Hauptmerkmalliste (Pahl/Beitz)
Gebrauch/Funktion
Instandhaltung
Ergonomie
Geometrie
Sicherheit
Kräfte/Gewicht
Firmeninterne Aspekte von
Dokumente
Produkte
Personen
Firmenexterne Aspekte von
1. Wodurch ist ein Problem gekennzeichnet?
unerwünschter Anfangszustand
erwünschter Endzustand
Hindernisse (um vom Anfangs- zum Endzustand zu kommen)
2. Welche wichtigen Merkmale haben Probleme?
Komplexität
viele Komponenten, unterschiedliche Verknüpfungen und gegenseitige Beeinflussung
Unbestimmtheit
Anfangsbedingungen und Zielkriterien sind anfänglich nicht vollständig bekannt
der Einfluss von Teillösungen auf das Ganze ist nicht absehbar
3. Wodurch grenzen sich Aufgabe und Problem voneinander ab?
Aufgabe: geistige Anforderung, für deren Bewältigung die Mittel und Methoden eindeutig bekannt sind
das ist bei einem Problem nicht der Fall
4. Definieren Sie den Begriff System
Gesamtheit geordneter Elemente, die aufgrund ihrer Eigenschaften durch Relationen verknüpft und von einer Systemgrenze umgeben sind
5. Wie sieht der Konstruktionsprozess nach der VDI 2221 aus?
6. Welche Kritik an der VDI 2221 gibt es?
nur für Neukonstruktionen
wesentliche Schritte zur Lösungsabsicherung fehlen
keine Berücksichtigung von Optimierungsschritten
keine Berücksichtigung von Branchen und Stückzahlen
7. Grenzen Sie die Begriffe Entdeckung, Entwicklung und Innovation
Entdeckung: bislang unbekannte, aber bereits existierende Objekte oder deren Eigenschaften werden entdeckt
Erfindung (Invention): bislang nichtexistierende Objekte oder deren Eigenschaften werden entwickelt
Innovation: Eine Erfindung, die auch einen, üblicherweise wirtschaftlichen, Mehrwert bringt
8. Grenzen Sie die Begriffe Methode und Methodik voneinander ab.
Methode: planmäßiges Vorgehen zur Erreichen eines bestimmten Ziels
Methodik: planmäßiges Vorgehen unter Einschluss mehrerer Methoden und Hilfsmittel
9. Definieren Sie den Begriff technisches Produkt.
stoffliche Verwirklichung einer Lösung für eine bestimmte Problemstellung
10. Nennen Sie einige Produktarten.
Konsumgüter (Fotokamera)
Monotechnologie-Produkte (Getriebe)
Multitechnologie-Produkte (Flugzeug)
Immaterielle Produkte (Software)
Serien- / Massenprodukt (Schraube)
11. Welche Konstruktionsarten kennen Sie?
Neukonstruktion (neue Aufgabestellung, neue Lösungsprinzipien)
Anpassungskonstruktion (veränderte Randbedingungen, bekannte / bewährte Lösungsprinzipien)
Variantenkonstruktion (Größe und / oder Anordnung variiert)
Wiederholkonstruktion (unveränderte Konstruktion, neuer Fertigungsanlauf)
12. Welche Informationen sollte eine Aufgabenstellung enthalten?
organisatorische Daten, wie Arbeitstitel und Datum
Zweck
Anforderungen
13. Erklären Sie den Begriff der Zweckbeschreibung.
gibt an, was mit dem zu entwickelnden System erreicht werden soll
hierdurch wird die Zahl der möglichen Lösungen nicht eingeschränkt
Beispiel: Rasenmäher entwickeln <-> System zum Kurzhalten des Rasens entwickeln
14. Definieren Sie die Begriffe Anforderung und Anforderungsliste.
Anforderung: Vorgabe, die den Verlauf des Konstruktionsprozesses steuert, die Eigenschaften des Produktes bestimmt
Anforderungsliste: strukturierte Dokumentation aller Anforderungen für die Produktentwicklung
15. Wie stehen Lastenheft, Pflichtenheft und Anforderungsliste zueinander in Beziehung?
Lastenheft: Interessen des Kunden, Gesamtheit der Forderungen
Pflichtenheft: Interessen des eigenen Unternehmens, Realisierungsmöglichkeiten
Anforderungsliste: führt Anforderungen aus beiden Dokumenten zusammen
16. Benennen Sie den Zweck einer Anforderungsliste.
dauerhafte Dokumentation
Abstimmungs- und Leitdokument
17. Welche Anforderungen gibt es an technische Spezifikationen?
eindeutig (keine Interpretationsspielräume)
klar (verständlich)
ausreichend vollständig (alle Angaben von Bedeutung)
18. Welche Kundenarten kennen Sie?
spezifischer Kunde
anonymer Kunde
19. Benennen Sie mögliche Quellen für Anforderungen.
Dokumente (Normen, Gesetze, …)
Produkte (Konkurrenzprodukte, Trends, Vorgänger, …)
Personen (Vertrieb, Kunde, Zulieferer, Konstruktion, …)
20. Beschreiben Sie die beiden Anforderungsklassen.
Explizite Anforderungen: von Stakeholdern genannt / beschrieben
implizite Anforderungen: werden nicht genannt, müssen entdeckt werden, da sie häufig nicht bekannt sind
21. Welche Arten von Anforderungen kennen Sie?
Funktionalanforderungen: „Was?“ – beschreiben das erf. Verhalten zum Realisieren des Zweckes -
Qualitätsanforderungen: „Wie?“ – definieren die nicht funktionalen Eigenschaften
22. Wozu wird die Szenariotechnik nach Feldhusen angewendet?
methodisches Entwickeln der Anforderungen:
für jede Lebensphase / -situation des Produktes: Was kann passieren? Und wie soll das Produkt darauf reagieren?
23. Warum ist es nicht sinnvoll alle Kundenanforderungen umzusetzen?
nicht technisch umsetzbar
nicht wirtschaftlich
widersprüchlich (u.a. mit dem Gesetz)
→ daher priorisieren!
24. Wie lassen sich Anforderungen priorisieren?
Forderungen: müssen erfüllt werden
Wünsche: nach Möglichkeit zu erfüllen (Aufwände klären)
Gegenläufige Anforderungen: Gewichten und unwichtigere Streichen
25. Wozu dient die Detaillierungsmethode nach Kramer und wie funktioniert sie?
dient zur systematischen Konkretisierung von unspezifischen Anforderungen
Anforderung wird durch die Transformationsschritte Vertiefung und Präzisierung in konkrete Anforderungen überführt
26. Aus welchen Komponenten setzt sich eine Anforderungsliste zusammen?
Identifikation (Dokumentennummer, …)
Organisation (Unternehmen, Abteilung, Projekt, …)
Rückverfolgung (Ergänzungen, Verantwortlichkeiten, Quellen, …)
Inhalt (Anforderungen, …)
27. Bennen Sie die Ziele der Abstraktion.
Befreiung von konventionellen Vorstellungen -
zweckmäßigere Lösung, durch neue Technologien, Werkstoffe, etc.
28. Nennen Sie die fünf Schritte zur Zweckbeschreibung.
Gedankliche Wünsche weglassen
Forderungen weglassen, die nicht Funktionen oder wesentliche Bedingungen sind
Auf wesentliche Aussagen reduzieren (quantitative Aussagen zu qualitativen)
Erkanntes sinnvoll erweitern
Zweck lösungsneutral formulieren
29. Was sind die drei Hauptflüsse und welches System lässt sich hieraus identifizieren?
Stoff- oder Materie → Apparat
Energie → Maschine
Signal → Gerät
30. Definieren Sie den Begriff Funktion.
der gewollte Zusammenhang zwischen Eingang und Ausgang eines Systems, mit dem Ziel eine Aufgabe zu erfüllen
31. Was ist eine Funktionsstruktur und welche Methoden kennen Sie?
Die logische Anordnung und Verknüpfung von Teilfunktionen zum Realisieren des Gesamtfunktion wird als Funktionsstruktur genannt
Input-Output-Methode: Eindeutiger Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsgrößen (für Produkte, bei denen ein Prozessablauf oder der Durchlauf eines Gutes durch das Produkt eine Rolle spielt)
Hierarchische Methode: Zielorientiertes Modell mit Beschreibung der Funktionen durch Substantiv und Verb (für Produkte, bei denen die Reihenfolge von Ereignissen keine Rolle spielt, sondern ihre Abhängigkeit voneinander)
Vorteile von Funktionsstruktur
Vermeidung von Vorfixierungen und festgefahrenen Denkmustern
Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für Produktinnovation
Reduzierung der Komplexität der Aufgabenstellung
Erkennen von Widersprüchen
32. Beschreiben Sie die bekannten Begriffe zur Funktionssynthese.
Gesamtfunktion: Funktion, die die Aufgabe in ihrer Gesamtheit erfasst
Hauptfunktion: Dient unmittelbar der Gesamtfunktion
Nebenfunktion: Teilfunktion, die Hauptfunktion unterstützt
Elementarfunktion: Funktion, die nicht weiter gegliedert werden kann
33. Welche Methoden zur Lösungsfindung kennen Sie?
Diskursive Methoden: systematisch-methodisch auf Basis der Erkenntnisse der Naturwissenschaft
Analogie Methoden: Betrachtung von Lösungen bereits gelöster Aufgaben
Heuristische Methoden: mehr oder weniger spontan durch Kreativität
34. Was besagt der Ansatz nach Koller zur Lösungsfindung?
effektiv: Betrachtung der physikalischen Zusammenhänge
Elementarfunktionen stehen im direkten Zusammenhang mit einem physikalischen Effekt (Prinziplösung)
hierzu kann ein Katalog physikalischer Effekte (bspw. Koller-Katalog) hilfreich sein
35. Definieren Sie den Begriff der Prinziplösung.
Mit Hilfe der Prinziplösung kann der Wirkzusammenhang eines Systems dargestellt werden
umfasst die Aufgabe des physikalischen Effekts und die zur Realisierung der Funktion notwendigen qualitativen Gestaltparameter des Wirkorts, sowie den Effektträger
36. Was ist ein Effektträger?
die Umsetzung physikalischer Effekte erfolgt mit Hilfe von Effektträgern
bei gleichen Effekten können unterschiedliche Effektträger eingesetzt werden
Bsp: Hebeleffekt durch Stahl (Hebelarm) oder Fluid (hydrostatischer Druck)
37. Wie lässt sich aus den Teilfunktionen die Gesamtlösung ableiten?
bspw. unter Nutzung des morphologischen Kastens
die Funktionen werden zeilenweise in der Reihenfolge der Funktionsstruktur eingetragen
in jeder Zeile werden die die möglichen Lösungen in separaten Spalten aufgeführt (durch einfache Skizzen dargestellt)
das Gesamtkonzept ergibt sich aus Kombination der Lösungen
38. Wie lässt sich das Lösungsfeld erweitern?
durch Variation des physikalischen Effektes, des Effektträgers, der Wirkflächen, der Prinziplösung und der Struktur
39. Erklären Sie die Bedeutung und das Ziel einer Bewertung.
wegen der vielen möglichen Lösungen ist eine Bewertung aus Auswahl vor der weiteren Konkretisierung erforderlich
Ziel ist ein Vergleich der Zielvorstellung und der Eigenschaften des Lösungen
40. Wie lautet das Vorgehen beim Bewerten von Lösungen?
Erkennen der Kriterien (Anforderungsliste, …)
Untersuchen der Bedeutung für den Gesamtwert (Unwichtiges streichen)
Zusammenstellen der Eigenschaftsgrößen (Wie sehen die Eigenschaftes der Lösung aus?)
Beurteilen nach Wertvorstellung
Bestimmen des Gesamtwerts (gewichtet / ungewichtet)
Vergleichen der Lösungsvarianten (untereinander / mit Ideallösung)
Abschätzen von Bewertungsunsicherheiten
Schwachstellenanalyse
41. Erläutern Sie die Argumentenbilanz.
es werden Vor- und Nachteile für eine Variante in tabellarischer Form gesammelt
nur verbale Argumente, sehr schnelles Verfahren
42. Erläutern Sie das Vorgehen zur Bewertung von Lösungen mit der Präferenzmatrix.
zunächst müssen alle Kriterien aufgelistet werden
anschließend werden die Kriterien paarweise verglichen uns das wichtigere Argument genannt
anhand der Nennung kann dann der Gewichtungsfaktor ermittelt werden (Faktor = Nennung / max. Nennungen)
43. Erläutern Sie das technisch-wirtschaftliche Bewertungsverfahren nach Kesselring.
bei diesem Verfahren werden technische (X) und wirtschaftliche (Y) Kriterien in Clustern zusammengefasst -
hierzu werden die technische und wirtschaftliche Wertigkeit ermittelt und in einem Stärkediagramm aufgetragen
die Lösungsvariante mit dem geringsten Abstand zum Idealpunkt wird bevorzugt
44. Wann eignet sich welches der bekannten Bewertungsverfahren?
Argumentenbilanz: sehr schnelles Verfahren, niedrige Investitionshöhe, Entscheidungen jeder Art
Präferenzmatrix: sehr schnelles Verfahren, niedrige bis mittlere Investitionshöhe
technisch-wirtschaftliche Bewertung: auch für wirtschaftliche Entscheidungen, niedrige bis mittlere Investitionshöhe, bis mittlere Komplexität
Nutzwertanalyse: Probleme jeder Art, niedrige bis mittlere Investitionshöhe, Probleme jeder Art
45. Welche Fragestellung wird sich in der Gestaltungsphase zunächst gestellt?
Womit soll das vorher festgelegte Prinzip gelöst werden? (→ Bsp. Zahnräder)
Hierbei ist vorab eine geeignete Modularisierung der Teillösungen anzustreben
46. Was versteht man unter dem Gesamtkonzept eines Produktes?
die sich gegenseitig beeinflussenden Teilkonzepte:
Wirkkonzept (WK): ausgewählte physikalische Effekte und deren Verknüpfung
Gestaltungskonzept (GK): Hauptabmessungen und Gestaltung der wesentlichen Elemente
hierbei wird der physikalische Effekt an der Schnittmenge der beiden Konzepte erzwungen (→ Geometrie des Wirkorts, WFP)
47. Welche Kriterien müssen bei der Gestaltung berücksichtigt werden?
Funktionserfüllung (Eindeutigkeit, Sicherheit, hohe Qualität, …)
Wirtschaftlichkeit (Einfache Fertigung, Montage, kostengünstige Werkstoffe, …)
48. Definieren Sie die Begriffe Wirkfläche und Wirkflächenpaare.
Wirkfläche (WF): feste Oberflächen von Körpern oder Grenzflächen von Fluiden, die dauernd / zeitweise im Kontakt zu weiteren Wirkfläche stehen → am Hauptfluss beteiligt
Wirkflächenpaare (WFP): genau zwei Wirkflächen, die zeitweise in Kontakt stehen und zwischen denen der Hauptfluss fließt
49. Definieren Sie die Begriffe Leitstützstruktur und Tragstruktur
Leitstützstruktur (LSS): Volumina, die zwei Wirkflächenpaare verbinden und eine Leitung des Hauptflusses ermöglichen
Tragstruktur (TS): Menge aller möglichen Leitstützstrukturen
50. Definieren Sie die Begriffe Funktionskontakt, Wirkstruktur und Restkonturfläche.
Funktionskontakt (FK): Teil des Wirkflächenpaares, in dem die Wechselwirkung stattfindet
Wirkstruktur (WS): Menge aller Wirkflächen und Leitstützstrukturen
Restkonturfläche (KF): Konturfläche eines Körpers nach Abzug der Wirkflächen
51. Was besagen die drei Grundhypothesen?
1: Die Funktion eines Grundelementes wird stets durch Wechselwirkung mit mindestens einem anderen Element erfüllt (→ Wirkflächenpaare)
2: Die Funktion wird grundsätzlich über mindestens zwei Wirkflächenpaare und eine sie verbindene Leitstützstruktur verwirklicht
3: Jedes System besteht aus den Grundelementen Wirkflächenpaar und Leitstützstruktur in beliebiger Anzahl und Anordnung
52. Welche Einflüsse auf das Gestalten kennen Sie?
für das Qualitative Gestalten:
geforderte Funktionen
Prinziplösung
für das quantitative Gestalten:
geometrische Restriktionen (u.a. Bauraum, geforderte Schnittstellen, …)
geforderte Leistung (u.a. Drehmoment, Volumenstrom, Stück/h, …)
allg. Restriktionen (u.a. Herstellprozess, Transport, …)
53. Was macht eine robuste Gestaltung aus?
tolerant gegenüber schwankenden Einsatzbedingungen
tolerant gegenüber Schwankungen in der Fertigungsqualität
einfache Wirkflächengeometrie
54. Welche Gestaltungsprinzipien kennen Sie?
Prinzip der Kaftleitung
Prinzip der Stabilität und Bistabilität
Prinzip der fehlerarmen Gestaltung
Prinzip der Selbsthilfe
Prinzip der Aufgabenteilung
55. Woran lässt sich eine nicht eindeutige Gestaltung einfach identifizieren?
mehr als eine LSS pro Wirkfläche (Bsp. axiale und radiale Kraft gehen beide in die selbe Wirkfläche, anstatt in zwei unterschiedliche)
56. Nennen Sie Beispiele für die eindeutige Gestaltung.
Montage: Montagereihenfolge ist durch Gestaltung ersichtlich
Sicherheit: Sicherheitsschalter
Ergonomie: Kennzeichen der Stellung von An-/Ausschaltern
57. Fassen Sie die Regeln zum eindeutigen Gestalten zusammen.
Eindeutige Zuordnung der Teilfunktionen mit zugehörigen Eingangs /Ausgangsgrößen
Mathematisch definierbare Zustände erzwingen
Richtige Bedienung erzwingen, Irrtümer ausschließen
Vollständige Dokumentation
Wartung, Inspektion festlegen
Werkstoffkennzeichnung, Trennung von unverträglichen Stoffen
58. Beschreiben Sie Grundregeln zur einfachen Gestaltung.
Wenig Teile (Änderung, Ersatz, Montage, Service)
Einfache Gestaltung unter Ausnutzung der Möglichkeiten
häufig Kompromisse
59. Nennen Sie Beispiele für eine einfache Gestaltung.
Montage: schnelle Montage, leicht zu erkennende Teile
Gebrauch: ohne komplizierte Einweisung
Kosten: Reduzierung der Teilevielfalt u. -anzahl
60. Definieren Sie die Begriffe Sicherheit und Grenzrisiko.
Sicherheit: eine Sachlage, bei der das Risiko kleiner als das Grenzrisiko ist
Grenzrisiko: das größte noch vertretbare anlagenspezifische Risiko eines bestimmten technischen Vorgangs oder Zustands
61. Definieren Sie die Begriffe Risiko und Schutz
Risiko: durch Häufigkeit (Wahrscheinlichkeit) und den zu erwartenden Schadensumfang (Tragweite) beschrieben -
Schutz: Verringerung des Risikos durch geeignete Vorkehrung (entweder Wahrscheinlichkeit oder Tragweite)
62. Welche Sicherheitsebenen kennen Sie?
Betriebssicherheit: Gefährdung beim Betrieb technischer Systeme
Arbeitssicherheit: Gefährdung des Menschen bei Arbeit, Benutzung von technischen System
Umweltsicherheit: Schädigung im Umfeld technischer
63. Welche Sicherheitstechniken kennen Sie?
Unmittelbare: Gefährdung von vornherein ausgeschlossen (bevorzugt)
Mittelbare: Schutzsysteme / Schutzeinrichtungen zum Isolieren der Gefahr
Hinweisende: Kenntlich machen (nur als zusätzliche Maßnahme)
64. Welche Prinzipien zur unmittelbaren Sicherheitstechnik sind Ihnen bekannt?
Sicheres Bestehen: alle möglichen Vorkommnisse ohne Versagen / Störung
Beschränktes Versagen: keine schwerwiegenden Fehler bei Störung / Bruch #
Redundante Anordnung: Erhöhung der Sicherheit durch Mehrfachanordnung
65. Welche Prinzipen zur mittelbaren Sicherheitstechnik kennen Sie?
Schutzsysteme: lösen Schutzreaktion aus (bspw. Laserüberwachung)
Schutzorgane: lösen ohne Signalumsatz eine Schutzfunktion aus (bspw. Sicherheitsventil)
Schutzeinrichtung: passive Trennung (bspw. Zaun
66. Welche Prinzipen sind bei Kraftleitungsgerechten Konstruktion einzuhalten?
Kraftfluss stets geschlossen und so kurz wie möglich
vermeiden von Kraftumlenkungen, Querschnittsänderungen und Kerben
67. Was ist das Ziel des Prinzips der abgestimmten Verformung und wie wird es erreicht?
Ziel: gleichmäßige Werkstoffausnutzung
durch gleichgerichtete Verformung
68. Welchen Zweck erfüllt das Prinzip des Kraftausgleiches und wie wird es umgesetzt?
Zweck: System ist nach außen Kräftefrei
symmetrischer Aufbau hinsichtlich des Kraftflusses
69. Was beschreibt die Stabilität und was die Bistabilität?
Stabilität: Resultierende Wirkung der Störung wirkt dieser entgegen
Bistabilität: Nach Grenzzustand tritt neuer, deutlich verschiedener Zustand ein
70. Wie kann eine fehlerarme Gestaltung ausgeführt werden?
Reduktion der Fehlerwahrscheinlichkeit durch gestalterische Maßnahmen
Bsp. Pendelrollenlager gleichen Winkelfehler aus, Spannhülsen gleichen Toleranzen aus
71. Was beschreibt das Prinzip der Aufgabenteilung?
Aufgabe wird in Funktionen zerlegt und jede Funktion einem Funktionsträger zugeordnet
72. Erläutern Sie das Dilemma der Aufgabenteilung.
Durch die Aufgabenteilung wird die Eindeutigkeit verstärkt, aber zeitgleich die Einfachheit geschwächt
Es ist also anhand einer Funktionsanalyse ein Kompromiss zu finden
73. Welches Ziel verfolgt das Prinzip der Selbsthilfe?
gewollte Wirkung durch Beanspruchung verstärken
schützender Effekt bei Überbeanspruchung
74. Welche Mechanismen zur Selbsthilfe kennen Sie?
Selbstverstärkend: bspw. Innendruck verstärkt Dichtwirkung
Selbstausgleichend: resultierende Beanspruchung hebt sich möglichst auf
Selbstschützend: anderer Kraftleit
Was sind momentan die Trends in der Entwicklung?
Kürzere Innvoationszyklen
steigende Komplexität
Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit immer wichtiger
Standortflexibilität
Nachhaltigkeit
Variantenflut
Käufermarkt
Globalisierung
Losgröße 1
Definieren Sie die Begriffe Pflichten- und Lastenheft, so wie Sie diese in der Vorlesung ken nengelernt haben und erläutern Sie den zentralen Unterschied zwischen beiden Dokumen ten. [3 Punkte]
Das Lastenheft beschreibt die vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrages.
Das Pflichtenheft beschreibt die Realisierungsmöglichkeiten aller Anforderungen des Auftragge bers aus Sicht des Unternehmens (Auftragnehmers).
Während das Lastenheft die Interessen des Kunden thematisiert, werden im Pflichtenheft die In teressen des eigenen Unternehmens dokumentiert.
Nachteile von heuristischen/intuitiven Denkmethoden
Zeitprobleme: spontane Ideen und Einfälle können nicht stets rechtzeitig erzwungen werden
Erfahrungsbedingte Resultate seitens des Entwicklers
Scheuklappenblick: Expertise des Entwicklers kann durch Vorfixierungen geprägt sein
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