Welche Besonderheiten sind bei der Vernetzung von Brandmeldezentralen zu beachten (systemeigen und systemfremd)?
DIN 14675
Systemeigen:
Grundsätzlich keine Änderung bezüglich der Alarmübertragung und der Funktionen FBF, FAT und FSD erforderlich.
Systemfremd:
Es sind insbesondere die Anforderungen bezüglich Ausfallsicherheit, Bedienung und Anzeige zu beachten
Wann sind automatische Brandmelde- und Alarmierungsanlagen in Hochhäusern nicht erforderlich? Nennen Sie sämtliche Anforderungen.
8 Erleichterungen für Hochhäuser mit nicht mehr als 60 m Höhe in Zellenbauweise
Für Hochhäuser mit nicht mehr als 60 m Höhe und mit Nutzungseinheiten mit nicht mehr als 200 m² Grundfläche über dem ersten Obergeschoss sind automatische Feuerlösch-, Brandmelde- und Alarmierungsanlagen nicht erforderlich, wenn
die Nutzungseinheiten untereinander, zu anders genutzten Räumen und zu notwendigen Fluren feuerbeständige Trennwände haben, die von Rohdecke zu Rohdecke gehen,
der Brandüberschlag von Geschoss zu Geschoss durch eine mindestens 1 m hohe feuerbeständige Brüstung oder 1 m auskragende feuerbeständige Deckenplatte behindert wird,
die automatische Auslösung der Druckbelüftungsanlagen und der Brandfallsteuerung der Aufzüge sicher gestellt ist und
die Früherkennung eines Brandes in den Nutzungseinheiten durch Rauchwarnmelder mit Netzstromversorgung erfolgt.
Dies gilt auch für Nutzungseinheiten mit mehr als 200 m² Grundfläche, wenn sie durch raumabschließende feuerbeständige Wände, die von Rohdecke zu Rohdecke gehen, in Teile von nicht mehr als 200 m² Grundfläche unterteilt werden.
Welche Klassifizierungen von Übertragungswegen nach DIN 14674 gibt es?
ÜW 1: Nicht überwachter Übertragungsweg.
ÜW 2: Überwachter Übertragungsweg mit Auswirkung einer Störung auf die Funktionalität der anzusteuernden Anlage (Signalsenke), z. B. Stichleitung.
ÜW 3: Überwachter Übertragungsweg ohne Auswirkung einer Störung auf die Funktionalität der anzusteuernden Anlage (Signalsenke), z. B. Ringleitung.
Die Anforderung nach ÜW 3 kann auch durch die rückwirkungsfreie Anwendung von 2 × ÜW 2 (bei leitungsgebundenen ÜW in getrennten Kabeln) realisiert werden.
Erklären Sie die Begriffe: Inspektion, Instandhaltung und Instandsetzung.
VDE 0833-1:
Instandhaltung:
Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Gefahrenmeldeanlage zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustands oder der Rückführung in diesen, so dass diese die geforderte Funktion erfüllen kann.
Die Instandhaltung wird in die Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung unterteilt.
Instandsetzung:
Maßnahme zur Rückführung einer Gefahrenmeldeanlage in den funktionsfähigen Zustand, mit Ausnahme von Verbesserungen.
Inspektion:
Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes einer Gefahrenmeldeanlage einschließlich der Bestimmung der Ursachen verstärkter Abnutzung und dem Ableiten der notwendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung.
Welche Anforderung stellt die DIN VDE 0833-2 hinsichtlich der Schnittstelle zwischen der BMA und der SAA in Bezug auf die Alarmierungsbereiche?
Bei einer Störung auf einem Übertragungsweg zur Eingangsschnittstelle von Sprachalarmanlagen dürfen höchstens 8 Alarmierungsbereiche betroffen sein.
Welche Anforderungen gelten für Strömungsmelder entsprechend der DIN VDE 0833-2:2017?
Strömungsmelder, die zusätzlich zur Alarmmeldung z. B durch Druckschalter der Identifizierung einer
ausgelösten Sprinklerzone dienen, müssen jeweils einer eigenen Meldergruppe zugeordnet werden.
Zur Vermeidung von Falschmeldungen durch Druckschwankungen müssen sie in Zweimeldungsabhängigkeit
Typ A ausgelegt werden. Eine Verzögerung von 60 s wird empfohlen.
Welche Anforderungen werden an Revisionsöffnungen entsprechend der DIN VDE 0833-2:2017 gestellt?
Für Melder in Zwischendecken- und Doppel- oder Systembodenbereichen sind Revisionsöffnungen vorzusehen, die eine Erkundung durch die Feuerwehr unter Atemschutz ermöglichen. Sofern nicht anders gefordert, ist ein lichtes Öffnungsmaß von mindestens 0,4 m x 0,4 m einzuhalten.
Auf die Position der Revisionsöffnung sollte im Sichtbereich durch ein Orientierungsschild nach DIN 14623 hingewiesen werden.
Welche Anforderungen werden an das Gefahrensignal in öffentlichen Bereichen und Arbeitsstätten entsprechend DIN EN ISO 7731 gestellt?
Nach DIN EN ISO 7731 muss ein akustisches Gefahrensignal in öffentlichen Bereichen und Arbeitsstätten im gesamten Signalempfangsbereich sicher wahrnehmbar, eindeutig und von anderen Geräuschen bzw. Signalen unterscheidbarsein.
Der Signalpegel muss mindestens 65 dB(A) betragen und den vorhandenen Störschallpegel um mindestens 15 dB(A) übersteigen.
Wird für die Projektierung von Zwischendeckenmeldern die Raumhöhe unterhalb der Zwischendecke berücksichtigt?
Ja. Die Raumhöhe unterhalb der Zwischendecke ist bei der Projektierung zu berücksichtigen.
Wie wird ein Übertragungsweg definiert?
EN 54-1
Verbindung zwischen Bestandteilen zur Übertragung von Informationen und/oder Energie (z.B. Leitungen, Funkverbindungen)
Worauf achten Sie bei der Montage von elektrischen Leitungen und Kabeln im Außenbereich?
Geeignete Leitungen für den Außenbereich verwenden;
Schutz gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Witterung, Temperatur, mechanische Beschädigung und Korrosion beachten.
Geeignete Schutzart und Verlegeart wählen.
Wie werden optische Signalgeber der Brandmeldeanlage in ihrem Signalisierungsbereich unterschieden?
Wie lautet die Norm?
In welcher Verordnung und in welchen Bereichen werden optische Signalgeber gefordert?
Nach DIN EN 54-23:
Kategorie C = Deckenmontage,
Kategorie W = Wandmontage,
Kategorie O = offene Montageposition bzw. nach Herstellerangabe.
Optische Signalgeber sind nach DIN VDE 0833-2:2022-06 in Verbindung mit DIN EN 54-23 zu projektieren, wenn die Alarmierung nicht für alle Personen allein durch akustische Signalgeber sichergestellt werden kann. Die Alarmierung muss alle Personen im jeweiligen Alarmierungsbereich erreichen; insbesondere sind Personen mit eingeschränktem Hörvermögen zu berücksichtigen.
Eine Brandmeldeanlage steuert eine Löschanlage über die Standardschnittstelle „Löschen“ an. Was ist im Störungsfall des Übertragungswegs zur Übertragung des Auslösebefehls der BMA zu beachten?
Meldungen und Informationen wie Lösch- oder Auslösebefehle von Ansteuereinrichtungen der Brandmeldeanlage an die Feuerlöschanlage müssen je Löschbereich übertragen werden.
Bei der Ansteuerung von Feuerlöschanlagen muss sichergestellt sein, dass bei einer Störung in einer Ansteuereinrichtung der BMZ nicht mehr als ein Löschbereich der Löschanlage ausfällt oder höchstens in einem Löschbereich eine Fehlauslösung auftreten kann.
Nennen Sie beispielsweise zwei Änderungen der DIN VDE V 0833-2/A1:2020 zur DIN VDE 0833-2:2017. Ergeben sich Unterschiede bei der Bewertung von Brandmeldeanlagen mit Alarmierungseinrichtungen?
Alarmierungsfunktion von BMA:
Die Abgrenzung zwischen der Alarmierungsfunktion einer BMA und einer eigenständigen Alarmierungsanlage wurde klargestellt. Eine BMA mit Alarmierungseinrichtungen ist nicht automatisch als Alarmierungsanlage zu bewerten. Entscheidend ist, welche Alarmierungsfunktion bzw. welches Schutzziel bauordnungsrechtlich gefordert ist.
Branddetektion in Lüftungskanälen:
Die Überwachung von Klima-, Be- und Entlüftungsanlagen wurde an die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR) angepasst. Insbesondere werden Aufstellräume von Lüftungsanlagen grundsätzlich überwacht, während Zu- und Abluftkanäle nur dann überwacht werden müssen, wenn dies im Brandschutzkonzept gefordert wird.
Welche Arten der Auslösung von Handfeuermeldern kennen Sie? Erklären Sie diese.
Typ A – direkte Auslösung: Der Alarm wird durch die direkte Betätigung des Betätigungselements ausgelöst.
Typ B – indirekte Auslösung: Das Betätigungselement muss zunächst z. B. durch Einschlagen einer Scheibe oder Öffnen einer Abdeckung zugänglich gemacht werden.
Nach DIN VDE 0833-2 ist für BMA grundsätzlich der Handfeuermelder Typ B anzuwenden.
Wie lautet der Anwendungsbereich der VDE V 0826-2? Was regelt diese Norm?
Die VDE V 0826-2 regelt Brandwarnanlagen zur Branderkennung und örtlichen Warnung von Personen, insbesondere für bestimmte Sonderbauten wie Kindertagesstätten, Heime, Schulen und Beherbergungsstätten bis 60 Betten.
Sie behandelt Projektierung, Aufbau, Betrieb und Instandhaltung.
Welche Anforderungen werden an das Ladegerät einer Batterie entsprechend der DIN EN 54-4 gestellt?
Ladegerät muss so ausgeführt und ausgelegt sein, dass
die Batterie automatisch aufgeladen werden kann
eine bis auf ihre Endladeschlussspannung entladene Batterie innerhalb von 24h bis auf mindestens 80% und innerhalb weiteter 48h bis auf 100% der Nennkapazität aufgeladen werden kann
die Ladecharakteristik innerhalb der vom Batteriehersteller angegebenen Festlegungen für den Umgebungstemperaturbereich liegt
Zuletzt geändertvor 12 Tagen