Was versteht Bosetzky unter dem Don-Corleone-Prinzip?
Das Don-Corleone-Prinzip beschreibt eine Strategie zur Vermehrung informeller Macht in Organisationen.
Ein Organisationsmitglied:
leistet anderen Gefälligkeiten → schafft dadurch gegenseitige Verpflichtungen → baut Beziehungen und ein persönliches Netzwerk auf → kann später Gegenleistungen einfordern → gewinnt dadurch informelle Macht.
Grundlage ist die Idee einer wechselseitigen Austausch- bzw. Promotionsbeziehung: Eine erwiesene Gefälligkeit erzeugt die Erwartung einer späteren Gegenleistung.
Merksatz: Gefälligkeiten → Verpflichtungen → Netzwerk → informelle Macht
Was zeigt das Don-Corleone-Prinzip über formale Hierarchie und tatsächliche Macht und wie lässt es sich mit Führung von unten verbinden?
Die tatsächliche Macht eines Organisationsmitglieds lässt sich nicht allein aus seiner hierarchischen Position ableiten. Personen können ein Machtpotenzial entwickeln, das weit über ihre formale Amtsautorität hinausgeht.
Macht kann zusätzlich entstehen durch:
Wissen und Erfahrung
Beziehungen und Kontakte
gegenseitige Gefälligkeiten
daraus entstehende Abhängigkeiten und Netzwerke.
→ Auch hierarchisch niedriger gestellte Personen können dadurch informelle Macht und Einfluss gewinnen.
→ Das bietet einen Ansatzpunkt für Führung von unten, da tatsächlicher Einfluss nicht zwingend der formalen Hierarchie folgen muss.
Merksatz: Formale Position ≠ tatsächliche Macht. Beziehungen können zur Machtressource werden.
Zuletzt geändertvor 4 Tagen