Welches Problem untersucht Blickle (2004)?
Blickle fragt:
Wie und unter welchen Bedingungen können Personen andere in Organisationen erfolgreich beeinflussen, um eigene Ziele und Pläne zu realisieren?
Dabei interessiert besonders:
Welche Einflusstaktiken führen zum Erfolg?
Welche individuellen Fähigkeiten unterstützen erfolgreiche Einflussnahme?
Was versteht Blickle unter Einflusskompetenz?
Einflusskompetenz = soziale Kompetenz zur zielgerichteten Beeinflussung anderer.
Sie ist:
situationsspezifisch
durch Lernprozesse veränderbar
gezielt durch Training, Erfahrung und Mentoring förderbar.
➡️ Es handelt sich also nicht einfach um eine feste Persönlichkeitseigenschaft.
Welche Einflusstaktiken nennt Blickle?
Z. B.:
Rationalität
Assertivität
Einschmeicheln
Self-Promotion
Koalitionsbildung
Konsultation
Legitimation
persönliche/inspirierende Appelle
Tauschangebot
höhere Instanzen einschalten
Sanktionieren
Blockieren
Wichtig: Es gibt nicht die eine immer erfolgreiche Taktik – ihre Wirksamkeit ist situationsabhängig.
Wie entsteht bzw. entwickelt sich Einflusskompetenz?
Sie kann durch Training, Erfahrung, Mentoring und Lernprozesse entwickelt werden.
Zusätzlich beeinflussen Persönlichkeitsmerkmale den Kompetenzerwerb, besonders:
Machtmotiv → Motivation/Interesse, Einfluss auszuüben
Self-Monitoring → eigenes Verhalten an soziale Situationen anpassen
Was ist die zentrale Aussage von Blickle zur erfolgreichen Einflussnahme?
Erfolgreiche Einflussnahme beruht nicht auf einer universell besten Taktik.
Entscheidend ist die Fähigkeit,
Situation erkennen → passende Einflusstaktik auswählen → kompetent einsetzen.
➡️ Einflusskompetenz ist deshalb situationsabhängig und erlernbar.
Wie geht Blickle methodisch vor?
Blickle führt keine eigene empirische Studie durch, sondern erstellt einen Forschungsüberblick aus verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen.
Im Fotoprotokoll ausdrücklich genannt:
2 Meta-Studien
4 kleinere deutsche Studien
➡️ Er führt vorhandene Forschung zusammen und schafft einen Überblick über den Forschungsstand.
Wie lässt sich Blickles Beitrag kritisch würdigen?
+ Positiv:
relevantes Erkenntnisinteresse
schafft einen Überblick über vorhandene Forschung
− Kritisch:
fehlende methodische Herleitung
teilweise kein klarer roter Faden
geografische Relevanz/Übertragbarkeit der Meta-Studien fraglich
Zuletzt geändertvor 4 Tagen