Abgrenzung Facility-Management zu anderen Ebenen des Immobilienmanagements (Grafik Vorlesung)
Gliederung des Immobilienmanagements in Ebenen:
Investorenebene (kapitalorientiert)
Asset- und Portfolio-Management
-> Vermögensverwaltung: langfristige Kapital-Anlagestrategie, Risikostreuung
-> Bsp.: An- und Verkauf
Objekt- und Dienstleisterebene: (operativ / objektbezogen)
operatives Asset-Mangament
-> Wertstiegerungen einzelner Objekte
-> Bsp.: Sanierung
Property-Management
-> kaufmännische verwaltung
-> Bsp.: Schließung und Pflege Mietverträge
Facility-Management
-> Steuerung aller Abläufe des Gebäudebetriebs
-> Bsp.: Wartung / Instandhaltung
Definition “Facility”
materieller Vermögenswert
Liegenschaft
Sachressource
-> Grundstücke, Gebäude, Räume, Infrastruktur, Anlagen, …
Vermögenswert zu Investitionszwecken (Cadez)
Definition “Mangament”
systematische Führung eines Unternehmens(bereichs)
-> Zieldefinitionen, Entscheidungen, Planung, Realisierung, Kontrolle, Steuerung, …
Durchführen von Aufgaben mit dem Ziel diese erfolgreich abzuschließen (Cadez)
Definition “Facility Management” nach der IFMA
IFMA (Iternational Facility Management Association):
P-P-P-T: people, places, process and technology
-> multidisziplinäres Fachgebiet mit der Aufgabe, die Funktionalität der baulichen Umgebung durch Zusammenführung von Menschen, Orten, Prozessen und Technologien zu gewährleisten
Definition “Facility Management” nach der EURO FM bzw. DIN EN 15221
EURO FM (European Facility Management Network):
-> FM integriert und steuert Unterstützungsprozesse einer Organisation, um vereinbarte Dienstleistungen bereitzustellen und dadurch die Effektivität der Kernaktivitäten zu unterstützen und zu gewährleisten.
Definition “Facility Management” nach der GEFMA
HEFMA (German Facility Management Association):
-> Managementdisziplin, welche die notwendigen Unterstützungs- (Sekundär-) Prozesse des Kerngeschäfts eines Unternehmens vereint.
Dabei stehen Arbeitsplatzgestaltung, Werteerhalt und Kapitalrentabilität im Fokus des Facility Managers.
Definition Gebäude Management nach DIN 32736:2000-08
(Grafik)
DIN 32736:2000-08 Gebäudemanagement:
-> Gesamtheit aller Leistungen zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden einschließlich der baulichen und technischen Anlagen auf der Grundlage ganzheitlicher Strategien. Dazu gehören auch die infrastrukturellen und kaufmännischen Leistungen.
-> Gebäudebezogen
-> FM-Leistungen gehen über Gebäudebezogenen Leistungen hinaus
-> Abgrenzung unscharf
Leistungsbereiche Gebäudemanagement (DIN 32736)
K- T - I - F
kaufmännisch - technisch -infrststrutkruell - Fläche
KGM (Kaufmännisches Gebäudemanagement)
-> wirtschaftliche Verwaltung der Immobilie
TGM (Technisches Gebäudemanagement)
-> Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen sicherstellen
IGM (Infrastrukturelles Gebäudemanagement)
-> Unterstützende Dienstleistungen für die Gebäudenutzung
FläM (Flächenmanagement)
-> Flächennutzungsplanung und -Management
wesentliche Markttrends im FM (6)
Personalmangel (insb. Fachkräftemangel)
-> demografiscehr Wandel + Zunahme Gewerbeimmo.
Digitalisierung
-> Sensorsteuerung, Automatisierung, Effizienzsteierungen, KI
Nachhaltigkeit (und ESG)
-> Senkung Energieverbrauch / Emissionen
Nutzerzentriertes FM
-> nutzerspezifische FM-Leistungen
Integriertes FM
-> ganzheitliche Betrachtung, Verringerung Schnittstellenprobleme
Volatilität (Unsicherheit)
-> verursacht v.a. durch technologische Entwicklung
Definition von FM-Begriffen in welcher Norm?
DIN EN 15221 Facility Management – Teil 1: Begriffe
Ziele:
-> Verbesserung der Kommunikation
-> Erhöhung der Effektivität der Hauptaktivitäten und Qualität der Leistungen
Entwicklung von standartisierten Werkzeugen und Leistungen
Gliederung der Leistungen im FM
nach DIN EN 15221
1) Fläche und Infrasruktur
2) Mensch und Organisation
Differenzierung Facility Management vs. Facility Service
Facility Management steuert und organisiert die Unterstützungsleistungen.
Facility Services sind die tatsächlichen Unterstützungsleistungen.
Definition FM in der Vorlesung
Facility Management ist die strategische Planung sowie operative Durchführung und Kontrolle von Leistungen, die die Durchführung der Kernaufgaben einer Organisation unterstützen und verbessern oder Aufgaben des "Immobilienmanagements – und/oder –betriebs" für den Investor oder deren Vertreter oder die Eigentümer übernehmen.
Facility Management Modell nach DIN EN 15221
Bedarfsebene (Organisation)
Lösungsebene (Facility Management)
Leistungsebene (Facility Services)
Bedarfsebene
1) Bedarf der Organisation wird erkannt
2) Festlegung von Maßnahmen
3) Festlegung von SLAs (Service Level Agreements) und KPIs (Key Performance Indicators)
Leistungsbereiche im FM
a) Strategishe Leistungen
b) Taktische Leistungen
c) Operative Leistungen
Aufgaben des strategischen FM
Langfristige Sicherstellung der Ziele der Organisation
Facility Management Strategie
Anpassungen an Veränderungen
Leitlinien und Definition von Prozessen
Leistungsvereinbahrungen
Überwachung von Schlüsselkennzahlen
Kommunikation zwischen Beteiligten
Aufgaben des taktischen FM
mittelfristige Umsetzung der strategischen Ziele
Leitung des FM Teams
Management von Projekten, Prozessen und Vereinbahrungen
Entwicklung von Geschäftsplänen und Budgets
Einführung von Richtlinien zur Strategie-Verfolgung
Anforderungen auf operativer Ebene auf Basis der Ziele entwickeln
Vereinbahrung SLAs und KPIs
Überwachung behördlicher Anforderungen
Ressourcen- und Einsatzplanung
Aufgaben operatives FM
Durchführung der Facility Services
Erbringung der vereinbarten Leistungen
Entgegennahme von meldungen und Anforderungen
-> Help Desk, Service Hotline
Controlling (Datensammlung zur Leistungsevaluation)
Berichten an taktische Ebene
Erfüllung der Kundenbedürfnisse
FM Dienstleister als “Prozesspartner außerhalb der Kernaktivitäten”
operative leistungen im FM (10)
umfassen Leistungen um
a) Fläche und Infrastrutkur
b) Mensch und Organisation
1) Unterbringung (Flächenmanagement, Instandhaltung, …)
2) Arbeitsplatz ( Ausstattung, Beschilderung, …)
3) Technische Infrastruktur (Betrieb und Instandhaltung, …)
4) Reinigung (Fassaden-, Unterhalts-, Sanitär-, …)
5) sonstige Flächen und Infrastruktur (besondere Abforderung.)
6) gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit (Betriebsarzt, …)
7) Hospitality (Help Desk, Empfang, Verpflegung, …)
8) Information und Kommunikation (IT-Services, …)
9) Logistik (Post, Bürobedarf, Fuhraprk, Transport, …)
10) sonstiges Unterstützungsleistungen (Buchhaltung, HR, Marketing, …)
relevante Normen im Facilitymanagement
DIN EN 15221: Facility Management (FM)
-> nutzuerorientiert
DIN 32376: Gebäudemanagement (GM)
-> gebäudeorientiert
Leistungsspekturm DIN 15221 umfangreicher.
kerngeschäftsnäher (nicht nur gebäudebezogen)
Leistungen der DIN 15221, die in der DIN 32736 nicht enthalten sind
Anforderungen an erfolgreiches FM
Kunden- und Serviceorientierung
Partnerschaftlichkeit
Marktorientierung
Prozessorientierung / IT-Umsetzung
Ergebnisorientirerung (Wirtschaftlichkeit)
Ganzheitlichkeit (Lebenszyklusorientierung)
Diefferenzierung der Begriffe “Output-Spezifikationen”, “Input-Spezifikationen” und “Service Level Agreements (SLAs)”
Output-Spezifikationen:
Beschreibung und Definition der Ergebnisse einer Dienstleistung
-> Fokus auf Zielzustand, Grundlage für SLA
Input-Spezifikationen:
Beschreibung und Definition der Dienstleistungen zur Erreichung eines bestimmen Zustands
-> Fokus auf Leistungserbringung, Definition der Leistungen
Service Level Agreements (SLAs):
Beschreibung der Qualität der Facility Management Leistungen und der zulässigen Abweichungen sowie der objektiven Messung/Bewertung der Ergebnisse (-> KPIs)
Vorteile und Anforderungen bei der Verwendung von Output-Definitionen in FM-Verträgen
Vorteile:
Innovationsfreiheit des Auftragnehmers
langfristig geplante Services
durchdachtere Planungsergebnisse erforderlich
Anforderungen:
klare und eindeutge Definition des geforderten Standards
vollständige Angaben
-> Die geforderten leistungen müssen für den Bieter klar erkennbar und kalkulierbar sein.
Differenzierung SLA und KPI
SLA: Service Level Areement
Festlegung von:
-> gefordertem Standard
-> Abweichungstoleranzen
-> Reaktionszeiten bei Überschreitung der Toleranzen
-> Lösungszeiten zur Herstellung des Standards
-> Notfällen
KPI: Key Performance Indicator
Festlegung von
-> Größen zur Bewertung des Service-Levels
-> objektiv messbarer und prüfbarer Indikator
-> Festlegung von Spannen für leichte und schwere Abweichungen
Zuletzt geändertvor 7 Stunden