezugsgruppe und mögliche verdeckte Arbeitslosigkeit.
Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
Definition: Ansatz, nach dem der Staat in einer Krise die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stabilisiert.
Anwendung: Typische Mittel sind höhere Staatsausgaben, Steuersenkungen und automatische Stabilisatoren.
Deficit Spending
Definition: Kreditfinanzierte staatliche Mehrausgaben zur Stabilisierung der Nachfrage in einer Krise.
Anwendung: Beurteile kurzfristige Wirkung, Schuldenfolgen, Zeitpunkt und Rückführung in guten Zeiten.
Multiplikatoreffekt
Definition: Zusätzliche Ausgaben erzeugen Einkommen, das teilweise erneut ausgegeben wird, wodurch die Gesamtwirkung größer sein kann als der Ausgangsimpuls.
Anwendung: Die Stärke hängt unter anderem von Sparquote, Importen und Kapazitätsauslastung ab.
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
Definition: Ansatz, der langfristig bessere Produktions- und Investitionsbedingungen schaffen will.
Anwendung: Typische Mittel sind weniger Regulierung, niedrigere Unternehmensbelastungen, Wettbewerb und Qualifikation.
Fiskalpolitik
Definition: Steuerung über staatliche Einnahmen, Ausgaben und Verschuldung.
Anwendung: Sie kann konjunkturpolitisch, verteilungs- oder strukturpolitisch eingesetzt werden.
Geldpolitik
Definition: Steuerung monetärer Bedingungen, insbesondere Zinsen und Liquidität, durch die Zentralbank.
Anwendung: Im Euroraum betreibt die Europäische Zentralbank die gemeinsame Geldpolitik.
Automatische Stabilisatoren
Definition: Regelungen, die Konjunkturschwankungen ohne neue politische Beschlüsse dämpfen.
Anwendung: In einer Krise sinken Steuern und Sozialausgaben steigen automatisch.
Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen
Definition: Zunehmende grenzüberschreitende Verflechtung von Handel, Produktion, Kapital, Wissen und Unternehmen.
Anwendung: Analysiere Gewinner, Verlierer, Machtverschiebungen und staatliche Gestaltungsmöglichkeiten.
Internationale Arbeitsteilung
Definition: Spezialisierung von Ländern oder Regionen auf bestimmte Produktionsschritte und Güter.
Anwendung: Sie kann Effizienz erhöhen, aber Abhängigkeiten und ungleiche Wertschöpfung erzeugen.
Komparativer Kostenvorteil
Definition: Vorteil durch Spezialisierung auf das Gut mit den geringeren relativen Opportunitätskosten.
Anwendung: Er erklärt mögliche Handelsgewinne auch dann, wenn ein Land absolut produktiver in allen Bereichen ist.
Freihandel
Definition: Grenzüberschreitender Handel mit möglichst wenigen Zöllen und mengenmäßigen Beschränkungen.
Anwendung: Prüfe Effizienzgewinne gegen Verteilungs-, Umwelt- und Abhängigkeitsrisiken.
Protektionismus
Definition: Staatlicher Schutz heimischer Wirtschaft durch Zölle, Quoten, Subventionen oder Standards.
Anwendung: Beurteile Schutzinteresse, Gegenmaßnahmen, Verbraucherpreise und internationale Regeln.
Direktinvestition
Definition: Langfristige Kapitalanlage im Ausland mit maßgeblichem Einfluss auf ein Unternehmen oder einen Standort.
Anwendung: Sie kann Technologie und Arbeitsplätze bringen, aber auch Abhängigkeiten schaffen.
Multinationales Unternehmen
Definition: Unternehmen mit Produktion, Tochtergesellschaften oder wesentlichen Aktivitäten in mehreren Staaten.
Anwendung: Analysiere Standortmacht, Steuervermeidung, Arbeitsstandards und globale Verantwortung.
Globale Wertschöpfungskette
Definition: Verteilung einzelner Produktionsschritte eines Gutes auf mehrere Länder und Unternehmen.
Anwendung: Prüfe Effizienz, Krisenanfälligkeit, Arbeitsbedingungen und Verteilung der Wertschöpfung.
EU-Binnenmarkt
Definition: Raum mit freiem Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital.
Anwendung: Er schafft Chancen, verlangt aber gemeinsame Regeln und Ausgleich unterschiedlicher Interessen.
Zuletzt geändertvor 11 Tagen