1. Wovon hängt die sportliche Leistung ab? (Denke an die Modelle der sportlichen Leistungsfähigkeit!)
Grundpfeiler der sportlichen Leistungsfähigkeit:
Kondition
Technik
Taktik
2. Erkläre den Begriff der Superkompensation (Zeichnung!). Was kann man an diesem Modell kritisieren? Wie kann man anhand dieses Modells Übertraining sehr einfach erklären?
Die Entwicklung der trainingsbedingten Anpassungserscheinung verläuft in Phasen.
Nach der Belastung kommt es zu einer vorübergehenden Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit und einem anschließenden Wiederanstieg über das Ausgangsniveau hinaus. Dieser Zustand wird als Superkompensation bezeichnet. Werden Trainingsreize in optimaler Folge gesetzt, dann steigt die sportliche Leistungsfähigkeit kontinuierlich an. Werden Trainingsreize in der Phase der unvollständigen Erholung gesetzt, dann ergibt sich der Effekt der „summierten“ Wirksamkeit. Wie in der Abbildung ersichtlich kann es bei dieser Trainingsmethode jedoch zum „Übertraining“ kommen, wenn es bei mehreren Trainingseinheiten hintereinander zu keiner vollständigen Erholung kommt (Matwejew)
1 = Phase der Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit
2 = Phase des Wiederanstiegs der sportlichen Leistungsfähigkeit
3 = Phase der Superkompensation bzw. der erhöhten sportlichen Leistungsfähigkeit
Ganz wichtig zum Verständnis dieses Stressmodells (bzw. der Überkompensation) ist, dass dies eine theoretische Annahme darstellt.!
Diese Modelle sind in jeder Trainingslehreliteratur Stresstheorie des Trainings 10 dargestellt, aber in der Trainingspraxis ist der Punkt „Ü“ – also der günstigste Zeitpunkt für den notwendigen nächsten starken Belastungsreiz – äußerst schwierig exakt zu definieren. Außerdem steht fest, dass Substrate wie Phosphate, Glykogene und Eiweiße unterschiedlich rasch wiederaufgefüllt werden
3. Was wird unter Heterochronizität verstanden und was kann man sich daraus für den Trainingsprozess ableiten?
Definition:
Biologische Anpassungsvorgänge nähern sich einem Grenzwert, der für verschiedene Personen abhängig von den Bedingungen differenziert/unterschiedlich ist. Um das individuelle Ausmaß der Wiederherstellung zu bestimmen, benötigt man biochemische und biomechanische Untersuchungsmethoden, zb. Muskelbiopsie, Elektromyographie und Dynamograohie. Grobdiagnose durch sportmedizinische bzw. bionmechanische Tests möglich.
4. Definiere die Begriffe Motorik, Kondition und Koordination.
5. Welche konditionellen bzw. koordinativen Fähigkeiten kennst du?
6. Definiere den Begriff Training. Was unterscheidet richtiges „Training“ von „Sport treiben“
Training ist die planmäßige und systematische Realisation von Maßnahmen (Trainingsinhalte und Trainingsmethoden) zur nachhaltigen Erreichung von Zielen (Trainingsziele) im und durch Sport.
7. Definiere den Begriff Trainierbarkeit. Wovon ist sie abhängig?
Trainierbarkeit gibt den Grad der Anpassung an Trainingsbelastungen wieder
Abhängig von
1.) endogenen Faktoren (Alter, Körperbautyp,..)
2.) Exogenen Faktoren (Ernährung,…)
Kann bei ein- und derselben Person in unterschiedlichen Bereichen verschieden sein!
8. Definiere den Begriff Trainingsmethode.
Ist das planmäßiges Verfahren, das gemäß dem Trainingsziel die Trainingsinhalte, Trainingsmittel und die Belastungsweise festlegt.
9. Definiere den Begriff Belastungskomponenten. Nenne zudem die 5 Belastungskomponenten und erkläre sie kurz.
Sind maßgebende Größen für die Festlegung (Dosierung) der Trainingsbelastung
Synonym: Belastungsnormative, Belastungsmerkmale
1.) Reizintensität
= Stärke des Belastungsreizes
= Anstrengungsgrad, mit dem eine Übung ausgeführt wird
2.) Reizdichte: Synonym: Belastungsdichte
= zeitliches Verhältnis von Belastungs- und Erholungsdauer
3.) Reizdauer: Synonym: Belastungsdauer
= Einwirkungsdauer eines einzelnen Reizes bzw. einer Reizserie (Zeitangaben, Wiederholungsanzahl)
4.) Reizumfang: Synonym: Belastungsumfang, Trainingsumfang
= Gesamtmenge an Belastungsreizen in einer Trainingseinheit (oder längere Trainingsabschnitte)
5.) Reizhäufigkeit:
Anzahlt der Trainingseinheiten (meist pro Woche angegeben)
10 .Was besagt das Quantitätsgesetz des Trainings?
Wenig trainierte Personen erzielen schneller Leistungszuwächse als bereits gut trainierte Personen. Leistungszuwachs ist somit abhängig vom Ausgangsniveau des Trainierenden.
11. Was ist der Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung?
Belastung:
Objektive Stärke des Reizes gemessen in:
Zeiten
Geschwindigkeiten
Lasten
Wiederholungen
Beanspruchung:
Subjektive Wirkung des Reizes gemessen in:
- Physiologischen Parametern (Herzfrequenz, Laktatkonzentration,….)
- Subjektives Belastungsempfinden
Abhängig u.a. von Alter, Geschlecht, Trainingszustand
12. Nenne mindestens 5 Trainingsprinzipien und erkläre diese kurz.
a. Prinzip der aufstockenden Ermüdung
b. Prinzip der zunehmenden Spezialisierung
c. Prinzip der Allmählichkeit
d. Prinzip der individualisierten Belastung und Altersgemäßheit
e. Prinzip der richtigen Belastungsfolge
f. Prinzip der wechselnden Belastung
Prinzip der aufstockenden Ermüdung
Trainingsbelastungen werden teilweise bewusst und gezielt in zu dichter Reihenfolge absolviert, um eine ausreichende Regeneration zu verhindern. Eine anschließende längere Regeneration führt dann zu einem – meist deutlichen – Leistungsanstieg.
Prinzip der zunehmenden Spezialisierung
Das Training muss zielgerecht aufgebaut werden und es muss eine Übereinstimmung mit der sportartspezifischen und disziplinspezifischen Belastungsstruktur vorhanden sein.
Prinzip der Allmählichkeit
Ein Trainingszustand muss langsam und geduldig, allmählich und langfristig aufgebaut werden.
Prinzip der individualisierten Belastung und Altersgemäßheit
Dieses Prinzip ist auf die psychophysische Belastbarkeit des jeweiligen Sportlers abgestimmt. So werden bei diesem Prinzip z.B. der muskuläre Zustand oder die körperliche Voraussetzung des Sporttreibenden berücksichtigt.
Prinzip der richtigen Belastungsfolge
Werden innerhalb einer Trainingseinheit mehrere verschiedene Belastungsfolgen trainiert, so ist es notwendig, die unterschiedlichen Anstrengungseinwirkungen zu berücksichtigen.
Prinzip der wechselnden Belastung
In komplexen Sportarten spielt das Prinzip der wechselnden Belastung eine besondere Rolle. Verschiedene Belastungsformen wie Ausdauer-, Kraft- oder Koordinationstraining belasten den Organismus unterschiedlich und somit ist die Dauer der Regenerationsphase je nach Belastungsart verschieden.
13. Was versteht man unter Periodisierung? Weshalb wird Training periodisiert? Welche Abschnitte eines Trainingsjahres gibt es und was ist die primäre Zielsetzung der jeweiligen Periode?
Es ist nicht möglich, das ganze Jahr über in Höchstform zu sein, und der Versuch dies zu erreichen, würde schnell ins Übertraining führen, da die Grenzen der Belastbarkeit dann überschritten werden.
Deshalb muss eine Saisonperiodisierung vorgenommen werden, bei der das Trainingsjahr in verschiedene Phasen (Perioden / Zyklen) aufgeteilt wird, welche sich bezüglich Umfang und Intensität voneinander unterscheiden (siehe Trainings- und Leistungssteuerung).
Weiterhin: Nach Tagen mit hoher Trainingsbelastung sollte(n) ein oder mehrereTag(e) mit geringer Trainingsbelastung folgen. Nach 2 bis 3 Trainingswochen mit hoher Trainingsbelastung sollte 1 Woche mit geringer Trainingsbelastung folgen. Nach einer längeren Phase mit hoher Trainingsbelastung sollte eine Phase mit geringer Trainingsbelastung folgen.
Der Phasencharakter der Adaption verlangt sowohl lang- als auch mittelfristig nach Einteilung in Steigerungs-, Stabilisierungs- und Reduktionsphasen.
Abschnitte eines Jahres:
Zuletzt geändertvor 4 Tagen