Was sagt der Begriff Fahrdynamik aus und was ist das Ziel?
Fahrdynamik beschreibt das Verhalten/Bewegung eines Fahrzeugs unter Kräften und Momenten
▪ Antrieb, Bremsen, Kurvenfahrt
▪ Aerodynamische Kräfte
▪ Motormomente
▪ Fahrbahnunebenheiten
-> Ziel: Fahrverhalten und Fahrleistungen frühzeitig vorhersagen
Nenne die Grundfunktion des Reifens
Wie ist die Nomoklatur bei einem Reifen (Bsp. 205 / 55 R 16)
Wie ist der Aufbau eines Reifens
Beschreibe die Kraftverteilugn eines Reifens bei stationär und rollend
Wie ist wird das Nickzentrum ermittelt?
Wie wird der Nickausgleich ermittelt?
Nenne Anforderungen an das Fahrverhalten
Erkläre das Eigenlenkverhalten nach Olley und Bergmann
Olley:
Bergmann:
Was gibt es für Reibungsverhältnisse zwischen Straße und Reifen?
Nenne die drei wesentlichen Teildisziplinen der Fahrdynamik
Nenne die wesentlichen translatorischen und rotatorischen Bewegungsgrößen eines Fahrzeugs.
Wie sind die Koordinatensystem laut DIN/ISO 8855 an ein Fahrzeug einzuzeichnen?
Ortsfestes Koordinatensystem (Inertialsystem) earth fixed
Örtlich gebunden, 𝑧𝐸 Achse vertikal entgegen der Erdbeschleunigung und senkrecht zu 𝑥𝐸 und 𝑦𝐸 Achse, die die Horizontalebene aufspannen.
Fahrzeugfestes Koordinatensystem vehicle fixed
Mit Fahrzeugaufbau verbunden, 𝑥𝑉 Achse parallel zur Fahrzeuglängsmittelebene nach vorne, 𝑦𝑉 Achse senkrecht dazu und nach links gerichtet, 𝑧𝑉 Achse zeigt nach oben. Ursprung im Fahrzeugreferenzpunkt (z.B. Schwerpunkt).
Horizontiertes Koordinatensystem 𝒙𝒚𝒛
Projektion von 𝑥𝑉 und 𝑦𝑉 Achse auf die Horizontalebene. 𝑧 Achse steht senkrecht dazu. Ursprung im Fahrzeugreferenzpunkt (z.B. Schwerpunkt).
Was passiert beim angetriebenen/gebremsten Rad?
Schlupf im Detail
Erkläre die Mü-Schlupf Kurve.
°Erikläre diese Kurve
Linearer Bereich (kleine alpha, ca. -2° bis +2°):
Die Seitenkraft steigt nahezu proportional mit dem Schräglaufwinkel an. Die Steigung in diesem Punkt entspricht der Schräglaufsteifigkeit (c_alpha).
Degression & Sättigung (höhere alpha):
Ab ca. 4° bis 6° beginnt der Reifen im Latsch zu gleiten (Gleitbereich). Die Kurve flacht ab und erreicht ein Maximum / Plateau (Sättigung der Seitenkraft).
Einfluss der Radlast (F_z):
Eine höhere Vertikalkraft (F_z = 3 kN -> 5 kN -> 7 kN) führt zu einer deutlich höheren übertragbaren Seitenkraft F_y.
Einfluss des Sturzes (Sturz = +- 4°):
Der Sturzwinkel führt zu einer vertikalen Verschiebung der Kennlinie (Sturzkraft / Camber Thrust), wodurch auch bei alpha = 0° bereits eine geringe Seitenkraft wirkt.
Verlauf & Maximum:
Das Rückstellmoment entsteht durch die Asymmetrie der Druck- und Querkraftverteilung in der Reifenaufstandsfläche (pneumatischer Nachlauf n_p).
Bei kleinen Schräglaufwinkeln steigt M_z steil an.
Es erreicht sein Maximum deutlich früher als die Seitenkraft (hier bei ca. alpha ca. 2.5° … 3°).
Abfall bei großen alpha:
Sobald der Gleitanteil im Latsch zunimmt, wandert der Kraftangriffspunkt nach vorne – der pneumatische Nachlauf n_p schrumpft gegen Null. Dadurch bricht das Rückstellmoment bei höheren Schräglaufwinkeln stark ein und geht gegen Null.
(Hinweis: Für den Fahrer spürbar als Erleichtern des Lenkrads im Grenzbereich).
Einfluss von F_z und Sturz:
Höhere Radlast F_z vergrößert die Reifenaufstandsfläche und damit den Nachlauf sowie die Seitenkraft, was zu deutlich höheren Momenten M_z führt.
Der Sturz führt zu einem seitlichen Offset/Asymmetrie der Kurven.
Erkläre den Kammschen Kreis
Haftgrenzwert in Längsrichtung etwas größer als in Querrichtung
Schlupfkraftkurven für Antreiben und Bremsen nicht exakt symmetrisch
Auch ohne Schräglaufwinkel eine kleine Seitenkraft (wg. asymmetrischem Reifenaufbau)
Was sind die Ziele von Reifenmodellen?
Ziele:
Kräfte und Momente bestimmen, die über die Reifen auf das Fahrzeug einwirken
Reifeneigenschaften qualitativ oder quantitativ darzustellen/vorherzusagen
Mathematische (empirische) Reifenmodelle
Keine physikalische Herleitung
Approximation von Messdaten durch algebraische Funktionen oder Interpolation
Beispiele: Pacejka „Magic Formula“ Modell
Physikalische Modelle
Basieren auf physikalisch motivierten Formeln
Beispiele: FEM oder MKS-Reifenmodell
Was für einen Einfluss hat der Radsturz auf Seitenkräfte?
▪ Der Sturzwinkel 𝛾 hat einen (kleinen) Einfluss auf die Reifenseitenkraft.
▪ Das geneigte Rad wird durch die Radführung in eine Bewegungsrichtung gezwungen, so dass zusätzliche Kräfte und Momente entstehen.
Erkläre die Magic Tyre Formula
Hohe Genauigkeit: Sie bildet den Übergang vom linearen Bereich über den Peak (Haftgrenze) bis hin zum Gleitbereich (Sättigung) extrem realistisch ab.
Erweiterbarkeit (Combined Slip): Moderne Versionen (z. B. Pacejka 2002 oder MF-Tyre / MF-Swift) können kombinierten Schlupf berechnen – also was passiert, wenn man gleichzeitig in der Kurve bremst oder beschleunigt (Kamm'scher Kreis).
Effizienz: Sie lässt sich in Simulationen (z. B. MATLAB/Simulink, CarSim, IPG CarMaker) sehr schnell und stabil berechnen.
Was gibt es für Fahrwiderstände
Fahrwiderstände -> Alle Kräfte, die ein Fahrzeug überwinden muss um sich mit vorgegebener Geschwindigkeit und Beschleunigung fortzubewegen
Zugkraftgleichung: 𝐹𝑥,𝑣+𝐹𝑥,ℎ=𝐹𝑠𝑡+𝐹𝐿+𝐹𝑅,𝑣+𝐹𝑅,ℎ+𝐹𝐵𝑒
Erkläre die ideae Längskraftverteilung
X-Achse: Längsbeschleunigung a/g (Links = Bremsen, Rechts = Beschleunigen)
Y-Achse: Normierte Normalkräfte F_z (durchgezogen) & Ideale Längskräfte F_x,{ideal} (gestrichelt)
1. Statischer Zustand a/g = 0
Fahrzeug ist hecklastig F_z,h = 60%, F_{z,v} = 40%).
2. Dynamische Radlastverlagerung F_z
Bremsen (a/g < 0): Last verlagert sich nach vorne (F}_{z,v} [hoch], F_{z,h} [niedrig]).
Beschleunigen (a/g > 0): Last verlagert sich nach hinten (F_{z,h} [hoh], F_{z,v} [niedrig]).
Steigung: Bestimmt durch Schwerpunktshöhe zu Radstand (h/l = 0,2).
3. Ideale Längskräfte F_x,ideal
Bremsbereich: Vorderachse kann/muss deutlich mehr Bremskraft übertragen.
Antriebsbereich: Hinterachse gewinnt durch die Entlastung der Vorderachse stark an Übertragungspotenzial (Vorderachse knickt ein).
Was gibt es für Bewegungsvorgänge in Fahrzeugrichtung?
Antreiben
Fahrwiderstände, Leistungs und Energiebedarf des Antriebs
Bremsen
Brems und Traktionseigenschaften auf verschiedenen Fahrbahnbelägen und zuständen
Antriebsentwicklung fokussiert auf:
Leistungsbedarf, Wirkungsgrad, Höchstgeschwindigkeit, Elastizität, Steigungsvermögen
Fahrwerksentwicklung fokussiert auf:
Übertragung der Brems und Antriebskräfte auf die Fahrbahn
Erkläre
Welche Grenzzustände (Überschlagspunkte) zeigt das Fx,h -Fx,v-Diagramm?
▪ Optimale Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte auf die Vorder- bzw. Hinterachse
▪ Dimensionslose Darstellung unabhängig von der Masse
▪ Relevant sind nur 1. und 3. Quadrant
1. Bremsüberschlag („Abheben der Hinterachse“)
Zustand: Maximale Entlastung der Hinterachse (F{z,h} = 0).
Grenzbedingung: Gesamte Bremskraft liegt an der Vorderachse.
Formel:
F_{x,v} = -{l_v}{h}
2. Beschleunigungsüberschlag („Abheben der Vorderachse“)
Zustand: Maximale Entlastung der Vorderachse (F_{z,v} = 0).
Grenzbedingung: Gesamte Antriebskraft liegt an der Hinterachse.
F_{x,h} = {l_h}{h}
3. Merksatz Geometrie
Hohe Schwerpunktshöhe h -> Überschlag erfolgt früher.
Langer Abstand l_v bzw. l_h -> Fahrzeug bleibt stabiler.
Was sind die grundlegenden Funktionen eines Reifens?
▪ Aufnahme der Radlasten und Schutz der übrigen Fahrzeugkomponenten und der Fahrzeuginsassen gegen Stoßbelastungen
▪ Übertragung der Beschleunigungs- und Bremskräfte
▪ Übertragung der Querkräfte bei Kurvenfahrt
→ Übertragung von Kräften und Momenten in allen drei Raumrichtungen!
→ Reifen und Reifenmodellierung sind relativ komplex.
Was sagt dieses Bild aus?
1) Fixe Bremskraftverteilung
2) Bremsdruckminderer an der Hinterachse
3) Elektronische Bremskraftverteilung
Benenne dich verschieden Farbene Komponenten
Nenne Vor und Nachteile des Nickausgleichs von 100%
In der Praxis in der Regel kein Nickausgleich von 100%
Vorteile Nickausgleich
Weniger Aufbaubewegung (Komfort, Aerodynamik)
Konstantere Radführung (Spur/Sturz) -> Gleichmäßigere Reifenhaftung
Nachteile Nickausgleich
Konstruktive Komplexität (Kompromisse mit anderen Anforderungen)
Weniger Fahrerrückmeldung
Schlechteres Ansprechverhalten der Federung
Hier nur stationäre Betrachtung (im Skript auch Herleitung der DGLs für dynamisches Verhalten).
erkläre den Spurdifferenzwinkel als Funktion des mittleren Lenkeinschlags
Statische Kennlinie (durchgezogen):
Reine Ackermann-Geometrie für Langsamfahrt (nahe v = 0 km/h).
Garantiert schnittpunktfreie Radachsen im Momentanpol (schlupffreies Rollen).
Das kurveninnere Rad muss bei größerem Einschlag deutlich stärker einschlagen als das äußere (delta steigt progressiv an).
Dynamische Kennlinie (gestrichelt):
Berücksichtigt Elastizitäten & Schräglaufwinkel der Reifen bei Höherer Geschwindigkeit und Querbeschleunigung.
Da auf das kurvenäußere Rad durch die Radlastverlagerung größere Seitenkräfte wirken, ändern sich die effektiven Schräglaufwinkel an Vorder- und Hinterachse.
Folge: Bei kleinen bis mittleren Lenkwinkeln ist eine kleinere Spurwinkeldifferenz nötig als im Stand, um ein optimales Eigenlenkverhalten und minimale Reifenerwärmung/Verschleiß zu erreichen.
3. Key Takeaway
Die statische Kennlinie beschreibt die geometrische Idealbedingung ohne Querkräfte, während die dynamische Kennlinie das tatsächliche Reifenverhalten unter Einwirkung von Querkräften berücksichtigt.
Was umfasst die Querdynamik alles?
Umfasst alle seitlichen Bewegungen des Fahrzeugs sowie Drehbewegungen um die Hochachse
Querbewegungen entstehen durch Querkräfte
Lenkbewegung des Fahrers
Seitenführungskräfte der Räder
Fliehkräfte in Kurven
Seitenwind
Fahrbahnunebenheit und –neigung
Querdynamik → Beurteilung des Lenkverhaltens
Was passiert mit den Momentanpol bei einer dynamischen Lenkauslegung
-> Reifenseitenkraft zur Abstützung der Fliehkräfte
→ Momentanpol wandert nach vorn
Was ist die Grundnahme des Einspurmodells
Die beiden räder eienr Achse werden zu einem fiktiven Rad in der Fahrzeugmitte zusammengefasst. Die Spurweite wird vernachlässigt
Was muss bei einem untersteuernden Fahrverhalten (EG>0) geschehen
Zeichne ein (Einrad-, Einspur- und Mehrspurmodell) und zeichne die wichtigsten geometrischen Größen, sowie Kräfte ein
Bedingung für neutrales Eigenlenkverhalten
Was muss bei einem übersteuernden Fahrverhalten (EG<0) geschehen
Wie sich die Gierverstärkung über der Fahrgeschwindigkeit $v$ verhält, hängt direkt vom Eigenlenkverhalten (bzw. dem Eigenlenkgradienten EG ab:
1. Untersteuerndes Fahrzeug EG > 0:
Die Gierverstärkung steigt mit der Geschwindigkeit zunächst an, erreicht bei der charakteristischen Geschwindigkeit v_char ein Maximum und fällt danach wieder ab.
Auswirkung auf das Fahrverhalten: Das Fahrzeug wird bei sehr hohen Geschwindigkeiten träger auf Lenkeingaben. Das wirkt einer Überreaktion des Fahrers entgegen und erhöht die Fahrsicherheit.
Erkläre was das Eigenlenkverhalten macht
Das Eigenlenkverhalten beschreibt, wie ein Fahrzeug bei Kurvenfahrt auf eine Erhöhung der Querbeschleunigung $a_y$ (z. B. durch höhere Geschwindigkeit) reagiert – und zwar ohne, dass der Fahrer am Lenkrad dreht.
Es entsteht primär durch das Zusammenspiel der Schräglaufwinkel ($\alpha_v$ vorne, $\alpha_h$ hinten) an den Reifen, die zur Übertragung von Seitenkräften notwendig sind.
Was gibt es für einen Einfluss der Radlastverteilung auf das Eigenlenkverhalten
Ein Schwerpunkt weiter vorne fördert Untersteuern(EG > 0), da die Vorderachse höher belastet wird und größere Schräglaufwinkel benötigt.
erkläre den Lenkwinkelsprung nach ISO 7401
Ablauf: Das Fahrzeug fährt mit konstanter Ausgangsgeschwindigkeit v. Das Lenkrad wird schlagartig (innerhalb von < 0,15s auf einen definierten, danach konstant gehaltenen Lenkwinkel delta eingeschlagen.
Ziel: Untersuchung der Sprungantwort (Zeitverhalten) des Fahrzeugsystems.
Auswertung & Bewertungsgrößen:
Aus den Zeitverläufen der Giergeschwindigkeit psi} und der Querbeschleunigung a_y werden folgende Kenngrößen ermittelt:
Ansprechzeit / Totzeit (t_a): Zeit vom Lenkbeginn bis zum ersten spürbaren Anstieg der Fahrzeugreaktion (z. B. 10% des Endwerts von dot{psi}).
Einschwingzeit (t_e): Zeit, bis das Signal dauerhaft innerhalb eines Toleranzbands um den stationären Endwert bleibt.
Überschwingweite (Deltapsi{max} / Überschwinggrad): Wie stark die Giergeschwindigkeit über den stationären Endwert hinausschießt.
Hohes Überschwingen: Agiles, aber potenziell nervöses/instabiles Verhalten.
Geringes Überschwingen: Gut gedämpftes, sicheres Verhalten.
Erkläre die Gierverstärkung
Was ist die Bedeutung des Eigenlenkgradienten EG
Was ist die Definition: Achermann_Winkel Gamma A
Erkläre das Sinuslenken nach Iso 7401
Ablauf: Der Fahrer oder ein Lenkroboter prägt eine sinusförmige Lenkradbewegung mit definierter Frequenz f ein (z. B. Einzel-Sinus für Spurwechsel oder kontinuierlicher Sinus mit variabler Frequenz).
Ziel: Bestimmung des Frequenzgangs (Übertragungsverhalten im Frequenzbereich).
Das Systemverhalten wird über den Frequenzgang beschrieben (Verhältnis von Ausgangsgröße zu Eingangsgröße über der Frequenz):
Amplitudengang (Verstärkung):
Verhältnis von Amplitude der Giergeschwindigkeit zur Amplitude des Lenkwinkels
Zeigt, wie stark das Fahrzeug bei verschiedenen Lenkfrequenzen auf Lenkbewegungen reagiert.
Phasenverschiebung Delta phi / Phasenverzug):
Der zeitliche Verzug zwischen dem Lenkeinschlag und der Reaktion des Fahrzeugs.
Sehr kritisch: Bei höheren Frequenzen nimmt der Phasenverzug zu. Wenn die Phase zu stark hinterherhinkt, fühlt sich das Fahrzeug für den Fahrer "schwammig" an, und das System wird schwer beherrschbar.
Nenne die kinematischen Größen in diesem Bild
Was für einen Einfluss hat ein Stabilisator auf das wanken
Erhöhung der Stabilisatorsteifigkeit an der Vorderachse 𝑐𝑠𝑡𝑎𝑏,𝑣
→ Reduktion des Wankwinkels 𝜑 an beiden Achsen (Fahrzeug ist verdrehsteif)
→ Radlastdifferenz an Hinterachse wird kleiner
→ Radlastdifferenz an Vorderachse muss in gleichem Maße ansteigen, da weiterhin gleiche Gesamtfliehkraft abgestützt werden muss.
Stabilisator vergrößert die Radlastdifferenz an der betreffenden Achse und verringert daher ihre wirksame Schräglaufsteifigkeit! Vorderachse: Untersteuertendenz / Hinterachse: Übersteuertendenz
Was für einen Einfluss hat die Radlaständerung aufgrund von Querdynamik auf die Fahrdynamik
Erkläre das Diagramm
1. Das Grundproblem: Degressives Reifenverhalten
Der Zusammenhang zwischen Radlast G_R (Vertikalkraft F_z) und übertragbarer Seitenführungskraft F_\alpha ist nicht linear, sondern degressiv (abflachender Kurvenverlauf).
Bedeutung: Ein Reifen gewinnt bei zusätzlicher Last weniger Seitenkraft hinzu, als er bei Entlastung im selben Maße verliert.
Fazit: Eine große Radlastdifferenz an einer Achse senkt das Gesamtsummen-Seitenkraftpotenzial dieser Achse!
(Praxisnutzen: Über die Verteilung der Wanksteifigkeit zwischen Vorder- und Hinterachse kann gezielt beeinflusst werden, welche Achse mehr Seitenkraft verliert, um das Eigenlenkverhalten einzustellen)
Wie ist die optimale Dämpferabstimmung für Fahrkomfort?
Wie ist die optimale Dämpferabstimmung für Fahrsicherheit?
Erkläre den Wankpol und die Wankachse
▪ Wankpol an Vorder- und Hinterachse
→ Achsspezifischer Momentanpol der Bewegung der jeweiligen Räder (definiert durch Achs-geometrie)
▪ Wankachse/Rollachse als Verbindungslinie der Wankpole
→ Aufbau wankt um diese Achse, wenn Seitenkräfteim Schwerpunkt angreifen
Was umfasst die Vertikaldynamik
Umfasst alle vertikalen Bewegungen des Fahrzeugs sowie Drehbewegungen um die Längs- und Querachse
Vertikale Kräfte entstehen durch
Fahrbahnunebenheiten
Dynamische Wank- und Nickvorgänge
Interne Anregungen (Antriebsstrang, Rad-Reifen)
Ziele
Fahrkomfort (Geringe Aufbaubeschleunigung)
Fahrsicherheit (Geringe dynamisch Radlastschwankung)
Was kann man zur Fahrbahn als Anregeung sagen?
Fahrbahnunebenheit bis etwa 30 Hz die intensivste Anregungsquelle des Schwingungssystems Kraftfahrzeug
Gegenseitige Wechselwirkung:
Fahrbahnunebenheiten regen Vertikalbewegungen an
Radlastschwankungen beanspruchen Fahrbahn
Fahrbahnunebenheiten → Anregung mit unterschiedlichen Amplituden und Wellenlängen in unregelmäßigen Abständen
Wie sich die Gierverstärkung über der Fahrgeschwindigkeit v verhält, hängt direkt vom Eigenlenkverhalten (bzw. dem Eigenlenkgradienten EG ab:
1. Übersteuenders Fahrzeug EG < 0:
Die Gierverstärkung steigt überproportional steil an und strebt bei der kritischen Geschwindigkeit v_krit gegen Unendlich Vpsi -> infty.
Auswirkung auf das Fahrverhalten: Das Fahrzeug wird oberhalb/nahe v_krit instabil und für den Menschen ohne elektronische Regelung (wie ESP) unbeherrschbar, da selbst kleinste Lenkbewegungen zu einem unkontrollierten Eindrehen führen.
Was gibt es für mathematische Beschreibungen von Straßenunebenheiten?
Was gibt es für Frequenzbereiche
Welche Arten von Zweimassendämpfersystemen gibt es?
Erkläre diese Graphen
Zwei Eigenfrequenzen (Resonanzen):
~1–1,5 Hz: Aufbaueigenfrequenz (Schwingung der Karosserie).
~10–12 Hz: Radeigenfrequenz (Schwingung der Radmasse / "Radtrampeln").
Ohne Dämpfung (schwarze Linie): Unendlicher Amplitudenausschlag (Resonanzkatastrophe) an beiden Resonanzpunkten.
Mit Dämpfung (rote gestrichelte Linie): Dämpft die Amplitudenspitzen wirksam ab und macht das System stabil.
Kriterium
Aufbaubeschleunigung (z¨A)
Dynamische Radlast (Fzdyn)
Bedeutung
Fahrkomfort (Belastung für Insassen)
Fahrsicherheit (Bodenhaftung der Reifen)
Kritischer Bereich
Aufbaueigenfrequenz (~1 Hz)
Radeigenfrequenz (~11 Hz)
Hohe Frequenzen (> 12 Hz)
Dämpfung erhöht die Beschleunigung (schlechter für Komfort bei kleinen Bodenwellen).
Dämpfung reduziert Radlastschwankungen kaum noch (nahe am ungedämpften Verlauf).
Merk dir diese Graphen
Welchen Einfluss hat eine Erhöhung der Aufbaudämpfung (d_A) auf Fahrkomfort und Fahrsicherheit?
Resonanzbereiche: Eine höhere Dämpfung reduziert die Resonanzamplituden bei der Aufbaueigenfrequenz ( 1 - 1,5 Hz ) und der Radeigenfrequenz (10 - 15 Hz) wirksam.
Zwischen- / Hochfrequenzbereiche: In den Frequenzbereichen außerhalb der Resonanzen verschlechtert eine zu hohe Dämpfung den Fahrkomfort, da Stoßanregungen starrer in den Aufbau eingeleitet werden.
Optima: Die bewertete Schwingstärke (Komfort) erreicht ihr Minimum bei D_A 0,3, während die bezogene Radlastschwankung (Fahrsicherheit) ihr Minimum bei D_A 0,4 erreicht.
Worin besteht der Grundkonflikt der Vertikaldynamik und wie werden die beiden Ziele quantifiziert?
Wie wirkt sich eine Variation der Aufbaufedersteifigkeit (c_A) aus?
Welchen Einfluss hat eine höhere Aufbaumasse ($m_A$) auf den Zielkonflikt?
Aufbaumasse größer m_A (hoch):
Fahrkomfort: Höhere Massenträgheit isoliert Fahrbahnanregungen besser und senkt Aufbaubeschleunigungen -> Komfort steigt.
Fahrsicherheit: Relativer Einfluss auf die bezogene Radlastschwankung ist vernachlässigbar gering.
Empfehlung: Für maximale Isolierung/Komfort ist eine schwere Aufbaumasse von Vorteil.
Wie beeinflusst die Steifigkeit des Reifens ($c_R$) den Konflikt zwischen Komfort und Sicherheit?
Erkläre das Bremsverteilungsdiagram
1. Ideale Bremskraftverteilung (Schwarze Kurve)
Stellt das mathematische Optimum dar (beide Achsen nutzen den Reibwert $\mu$ gleichzeitig voll aus).
2. Stabile vs. Instabile Auslegung (Festabstimmung)
Grün (Stabile Verteilung, z. B. 80 % VA / 20 % HA):
Verläuft unter der idealen Kurve.
Vorderachse blockiert zuerst -> Fahrzeug bleibt lenkbar/stabil (Untersteuern).
Magenta (Instabile Verteilung, z. B. 66 % VA / 34 % HA):
Schneidet/liegt über der idealen Kurve.
Hinterachse blockiert zuerst -> Fahrzeug wird instabil (Heck bricht aus / Schleudern).
3. Kriterien im Diagramm
Stabiler Bereich (Grün schattiert): Bereich unterhalb der idealen Kurve (HA blockiert nicht vor VA).
Instabiler Bereich (Rot schattiert): Bereich oberhalb der idealen Kurve.
Reibwertlinien mü_v, mü_h: Schneiden sich im idealen Arbeitspunkt für einen gegebenen Reibwert.
Verzögerungslinie X../g: Gerade konstanter Gesamtverzögerung.
Wie fassen sich die Empfehlungen zur Parameterabstimmung zusammen?
Aufbaufeder (c_A): Weich wählen (bringt großen Komfortgewinn).
Aufbaumasse (m_A): Schwer wählen (verbessert Komfort).
Dämpfung (d_A): Stark bzgl. Fahrsicherheit; schwach bzgl. langwelligem Komfort -> Kompromiss notwendig (D_A ca 0,3 - 0,4).
Reifensteifigkeit (c_R): Weich wählen (bringt Sicherheits- & Komfortvorteile).
Radmasse (m_R): Leicht wählen (bringt Sicherheitsgewinn bei kurwelligen Erregungen).
Warum wird angestrebt, die ungefederte Radmasse (m_R) möglichst gering zu halten?
Radmasse leichter (m_R niedrig):
Fahrsicherheit: Verringert die Trägheitskräfte des Rads bei kurwelligen Anregungen und senkt die Resonanzamplituden der Radlastschwankung im Bereich 10 -}15 Hz deutlich -> Fahrsicherheit steigt.
Fahrkomfort: Kaum Einfluss auf die niederfrequente Aufbaubewegung.
Empfehlung: Radmasse so leicht wie möglich auslegen (z. B. durch Leichtbauräder/Aluminium-Fahrwerkskomponenten).
Was macht ein schaltbarer Dämpfer?
Auswertung des Weg- oder Beschleunigungssignals des Aufbaus
Ermittlung der Stellgröße über eine Schwellwertregelung
Schaltet meist situationsabhängig zwischen drei (BMW EDC-System) oder vier (Bilstein ADS-System) Kennlinien.
Was sind adaptive Dämpfugssysteme?
Was sind semi-aktive Dämpfugssysteme?
Was gibt es für fahrdynamische Unterschiede zwischen einspur und Zweispurfahrzeugen?
Parameter / Eigenschaften
Zweispurfahrzeug (PKW)
Einspurfahrzeug (Motorrad)
Statische Stabilität
Stabil
Instabil (Kippgefahr)
Verhalten in der Kurve
Neigung nach außen (Wanken)
Neigung nach innen (Schräglage)
Lenkeinleitung
Direkt (Rechts lenken = Rechtskurve)
Indirekt (Rechtskurve erfordert Impuls nach links)
Querkrafterzeugung
Schräglaufwinkel
Schräglaufwinkel + Sturzschub
Kopplung Bremsen/Kurve
Radlastverlagerung v/h & l/r
Starkes Aufstellmoment beim Vorderradbremsen
Wodurch entsteht die Geradeaus Stabiltät von Einspurfahrzeugen?
Kreiselwirkung der rotierenden Räder
Aktives Lenken und Verlagerung des Schwerpunkts
Nachlauf am Vorderrad
Reifenkräfte
Steifigkeit und Dämpfung des Rahmens
Nenne die wichtigsten kinematischen Größen eines Einspurfahrzeuges
Warum ist der Rollwinkel an einem Einspurfahrzeug so wichtig
Dynamisches Gleichgewicht (Kippmoment = 0):
Neutralisiert die Zentrifugalkraft durch ein entgegengesetztes Moment der Gewichtskraft. Prevents the vehicle from falling over in curves.
Seitenkraftaufbau (Sturzschub):
Querkräfte werden bei Schräglage maßgeblich durch den Sturzwinkel (Camber Thrust) erzeugt, nicht nur über den Schräglaufwinkel.
Grip-Limits (Kamm'scher Kreis):
Größere Schräglage verbraucht mehr Haftreibung für Querkräfte $\rightarrow$ weniger Reserve für Bremsen/Beschleunigen.
Koppelwirkungen:
Bestimmt Lenkdynamik und erzeugt das Aufstellmoment beim Bremsen in der Kurve.
Geometrische Grenze:
Maximaler Rollwinkel wird oft durch Aufsetzpunkte (Fußrasten, Auspuff) begrenzt.
Nenne die Geometrischen Größen des Einspurfahrzeuges
Welche Rolle spielt der Kreiseleffekt beim Einspurfahrzeug und wie wirkt er?
Selbststabilisierung (ab ca. 20–30 km/h):
Die rotierenden Massen (Räder, Motor) erzeugen einen Drehimpuls (L = I * omega). Dieser stabilisiert das Fahrzeug gegen ungewollte Neigungen (Wanken) und hält es geradeaus.
Präzession (Physik des Einlenkens):
Wird ein rotierender Kreisel um eine Achse gekippt/gedreht, weicht er rechtwinklig dazu aus.
Beispiel: Ein Lenkimpuls um die Lenkachse erzeugt sofort ein Kipping-Moment um die Längsachse (Start der Schräglage).
Gegenlenken (Countersteering):
Durch einen kurzen Lenkimpuls nach links wandert das Vorderrad nach links aus; die Kreiselpräzession unterstützt das Abkippen des Fahrzeugs nach rechts in die Schräglage.
Einflussgrößen:
Stärke des Effekts steigt mit der Radmasse/Trägheitsmoment (I), dem Radius (R) und der Fahrgeschwindigkeit (v).
Leichte Räder/Felgen -> schwächerer Kreiseleffekt -> agileres/handlicheres Einlenken.
Was für einen Einfluss hat der Reifenschräglauf auf die Geradeausstabilität
▪ Lenkeinschlag nach links erzeugt Schräglauf nach links
→ Resultierende Schlupfgeschwindigkeit 𝑣𝜎 nach rechts
→ Resultierende Seitenkraft 𝐹𝜎𝛼 nach links
▪ Seitenkraft erzeugt Kippmoment um Schwerpunkt entgegen der Lenkbewegung
→ Schräglaufkräfte und Kreiselkräfte unterstützen sich gegenseitig
Was gibt es für Varianten eines vertikaldynamischen Fahrzeugmodelle als Ersatzschaubild
Wie kommt es zu Nickbewegungen?
Wie kann man dies minimieren?
Radlastdifferenzen beim Antreiben und Bremsen führen zu Nickbewegung des Aufbaus
Abschwächung bzw. vollständige Kompensation durch Maßnahmen an Radkinematik durch Abstützung in der Radaufhängung -> Anfahr bzw. Bremsnickausgleich
Geeignete Festlegung des Schrägfederungswinkels 𝜖an Vorder und Hinterachse bzw. dem Längspol
Kein Einfluss auf Achslastverteilung, sondern nur wieviel der vertikalen Kraft durch die Federn im Vergleich zu den (Quer --)Lenkern der Aufhängung geleitet wird.
1. neuttrales Fahrzeug EG = 0:
Die Gierverstärkung steigt streng linear mit der Fahrgeschwindigkeit an.
Auswirkung auf das Fahrverhalten: Vorhersehbare, gleichmäßige Lenkreaktion, erfordert aber bei hohen Geschwindigkeiten hohe Präzision.
Was gibt es für Anforderungen an das Fahrverhalten bei der Querdynamik?
▪ Eigenschaften der Regelstrecke „Fahrzeug“ müssen den Fähigkeiten des Reglers „Fahrer“ angepasst sein → „Fahrverhalten“ als Gütemaß
▪ Gutes Übertragungsverhalten & FahrstabilitätSinnvoller Zusammenhang zwischen Lenkwinkeländerung und Kursänderung
▪ Rückmeldung des Bewegungszustands an den FahrerInsbesondere wenn Kraftschlusspotenzial nahezu ausgeschöpft (Schwimmwinkel wächst, Reifengeräusch, geänderte Lenkmomentencharakteristik,…)
▪ Eigenstabilität → Robustheit gegenüber Störungen Keine oder geringe Kursänderung bei externen und internen Störeinflüssen
▪ Stabilitätsreserve → Fahrsicherheit und FahrleistungHohe erreichbare Kurvengeschwindigkeit und Querbeschleunigung
1. Grundsätzliche Definition (Differenz der Schräglaufwinkel)
Die Differenz $\Delta\alpha = \alpha_v - \alpha_h$ bestimmt den Fahrzustand:
Untersteuern: $\alpha_v - \alpha_h > 0 \quad (\alpha_v > \alpha_h)$
Neutral: $\alpha_v - \alpha_h = 0 \quad (\alpha_v = \alpha_h)$
Übersteuern: $\alpha_v - \alpha_h < 0 \quad (\alpha_v < \alpha_h)$
2. Einfluss der Fahrzeugparameter
Fall
Feste Bedingung
Untersteuernd (Δα>0)
Neutral (Δα=0)
Übersteuernd (Δα<0)
Fall A
Gleicher Abstand: $l_v = l_h$
$c_{sh} > c_{sv}$ (hinten steifer)
$c_{sh} = c_{sv}$
$c_{sh} < c_{sv}$ (vorne steifer)
Fall B
Gleiche Steifigkeit: $c_{sv} = c_{sh}$
$l_h > l_v$ (Schwerpunkt vorne)
$l_h = l_v$
$l_h < l_v$ (Schwerpunkt hinten)
3. Kurvenverlauf im $\delta(a_y)$-Diagramm
Startpunkt ($a_y = 0$): Kinematischer Lenkwinkel $\delta_0 = \frac{l}{r}$ (Ackermann-Winkel).
Untersteuern: Positiver Anstieg der Kennlinie (Lenkwinkel muss mit steigender Querbeschleunigung $a_y$ vergrößert werden).
Neutral: Horizontale Linie (Lenkwinkel bleibt konstant bei $\frac{l}{r}$).
Übersteuern: Negativer Anstieg der Kennlinie (Lenkwinkel muss mit steigender Querbeschleunigung $a_y$ verringert werden).
Was macht ein elektronisch geregelter Dämpfer besser?
Im Gegensatz zu adaptiven Systemen schnellere Stellzeit und zusätzliche Berücksichtigung der Achsbewegung
Stufenlose Verstellung der Dämpfungskräfte über Proportionalventil (z.B. ZF CDC)
Anforderungen
Hohe Dämpfung zur Stabilisierung des Aufbaus (niedrige Ein- und Ausfedergeschwindigkeiten) und Reduktion der Radlastschwankungen (höhere Ein- und Ausfedergeschwindigkeiten)
Niedrige Dämpfung zur Isolation kurzhubiger, hochfrequenter Anregungen
Was für einen Einfluss hat aktives Lenken auf die Geradeausstabilität
Kippmoment entsteht wenn Projektion des Schwerpunkts auf Radaufstandsfläche nicht mit Spurlinie zusammenfällt
Einschlagen der Lenkung in Kipprichtung bringt Schwerpunktsprojektion und Spurlinie wieder zusammen → Stabilisierung
Voraussetzungen
Kippwinkel nicht zu groß
Motorrad muss fahren
Was gibt es für fahrdynamische Instabilitäten und kritische Fahrsituationen
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