Definition: E-Commerce
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Jede Art von kommerzieller Transaktion, die die Übertragung von Informationen über das Internet beinhaltet.
Geschäftstransaktion, bei der die Parteien elektronisch interagieren statt durch physischen Austausch/direkten Kontakt.
Umfasst Geschäftsaktivitäten von Konsumenten, Herstellern, Dienstleistern und Intermediären über Computernetzwerke (z. B. Internet).
(Quelle: Adam et al. 1999)
E-Commerce vs. E-Business – Unterschied
E-Commerce:
- Kommerzielle Transaktionen mit Austausch von Wert über Organisations-/Individualgrenzen hinweg gegen Produkte/Dienstleistungen.
- Digital ermöglichte kommerzielle Transaktionen zwischen Organisationen und Individuen.
E-Business:
- Integrierte Ausführung aller Geschäftsprozesse innerhalb eines Unternehmens, die mittels IT automatisiert werden können.
- Digitale Ermöglichung von Transaktionen/Prozessen innerhalb einer Firma (Informationssysteme unter Kontrolle der Firma).
(Quelle: Laudon/Traver 2018)
Klassifikation von E-Commerce-Typen nach Transaktionspartnern
[Bild: Übersicht der E-Commerce-Typen nach Transaktionspartnern (z. B. B2C, B2B, C2C, C2B) – Lecture 2 E-Commerce & M-Commerce, Seite 9]
Single- vs. Multi-Channel E-Commerce
[Bild: Gegenüberstellung Single-Channel- und Multi-Channel-E-Commerce – Lecture 2, Seite 10]
Alter vs. neuer Buying Decision Process
[Bild: Vergleich des klassischen (linearen) und des neuen (nicht-linearen, digital geprägten) Kaufentscheidungsprozesses – Lecture 2, Seite 11]
(Quelle: Heinemann 2024)
Phasen & Informationsquellen im Buying Decision Process
[Bild: Darstellung der Phasen des Kaufentscheidungsprozesses und der jeweils genutzten Informationsquellen in jeder Phase – Lecture 2, Seite 12]
(Quelle: Deges 2023)
Übersicht der Customer Touchpoints
[Bild: Übersicht verschiedener Kundenkontaktpunkte (Touchpoints) entlang der Customer Journey – Lecture 2, Seite 13]
(Quelle: Deges 2020)
Definition: Omnichannel
Geschäftsstrategie, die Kunden ein nahtloses und konsistentes Erlebnis über alle Kanäle hinweg bietet (online, im Geschäft, mobil).
Fortgeschrittener als Multichannel (bloße Nutzung mehrerer Kanäle).
Ziel: Integration aller Kanäle → einheitliche Markenbotschaft + personalisierte Customer Journeys.
Definition: Webrooming
Konsument recherchiert Produkte online, kauft sie dann aber im physischen Geschäft.
Gegenteil: Showrooming.
Definition: Showrooming
Konsument betrachtet Produkte im physischen Geschäft, kauft sie dann aber online.
Gegenteil: Webrooming.
Fallstudie Omnichannel: Starbucks – Kanäle & Integration
Kanal
Erlebnis
Integrationsstrategie
Physisches Geschäft
Klassisches In-Store-Erlebnis, Produktentdeckung, Kauf
Konsistentes Branding + Loyalty-Integration mit Mobile/Online
Mobile App
Vorbestellung, Loyalty-Tracking, personalisierte Angebote
Nahtlose Integration mit Filialen (Pick-up) & Lieferdiensten
Online-Bestellung & Lieferung
Bestellung via App/Website, Lieferservice (z. B. UberEats)
Daten synchron über alle Plattformen, zentrales Bestandsmanagement
Loyalty-Programm (Starbucks Rewards)
Personalisierte Rewards/Rabatte/Angebote basierend auf Kaufverhalten
Verfügbar an allen Touchpoints
Customer Data & Insights
Datengetriebene Personalisierung, Empfehlungen
Vereinheitlichte Daten zur Optimierung & Vorhersage von Präferenzen
Core Processes in E-Commerce – Customer-Side (Frontend)
Product Discovery → Search & Browse → Product Detail Page → Shopping Cart → Checkout → Payment → Order Confirmation
Core Processes in E-Commerce – Operational (Backend)
Order Receipt → Inventory Check → Payment Clearing → Fulfillment Trigger → Warehouse & Picking → Shipment → Tracking → Returns
Core Processes in E-Commerce – Cross-Cutting Prozesse (immer aktiv)
- CRM & Customer Profile
- Personalization
- Analytics & Reporting
- Fraud Detection
- Customer Service
Core Processes in E-Commerce – granulare Ansicht
[Bild: Detaillierte/granulare Darstellung der Kernprozesse eines E-Commerce-Geschäfts (Struktur eines E-Commerce-Produkts) – Lecture 2, Seite 18]
Definition: Mobile Commerce (M-Commerce)
Nutzung mobiler Endgeräte, um Online-Transaktionen zu ermöglichen.
Nutzt zelluläre/drahtlose Netzwerke, um Smartphones/Tablets mit dem Internet zu verbinden.
Damit können mobile Konsumenten Produkte/Dienstleistungen kaufen, Reisen buchen, Finanzdienstleistungen nutzen, auf Online-Content zugreifen u.v.m.
Treiber des Wachstums von M-Commerce
- Zunehmende Verbreitung von Smartphones weltweit & steigende Nutzungsdauer
- Größere Smartphone-Bildschirme
- Stärkere Nutzung von Responsive Design (optimierte E-Commerce-Seiten für Mobile), mobiles Checkout/Payment, verbesserte mobile Suchfunktion
Verbreitung mobiler Endgeräte weltweit & in den USA
[Bild: Statistik zur Diffusion/Verbreitung mobiler Endgeräte weltweit und in den USA – Lecture 2, Seite 22]
Weltweite mobile E-Commerce-Umsätze
[Bild: Statistik zu weltweiten Mobile-E-Commerce-Umsätzen (Entwicklung über Zeit) – Lecture 2, Seite 23]
9 Sources of Mobile Data für Behavioral Targeting – Übersicht
Context, Location, Time, Saliency, Crowdedness, Weather, Trajectory, Social Dynamics, Tech Mix
Das Smartphone ist der genaueste Verhaltenssensor, den Konsumenten freiwillig bei sich tragen.
(Quelle: Ghose 2017, Tap: Unlocking the Mobile Economy)
Fragen im Behavioral Targeting
- Wer ist der Kunde?
- Was tut der Kunde?
- Was passiert gerade mit dem Kunden?
- Worauf reagiert der Kunde?
- Wo ist der Kunde jetzt? Wohin wird er/sie gehen?
- Was braucht der Kunde?
- Was interessiert den Kunden?
Beispiel: Messbare/ableitbare Smartphone-Daten (Urban Malls)
- Accelerometer-Daten → Bewegungszustand (stationär vs. Bewegung)
- Barometer-Daten → Bewegung zwischen Stockwerken einer Mall
- Kompass-Gradzahl-Daten → Bewegungsrichtung von Individuen
Beispiel-Szenario: Jemand steht 6 Minuten in der Sneaker-Abteilung (Accelerometer), befindet sich im 1. Stock (Barometer) und bewegt sich Richtung Kasse (Kompass) → eine Push-Notification mit 10%-Rabattcode kann exakt in diesem Moment ausgelöst werden = kontextpräzises In-Store-Targeting in Echtzeit, allein durch Sensordaten (kein Checkout/App-Öffnen nötig).
(Quelle: Rijurekha et al. 2014, GruMon)
9 Sources of Mobile Data: Context, Location, Time – Details
Context (Micro-Moments, In-the-moment Marketing):
- In welcher Lebensdomäne (Arbeit, Zuhause) ist der Kunde?
- Warum ist der Kunde dort?
- Was will der Kunde jetzt?
- Wie fühlt sich der Kunde jetzt?
Location:
- Geo-Awareness & standortbezogene Werbung
- Distanz und Rabatt
- Engagement im Store (Indoor Targeting)
Time:
- Werbung je Tageszeit/Wochentag
- Coupon-Einlösefenster
- Effekt mobiler Werbung auf verschiedene Stufen des Purchase Funnels
(Quelle: Ghose 2017)
9 Sources of Mobile Data: Trajectory, Crowdedness, Saliency – Details
Trajectory:
- Vorhersage des zukünftigen Standorts anhand vergangener Standorte
- Dimensionen: Zeit, Route, Geschwindigkeit
Crowdedness:
- Einfluss von Menschenmenge auf mobile Käufe
- Unterscheidung Pendler vs. Nicht-Pendler in der Menge
Saliency (Herausstechen aus der Menge):
- Rankings auf App-Bildschirmen & Positionseffekt
- Such- und Scrollverhalten auf Smartphones
9 Sources of Mobile Data: Weather, Social Dynamics, Tech Mix – Details
Weather:
- Wetter und Stimmung
- Mikroklimata als stark lokalisierte Datenpunkte
Tech Mix:
- Wechselwirkungen zwischen Geräten (Web, Smartphone, Tablet) im mobilen Ökosystem
- Effekt von Web-/Mobile-Werbung auf Click-Through-Rates
Social Dynamics:
- Einfluss sozialen Kontexts: alleine vs. in Gruppen einkaufen
- Gruppenzusammensetzung ist relevant
Porter's Five Forces – Zweck/Übersicht
Erklären, warum sich die Profitabilität zwischen Branchen unterscheidet: Die kombinierte Stärke aller fünf Kräfte bestimmt die strukturelle Attraktivität der Branche.
- Industry attractiveness assessment: Bewertung, ob eine Branche strukturell profitabel ist, bevor man eintritt
- Strategic positioning: Identifiziert, wo eine Firma am stärksten Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist (Differenzierung, vertikale Integration, Marktfokus)
- Competitive dynamics over time: Verfolgt, wie sich Anbietermacht, neue Wettbewerber oder Substitute über Zeit verändern
(Quelle: Porter 1985)
Die 5 Wettbewerbskräfte nach Porter (Aufzählung)
1. Rivalry among competitors
2. Competitive threat from potential entrants
3. Competition from substitute products
4. Bargaining power of suppliers (+ supplier-seller collaboration)
5. Bargaining power of buyers (+ buyer-seller collaboration)
Vorgehen zur Analyse der Five Forces (3 Schritte)
1. Stärke jeder der fünf Kräfte einschätzen (stark? moderat? schwach?)
2. Erklären, wie jede Kraft Wettbewerbsdruck erzeugt – welche Treiber machen sie stark/schwach?
3. Entscheiden, ob der Gesamtwettbewerb (kombinierter Effekt aller 5 Kräfte) brutal, fierce, strong, normal/moderate oder weak ist
Barriers to Entry – Treiber (Porter's Five Forces)
- Zeit- und Kostenaufwand des Markteintritts
- Knowledge (Wissen)
- Economies of Scale
- Kostenvorteile
- Technologie
- Sonstige Barrieren
Bargaining Power of Buyers – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Kunden
- Kaufvolumina
- Differenzierung
- Preiselastizität
- Anreize (Incentives)
- Markenidentität
- Switching Costs
Bargaining Power of Suppliers – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Lieferanten
- Größe der Lieferanten
- Einzigartigkeit von Service/Produkt
- Substitutionsfähigkeit
Threat of Substitute Products – Treiber (Porter's Five Forces)
- Performance des Substituts
- Kosten des Wechsels (Switching)
- Wechselbereitschaft der Käufer (Buyer Willingness)
Competitive Rivalry – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Wettbewerber
- Exit Barriers
- Qualität / Produktsegmente
- Branchenkonzentration
- Diversität der Wettbewerber
Fallbeispiel Porter's Five Forces: Welches Unternehmen wird analysiert?
Airbnb (Vorlesungsbeispiel/interaktive Diskussion).
Airbnb-Fallstudie: Industry Rivalry – Kernfaktoren
- Number of Competitors: starke Konkurrenz durch Online Travel Agencies (Booking.com), Vrbo, Agoda, Expedia sowie traditionelle Hotelketten → Hoch
- Product Differentiation: Airbnb differenziert sich über einzigartige Unterkünfte (z. B. Baumhäuser, Luxusvillen) → Moderat (Wettbewerber bieten ähnliche Features)
- Market Growth: wachsender Markt, aber zunehmende Konkurrenz → Hoch (erschwert Dominanz)
Fazit: Hohe Industry Rivalry
Airbnb-Fallstudie: Threat of New Entrants – Kernfaktoren
- Barriers to Entry: niedrige technische Eintrittsbarrieren (jeder kann eine ähnliche Plattform bauen), aber hohe Branding-Investitionen nötig → Moderat
- Network Effects: mehr Hosts/Gäste erhöhen den Plattformwert und erschweren neuen Wettbewerbern den Eintritt → Moderat/Hoch
- Capital Requirements: geringe Anfangsinvestition, aber Skalierung erfordert erhebliches Kapital → Moderat
Fazit: Moderate Threat of New Entrants (leicht zu starten, aber Airbnbs Skalierung, Marke & Netzwerkeffekte bilden starke Barrieren)
Airbnb-Fallstudie: Threat of Substitute Products – Kernfaktoren
- Alternative Accommodations: Hotels, Hostels, Resorts bleiben starke Substitute → Moderat bis Hoch
- Emerging Alternatives: Co-Living-Spaces, „Staycations“ als neue Konkurrenz → Moderat
- Price Sensitivity: Substitute konkurrieren oft über niedrigeren Preis → Moderat
Fazit: Moderate bis hohe Threat of Substitutes
Airbnb-Fallstudie: Bargaining Power of Suppliers (Hosts) – Kernfaktoren
- Switching Costs: für Hosts relativ niedrig, leicht auf andere Plattformen zu wechseln → erhöht ihre Macht (Hoch)
- Fragmented Supply: hohe Fragmentierung, geringe Konzentration auf Angebotsseite → Airbnb hat meist hohe Macht gegenüber einzelnen Hosts (Niedrig/Moderat)
- Dependence on Airbnb's Platform: Hosts profitieren von globaler Reichweite, einfachem Listing, Trust-System → macht Bleiben attraktiv (Moderat)
Fazit: Moderate Bargaining Power der Hosts
Airbnb-Fallstudie: Bargaining Power of Buyers (Guests) – Kernfaktoren
- Alternatives & Switching Costs: viele Alternativplattformen (Booking.com, Expedia, Hotels), leichter Wechsel → Hoch
- Price Sensitivity: Gäste sehr preissensitiv, vergleichen leicht Preise → Hoch
Fazit: Hohe Bargaining Power der Guests
Airbnb-Fallstudie: Summary Table – Gesamteinschätzung
Force
Fazit
Industry Rivalry
Hoch
Threat of New Entrants
Moderat
Threat of Substitutes
Moderat bis Hoch
Bargaining Power of Suppliers (Hosts)
Bargaining Power of Buyers (Guests)
Profitabilität/Attraktivität: Airbnb bleibt langfristig wahrscheinlich profitabel dank Markenstärke, Netzwerkeffekten & einzigartiger Angebote – jedoch begrenzen Wettbewerbsdruck & hohe Buyer Power die Margen; erfordert kontinuierliche Innovation & Kundenorientierung.
Zuletzt geändertvor 7 Tagen