Geizig
Puritanisch
Zufällig
Kontingent
Beleidigen
Pejorieren
Behaupten
Postulieren
Nachgeben
Konzidieren
Überfordert
Kapazitiv überschritten
Nervös
Autonom dysreguliert
Erschöpft
Energetisch depletiert
Überlastet
Ressourcentechnisch überzogen
„wegen“, „trotz“, „aufgrund“, „angesichts“
Diese Präpositionen verlangen im gehobenen Standarddeutsch häufig den Genitiv.
❌ Wegen dem Fachkräftemangel ✅ Wegen des Fachkräftemangels
❌ Trotz den Schwierigkeiten ✅ Trotz der Schwierigkeiten
Besonders akademisch:
aufgrund des Personalmangels angesichts der aktuellen Situation hinsichtlich des Problems im Hinblick auf die Konsequenzen infolge des Strukturwandels
Aber Vorsicht: Umgangssprachlich hört man den Dativ bei wegen und trotz sehr häufig. Du musst also nicht denken, dass du „schlechtes Deutsch“ sprichst. Für formelles und akademisches Sprechen ist der Genitiv jedoch eine gute Orientierung.
„Das macht Sinn“ vs. präzise formulieren
„Das macht Sinn“ ist im Deutschen inzwischen sehr verbreitet, aber stilistisch gibt es präzisere Möglichkeiten.
Statt:
Das macht Sinn.
kannst du sagen:
Das ist nachvollziehbar. Das ist plausibel. Das leuchtet ein. Das erscheint mir schlüssig. Das ist sinnvoll.
Und wenn du wirklich eine argumentative Aussage machst:
Dieser Ansatz erscheint mir insofern plausibel, als er die institutionellen Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Das klingt nicht nur „gebildeter“, sondern sagt tatsächlich mehr.
Konjunktiv II für akademische Vorsicht
Akademische Sprache vermeidet häufig absolute Aussagen.
Das ist falsch.
Das erscheint mir problematisch.
Das führt zu diesem Problem.
Das könnte zu diesem Problem führen.
Man sieht hier deutlich, dass …
Hier lässt sich beobachten, dass …
Das beweist, dass …
Das spricht dafür, dass …
Das ist ein zentraler Unterschied zwischen Behauptung und wissenschaftlich vorsichtiger Formulierung.
Sehr nützliche Wörter:
könnte – dürfte – scheint – erscheint – lässt vermuten – legt nahe – spricht dafür
Hauptsätze miteinander verbinden
Alltag:
Es gibt Personalmangel. Die Pflegekräfte sind überlastet. Deshalb machen sie manchmal weniger.
Akademischer:
Der bestehende Personalmangel führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung, die wiederum dazu beitragen kann, dass pflegerische Leistungen nicht in dem erforderlichen Umfang erbracht werden.
Nützliche Verknüpfungen:
insofern als
insofern, als
wobei
wodurch
während
wohingegen
folglich
demnach
daraus ergibt sich
vor diesem Hintergrund
Aber: Lange Sätze sind nicht automatisch akademisch. Ein präziser kurzer Satz ist besser als ein komplizierter Satz ohne klare Struktur.
„man“ reduzieren
❌ Man muss da schon sagen, dass das schwierig ist.
Besser:
Hier ist zu berücksichtigen, dass …
oder:
Es lässt sich feststellen, dass …
oder konkret:
Für Pflegefachkräfte bedeutet das, dass …
Noch besser ist häufig, den Akteur ausdrücklich zu benennen:
❌ Man hat die Pflegekräfte nicht ausreichend unterstützt.
✅ Die Leitungsebene hat die Pflegekräfte nicht ausreichend unterstützt.
Das macht deine Aussage präziser und verhindert, dass du dich hinter einem unbestimmten „man“ versteckst.
Statt Ich finde, dass
Ich vertrete die Auffassung, dass …
Statt Das ist irgendwie schwierig
Das erweist sich als problematisch
Das kommt darauf an.
Das hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.
Das ist halt so.
Das lässt sich nicht ohne Weiteres ändern.
Da geht es um
Im Zentrum steht..
Das zeigt
Dies verdeutlicht
Das hängt zusammen.
Dies steht in engem Zusammenhang mit …
Das ist ein Problem.
Hier zeigt sich eine zentrale Problematik
Ich glaube
Ich gehe davon aus..
Eigentlich
Grundsätzlich
Nominalstil verstehen
Wir untersuchen, wie sich die Ökonomisierung auf die Pflege auswirkt.
Gehobener:
Wir untersuchen die Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Pflege.
Die Pflegekräfte fühlen sich nicht ausreichend unterstützt.
Nominal:
Die unzureichende Unterstützung der Pflegekräfte stellt ein zentrales Problem dar.
Typische Endungen:
-ung, -keit, -heit, -tion, -ität, -ismus
Beispiele:
untersuchen → Untersuchung verändern → Veränderung abhängig → Abhängigkeit legitimieren → Legitimation institutionell → Institutionalität
Aber: Zu viel Nominalstil macht Sprache schnell bürokratisch und schwerfällig. Gute akademische Sprache kombiniert Nominal- und Verbalstil.
Präzise Verben statt „machen“, „haben“, „sein“
Das macht einen Unterschied.
→ Das verändert die Situation erheblich.
Das hat Auswirkungen auf …
→ Das beeinflusst …
Es gibt einen Konflikt.
→ Es besteht ein Konflikt.
Das macht deutlich …
→ Das verdeutlicht …
Man kann einen Unterschied sehen.
→ Es lässt sich ein Unterschied feststellen.
Die Studie macht eine Untersuchung.
→ Die Studie untersucht …
Faustregel: Wenn dein Satz viele Formen von sein, haben, machen, tun, gehen, kommen enthält, prüfe, ob ein präziseres Verb möglich ist.
differenzieren
Das ist schlecht.
→ Das ist unter diesen Bedingungen problematisch.
Das stimmt nicht.
→ Diese Aussage greift meines Erachtens zu kurz.
Das ist genau dasselbe.
→ Die beiden Phänomene weisen zwar Gemeinsamkeiten auf, sind jedoch nicht vollständig gleichzusetzen.
Das hängt zusammen.
→ Zwischen beiden Phänomenen besteht ein Zusammenhang, wobei die Art dieses Zusammenhangs näher zu bestimmen wäre.
Das ist wahrscheinlich die wichtigste sprachliche Verschiebung:
nicht absolutisieren → differenzieren.
Wenn du spontan etwas sagen möchtest, helfen dir diese Satzanfänge:
Eine These einführen
„Ich würde zunächst zwischen X und Y unterscheiden.“
Einschränken
„Das gilt allerdings nur insofern, als …“
Widersprechen
„Ich würde dem nur bedingt zustimmen.“
Präzisieren
„Genauer gesagt …“
Einordnen
„Das ist vor dem Hintergrund von … zu betrachten.“
Zusammenhang herstellen
„Hier zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen …“
Unsicherheit ausdrücken
„Das lässt sich nicht eindeutig beantworten.“
Argument bewerten
„Das Argument ist grundsätzlich nachvollziehbar, greift meines Erachtens aber an einem entscheidenden Punkt zu kurz.“
Differenzieren
„Man sollte hier zwischen X und Y unterscheiden.“
Fazit
„Entscheidend ist meines Erachtens weniger X als vielmehr Y.“
Nach welchen Worten kommt der Genitiv
wegen → wegen des Wetters
trotz → trotz des Regens
während → während des Urlaubs
außerhalb → außerhalb der Stadt
innerhalb → innerhalb eines Jahres
aufgrund → aufgrund des Fehlers
anstatt / statt → statt eines Geschenks
Zuletzt geändertvor 4 Tagen