Was ist klassische und was ist operante Konditionierung?
Klassische Konditionierung – Pawlow
Ein ursprünglich neutraler Reiz wird mit einem anderen Reiz gekoppelt.
Berühmtes Beispiel:
Futter → Speichelfluss
Nach wiederholter Kopplung:
Glockenton + Futter → Speichelfluss
Schließlich kann:
Glockenton → Speichelfluss
auslösen.
Wichtige Begriffe:
unkonditionierter Reiz
unkonditionierte Reaktion
konditionierter Reiz
konditionierte Reaktion
Extinktion
Generalisierung
Diskrimination
Operante Konditionierung – Skinner
Hier wird Verhalten durch seine Konsequenzen beeinflusst.
Verstärkung → Verhalten wird wahrscheinlicher
Bestrafung → Verhalten wird unwahrscheinlicher
Wichtig: positive/negative Verstärkung bedeutet nicht gut/schlecht.
positiv = etwas wird hinzugefügt negativ = etwas wird entfernt
Was ist das Arbeitsgedächtnis?
Das Arbeitsgedächtnis bezeichnet Systeme, mit denen Informationen kurzfristig aktiv aufrechterhalten und verarbeitet werden.
Einflussreich ist das Modell von:
Alan Baddeley und Graham Hitch
Später wurde es erweitert.
Wichtige Komponenten:
zentrale Exekutive
phonologische Schleife
visuell-räumlicher Notizblock
episodischer Puffer
Beispiel:
Du hörst eine Telefonnummer und hältst sie kurz im Kopf, während du sie eintippst.
Das Arbeitsgedächtnis ist nicht einfach dasselbe wie Kurzzeitgedächtnis. Es beinhaltet zusätzlich die aktive Verarbeitung und Manipulation von Informationen.
Was ist der Unterschied zwischen „System 1“ und „System 2“?
Bekannt geworden durch Daniel Kahneman, aufbauend auf Arbeiten der kognitiven Psychologie und insbesondere Amos Tversky.
System 1
schnell
automatisch
intuitiv
wenig bewusst kontrolliert
System 2
langsam
bewusst
anstrengender
regel- und problemlösungsorientiert
2 + 2 = ?
→ intuitiv.
17 × 24 = ?
→ eher analytische Verarbeitung.
Wichtig: „System 1 und System 2“ sind keine zwei anatomisch getrennten Gehirnsysteme, sondern ein theoretisches Modell verschiedener Arten kognitiver Verarbeitung.
– Was ist der fundamentale Attributionsfehler?
Ein Klassiker der Sozialpsychologie.
Menschen neigen dazu, das Verhalten anderer übermäßig mit deren Persönlichkeit oder Eigenschaften zu erklären und situative Faktoren zu unterschätzen.
Eine Person kommt zu spät.
„Die ist einfach unzuverlässig.“
Vielleicht gab es aber einen Zugausfall.
Interessanterweise beurteilen wir unser eigenes Verhalten häufig stärker unter Berücksichtigung der Situation.
Das Konzept ist eng mit der Forschung von Lee Ross verbunden.
Aber auch hier gilt: Der Effekt ist kein unumstößliches universelles Gesetz. Seine Stärke hängt unter anderem von Situation und kulturellem Kontext ab.
Was ist Bindungstheorie?
Die Bindungstheorie geht insbesondere auf:
John Bowlby
zurück.
Mary Ainsworth entwickelte wichtige empirische Untersuchungen dazu.
Grundidee:
Menschen verfügen über ein biologisch verankertes Bindungssystem, das insbesondere unter Bedrohung oder Stress aktiviert wird.
Klassisch unterscheidet man Bindungsmuster wie:
sicher
unsicher-vermeidend
unsicher-ambivalent/resistent
desorganisiert
Die „Fremde Situation“ von Ainsworth wurde zu einem wichtigen experimentellen Paradigma.
Modern wichtig:
Bindungsmuster sind keine starren Persönlichkeitsdiagnosen und determinieren nicht automatisch spätere Beziehungen. Bindung ist kontextabhängig und veränderbar.
Was ist der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität?
Ein absolutes Grundprinzip psychologischer Forschung:
Korrelation ≠ Kausalität
Wenn zwei Variablen zusammen auftreten, wissen wir zunächst nicht, ob:
A → B
oder:
B → A
C → A und B
Menschen mit höherem Stress schlafen schlechter.
Das bedeutet zunächst nicht:
Stress verursacht zwingend Schlafprobleme.
Möglicherweise beeinflussen sich beide gegenseitig oder eine dritte Variable spielt eine Rolle.
Um kausale Aussagen besser begründen zu können, sind experimentelle Designs, Randomisierung und geeignete Kontrollbedingungen wichtig.
Was ist ein Placeboeffekt – und was ist er nicht?
Der Placeboeffekt bezeichnet Veränderungen nach einer Behandlung, die nicht allein auf einen spezifischen pharmakologischen Wirkstoffeffekt zurückgeführt werden können.
Dabei spielen beispielsweise eine Rolle:
Erwartungen
Lernerfahrungen
Kontext
therapeutische Beziehung
Konditionierung
Wichtig:
Placebo bedeutet nicht einfach „eingebildet“.
Umgekehrt bedeutet eine Verbesserung nach einem Placebo auch nicht automatisch, dass eine Erkrankung vollständig durch psychische Faktoren verursacht wurde.
Ein verwandter Begriff ist der Noceboeffekt:
Negative Erwartungen können Beschwerden oder Nebenwirkungen verstärken.
Was sind Abwehrmechanismen?
Der Begriff stammt aus der psychodynamischen Tradition.
Abwehrmechanismen sind Prozesse, durch die Menschen mit inneren Konflikten, unangenehmen Affekten oder psychischer Belastung umgehen.
Beispiele:
Verdrängung
Ein belastender psychischer Inhalt wird dem Bewusstsein entzogen.
Verleugnung
Eine Realität oder Tatsache wird nicht anerkannt.
Projektion
Eigene unerwünschte Impulse oder Gefühle werden anderen zugeschrieben.
Rationalisierung
Für ein Verhalten wird nachträglich eine plausibel erscheinende Erklärung konstruiert.
Verschiebung
Ein Affekt wird auf ein anderes Objekt gelenkt.
Sublimierung
Ein Impuls wird in gesellschaftlich akzeptierte oder produktive Aktivitäten transformiert.
Abwehr ist nicht automatisch pathologisch.
Alle Menschen verwenden Abwehrmechanismen. Entscheidend sind Flexibilität, Kontext und Folgen.
Was ist der Unterschied zwischen Persönlichkeit, Temperament und Charakter?
Diese Begriffe werden im Alltag häufig vermischt.
Temperament
Relativ früh auftretende, biologisch mitgeprägte Unterschiede in emotionaler Reaktivität und Verhaltensdisposition.
Beispielsweise:
Aktivitätsniveau
Reizbarkeit
Annäherung/Vermeidung
Persönlichkeit
Relativ stabile Muster von:
Denken
Fühlen
Wahrnehmen
Verhalten
Ein bekanntes Modell ist das Big-Five-Modell:
O – Openness C – Conscientiousness E – Extraversion A – Agreeableness N – Neuroticism
Charakter
Kein so präzise operationalisiertes psychologisches Konstrukt wie die Big Five; häufig meint man damit stärker moralische, habituelle oder sozial bewertete Eigenschaften einer Person.
Was zeigt Bandura?
Lernen am Modell
Bandura zeigte mit der Bobo-Doll-Studie, dass Kinder aggressives Verhalten unter bestimmten Bedingungen durch Beobachtung lernen können.
Zuletzt geändertvor 7 Tagen