(VL 1, Folien 38–39) Was unterscheidet manifesten und latenten Traum, und was bedeuten Traumarbeit, Verdichtung, Verschiebung und Traumzensur?
Manifester Traum: bewusste Traumerzählung. Latenter Trauminhalt: unbewusster Wunsch beziehungsweise Trieb-Abwehrkonflikt.
Traumarbeit: unbewusste Verschlüsselung von Wunsch und Abwehr. Die Deutung dient der bewussten Entschlüsselung.
Verdichtung: Mehrere Bilder oder Gedanken verschiedener Assoziationsketten werden zu einem Element zusammengedrängt → Überdeterminiertheit.
Verschiebung: Bedeutsame Gedanken werden durch nebensächliche ersetzt; dadurch wird die Wunscherfüllung verschleiert.
Traumzensur: An der Grenze zwischen Unbewusstem und Vorbewusstem werden angenehme Inhalte durchgelassen und unangenehme beziehungsweise bedrohliche zurückgehalten.
(VL 1, Folien 32–33, 44 und 48) Was bedeuten Verdrängung, Urverdrängung und symbolische Konversion, und welche Funktion erfüllt Verdrängung?
Verdrängung: Eine unerträgliche Vorstellung wird aktiv aus dem Bewusstsein entfernt und im Unbewussten gehalten.
Funktion: Unangenehmes und Unerträgliches bleiben außerhalb des Bewusstseins. Das ermöglicht mentales und emotionales Funktionieren → Überlebensfunktion.
Urverdrängung: Die betreffende Erfahrung war noch nie bewusst.
Symbolische Konversion: Die Erregung einer unbewussten Phantasie wird ins Körperliche umgesetzt. Ein Körpersymptom ersetzt ein Vorstellungselement und stellt die Phantasie symbolisch dar.
Konversionssymptom: Es bildet einen Kompromiss zwischen Wunsch und Abwehr.
(VL 1, Folien 44 und 46) Welchen Gedächtnissystemen werden verdrängte und „urverdrängte“ Inhalte zugeordnet?
Verdrängte Inhalte: dem deklarativen beziehungsweise expliziten Gedächtnis, einschließlich des autobiographischen Gedächtnisses.
„Urverdrängte“ Inhalte: dem impliziten beziehungsweise nichtdeklarativen Gedächtnis; das prozedurale beziehungsweise implizite System entspricht laut Folie am ehesten der Urverdrängung.
Unterschied: Das deklarative Gedächtnis ermöglicht bewusstes Erinnern. Implizite Inhalte werden ohne bewusstes Sich-Erinnern aktiviert, etwa über Sinneserfahrungen oder Körpererleben.
(VL 1, Folien 59–60; PDF-Seite 58 – keine Foliennummer angegeben) Wie beschreibt Freuds erste Topik Bewusstes, Vorbewusstes und Unbewusstes?
Bewusstes: die bewusste Ebene des Modells.
Vorbewusstes: Inhalte sind aktuell nicht im Bewusstseinsfeld, aber grundsätzlich zugänglich, beispielsweise nicht aktualisierte Kenntnisse und Erinnerungen.
Unbewusstes: umfasst im dargestellten Modell Verdrängtes und einen phylogenetischen Kern des Unbewussten, der der Urverdrängung zugeordnet wird.
Zensur: liegt zwischen Unbewusstem und Vorbewusstem. Unbewusste Inhalte können sich in psychischen und körperlichen Symptomen ausdrücken.
Dynamik: Das Unbewusste ist entwicklungsfähig; Unbewusstes und Vorbewusstes beeinflussen sich gegenseitig.
(VL 1, Folie 63; PDF-Seiten 64–66 – keine Foliennummern angegeben) Was sind Laplanches „rätselhafte Botschaften“, und wie tragen sie zur Entstehung des kindlichen Unbewussten bei?
Ausgangspunkt: Die Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem ist asymmetrisch. Diese Grundsituation betrifft jedes Kind und ist nicht an sich pathologisch.
Rätselhafte Botschaften: Vorbewusste und unbewusste Anteile des Erwachsenen verbinden sich zu kompromisshaften, für das Kind nicht verständlichen Botschaften.
Entstehung: Die Beziehung zum Kind reaktiviert das Unbewusste des Erwachsenen, einschließlich sexueller und prägenitaler Anteile.
Verarbeitung beim Kind: Einschreibung im „eingeklemmten Unbewussten“ → teilweise Übersetzung ins Vorbewusste → eventuell spätere Verdrängung ins „verdrängte Unbewusste“, etwa bei einem Über-Ich-Konflikt.
Entscheidend: Inwieweit dem Kind die Übersetzung innerhalb seines eigenen psychischen Apparates gelingt, beispielsweise in Träumen oder Phantasien.
(VL 2, Folien 9 und 25) Welche Triebe unterscheidet Freuds erste Triebtheorie, und wie hängen sie zusammen?
Ichtriebe = Selbsterhaltungstriebe: vertreten das Realitätsprinzip.
Sexualtriebe: streben nach Lustbefriedigung und Spannungsabbau und vertreten das Lustprinzip.
Anlehnung: Bei ihrem ersten Auftreten lehnen sich die Sexualtriebe an die Selbsterhaltungstriebe an.
Partialtriebe: Sexualtriebe stammen aus verschiedenen körperlichen Quellen, etwa der Mund-, Anal- oder Genitalregion. Sie wirken zunächst unabhängig voneinander.
Entwicklung: Später werden die Partialtriebe zusammengeführt und treten in den Dienst der Fortpflanzungsfunktion.
(VL 2, Folien 11–17, 20–21 und 26) Was bedeuten die wesentlichen Begriffe der ersten Triebtheorie?
Trieb: psychische Repräsentanz eines aus dem Körperinneren stammenden Reizes. Er wird über Vorstellung und zugehörigen Affekt erfahrbar.
Quelle, Drang, Ziel und Objekt: Körperlicher Reiz erzeugt Spannung und Unlust; der Drang bezeichnet die Kraft beziehungsweise Arbeitsanforderung. Ziel ist Spannungsaufhebung und Lust. Das Objekt ermöglicht die Befriedigung, ist variabel und kann auch zum eigenen Körper gehören.
Primärvorgang / Lustprinzip: Energie strömt ungehindert und soll unmittelbar abgeführt werden. Befriedigung wird nicht aufgeschoben; das unbewusste Denken berücksichtigt weder Alltagslogik noch Realität, etwa im Traum.
Sekundärvorgang / Realitätsprinzip: Energie wird gebunden. Bewusstes Denken berücksichtigt Logik und Realität; Befriedigung kann an die Umwelt angepasst und aufgeschoben, Spannung beziehungsweise Frustration ausgehalten werden.
Triebschicksale: Verkehrung ins Gegenteil, Wendung gegen die eigene Person, Verdrängung und Sublimierung.
Widerstand: Dem Trieb stehen beispielsweise Ekel, Angst, Scham und Schmerz entgegen. Das Verhältnis zwischen Widerstand und Partialtrieb beeinflusst die psychosexuelle Entwicklung.
(VL 2, Folien 30–34, 38–39, 41–45 und 48) Welche vier frühen Phasen der Ich- und Sexualentwicklung unterscheidet die Vorlesung, und was sind ihre zentralen Themen?
Oral – 1. Lebensjahr: Mundregion; Saugen, Lutschen und Einverleiben. Themen: Urvertrauen und Bindung; Selbst und Objekt sind noch nicht klar getrennt. Unterschieden werden vorambivalentes Saugen und oral-sadistisches Beißen beziehungsweise Einverleiben.
Anal – 2.–3. Lebensjahr: Analregion; Ausstoßen und Zurückhalten, Reinlichkeitserziehung. Themen: Triebkontrolle, Geben und Festhalten, Autonomie gegenüber Abhängigkeit, Trotzphase und Trennung von Selbst und Objekt.
Präödipal-genital / phallisch – 3.–4. Lebensjahr: Erkunden eigener und fremder Geschlechtsorgane, Doktorspiele und Masturbation. Thema: Ausbildung der Geschlechtsidentität.
Ödipal – 4.–6. Lebensjahr: Liebes- und feindselige Wünsche gegenüber den Eltern. Die Dyade öffnet sich zur Triade: Der Dritte wird bewusst wahrgenommen; Nähe, Rivalität, Ausgeschlossensein und Schuld werden bedeutsam. In dieser Phase entsteht das Über-Ich.
Details merken:
Vollständige Triade: Drei getrennt wahrgenommene Personen mit wechselseitigen, überwiegend positiven und mental repräsentierten Beziehungen; die Mutter entlässt das Kind aus der Dyade.
Positiver Ödipus nach Freud: Begehren des gegengeschlechtlichen Elternteils, Ambivalenz gegenüber dem gleichgeschlechtlichen. Beim negativen Ödipus ist diese Zuordnung umgekehrt.
(VL 2, Folie 22; PDF-Seite 6 – keine Foliennummer angegeben) Was bedeuten Fixierung, Regression und Libido?
Fixierung: Festhalten an Erfahrungen, Triebwünschen und Befriedigungsformen einer bestimmten Entwicklungsstufe der Libido oder an einer traumatischen Erfahrung.
Regression: Rückkehr der Libido auf eine frühere, bereits erreichte Entwicklungsstufe, beispielsweise im Traum oder als Symptom. Sie wird durch Fixierungen oder Konflikte auf einer späteren Stufe erleichtert.
Libido: psychische Energie beziehungsweise Kraft der primär sexuellen Triebe, die sich auf Personen, Vorstellungen oder Dinge richtet.
Erweiterter Libidobegriff: allgemeine Lebens- und Triebenergie, die Bindungen, Lieben, Kreativität, Träumen und Wünschen ermöglicht.
(VL 3, Folien 5–9 und 11) Wie definiert Freuds zweite Topik die drei Instanzen Ich, Es und Über-Ich?
Zweite Topik: Drei-Instanzen- beziehungsweise Strukturmodell aus Ich, Es und Über-Ich.
Ich: vertritt die Interessen der Gesamtpersönlichkeit, ist mit narzisstischer Libido besetzt und wesentlich aus körperlichen Empfindungen abgeleitet.
Es: Triebpol der Persönlichkeit und Reservoir der Libido.
Über-Ich: richtet und kritisiert. Es entsteht durch Verinnerlichung elterlicher Forderungen und Verbote.
Beziehungen: Die Instanzen sind nicht scharf getrennt. Auch das Ich und das Über-Ich haben unbewusste Anteile.
Die drei Gefahrenquellen des Ichs sind Außenwelt, Libido des Es und Strenge des Über-Ichs.
(VL 3, Folien 5–6 und 10–11) Was unterscheidet Freuds erste und zweite Topik?
Erste Topik: Unterscheidung zwischen Bewusstem, Vorbewusstem und Unbewusstem.
Zweite Topik: Unterscheidung zwischen Ich, Es und Über-Ich. Auch die verdrängende Instanz Ich wird dem Unbewussten zugerechnet.
Abwehr: richtet sich in der zweiten Topik gegen den Triebpol Es; unbewusste Vorgänge gibt es zugleich im Ich und Über-Ich.
Ziel der Analyse: In der ersten Topik soll Unbewusstes bewusst werden. In der zweiten lautet die Formulierung: „Wo Es war, soll Ich werden.“
(VL 3, Folien 15–23) Welchen Gegensatz beschreibt Freuds zweite Triebtheorie, und wie sind Lebens- und Todestrieb definiert?
Grundthema: Zusammen- und Gegeneinanderwirken von Lebenstrieb (Eros) und Todestrieb.
Lebenstrieb: umfasst Sexual-, Selbsterhaltungs- und Ichtriebe. Er wirkt aufbauend und bindend und verbindet Elemente zu größeren Einheiten.
Todestrieb: strebt nach vollständiger Spannungsaufhebung und einem anorganischen Zustand. Er wirkt auflösend, entstrukturierend und entbindend.
Triebmischung: Beide Triebe sind normalerweise gemischt. Seelische Konflikte entstehen zwischen libidinösen und destruktiven Impulsen.
Triebentmischung: Kann die libidinöse Komponente Destruktivität nicht ausreichend binden, wird diese als Aggressions- und Destruktionsneigung frei.
Nach Freud versucht die Libido, den destruktiven Trieb über die Muskulatur nach außen gegen Objekte abzuleiten → Erklärung der Aggressionsentstehung.
(VL 3, Folien 47–49) Welche vier möglichen Erklärungen nennt Nasio für die Wiederholung traumatischer Erfahrungen beziehungsweise das Wirken des Todestriebes?
Symbolische Erklärung: Das Trauma blieb außerhalb der Symbolisierung. Die aufgeladene Spannung sucht eine Repräsentation; das Symptom wiederholt sich als Appell, benannt und psychisch repräsentiert zu werden.
Ökonomische Erklärung: Das Symptom dient als Entlastungsventil.
Klinische Erklärung: Während der Traumatisierung fehlten meist Zeit und Möglichkeit, Angst als Schutz zu entwickeln. In der Wiederholung wird eine ähnliche Gefahr hergestellt, diesmal mit Angst: Schreckliches soll in Ängstigendes umgewandelt werden.
Genetische Erklärung: Es besteht eine Fixierung an das traumatische Erlebnis. Das Subjekt kennt keine andere Befriedigungsform als die durch die Traumatisierung erfahrene brutale Form – auf der Folie als traumatisches Genießen bezeichnet.
(VL 3, Folien 27 und 37) Was bedeuten Objektalisierung und Desobjektalisierung nach André Green?
Objektalisierung: Libidinöse Besetzung schafft Beziehungen zu inneren und äußeren Objekten; sie kann auch psychische Aktivitäten betreffen. Zuordnung: Lebenstrieb.
Desobjektalisierung: Abzug libidinöser Besetzung schafft Beziehungen zu inneren oder äußeren Objekten ab. Der Angriff kann auch die Beziehung zum eigenen Ich betreffen. Zuordnung: Todestrieb.
Darstellung auf Folie 37: Objektalisierung wird mit Bedürfnisbefriedigung und Liebe zu Selbst und Umwelt verbunden; Desobjektalisierung mit Destruktion der Bedürfnisse sowie von Selbst und Umwelt.
(VL 4, Folien 11, 14–18, 21 und 25–28) Was sind die zentralen Annahmen der Ichpsychologie bei Anna Freud und Heinz Hartmann?
Anna Freud: Im Mittelpunkt stehen Ich-Reifung, Anpassung an die Umwelt und Abwehrmechanismen; therapeutisch die Ich-Stärkung. Übermäßige Abwehr kann das Ich verarmen lassen und die Realitätswahrnehmung verzerren.
Triebabwehr aus Über-Ich-Angst: Der Triebwunsch wird wegen innerer Verbote bedrohlich; das Ich fürchtet das Über-Ich.
Triebabwehr aus Realangst: Das Kind fürchtet Verbote, Strafen und Bedrohungen durch die Außenwelt.
Triebabwehr aus Angst vor der Triebstärke: Das Ich fürchtet Überwältigung oder Vernichtung durch die Triebe.
Heinz Hartmann: Ich-Funktionen sind angeborene Potenziale, die sich in einer „konfliktfreien Sphäre“ entfalten können. Drei Kategorien: Anpassung, Realitätsprüfung und Abwehr.
Anpassung: Gegenseitige Regulation zwischen Organismus und Umwelt. Autoplastisch: das Selbst verändern. Alloplastisch: die Umwelt beeinflussen.
Anna Freud nimmt ein von der Ich-Reife abhängiges, späteres Auftreten des Über-Ichs an.
Hartmann betont die durchschnittlich erwartbare Umwelt und die Bedeutung mütterlichen Verhaltens.
(Zusatzdatei „Prüfungsrelevante Abwehrmechanismen“, Folien 2–8; VL 4, Folien 30 und 39) Welche elf Ich-Abwehrmechanismen sind prüfungsrelevant, und was bedeuten sie?
Verdrängung: Inhalte, die unangenehme Gefühle hervorrufen, werden aus dem Bewusstsein beziehungsweise vom Wiedererinnern ausgeschlossen.
Wendung gegen das Selbst: Aggression richtet sich gegen die eigene Person, etwa als Selbstbestrafung; das zwischenmenschliche Feld bleibt aggressionsfrei.
Ungeschehenmachen: Verbotenes Geschehen soll durch eine symbolische Gegenhandlung oder ein Ritual entkräftet werden, obwohl dieses faktisch unwirksam ist.
Reaktionsbildung: Gefühle werden durch gegenteilige Gefühle niedergehalten.
Rationalisierung: Es werden nur vernünftige Motive berücksichtigt; gefühlshafte Handlungsmotive bleiben ausgeblendet.
Verleugnung: Etwas wird wahrgenommen, aber seine Bedeutung beziehungsweise sein affektiver Stellenwert wird nicht anerkannt.
Identifizierung mit dem Aggressor: Verhalten oder Eigenschaften des Angreifers werden übernommen; dadurch werden Ohnmacht und Schwächegefühle gemildert.
Spaltung: Gute und böse Anteile bleiben getrennt; Ambivalenz wird nicht toleriert und integriert.
Somatisierung: Nicht symbolisierbare Affekte beziehungsweise konflikthafte oder traumatische affektive Komplexe werden ins Körperliche verlagert.
Projektion: Eigene psychische Inhalte, etwa Gefühle, Impulse oder Bewertungen, werden anderen zugeschrieben.
Projektive Identifizierung: Durch Projektion und unbewusste zwischenmenschliche Beeinflussung wird der Andere dazu gebracht, sich entsprechend den eigenen Erwartungen zu verhalten.
Ich-Abwehr läuft unbewusst ab und entlastet von unangenehmen Affekten. Bewusste Copingmechanismen sind davon zu unterscheiden.
(VL 4, Folien 46–48; PDF-Seiten 49–50 – keine Foliennummern angegeben) Was bedeutet Widerstand in der psychoanalytischen Behandlung?
Definition: Widerstand bezeichnet Vorgänge, die sich dem Zugang zum Unbewussten und der Bewusstmachung entgegenstellen.
Unbewusst: Er weist auf bestimmte Abwehrmechanismen hin.
Übertragung: Widerstand kann sich gegen das Anerkennen, Erinnern und Verstehen richten, wie Vergangenes in der Gegenwart wirksam ist.
Mögliche Erscheinungsformen: Vermeiden bedrohlicher Themen, Abschweifen, Themenwechsel, Schweigen, fehlende Erinnerung oder sachliches Sprechen ohne Affektausdruck.
Weitere Erscheinungsformen: Vergessene beziehungsweise versäumte Stunden, regelmäßiges Zuspätkommen oder verzögerte Bezahlung.
(VL 4, Folien 53–55 und 57–58) Was sind die Grundlagen der Selbstpsychologie nach Heinz Kohut?
Zentraler Gedanke: Kohut stellt die Entwicklung eines zusammenhängenden Selbst in den Mittelpunkt und rückt vom Vorrang der Triebe ab.
Selbstkohärenz: Fähigkeit, eine schlüssige, integrierte Vorstellung von sich selbst zu bilden.
Selbstobjekt: Ein anderer Mensch wird vorrangig als jemand erlebt, der die eigene Selbstkohärenz aufrechterhält.
Empathie und Spiegelung: Die empathische Zuwendung und Spiegelung durch Bezugspersonen fördern das Selbstbewusstsein. Positive Selbstobjekterfahrungen unterstützen ein stabiles Selbstwertgefühl.
Fragmentierung: Das Selbst zerfällt im Erleben in unverbundene Teile. Empathische Beziehungsbrüche können Desintegrationsängste auslösen; verminderte Kohärenz kann sich etwa in narzisstischer Wut zeigen.
Mangel an positiven Selbstobjekterfahrungen: Das Selbstwertgefühl bleibt instabil; bestätigende Selbstobjekte werden ständig benötigt.
Größenselbst und idealisierte Elternimago können kompensatorisch der Abwehr von Auflösungsgefühlen dienen.
(VL 4, Folien 54–55 und 57–58; PDF-Seite 56 – keine Foliennummer angegeben) Wie entsteht und zeigt sich ein gesundes Selbst nach Kohut?
Grundlage: Empathische Bezugspersonen und positive Selbstobjekterfahrungen unterstützen Selbstkohärenz, Harmonie, Vitalität und stabiles Selbstwertgefühl.
Entwicklung: Anfangs unterscheidet das Kind Mutter und Selbst noch nicht. Normale Unvollkommenheiten elterlicher Empathie fördern laut Schaubild psychische Selbstständigkeit und Wachstum.
Integration des Größenselbst: Daraus entwickeln sich Selbstwert, Anspruch auf Leben und Erfolg, Ehrgeiz und eine gesunde Wertschätzung des Körpers.
Integration der idealisierten Elternimago: Daraus entwickeln sich Ideale, Ziele, Lebenssinn, gesunde Beziehungen und Empathie.
Gesundes Selbst: Beide Entwicklungslinien werden erfolgreich integriert.
(VL 5, PDF-Seiten 5–6 – keine Foliennummern angegeben) Was versteht Freud unter einem Objekt, und wie entwickelt sich die Objektwahl?
Triebobjekt: Der Trieb sucht Befriedigung; das Objekt ist dabei das variable und austauschbare Element; es kann ein äußerer Gegenstand oder ein Teil des eigenen Körpers sein.
Frühe Kindheit: Partialtriebe richten sich auf Partialobjekte.
Ödipal-genitale Phase: Erste Integration; die Eltern werden zu Objekten.
Ab Pubertät: Eine reife Objektwahl in Form einer Partnerin oder eines Partners wird möglich.
Unterscheidung: Freud unterscheidet Triebobjekt und Liebesobjekt und betrachtet Objekte überwiegend aus der Perspektive des Subjekts.
(VL 5, PDF-Seiten 13–16, 26 und 33 – keine Foliennummern angegeben) Was sind innere Objekte nach Melanie Klein, und welche Bedeutung haben sie?
Entstehung: Innere Objekte entstehen aus realen Beziehungserfahrungen und unbewussten Phantasien über frühe Bezugspersonen. Sie entsprechen der äußeren Realität nicht unbedingt eins zu eins.
Bedeutung: Bereits der Säugling ist auf Objekte bezogen. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung prägt die Persönlichkeitsentwicklung.
Gute und böse Objekte: „Gut“ bedeutet anwesend und befriedigend, „böse“ bedeutet abwesend und versagend.
Innere Welt: Der Wechsel zwischen Projektion und Introjektion baut die psychische Innenwelt auf; anfangs fehlt eine klare Grenze zwischen Selbst und Objekten.
Fortbestehen: Innere Objekte führen eine Art Eigenleben und können die realen Elternfiguren überleben. Frühe Objektbeziehungsmuster wirken über das Leben hinweg fort.
Klein nimmt eine frühe Triangulierung beziehungsweise einen frühen Ödipus im ersten Lebensjahr an.
(VL 5, Folien 19 und 31; PDF-Seiten 20–21, 23, 28–30 und 32 – dort keine Foliennummern angegeben) Was bedeuten die sechs zentralen Konzepte zu Kleins innerer Objektwelt?
Spaltung: Gute und böse Anteile werden getrennt gehalten.
Projektion: Abgelehnte eigene Gefühle, Wünsche oder innere Objekte werden nach außen verlagert und im Anderen lokalisiert. Dies schützt die guten inneren Objekte.
Projektive Identifizierung: Projizierte Anteile werden in einen Anderen verlagert; dieser identifiziert sich unbewusst damit und handelt entsprechend.
Introjektion: Objekte und ihre positiven Eigenschaften werden in der Phantasie von außen nach innen aufgenommen. Sie gilt als Vorstufe der Identifizierung.
Paranoid-schizoide Position: Gute und böse Objekte bleiben gespalten; äußere Objekte erscheinen entweder ideal und positiv oder verfolgend und gefährlich.
Depressive Position: Gute und böse Selbst- und Objektrepräsentanzen werden integriert. Das Kind erkennt eigene feindselige Impulse und deren mögliche Schädigung guter Beziehungen; Schuldgefühle und eine depressive Reaktion entstehen.
Beide Positionen sind Entwicklungsphasen und lebenslang verfügbare Reaktionsmuster. In Krisen kann die paranoid-schizoide Position erneut aktiviert werden.
(VL 5, PDF-Seiten 38–39, 41–43 und 47–48 – keine Foliennummern angegeben) Was sind Übergangsobjekte und Übergangsraum nach Winnicott?
Übergangsobjekte: Konkrete Gegenstände wie Teddy oder Schmusedecke, die zugleich innere und äußere Bedeutung besitzen: Sie gehören zum „Ich“ und zum „Nicht-Ich“.
Funktion: Sie trösten bei ersten Trennungen, beruhigen und unterstützen die Separation von frühen Bezugspersonen.
Übergangsraum: Psychischer Zwischenraum zwischen innerer Welt mit Phantasien und Wünschen und äußerer Realität.
Spiel und Entwicklung: Hier lernt das Kind, spielerisch mit Belastungen umzugehen. Der Umgang mit Übergangsobjekten unterstützt Kreativität und Mentalisierungsfähigkeit.
Voraussetzung: Eine zuverlässige, sichere Beziehung. Die „good enough mother“ reagiert feinfühlig und ermöglicht Frustration in erträglicher Dosierung.
Kinder wissen, dass sie spielen, und erleben das Spiel gleichzeitig als wirklich. Wird daraus traumatisierende Realität, muss das Spiel abgebrochen werden.
(VL 5, Folien 54–55; PDF-Seiten 50–53 und 56 – dort keine Foliennummern angegeben) Wie verbindet Otto Kernberg Triebtheorie und Objektbeziehungstheorie?
Objekt: der bedeutsame Andere, insbesondere wichtige Elternfiguren.
Verinnerlichung: Das Kind internalisiert Beziehungen und Interaktionen zwischen Selbst und Anderem. Diese umfassen reale und phantasierte Erfahrungen.
Affekte als Verbindung: Verinnerlichte Beziehungserfahrungen sind mit Affekten verbunden und werden zu unbewussten Handlungsmotiven.
Triebtheoretischer Anteil: Affekte gelten als Triebabkömmlinge; Affekte und Phantasien werden durch Themen der Triebentwicklung mitbestimmt.
Integration und Spaltung: Konstitutionell starke Aggression, Wut oder Libido können die Integration von Selbst- und Objektbildern behindern und Spaltung aufrechterhalten.
(VL 6, Folien 5–10, 14–16, 18, 20–21 und 32) Was sind die Grundlagen der Bindung und ihrer Entwicklung vor und nach der Geburt?
Bindung: Gefühl des Zueinandergehörens mit Sicherheit und Geborgenheit. Sichere Nähe ermöglicht das Erkunden der Umwelt; bei Alarm und emotionalem Stress wird Bindungsverhalten aktiviert.
Vor der Schwangerschaft: Kinderwunsch, eigene Beziehungserfahrungen, Phantasien, Lebenspläne und Identifikationen mit den eigenen Eltern prägen die Beziehung zum erwarteten Kind.
Schwangerschaft: Zunächst überwiegend phantasierte Beziehung; mit Kindsbewegungen wird sie konkreter. Im dritten Trimenon wird das Kind zunehmend als Individuum mit eigenen Rhythmen erlebt.
Psychodynamik: Einheit → Separation → Vorbereitung auf die Geburt. Nach der Geburt ist das Kind körperlich getrennt; psychische Symbiose und frühe Triangulierung bestehen.
Pränatale Zeit: Laut Folien verarbeitet der Fötus ab etwa der 25. Schwangerschaftswoche sensorische Reize auf kortikaler Ebene und unterscheidet in der 34. Woche komplexe äußere Geräusche. Erfahrungen hinterlassen vermutlich prägende, nicht direkt abrufbare Spuren im affektiven Gedächtnis.
Säuglingsalter: Alle fünf Sinne und soziale Signale ermöglichen Kontakt. Stillen, Tragen, Halten und Berührung vermitteln Nähe. Entscheidend ist die Beziehungsqualität; Bindungen zu mehreren Personen sind möglich.
(VL 6, Folien 50–53) Was bedeutet „Protective Shield“, und welche Funktion erfüllt es?
Definition: Die grundlegende, ausreichende Versorgung durch Eltern bildet einen Schutzschild gegen schädigende Einflüsse und vermittelt innere Sicherheit.
Schutzfunktion: Es unterstützt die psychophysische Entwicklung und schützt auch vor den unbewussten Hass- und Liebesgefühlen der Eltern.
Affektintegration: Eine angemessene Dosierung von Bedürfnisbefriedigung und Entsagung ermöglicht die Integration von Affekten.
Ich-Entwicklung: Stabile Ich-Funktionen entstehen, die zwischen inneren Ansprüchen und Umweltanforderungen vermitteln.
Urvertrauen: Ein funktionierender Schutzschild fördert Wohlbefinden und Omnipotenzgefühle. Wiederkehrende Bruchstellen können mit kumulativen Traumata zusammenhängen.
(VL 6, Folien 33–38) Welche vier Entwicklungsphasen der Bindung unterscheidet Bowlby?
Vorbindungsphase – 0–6 Wochen: Keine Aufregung, wenn das Baby mit einer unbekannten Person allein gelassen wird.
Entstehungsphase – ab 6–8 Wochen bis etwa zum 6./7. Monat: Unterschiedliche Reaktionen auf bekannte und unbekannte Personen; Belastungszeichen beim Alleinsein mit einer unbekannten Person.
Eindeutige Bindungsphase – 8–24 Monate: Trennungsangst; die Bezugsperson vermittelt Sicherheit und dient als sichere Basis für Exploration.
Phase gegenseitiger Beziehungen – ab 24 Monaten: Größere Mobilität; das Kind verbringt auch Zeit ohne Bezugsperson.
Zwischen dem 7. und 9. Monat setzt eine dauerhafte emotionale Beziehung ein; typische Zeichen sind Nähesuchen, Trennungsschmerz und Wiedersehensfreude.
Internes Arbeitsmodell: Verinnerlichte Bindungserfahrungen lenken spätere Interaktionen. Laut Folie beginnt der Aufbau innerer Repräsentanzen nach dem 7. Monat.
(VL 6, Folien 40–44) Welche vier Bindungstypen gibt es, und wie zeigen sie sich in der „Fremden Situation“?
Typ A – unsicher-vermeidend: Mit der Bezugsperson gleichgültig; bei Trennung äußerlich keine deutlichen Belastungszeichen, Trost durch die fremde Person möglich. Bei Rückkehr der Bezugsperson Abwendung.
Typ B – sicher gebunden: Spielt zufrieden und reagiert positiv auf die fremde Person. Bei Trennung mäßige Belastung; bei Rückkehr rasch tröstbar, anschließend erneutes Spielen.
Typ C – unsicher-ambivalent: Anhänglich und ängstlich; starke Belastung bei Trennung. Bei Rückkehr Nähesuche, zugleich Ärger und fehlende Beruhigung.
Typ D – desorganisiert/desorientiert: Widersprüchliche Verhaltensmuster, etwa intensive Nähesuche und intensive Ablehnung, Hinlaufen und Weglaufen.
Wenig sichtbare Belastung bedeutet nicht wenig körperlichen Stress: Für Typ A und D nennt die Vorlesung erhöhte Cortisolwerte und Herzfrequenz.
(VL 6, Folien 53, 55–56 und 58–62) Welche häufigen Ursachen und belastenden Bedingungen für Bindungsstörungen nennt die Vorlesung?
Psychische Erkrankungen wichtiger Bezugspersonen, insbesondere Depressionen von Mutter, Vater oder anderen Bezugspersonen.
Emotionale Vernachlässigung, die zu kumulativer Traumatisierung führen kann.
Körperliche und psychische Misshandlung.
Wiederkehrende Brüche im elterlichen Schutzschild, wodurch verlässlicher Schutz und innere Sicherheit fehlen.
Beziehungsfeindliche Erziehungspraktiken: Trennung von Mutter und Kind, Verweigern von Trost und Körperkontakt sowie kontrollierender statt zugewandter Umgang; dargestellt anhand historischer Erziehungsratgeber.
Laut Folie 55 beeinflussen elterliche psychiatrische Erkrankungen, Misshandlung und Vernachlässigung die Bindung stärker als die dort genannten biologischen Beeinträchtigungen des Kindes.
(VL 7, Folien 5–7 und 9; PDF-Seite 8 – keine Foliennummer angegeben) Was bedeutet Mentalisierung nach Fonagy, und wie entwickelt sie sich?
Mentalisierung: Eigenes und fremdes Verhalten anhand innerer Zustände verstehen, etwa Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche, Überzeugungen und Absichten.
Innen und Außen: Gedanken und Gefühle in sich selbst und anderen wahrnehmen und ihre Verbindung zur äußeren Realität erkennen.
Entwicklung: Diese Fähigkeit entsteht allmählich in den ersten Lebensjahren. Zentral sind frühe Beziehungen und sichere Bindung.
Primäre Repräsentation: Unmittelbares Erleben von Sinneseindrücken, körperlichen Zuständen und Affekten.
Sekundäre Repräsentation: Durch die Reaktionen einer Bezugsperson werden diese Erfahrungen psychisch dargestellt und erhalten Bedeutung. Das Kind kann sie zunehmend verstehen, aushalten und regulieren.
(VL 7, Folien 23–28) Wie erklärt die Theorie des sozialen Feedbacks die Entwicklung durch Affektspiegelung?
Ausgangspunkt: Das Baby erlebt seine Gefühle zunächst undifferenziert und unreflektiert.
Affektspiegelung: Die Bezugsperson antwortet mit Mimik und Stimme auf den Gefühlszustand des Kindes.
Kongruenz: Die Antwort entspricht dem Affekt des Kindes.
Markierung: Die Antwort ist übertrieben beziehungsweise deutlich akzentuiert. Dadurch wird der Affekt als Darstellung erkennbar; es entsteht eine Differenzerfahrung.
Verknüpfung: Das Kind verbindet den gespiegelten Ausdruck mit seinem eigenen Gefühl. Es entsteht eine sekundäre mentale Repräsentanz.
Ergebnis: Gefühle werden erkennbar und regulierbar; ein aktives Selbst und das Erkennen eigener Urheberschaft entwickeln sich.
(VL 7, Folien 32–35 und 37) Was unterscheidet psychische Äquivalenz, Als-ob-Modus und reflexiven Modus?
Psychische Äquivalenz: Innere Zustände werden mit äußerer Realität gleichgesetzt. Gedanken, Gefühle und Phantasien können nicht sicher von äußeren Ereignissen unterschieden werden.
Als-ob-Modus: Innere und äußere Welt werden getrennt erlebt. Das Kind kann seine inneren Zustände im Spiel darstellen, ohne zu befürchten, dass das Spiel real wird; die Realität wird dabei vorübergehend aufgehoben.
Reflexiver Modus: Äquivalenz- und Als-ob-Modus werden zur vollen Mentalisierungsfähigkeit integriert. Innere und äußere Realität können unterschieden und miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Entwicklungsbedingung: Sichere Bindung und konstante Objektbeziehungen unterstützen diese Integration. Laut Folie wird volle Mentalisierungsfähigkeit mit sechs bis sieben Jahren erreicht.
Die frühen Modi bleiben lebenslang verfügbar und können bei Belastungen, Krisen und auch in der Kreativität hervortreten.
(VL 7, Folien 39–41; PDF-Seite 42 – keine Foliennummer angegeben) Was ist die Theory of Mind, und was untersucht der False-Belief-Test?
Theory of Mind: Auf mentale Zustände anderer Menschen schließen und diese von den eigenen Gedanken unterscheiden können.
Entwicklung: Das Verstehen fremden Bewusstseins wird laut Vorlesung ungefähr ab dem vierten Lebensjahr möglich; es bestehen individuelle und kulturelle Unterschiede.
False-Belief-Test: Prüft, ob ein Kind versteht, dass andere Menschen Überzeugungen haben können, die es selbst als falsch erkennt.
Dargestellte Aufgabe: Sally legt einen Ball in ihren Korb und geht fort. Ann legt ihn währenddessen in eine Schachtel. Gefragt wird, wo Sally bei ihrer Rückkehr suchen wird.
Prüfungskern: Die Perspektive und der Wissensstand der anderen Person müssen vom eigenen Wissen über den tatsächlichen Aufenthaltsort getrennt werden.
(VL 7, Folien 45–50; PDF-Seite 44 – keine Foliennummer angegeben) Welche zentralen Ursachen für Störungen der Mentalisierungsfähigkeit nennt die Vorlesung?
Fehlende oder verzerrte Affektspiegelung: Innere Erfahrungen werden nicht ausreichend oder unzutreffend psychisch repräsentiert.
Kongruente Spiegelung ohne Markierung: Der gespiegelte Affekt überwältigt das Kind; sekundäre Repräsentanzen und die Abgrenzung zwischen Selbst und Anderem werden nicht ausgebildet.
Markierte, aber nicht kongruente Spiegelung: Es entstehen verzerrte Affektrepräsentationen. Das Selbstbild orientiert sich an den Affekten der Bezugsperson → fremdes Selbst.
Frühe Traumatisierung: Gedanken und Gefühle werden als zu real und bedrohlich erlebt, um mit ihnen spielen zu können. Die Integration von Äquivalenz- und Als-ob-Modus wird beeinträchtigt.
Traumatisierung durch Bindungspersonen: Wird als besonders schwerwiegend beschrieben.
Krisen und Belastungen: Können eine bereits entwickelte Mentalisierungsfähigkeit vorübergehend einschränken → Regression.
Eine gut entwickelte Mentalisierungsfähigkeit wirkt als Schutzfaktor beziehungsweise Grundlage von Resilienz.
(VL 9, Folie 12) Was unterscheidet primären und sekundären Narzissmus bei Freud?
Primärer Narzissmus: Das Kind nimmt sich selbst als Liebesobjekt und erlebt sich als Zentrum der Welt, bevor es sich äußeren Objekten zuwendet.
Sekundärer Narzissmus: Nach der Hinwendung zu äußeren Objekten erfolgt ein Rückzug auf das eigene Ich unter Einbeziehung der Objektbesetzungen.
Entscheidender Unterschied: Primär besteht die Selbstbezogenheit vor, sekundär nach der Hinwendung zu äußeren Objekten.
Beispiele der Folie: Rückzug bei körperlicher Erkrankung oder zur Schlaferholung.
(VL 9, Folien 15, 18, 23 und 25–26) Was versteht Grunberger unter primärem beziehungsweise „reinem“ Narzissmus?
Grundidee: Spur eines pränatalen Zustands vollkommener Harmonie und Ganzheit, auf der Folie als harmonische „Coenaesthesie“ bezeichnet.
Vier Erlebnisqualitäten: Ewigkeit durch kontinuierliche Ernährung; Seligkeit durch fehlende Enttäuschung; Allmacht durch Zellvermehrung; Göttlichkeit durch das Fehlen des Wünschens.
Nach der Geburt: Geburt und wiederholte Enttäuschungen beschädigen diesen Zustand. Abhängigkeit von der Mutter bedeutet eine narzisstische Wunde.
Reine narzisstische Liebe: Das Ideal wird im eigenen Selbst gesucht. Auch ein äußeres Objekt bleibt dabei Projektion des narzisstischen Selbst.
Grunberger bezeichnet den durch Abhängigkeit und Kränkung veränderten Zustand als „entstellten“ beziehungsweise sekundären Narzissmus. Diese Formulierung gehört zu seinem Konzept.
(VL 9, Folien 19 und 34–35; PDF-Seite 33 – keine Foliennummer angegeben) Wie entstehen Ichideal und Über-Ich, und worin unterscheiden sie sich?
Ichideal: Erbe des primären Narzissmus. Der kindliche Wunsch nach Vollkommenheit wird in einer innerpsychischen Idealinstanz fortgeführt.
Entstehungsweg im Schaubild: Primärer Narzissmus → Projektion auf idealisierte Elternobjekte → Introjektion → Ichideal.
Über-Ich: Erbe des Ödipuskomplexes; es schützt vor dem Inzest. Die Folien stellen seinem triebhaften Ursprung den narzisstischen Ursprung des Ichideals gegenüber. Elterliche Forderungen und Verbote werden verinnerlicht; daraus entsteht eine richtende und kritisierende Instanz. VL 9 bezeichnet sie als Erbe des Ödipuskomplexes.
Unterschiedliche Ausrichtung: Das Ichideal drängt nach den dargestellten Thesen zur inzestuösen Fusion und verlorenen Allmacht; das Über-Ich setzt das Inzestverbot dagegen.
Zugeordnete Gefühle: Spannung zwischen Ichideal und Ich → Scham; Spannung zwischen Über-Ich und Ich → Schuld.
(VL 9, Folien 21 und 40–43; PDF-Seite 41 ohne Foliennummer) Was sind die Grundlagen von Kohuts Narzissmuskonzept?
Narzissmus: Libidinöse Besetzung des Selbst.
Gesunde Entwicklung: Empathische Eltern unterstützen die Integration von Größenselbst und idealisierter Elternimago. Daraus entwickeln sich unter anderem Selbstwert, Ehrgeiz, Ideale, Ziele und gesunde Beziehungen.
Misslungene Integration: Fixierung am archaischen Größenselbst kann mit einem Wechsel zwischen Größenideen und Minderwertigkeitsgefühlen einhergehen; Fixierung an der idealisierten Elternimago mit Abhängigkeit von Autoritätspersonen oder Suchtstoffen.
Fragmentierung: Eigene Erfahrungen können nicht ausreichend in die Selbststruktur integriert werden; Selbstzusammenhalt und innere Balance nehmen ab.
Bedeutung der Empathie: Sich nicht empathisch verstanden zu fühlen, kann Fragmentierung auslösen. Eine empathische therapeutische Antwort wirkt als Selbstobjekterfahrung dagegen.
Kohut nennt auch positives narzisstisches Potenzial: Kreativität, Empathie, Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit, Humor und Weisheit.
(VL 10, Folien 11–17) Welche Hauptsymptomatik beschreibt die Vorlesung für die Borderline-Persönlichkeitsstörung im ICD-10-Abschnitt?
Nähe-Distanz-Problematik: Angst vor Verschlungenwerden durch Nähe steht der Angst vor Alleinsein und Verlassenwerden gegenüber.
Affekte: Starke Angst, Wut, innere Leere, Depressivität, Schuld, Ohnmacht und Verzweiflung; schnelle Stimmungswechsel und überwältigende Spannungszustände.
Beziehungen und Selbstbild: Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung, häufig wechselnde Kontakte sowie Unsicherheit und Identitätslosigkeit.
Impulsives und selbstschädigendes Verhalten: Wutausbrüche, Selbstverletzungen, Suizidversuche und riskantes Verhalten; Spannungsabbau oder Betäubung durch Suchtmittel.
Psychosenahe und dissoziative Symptome: Paranoide Vorstellungen, magisches Denken oder Halluzinationen; unter extremer Belastung etwa Depersonalisation, Derealisation und Amnesien.
Weitere Beschwerden: Psychosomatische Beschwerden, Essstörungen und Substanzmissbrauch beziehungsweise Sucht.
(VL 10, Folien 20 und 23–26) Welche ätiologischen Hauptkonzepte erklären die Borderline-Persönlichkeitsstörung?
Objektbeziehungstheorie nach Kernberg: Gute und böse Selbst- und Objektbilder bleiben gespalten. Konstitutionell starke Aggression, Wut oder Libido behindern ihre Integration.
Psychotraumatologisches Modell: Traumatische Erfahrungen, etwa Vernachlässigung oder Missbrauch, tragen zur Entstehung bei. Symptome werden als Bewältigungsversuche traumatischer Erfahrungen verstanden.
Destruktive innere Objekte: Traumatisierende Beziehungserfahrungen werden verinnerlicht. Belastende Anteile werden über projektive Identifizierung nach außen verlagert, wodurch vorübergehend Sicherheit im Selbst entsteht.
Verlust des Projektionsobjekts: Die Rückkehr feindseliger Anteile ins Selbst kann panische Angst und Desorganisation auslösen; das Modell erklärt damit eine starke Abhängigkeit vom äußeren Objekt.
Zusammenspiel: Genetische beziehungsweise konstitutionelle Faktoren, Traumatisierung und gestörte Selbst-Objekt-Integration wirken zusammen. Traumatisierung ist nicht als alleiniger Risikofaktor belegt.
Das zusammenfassende Modell verbindet Angst vor Nähe und Verlassenheit mit instabilen Beziehungen sowie Spaltung, Projektion und projektiver Identifizierung.
(VL 10, Folien 40–41, 44 und 46–48) Welche vier Ziele und zentralen Interventionstechniken hat die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP)?
Ziel 1 – Objektbeziehungen identifizieren: Die in der Übertragung auftretenden Beziehungen und Rollen erkennen und benennen.
Ziel 2 – Rollenwechsel deuten: Wechsel zwischen Rollen beziehungsweise Rollenpaaren verständlich machen.
Ziel 3 – Verbindungen deuten: Zusammenhänge zwischen Objektbeziehungsdyaden erkennen, die der gegenseitigen Abwehr dienen.
Ziel 4 – Integration: Abgespaltene Teilobjekte, beispielsweise gute und böse Anteile, zusammenführen.
Klärung: Die subjektive Wahrnehmung der Patientin oder des Patienten genau erfragen.
Konfrontation: Widersprüche und Konflikte taktvoll aufzeigen, auch zwischen verbalen Aussagen, nonverbalem Verhalten und Gegenübertragung.
Deutung im Hier und Jetzt: Unbewusst wirksame Objektbeziehungen vor allem in der therapeutischen Beziehung bewusst machen; klar und direkt formulieren.
Grundlage ist die Objektbeziehungstheorie. Schwierige verinnerlichte Beziehungen und abgespaltene Selbstanteile sollen eine reifere, integrierte und flexible Form annehmen.
(VL 11, Folien 6–11) Was unterscheidet Trauer und Melancholie nach Freud?
Trauer: Der Verlust wird bewusst erlebt. Die Welt erscheint arm und leer; die Libido wird allmählich vom verlorenen Objekt abgezogen.
Melancholie: Der Betroffene kann nicht bewusst erfassen, was er verloren hat. Das eigene Ich erscheint arm und leer.
Narzisstische Identifizierung: Bei Melancholie wird das verlorene Objekt in der Phantasie ins Ich aufgenommen. Objektverlust wird zum Ichverlust.
Wendung des Hasses: Hass, der ursprünglich dem Objekt gilt, richtet sich durch diese Identifizierung gegen das eigene Ich.
Gemeinsamkeit: Sowohl Trauer als auch Melancholie gehen mit Hemmung und Interesselosigkeit einher.
(VL 11, Folien 18 und 21–22) Was bedeutet der Kindling-Effekt im klinischen Verlauf einer Depression?
Kindling: Fortschreitende Zunahme neuronaler Antworten auf eher schwache Stimulation.
Sinkende Auslöseschwelle: Im Verlauf reichen immer weniger gravierende Belastungen, um eine depressive Episode auszulösen.
Klinische Folge: Auslöser können kaum noch erkennbar sein; die Depression erscheint wie „aus heiterem Himmel“.
Bedeutung: Das Konzept erklärt die erhöhte Anfälligkeit für erneute depressive Episoden.
(VL 11, Folien 16–18, 23–24 und 42–45) Welche Bedeutung haben reale und psychische Verluste für die Entstehung einer Depression?
Realer Verlust: Tatsächlicher Verlust beziehungsweise Abwesenheit einer wichtigen Person kann depressive Prozesse auslösen.
Psychischer Verlust: Auch der Verlust von Liebe, Selbstwert oder innerer Verbundenheit ist bedeutsam. Eine körperlich anwesende, aber emotional abwesende Bezugsperson wird im Konzept der „toten Mutter“ beschrieben.
Psychischer Schmerz: Nach Nasio entsteht er durch den Zusammenbruch der unbewussten Phantasie über den Anderen.
Frühe Erfahrungen: Frühe Verlusterfahrungen können eine spätere Verletzlichkeit begünstigen; Belastungen können auch über transgenerationelle Weitergabe wirksam werden.
Depressiver Kreislauf: Drohender Verlust → intensive Versuche, die Beziehung zu erhalten → anhaltender Stress → Verstärkung depressiver Symptome und psychophysische Erschöpfung.
Die Folien unterscheiden den Verlust des Anderen, seiner Liebe, der Liebe zum eigenen Selbstbild und der körperlichen Integrität.
(VL 11, Folien 35–36) Was bedeutet die „traumatische Zange“?
Ausgangspunkt: Ein existenziell bedrohliches Ereignis löst Angst, Verzweiflung und Schmerz aus.
Beide Handlungsmöglichkeiten fehlen: Keine Fluchtmöglichkeit → Hilflosigkeit. Keine Kampfmöglichkeit → Ohnmacht.
Ausgeliefertsein: Daraus entstehen Erstarrung beziehungsweise Freeze und traumatisches Erleben.
Fragmentierung: Die Erfahrung zerfällt in Fragmente von Denken, Verhalten, Fühlen, Körperreaktionen und Beziehung.
Schutzfunktion: Fragmentierung und Betäubung waren ursprünglich Schutzreaktionen auf ein außergewöhnlich bedrohliches Ereignis. Die Folie hebt das Problem des stummen, nicht versprachlichten Erlebens hervor.
(VL 12, Folien 13–14, 16–17 und 24; PDF-Seiten 4, 6–10 – dort keine Foliennummern angegeben) Was bedeuten Vorfeld, szenisches Verstehen und ungewöhnliche Gesprächssituation im psychodynamischen Erstgespräch?
Vorfeld: Art, Gründe und Umstände der Anmeldung sowie Phantasien der therapeutischen Person vor dem ersten Kontakt.
Ungewöhnliche Gesprächssituation: Offene, zurückhaltende und nicht wertende Haltung. Die Patientin oder der Patient erhält Raum, die Beziehung mitzugestalten und der therapeutischen Person eine Rolle zuzuschreiben.
Szenisches Verstehen: In der aktuellen Begegnung werden frühere Beziehungsmuster unbewusst reinszeniert. Gefühle, Vorstellungen und körperliche Reaktionen beider Beteiligten liefern Hinweise darauf.
Zweck: Die Beziehungserfahrung dient der Entwicklung diagnostischer Hypothesen und der Indikationsstellung.
Rahmen: Genügend Zeit, eine behagliche und störungsfreie Atmosphäre sowie Klarheit über Dauer, Honorar und Erwartungen.
Befragung und Beziehung: Fakten müssen erhoben werden, ohne den Beziehungsprozess zu behindern. Strukturierende Fragen können ans Gesprächsende oder in ein zweites Gespräch gelegt werden.
(VL 12, Folien 21–23 und 28–29; PDF-Seiten 18, 25, 31–37 – dort keine Foliennummern angegeben) Was ist mit psychodynamischer Wahrnehmung im Erstinterview gemeint?
Grundfrage: Was geschieht unbewusst in dieser Gesprächssituation? Befragung und Verhaltensbeobachtung werden mit der Wahrnehmung von Übertragung und Gegenübertragung verbunden.
Übertragung: Frühere Beziehungserfahrungen, Wünsche, Erwartungen und Abwehr werden in der aktuellen Begegnung wirksam.
Gegenübertragung: Eigene Gefühle, Phantasien, körperliche Reaktionen und Handlungsimpulse der therapeutischen Person helfen, die unbewusste Beziehungsgestaltung zu verstehen.
Zwei Formen: Konkordant: Die therapeutische Person verspürt bei sich unbewusste Gefühle der Patient*innen, nach der Darstellung der Folien infolge projektiver Identifizierung. Komplementär: Gefühle und Impulse erleben, die zu deren früheren Bezugspersonen passen.
Aufmerksamkeitswechsel: Abwechselnd die Patientin oder den Patienten beobachten und das eigene Erleben wahrnehmen; auch Themenwechsel, Ausweichen und emotional bedeutsame Momente beachten.
Reflexion: Gegenübertragung von eigenen biographisch bedingten Reaktionen unterscheiden und unbewusstes Ausagieren vermeiden. Die Eindrücke werden zu einer psychodynamischen Hypothese, die durch eine Probedeutung thematisiert werden kann.
(VL 14, Folien 5–6, 13 und 15) Was ist eine psychoanalytische beziehungsweise psychodynamische Deutung und welches Ziel verfolgt sie?
Definition: Eine Mitteilung der therapeutischen Person, die den Aussagen der Patient*innen eine Bedeutung zumisst, die über deren bisheriges bewusstes Selbstverständnis hinausgeht.
Zugang zum Unbewussten: Deutungen erschließen unbewusste Bedeutungen von Gedanken und Verhalten. Sie berücksichtigen verbale und nonverbale Äußerungen.
Ziel: Eigene Motive besser verstehen und Symptome als Verarbeitungsformen aktueller oder früherer Beziehungserfahrungen erkennen.
Zeitpunkt: Die Deutung soll Material aufgreifen, das gerade ins Bewusstsein gelangen kann.
Therapeutischer Zusammenhang: „Heilung durch Einsicht und Beziehungserfahrung“.
(VL 14, Folien 18–19; PDF-Seite 27 – keine Foliennummer angegeben) Was bedeuten Übertragung und Gegenübertragung?
Übertragung: Patient*innen übertragen Gefühle und Einstellungen gegenüber früheren Bezugspersonen auf eine aktuelle Person, beispielsweise die therapeutische Person.
Inhalte der Übertragung: Dazu gehören auch unbewusste Wünsche, Vorstellungen und Fantasien. Übertragung bildet deshalb nicht ausschließlich tatsächlich erlebte Beziehungen ab. Sie kann positiv oder negativ sein.
Gegenübertragung: Die therapeutische Person reagiert auf die unbewussten Übertragungsgefühle mit eigenen Gefühlen, Fantasien und Handlungsimpulsen.
Konkordante Gegenübertragung: Die therapeutische Person verspürt bei sich unbewusste Gefühle der Patient*innen, nach der Darstellung der Folien infolge projektiver Identifizierung.
Komplementäre Gegenübertragung: Die therapeutische Person erlebt Gefühle und Handlungsimpulse entsprechend den übertragenen, verinnerlichten Elternbildern.
(VL 14, Folien 20 und 25; PDF-Seiten 28–30 – keine Foliennummern angegeben) Welche Bedeutung haben Übertragung und Gegenübertragung für die Deutung?
Übertragung macht Beziehungsmuster zugänglich: Wie Patient*innen die therapeutische Beziehung gestalten, gibt Hinweise auf unbewusste Objektbeziehungen.
Übertragungsdeutung: Sie erklärt, wie frühere Gefühle und Einstellungen unbewusst auf eine aktuelle Bezugsperson – insbesondere die therapeutische Person – übertragen werden.
Gegenübertragung als Erkenntnisinstrument: Das subjektive Erleben der therapeutischen Person kann helfen, unbewusste Fantasien, Konflikte und Beziehungsszenen der Patient*innen zu verstehen.
Zwei Zugänge: Einerseits logisches Eindenken und Einfühlen in das Berichtete; andererseits Offenheit für eigene auftauchende Fantasien, Bilder und Körpergefühle als Zugang zum unbewussten Erleben der Patient*innen.
Notwendige Selbstreflexion: Die therapeutische Person muss eigene neurotische Übertragungen, Einstellungen und Affekte erkennen. Sonst besteht die Gefahr, eine unbewusst zugewiesene Rolle schädlich auszuagieren (Enactment).
(VL 14, Folien 33–37) Welche Rolle spielen Körpergefühle der therapeutischen Person bei der Wahrnehmung und Verarbeitung der Gegenübertragung?
Körper als Resonanzraum: Präverbale Erfahrungen können sich in der Gegenübertragung durch Körpergefühle bemerkbar machen – neben Emotionen, Bildern und Assoziationen.
Felt Sense: Eine körperlich gefühlte, zunächst implizite Bedeutung, die noch nicht als kognitives Wissen oder in Worten vorliegt.
Aufmerksamkeit nach innen: Das Wahrnehmen dieser Körpergefühle kann einen Übergangsraum eröffnen. Der Felt Sense wird als Brücke zwischen Patient*in und therapeutischer Person beschrieben.
Symbolisierung: Für das zunächst wortlose Erleben werden vorsichtig Bilder und sprachliche Darstellungen gesucht. Diese können anfangs intuitiv, unzusammenhängend oder unlogisch erscheinen.
Felt Shift: Bei gelingender Symbolisierung fühlt sich die Patientin beziehungsweise der Patient tiefgehend, nahezu körperlich verstanden; eine Veränderung beginnt.
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