Was ist Arbeitsrecht?
Arbeitsrecht ist das Recht, das die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern regelt. Es wird auch als Sonderrecht der abhängigen Arbeit bezeichnet.
Welche Faktoren werden bei der Interessenabwägung einer krankheitsbedingten Kündigung berücksichtigt?
Unter anderem Betriebszugehörigkeit, Erkrankungsursachen, Alter, Unterhaltspflichten und mögliche Versetzung.
Was ist eine verhaltensbedingte Kündigung?
Eine Kündigung wegen einer schuldhaften Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten durch den Arbeitnehmer.
Welche Beispiele für Pflichtverletzungen können eine verhaltensbedingte Kündigung begründen?
Arbeitsverweigerung, häufige Verspätungen, unerlaubtes Verlassen des Arbeitsplatzes oder eigenmächtiger Urlaubsantritt.
Welche weiteren Pflichtverletzungen können eine verhaltensbedingte Kündigung begründen?
Zum Beispiel Verletzung von Anzeige- und Nachweispflichten, Weitergabe von Betriebsgeheimnissen oder Störungen des Betriebsfriedens.
Was ist eine Verdachtskündigung?
Eine Kündigung wegen des dringenden, durch objektive Tatsachen belegten Verdachts einer schweren Pflichtverletzung, nachdem der Arbeitgeber Aufklärung versucht hat.
Wann ist vor einer verhaltensbedingten Kündigung grundsätzlich eine Abmahnung erforderlich?
Wenn der Arbeitnehmer sein steuerbares Verhalten ändern kann und eine Abmahnung eine Verhaltensänderung erwarten lässt.
Wann kann eine Abmahnung vor einer Kündigung entbehrlich sein?
Wenn eine Verhaltensänderung offensichtlich nicht zu erwarten ist oder eine besonders schwere Pflichtverletzung das Vertrauen irreparabel zerstört hat.
Was kennzeichnet eine betriebsbedingte Kündigung?
Dringende betriebliche Gründe führen dazu, dass eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers nicht möglich ist.
Welche innerbetrieblichen Ursachen können eine betriebsbedingte Kündigung auslösen?
Zum Beispiel Betriebsstilllegung, Personalabbau, Rationalisierung oder organisatorische Veränderungen.
Welche außerbetrieblichen Ursachen können eine betriebsbedingte Kündigung auslösen?
Zum Beispiel Auftragsmangel, Absatzschwierigkeiten oder Umsatzrückgang.
Was muss der Arbeitgeber vor einer betriebsbedingten Kündigung hinsichtlich freier Arbeitsplätze prüfen?
Ob eine Weiterbeschäftigung auf einem freien gleichwertigen oder schlechter bewerteten Arbeitsplatz möglich ist, gegebenenfalls nach zumutbarer Fortbildung.
Was ist die Sozialauswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung?
Unter vergleichbaren Arbeitnehmern ist grundsätzlich derjenige zu kündigen, der sozial am wenigsten schutzbedürftig ist.
: Welche vier Kriterien sind bei der Sozialauswahl zu berücksichtigen?
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung.
Was ist ein gesetzlicher Abfindungsanspruch nach § 1a KSchG?
Er kann entstehen, wenn bei einer betriebsbedingten Kündigung auf die Kündigungsschutzklage verzichtet wird und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie hoch ist die Abfindung nach § 1a KSchG laut Lehrtext?
0,5 Monatsverdienste für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.
Wann besteht besonderer Kündigungsschutz während der Schwangerschaft?
Grundsätzlich während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was gilt, wenn der Arbeitgeber bei der Kündigung noch nichts von der Schwangerschaft wusste?
Die Arbeitnehmerin kann die Schwangerschaft grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitteilen; bei unverschuldeter Verspätung kann eine spätere unverzügliche Mitteilung genügen.
Wann besteht besonderer Kündigungsschutz während der Elternzeit?
Grundsätzlich ab dem gesetzlich festgelegten Zeitpunkt nach Beantragung der Elternzeit und während der Elternzeit.
Welche Besonderheit gilt für schwerbehinderte Arbeitnehmer bei einer Kündigung?
Grundsätzlich ist die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes erforderlich; gesetzliche Ausnahmen sind möglich.
Wie lange ist die ordentliche Kündigung von Betriebsratsmitgliedern grundsätzlich ausgeschlossen?
Während der Amtszeit und bis zum Ablauf eines Jahres nach deren Ende.
Unter welcher Voraussetzung können geschützte Betriebsratsmitglieder außerordentlich gekündigt werden?
: Bei wichtigem Grund und nach vorheriger Zustimmung des Betriebsrates; bei Verweigerung kann die Zustimmung gerichtlich ersetzt werden.
Welcher Kündigungsschutz gilt für freiwillig Wehrdienstleistende laut Lehrtext?
Ordentliche Kündigungen sind grundsätzlich ab Zustellung der Aufforderung zum Wehrdienst bis zu dessen Ende ausgeschlossen; Ausnahmen sind gesetzlich geregelt.
Wie kann ein Berufsausbildungsverhältnis während der Probezeit gekündigt werden?
Jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist.
Welche Kündigungsmöglichkeiten bestehen nach der Probezeit in der Berufsausbildung?
Grundsätzlich außerordentliche Kündigung; Auszubildende können außerdem wegen Berufsaufgabe oder Berufswechsels kündigen. Die Kündigung muss schriftlich und begründet sein.
Was ist eine außerordentliche Kündigung?
Eine Kündigung, die das Arbeitsverhältnis sofort oder mit einer Auslauffrist beendet, ohne die normale Kündigungsfrist einhalten zu müssen.
Welche Voraussetzung muss für eine außerordentliche Kündigung vorliegen?
Es muss ein wichtiger Grund gemäß § 626 Abs. 1 BGB vorliegen.
Wann liegt ein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung vor?
Wenn dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände und Interessen die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar ist.
Muss der Arbeitgeber den Kündigungsgrund bereits im Kündigungsschreiben nennen?
Nein. Auf Verlangen des Arbeitnehmers muss er ihn jedoch unverzüglich schriftlich mitteilen.
Ist die Angabe des Kündigungsgrundes im Kündigungsschreiben eine Wirksamkeitsvoraussetzung?
Nein, die Kündigung wird dadurch nicht automatisch unwirksam, wenn der Grund im Schreiben fehlt.
Muss der Betriebsrat vor einer außerordentlichen Kündigung angehört werden?
Ja. Nach § 102 BetrVG muss der Arbeitgeber den Betriebsrat vorher ordnungsgemäß anhören.
Welche Informationen muss der Arbeitgeber dem Betriebsrat bei einer außerordentlichen Kündigung mitteilen?
Die Personaldaten des Arbeitnehmers, die Kündigungsart und die konkreten Kündigungsgründe.
Wie lange hat der Betriebsrat Zeit, Bedenken gegen eine außerordentliche Kündigung zu äußern?
Er muss sich unverzüglich, spätestens innerhalb von drei Kalendertagen, schriftlich äußern.
Welche Folgen hat es, wenn der Betriebsrat nicht rechtzeitig Stellung nimmt?
Die Zustimmung gilt im Anhörungsverfahren als erteilt.
Verhindern Bedenken des Betriebsrats eine außerordentliche Kündigung?
Nein. Nach ordnungsgemäßer Anhörung kann der Arbeitgeber grundsätzlich selbst über die Kündigung entscheiden.
In wie vielen Stufen wird geprüft, ob ein wichtiger Grund nach § 626 Abs. 1 BGB vorliegt?
In zwei Stufen: Prüfung des wichtigen Grundes und anschließend Interessenabwägung.
Was wird in der ersten Stufe der Prüfung einer außerordentlichen Kündigung untersucht?
Ob der Sachverhalt grundsätzlich so schwerwiegend ist, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar ist.
Welche Beispiele können einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung darstellen?
Beharrliche Arbeitsverweigerung, Straftaten oder eigenmächtige Urlaubsnahme, sofern die erforderliche Schwere vorliegt.
Wann kann das Vertrauensverhältnis eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen?
Wenn die Pflichtverletzung geeignet ist, das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer irreparabel zu zerstören.
Was wird in der zweiten Stufe der Prüfung einer außerordentlichen Kündigung vorgenommen?
Eine Interessenabwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls.
Welche Faktoren sind bei der Interessenabwägung einer außerordentlichen Kündigung zu berücksichtigen?
Art und Schwere der Pflichtverletzung, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichten und mögliche alternative Arbeitsplätze.
Ist vor einer außerordentlichen Kündigung grundsätzlich eine Abmahnung erforderlich?
Ja, wenn es um ein beeinflussbares Verhalten geht. Sie kann jedoch bei schwerwiegenden Vertrauensverletzungen entbehrlich sein.
Wann kann bei einer außerordentlichen Kündigung auf eine Abmahnung verzichtet werden?
Wenn eine Abmahnung keinen Erfolg verspricht oder die Pflichtverletzung so schwer ist, dass eine weitere Zusammenarbeit unzumutbar erscheint.
Was bedeutet eine negative Prognose im Zusammenhang mit einer Abmahnung?
Es ist erkennbar, dass der Arbeitnehmer sein vertragswidriges Verhalten nicht ändern wird.
Wann kann eine negative Prognose hinsichtlich des Arbeitnehmerverhaltens gerechtfertigt sein?
Wenn der Arbeitnehmer eine Verhaltensänderung ausdrücklich ablehnt oder hartnäckig und uneinsichtig gegen seine Pflichten verstößt.
Welche Bedeutung haben frühere Hinweise oder Abmahnungen für die Notwendigkeit einer erneuten Abmahnung?
Kannte oder musste der Arbeitnehmer die Vertragswidrigkeit bereits kennen, kann eine weitere Abmahnung entbehrlich sein.
Welche Erklärungsfrist gilt für die außerordentliche Kündigung nach § 626 Abs. 2 BGB?
Die Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen erklärt werden.
Wann beginnt die Zwei-Wochen-Frist für eine außerordentliche Kündigung?
Sobald der Kündigungsberechtigte sichere und tatsächliche Kenntnis von den maßgeblichen Kündigungstatsachen hat.
Beginnt die Zwei-Wochen-Frist während notwendiger Ermittlungen sofort zu laufen?
Notwendige Maßnahmen zur Aufklärung können den Fristbeginn hinausschieben. Die Aufklärung sollte in der Regel innerhalb einer Woche erfolgen.
Was muss innerhalb der Zwei-Wochen-Frist bei einer außerordentlichen Kündigung geschehen?
Die Kündigung muss dem Arbeitnehmer zugehen und der Betriebsrat muss angehört worden sein.
Wer muss die Einhaltung der Zwei-Wochen-Frist beweisen?
Der Kündigende, also in der Regel der Arbeitgeber, ist dafür darlegungs- und beweispflichtig.
Was bedeutet die Umdeutung einer außerordentlichen Kündigung?
Eine unwirksame außerordentliche Kündigung kann unter bestimmten Voraussetzungen als ordentliche Kündigung gelten.
Welche Voraussetzungen gelten für die Umdeutung einer außerordentlichen in eine ordentliche Kündigung?
Sie muss dem mutmaßlichen Willen des Arbeitgebers entsprechen, und dieser Wille muss für den Arbeitnehmer erkennbar gewesen sein.
Was muss bei der Betriebsratsanhörung für eine mögliche Umdeutung beachtet werden?
Der Betriebsrat muss darauf hingewiesen werden, dass die außerordentliche Kündigung hilfsweise auch als ordentliche Kündigung gelten soll.
Erfolgt die Umdeutung einer Kündigung im Kündigungsschutzprozess automatisch?
Nein. Sie erfolgt nicht von Amts wegen, sondern nur auf Antrag des Arbeitgebers.
Was ist eine Änderungskündigung nach § 2 KSchG?
Die Kündigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses verbunden mit dem Angebot, es zu geänderten Arbeitsbedingungen fortzusetzen.
Welches Ziel hat eine Änderungskündigung?
Einzelne Arbeitsbedingungen sollen geändert werden, während das Arbeitsverhältnis unter neuen Bedingungen fortgesetzt werden kann.
Welche Arten der Änderungskündigung gibt es?
Die ordentliche und die außerordentliche Änderungskündigung.
Wann kommt eine außerordentliche Änderungskündigung infrage?
Wenn mit der Änderung der Arbeitsbedingungen nicht bis zum Ablauf der normalen Kündigungsfrist gewartet werden kann.
Welche Möglichkeiten hat ein Arbeitnehmer bei einer Änderungskündigung?
Er kann die Änderungen vorbehaltlos annehmen, das Angebot ablehnen oder es unter Vorbehalt annehmen.
Was passiert, wenn der Arbeitnehmer die Änderungskündigung vorbehaltlos annimmt?
Das Arbeitsverhältnis wird mit den geänderten Arbeitsbedingungen fortgesetzt.
Was passiert, wenn der Arbeitnehmer das Änderungsangebot endgültig ablehnt?
Die Änderungskündigung wirkt wie eine normale Kündigung. Ohne erfolgreiche Kündigungsschutzklage endet das Arbeitsverhältnis.
Was kann bei einer abgelehnten Änderungskündigung im Kündigungsschutzprozess entschieden werden?
Gewinnt der Arbeitnehmer, bleibt das bisherige Arbeitsverhältnis bestehen. Verliert er, endet das Arbeitsverhältnis.
Was bedeutet die Annahme einer Änderungskündigung unter Vorbehalt?
Der Arbeitnehmer nimmt die neuen Bedingungen vorläufig an und lässt gerichtlich prüfen, ob die Änderung sozial gerechtfertigt ist.
Welche Frist gilt für den Vorbehalt bei einer Änderungskündigung?
: Der Vorbehalt muss innerhalb der Kündigungsfrist, spätestens drei Wochen nach Zugang der Kündigung, erklärt werden.
Welche Frist gilt für die Kündigungsschutzklage bei einer Änderungskündigung unter Vorbehalt?
Die Klage muss innerhalb von drei Wochen erhoben werden.
Was passiert, wenn der Arbeitnehmer den Prozess über die Änderungskündigung unter Vorbehalt gewinnt?
Die Änderung ist unwirksam und die bisherigen Arbeitsbedingungen bleiben bestehen.
Was passiert, wenn der Arbeitnehmer den Prozess über die Änderungskündigung unter Vorbehalt verliert?
Welchen Vorteil hat die Annahme einer Änderungskündigung unter Vorbehalt?
er Arbeitnehmer steht am Ende des Verfahrens nicht ohne Arbeitsverhältnis da.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber beim Verfahren einer Änderungskündigung?
Er muss die Kündigungsfristen einhalten und den Betriebsrat beteiligen.
Wann muss bei einer Änderungskündigung zusätzlich § 99 BetrVG beachtet werden?
Wenn mit dem Änderungsangebot zugleich eine Umgruppierung oder Versetzung angestrebt wird.
Welche Kündigungsschutzregeln gelten bei einer Änderungskündigung?
Es gelten der allgemeine und der besondere Kündigungsschutz.
Wann ist eine Änderungskündigung sozial gerechtfertigt?
Wenn ein verhaltensbedingter, personenbedingter oder betriebsbedingter Grund vorliegt.
Wie werden die Interessen bei einer Änderungskündigung abgewogen?
Die Interessen des Arbeitgebers an der Änderung werden gegen die Interessen des Arbeitnehmers an den bisherigen Arbeitsbedingungen abgewogen.
Wann kann ein Aufhebungsvertrag angefochten werden?
Beispielsweise wegen Irrtums oder widerrechtlicher Drohung nach den §§ 119 ff. und § 123 BGB.
Wann ist die Drohung mit einer fristlosen Kündigung bei einem Aufhebungsvertrag möglicherweise nicht widerrechtlich?
Wenn ein verständiger Arbeitgeber unter den konkreten Umständen eine fristlose Kündigung ernsthaft in Betracht gezogen hätte.
Was ist ein Abwicklungsvertrag?
Ein Vertrag, der die Folgen einer bereits ausgesprochenen Kündigung regelt, das Arbeitsverhältnis aber nicht selbst beendet.
Welche Vereinbarungen kann ein Abwicklungsvertrag enthalten?
Zum Beispiel eine Abfindung und einen Verzicht auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage.
Welche Faustformel nennt der Text zur Höhe einer Abfindung?
Ungefähr 0,5 bis ein Monatsgehalt multipliziert mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit. Die tatsächliche Höhe hängt von weiteren Faktoren ab.
Welche Folgen kann ein Abwicklungsvertrag für das Arbeitslosengeld haben?
Er führt nicht automatisch zum Verlust des Anspruchs. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Agentur für Arbeit jedoch eine Sperrzeit verhängen.
Welche Kündigungsarten gibt es?
Ordentliche Kündigung, außerordentliche Kündigung und Änderungskündigung.
Was ist eine Änderungskündigung?
Eine Kündigung, mit der eine Beendigung des bisherigen Vertrags und die Fortsetzung zu geänderten Arbeitsbedingungen erreicht werden soll.
Welche Form muss eine Kündigung haben?
Schriftform gemäß § 623 BGB. Ein Fax oder eine rein elektronische Erklärung genügt nicht.
: Welche Anforderungen gelten für den Inhalt einer Kündigung?
: Sie muss eindeutig erkennen lassen, dass gekündigt wird, ob ordentlich oder außerordentlich und zu welchem Zeitpunkt.
Muss der Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben stehen?
rundsätzlich nicht. Ausnahmen oder besondere Mitteilungspflichten können sich aus gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen ergeben.
Wann muss der Arbeitgeber die Gründe einer außerordentlichen Kündigung mitteilen?
Auf Verlangen des Arbeitnehmers unverzüglich schriftlich gemäß § 626 Abs. 2 Satz 3 BGB.
Wann wird eine Kündigung wirksam?
Mit ihrem Zugang beim Empfänger gemäß § 130 Abs. 1 BGB.
Wann gilt eine Kündigung als zugegangen, wenn sie in den Hausbriefkasten eingeworfen wird?
: Sobald unter gewöhnlichen Umständen die Möglichkeit besteht, vom Inhalt Kenntnis zu nehmen.
Wann geht eine spät abends in den Hausbriefkasten eingeworfene Kündigung grundsätzlich zu?
Erst am nächsten Tag, wenn vorher unter gewöhnlichen Umständen keine Kenntnisnahme zu erwarten ist. Fällt dieser Tag auf einen Sonntag, kann der Zugang erst am Montag erfolgen.
Geht eine Kündigung während des Urlaubs des Arbeitnehmers zu?
Ja. Die Abwesenheit verhindert den Zugang grundsätzlich nicht, wenn die Kündigung in den Machtbereich gelangt und Kenntnisnahme möglich wäre.
Wann geht eine Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zu?
Grundsätzlich erst mit Aushändigung des Briefes, nicht bereits mit dem Benachrichtigungszettel.
Was ist beim Zugang einer Kündigung durch einen Bevollmächtigten zu beachten?
Fehlt die erforderliche Originalvollmacht, kann der Arbeitnehmer die Kündigung unter den Voraussetzungen des § 174 BGB unverzüglich zurückweisen. Ausnahmen sind möglich.
Was ist eine ordentliche Kündigung?
Sie beendet ein unbefristetes Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen oder vereinbarten Kündigungsfrist.
Benötigt der Arbeitnehmer für eine ordentliche Kündigung einen Kündigungsgrund?
Nein. Er muss aber die maßgebliche Kündigungsfrist beachten.
Wann benötigt der Arbeitgeber für eine ordentliche Kündigung einen Kündigungsgrund?
Wenn das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist.
Welche Kündigungsfrist gilt während einer vereinbarten Probezeit?
Zwei Wochen, längstens während der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses, gemäß § 622 Abs. 3 BGB.
Welche gesetzliche Grundkündigungsfrist gilt nach der Probezeit?
Vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gemäß § 622 Abs. 1 BGB.
Wie verlängert sich die Kündigungsfrist des Arbeitgebers mit der Betriebszugehörigkeit laut Text?
Nach 2 Jahren: 1 Monat; nach 5 Jahren: 2 Monate; nach 8 Jahren: 3 Monate; nach 10 Jahren: 4 Monate; nach 12 Jahren: 5 Monate; nach 15 Jahren: 6 Monate; nach 20 Jahren: 7 Monate – jeweils zum Monatsende.
Was ist der Unterschied zwischen vier Wochen und einem Monat Kündigungsfrist?
Vier Wochen entsprechen 28 Tagen. Ein Monat endet grundsätzlich am entsprechenden Kalendertag des Folgemonats. Dadurch kann sich das Beendigungsdatum unterscheiden.
Darf die gesetzliche Kündigungsfrist vertraglich verkürzt werden?
Nur in den gesetzlich vorgesehenen Ausnahmefällen. Eine Verlängerung ist grundsätzlich möglich.
Wann muss der Betriebsrat vor einer Kündigung angehört werden?
Vor jeder Kündigung durch den Arbeitgeber, also vor einer ordentlichen, außerordentlichen oder Änderungskündigung (§ 102 BetrVG).
Was passiert, wenn der Betriebsrat vor der Kündigung nicht angehört wird?
Die Kündigung ist unwirksam. Eine nachträgliche Anhörung heilt den Fehler nicht.
Wer muss bei der Betriebsratsanhörung angehört werden?
Der gesamte Betriebsrat als Gremium, nicht nur der Vorsitzende oder ein einzelnes Mitglied.
Welche Informationen muss der Arbeitgeber dem Betriebsrat bei einer Kündigung mitteilen?
Personaldaten, Kündigungsart, konkrete Kündigungsgründe mit Sachverhalt und Kündigungstermin.
Reichen stichwortartige Kündigungsgründe bei der Betriebsratsanhörung aus?
Nein. Der Sachverhalt muss so konkret beschrieben werden, dass der Betriebsrat die Gründe ohne eigene Nachforschungen prüfen kann.
: Welche Besonderheit gilt bei der Betriebsratsanhörung zu einer verhaltensbedingten Kündigung?
Eine vorausgegangene Abmahnung muss dem Betriebsrat mitgeteilt werden.
Welche Frist hat der Betriebsrat für Bedenken gegen eine ordentliche Kündigung?
Eine Woche. Die Bedenken müssen schriftlich und begründet mitgeteilt werden.
Welche Frist hat der Betriebsrat bei einer außerordentlichen Kündigung?
Drei Tage für seine Stellungnahme.
Was gilt, wenn der Betriebsrat innerhalb der Äußerungsfrist nicht reagiert?
Seine Zustimmung gilt als erteilt.
Verhindern Bedenken oder ein Widerspruch des Betriebsrates automatisch die Kündigung?
Nein. Der Arbeitgeber kann trotzdem kündigen, sofern die übrigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Folge kann ein Widerspruch des Betriebsrates gegen eine ordentliche Kündigung haben?
Bei Kündigungsschutzklage kann der Arbeitnehmer unter den Voraussetzungen des § 102 Abs. 5 BetrVG nach Ablauf der Kündigungsfrist weiterbeschäftigt werden.
Wann gilt der allgemeine Kündigungsschutz nach dem KSchG grundsätzlich?
Wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und der Betrieb die maßgebliche Beschäftigtenschwelle überschreitet.
Welche Beschäftigtenschwelle gilt laut Lehrtext für ältere Arbeitsverhältnisse?
Für am 31.12.2003 bereits bestehende Arbeitsverhältnisse grundsätzlich mehr als fünf Arbeitnehmer.
Welche Beschäftigtenschwelle gilt laut Lehrtext für nach dem 31.12.2003 begonnene Arbeitsverhältnisse?
Grundsätzlich mehr als zehn Arbeitnehmer; bei fünf bis zehn Beschäftigten gelten Übergangsregelungen.
Werden Auszubildende bei der Beschäftigtenschwelle des KSchG mitgezählt?
Nein, Auszubildende werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Wie werden Teilzeitbeschäftigte bei der Beschäftigtenschwelle berücksichtigt?
Bis 20 Wochenstunden mit 0,5 und bis 30 Wochenstunden mit 0,75.
Welche drei Gründe können eine sozial gerechtfertigte Kündigung nach dem KSchG begründen?
Personenbedingte, verhaltensbedingte und betriebsbedingte Gründe.
Was bedeutet Interessenabwägung bei einer Kündigung?
Das Interesse des Arbeitnehmers am Fortbestand wird gegen das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung abgewogen.
Was bedeutet das Ultima-Ratio-Prinzip im Kündigungsrecht?
Eine Kündigung ist nur das letzte Mittel. Mildere Maßnahmen müssen zuvor geprüft werden.
Welche milderen Maßnahmen muss der Arbeitgeber vor einer Kündigung prüfen?
Zum Beispiel Abmahnung, Versetzung oder Weiterbeschäftigung auf einem freien geeigneten Arbeitsplatz.
Was kennzeichnet eine personenbedingte Kündigung?
Gründe in der Person des Arbeitnehmers, die dieser grundsätzlich nicht oder nicht ohne Weiteres beeinflussen kann.
Welche drei Fallgruppen gibt es für eine krankheitsbedingte Kündigung?
Langandauernde Einzelerkrankung, häufige Kurzerkrankungen und krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit.
Welche drei Prüfschritte gelten bei einer krankheitsbedingten Kündigung?
Negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche oder wirtschaftliche Beeinträchtigung und Interessenabwägung.
Was bedeutet negative Gesundheitsprognose bei einer krankheitsbedingten Kündigung?
Es ist zu erwarten, dass der Arbeitnehmer auch künftig krankheitsbedingt nicht oder nicht ausreichend arbeiten kann.
Wann können häufige Kurzerkrankungen eine negative Gesundheitsprognose begründen?
: Wenn objektive Umstände erwarten lassen, dass künftig erneut häufige Fehlzeiten auftreten.
Welche betrieblichen Beeinträchtigungen können bei einer krankheitsbedingten Kündigung relevant sein?
Zum Beispiel erhebliche Betriebsablaufstörungen, Überlastung des Personals oder außergewöhnlich hohe Lohnfortzahlungskosten.
Durch welche Gründe kann ein Arbeitsverhältnis enden?
Durch Aufhebungsvertrag, Befristung, Anfechtung, Kündigung oder Tod des Arbeitnehmers.
Welche Ereignisse beenden ein Arbeitsverhältnis nicht automatisch?
Der Tod des Arbeitgebers und die Veräußerung des Betriebs.
Was bedeutet das Ruhen des Arbeitsverhältnisses während der Elternzeit oder eines rechtmäßigen Streiks?
Das Arbeitsverhältnis besteht weiter. Danach wird die Arbeit grundsätzlich ohne neuen Vertrag fortgesetzt.
Was ist ein Aufhebungsvertrag?
: Eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Welche Form ist für einen Aufhebungsvertrag vorgeschrieben?
Schriftform gemäß § 623 BGB. Eine mündliche Vereinbarung ist unwirksam.
: Muss im Aufhebungsvertrag ein Beendigungsgrund angegeben werden?
Grundsätzlich nein.
Welche Folge kann ein Aufhebungsvertrag für das Arbeitslosengeld haben?
: Ohne wichtigen Grund kann eine Sperrzeit von grundsätzlich zwölf Wochen nach § 159 SGB III eintreten.
Wann kann der Anspruch auf Arbeitslosengeld nach § 158 SGB III ruhen?
Wenn das Arbeitsverhältnis gegen Abfindung vor Ablauf der maßgeblichen Kündigungsfrist endet.
Welche Aufgabe hat der Arbeitgeber hinsichtlich möglicher Nachteile eines Aufhebungsvertrags?
Er muss den Arbeitnehmer unter den im Text genannten Voraussetzungen auf mögliche Nachteile beim Arbeitslosengeld hinweisen.
: Was bedeutet Freistellung im Zusammenhang mit einem Aufhebungsvertrag?
Der Arbeitnehmer muss bis zum vereinbarten Beendigungstermin nicht mehr arbeiten. Urlaub oder anderweitiger Erwerb können gegebenenfalls angerechnet werden.
: Was ist eine Ausgleichsquittung?
Eine Erklärung, mit der ein Arbeitnehmer auf bestimmte Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verzichtet.
Wie ist eine Ausgleichsquittung auszulegen?
t: Eng zugunsten des Arbeitnehmers. Nur ausdrücklich erfasste Ansprüche gelten als ausgeschlossen.
Auf welche Rechte darf ein Arbeitnehmer laut Text nicht verzichten?
: Beispielsweise auf den gesetzlichen Mindesturlaub und tarifliche Rechte.
Welche Wirkung hat ein Aufhebungsvertrag auf das Arbeitsverhältnis?
Er beendet es einvernehmlich für die Zukunft, grundsätzlich ohne Kündigungsfrist und ohne Kündigungsgrund. Eine vorherige Betriebsratsbeteiligung ist nicht erforderlich.
Was umfasst das Diskriminierungsmerkmal sexuelle Identität laut Lerntext?
Beispielsweise Homosexualität und Heterosexualität.
Welche Altersgruppen schützt das AGG vor Benachteiligung?
Sowohl ältere als auch jüngere Beschäftigte.
Ist jede Ungleichbehandlung nach dem AGG verboten?
Nein. Bestimmte Ungleichbehandlungen können durch gesetzliche Ausnahmen gerechtfertigt sein.
Wann können berufliche Anforderungen eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen?
Wenn die Voraussetzungen einer zulässigen Ausnahme nach dem AGG erfüllt sind.
Sind Fördermaßnahmen zum Ausgleich bestehender Nachteile nach dem AGG zulässig?
Ja, spezifische Fördermaßnahmen zur Verhinderung oder zum Ausgleich von Nachteilen können zulässig sein.
Welche weiteren Benachteiligungen verbietet das AGG neben einer unmittelbaren Ungleichbehandlung?
Belästigungen und sexuelle Belästigungen, wenn sie mit einem Diskriminierungsmerkmal zusammenhängen.
Was ist eine Belästigung im Sinne des AGG?
Eine unerwünschte Verhaltensweise mit Bezug zu einem Diskriminierungsmerkmal, die die Würde verletzt und ein feindliches Umfeld bezweckt oder bewirkt.
ie wird beurteilt, ob ein Verhalten unerwünscht ist?
Aus der Sicht eines objektiven Beobachters.
Muss sich die betroffene Person gegen eine Belästigung ausdrücklich wehren?
Nein. Es ist nicht erforderlich, dass sie sich wehrt oder ausdrücklich auf die Belästigung hinweist.
Reicht das rein subjektive Gefühl, belästigt zu werden, für eine Belästigung nach dem AGG aus?
Nein. Die Unerwünschtheit muss aus objektiver Sicht beurteilt werden.
Welche verbalen Verhaltensweisen können eine Belästigung darstellen?
Abwertende Äußerungen, Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, Witze und Hänseleien wegen eines Diskriminierungsmerkmals.
Welche nonverbalen Verhaltensweisen können eine Belästigung darstellen?
Abwertende Blicke und Gesten im Zusammenhang mit einem Diskriminierungsmerkmal.
Wie kann Ausgrenzung am Arbeitsplatz eine Belästigung darstellen?
Beispielsweise durch bewusstes Vorenthalten von Informationen, räumliche Isolation, Ignorieren oder erniedrigende Aufgaben.
Können fremdenfeindliches und rassistisches Verhalten Belästigungen nach dem AGG darstellen?
Ja, wenn sie mit einem Diskriminierungsmerkmal zusammenhängen und die Voraussetzungen einer Belästigung erfüllen.
ann körperliche Gewalt eine Belästigung nach dem AGG darstellen?
Ja, wenn sie im Zusammenhang mit einem Diskriminierungsmerkmal steht.
Welche sexuellen Verhaltensweisen können eine Belästigung darstellen?
: Unerwünschte sexuelle Handlungen, Aufforderungen dazu und sexuell bestimmte körperliche Berührungen, etwa aufgedrängtes Umarmen.
Wann können berufliche Vorteile eine sexuelle Belästigung darstellen?
Wenn berufliche Vorteile in Aussicht gestellt werden, sofern im Gegenzug sexuelle Gefälligkeiten gewährt werden.
Kann das Zeigen pornografischer Darstellungen am Arbeitsplatz eine sexuelle Belästigung darstellen?
Ja, wenn die Darstellungen unerwünscht gezeigt oder sichtbar angebracht werden, beispielsweise in Sozialräumen oder im Intranet.
Gilt das Benachteiligungsverbot des AGG auch für das Verhalten unter Arbeitskollegen?
Ja. Es gilt ausdrücklich auch unter Kollegen sowie gegenüber Geschäftspartnern und Beschäftigten von Vertragspartnern des Arbeitgebers.
Welche Pflichten verletzen Beschäftigte, wenn sie Kollegen diskriminieren oder belästigen?
Sie verletzen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten.
Welche arbeitsrechtlichen Maßnahmen können gegen diskriminierende Beschäftigte ergriffen werden?
Je nach Einzelfall beispielsweise eine Versetzung, Abmahnung oder Kündigung.
Wo können sich Beschäftigte bei einer Benachteiligung oder Belästigung beschweren?
Bei der zuständigen Beschwerdestelle des Unternehmens.
Gegen wen kann sich eine Beschwerde nach dem AGG richten?
Gegen den Arbeitgeber, Vorgesetzte, Arbeitskollegen oder Kunden.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber nach Eingang einer AGG-Beschwerde?
Er muss die Beschwerde inhaltlich überprüfen und den beschwerdeführenden Beschäftigten über das Ergebnis informieren.
Warum kann eine Beschwerde nach dem AGG nicht immer vollständig anonym behandelt werden?
Der Arbeitgeber muss den Vorfall aufklären, um geeignete Schutz- und Sanktionsmaßnahmen ergreifen zu können.
Welche Maßnahmen kann der Arbeitgeber zur Aufklärung einer AGG-Beschwerde ergreifen?
Er kann den mutmaßlichen Täter zu den Vorwürfen befragen und Zeugen anhören.
Wann haben Beschäftigte ein Leistungsverweigerungsrecht bei Belästigung oder sexueller Belästigung?
Wenn der Arbeitgeber keine oder offensichtlich ungeeignete Maßnahmen zur Unterbindung der Belästigung ergriffen hat.
Warum muss der Arbeitgeber über eine Belästigung informiert werden, bevor ein Leistungsverweigerungsrecht ausgeübt werden kann?
Nur wenn er davon weiß, kann er schützend eingreifen und geeignete Maßnahmen ergreifen.
Welche Folgen kann eine unberechtigte Leistungsverweigerung haben?
Der Arbeitnehmer verliert seinen Entgeltanspruch und kann je nach Einzelfall abgemahnt oder gekündigt werden.
Welche Ansprüche können bei Verstößen gegen das Benachteiligungsverbot des AGG entstehen?
Schadensersatz- und Entschädigungsansprüche.
Innerhalb welcher Frist müssen Schadensersatz- und Entschädigungsansprüche nach dem Lerntext schriftlich beim Arbeitgeber geltend gemacht werden?
Innerhalb von zwei Monaten nach Kenntnis der Benachteiligung, sofern kein gültiger Tarifvertrag eine andere Frist vorsieht.
Innerhalb welcher Frist muss nach dem Lerntext eine Entschädigungsklage erhoben werden?
Innerhalb von drei Monaten, nachdem der Anspruch schriftlich geltend gemacht wurde.
Was bedeutet Regress bei Entschädigungs- und Schadensersatzzahlungen wegen Diskriminierung?
Der Arbeitgeber kann unter Umständen die gezahlten Beträge vom Täter zurückfordern.
Was bedeutet die Abkürzung AGG?
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz.
Wann trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft?
Am 18.08.2006.
Welches Ziel verfolgt das AGG?
Es soll Beschäftigte vor Benachteiligungen schützen und den Schutz vor Diskriminierung insbesondere am Arbeitsplatz verbessern.
ür wen gilt das Benachteiligungsverbot des AGG im Arbeitsverhältnis?
Für Arbeitgeber und Vorgesetzte sowie für Arbeitskollegen untereinander.
Für welche Personen gilt der Diskriminierungsschutz des AGG?
Für alle Beschäftigten im Sinne des AGG.
Welche Arbeitnehmergruppen werden durch das AGG geschützt?
Arbeitnehmer, Leiharbeitnehmer, Auszubildende, Werkstudenten, Praktikanten, Diplomanden, arbeitnehmerähnliche Personen, Bewerber und unter bestimmten Voraussetzungen ehemalige Arbeitnehmer.
Sind Leiharbeitnehmer durch das AGG geschützt?
Ja, Leiharbeitnehmer gehören zu den geschützten Beschäftigten.
Sind Auszubildende, Werkstudenten und Praktikanten durch das AGG geschützt?
Ja, sie gehören zu den zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten im Sinne des AGG.
Welche arbeitnehmerähnlichen Personen werden durch das AGG geschützt?
Dazu gehören unter anderem Heimarbeiter und ihnen gleichgestellte Personen.
Sind Bewerber durch das AGG geschützt?
Ja, auch Bewerber um eine Stelle, eine betriebliche Weiterbildung oder eine Beförderung.
Sind bereits ausgeschiedene Arbeitnehmer durch das AGG geschützt?
Ja, soweit es um nachwirkende Folgen des Arbeitsverhältnisses geht, beispielsweise die betriebliche Altersversorgung.
Was bedeutet das Benachteiligungsverbot des AGG?
Niemand darf wegen eines geschützten Diskriminierungsmerkmals in einer vergleichbaren Situation schlechter behandelt werden.
Welche sieben Diskriminierungsmerkmale nennt das AGG?
Rasse und ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Identität und Alter. (Rasse und ethnische Herkunft werden im Lerntext als ein gemeinsamer Punkt aufgeführt.)
elche Merkmale umfasst der Schutz vor Benachteiligung wegen Religion und Weltanschauung?
Die Religion und die Weltanschauung einer Person dürfen nicht zu einer unzulässigen Benachteiligung führen.
Welche Bedeutung hat das Diskriminierungsmerkmal Geschlecht?
Beschäftigte dürfen nicht wegen ihres Geschlechts benachteiligt werden.
Was ist die Hauptpflicht des Arbeitgebers?
Die Zahlung des vereinbarten Lohns oder Gehalts.
In welchem Verhältnis stehen die Entgeltzahlungspflicht des Arbeitgebers und die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers?
Sie stehen in einem Gegenseitigkeitsverhältnis.
Wie wird die Höhe der Vergütung normalerweise festgelegt?
Durch Einzelarbeitsvertrag oder Eingruppierung in die Vergütungsgruppen eines Tarifvertrags.
Welche Vergütung gilt, wenn die Höhe nicht vereinbart wurde (§ 612 Abs. 2 BGB)?
Die übliche Vergütung, grundsätzlich der entsprechende Tariflohn.
Wann muss der Arbeitgeber das vereinbarte Entgelt grundsätzlich zahlen (§ 614 BGB)?
Nach Erbringung der Arbeitsleistung. Der Arbeitnehmer ist grundsätzlich vorleistungspflichtig.
Wann wird eine monatlich vereinbarte Vergütung grundsätzlich fällig?
Nach Ablauf des jeweiligen Zeitabschnitts, beispielsweise am Ende des Monats.
Wer trägt bei einer Gehaltsüberweisung das Risiko, dass das Geld ankommt, und die Überweisungskosten?
Der Arbeitgeber (§ 270 Abs. 1 BGB).
Welches Mitbestimmungsrecht hat der Betriebsrat bei der Entgeltzahlung?
Mitbestimmung über Ort, Zeit und Art der Auszahlung (§ 87 Abs. 1 Nr. 4 BetrVG).
Wann verjährt der Anspruch auf Lohn und Gehalt grundsätzlich?
Nach drei Jahren (§ 195 BGB). Die Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden ist (§ 199 BGB).
Welche Besonderheit kann bei der Verjährung von Entgeltansprüchen bestehen?
Tarifverträge können kürzere Verjährungsfristen vorsehen.
Was bedeutet die Pfändungsbeschränkung des Arbeitsentgelts?
Ein angemessener Teil des Lohns muss dem Arbeitnehmer und seinen unterhaltsberechtigten Angehörigen zum Lebensunterhalt verbleiben.
Was gilt für unpfändbare Entgeltansprüche hinsichtlich Abtretung und Verpfändung?
Sie können vom Arbeitnehmer nicht an Dritte abgetreten oder verpfändet werden.
Kann der Arbeitgeber mit unpfändbarem Arbeitsentgelt gegen eigene Forderungen aufrechnen?
Nein. Die Aufrechnung ist insoweit ausgeschlossen (§ 394 BGB).
Was gilt für Vergütungsansprüche bei Insolvenz des Arbeitgebers laut Lerntext?
Vergütungsansprüche, die nach Eintritt der Insolvenz entstehen, sind vorrangig zu befriedigen.
Was ist Zeitlohn?
Eine Vergütung, die nach Zeitabschnitten wie Stunden, Wochen oder Monaten berechnet wird.
: Was ist Leistungslohn?
Eine Vergütung, deren Höhe von der Leistung des Arbeitnehmers abhängt, beispielsweise Akkordlohn oder Prämien.
Welche weiteren Sonderformen der Entgeltzahlung gibt es?
Provision, Tantieme, 13. Monatsgehalt, Gratifikation und Ruhegeld.
Was ist eine individuelle Prämie?
Eine besondere Prämie für einzelne Arbeitnehmer, beispielsweise eine Treueprämie.
Was kennzeichnet ein Prämienlohnsystem?
Eine Sondervergütung für besondere, vom Arbeitnehmer beeinflussbare Leistungen.
Welche Arten von Leistungsprämien gibt es?
Mengen-, Qualitäts-, Nutzungs-, Wertschöpfungs- und Produktivitätsprämien.
Wie kann eine Prämienkurve gestaltet sein?
: Linear, progressiv oder degressiv.
Welche Formen der Prämiengewährung gibt es hinsichtlich der Empfänger?
Einzelprämien und Gruppenprämien.
Was ist eine Provision?
: Eine Vergütung, die als bestimmter Prozentsatz des Wertes eines abgeschlossenen oder vermittelten Geschäfts berechnet wird.
Welche Beispiele für Provisionen gibt es?
Vermittlungs-, Betriebs- und Umsatzprovision.
Welche Arbeitnehmer erhalten typischerweise Provisionen?
: Beispielsweise Handelsvertreter.
: Was ist eine Tantieme?
Eine meist im Ermessen des Arbeitgebers stehende Beteiligung am Gewinn.
Worin unterscheiden sich Provision und Tantieme?
Die Provision hängt vom Wert eines Geschäfts ab. Bei der Tantieme kommt es nicht darauf an, inwieweit der Erfolg einem bestimmten Arbeitnehmer zuzurechnen ist.
Bei welchen Arbeitnehmern finden sich Tantiemevereinbarungen häufig?
Bei leitenden Angestellten.
Welchen rechtlichen Charakter hat das 13. Monatsgehalt?
: Es hat Entgeltcharakter und belohnt die erbrachte Arbeitsleistung.
: Worin unterscheiden sich 13. Monatsgehalt und echtes Weihnachtsgeld?
Das 13. Monatsgehalt ist Arbeitsentgelt. Das echte Weihnachtsgeld ist eine Gratifikation, die unter anderem die Betriebstreue belohnt.
Wann kann das 13. Monatsgehalt wegen Fehlzeiten gekürzt werden?
Wenn die Kürzung, beispielsweise wegen Krankheit, im Arbeitsvertrag festgelegt ist.
Was sind Gratifikationen?
Zusätzliche Zuwendungen neben der normalen Arbeitsvergütung, etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
Welchen Zweck können Gratifikationen erfüllen?
Sie können geleistete Dienste anerkennen oder einen Anreiz für künftige Leistungen schaffen.
Aus welchen Rechtsgrundlagen kann sich ein Anspruch auf Gratifikationen ergeben?
Aus Tarifvertrag, Einzelarbeitsvertrag, betrieblicher Übung oder Gleichbehandlungsgrundsatz.
Was bedeutet der Gleichbehandlungsgrundsatz bei Gratifikationen?
: Arbeitnehmer müssen grundsätzlich gleich behandelt werden. Ein Ausschluss einzelner Beschäftigter benötigt einen sachlich gerechtfertigten Grund.
: Haben geringfügig Beschäftigte Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld?
: Ja, wenn diese Leistungen den übrigen Arbeitnehmern gewährt werden und kein sachlich gerechtfertigter Ausschlussgrund besteht.
Nach welchen Kriterien können Gratifikationen abgestuft werden?
Beispielsweise nach Betriebszugehörigkeit, Familienstand oder Anzahl der Kinder.
: Welche Unterscheidung bei Gratifikationen ist laut Lerntext unzulässig?
Eine Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten.
Wann können Gratifikationen wegen Fehlzeiten gekürzt werden?
: Wenn die Kürzung zuvor vereinbart wurde oder sich aus der maßgeblichen Rechtsquelle ergibt.
Wann sind anteilige Kürzungen einer Gratifikation ohne besondere Vereinbarung möglich?
Wenn die Gratifikation ausschließlich Entgeltcharakter hat, wie es beim 13. Monatsgehalt in der Regel der Fall ist.
Was gilt bei einer Gratifikation, die auch die künftige Betriebstreue belohnen soll?
Nach dem Lerntext besteht bei erfülltem Treuezweck grundsätzlich der volle Anspruch, sofern die maßgeblichen Voraussetzungen vorliegen.
Was gilt für Gratifikationen, wenn ein Arbeitnehmer vor dem Stichtag ausscheidet?
Entscheidend ist der Zweck: Bei Belohnung geleisteter Arbeit kommt eine anteilige Zahlung infrage, bei Belohnung der Betriebstreue grundsätzlich kein Anspruch.
Was empfiehlt der Lerntext zur Vermeidung von Streit über Sonderzahlungen?
Voraussetzungen, Höhe, Kürzungen, Aufkündigung und mögliche Rückzahlung sollten konkret vereinbart werden.
Wann können Gratifikationen zurückgefordert werden?
Unter zuvor festgelegten, rechtlich zulässigen Bedingungen, insbesondere bei einem Ausscheiden kurz nach der Auszahlung.
Sind Rückzahlungsklauseln für Gratifikationen bis 100 Euro zulässig?
Nach dem Lerntext sind sie nicht zulässig.
Welche Bindungsfrist kann bei einer Gratifikation über 100 Euro, aber unter einem Monatsgehalt, vereinbart werden?
Eine Rückzahlung bei Ausscheiden bis zum 31. März des Folgejahres kann vereinbart werden.
Welche Bindungsfrist kann bei einem Weihnachtsgeld von mindestens einem Monatsgehalt vereinbart werden?
Eine Rückzahlung bei Ausscheiden bis zum 30. Juni des Folgejahres kann vereinbart werden.
: Sind Rückzahlungsklauseln für ein Ausscheiden nach dem 30. Juni des Folgejahres zulässig?
Nach dem Lerntext sind solche Klauseln unzulässig.
Was versteht man unter den Nebenpflichten des Arbeitgebers?
Sie werden unter dem Begriff Fürsorgepflicht zusammengefasst.
In welchem Verhältnis stehen Fürsorgepflicht und Treuepflicht?
Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist das Gegenstück zur Treuepflicht des Arbeitnehmers.
: Welche Pflichten umfasst die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers?
Schutz-, Sorgfalts- und Auskunftspflichten.
Welche grundlegende Schutzpflicht hat der Arbeitgeber nach § 618 BGB?
Er muss das Leben und die Gesundheit des Arbeitnehmers schützen.
Was verlangt § 618 Abs. 1 BGB vom Arbeitgeber?
: Arbeitsräume, Vorrichtungen und Gerätschaften müssen so eingerichtet und unterhalten werden, dass Beschäftigte möglichst vor Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind.
Welche Gesetze und Verordnungen konkretisieren den Arbeitsschutz?
ArbSchG, ASiG, ArbStättV, BetrSichV sowie berufsgenossenschaftliche Vorschriften.
Welches Ziel verfolgt das Arbeitsschutzgesetz?
Einen umfassenden Schutz der Arbeitnehmer durch Maßnahmen zum Arbeitsschutz.
Welche Aufgabe hat die Arbeitsstättenverordnung?
Sie legt allgemeine Schutzziele und Mindestvorschriften für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten fest.
Welche Bereiche werden von der Arbeitsstättenverordnung erfasst?
Unter anderem Arbeits-, Sanitär-, Pausen- und Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte, Fluchtwege und Arbeitsplätze im Freien.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber zum Nichtraucherschutz?
Er muss geeignete organisatorische oder bauliche Maßnahmen ergreifen. Ist eine Trennung nicht möglich, muss er ein Rauchverbot verhängen.
Wann muss der Arbeitgeber Maßnahmen zum Nichtraucherschutz ergreifen?
Eigenständig und rechtzeitig, nicht erst nach Beschwerden oder Erkrankungen von Nichtrauchern.
: Welche Bedeutung haben die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR)?
Sie unterstützen die praktische Umsetzung der Arbeitsstättenverordnung durch anerkannte Regeln und gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse.
Welche Behörden überwachen den Vollzug der Arbeitsstättenverordnung?
: Staatliche Arbeitsschutzbehörden, beispielsweise Gewerbeaufsichtsämter und Ämter für Arbeitsschutz.
uf welche Gefahren erstreckt sich die arbeitsschutzrechtliche Schutzpflicht?
Auf Gefahren, die durch die Erbringung der Arbeitsleistung erhöht werden.
Welche Rechte hat der Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber seine Schutzpflicht verletzt?
Er kann Erfüllung verlangen, gegebenenfalls ein Zurückbehaltungsrecht oder eine Arbeitseinstellung ausüben und bei Gesundheitsschäden Schadensersatz beanspruchen.
Welche Pflicht hat der Arbeitgeber hinsichtlich eingebrachter Sachen des Arbeitnehmers?
Er muss eingebrachte Sachen und das Vermögen des Arbeitnehmers schützen.
Was muss der Arbeitgeber für notwendigerweise mitgebrachte Gegenstände bereitstellen?
Geeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten.
Was bedeutet Persönlichkeitsschutz im Arbeitsverhältnis?
Der Arbeitgeber muss das Persönlichkeitsrecht und die Menschenwürde des Arbeitnehmers achten und vor Beeinträchtigungen schützen.
Wovor muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer im Rahmen des Persönlichkeitsschutzes schützen?
Unter anderem vor Übergriffen, Misshandlungen und Mobbing durch Kollegen oder Vorgesetzte.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber beim Umgang mit Personalakten und Gesundheitsdaten?
Er muss Personalakten sorgfältig aufbewahren und vertrauliche Informationen, beispielsweise zum Gesundheitszustand, schützen.
Was bedeutet eine menschengerechte Gestaltung des Arbeitsumfelds?
Arbeitsmittel, Arbeitsorganisation und Betrieb sollen das psychische und physische Wohlbefinden der Beschäftigten möglichst berücksichtigen.
Welche Pflichten ergeben sich aus der Fürsorgepflicht bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses?
Der Arbeitgeber muss angemessene Zeit zur Stellensuche gewähren und ein Zeugnis ausstellen (§§ 629, 630 BGB).
Was enthält ein einfaches Arbeitszeugnis?
Angaben über Art und Dauer der Beschäftigung.
Was enthält ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?
Angaben über Art und Dauer der Beschäftigung sowie über Leistung und Führung des Arbeitnehmers.
Wann muss das Arbeitszeugnis spätestens ausgehändigt werden?
pätestens bei Ablauf der Kündigungsfrist.
Wann kann der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verwirkt werden?
Wenn zwischen dem Ende des Arbeitsverhältnisses und der Geltendmachung eine große zeitliche Differenz liegt.
Wann kann ein Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis verlangen?
Bei begründetem Anlass, etwa zur Stellensuche, bei einem Vorgesetztenwechsel, einer Versetzung oder einer wesentlich veränderten Aufgabe.
Welche Bestandteile umfasst der typische Aufbau eines Arbeitszeugnisses?
Überschrift, Eingangssatz, Aufgabenbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Verhaltensbeurteilung, Schlussabsatz, Datum und Unterschriften.
Welche Angaben enthält der Eingangssatz eines Arbeitszeugnisses?
Personalien, Funktion und Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Was gehört in die Aufgabenbeschreibung eines Arbeitszeugnisses?
Hierarchische Position, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung.
Welche Aspekte umfasst die Leistungsbeurteilung im Arbeitszeugnis?
Arbeitsbereitschaft, Arbeitsbefähigung, Arbeitsweise, Arbeitserfolg und gegebenenfalls besondere Erfolge oder Führungsleistungen.
Was wird in der Verhaltensbeurteilung eines Arbeitszeugnisses bewertet?
Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Dritten und gegebenenfalls das sonstige Verhalten.
Welche Bestandteile kann der Schlussabsatz eines Arbeitszeugnisses enthalten?
Beendigungsformel, Dankes- und Bedauernsformel sowie Zukunftswünsche.
: Welche drei Grundkriterien muss ein Arbeitszeugnis erfüllen?
Es muss wahr, vollständig und wohlwollend sein.
Warum sollen einmalige, untypische negative Vorfälle nicht in ein Arbeitszeugnis aufgenommen werden?
Weil sie für die charakteristische Führung und Leistung des Arbeitnehmers nicht aussagekräftig sind.
Wann darf der Entlassungsgrund im Arbeitszeugnis angegeben werden?
Wenn er in einem sachlichen Zusammenhang mit der Führung und Leistung des Arbeitnehmers steht.
Welche Bedeutung haben Form, Wortwahl und Satzstellung im Arbeitszeugnis?
Sie dürfen keine unrichtigen Vorstellungen über den Arbeitnehmer hervorrufen. Entscheidend ist der Gesamteindruck.
: Was versteht man unter der Zeugnissprache?
Üblicherweise positiv formulierte Bewertungen, die durch bestimmte Formulierungen unterschiedliche Leistungsstufen ausdrücken.
Was bedeutet „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ im Beispielschema des Lerntextes?
Sehr gute Leistung.
Welche Bewertung drückt „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ im Beispielschema aus?
Gute Leistung.
Welche Bewertung drückt „zu unserer vollen Zufriedenheit“ im Beispielschema aus?
Befriedigende Leistung.
Welche Bewertung drückt „(stets) zu unserer Zufriedenheit“ im Beispielschema aus?
Ausreichende Leistung.
Welche Formulierungen weist der Lerntext als Beispiele für mangelhafte Leistungen aus?
„Insgesamt zu unserer Zufriedenheit“ oder „war bemüht, zu unserer Zufriedenheit zu arbeiten“.
Wer muss die dem Arbeitszeugnis zugrunde liegenden Tatsachen und Bewertungen beweisen?
Der Arbeitgeber
Welche Ansprüche hat ein Arbeitnehmer bei einem unrichtigen Arbeitszeugnis?
Er kann die Berichtigung verlangen und bei Vorliegen eines Schadens Schadensersatz geltend machen.
Wann kann der Arbeitgeber gegenüber einem Dritten für ein unrichtiges Arbeitszeugnis haften?
Wenn der Dritte auf das unrichtige Zeugnis vertraut und dadurch einen Schaden erleidet.
Wann kann ein verspätet ausgestelltes Arbeitszeugnis Schadensersatz auslösen?
Wenn die Verspätung einen Schaden verursacht, beispielsweise dazu führt, dass der Arbeitnehmer keine neue Stelle findet.
Wer muss den Schaden bei einem verspäteten oder unrichtigen Arbeitszeugnis darlegen und beweisen?
Der Arbeitnehmer muss seinen entstandenen Schaden, beispielsweise Minderverdienst, darlegen und beweisen.
Was gilt für die Genehmigungspflicht von Nebentätigkeiten, wenn diese im Arbeitsvertrag vereinbart wurde?
Auch bei einer vereinbarten Genehmigungspflicht darf die Zustimmung nicht ohne sachlichen Grund verweigert werden, sofern die Nebentätigkeit keine berechtigten Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigt.
Was bedeutet das Wettbewerbsverbot während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses?
Der Arbeitnehmer darf seinem Arbeitgeber während des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich keine unzulässige Konkurrenz machen.
Besteht nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses automatisch ein Wettbewerbsverbot?
Nein. Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot muss grundsätzlich ausdrücklich vereinbart werden und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Welche Voraussetzungen nennt das Skript für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot?
Es muss schriftlich vereinbart sein, darf das berufliche Fortkommen nicht unangemessen einschränken, darf grundsätzlich höchstens zwei Jahre dauern und setzt eine Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte der zuletzt bezogenen vertragsmäßigen Leistungen voraus.
Was versteht man unter der Schadensanzeige- und Schadensabwendungspflicht des Arbeitnehmers?
Der Arbeitnehmer muss drohende Schäden und Betriebsstörungen anzeigen und im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Abwendung von Schäden beitragen.
Welche arbeitsrechtlichen Folgen können schuldhafte Verletzungen von Nebenpflichten haben?
Je nach Schwere und Umständen können Ermahnung, Abmahnung, Schadensersatz oder Kündigung infrage kommen. Eine Kündigung ist grundsätzlich das letzte Mittel.
Was ist eine Ermahnung im Arbeitsrecht?
Eine Ermahnung ist eine Vorstufe der Abmahnung. Sie soll den Arbeitnehmer über eine Pflichtverletzung informieren und ihn auffordern, sich künftig vertragsgemäß zu verhalten.
Was versteht man unter einer arbeitsrechtlichen Abmahnung?
Eine Abmahnung ist die konkrete Rüge eines vertragswidrigen Verhaltens. Sie weist auf die verletzte Pflicht hin und warnt vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen, insbesondere vor einer möglichen Kündigung bei Wiederholung.
Welche drei Hauptfunktionen hat eine Abmahnung nach dem Skript?
Dokumentationsfunktion: Der Pflichtverstoß wird konkret festgehalten.
Hinweisfunktion: Der Arbeitnehmer erfährt, welches Verhalten beanstandet wird.
Warnfunktion: Für den Wiederholungsfall werden arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht.
Welche Angaben sollte eine Abmahnung enthalten?
Sie sollte den konkreten Pflichtverstoß nachvollziehbar beschreiben, insbesondere mit Angaben zu Ort, Datum und Geschehen. Außerdem sollte sie die verletzte arbeitsvertragliche Pflicht benennen und deutlich auf mögliche Konsequenzen bei Wiederholung hinweisen.
Muss eine Abmahnung zwingend schriftlich erfolgen?
Nein. Nach dem Skript ist sie grundsätzlich formfrei und kann auch mündlich erfolgen. Aus Gründen der Beweissicherung wird die schriftliche Form empfohlen.
Gibt es eine gesetzlich festgelegte Frist für den Ausspruch einer Abmahnung?
Es gibt grundsätzlich keine feste gesetzliche Frist. Die Abmahnung sollte jedoch in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem beanstandeten Verhalten ausgesprochen werden.
Beispielsweise wenn eine Verhaltensänderung nicht zu erwarten ist oder wenn die Pflichtverletzung so schwerwiegend ist, dass dem Arbeitnehmer klar sein musste, dass der Arbeitgeber sie nicht hinnehmen wird. Auch ein nachhaltig zerstörtes Vertrauensverhältnis kann relevant sein.
Wer darf eine Abmahnung aussprechen?
t: Nach dem Skript dürfen Vorgesetzte abmahnen, die aufgrund ihrer Aufgabenstellung verbindliche Anweisungen zu Ort, Zeit und Art der Arbeitsleistung erteilen können. Sie müssen nicht zwingend selbst kündigungsberechtigt sein.
Muss der Betriebsrat vor jeder Abmahnung beteiligt werden?
Nein. Nach dem Skript besteht bei der individuellen Abmahnung grundsätzlich kein Beteiligungsrecht des Betriebsrats.
Welche Wirkung hat eine Abmahnung auf den bereits abgemahnten Pflichtverstoß?
er Arbeitgeber bringt zum Ausdruck, dass er den konkreten Vorfall nicht zum Anlass einer Kündigung nimmt. Derselbe bereits abgemahnte Sachverhalt kann grundsätzlich nicht einfach erneut als Kündigungsgrund verwendet werden.
Wann kann nach einer Abmahnung eine verhaltensbedingte Kündigung infrage kommen?
Wenn der Arbeitnehmer erneut eine vergleichbare Pflichtverletzung begeht und die weiteren rechtlichen Voraussetzungen für eine Kündigung erfüllt sind. Dabei kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an.
Warum ist die Gleichartigkeit der Pflichtverletzung nach einer Abmahnung wichtig?
ie Abmahnung warnt vor den Konsequenzen eines bestimmten Verhaltens. Für eine darauf gestützte Kündigung muss der erneute Pflichtverstoß grundsätzlich einen vergleichbaren Bezug zu dem zuvor abgemahnten Verhalten haben.
Warum kann nach mehreren Abmahnungen eine letzte Abmahnung sinnvoll sein?
Sie kann deutlich machen, dass ein erneuter vergleichbarer Pflichtverstoß nun ernsthaft zur Kündigung führen kann. Entscheidend ist, dass die Warnung klar und die Kündigung rechtlich gerechtfertigt ist.
: Wann kann ein Arbeitnehmer die Entfernung einer Abmahnung aus der Personalakte verlangen?
: Beispielsweise wenn die Abmahnung falsche Tatsachen enthält, rechtlich unberechtigt ist oder auf einem Verhalten beruht, das auch im Wiederholungsfall keine Kündigung rechtfertigen könnte. Die Voraussetzungen sind im Einzelfall zu prüfen.
Darf ein Arbeitnehmer zu einer Abmahnung Stellung nehmen?
Ja. Der Arbeitnehmer kann sich zu den Vorwürfen äußern. Nach dem Skript sind entsprechende Erklärungen unter den genannten Voraussetzungen zur Personalakte zu nehmen.
Warum ist die Beweissicherung bei einer Abmahnung wichtig?
Der Arbeitgeber muss im Streitfall darlegen und beweisen können, dass eine Abmahnung ausgesprochen wurde und welchen Inhalt sie hatte. Deshalb ist eine schriftliche Dokumentation sinnvoll.
: Was versteht man unter einer Betriebsbuße?
Eine Betriebsbuße ist eine innerbetriebliche Sanktion für einen Verstoß gegen betriebliche Regeln. Sie soll vertragsgemäßes Verhalten fördern und kann beispielsweise eine Geldbuße vorsehen.
Welche Rechtsgrundlage ist für die Verhängung einer Betriebsbuße erforderlich?
Eine wirksame Rechtsgrundlage, beispielsweise im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung. Ein Tarifvertrag kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ebenfalls eine Grundlage bieten.
Welche Rolle hat der Betriebsrat bei der Einführung und Verhängung von Betriebsbußen?
Nach dem Skript ist der Betriebsrat bei der Verhängung einer Betriebsbuße in jedem Einzelfall nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG zu beteiligen.
Was kann ein Gericht bei einer Betriebsbuße überprüfen?
Es kann prüfen, ob eine wirksame Rechtsgrundlage besteht, ob der umschriebene Tatbestand tatsächlich erfüllt wurde und ob die Sanktion angemessen ist.
Darf der Arbeitgeber bei fehlerhafter Arbeit automatisch den Lohn kürzen?
: Nein. Fehlerhafte Arbeit berechtigt grundsätzlich nicht automatisch zur Lohnminderung. Ob Ansprüche bestehen, hängt vom Einzelfall und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Was versteht man unter Arbeitnehmerhaftung?
Arbeitnehmerhaftung bezeichnet die rechtliche Verantwortung eines Arbeitnehmers für Schäden, die er im Zusammenhang mit seiner Arbeit verursacht. Im Arbeitsrecht wird die Haftung durch Grundsätze des innerbetrieblichen Schadensausgleichs begrenzt.
Wovon hängt der Umfang der Arbeitnehmerhaftung nach den Grundsätzen des innerbetrieblichen Schadensausgleichs ab?
Vor allem vom Grad des Verschuldens. Unterschieden wird zwischen leichter, mittlerer und grober Fahrlässigkeit sowie Vorsatz.
Wie haftet ein Arbeitnehmer bei vorsätzlicher Schadensverursachung im Rahmen seiner Arbeit?
Grundsätzlich haftet er voll, wenn sowohl die Pflichtverletzung als auch der Schaden vom Vorsatz erfasst sind.
Wie haftet ein Arbeitnehmer bei grober Fahrlässigkeit im Rahmen seiner Arbeit?
Grundsätzlich kann eine volle Haftung bestehen. Je nach den Umständen des Einzelfalls kann jedoch eine Haftungsbegrenzung gerechtfertigt sein.
Was versteht man unter grober Fahrlässigkeit im Arbeitsrecht?
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn besonders naheliegende Sorgfaltsregeln in schwerwiegender Weise missachtet werden, obwohl sie jedem in der konkreten Situation hätten einleuchten müssen.
Wie wird der Schaden bei mittlerer Fahrlässigkeit eines Arbeitnehmers grundsätzlich verteilt?
Der Schaden wird in der Regel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Die genaue Verteilung richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls.
Welche Faktoren werden bei der Haftungsverteilung bei mittlerer Fahrlässigkeit berücksichtigt?
Beispielsweise:
Vorhersehbarkeit des Schadens,
Schadensrisiko der Tätigkeit,
Art und Schwierigkeit der Arbeit,
Einweisung und Organisation durch den Arbeitgeber,
Persönlichkeit und Stellung des Arbeitnehmers,
Möglichkeiten zur Schadensvermeidung oder Versicherung.
Wie haftet ein Arbeitnehmer bei leichter Fahrlässigkeit im Rahmen einer betrieblichen Tätigkeit?
Bei leichter oder leichtester Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer im Innenverhältnis zum Arbeitgeber grundsätzlich nicht.
Was ist der Unterschied zwischen der Haftung des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber und gegenüber einem außenstehenden Dritten?
Im Innenverhältnis zum Arbeitgeber gelten die Grundsätze des innerbetrieblichen Schadensausgleichs. Gegenüber einem geschädigten Dritten kann der Arbeitnehmer zunächst nach den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln haften; unter bestimmten Voraussetzungen kann er vom Arbeitgeber Freistellung verlangen.
Wie kann sich ein Mitverschulden des Arbeitgebers auf die Arbeitnehmerhaftung auswirken?
Nach § 254 BGB kann ein Mitverschulden des Arbeitgebers zu einer Verringerung oder zum Ausschluss der Haftung des Arbeitnehmers führen, beispielsweise wenn der Arbeitgeber mangelhaftes Arbeitsmaterial bereitgestellt hat.
Karte 107
Wer muss grundsätzlich beweisen, dass ein Arbeitnehmer eine Pflichtverletzung zu vertreten hat?
Nach § 619a BGB muss grundsätzlich der Arbeitgeber beweisen, dass der Arbeitnehmer die Pflichtverletzung zu vertreten hat.
Was versteht man unter der Treuepflicht des Arbeitnehmers?
Die Treuepflicht verpflichtet den Arbeitnehmer, auf die berechtigten Interessen des Arbeitgebers Rücksicht zu nehmen und alles zu unterlassen, was diese Interessen unzulässig beeinträchtigt. Sie ergibt sich insbesondere aus § 241 Abs. 2 BGB.
Wie hängt die Treuepflicht des Arbeitnehmers mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers
ie Treuepflicht ist das Gegenstück zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Beide Seiten müssen im Rahmen des Arbeitsverhältnisses Rücksicht auf die berechtigten Interessen der jeweils anderen Seite nehmen.
Wovon hängt der Umfang der Treuepflicht eines Arbeitnehmers ab?
: Er richtet sich unter anderem nach der Stellung des Arbeitnehmers im Betrieb. Bei leitenden Angestellten kann die Treuepflicht weiter reichen als bei anderen Beschäftigten.
Was bedeutet die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers?
Der Arbeitnehmer muss über geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen bewahren. Diese Pflicht kann auch nach Ende des Arbeitsverhältnisses fortbestehen.
Darf ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer grundsätzlich jede Nebentätigkeit verbieten?
Nein. Wegen der Berufsfreiheit aus Art. 12 Abs. 1 GG sind Nebentätigkeiten grundsätzlich zulässig. Einschränkungen kommen insbesondere infrage, wenn die Arbeitsleistung beeinträchtigt wird oder berechtigte Interessen des Hauptarbeitgebers betroffen sind.
e: Wann kann eine Nebentätigkeit eines Arbeitnehmers unzulässig sein?
rt: Wenn sie beispielsweise die Leistungsfähigkeit im Hauptarbeitsverhältnis beeinträchtigt, zu unzulässiger Konkurrenz führt oder berechtigte Interessen des Hauptarbeitgebers verletzt.
Darf der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch während der Elternzeit kürzen?
Nach § 17 BEEG kann der Arbeitgeber den Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel kürzen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was gilt für Resturlaub, den ein Arbeitnehmer vor Beginn der Elternzeit nicht nehmen konnte?
Nicht genommener Resturlaub ist nach der Elternzeit im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr zu gewähren, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welches Gesetz regelt die Entgeltfortzahlung bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit?
Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG).
Wie lange besteht bei unverschuldeter krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung?
Grundsätzlich bis zu sechs Wochen je maßgeblichem Krankheitsfall, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wann entsteht der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall frühestens?
Nach § 3 Abs. 3 EntgFG entsteht der Anspruch grundsätzlich erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Führt jede medizinisch festgestellte Krankheit automatisch zu einem Anspruch auf Entgeltfortzahlung?
Nein. Die Krankheit muss dazu führen, dass der Arbeitnehmer seine konkrete Arbeitsleistung nicht erbringen kann oder diese nur unter der Gefahr einer Verschlimmerung möglich wäre.
Welche Voraussetzung muss für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung hinsichtlich des Verschuldens erfüllt sein?
Die Arbeitsunfähigkeit darf nicht vom Arbeitnehmer im rechtlichen Sinne verschuldet sein. Nicht jedes Fehlverhalten oder jede Ordnungswidrigkeit führt automatisch zum Verlust des Anspruchs.
Wann kann eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nach der im Skript dargestellten Auffassung als selbstverschuldet gelten?
Beispielsweise wenn die Arbeitsunfähigkeit durch ein besonders leichtsinniges und unverantwortliches Verhalten verursacht wurde oder der Arbeitnehmer grob gegen die eigenen gesundheitlichen Interessen verstoßen hat. Die Bewertung hängt vom Einzelfall ab.
Welche Pflichten hat ein Arbeitnehmer bei Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit?
Er muss dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen und die gesetzlich erforderlichen Nachweise erbringen.
Wann kann der Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit verlangen?
Nach der im Skript dargestellten Regelung muss bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen die ärztliche Bescheinigung spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorliegen. Der Arbeitgeber kann sie auch früher verlangen. Bei gesetzlich Versicherten gelten die aktuellen Regeln zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Welche Folge kann es haben, wenn ein Arbeitnehmer seine Nachweispflichten bei Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt?
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung vorübergehend verweigern, bis der erforderliche Nachweis erbracht wurde.
Welche Beweiswirkung hat eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?
Sie ist ein wichtiges Beweismittel für die Arbeitsunfähigkeit. Ihre Beweiswirkung kann jedoch erschüttert werden, wenn konkrete Tatsachen begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit hervorrufen.
Wann entsteht bei wiederholter Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Erkrankung ein neuer Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung?
Nach § 3 Abs. 1 Satz 2 EntgFG grundsätzlich, wenn entweder mindestens sechs Monate keine Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Krankheit bestanden hat oder seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieser Krankheit zwölf Monate vergangen sind.
as versteht man unter einem einheitlichen Verhinderungsfall bei der Entgeltfortzahlung?
Ein einheitlicher Verhinderungsfall liegt nach der im Skript dargestellten Regelung vor, wenn während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzutritt, die ebenfalls Arbeitsunfähigkeit verursachen würde. Dadurch beginnt nicht automatisch eine neue Sechswochenfrist.
Was bedeutet das Lohnausfallprinzip bei der Entgeltfortzahlung?
Der Arbeitnehmer erhält grundsätzlich das Arbeitsentgelt, das er ohne die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit verdient hätte. Überstundenvergütung wird nach der gesetzlichen Grundregel nicht berücksichtigt.
Was gilt, wenn ein Arbeitnehmer wegen einer Krankheit einen Verdienstausfallschaden gegenüber einem Dritten geltend machen kann?
Nach § 6 EntgFG kann der Schadensersatzanspruch in Höhe der vom Arbeitgeber geleisteten Entgeltfortzahlung kraft Gesetzes auf den Arbeitgeber übergehen.
Warum muss der Arbeitgeber im Fall einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nicht automatisch die Entgeltfortzahlung verweigern, wenn der Arbeitnehmer einen Verkehrsverstoß begangen hat?
Ein Verkehrsverstoß führt nicht automatisch zu einem Verschulden im Sinne des Entgeltfortzahlungsgesetzes. Entscheidend sind die konkreten Umstände und die rechtliche Bewertung des Verhaltens.
Was versteht man unter Annahmeverzug des Arbeitgebers nach § 615 BGB?
Annahmeverzug liegt vor, wenn der Arbeitnehmer seine geschuldete Arbeitsleistung ordnungsgemäß anbietet, der Arbeitgeber sie aber nicht annimmt, obwohl die Voraussetzungen für die Arbeitsleistung vorliegen.
Welche Ansprüche hat ein Arbeitnehmer bei Annahmeverzug des Arbeitgebers?
Der Arbeitnehmer kann grundsätzlich die vereinbarte Vergütung für die ausgefallene Arbeit verlangen, ohne diese nachleisten zu müssen. Er muss sich bestimmte anderweitige Einkünfte anrechnen lassen.
Muss ein Arbeitnehmer bei Annahmeverzug des Arbeitgebers die ausgefallene Arbeit später nachholen?
Grundsätzlich nein. Bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 615 BGB bleibt der Vergütungsanspruch bestehen, ohne dass die ausgefallene Arbeit nachgeleistet werden muss.
Was muss ein Arbeitnehmer bei einem unstreitigen Arbeitsverhältnis grundsätzlich tun, damit Annahmeverzug des Arbeitgebers eintreten kann?
Er muss die geschuldete Arbeitsleistung grundsätzlich tatsächlich anbieten, beispielsweise am Arbeitsplatz erscheinen und seine Arbeitsbereitschaft zeigen.
Was gilt bei Annahmeverzug, wenn der Arbeitgeber gekündigt hat und sich später herausstellt, dass die Kündigung unwirksam war?
: Wenn das Arbeitsverhältnis rechtlich fortbestand und der Arbeitgeber die Arbeitsleistung nicht angenommen hat, kann Annahmeverzug vorliegen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann ein tatsächliches erneutes Arbeitsangebot entbehrlich sein.
Was versteht man unter der Betriebsrisikolehre im Arbeitsrecht?
Die Betriebsrisikolehre besagt, dass der Arbeitgeber grundsätzlich das Risiko für bestimmte betriebliche Störungen trägt. Kann deshalb nicht gearbeitet werden, bleibt der Vergütungsanspruch des Arbeitnehmers unter den gesetzlichen Voraussetzungen bestehen.
Welche Ereignisse gehören typischerweise zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers?
Ausfall von Maschinen,
Stromausfall,
Mangel an benötigtem Material,
andere betriebliche Störungen, die die Arbeitsleistung unmöglich machen.
Was versteht man unter dem Wirtschaftsrisiko des Arbeitgebers?
Das Wirtschaftsrisiko umfasst insbesondere wirtschaftliche Umstände, durch die die Arbeitsleistung wirtschaftlich nicht sinnvoll genutzt werden kann, beispielsweise Auftragsmangel.
Wer trägt grundsätzlich das Betriebs- und Wirtschaftsrisiko, wenn die Arbeit wegen eines betrieblichen Ausfalls nicht erbracht werden kann?
Grundsätzlich der Arbeitgeber. Der Vergütungsanspruch des Arbeitnehmers kann deshalb trotz Arbeitsausfalls bestehen bleiben. Abweichende Regelungen und besondere gesetzliche Voraussetzungen sind zu prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Nichtleistung und Schlechtleistung im Arbeitsrecht?
Nichtleistung bedeutet, dass der Arbeitnehmer die geschuldete Arbeit überhaupt nicht erbringt. Schlechtleistung liegt vor, wenn er zwar arbeitet, seine Arbeitsleistung aber mangelhaft erbringt.
Welche Beispiele nennt das Skript für eine Schlechtleistung des Arbeitnehmers?
: Beispielsweise zu viel Ausschuss produzieren, zu langsam arbeiten oder fremde Gegenstände beschädigen.
Schuldet ein Arbeitnehmer nach dem Dienstvertragsrecht grundsätzlich einen bestimmten Arbeitserfolg?
Nein. Grundsätzlich schuldet er die vereinbarte Arbeitsleistung, nicht automatisch einen bestimmten Erfolg. Er muss seine Arbeit im Rahmen seiner Fähigkeiten und der vereinbarten Pflichten erbringen.
Welche arbeitsrechtlichen Reaktionen kommen bei Nichtleistung oder Schlechtleistung infrage?
Je nach Sachverhalt können insbesondere in Betracht kommen:
Ermahnung oder Abmahnung,
Kündigung,
Schadensersatz,
unter bestimmten Voraussetzungen die Verweigerung der Vergütung für nicht erbrachte Leistungen.
Welche Mutterschutzfrist gilt vor der Entbindung?
In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung darf eine schwangere Frau grundsätzlich nur beschäftigt werden, wenn sie sich ausdrücklich dazu bereit erklärt. Diese Erklärung kann sie jederzeit widerrufen.
Welche Mutterschutzfrist gilt nach der Entbindung?
Grundsätzlich besteht ein Beschäftigungsverbot von acht Wochen nach der Entbindung. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten sowie in bestimmten weiteren gesetzlichen Fällen beträgt die Frist zwölf Wochen.
Was gilt bei einer vorzeitigen Entbindung für die Mutterschutzfrist nach der Geburt?
enn vor der Entbindung nicht alle sechs Wochen der Schutzfrist genutzt werden konnten, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um die entsprechenden nicht in Anspruch genommenen Tage, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche besonderen Arbeitszeiten und Tätigkeiten können nach dem Mutterschutzgesetz verboten oder eingeschränkt sein?
Bestimmte gefährdende Tätigkeiten sowie Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit können verboten oder nur unter gesetzlichen Voraussetzungen zulässig sein. Maßgeblich sind die konkreten Vorschriften des Mutterschutzgesetzes und die jeweilige Tätigkeit.
Was gilt für den Urlaubsanspruch während mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote?
Der Urlaubsanspruch entsteht grundsätzlich weiter. Eine Kürzung des Erholungsurlaubs wegen mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote ist nicht zulässig.
Welcher Kündigungsschutz gilt während der Schwangerschaft und nach der Entbindung?
Grundsätzlich besteht ein Kündigungsverbot während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ausnahmen bedürfen einer behördlichen Zulassung.
Welche finanziellen Leistungen sollen Frauen während der Mutterschutzfristen absichern?
Insbesondere Mutterschaftsgeld und gegebenenfalls der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld. Bei bestimmten Beschäftigungsverboten außerhalb der Schutzfristen kann Mutterschutzlohn in Betracht kommen.
Was versteht man unter Mutterschutzlohn?
Mutterschutzlohn ist das Arbeitsentgelt, das unter den gesetzlichen Voraussetzungen bei einem Beschäftigungsverbot außerhalb der Mutterschutzfristen weitergezahlt wird.
Welche Aufgabe hat der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld?
Er soll die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkasse und dem maßgeblichen durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt ausgleichen, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welchen Zweck hat die Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG)?
Sie soll Eltern ermöglichen, Kindererziehung und Berufstätigkeit miteinander zu vereinbaren.
Wie lange können Eltern grundsätzlich Elternzeit nehmen?
Nach § 15 BEEG besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann ein Teil der Elternzeit auf einen späteren Zeitraum übertragen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Elternzeit und Elterngeld?
Elternzeit ist die arbeitsrechtliche Freistellung von der Arbeit. Elterngeld ist eine staatliche finanzielle Leistung, die den Einkommensausfall nach der Geburt eines Kindes teilweise ausgleichen soll.
Wie hoch ist das Basiselterngeld nach den allgemeinen Grundsätzen des BEEG?
Das Basiselterngeld ersetzt abhängig vom maßgeblichen Einkommen einen Teil des wegfallenden Erwerbseinkommens. Es gelten gesetzliche Mindest- und Höchstbeträge sowie weitere Berechnungsvoraussetzungen.
Welche Arbeitszeitgrenze gilt während des Elterngeldbezugs nach der im Skript genannten Regelung?
Das Skript nennt höchstens 32 Wochenstunden. Die aktuell geltenden Voraussetzungen und Einkommensgrenzen sind im Einzelfall zu prüfen.
Wann muss Elternzeit beim Arbeitgeber angemeldet werden?
Für Elternzeit vor dem dritten Geburtstag des Kindes gilt grundsätzlich eine Anmeldefrist von sieben Wochen. Für spätere Zeiträume gelten andere Fristen. Die gesetzlichen Formvorschriften sind zu beachten.
Welcher Kündigungsschutz gilt während der Elternzeit?
Während der Elternzeit besteht grundsätzlich ein besonderer Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen und gegebenenfalls mit behördlicher Zulassung möglich.
Darf der Arbeitgeber bereits zugesagten Urlaub widerrufen?
Nach dem Skript kommt ein Widerruf nur bei dringenden, nicht vorhersehbaren Gründen in Betracht. Dem Arbeitnehmer müssen dadurch entstandene Aufwendungen ersetzt werden. Die konkrete rechtliche Zulässigkeit ist im Einzelfall zu prüfen.
Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat bei der Urlaubsplanung?
: Nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrechte bei allgemeinen Urlaubsgrundsätzen, Urlaubsplänen und bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs einzelner Arbeitnehmer, wenn keine Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erzielt wird.
Unter welchen Voraussetzungen kann Urlaub auf das nächste Kalenderjahr übertragen werden?
Eine Übertragung kommt insbesondere bei dringenden persönlichen Gründen, beispielsweise Krankheit, oder dringenden betrieblichen Gründen, beispielsweise termingebundenen Aufträgen, in Betracht.
Bis wann muss übertragener Urlaub nach der im Skript dargestellten Grundregel genommen werden?
: Grundsätzlich bis zum 31. März des Folgejahres.
Welche Hinweispflicht hat der Arbeitgeber beim Verfall von Urlaub?
Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer rechtzeitig und konkret darauf hinweisen, dass Urlaub genommen werden muss und andernfalls verfallen kann. Nach der Rechtsprechung kann Urlaub nicht ohne Weiteres verfallen, wenn der Arbeitgeber seine Mitwirkungspflichten nicht erfüllt.
Was gilt, wenn ein Arbeitnehmer während des genehmigten Urlaubs arbeitsunfähig erkrankt?
Ärztlich nachgewiesene Tage der Arbeitsunfähigkeit werden nach § 9 BUrlG nicht auf den Jahresurlaub angerechnet.
Was muss ein Arbeitnehmer bei einer Erkrankung während des Urlaubs tun, damit die Krankheitstage nicht als Urlaubstage zählen?
Er muss die Arbeitsunfähigkeit ärztlich nachweisen und die gesetzlichen Anzeige- und Nachweispflichten gegenüber dem Arbeitgeber beachten. Bei einer Erkrankung im Ausland muss er insbesondere Arbeitsunfähigkeit, voraussichtliche Dauer und Aufenthaltsadresse schnellstmöglich mitteilen.
Darf ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt verlorene Urlaubstage eigenmächtig an den genehmigten Urlaub anhängen?
: Nein. Die nicht angerechneten Urlaubstage müssen zu einem späteren Zeitpunkt vom Arbeitgeber gewährt werden. Der Arbeitnehmer muss nach Ende des genehmigten Urlaubs grundsätzlich pünktlich zur Arbeit zurückkehren, sofern er nicht weiterhin arbeitsunfähig ist.
: Wann können Urlaubsansprüche bei lang andauernder Krankheit nach der im Skript dargestellten Rechtsprechung verfallen?
Wenn der Arbeitnehmer den Urlaub wegen durchgehender Arbeitsunfähigkeit nicht nehmen konnte, verfallen gesetzliche Urlaubsansprüche nach der dargestellten Grundregel erst 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres. Die genauen Voraussetzungen hängen von der Rechtsprechung und den Umständen des Einzelfalls ab.
Welche Erwerbstätigkeit ist während des Erholungsurlaubs nach § 8 BUrlG verboten?
Verboten ist eine Erwerbstätigkeit, die dem Urlaubszweck widerspricht. Der Urlaub soll der Erholung dienen.
Welche arbeitsrechtlichen Folgen kann eine Erwerbstätigkeit während des Urlaubs haben, die dem Urlaubszweck widerspricht?
er Arbeitgeber kann Unterlassung verlangen und je nach Sachverhalt eine Abmahnung aussprechen. Bei wiederholten oder schweren Pflichtverletzungen kann auch eine Kündigung in Betracht kommen.
Wie wird das Urlaubsentgelt nach der im Skript dargestellten Regelung berechnet?
Nach § 11 BUrlG richtet es sich grundsätzlich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn. Überstundenvergütung bleibt bei der Berechnung grundsätzlich unberücksichtigt; nicht nur vorübergehende Verdiensterhöhungen und bestimmte Zuschläge sind zu berücksichtigen.
Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld?
Urlaubsentgelt ist die Vergütung, die während des Urlaubs weitergezahlt wird. Urlaubsgeld ist eine zusätzliche Zahlung, auf die kein allgemeiner gesetzlicher Anspruch besteht.
Wann besteht ein Anspruch auf Urlaubsgeld?
Wenn sich der Anspruch aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag ergibt.
Was versteht man unter Urlaubsabgeltung?
Urlaubsabgeltung ist die finanzielle Abgeltung von noch bestehendem Urlaub, der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann.
Darf der gesetzliche Mindesturlaub während eines laufenden Arbeitsverhältnisses einfach gegen Geld abgegolten werden?
Nein. Der gesetzliche Mindesturlaub dient der Erholung und darf während des laufenden Arbeitsverhältnisses grundsätzlich nicht durch eine Geldzahlung ersetzt werden.
: Wann ist eine Urlaubsabgeltung nach § 7 Abs. 4 BUrlG möglich?
: Wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist und der Urlaub deshalb ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann.
Was regelt § 616 BGB zur vorübergehenden Arbeitsverhinderung?
Ein Arbeitnehmer verliert seinen Vergütungsanspruch nicht, wenn er ohne eigenes Verschulden für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit aus einem persönlichen Grund an der Arbeitsleistung verhindert ist und die Voraussetzungen des § 616 BGB erfüllt sind.
Welche Voraussetzungen müssen für eine bezahlte Arbeitsbefreiung nach § 616 BGB erfüllt sein?
Die Arbeitsverhinderung muss:
auf einem persönlichen Grund beruhen,
ohne Verschulden des Arbeitnehmers eintreten,
nur eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit dauern,
unter die Voraussetzungen des § 616 BGB fallen.
Welche Ereignisse nennt das Skript als mögliche Gründe für eine Arbeitsbefreiung nach § 616 BGB?
Beispielsweise die eigene Eheschließung, die Niederkunft der Ehefrau, der Tod eines nahen Angehörigen oder die Teilnahme an einer seltenen Familienfeier. Ob ein Anspruch besteht, hängt auch von den geltenden vertraglichen und tariflichen Regelungen ab.
Hat ein Arbeitnehmer nach § 616 BGB automatisch Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn er wegen Stau oder Glatteis zu spät zur Arbeit kommt?
ein. Verkehrsprobleme gehören grundsätzlich zum persönlichen Wegerisiko des Arbeitnehmers und sind keine persönlichen Verhinderungsgründe im Sinne des § 616 BGB.
Welche Freistellungsmöglichkeiten bestehen, wenn ein Arbeitnehmer ein erkranktes Kind pflegen muss?
Das Skript nennt § 45 SGB V. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen besteht ein Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit, soweit kein Anspruch auf bezahlte Freistellung, beispielsweise nach § 616 BGB, besteht. Ein Anspruch auf Kinderkrankengeld kann hinzukommen.
Was ist der Unterschied zwischen bezahlter und unbezahlter Freistellung bei der Pflege eines erkrankten Kindes?
Bei bezahlter Freistellung wird das Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber weitergezahlt. Bei unbezahlter Freistellung entfällt die reguläre Lohnzahlung durch den Arbeitgeber; unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann Kinderkrankengeld von der Krankenkasse gezahlt werden.
Welchen Zweck hat das Mutterschutzgesetz (MuSchG)?
Es soll die Gesundheit der schwangeren oder stillenden Frau und ihres Kindes schützen, gefährdende Arbeitsbedingungen vermeiden und den Arbeitsplatz sowie die wirtschaftliche Absicherung der Frau schützen.
Für welche Personengruppen gilt das Mutterschutzgesetz grundsätzlich?
Es gilt für schwangere und stillende Frauen in einem Arbeitsverhältnis und unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen auch für weitere Gruppen, beispielsweise Schülerinnen und Studentinnen.
Was soll eine schwangere Arbeitnehmerin hinsichtlich ihrer Schwangerschaft gegenüber dem Arbeitgeber tun?
t: Sie soll dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitteilen, sobald sie davon weiß. Ein ärztlicher Nachweis über die Schwangerschaft und den voraussichtlichen Entbindungstermin kann verlangt werden. Der Arbeitgeber muss die zuständige Aufsichtsbehörde informieren.
: Welche Pflichten hat der Arbeitgeber bei der Arbeitsplatzgestaltung einer schwangeren oder stillenden Arbeitnehmerin?
Er muss die Arbeitsbedingungen beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen, um Gefährdungen für die Gesundheit der Frau und ihres Kindes zu vermeiden. Dabei soll die Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit möglichst ermöglicht werden.
Was versteht man unter einem individuellen Beschäftigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz?
Ein individuelles Beschäftigungsverbot liegt vor, wenn nach ärztlichem Zeugnis die Fortdauer der Beschäftigung Leben oder Gesundheit der schwangeren Frau oder ihres Kindes gefährden würde.
Wann kommt ein betriebliches Beschäftigungsverbot im Mutterschutz in Betracht?
Wenn eine unverantwortbare Gefährdung besteht und diese nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen oder eine andere zumutbare Gestaltung der Tätigkeit vermieden werden kann.
Welche Hauptpflichten haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach § 611a BGB?
Arbeitnehmer: Er muss die vereinbarte Arbeit weisungsgebunden und in persönlicher Abhängigkeit leisten.
Arbeitgeber: Er muss die vereinbarte Arbeitsvergütung zahlen.
Beide Hauptpflichten stehen in einem Gegenseitigkeitsverhältnis: Arbeit wird gegen Vergütung
Was versteht man unter Nebenpflichten im Arbeitsverhältnis?
Nebenpflichten sind zusätzliche Pflichten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die nicht unmittelbar im Austauschverhältnis von Arbeit und Vergütung stehen. Sie sollen einen fairen, sicheren und vertrauensvollen Ablauf des Arbeitsverhältnisses gewährleisten.
Was bedeutet die Treuepflicht des Arbeitnehmers?
Die Treuepflicht verpflichtet den Arbeitnehmer, die berechtigten Interessen seines Arbeitgebers zu berücksichtigen und nicht ohne rechtfertigenden Grund zu schädigen. Daraus können beispielsweise Verschwiegenheitspflichten, Wettbewerbsverbote und die Pflicht zur Anzeige von Schäden entstehen.
Der Arbeitnehmer muss vertrauliche Informationen und geschützte Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse vertraulich behandeln. In der Pflege betrifft dies insbesondere Patientendaten und persönliche Informationen von Pflegebedürftigen.
Was bedeutet die Pflicht des Arbeitnehmers zur Anzeige von Schäden?
Der Arbeitnehmer muss relevante Schäden oder Gefahren, die den Betrieb, Arbeitsmittel oder andere Personen betreffen, im Rahmen seiner Pflichten unverzüglich melden, damit geeignete Maßnahmen ergriffen werden können.
Was versteht man unter der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers?
Die Fürsorgepflicht verpflichtet den Arbeitgeber, Leben, Gesundheit und Eigentum seiner Arbeitnehmer zu schützen. Er muss insbesondere Gefährdungen am Arbeitsplatz vermeiden oder angemessen reduzieren. Eine gesetzliche Grundlage ist § 618 BGB.
Welche weiteren Nebenpflichten hat der Arbeitgeber?
Der Arbeitgeber muss unter anderem:
Lohn und Lohnabzüge korrekt berechnen.
Den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten.
Arbeitsschutz- und Fürsorgepflichten erfüllen.
Ein Arbeitszeugnis ausstellen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen dafür vorliegen.
Warum spielen Nebenpflichten im Arbeitsverhältnis eine besondere Rolle?
Weil Arbeitgeber und Arbeitnehmer regelmäßig eng zusammenarbeiten und durch das Arbeitsverhältnis persönliche Bindungen und gegenseitige Abhängigkeiten entstehen. Deshalb sind Rücksichtnahme, Vertrauen und Schutz besonders wichtig.
Muss ein Arbeitnehmer seine Arbeit grundsätzlich persönlich erbringen?
Ja. Nach § 613 BGB muss der Arbeitnehmer seine Dienste grundsätzlich persönlich leisten, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Er darf nicht eigenmächtig eine andere Person als Vertretung schicken.
Was passiert mit dem Arbeitsverhältnis, wenn der Arbeitnehmer stirbt?
Das Arbeitsverhältnis endet grundsätzlich mit dem Tod des Arbeitnehmers, weil die Arbeitsleistung persönlich erbracht werden muss.
Was passiert mit dem Arbeitsverhältnis, wenn der Arbeitgeber stirbt?
Das Arbeitsverhältnis endet nicht automatisch. Es wird im Zweifel mit den Erben des Arbeitgebers fortgesetzt, soweit keine besonderen Umstände oder gesetzlichen Regelungen entgegenstehen.
Kann ein Arbeitgeber seinen Anspruch auf die Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers einfach auf einen anderen Arbeitgeber übertragen?
Grundsätzlich nicht. Der Anspruch auf die persönliche Arbeitsleistung ist nicht ohne Weiteres auf einen anderen Arbeitgeber übertragbar. Eine Ausnahme kann beispielsweise bei einer rechtlich zulässigen Arbeitnehmerüberlassung bestehen.
Was versteht man unter einem Betriebsübergang nach § 613a BGB?
Ein Betriebsübergang liegt vor, wenn ein Betrieb oder Betriebsteil durch Rechtsgeschäft auf einen neuen Inhaber übergeht. Der neue Inhaber tritt grundsätzlich in die Rechte und Pflichten der zum Übergangszeitpunkt bestehenden Arbeitsverhältnisse ein. Die Arbeitsverhältnisse werden dadurch grundsätzlich ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Wodurch wird der Inhalt der Arbeitspflicht bestimmt?
Der Inhalt der Arbeitspflicht richtet sich insbesondere nach:
Dem Arbeitsvertrag.
Gesetzlichen Regelungen.
Tarifverträgen und anderen kollektivrechtlichen Regelungen.
Betrieblicher Übung.
Besonders wichtig sind die Vereinbarungen über Art, Umfang, Ort und Dauer der Arbeitsleistung.
Was bedeutet das Direktionsrecht des Arbeitgebers?
Das Direktionsrecht ermöglicht dem Arbeitgeber, die Arbeitsleistung innerhalb des rechtlich zulässigen Rahmens näher zu bestimmen. Er kann beispielsweise Arbeitsanweisungen zur konkreten Tätigkeit, zum Einsatzort oder zur Lage der Arbeitszeit erteilen, soweit diese nicht bereits verbindlich festgelegt sind.
Welche Bedeutung hat die Beschreibung der Tätigkeit im Arbeitsvertrag für das Direktionsrecht?
Je genauer die Tätigkeit im Arbeitsvertrag beschrieben ist, desto stärker ist das Direktionsrecht eingeschränkt. Der Arbeitgeber darf grundsätzlich nur Tätigkeiten zuweisen, die von der vertraglichen Vereinbarung umfasst sind.
Welche Arbeitsleistungen schuldet ein Arbeitnehmer, dessen Tätigkeit im Arbeitsvertrag allgemein als „Hilfsarbeiter“ beschrieben wird?
Er muss grundsätzlich die Arbeiten ausführen, die nach allgemeiner Auffassung unter diese Tätigkeitsbeschreibung fallen. Die konkrete Tätigkeit kann innerhalb dieses Rahmens näher durch den Arbeitgeber bestimmt werden.
Welche Arbeitsleistungen schuldet ein Arbeitnehmer mit einer fachlichen Tätigkeitsbeschreibung, beispielsweise „Bäcker“ oder „Mechaniker“?
Er muss grundsätzlich die Tätigkeiten ausführen, die dem jeweiligen Berufsbild entsprechen und vom Arbeitsvertrag erfasst sind.
Welche Arbeitsleistungen schuldet ein Arbeitnehmer mit einer sehr speziellen Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag?
Bei einer speziellen Bezeichnung, beispielsweise „Elektronikingenieur“, schuldet der Arbeitnehmer grundsätzlich genau diese oder allenfalls eine vergleichbare Tätigkeit. Der Arbeitgeber kann nicht beliebig andere Tätigkeiten zuweisen.
Was bedeutet „billiges Ermessen“ nach § 315 BGB bei Arbeitsanweisungen?
Der Arbeitgeber muss bei der Ausübung seines Direktionsrechts die Interessen beider Seiten angemessen berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Alter, familiäre Verpflichtungen und die sonstigen berechtigten Belange des Arbeitnehmers.
Eine Änderungskündigung verbindet die Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses mit dem Angebot, das Arbeitsverhältnis zu geänderten Bedingungen fortzusetzen. Sie kann erforderlich werden, wenn der Arbeitgeber eine Tätigkeit durchsetzen möchte, die nicht mehr von der bisherigen arbeitsvertraglichen Vereinbarung umfasst ist.
Welchen Umfang an Arbeitsleistung schuldet ein Arbeitnehmer?
Der Arbeitnehmer muss seine Arbeitsleistung unter angemessener Anspannung seiner Kräfte und Fähigkeiten erbringen. Dabei darf er seine Arbeitskraft nicht grundlos zurückhalten und muss fachgerecht arbeiten. Seine Gesundheit darf dadurch nicht unangemessen gefährdet werden.
Schuldet ein Arbeitnehmer einen bestimmten Arbeitserfolg oder grundsätzlich nur seine Arbeitsleistung?
Ein Arbeitnehmer schuldet grundsätzlich die vereinbarte Tätigkeit, nicht automatisch einen bestimmten Erfolg. Das unterscheidet den Arbeitsvertrag vom Werkvertrag, bei dem ein bestimmter Erfolg geschuldet wird.
Wo befindet sich der übliche Arbeitsort eines Arbeitnehmers?
Der übliche Arbeitsort ist in der Regel der Betrieb. Der genaue Einsatzort kann durch das Direktionsrecht bestimmt werden, sofern der Arbeitsvertrag und andere rechtliche Regelungen dies zulassen.
Was versteht man unter einer Versetzung im Arbeitsrecht?
Eine Versetzung ist die Zuweisung eines anderen Arbeitsplatzes beziehungsweise einer anderen Arbeit. Sie kann vorliegen, wenn sich der Arbeitsort, die Art der Tätigkeit oder die zeitliche Einordnung der Tätigkeit verändert.
Wann darf ein Arbeitgeber den Arbeitsort eines Arbeitnehmers einseitig verändern?
Das hängt vom Arbeitsvertrag und vom Umfang des Direktionsrechts ab. Ist ein Änderungsvorbehalt vereinbart, kann eine entsprechende Weisung möglich sein. Auch bestimmte Versetzungen innerhalb des Betriebs oder in einen anderen Betrieb am selben Ort können zulässig sein, sofern sie den Arbeitnehmer nicht erheblich benachteiligen und billigem Ermessen entsprechen.
Wann kann eine Versetzung eine erhebliche Erschwerung für den Arbeitnehmer darstellen?
Beispielsweise dann, wenn der neue Arbeitsort für den Arbeitnehmer nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist und er kein Auto besitzt. Ob eine erhebliche Erschwerung vorliegt, muss anhand der konkreten Umstände beurteilt werden.
Wann ist für eine Veränderung des Arbeitsorts ein Änderungsvertrag oder eine Änderungskündigung erforderlich?
Wenn die gewünschte Veränderung nicht mehr vom Direktionsrecht und den bestehenden arbeitsvertraglichen Vereinbarungen gedeckt ist. Dann kann der Arbeitgeber die Änderung nicht einfach einseitig anordnen.
Wann muss der Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz bei einer Versetzung beteiligt werden?
Nach den im Lerntext genannten §§ 99 Abs. 1 und 95 Abs. 3 BetrVG ist eine Versetzung insbesondere dann mitbestimmungspflichtig, wenn die Zuweisung eines anderen Arbeitsplatzes voraussichtlich länger als einen Monat dauert oder mit einer erheblichen Veränderung der Arbeitsbedingungen verbunden ist.
Wovon hängt die Beteiligung des Betriebsrats bei einer Versetzung ab?
Entscheidend ist, ob sich der Arbeitsbereich des Arbeitnehmers tatsächlich erheblich verändert. Die Beteiligung hängt nicht allein davon ab, ob die Versetzung nach dem individuellen Arbeitsvertrag zulässig ist.
Muss der Betriebsrat bei jeder Änderung der Arbeitszeit wegen einer Versetzung beteiligt werden?
Nach der Darstellung des Lerntextes ist die Beteiligung wegen einer Versetzung erforderlich, wenn sich Art oder Ort der Arbeit ändert, nicht jedoch allein wegen einer Änderung der Arbeitszeit. Davon zu unterscheiden ist die eigenständige Mitbestimmung bei der Lage der Arbeitszeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG.
Was ist der Unterschied zwischen Dauer und Lage der Arbeitszeit?
Dauer der Arbeitszeit: Wie viele Stunden gearbeitet werden müssen, beispielsweise 38,5 oder 40 Stunden pro Woche.
Lage der Arbeitszeit: Wann gearbeitet wird, beispielsweise Beginn und Ende der Schicht, Pausen und Verteilung auf die Wochentage.
Die Dauer wird insbesondere durch Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag geregelt. Die Lage kann der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts bestimmen, soweit sie nicht bereits festgelegt ist.
Welche Bedeutung hat der Betriebsrat bei der Festlegung der Arbeitszeit?
Nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG hat der Betriebsrat mitzubestimmen, soweit keine vorrangige gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht. Das betrifft insbesondere Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, Pausen und die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage.
Welche Aufgaben erfüllt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG)?
Das Arbeitszeitgesetz regelt insbesondere:
Die zulässige Höchstarbeitszeit.
Ruhepausen.
Ruhezeiten.
Nachtarbeit.
Sonn- und Feiertagsarbeit.
Es soll die Gesundheit der Beschäftigten schützen und Rahmenbedingungen für die Arbeitszeitgestaltung schaffen.
Für wen gilt das Arbeitszeitgesetz grundsätzlich?
Das Arbeitszeitgesetz gilt grundsätzlich für Arbeitnehmer in den erfassten Beschäftigungsbereichen. Gesetzliche Ausnahmen und Sonderregelungen, insbesondere nach §§ 18–21 ArbZG, müssen beachtet werden.
Welche besonderen Gesetze enthalten zusätzliche Schutzvorschriften für bestimmte Beschäftigtengruppen?
Das Jugendarbeitsschutzgesetz enthält besondere Schutzvorschriften für Jugendliche. Das Mutterschutzgesetz schützt schwangere und stillende Beschäftigte sowie das ungeborene beziehungsweise neugeborene Kind.
Wie lange darf die werktägliche Arbeitszeit nach § 3 ArbZG grundsätzlich dauern?
Grundsätzlich darf die werktägliche Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten. Da auch der Samstag als Werktag zählt, ergibt sich daraus bei einer Acht-Stunden-Grenze eine regelmäßige Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche.
Wann darf die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden verlängert werden?
Die tägliche Arbeitszeit darf auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.
Wie viele Stunden entsprechen 24 Wochen bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche?
24 × 48 Stunden = 1.152 Stunden.
Diese Rechnung entspricht dem im Lerntext beschriebenen Durchschnittsrahmen nach § 3 ArbZG.
Wann sind Ausnahmen von der allgemeinen Höchstarbeitszeit möglich?
Abweichungen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung zugelassen werden. In außergewöhnlichen Fällen, etwa bei Notfällen, können besondere gesetzliche Ausnahmen greifen. Die Voraussetzungen der §§ 7, 14 und 15 ArbZG sind zu beachten.
Was gilt nach dem Arbeitszeitgesetz als Arbeitszeit?
Arbeitszeit ist nach § 2 Abs. 1 ArbZG grundsätzlich die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Ruhepausen.
Zählen gewöhnliche Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zur Arbeitszeit?
Nein. Der gewöhnliche Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zählt grundsätzlich nicht zur Arbeitszeit.
Wann kann die Fahrt zur Arbeitsstelle als Arbeitszeit gelten, wenn ein Arbeitnehmer außerhalb des Betriebs tätig wird?
Wenn der Arbeitnehmer beispielsweise vom Betrieb zu einer Arbeitsstelle außerhalb des Betriebs fährt, zählt diese Fahrt grundsätzlich zur Arbeitszeit. Fährt er vereinbarungsgemäß direkt von seiner Wohnung zum Einsatzort, kann die Zeit als Arbeitszeit zählen, die er auch für den Weg vom Betrieb dorthin benötigt hätte.
Welche Bedeutung hat die Arbeitszeiterfassung?
Arbeitszeiterfassung dient dazu, die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten nachvollziehbar zu dokumentieren und die Einhaltung arbeitszeitrechtlicher Vorschriften zu kontrollieren. Der Lerntext verweist auf das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21), das eine Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung begründet.
Was versteht man unter Arbeitsbereitschaft?
Arbeitsbereitschaft liegt vor, wenn der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz anwesend ist und jederzeit eingreifen können muss, ohne durchgehend mit voller Arbeitsleistung beschäftigt zu sein. Sie zählt grundsätzlich als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes.
Was versteht man unter Bereitschaftsdienst?
Beim Bereitschaftsdienst muss sich der Arbeitnehmer an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten, um bei Bedarf sofort die Arbeit aufnehmen zu können. Ein Beispiel sind bestimmte ärztliche Bereitschaftsdienste oder Bereitschaftsdienste im Rettungsdienst.
Zählt Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit?
Ja. Bereitschaftsdienst zählt als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes. Die arbeitszeitrechtliche Einordnung und die Höhe der Vergütung sind jedoch grundsätzlich voneinander zu unterscheiden.
Wie wird Bereitschaftsdienst vergütet?
Die Vergütung richtet sich nach den geltenden gesetzlichen, tariflichen und arbeitsvertraglichen Regelungen. Bereitschaftsdienst kann unter bestimmten Voraussetzungen geringer vergütet werden als aktive Vollarbeitszeit. Dabei muss insbesondere der gesetzliche Mindestlohn eingehalten werden.
Was versteht man unter Rufbereitschaft?
Bei der Rufbereitschaft muss der Arbeitnehmer nicht an einem vom Arbeitgeber bestimmten Arbeitsplatz anwesend sein. Es genügt grundsätzlich, dass er erreichbar ist und bei Bedarf die Arbeit aufnehmen kann.
Wann kann Rufbereitschaft als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes gelten?
Wenn die Einschränkungen während der Rufbereitschaft so erheblich sind, dass der Arbeitnehmer seine Zeit nicht mehr weitgehend frei gestalten und seinen eigenen Interessen nachgehen kann. Bei geringeren Einschränkungen zählt grundsätzlich nur die tatsächlich geleistete Arbeit als Arbeitszeit. Die konkrete Beurteilung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Was passiert mit der Ruhezeit, wenn ein Arbeitnehmer während der Rufbereitschaft zur Arbeit gerufen wird?
Wird die Ruhezeit durch einen Arbeitseinsatz unterbrochen, muss anschließend grundsätzlich erneut eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden gewährt werden, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift.
Was ist eine Ruhepause im Sinne des Arbeitszeitgesetzes?
Eine Ruhepause ist eine Arbeitsunterbrechung, während der der Arbeitnehmer nicht zur Arbeitsleistung herangezogen werden darf und seine Zeit grundsätzlich frei gestalten kann. Sie dient der Erholung und beispielsweise der Einnahme von Mahlzeiten.
Welche gesetzlichen Mindestpausen gelten nach § 4 ArbZG?
Bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeitszeit: mindestens 30 Minuten.
Bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit: mindestens 45 Minuten.
Welche Voraussetzungen müssen Ruhepausen erfüllen?
Die Ruhepausen müssen im Voraus feststehen. Der Arbeitnehmer muss tatsächlich von der Arbeit freigestellt sein und über die Pause grundsätzlich selbst verfügen können. Es ist nicht zulässig, auf vorgeschriebene Pausen zu verzichten, um früher Feierabend zu machen.
Welche Pausenregeln gelten im Homeoffice?
Auch im Homeoffice gelten die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes zu Ruhepausen und Ruhezeiten. Beschäftigte müssen daher auch bei der Arbeit zu Hause die vorgeschriebenen Pausen einhalten.
Wie lange muss die tägliche Ruhezeit nach § 5 ArbZG grundsätzlich sein?
Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit muss grundsätzlich eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden gewährt werden.
Darf ein Arbeitnehmer während seiner Ruhezeit zur Arbeit oder Arbeitsbereitschaft herangezogen werden?
Grundsätzlich nein. Die Ruhezeit soll der Erholung dienen. Wird sie durch einen Arbeitseinsatz unterbrochen, muss anschließend grundsätzlich eine neue ununterbrochene Ruhezeit gewährt werden. Gesetzliche Ausnahmen sind zu berücksichtigen.
Was sind Überstunden?
berstunden sind Arbeitsstunden, die über die regelmäßig vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen. Maßgeblich sind insbesondere der Arbeitsvertrag, der Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung.
Darf der Arbeitgeber jederzeit Überstunden anordnen?
Nein. Überstunden können insbesondere dann angeordnet werden, wenn eine entsprechende arbeitsvertragliche, tarifvertragliche oder betriebliche Regelung besteht. Ohne eine solche Regelung kommen sie nur unter besonderen Voraussetzungen, beispielsweise bei nicht vorhersehbaren Notfällen oder Katastrophen, in Betracht. Gewöhnlicher Personalmangel oder rein wirtschaftliche Schwierigkeiten reichen dafür grundsätzlich nicht aus.
Welche Grenzen gelten für Überstunden nach dem Arbeitszeitgesetz?
Grundsätzlich darf die werktägliche Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Durchschnittsausgleich eingehalten wird. Überstunden dürfen nicht dazu führen, dass die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten missachtet werden.
Wann müssen Überstunden grundsätzlich vergütet werden?
Ein Vergütungsanspruch kann bestehen, wenn Überstunden angeordnet, nachträglich gebilligt oder vom Arbeitgeber geduldet wurden und die Voraussetzungen eines Vergütungsanspruchs vorliegen. Die konkrete Beurteilung richtet sich nach den vertraglichen und gesetzlichen Regelungen.
Was bedeutet es, wenn der Arbeitgeber Überstunden billigt?
Billigung bedeutet, dass der Arbeitgeber mit den Überstunden nachträglich einverstanden ist.
Was bedeutet es, wenn der Arbeitgeber Überstunden duldet?
Duldung liegt vor, wenn der Arbeitgeber von den Überstunden weiß, sie hinnimmt und nicht dagegen einschreitet.
Können Überstunden durch Freizeitausgleich abgegolten werden?
Ein Freizeitausgleich ist möglich, wenn die dafür geltenden gesetzlichen, tariflichen, betrieblichen oder vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Anspruch auf Freizeitausgleich ergibt sich nicht automatisch aus jeder geleisteten Überstunde.
Wann kann eine Klausel zur Abgeltung von Überstunden durch das Gehalt unwirksam sein?
Eine pauschale Klausel, nach der sämtliche Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind, kann unwirksam sein, wenn nicht hinreichend klar ist, welche Anzahl oder welcher Umfang an Überstunden erfasst wird. Die Wirksamkeit hängt von der konkreten Vertragsgestaltung und den gesetzlichen Vorgaben ab.
Welche Angaben zur Überstundenvergütung müssen nach dem Nachweisgesetz gemacht werden?
Nach dem im Lerntext genannten § 2 NachwG müssen Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts nachvollziehbar angegeben werden. Dazu gehören auch die Vergütung von Überstunden sowie Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen.
Was versteht man unter Nachtzeit nach § 2 ArbZG?
Nachtzeit ist grundsätzlich der Zeitraum von 23 Uhr bis 6 Uhr. In Bäckereien und Konditoreien gilt grundsätzlich der Zeitraum von 22 Uhr bis 5 Uhr.
Was versteht man unter Nachtarbeit nach § 2 ArbZG?
Nachtarbeit ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der gesetzlichen Nachtzeit umfasst.
Welche besonderen Vorschriften gelten für Nachtarbeit?
Für Nachtarbeit gelten besondere Regelungen nach § 6 ArbZG. Sie betreffen insbesondere den Schutz der Gesundheit von Nachtarbeitnehmern und die Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen.
Dürfen Arbeitnehmer grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden?
Grundsätzlich besteht nach § 9 Abs. 1 ArbZG ein Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen. Für bestimmte Branchen und Tätigkeiten, beispielsweise Notdienste oder das Gastgewerbe, bestehen gesetzliche Ausnahmen.
Wie viele Sonntage im Jahr müssen nach § 11 ArbZG grundsätzlich beschäftigungsfrei bleiben?
Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben.
Welchen Ausgleich erhalten Arbeitnehmer für Sonn- und Feiertagsarbeit?
Bei zulässiger Sonn- oder Feiertagsarbeit ist grundsätzlich ein Ersatzruhetag nach den gesetzlichen Vorgaben zu gewähren. Die Einzelheiten richten sich insbesondere nach § 11 ArbZG.
Wann hat der Betriebsrat bei der Lage der Arbeitszeit mitzubestimmen?
Soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht, hat der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG insbesondere bei folgenden Punkten mitzubestimmen:
Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit.
Lage und Verteilung der Ruhepausen.
Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage.
Kann der Arbeitgeber die Lage der Arbeitszeit ohne Zustimmung des Betriebsrats eigenständig ändern, wenn die Mitbestimmung greift?
Nein. In mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten kann der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen grundsätzlich nicht ohne die erforderliche Zustimmung des Betriebsrats durchführen.
Was ist der Unterschied zwischen der Mitbestimmung bei der Dauer und der Lage der Arbeitszeit?
Die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG betrifft die Lage der Arbeitszeit, also wann gearbeitet wird. Die Dauer der Arbeitszeit, also wie viele Stunden gearbeitet werden, wird dagegen insbesondere durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und gesetzliche Regelungen bestimmt.
In welchen Fällen kann ein Arbeitnehmer von der Arbeitspflicht befreit sein, ohne seinen Vergütungsanspruch zu verlieren?
bei Krankheit, wenn die Voraussetzungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes erfüllt sind,
während des Erholungsurlaubs,
bei vorübergehender persönlicher Verhinderung nach § 616 BGB,
während der Mutterschutzfristen,
bei Annahmeverzug des Arbeitgebers nach § 615 BGB,
bei Arbeitsausfall aufgrund des Betriebs- oder Wirtschaftsrisikos des Arbeitgebers.
Was bedeutet die Befreiung von der Arbeitspflicht im Arbeitsrecht?
Der Arbeitnehmer muss seine Arbeitsleistung vorübergehend nicht erbringen. Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen bleibt sein Anspruch auf Vergütung trotzdem bestehen.
Was versteht man unter Erholungsurlaub im Arbeitsrecht?
Erholungsurlaub ist die bezahlte Freistellung von der Arbeitspflicht, die der Erholung des Arbeitnehmers dienen soll.
Welche Rechtsgrundlage ist für den gesetzlichen Erholungsurlaub besonders wichtig?
Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Ergänzende Regelungen können sich aus Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsverträgen ergeben.
ntsteht der Urlaubsanspruch auch dann, wenn ein Arbeitnehmer im Kalenderjahr wenig oder gar nicht gearbeitet hat?
Ja. Der gesetzliche Urlaubsanspruch entsteht grundsätzlich unabhängig davon, wie viel der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat. Die konkreten Anspruchsvoraussetzungen sind zu beachten.
Wie hoch ist der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz?
ach § 3 BUrlG beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 24 Werktage pro Jahr bei einer Sechstagewoche. Das entspricht bei einer Fünftagewoche 20 Arbeitstagen.
Was ist im Arbeitsrecht der Unterschied zwischen Werktagen und Arbeitstagen beim Urlaub?
Werktage sind nach § 3 Abs. 2 BUrlG alle Kalendertage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen. Arbeitstage sind die Tage, an denen der Arbeitnehmer nach seiner individuellen Arbeitszeitregelung arbeitet.
Wie wird der gesetzliche Mindesturlaub bei einer Fünftagewoche berechnet?
: Der gesetzliche Mindesturlaub entspricht bei einer Fünftagewoche 20 Arbeitstagen. Der arbeitsfreie Samstag wird bei dieser Umrechnung nicht als Urlaubstag benötigt.
Wie hoch ist der Mindesturlaub für Jugendliche nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz?
Nach § 19 JArbSchG beträgt der Mindesturlaub zu Beginn des Kalenderjahres:
unter 16 Jahre: mindestens 30 Werktage,
unter 17 Jahre: mindestens 27 Werktage,
unter 18 Jahre: mindestens 25 Werktage.
Was gilt für den Urlaubsanspruch, wenn ein Arbeitnehmer bereits bei einem früheren Arbeitgeber Urlaub erhalten hat?
Der Urlaub, der im laufenden Kalenderjahr bereits vom früheren Arbeitgeber gewährt wurde, wird berücksichtigt. Der frühere Arbeitgeber muss eine Urlaubsbescheinigung ausstellen.
Was versteht man unter der Wartezeit beim Erholungsurlaub?
Die Wartezeit ist die Zeitspanne von sechs Monaten ab Beginn des Arbeitsverhältnisses, nach deren Erfüllung der volle gesetzliche Urlaubsanspruch entsteht.
Ab wann beginnt die sechsmonatige Wartezeit für den vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch?
Sie beginnt mit dem rechtlichen Beginn des Arbeitsverhältnisses, wie er im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Entscheidend ist nicht der Tag der tatsächlichen Arbeitsaufnahme.
Bedeutet die sechsmonatige Wartezeit, dass ein Arbeitnehmer in den ersten sechs Monaten grundsätzlich keinen Urlaub nehmen darf?
Nein. Auch vor Erfüllung der Wartezeit kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teilurlaubsanspruch bestehen.
Wann besteht nach dem Bundesurlaubsgesetz ein Anspruch auf Teilurlaub?
Ein Teilurlaubsanspruch von einem Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat besteht insbesondere, wenn:
die Wartezeit im betreffenden Kalenderjahr nicht erfüllt wird,
der Arbeitnehmer vor Erfüllung der Wartezeit ausscheidet,
der Arbeitnehmer nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte des Kalenderjahres ausscheidet.
Wie wird der Teilurlaubsanspruch nach § 5 BUrlG berechnet?
Für jeden vollen Beschäftigungsmonat wird ein Zwölftel des Jahresurlaubs angesetzt.
Wie werden Bruchteile von Urlaubstagen bei der Berechnung des Teilurlaubs behandelt?
Bruchteile von mindestens einem halben Urlaubstag werden auf einen vollen Urlaubstag aufgerundet. Kleinere Bruchteile bleiben bestehen und sind entsprechend zu gewähren.
Darf ein Arbeitnehmer seinen Urlaub eigenmächtig antreten?
Nein. Urlaub muss mit dem Arbeitgeber abgestimmt und gewährt werden. Eigenmächtiger Urlaubsantritt kann eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten darstellen und arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.
Welche Interessen muss der Arbeitgeber bei der Festlegung des Urlaubs berücksichtigen?
Er muss die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen, sofern keine dringenden betrieblichen Gründe oder sozial vorrangigen Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen.
Wie soll der Erholungsurlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz grundsätzlich gewährt werden?
Der Urlaub soll grundsätzlich zusammenhängend gewährt werden, damit der Erholungszweck erreicht wird.
: Was gilt, wenn der Erholungsurlaub aus betrieblichen oder persönlichen Gründen aufgeteilt werden muss?
: Wenn eine Teilung erforderlich ist und noch ein Anspruch auf mehr als zwölf Werktage besteht, muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.
Welche Arten von Arbeitsverträgen gibt es?
Befristete Arbeitsverhältnisse, Probearbeitsverhältnisse, Teilzeitarbeitsverhältnisse, Homeoffice- bzw. Telearbeitsverhältnisse, Altersteilzeitverhältnisse, Leiharbeitsverhältnisse, Berufsausbildungsverhältnisse und faktische Arbeitsverhältnisse.
Wie werden Arbeitsverhältnisse in der Regel abgeschlossen?
Arbeitsverhältnisse werden in der Regel unbefristet abgeschlossen. Aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen kann jedoch eine andere Vertragsgestaltung sinnvoll sein.
Was ist ein befristetes Arbeitsverhältnis?
Ein befristetes Arbeitsverhältnis ist ein Arbeitsverhältnis, das nur für eine bestimmte Zeit oder bis zum Erreichen eines bestimmten Zwecks vereinbart wird.
: Wie endet ein befristetes Arbeitsverhältnis grundsätzlich?
Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet grundsätzlich automatisch durch Zeitablauf oder mit Erreichen des vereinbarten Zwecks. Eine Kündigung ist dafür normalerweise nicht erforderlich.
Warum ist die Befristung von Arbeitsverhältnissen gesetzlich eingeschränkt?
Die Einschränkung soll verhindern, dass Arbeitgeber Befristungen missbrauchen, um den Kündigungsschutz der Arbeitnehmer zu umgehen. Bei einer Befristung endet das Arbeitsverhältnis grundsätzlich ohne Kündigungsschutzprüfung wie bei einer Kündigung.
Welche gesetzlichen Grundlagen für befristete Arbeitsverhältnisse nennt der Lerntext?
Der Lerntext nennt das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), das Wissenschaftszeitvertragsgesetz und das Gesetz über befristete Arbeitsverträge mit Ärzten in der Weiterbildung (ÄArbVertrG).
Was ist eine Zweckbefristung?
Bei einer Zweckbefristung wird das Arbeitsverhältnis für die Dauer eines bestimmten Zwecks abgeschlossen. Voraussetzung ist grundsätzlich ein sachlicher Grund, der die Befristung rechtfertigt.
Welche vier wichtigen Sachgründe für eine Zweckbefristung gibt es?
Vorübergehender betrieblicher Bedarf
Vertretung eines anderen Arbeitnehmers
Arbeitserprobung
Begrenzte Haushaltsmittel
Wann liegt ein vorübergehender betrieblicher Bedarf als Befristungsgrund vor?
Wenn der Arbeitgeber bei Abschluss der Befristung mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass der Arbeitskräftebedarf künftig wieder sinkt. Ein Beispiel sind Saisonarbeitsverhältnisse in Tourismus- oder Agrarbetrieben.
Wann ist die Vertretung eines anderen Arbeitnehmers ein Sachgrund für eine Befristung?
Wenn ein Arbeitnehmer vorübergehend ausfällt und deshalb eine Vertretung benötigt wird. Gründe können beispielsweise Krankheit, Urlaub, Mutterschutz oder die Ableistung einer Dienstpflicht sein.
Was bedeutet Arbeitserprobung als Befristungsgrund?
Ein Arbeitsverhältnis kann befristet werden, um die Eignung eines Arbeitnehmers für eine konkret vorgesehene Arbeitsstelle zu erproben. Der Lerntext nennt dies besonders für Fälle, in denen eine Erprobung im bisherigen Arbeitsverhältnis nicht möglich war.
Wann können begrenzte Haushaltsmittel eine Zweckbefristung begründen?
enn für eine Beschäftigung Finanzmittel nur für einen begrenzten Zeitraum bewilligt wurden und die gesetzlichen Voraussetzungen für diesen Befristungsgrund erfüllt sind.
Was ist eine kalendermäßige Befristung?
Bei einer kalendermäßigen Befristung wird ein konkretes Enddatum für das Arbeitsverhältnis festgelegt. Nach dem Lerntext ist sie unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne sachlichen Grund möglich.
Wie lange darf eine sachgrundlose kalendermäßige Befristung dauern?
Nach dem Lerntext ist eine sachgrundlose Befristung grundsätzlich bis zu einer Gesamtdauer von zwei Jahren zulässig. Innerhalb dieser Gesamtdauer darf sie grundsätzlich bis zu dreimal verlängert werden.
Welche Besonderheit gibt es für neu gegründete Unternehmen bei sachgrundlosen Befristungen?
Nach § 14 Abs. 2a TzBfG nennt der Lerntext eine mögliche sachgrundlose Befristung bis zu vier Jahren innerhalb der ersten vier Jahre nach einer tatsächlichen Unternehmensneugründung. Eine bloße rechtliche Umstrukturierung gilt danach nicht als entsprechende Neugründung.
Welche Rolle können Tarifverträge bei kalendermäßigen Befristungen spielen?
Tarifverträge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen abweichende Regelungen zur Höchstdauer einer Befristung oder zur Zahl der Verlängerungen enthalten.
Welche Sonderregelung zur sachgrundlosen Befristung älterer Arbeitnehmer nennt der Lerntext?
Der Lerntext nennt für Arbeitnehmer ab 52 Jahren, die vor Beginn der Befristung mindestens vier Monate beschäftigungslos waren, eine sachgrundlose Befristung bis zu fünf Jahren mit mehrfacher Verlängerungsmöglichkeit. Die Anwendbarkeit dieser Sonderregelung muss anhand des aktuellen Gesetzesstands geprüft werden.
Was versteht man unter einem Kettenarbeitsvertrag?
Ein Kettenarbeitsvertrag entsteht, wenn mehrere befristete Arbeitsverträge nacheinander abgeschlossen werden. Nach dem Lerntext ist dies grundsätzlich möglich, wenn die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine missbräuchliche Aneinanderreihung von Befristungen kann rechtlich überprüft werden.
Welche Form muss eine Befristungsvereinbarung haben?
Die Befristung muss schriftlich vereinbart werden. Eine nur mündliche Befristungsabrede ist unwirksam.
Welche Folgen hat eine unwirksame Befristungsabrede für den Arbeitsvertrag?
Nach dem Lerntext bleibt der Arbeitsvertrag grundsätzlich bestehen. Ist nur die Befristung unwirksam, gilt das Arbeitsverhältnis im Regelfall als unbefristet.
Wann ist eine ordentliche Kündigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses zulässig?
Nach dem Lerntext ist eine ordentliche Kündigung während der Befristung nur zulässig, wenn diese Möglichkeit ausdrücklich vereinbart wurde. Eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund bleibt grundsätzlich möglich.
Was ist ein Probearbeitsverhältnis?
in Probearbeitsverhältnis ist ein Arbeitsverhältnis, das ausdrücklich zur beiderseitigen Erprobung vereinbart wird. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen feststellen können, ob die Zusammenarbeit und die Tätigkeit passen.
Welche drei Formen der Probezeit werden unterschieden?
Probearbeitsverhältnis
Befristetes Probearbeitsverhältnis
Unbefristetes Arbeitsverhältnis mit vorgeschalteter Probezeit
Was ist der Unterschied zwischen einem befristeten Probearbeitsverhältnis und einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit Probezeit?
Ein befristetes Probearbeitsverhältnis endet grundsätzlich automatisch mit Ablauf der vereinbarten Befristung. Bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit Probezeit bleibt das Arbeitsverhältnis unbefristet; während der Probezeit gelten unter den gesetzlichen Voraussetzungen erleichterte Kündigungsbedingungen.
Welche Kündigungsfrist gilt nach dem Lerntext während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten?
Nach § 622 Abs. 3 BGB beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten grundsätzlich zwei Wochen. Tarifvertragliche oder gesetzlich zulässige abweichende Regelungen sind möglich.
Wann darf eine Probearbeit unentgeltlich sein?
Nach dem Lerntext kann ein sogenanntes Einfühlungsverhältnis unentgeltlich sein, wenn keine Verpflichtung zur Erbringung einer Arbeitsleistung besteht. Entscheidend ist insbesondere, ob eine Weisungsgebundenheit vorliegt. Bei tatsächlicher Arbeitsleistung in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis kann ein Vergütungsanspruch entstehen.
Was ist ein Teilzeitarbeitsverhältnis?
Teilzeit liegt vor, wenn die regelmäßige Wochenarbeitszeit eines Arbeitnehmers kürzer ist als die regelmäßige Wochenarbeitszeit vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Betrieb. Die Definition steht in § 2 Abs. 1 TzBfG.
arf ein Teilzeitbeschäftigter wegen seiner Teilzeitarbeit schlechter behandelt werden?
Grundsätzlich nein. Nach § 4 Abs. 1 TzBfG darf ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer nicht allein wegen seiner Teilzeitarbeit gegenüber einem vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten benachteiligt werden. Eine unterschiedliche Behandlung kann bei sachlichen Gründen zulässig sein.
: Welche Informationspflicht hat der Arbeitgeber bei Teilzeitarbeitsplätzen?
Nach dem Lerntext muss der Arbeitgeber interessierte Arbeitnehmer über Teilzeitarbeitsplätze im Betrieb informieren. Als gesetzliche Grundlage wird § 7 Abs. 2 TzBfG genannt.
Wann besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Teilzeitarbeit?
Nach dem Lerntext besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Anspruch auf Teilzeit, sofern keine entgegenstehenden betrieblichen Gründe vorliegen. Beispiele für mögliche betriebliche Gründe sind erhebliche Beeinträchtigungen des Arbeitsablaufs oder unverhältnismäßige Kosten.
: Wie wird der Urlaubsanspruch bei Teilzeit berechnet, wenn an weniger Tagen pro Woche gearbeitet wird?
Der Urlaubsanspruch wird entsprechend der Zahl der regelmäßigen Arbeitstage pro Woche umgerechnet. Arbeitet ein Teilzeitbeschäftigter beispielsweise an drei Tagen pro Woche und ein vergleichbarer Vollzeitbeschäftigter an fünf Tagen, beträgt der Urlaubsanspruch bei ansonsten gleichen Voraussetzungen grundsätzlich drei Fünftel der Urlaubstage.
Wie werden Sozialleistungen bei Teilzeit behandelt?
Sozialleistungen, die an ein bestimmtes Ereignis anknüpfen, können in voller Höhe zustehen, beispielsweise eine Geburtsbeihilfe. Leistungen, die von der Arbeitsleistung abhängen, wie bestimmte Prämien, werden grundsätzlich anteilig entsprechend der Arbeitsleistung gewährt.
Gelten Kündigungsschutzgesetz und Betriebsverfassungsgesetz auch für Teilzeitbeschäftigte?
a. Teilzeitbeschäftigte werden grundsätzlich ebenfalls vom Kündigungsschutzgesetz und vom Betriebsverfassungsgesetz erfasst. Die jeweils geltenden gesetzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
as ist der Unterschied zwischen Homeoffice beziehungsweise Telearbeit und mobilem Arbeiten?
Ein Telearbeitsplatz ist ein fest eingerichteter Arbeitsplatz im privaten Bereich, dessen Bedingungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart und dessen Ausstattung organisiert werden. Mobiles Arbeiten findet dagegen an wechselnden Orten statt und ist nicht an ein festes häusliches Büro gebunden.
Was unterscheidet einen freien Mitarbeiter von einem Arbeitnehmer im Homeoffice?
Ein freier Mitarbeiter ist grundsätzlich selbstständiger tätig, kann seinen Arbeitsort frei wählen und unterliegt nicht dem arbeitsrechtlichen Direktionsrecht wie ein Arbeitnehmer. Ein Arbeitnehmer im Homeoffice bleibt dagegen Arbeitnehmer und ist an die arbeitsvertraglichen Weisungen gebunden.
Besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Telearbeitsplatz?
Es besteht grundsätzlich kein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf einen Telearbeitsplatz. Umgekehrt muss ein Arbeitnehmer grundsätzlich auch nicht ohne entsprechende Grundlage von zu Hause aus arbeiten.
Wann gilt ein Telearbeitsplatz als eingerichtet?
Wenn die Bedingungen der Telearbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart wurden und die erforderliche Ausstattung des Arbeitsplatzes erfolgt ist. Die Vereinbarung kann beispielsweise im Arbeitsvertrag, in einer Zusatzvereinbarung, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag geregelt werden.
Welche Inhalte sollten in einer Telearbeitsvereinbarung geregelt werden?
Technische Ausstattung und Einrichtung
Kosten der Ausstattung
Aufwendungen wie Strom, Heizung, Miete, Internet und Telefon
Zutrittsrecht des Arbeitgebers zur Einrichtung und Beurteilung des Arbeitsplatzes
Beendigung des Telearbeitsplatzes
Welche Formen der Telearbeit unterscheidet der Lerntext?
Vollständige Telearbeit, bei der ausschließlich von zu Hause gearbeitet wird, und alternierende Telearbeit, bei der abwechselnd zu Hause und im Betrieb gearbeitet wird.
Welche Bedeutung hat der Betriebsrat bei der Einführung von Telearbeit?
Der Betriebsrat kann bereits in der Planungsphase Beteiligungsrechte haben. Der Lerntext nennt insbesondere Unterrichtungs- und Beratungsrechte nach §§ 80, 90 und 92 BetrVG, beispielsweise bei der technischen und organisatorischen Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Wer trägt die Kosten für die Ausstattung eines Telearbeitsplatzes?
Es ist grundsätzlich der Arbeitgeber für die erforderliche Ausstattung des Telearbeitsplatzes verantwortlich und trägt die entsprechenden Kosten. Nutzt der Arbeitnehmer eigene Arbeitsmittel, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Aufwendungsersatzanspruch bestehen.
Welche Arbeitsschutzvorschriften gelten bei einem Telearbeitsplatz?
Antwort: Es gelten grundsätzlich die einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften. Der Lerntext nennt insbesondere das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und weitere Arbeitsschutzverordnungen.
Was ist Altersteilzeit?
Altersteilzeit ist eine besondere Form der Arbeitszeitgestaltung, die älteren Arbeitnehmern den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand erleichtern soll. Gleichzeitig kann der Arbeitgeber die frei werdende Arbeitskapazität für andere Beschäftigte nutzen.
Besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Altersteilzeit?
Nach dem Lerntext besteht grundsätzlich kein gesetzlicher Anspruch auf Altersteilzeit. Sie setzt eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer voraus. Ergänzende Regelungen können sich aus Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen ergeben.
Welche Voraussetzungen für Altersteilzeit gibt es?
Es gibt Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr, die in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Bestimmte Zeiten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld werden mitberücksichtigt. Die konkreten Voraussetzungen sind anhand des geltenden Rechts zu prüfen.
Wie wird die Arbeitszeit bei Altersteilzeit nach dem Lerntext reduziert?
Die bisherige wöchentliche Arbeitszeit wird grundsätzlich um die Hälfte reduziert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird fortgesetzt.
elche finanziellen Pflichten nennt für den Arbeitgeber bei Altersteilzeit?
Der Arbeitgeber muss das Arbeitsentgelt nach den gesetzlichen Vorgaben aufstocken und zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung leisten. Es gilt das Altersteilzeitgesetz (AltTZG).
Was versteht man unter Arbeitnehmerüberlassung?
Arbeitnehmerüberlassung liegt vor, wenn ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer beschäftigt und ihn einem anderen Unternehmen zur Arbeitsleistung überlässt. Der Arbeitnehmer ist beim Verleiher angestellt, arbeitet aber beim Entleiher.
Welche drei Beteiligten gibt es bei der Arbeitnehmerüberlassung?
Verleiher: Arbeitgeber, bei dem der Leiharbeitnehmer angestellt ist.
Leiharbeitnehmer: Arbeitnehmer, der einem anderen Unternehmen überlassen wird.
Entleiher: Unternehmen, in dem der Leiharbeitnehmer seine Arbeitsleistung erbringt.
Wann findet das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) grundsätzlich keine Anwendung?
Das AÜG findet grundsätzlich keine Anwendung, wenn die Arbeitnehmerüberlassung nicht gewerbsmäßig erfolgt oder ein gesetzlicher Ausnahmetatbestand nach § 1 Abs. 3 AÜG vorliegt.
Wann liegt ein Leiharbeitsverhältnis im Sinne der gewerblichen Arbeitnehmerüberlassung vor?
Wenn ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer einstellt, um ihn gewerbsmäßig Dritten zur Arbeitsleistung zu überlassen.
Wann gilt eine Arbeitnehmerüberlassung als gewerbsmäßig?
Wenn sie selbstständig, auf Dauer und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird.
Welches Gesetz ist bei gewerbsmäßiger Arbeitnehmerüberlassung anzuwenden?
Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).
Welche besondere Erlaubnis benötigt ein Verleiher für die Arbeitnehmerüberlassung?
Nach § 1 Abs. 1 AÜG benötigt der Verleiher grundsätzlich eine besondere Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung.
Welche Ziele wurden mit der Reform der Arbeitnehmerüberlassung verfolgt?
Die Arbeitnehmerüberlassung sollte den Arbeitsmarkt flexibler machen und vorhandenes Beschäftigungspotenzial besser ausschöpfen. Im Zuge der Arbeitsmarktreformen wurden Einschränkungen und Regulierungen verändert; gleichzeitig sollten angemessene tarifliche Regelungen gefördert werden.
Welche Rechtsbeziehung besteht zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer?
Grundsätzlich besteht ein normales Arbeitsverhältnis. Dabei sind die besonderen Vorschriften des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, insbesondere §§ 9–11 AÜG, zu beachten.
Was bedeutet der Gleichstellungsanspruch eines Leiharbeitnehmers?
Der Leiharbeitnehmer kann grundsätzlich verlangen, hinsichtlich der Arbeitsbedingungen einem vergleichbaren Arbeitnehmer im Betrieb des Entleihers gleichgestellt zu werden.
Wer gilt als vergleichbarer Arbeitnehmer im Sinne des Gleichstellungsanspruchs?
Ein Arbeitnehmer, der im Betrieb des Entleihers dieselben oder zumindest ähnliche Tätigkeiten wie der Leiharbeitnehmer ausführt.
Für welchen Zeitraum besteht der Gleichstellungsanspruch?
Grundsätzlich für die Dauer der Überlassung an den Entleiher. Wird der Leiharbeitnehmer nicht überlassen, gelten die zwischen ihm und dem Verleiher vereinbarten Arbeitsbedingungen.
Was bedeutet der Tarifvorbehalt beim Gleichstellungsanspruch von Leiharbeitnehmern?
Der Gleichstellungsanspruch besteht nicht in gleicher Weise, wenn ein Tarifvertrag die Arbeitsbedingungen des Leiharbeitnehmers regelt. Die tarifvertragliche Regelung ist dabei zu berücksichtigen.
Darf ein Verleiher verhindern, dass ein Leiharbeitnehmer später beim Entleiher angestellt wird?
Vertragsbedingungen, die den Abschluss eines Arbeitsvertrages mit dem ehemaligen Entleiher nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unmöglich machen sollen, sind unwirksam (§ 9 Nr. 4 AÜG).
Besteht zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer normalerweise ein Arbeitsvertrag?
Nein. Normalerweise besteht der Arbeitsvertrag zwischen dem Verleiher und dem Leiharbeitnehmer. Zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer bestehen grundsätzlich keine unmittelbaren arbeitsvertraglichen Beziehungen.
Was passiert, wenn der Verleiher keine erforderliche Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung besitzt?
Der Vertrag ist zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer in diesem Fall unwirksam. Zum Schutz des Arbeitnehmers wird grundsätzlich ein Arbeitsverhältnis zwischen Leiharbeitnehmer und Entleiher fingiert (§§ 9 Nr. 1, 10 Abs. 1 AÜG).
elche Pflichten zum Arbeitsschutz hat der Entleiher gegenüber Leiharbeitnehmern?
Der Entleiher muss die öffentlich-rechtlichen Vorschriften des Arbeitsschutzes beachten. Dazu gehören insbesondere die Unfallverhütungsvorschriften (§ 11 Abs. 6 AÜG).
Wann haftet der Entleiher für Sozialversicherungsbeiträge des Leiharbeitnehmers?
Der Entleiher haftet nach § 28e Abs. 2 SGB IV wie ein Bürge für die zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge, wenn der Verleiher diese nicht bezahlt. Nach dem Lerntext muss der Entleiher die Kosten dann zusätzlich zur Leihgebühr übernehmen.
Welche Form muss der Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher haben?
Der Vertrag muss den Anforderungen des § 12 AÜG entsprechen. Nach dem Lerntext ist insbesondere ein schriftlicher Vertrag erforderlich.
Welchen Auskunftsanspruch hat ein Leiharbeitnehmer nach § 13 AÜG?
Der Leiharbeitnehmer kann Auskunft über die für ihn relevanten Arbeitsbedingungen im Entleiherbetrieb verlangen. Eine falsche Auskunft kann nach dem Lerntext zu Schadenersatzansprüchen führen, wenn dadurch Ansprüche nicht geltend gemacht werden konnten.
Warum muss der Betriebsrat des Entleiherbetriebs bei der Aufnahme eines Leiharbeitnehmers beteiligt werden?
Der Leiharbeitnehmer wird trotz seiner Zugehörigkeit zum Betrieb des Verleihers in den Entleiherbetrieb eingegliedert. Deshalb ist der Betriebsrat nach Maßgabe der im Lerntext genannten Vorschriften, insbesondere § 14 Abs. 3 AÜG in Verbindung mit § 99 BetrVG, zu beteiligen.
Was ist ein Berufsausbildungsverhältnis?
Ein Berufsausbildungsverhältnis dient dazu, Auszubildenden in einem geordneten Ausbildungsgang eine breit angelegte berufliche Grundbildung sowie die notwendigen fachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse für eine qualifizierte berufliche Tätigkeit zu vermitteln (§ 1 Abs. 3 BBiG).
Auf welcher vertraglichen Grundlage findet eine Berufsausbildung statt?
Auf Grundlage eines Berufsausbildungsvertrages zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem.
Welche Form ist für den wesentlichen Inhalt eines Berufsausbildungsvertrages vorgeschrieben?
Der wesentliche Inhalt muss nach § 11 BBiG schriftlich niedergelegt werden. Ein Verstoß gegen diese Formvorschrift macht den Vertrag nach dem Lerntext nicht unwirksam, sondern stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
Sind Vereinbarungen zulässig, die Auszubildende nach der Ausbildung beruflich an den Ausbildungsbetrieb binden?
Vereinbarungen, die die freie Entscheidung über die weitere berufliche Tätigkeit nach Ausbildungsende einschränken, sind grundsätzlich nichtig (§ 12 Abs. 1 Satz 1 BBiG). Gesetzlich vorgesehene Ausnahmen sind zu beachten.
Muss ein Auszubildender die Ausbildungskosten zurückzahlen, wenn er nach der Ausbildung den Arbeitgeber wechselt?
nein. Eine Vereinbarung, die den Auszubildenden bei einem Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber zur Erstattung der Ausbildungskosten verpflichtet, ist nach § 12 Abs. 2 Nr. 2 BBiG nichtig.
Wie lange muss die Probezeit in einem Berufsausbildungsverhältnis dauern?
ie Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern (§ 20 BBiG).
Während der Probezeit können beide Vertragspartner das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen kündigen (§ 22 Abs. 1 BBiG).
Unter welchen Voraussetzungen kann der Ausbildungsbetrieb nach der Probezeit kündigen?
Der Ausbildungsbetrieb kann nach der Probezeit nur aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist kündigen (§ 22 Abs. 2 BBiG).
Wann darf ein Auszubildender nach der Probezeit mit einer Frist von vier Wochen kündigen?
Wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen möchte (§ 22 Abs. 2 BBiG).
Wann ist eine außerordentliche Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses möglich?
Bei Vorliegen eines wichtigen Grundes. Die Voraussetzungen für eine außerordentliche Kündigung richten sich nach den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere § 626 BGB und den besonderen Regelungen des § 22 BBiG.
Welche Zwei-Wochen-Frist gilt bei einer Kündigung aus wichtigem Grund im Berufsausbildungsverhältnis?
Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist unwirksam, wenn die maßgeblichen Tatsachen dem Kündigungsberechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind (§ 22 Abs. 4 Satz 1 BBiG).
Welche Form muss eine Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses haben?
Jede Kündigung muss schriftlich erfolgen. Nach der Probezeit müssen zusätzlich die Kündigungsgründe angegeben werden (§ 22 Abs. 3 BBiG). Ein Verstoß gegen diese Vorschrift macht die Kündigung unwirksam.
Wann endet ein Berufsausbildungsverhältnis normalerweise?
Es endet grundsätzlich mit dem Bestehen der Abschlussprüfung (§ 21 BBiG).
Welche allgemeinen arbeitsrechtlichen Vorschriften gelten für Auszubildende?
Soweit das Berufsbildungsgesetz nichts anderes bestimmt, gelten grundsätzlich auch die für Arbeitsverhältnisse geltenden Rechtsvorschriften. Dazu gehören beispielsweise das Mutterschutzgesetz und das Entgeltfortzahlungsgesetz.
Was versteht man unter einem faktischen Arbeitsverhältnis?
Ein faktisches Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn ein Arbeitsvertrag von Anfang an nichtig oder durch Anfechtung unwirksam ist, der Arbeitnehmer seine Arbeit aber bereits aufgenommen hat.
Worin unterscheidet sich ein faktisches Arbeitsverhältnis von einem mündlich oder konkludent geschlossenen Arbeitsvertrag?
Bei einem faktischen Arbeitsverhältnis ist der zugrunde liegende Vertrag nichtig oder unwirksam, obwohl die Arbeit bereits aufgenommen wurde. Ein mündlich oder durch schlüssiges Verhalten zustande gekommener Arbeitsvertrag kann dagegen wirksam sein, auch wenn kein schriftlicher Vertrag vorliegt.
Wie kann ein faktisches Arbeitsverhältnis beendet werden?
Es genügt eine form- und fristlose Beendigungserklärung. Die normalen Vorschriften des Kündigungsschutzes werden nicht angewendet; für die Zukunft besteht keine Bindung mehr.
– Welche Ansprüche hat ein Arbeitnehmer bei einem faktischen Arbeitsverhältnis für die bereits geleistete Arbeit?
Für die Vergangenheit wird das faktische Arbeitsverhältnis grundsätzlich wie ein wirksames Arbeitsverhältnis behandelt. Der Arbeitnehmer hat daher beispielsweise Anspruch auf Arbeitsvergütung, Bezahlung geleisteter Mehrarbeit – auch wenn diese verboten war – und Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften.
Welche Ausnahme nennt bei den Ansprüchen aus einem faktischen Arbeitsverhältnis?
Die Rechtsprechung kann eine Ausnahme bestehen, wenn das Arbeitsverhältnis nicht tatsächlich vollzogen wurde, beispielsweise weil der Arbeitnehmer während der gesamten Zeit arbeitsunfähig krank war.
Welche Folge hat Geschäftsunfähigkeit bei Vertragsabschluss?
Eine Willenserklärung eines Geschäftsunfähigen ist grundsätzlich nach § 105 BGB nichtig. Die gesetzlichen Vertretungsregeln sind zu beachten.
Wann kann ein Arbeitsvertrag wegen Irrtums angefochten werden?
Eine Anfechtung kann unter den Voraussetzungen des § 119 Abs. 2 BGB möglich sein, wenn sich eine Partei über eine verkehrswesentliche Eigenschaft irrt. Nicht jede falsche Vorstellung oder jede Erkrankung ist automatisch ein Anfechtungsgrund.
Wann kann ein Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten werden?
Wenn eine Partei die andere vorsätzlich täuscht, um sie zum Vertragsschluss zu bewegen, kann eine Anfechtung nach § 123 BGB möglich sein. Entscheidend sind die konkreten Umstände und die rechtliche Zulässigkeit der jeweiligen Frage oder Offenbarungspflicht.
Wann kann eine widerrechtliche Drohung zur Anfechtung führen?
Wenn eine Partei durch eine widerrechtliche Drohung zum Abschluss des Vertrags bestimmt wird, kann der Vertrag nach § 123 BGB anfechtbar sein.
Was geschieht mit einem Arbeitsverhältnis, wenn der Vertrag angefochten wird und bereits Arbeit geleistet wurde?
Die Rechtsfolgen sind arbeitsrechtlich besonders zu beurteilen. Bei einem tatsächlich vollzogenen Arbeitsverhältnis wird die Vergangenheit grundsätzlich nicht einfach so behandelt, als hätte es das Arbeitsverhältnis nie gegeben. Für die Zukunft kann das Verhältnis beendet werden; Einzelheiten hängen vom Sachverhalt ab.
Welche Unterlagen oder Angaben muss der Arbeitnehmer beim Beschäftigungsbeginn bereitstellen?
Je nach Beschäftigung sind insbesondere die Steueridentifikationsnummer, Angaben zur Sozialversicherung und weitere für die Einstellung erforderliche Unterlagen vorzulegen. Welche Dokumente konkret erforderlich sind, richtet sich nach den geltenden Vorschriften.
Wird ein Arbeitsvertrag unwirksam, wenn bestimmte Arbeitspapiere fehlen?
Nein, grundsätzlich nicht. Fehlende Unterlagen können aber Melde- oder Nachweispflichten auslösen und den ordnungsgemäßen Beschäftigungsbeginn erschweren.
Welche Meldepflicht hat der Arbeitgeber gegenüber der Sozialversicherung?
Der Arbeitgeber muss Beschäftigte nach den gesetzlichen Vorgaben bei der zuständigen Einzugsstelle beziehungsweise im vorgesehenen Meldeverfahren anmelden. Dabei gelten besondere Regeln für sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigungen.
Welche Informationspflichten hat der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer?
Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer über seine Aufgaben und die für die Tätigkeit wichtigen Bedingungen informieren. Dazu gehören auch relevante Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie Schutzmaßnahmen.
Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei einer Einstellung?
In Unternehmen, in denen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Betriebsrat nach § 99 BetrVG vor bestimmten personellen Einzelmaßnahmen, insbesondere Einstellungen, zu beteiligen.
Was muss beim Datenschutz zu Beginn einer Tätigkeit beachtet werden?
Beschäftigte müssen über die für ihre Tätigkeit relevanten Datenschutzvorgaben informiert und gegebenenfalls zur Vertraulichkeit verpflichtet werden. Besonders wichtig ist das bei Personen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten.
Wird ein Arbeitsvertrag nichtig, wenn weniger Urlaub als gesetzlich vorgeschrieben vereinbart wurde?
Nicht automatisch. Die unzulässige Vereinbarung kann insoweit unwirksam sein; der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch bleibt bestehen.
Was bedeutet Sittenwidrigkeit nach § 138 Abs. 1 BGB?
Ein sittenwidriger Vertrag verstößt gegen grundlegende Wertvorstellungen der Rechtsordnung und ist nichtig. Im Arbeitsrecht kann dies beispielsweise bei besonders ausbeuterischen oder unverhältnismäßigen Vertragsbedingungen relevant sein.
Was ist Wucher nach § 138 Abs. 2 BGB?
Wucher liegt vor, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht und eine Zwangslage, Unerfahrenheit, ein Mangel an Urteilsvermögen oder eine erhebliche Willensschwäche ausgenutzt wird.
Was bedeutet Anfechtbarkeit eines Arbeitsvertrags?
Ein anfechtbarer Vertrag kann durch eine wirksame Anfechtung beseitigt werden, wenn ein gesetzlicher Anfechtungsgrund vorliegt und die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Bedeutung hat ein Formmangel nach § 125 BGB?
Wird eine gesetzlich vorgeschriebene Form nicht eingehalten, ist das Rechtsgeschäft grundsätzlich nichtig, sofern das Gesetz keine andere Rechtsfolge vorsieht. Nicht jeder fehlende schriftliche Arbeitsvertrag führt deshalb zur Nichtigkeit.
Was bedeutet ein Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot nach § 134 BGB?
Ein Rechtsgeschäft, das gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist grundsätzlich nichtig, sofern sich aus dem Gesetz nichts anderes ergibt. Entscheidend ist, ob das Verbot den Vertragsschluss selbst betrifft.
Welche Beschäftigungsregel gilt für Schwangere nach der Geburt?
Nach der Geburt gilt grundsätzlich ein Beschäftigungsverbot für acht Wochen, in bestimmten Fällen zwölf Wochen. Die gesetzlichen Sonderregelungen sind zu beachten.
Was bedeutet Inhaltskontrolle bei Arbeitsverträgen?
Vorformulierte Vertragsbedingungen werden darauf geprüft, ob sie mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar sind und den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen.
Welche gesetzlichen Vorschriften sind für die Kontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen wichtig?
: Insbesondere §§ 305 bis 310 BGB. Sie enthalten Regeln zur Einbeziehung, Auslegung und Wirksamkeit vorformulierter Vertragsbedingungen.
Was ist eine überraschende Klausel nach § 305c Abs. 1 BGB?
Eine überraschende Klausel ist eine Vertragsbestimmung, mit der ein Arbeitnehmer nach den Umständen nicht rechnen musste. Sie wird grundsätzlich nicht Vertragsbestandteil.
Was ist eine unangemessene Benachteiligung nach § 307 BGB?
Eine Vertragsbestimmung benachteiligt den Arbeitnehmer unangemessen, wenn sie seine Interessen entgegen den Geboten von Treu und Glauben nicht ausreichend berücksichtigt oder gegen das Transparenzgebot verstößt.
Was bedeutet das Transparenzgebot?
Vertragsklauseln müssen klar und verständlich formuliert sein. Der Arbeitnehmer soll erkennen können, welche Rechte und Pflichten sich aus der Regelung ergeben.
Sind alle Bestimmungen eines Arbeitsvertrags kontrollierbar?
Nein. Bestimmungen, die lediglich gesetzliche Vorschriften wiedergeben, und bestimmte Regelungen zu den Hauptleistungspflichten sind von der Inhaltskontrolle ausgenommen. Es gelten die Einzelheiten des § 307 Abs. 3 BGB.
Was passiert, wenn eine einzelne Klausel im Arbeitsvertrag unwirksam ist?
Grundsätzlich bleibt der übrige Vertrag wirksam. Die unwirksame Klausel entfällt und wird nicht automatisch auf ein gerade noch zulässiges Maß reduziert.
Unterliegen Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen der AGB-Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB?
Sie sind nach § 310 Abs. 4 Satz 2 BGB grundsätzlich von dieser AGB-Kontrolle ausgenommen.
Was bedeutet Abschlussfreiheit?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer können grundsätzlich selbst entscheiden, ob und mit wem sie einen Arbeitsvertrag schließen.
Was ist ein Abschlussgebot?
Ein Abschlussgebot verpflichtet den Arbeitgeber, bestimmte Arbeitnehmergruppen einzustellen oder bei der Einstellung besonders zu berücksichtigen.
Welche Pflicht besteht nach dem SGB IX für Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen?
Arbeitgeber müssen grundsätzlich mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Wird die Pflichtquote nicht erfüllt, kann eine Ausgleichsabgabe anfallen.
Hat ein schwerbehinderter Bewerber automatisch Anspruch auf einen freien Arbeitsplatz?
Nein. Aus der Beschäftigungspflicht folgt grundsätzlich kein individueller Anspruch auf einen bestimmten freien Arbeitsplatz.
Was ist ein Abschlussverbot?
Ein Abschlussverbot untersagt den Abschluss bestimmter Verträge. Beispielsweise dürfen Auszubildende nach den Vorgaben des BBiG nur von persönlich und fachlich geeigneten Ausbildenden beziehungsweise unter den gesetzlichen Voraussetzungen eingestellt und ausgebildet werden.
Welche Folge kann ein Verstoß gegen ein gesetzliches Abschlussverbot haben?
Ein Vertrag kann nach § 134 BGB nichtig sein, wenn das Gesetz diese Rechtsfolge vorsieht beziehungsweise sie sich aus dem Zweck des Verbots ergibt.
Nenne Beispiele für Beschäftigungsverbote.
Beispiele sind gesetzliche Beschäftigungsverbote für Kinder, bestimmte Tätigkeitsverbote für Jugendliche sowie mutterschutzrechtliche Beschäftigungsverbote. Auch bei fehlender erforderlicher Arbeitserlaubnis kann eine Beschäftigung unzulässig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Abschlussverbot und Beschäftigungsverbot?
Ein Abschlussverbot betrifft die Frage, ob ein Vertrag geschlossen werden darf. Ein Beschäftigungsverbot betrifft die Frage, ob eine Person bestimmte Tätigkeiten ausüben darf. Ein Beschäftigungsverbot lässt den Arbeitsvertrag grundsätzlich bestehen.
Welche grundlegenden Rechtsmängel kann ein Arbeitsvertrag aufweisen?
Ein Arbeitsvertrag kann nichtig oder anfechtbar sein. Welche Rechtsfolge eintritt, hängt vom jeweiligen Mangel ab.
: Was bedeutet Nichtigkeit eines Arbeitsvertrags?
Ein nichtiger Vertrag entfaltet grundsätzlich nicht die beabsichtigte rechtliche Wirkung.
Wie wird ein Arbeitsverhältnis definiert?
Ein Arbeitsverhältnis ist ein Dauerrechtsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Grundlage ist der Arbeitsvertrag.
Welche rechtliche Grundlage hat der Arbeitsvertrag?
Der Arbeitsvertrag ist ein Unterfall des Dienstvertrags nach §§ 611 ff. BGB. Die Vorschriften zum Arbeitsvertrag finden sich insbesondere in § 611a BGB.
Welche rechtliche Art von Vertrag ist der Arbeitsvertrag?
Der Arbeitsvertrag ist ein privatrechtlicher, gegenseitiger, personenrechtlicher Austauschvertrag.
Was bedeutet privatrechtlich beim Arbeitsvertrag?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind rechtlich gleichgeordnet. Sie schließen den Vertrag grundsätzlich freiwillig miteinander ab.
Warum ist der Arbeitsvertrag ein gegenseitiger Austauschvertrag?
Der Arbeitnehmer erbringt seine Arbeitsleistung und der Arbeitgeber zahlt dafür die vereinbarte Vergütung.
Warum ist der Arbeitsvertrag ein personenrechtlicher Vertrag?
Weil Arbeitgeber und Arbeitnehmer wechselseitige Pflichten haben. Dazu gehören insbesondere die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und die Treuepflicht des Arbeitnehmers.
Wie kommt ein Arbeitsvertrag zustande?
Durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen: Angebot und Annahme.
Kann ein Arbeitsvertrag mündlich abgeschlossen werden?
Ja. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag kann grundsätzlich mündlich oder schriftlich geschlossen werden, sofern keine besondere Formvorschrift entgegensteht.
Warum wird die Schriftform beim Arbeitsvertrag empfohlen?
Ein schriftlicher Vertrag erleichtert den Nachweis der vereinbarten Bedingungen und vermeidet spätere Beweisschwierigkeiten.
Welche Pflicht hat der Arbeitgeber nach dem Nachweisgesetz, wenn kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt?
Der Arbeitgeber muss die wesentlichen Arbeitsbedingungen nach den gesetzlichen Vorgaben dokumentieren und dem Arbeitnehmer nach Maßgabe des Nachweisgesetzes zugänglich machen. Die Fristen unterscheiden sich je nach Vertragsbedingung.
: Wird ein Arbeitsvertrag unwirksam, wenn der Arbeitgeber die Nachweispflichten nicht erfüllt?
Antwort: Nein. Di
Nein. Die Verletzung der Nachweispflichten führt grundsätzlich nicht zur Unwirksamkeit des Arbeitsvertrags. Sie kann aber rechtliche Folgen für den Arbeitgeber haben.
Welche Form ist für die Befristung eines Arbeitsvertrags grundsätzlich erforderlich?
Die Befristungsabrede muss grundsätzlich schriftlich erfolgen, bevor das befristete Arbeitsverhältnis beginnt. Es gelten die gesetzlichen Vorschriften des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG).
Welche Folge kann ein Formmangel bei einer Befristung haben?
st die Befristung unwirksam, gilt der Arbeitsvertrag grundsätzlich als auf unbestimmte Zeit geschlossen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen dafür vorliegen.
Welche Besonderheiten gelten beim Berufsausbildungsvertrag?
Der wesentliche Vertragsinhalt muss nach den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) dokumentiert und unterzeichnet werden. Eine fehlende Niederschrift macht den mündlich geschlossenen Ausbildungsvertrag nicht automatisch unwirksam.
Darf ein Berufsausbildungsvertrag elektronisch abgeschlossen werden?
h dem im Text dargestellten Rechtsstand ist der Abschluss in elektronischer Form ausgeschlossen. Für eine aktuelle rechtliche Anwendung müssen die geltenden Formvorschriften des BBiG geprüft werden.
Welche wesentlichen Angaben muss ein Berufsausbildungsvertrag enthalten?
Dazu gehören unter anderem:
Namen und Anschriften der Vertragsparteien
Ausbildungsberuf und Ausbildungsziel
Beginn und Dauer der Ausbildung
Ausbildungsstätte und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
regelmäßige tägliche Ausbildungszeit
Dauer der Probezeit
Höhe und Zusammensetzung der Vergütung
Regelungen zu Überstunden
Urlaubsanspruch
Kündigungsvoraussetzungen
Hinweise auf anwendbare Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
Form des Ausbildungsnachweises
Können Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim Abschluss des Arbeitsvertrags vertreten werden?
: Ja. Nach §§ 164 ff. BGB können sie sich bei der Abgabe ihrer Willenserklärungen grundsätzlich durch Vertreter vertreten lassen.
Wer schließt einen Vertrag für eine geschäftsunfähige Person ab?
Der gesetzliche Vertreter handelt für die geschäftsunfähige Person.
Was bedeutet beschränkte Geschäftsfähigkeit?
Minderjährige zwischen sieben und unter 18 Jahren sind grundsätzlich beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB).
Warum benötigen beschränkt geschäftsfähige Minderjährige grundsätzlich die Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter für einen Arbeitsvertrag?
Ein Arbeitsvertrag bringt Pflichten mit sich und ist deshalb nicht lediglich rechtlich vorteilhaft. Daher ist grundsätzlich die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters erforderlich.
Was bedeutet schwebend unwirksam bei einem Arbeitsvertrag mit einem Minderjährigen?
Wurde der Vertrag ohne die erforderliche vorherige Einwilligung geschlossen, hängt seine Wirksamkeit grundsätzlich von der nachträglichen Genehmigung des gesetzlichen Vertreters ab.
Was geschieht, wenn der gesetzliche Vertreter den Vertrag nachträglich genehmigt?
Die Genehmigung wirkt grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses zurück.
Was geschieht, wenn der gesetzliche Vertreter die Genehmigung verweigert?
Der Vertrag wird endgültig unwirksam. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann auch eine Frist zur Genehmigung gesetzt werden.
Was regelt § 113 BGB für Minderjährige?
Der gesetzliche Vertreter kann einen Minderjährigen ermächtigen, in Dienst oder Arbeit zu treten. Innerhalb dieses Rahmens kann der Minderjährige bestimmte Arbeitsverträge selbstständig abschließen.
Gilt § 113 BGB auch für Berufsausbildungsverhältnisse?
Nein. Die Ermächtigung nach § 113 BGB ist auf Berufsausbildungsverhältnisse nicht anwendbar.
Was bedeutet Vertragsfreiheit beim Arbeitsvertrag?
Die Vertragsparteien können grundsätzlich selbst entscheiden, ob sie einen Vertrag schließen, mit wem sie ihn schließen und welchen Inhalt er hat.
Warum ist die Vertragsfreiheit im Arbeitsrecht eingeschränkt?
Arbeitnehmer sollen vor Benachteiligung und Ausbeutung geschützt werden. Deshalb gelten zwingende gesetzliche Vorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen.
Welche Bedeutung haben betriebliche Übungen für das Arbeitsverhältnis?
Eine betriebliche Übung kann entstehen, wenn der Arbeitgeber bestimmte Leistungen regelmäßig gewährt und dadurch ein Anspruch der Arbeitnehmer begründet wird. Ob ein Anspruch entsteht, hängt von den konkreten Umständen ab.
Kann ein Arbeitnehmer wirksam auf den gesetzlichen Mindesturlaub verzichten?
Was bedeutet Treu und Glauben im Zusammenhang mit dem Direktionsrecht?
Der Arbeitgeber muss sein Direktionsrecht fair und angemessen ausüben und die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers berücksichtigen.
Was darf der Arbeitgeber durch das Direktionsrecht nicht einfach verändern?
Er darf nicht beliebig die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen verändern. Das Direktionsrecht erlaubt nur eine Konkretisierung innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsvertrag und Direktionsrecht?
Der Arbeitsvertrag legt die grundlegenden Rechte und Pflichten fest. Das Direktionsrecht ermöglicht dem Arbeitgeber, diese Pflichten innerhalb des vertraglich vereinbarten Rahmens näher zu konkretisieren.
Was ist der Unterschied zwischen Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung?
Ein Tarifvertrag wird zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden bzw. einzelnen Arbeitgebern geschlossen. Eine Betriebsvereinbarung wird zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat auf Betriebsebene abgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen Tarifvertrag und betrieblicher Übung?
Ein Tarifvertrag ist eine kollektivrechtliche Vereinbarung zwischen Tarifvertragsparteien. Eine betriebliche Übung entsteht durch wiederholtes Verhalten bzw. wiederholte Leistungen des Arbeitgebers, aus denen ein vertraglicher Anspruch entstehen kann.
Was ist der Unterschied zwischen betrieblicher Übung und Direktionsrecht?
ine betriebliche Übung kann einen dauerhaften Anspruch des Arbeitnehmers begründen. Das Direktionsrecht gibt dem Arbeitgeber dagegen die Möglichkeit, bestehende Arbeitspflichten innerhalb bestimmter Grenzen näher zu konkretisieren.
Welche vier Geltungsbereiche eines Tarifvertrags sollte man sich für die Prüfung merken? Antwort: Persönlich = für welche Arbeitnehmergruppen?
Persönlich = für welche Arbeitnehmergruppen?
Zeitlich = wann gilt der Tarifvertrag?
Räumlich = wo gilt er?
Sachlich = für welche Branche bzw. welchen Wirtschaftszweig?
Welche drei Begriffe sind bei der Wirkung eines Tarifvertrags besonders wichtig?
Unmittelbare Wirkung, zwingende Wirkung und Nachwirkung.
Was sollte man zum Tarifvertrag für eine Prüfung sicher beherrschen?
Definition, Tarifvertragsparteien, schuldrechtlicher und normativer Teil, Tarifbindung, unmittelbare und zwingende Wirkung, Allgemeinverbindlicherklärung, vier Geltungsbereiche sowie Schutz-, Ordnungs- und Friedensfunktion.
Was sollte man zur Betriebsvereinbarung für eine Prüfung sicher beherrschen?
Definition, Beteiligte, unmittelbare und zwingende Wirkung, Verhältnis zum Tarifvertrag, Sperrwirkung nach § 77 Abs. 3 BetrVG und Grenzen gegenüber bestehenden Arbeitsverträgen.
Was sollte man zur betrieblichen Übung für eine Prüfung sicher beherrschen?
Definition, typische Beispiele, grundsätzlich dreijährige vorbehaltlose Gewährung, Entstehung eines Rechtsanspruchs, Freiwilligkeitsvorbehalt und Möglichkeiten der Ablösung.
Was sollte man zum Direktionsrecht für eine Prüfung sicher beherrschen?
Definition, mögliche Regelungsbereiche wie Art, Ort und Zeit der Arbeit sowie die Grenzen durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Gesetz, § 242 BGB und Persönlichkeitsrechte.
Wie lautet ein einfacher Merksatz für das Direktionsrecht?
: Der Arbeitgeber darf konkretisieren, aber nicht beliebig verändern: Das Direktionsrecht endet dort, wo Vertrag, Tarifvertrag, Gesetz oder Arbeitnehmerrechte verletzt werden.
Was bedeutet die zwingende Wirkung eines Tarifvertrags?
Die tariflichen Normen sind für tarifgebundene Parteien grundsätzlich verbindlich und können nicht beliebig zuungunsten des Arbeitnehmers verändert werden.
Welche Voraussetzungen müssen für die unmittelbare Geltung eines Tarifvertrags erfüllt sein?
Das Arbeitsverhältnis muss in den persönlichen, fachlichen, räumlichen und zeitlichen Geltungsbereich fallen und grundsätzlich müssen beide Parteien tarifgebunden sein.
Was bedeutet Tarifbindung?
Tarifbindung bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer rechtlich an einen Tarifvertrag gebunden sind und dessen normative Bestimmungen auf ihr Arbeitsverhältnis Anwendung finden.
Wann ist ein Arbeitgeber grundsätzlich tarifgebunden?
Ein Arbeitgeber ist grundsätzlich tarifgebunden, wenn er Mitglied des tarifschließenden Arbeitgeberverbandes ist und der fachliche und örtliche Anwendungsbereich des Tarifvertrags erfüllt ist.
Wann ist ein Arbeitnehmer grundsätzlich tarifgebunden?
Ein Arbeitnehmer ist grundsätzlich tarifgebunden, wenn er Mitglied der tarifschließenden Gewerkschaft ist und unter den persönlichen Anwendungsbereich des Tarifvertrags fällt.
Muss ein Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied sein, um von einem Tarifvertrag zu profitieren?
Nicht unbedingt. Tarifverträge werden in der Praxis häufig auf alle Arbeitnehmer eines Betriebs angewendet, auch wenn diese nicht Gewerkschaftsmitglieder sind.
: Können Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Tarifvertrag freiwillig in den Arbeitsvertrag einbeziehen?
Ja. Sie können die Anwendung eines Tarifvertrags, einzelner Teile oder einzelner Bestimmungen vereinbaren, wenn keine anderweitige Tarifbindung besteht.
: Welchen Anspruch hat ein Arbeitnehmer, wenn tarifliche Regelungen im Arbeitsvertrag vereinbart wurden?
Der Arbeitnehmer kann aufgrund seines Arbeitsvertrags die Einhaltung der vereinbarten tariflichen Bestimmungen verlangen.
Welche drei Hauptfunktionen hat ein Tarifvertrag?
Schutzfunktion, Ordnungsfunktion und Friedensfunktion.
Was ist die Schutzfunktion des Tarifvertrags?
arifverträge sollen Arbeitnehmer davor schützen, dass der wirtschaftlich stärkere Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen einseitig festlegt.
Was ist die Ordnungsfunktion des Tarifvertrags?
Tarifverträge typisieren Arbeitsverträge, erleichtern deren Abschluss und machen die Personalkosten für eine bestimmte Zeit kalkulierbarer.
Was ist die Friedensfunktion des Tarifvertrags?
Während der Laufzeit eines Tarifvertrags können Arbeitgeber grundsätzlich darauf vertrauen, nicht mit Arbeitskämpfen über bereits tariflich geregelte Fragen überzogen
Was bedeutet Allgemeinverbindlicherklärung eines Tarifvertrags?
Durch eine Allgemeinverbindlicherklärung kann ein Tarifvertrag unabhängig von der Mitgliedschaft der Arbeitsvertragsparteien auf alle Arbeitsverhältnisse im Geltungsbereich angewendet werden.
Wer kann einen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären?
Eine Allgemeinverbindlicherklärung erfolgt durch das Bundesministerium für Arbeit nach den gesetzlichen Voraussetzungen.
Warum kann ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt werden?
Dies kann insbesondere dann erfolgen, wenn in einer Branche eine unabhängige Lohngestaltung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus sozialen Gründen nicht ausreichend funktioniert.
Welche vier Geltungsbereiche eines Tarifvertrags gibt es?
Persönlicher, zeitlicher, räumlicher und sachlicher Geltungsbereich.
Was regelt der persönliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er bestimmt, für welche Arbeitnehmergruppen der Tarifvertrag gilt, beispielsweise für Auszubildende oder bestimmte Beschäftigtengruppen.
Wie wird im persönlichen Geltungsbereich häufig festgelegt, welche Arbeitnehmer unter den Tarifvertrag fallen?
Häufig erfolgt eine Einteilung in Entgeltgruppen, denen bestimmte Tätigkeiten zugeordnet werden.
Was ist bei Entgeltgruppen eines Tarifvertrags wichtig?
Die Tätigkeiten werden bestimmten Entgeltgruppen zugeordnet. Für das konkrete Arbeitsverhältnis sind nur die einschlägigen tariflichen Vorschriften relevant.
Was regelt der zeitliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er bestimmt, in welchem Zeitraum der Tarifvertrag gilt.
Welche Arbeitsverhältnisse erfasst ein Tarifvertrag grundsätzlich zeitlich?
Er gilt grundsätzlich für Arbeitsverhältnisse, die nach seinem Inkrafttreten und vor seiner Beendigung abgeschlossen werden. Grundsätzlich erfasst er auch bereits bestehende Arbeitsverhältnisse.
Was bedeutet Nachwirkung eines Tarifvertrags?
Läuft ein Tarifvertrag ab, wirkt sein normativer Teil grundsätzlich weiter, bis er durch eine andere Abmachung ersetzt wird (§ 4 Abs. 5 TVG).
Hat ein Tarifvertrag während der Nachwirkung noch zwingende Wirkung?
Nein. Während der Nachwirkung besteht die normative Wirkung weiter, aber nicht mehr zwingend. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können daher abweichende Vereinbarungen treffen.
Was bedeutet der räumliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er bestimmt das geografische Gebiet, in dem der Tarifvertrag gilt.
Welche Arten von räumlichen Tarifverträgen gibt es?
Es gibt unter anderem Orts-, Kreis-, Stadt-, Landes- und Bundestarifverträge.
Was bedeutet der sachliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er bestimmt, für welche Branche bzw. welchen Wirtschaftszweig der Tarifvertrag gilt.
Wonach bestimmt sich grundsätzlich die Branche eines Betriebs?
Entscheidend ist, welche arbeitstechnischen Zwecke im Betrieb überwiegend verfolgt werden.
Für wen gilt ein Branchentarifvertrag innerhalb eines Betriebs?
Er gilt grundsätzlich für die in den persönlichen Geltungsbereich fallenden Arbeitnehmer der entsprechenden Branche, unabhängig davon, welche konkrete Tätigkeit sie im Betrieb ausüben.
Welcher Tarifvertrag gilt beispielsweise für eine Näherin in einem metallverarbeitenden Betrieb?
Sie kann unter den Tarifvertrag der IG Metall fallen, obwohl sie selbst keine Metallverarbeitung ausübt, weil der Betrieb überwiegend der Metallbranche angehört.
Was ist eine Betriebsvereinbarung?
Eine Betriebsvereinbarung ist eine Vereinbarung auf Betriebsebene zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
Wie wirken die Regelungen einer Betriebsvereinbarung?
Die vereinbarten Regelungen wirken grundsätzlich unmittelbar und zwingend (§ 77 Abs. 4 BetrVG).
Was besagt § 77 Abs. 3 BetrVG über das Verhältnis von Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung?
Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen, die tariflich geregelt sind oder üblicherweise tariflich geregelt werden, dürfen grundsätzlich nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung sein.
Was bedeutet die Sperrwirkung des Tarifvertrags gegenüber einer Betriebsvereinbarung?
Die Betriebsvereinbarung darf grundsätzlich keine Regelungen zu Arbeitsbedingungen enthalten, die bereits durch Tarifvertrag geregelt sind oder üblicherweise tariflich geregelt werden.
Kann ein Tarifvertrag Betriebsvereinbarungen ausdrücklich zulassen?
Ja. Ein Tarifvertrag kann ausdrücklich zulassen, dass ergänzende Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden (§ 77 Abs. 3 Satz 2 BetrVG).
Können einzelvertragliche Vereinbarungen durch eine Betriebsvereinbarung zuungunsten des Arbeitnehmers geändert werden?
Nein. Bereits bestehende einzelvertragliche Vereinbarungen dürfen grundsätzlich nicht durch eine Betriebsvereinbarung zum Nachteil des Arbeitnehmers geändert werden.
Wann können belastende Regelungen in einer Betriebsvereinbarung grundsätzlich zulässig sein?
Belastende Regelungen sind grundsätzlich nur zulässig, wenn der Arbeitgeber den betreffenden Inhalt auch einseitig anordnen könnte.
Was ist ein Beispiel für eine Angelegenheit, die der Arbeitgeber grundsätzlich durch Betriebsvereinbarung bzw. entsprechende Anordnung regeln kann?
Fragen der Ordnung im Betrieb können beispielsweise entsprechend geregelt werden.
Was versteht man unter betrieblicher Übung?
Eine betriebliche Übung entsteht durch die regelmäßige Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen oder Leistungen des Arbeitgebers, aus denen Arbeitnehmer auf eine dauerhafte Gewährung schließen können.
Welche Leistungen können Gegenstand einer betrieblichen Übung sein?
Beispielsweise Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, private E-Mail- oder Internetnutzung, Essensgeld, Fortbildungskosten oder eine freiwillige Freistellung an bestimmten Tagen.
Wann kommen Ansprüche aus betrieblicher Übung überhaupt in Betracht?
Sie kommen grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn keine andere Anspruchsgrundlage für die Leistung besteht.
Wann entsteht nach dem Text grundsätzlich eine betriebliche Übung?
Wenn der Arbeitgeber eine Leistung mindestens drei Jahre regelmäßig und vorbehaltlos gewährt und der Arbeitnehmer sie annimmt, kann daraus eine vertragliche Verpflichtung entstehen.
Welche Bedeutung hat die dreijährige Wiederholung bei der betrieblichen Übung?
Die mindestens dreijährige vorbehaltlose Wiederholung kann dazu führen, dass Arbeitnehmer darauf vertrauen dürfen, die Leistung werde auch künftig gewährt.
Was verhindert die Entstehung einer betrieblichen Übung?
Wenn der Arbeitgeber erkennbar ausschließt, dass durch die Leistung eine Bindung für die Zukunft entstehen soll, kann grundsätzlich keine betriebliche Übung entstehen.
Was ist ein Freiwilligkeitsvorbehalt?
Ein Freiwilligkeitsvorbehalt ist eine Erklärung des Arbeitgebers, mit der klargestellt wird, dass eine Leistung freiwillig erfolgt und daraus keine Verpflichtung für die Zukunft entstehen soll.
Warum ist ein Freiwilligkeitsvorbehalt für den Arbeitgeber wichtig?
Er soll verhindern, dass aus wiederholten freiwilligen Leistungen eine dauerhafte vertragliche Verpflichtung und damit eine betriebliche Übung entsteht.
Welche Rechtswirkung hat eine betriebliche Übung?
Durch eine mindestens drei Jahre aufeinanderfolgende und vorbehaltlose Gewährung einer Leistung kann ein Rechtsanspruch des Arbeitnehmers entstehen.
Kann der Arbeitgeber eine entstandene betriebliche Übung einfach widerrufen?
Nein. Einen durch betriebliche Übung entstandenen Anspruch kann der Arbeitgeber grundsätzlich nicht einseitig durch Widerruf beseitigen.
Wie kann eine bestehende betriebliche Übung grundsätzlich abgelöst werden?
Beispielsweise durch eine andere betriebliche Übung, eine Teil- oder Änderungskündigung oder bei Sozialleistungen unter Umständen durch eine umstrukturierende Betriebsvereinbarung.
Was versteht man unter Vertragsfreiheit im Arbeitsvertrag?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer können die Arbeitsbedingungen grundsätzlich frei vereinbaren, soweit keine höherrangigen oder zwingenden Vorschriften entgegenstehen.
Welche Grenzen gelten für die Vertragsfreiheit im Arbeitsrecht?
Es müssen insbesondere zwingende gesetzliche, tarifliche und sonstige höherrangige Regelungen sowie die allgemeinen Grenzen der Vertragsfreiheit des BGB beachtet werden.
Kann ein Arbeitgeber mit einem Arbeitnehmer grundsätzlich jeden beliebigen Lohn vereinbaren?
Nein. Die Vertragsfreiheit hat Grenzen. Ein Lohn darf beispielsweise nicht in einem krassen Missverhältnis zur Arbeitsleistung stehen.
Was passiert bei einem sittenwidrigen Lohn wegen Wuchers?
Ein Vertrag mit einem sittenwidrig niedrigen Lohn kann wegen Wuchers nach § 138 BGB nichtig sein.
Was ist das Direktionsrecht des Arbeitgebers?
Das Direktionsrecht ist die Befugnis des Arbeitgebers, die sich aus dem Arbeitsvertrag ergebenden Arbeitspflichten näher zu konkretisieren.
Welche Bereiche kann der Arbeitgeber durch das Direktionsrecht näher bestimmen?
Er kann unter anderem Art, Ort, Zeit und Methode der Arbeitsleistung sowie arbeitsbegleitende Verhaltensregeln näher bestimmen.
Wann darf der Arbeitgeber sein Direktionsrecht ausüben?
Er darf es nur insoweit ausüben, wie der Arbeitsvertrag noch Spielraum für eine Konkretisierung der Arbeitspflichten lässt.
Welche Grenzen hat das Direktionsrecht?
Das Direktionsrecht muss sich innerhalb der vertraglichen, tariflichen und gesetzlichen Regelungen bewegen.
Was passiert, wenn eine Anordnung des Arbeitgebers die Grenzen des Direktionsrechts überschreitet?
Eine solche Anordnung ist unwirksam.
Darf ein Arbeitgeber durch das Direktionsrecht gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen?
Nein. Das Direktionsrecht muss die gesetzlichen Vorschriften, beispielsweise das Arbeitszeitgesetz, beachten.
: Welche Grenzen gelten für das Direktionsrecht, wenn keine konkreten vertraglichen, tariflichen oder gesetzlichen Regelungen bestehen?
Dann ergeben sich die Grenzen insbesondere aus Treu und Glauben nach § 242 BGB und aus dem Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers.
Was ist ein Tarifvertrag?
Ein Tarifvertrag ist ein schriftlicher Vertrag zwischen Tarifvertragsparteien. Er regelt Arbeitsbedingungen kollektiv und enthält einen schuldrechtlichen sowie einen normativen Teil.
n welchem Gesetz ist der Tarifvertrag geregelt?
Die wesentlichen Regelungen zum Tarifvertrag finden sich im Tarifvertragsgesetz (TVG).
Wer sind die Tarifvertragsparteien?
In der Regel sind dies Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberverbände auf Arbeitgeberseite.
Kann auch ein einzelner Arbeitgeber einen Tarifvertrag abschließen?
Ja. Ein einzelner Arbeitgeber kann mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag abschließen.
Was ist ein Haus- oder Firmentarifvertrag?
n Tarifvertrag, der zwischen einer einzelnen Arbeitgeberseite und einer Gewerkschaft abgeschlossen wird, heißt Haus- oder Firmentarifvertrag.
Was regelt der schuldrechtliche Teil eines Tarifvertrags?
Er regelt die Rechte und Pflichten der Tarifvertragsparteien untereinander.
Was regelt der normative Teil eines Tarifvertrags?
Er enthält Rechtsnormen über Inhalt, Abschluss und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie über betriebliche und betriebsverfassungsrechtliche Fragen.
Warum wird der normative Teil eines Tarifvertrags „normativ“ genannt?
Weil seine Regelungen wie Rechtsnormen wirken und für tarifgebundene Arbeitsverhältnisse unmittelbar und zwingend gelten.
Wie wirken die normativen Bestimmungen eines Tarifvertrags?
Sie wirken unmittelbar und zwingend.
Was bedeutet die unmittelbare Wirkung eines Tarifvertrags?
Die normativen Bestimmungen gelten automatisch wie ein Gesetz für tarifgebundene Arbeitsverhältnisse, wenn die Voraussetzungen des Tarifvertrags erfüllt sind.
Gilt ein Tarifvertrag auch dann unmittelbar, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihn nicht kennen?
Ja. Die unmittelbare Wirkung besteht grundsätzlich auch dann, wenn die Arbeitsvertragsparteien keine Kenntnis vom Tarifvertrag haben.
: Was regelt Art. 157 AEUV im Arbeitsrecht?
Art. 157 AEUV verlangt gleichen Lohn für Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit.
Was sind EU-Richtlinien im Arbeitsrecht?
EU-Richtlinien verpflichten die Mitgliedstaaten dazu, bestimmte Ziele und Vorgaben umzusetzen. Dafür müssen die Mitgliedstaaten entsprechende nationale Vorschriften erlassen oder ändern.
Was kann geschehen, wenn ein Mitgliedstaat eine EU-Richtlinie nicht ordnungsgemäß umsetzt?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich ein Arbeitnehmer im Einzelfall direkt auf eine Richtlinie berufen.
: Welche Artikel des Grundgesetzes haben im Arbeitsrecht besondere Bedeutung?
Besonders wichtig sind Art. 3 GG und Art. 9 Abs. 3 GG.
Was garantiert Art. 9 Abs. 3 GG im Arbeitsrecht?
Art. 9 Abs. 3 GG garantiert die Koalitionsfreiheit. Dazu gehören die positive und die negative Koalitionsfreiheit.
Was bedeutet positive Koalitionsfreiheit?
Positive Koalitionsfreiheit bedeutet, dass jeder das Recht hat, einer Koalition zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen beizutreten, zum Beispiel einer Gewerkschaft oder einem Arbeitgeberverband.
Was bedeutet negative Koalitionsfreiheit?
Negative Koalitionsfreiheit bedeutet, dass niemand verpflichtet werden darf, einer Koalition, zum Beispiel einer Gewerkschaft, beizutreten.
Was ist mit der Institutsgarantie des Art. 9 Abs. 3 GG gemeint?
Die Institutsgarantie schützt den Bestand und die Betätigung von Koalitionen. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände müssen ihre Aufgaben grundsätzlich frei wahrnehmen können.
Welche wichtigen Rechte gehören zur Betätigungsgarantie der Koalitionen?
Dazu gehören insbesondere das Recht zum Abschluss von Tarifverträgen und das Recht zur Selbstdarstellung, beispielsweise durch Werbung.
Warum wäre ein allgemeines Gewerkschaftsverbot verfassungswidrig?
Weil Art. 9 Abs. 3 GG die Koalitionsfreiheit und damit auch den Bestand und die Betätigung von Gewerkschaften schützt.
Was bedeutet der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz?
Der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz folgt aus Art. 3 GG. Arbeitgeber dürfen Arbeitnehmer nicht ohne sachlichen Grund willkürlich unterschiedlich behandeln.
: Wann verstößt ein Arbeitgeber gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz?
Ein Verstoß liegt grundsätzlich vor, wenn Arbeitnehmer ohne sachlichen Grund unterschiedlich behandelt werden.
Gibt es ein einheitliches Gesetzbuch für das gesamte deutsche Arbeitsrecht?
: Nein. Das Arbeitsrecht ist auf zahlreiche verschiedene Gesetze verteilt.
: Welche wichtigen Gesetze regeln allgemeine Fragen des Arbeitsverhältnisses?
Dazu gehören insbesondere BGB, HGB, GewO, HwO, BUrlG, EntgFG, TzBfG und NachwG.
Wofür steht BGB und welche Bedeutung hat es für das Arbeitsrecht?
BGB steht für Bürgerliches Gesetzbuch. Es enthält wichtige allgemeine Regelungen zum Arbeitsverhältnis, insbesondere zum Dienstvertrag und zu arbeitsvertraglichen Pflichten.
Wofür steht BUrlG und was regelt es?
BUrlG steht für Bundesurlaubsgesetz. Es enthält Regelungen zum gesetzlichen Erholungsurlaub.
Wofür steht EntgFG und was regelt es?
: EntgFG steht für Entgeltfortzahlungsgesetz. Es regelt unter anderem die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.
Wofür steht TzBfG und was regelt es?
TzBfG steht für Teilzeit- und Befristungsgesetz. Es enthält Regelungen zur Teilzeitarbeit und zur Befristung von Arbeitsverhältnissen.
Wofür steht NachwG und was regelt es?
t: NachwG steht für Nachweisgesetz. Es regelt die Pflicht des Arbeitgebers, wesentliche Bedingungen des Arbeitsverhältnisses nachzuweisen.
Welche Gesetze dienen insbesondere dem Schutz der Arbeitnehmer?
azu gehören unter anderem das Arbeitsschutzgesetz, Kündigungsschutzgesetz, Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, Mutterschutzgesetz, Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Arbeitszeitgesetz und Jugendarbeitsschutzgesetz.
Wofür steht ArbSchG und was regelt es?
ArbSchG steht für Arbeitsschutzgesetz. Es dient dem Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit.
Wofür steht KSchG und was regelt es?
KSchG steht für Kündigungsschutzgesetz. Es enthält Regelungen zum Schutz von Arbeitnehmern vor sozial ungerechtfertigten Kündigungen.
: Wofür steht AGG und was ist seine Bedeutung?
AGG steht für Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. Es soll Benachteiligungen aus bestimmten gesetzlich genannten Gründen verhindern oder beseitigen.
Wofür steht MuSchG und was regelt es?
MuSchG steht für Mutterschutzgesetz. Es dient insbesondere dem Schutz schwangerer und stillender Frauen sowie des ungeborenen Kindes im Zusammenhang mit der Beschäftigung.
Wofür steht BEEG und was regelt es?
: BEEG steht für Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz. Es regelt insbesondere Elterngeld und Elternzeit.
Wofür steht ArbZG und was regelt es?
ArbZG steht für Arbeitszeitgesetz. Es enthält Regelungen insbesondere zu Arbeitszeit, Ruhepausen, Ruhezeiten sowie Sonn- und Feiertagsbeschäftigung.
Wofür steht JArbSchG und wen schützt es?
JArbSchG steht für Jugendarbeitsschutzgesetz. Es schützt Jugendliche im Arbeitsleben durch besondere Vorschriften, beispielsweise zu Arbeitszeiten und Ruhezeiten.
Welche Gesetze regeln das Tarifrecht und die Betriebsverfassung?
as Tarifrecht ist insbesondere im Tarifvertragsgesetz (TVG) geregelt. Die Betriebsverfassung ist insbesondere im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt. Für die Unternehmensmitbestimmung ist unter anderem das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) relevant.
Wofür steht TVG und was regelt es?
TVG steht für Tarifvertragsgesetz. Es enthält die rechtlichen Grundlagen für Tarifverträge und das Tarifrecht.
Wofür steht BetrVG und was regelt es?
BetrVG steht für Betriebsverfassungsgesetz. Es regelt insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat sowie die Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats.
Welche Gesetze enthalten Vorschriften zum gerichtlichen Verfahren im Arbeitsrecht?
Besonders wichtig sind das Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) und die Zivilprozessordnung (ZPO).
Wofür steht ArbGG?
ArbGG steht für Arbeitsgerichtsgesetz. Es enthält wichtige Vorschriften über das arbeitsgerichtliche Verfahren.
Wofür steht ZPO?
ZPO steht für Zivilprozessordnung. Sie enthält allgemeine Vorschriften für Zivilverfahren, die teilweise auch im Arbeitsgerichtsverfahren relevant sind.
Was versteht man unter Richterrecht?
Richterrecht entsteht dadurch, dass Gerichte gesetzliche Lücken und unklare Rechtsfragen durch ihre Rechtsprechung konkretisieren und weiterentwickeln.
arum entsteht im Arbeitsrecht besonders häufig Richterrecht?
: Das gesetzlich geregelte Arbeitsrecht weist zahlreiche Lücken und unklare Regelungen auf. Diese werden in der Praxis häufig durch die Rechtsprechung ausgefüllt bzw. konkretisiert.
Sind Gerichte in Deutschland grundsätzlich an frühere Urteile anderer Gerichte gebunden?
Nein. In Deutschland gilt grundsätzlich die Bindung der Richter an Gesetz und Recht, nicht an frühere Entscheidungen in vergleichbaren Fällen.
Was versteht man unter einem Präjudiz?
Ein Präjudiz ist eine bereits ergangene gerichtliche Entscheidung, die als Orientierung für die Entscheidung eines vergleichbaren späteren Falls dienen kann.
Warum haben Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts trotz fehlender allgemeiner Bindungswirkung eine große praktische Bedeutung?
Arbeitsgerichte orientieren sich häufig an der bisherigen Rechtsprechung, weil dadurch eine einheitliche Rechtsprechung gefördert wird und das Risiko geringer ist, dass ein Urteil in einer höheren Instanz aufgehoben wird.
Warum ist die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts für die Praxis wichtig?
Weil sie zahlreiche unklare oder lückenhafte Bereiche des Arbeitsrechts konkretisiert und dadurch wichtige Orientierung für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Betriebsräte und Gerichte bietet.
Welche drei Grundprinzipien sollte man sich bei der Rangfolge der Rechtsquellen im Arbeitsrecht merken?
Erstens gilt grundsätzlich: Höherrangiges Recht verdrängt rangniedrigeres Recht. Zweitens kann das Günstigkeitsprinzip eine günstigere rangniedrigere Regelung zulassen. Drittens können gesetzliche Regelungen dispositiv oder tarifdispositiv sein und dadurch Abweichungen ermöglichen.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen zwingendem und dispositivem Recht?
on zwingendem Recht darf grundsätzlich nicht abgewichen werden. Von dispositivem bzw. nachgiebigem Recht dürfen die Parteien durch Vereinbarung abweichen.
Was sollte man zur Rangfolge der Rechtsquellen im Arbeitsrecht für eine Prüfung besonders können?
Man sollte die Rangfolge kennen, das Vorrangprinzip erklären können, das Günstigkeitsprinzip beherrschen und die Begriffe tarifdispositives Recht, dispositives Recht und Sperrwirkung des Tarifvertrags erklären können.
Welche Bedeutung haben Europarecht und Grundgesetz für das Arbeitsrecht?
Beide stehen in der Rechtsquellenhierarchie sehr weit oben und beeinflussen die Ausgestaltung des deutschen Arbeitsrechts. Besonders wichtig sind die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die Gleichbehandlung sowie die Koalitionsfreiheit.
Welche beiden Grundgesetzartikel sind für das Arbeitsrecht besonders wichtig?
: Art. 3 GG wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes und Art. 9 Abs. 3 GG wegen der Koalitionsfreiheit.
Was ist eine typische Prüfungsfrage zur Rangfolge der Rechtsquellen?
Was passiert, wenn ein Arbeitsvertrag eine Regelung enthält, die einem höherrangigen Gesetz widerspricht?“ Grundsätzlich geht die höherrangige gesetzliche Regelung vor. Etwas anderes kann gelten, wenn die gesetzliche Regelung dispositiv ist oder die arbeitsvertragliche Regelung aufgrund des Günstigkeitsprinzips zulässig günstiger ist.
Was ist die Kernaussage des Kapitels „Rechtsquellen des Arbeitsrechts“?
Das Arbeitsrecht besteht aus verschiedenen Rechtsquellen mit unterschiedlichem Rang. Grundsätzlich gilt das Rangprinzip, wobei insbesondere das Günstigkeitsprinzip, tarifdispositives Recht, dispositives Recht und die Sperrwirkung des Tarifvertrags wichtige Ausnahmen bzw. Besonderheiten darstellen.
as sind die wichtigsten Rechtsquellen des Arbeitsrechts?
Zu den wichtigsten Rechtsquellen des Arbeitsrechts gehören Europarecht, Grundgesetz und Landesverfassungen, Gesetze, Rechtsverordnungen, Satzungen, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge.
Wie ist die Rangfolge der Rechtsquellen im Arbeitsrecht grundsätzlich aufgebaut?
Grundsätzlich gilt folgende Rangfolge: Europarecht → Grundgesetz/Landesverfassungen → Gesetze → Rechtsverordnungen → Satzungen → Tarifvertrag → Betriebsvereinbarung → Arbeitsvertrag.
Was bedeutet die Rangordnung der Rechtsquellen im Arbeitsrecht?
Eine ranghöhere Rechtsquelle verdrängt grundsätzlich eine rangniedrigere Rechtsquelle, wenn beide denselben Gegenstand regeln.
Welche Rechtsquelle steht grundsätzlich über dem Tarifvertrag?
Gesetze stehen grundsätzlich über dem Tarifvertrag. Ein Tarifvertrag darf daher grundsätzlich nicht gegen zwingendes Gesetzesrecht verstoßen.
Welche Rechtsquelle steht grundsätzlich über einer Betriebsvereinbarung?
Gesetzliche Regelungen und Tarifverträge stehen grundsätzlich über einer Betriebsvereinbarung.
Welche Rechtsquelle steht grundsätzlich unter der Betriebsvereinbarung?
Der Arbeitsvertrag steht grundsätzlich unter der Betriebsvereinbarung.
Was ist das Günstigkeitsprinzip im Arbeitsrecht?
Das Günstigkeitsprinzip bedeutet, dass sich ein Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen auf eine rangniedrigere Regelung berufen kann, wenn diese für ihn günstiger ist als die ranghöhere Regelung.
Was bedeutet das Günstigkeitsprinzip für einen Arbeitnehmer?
Eine rangniedrigere Regelung kann trotz der Rangordnung angewendet werden, wenn sie für den Arbeitnehmer günstiger ist.
Was bedeutet „tarifdispositives Recht“?
arifdispositives Recht bedeutet, dass ein Gesetz den Tarifvertragsparteien ausdrücklich erlaubt, von einer gesetzlichen Regelung durch Tarifvertrag abzuweichen – unter Umständen auch zulasten der Arbeitnehmer.
Welches Beispiel nennt das Arbeitsrecht für tarifdispositives Recht?
Ein Beispiel sind die Kündigungsfristen nach § 622 Abs. 4 BGB. Das Gesetz ermöglicht hier unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen durch Tarifvertrag.
: Was versteht man unter nachgiebigem oder dispositivem Recht?
Nachgiebiges bzw. dispositives Recht bezeichnet Rechtsnormen, von denen die Parteien durch eine eigene Vereinbarung abweichen dürfen.
Können Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag von einer dispositiven gesetzlichen Regelung abweichen?
Ja. Ist eine gesetzliche Regelung dispositiv, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer grundsätzlich eine davon abweichende Vereinbarung treffen.
Woran erkennt man, ob eine gesetzliche Regelung dispositiv ist?
t: Ob eine gesetzliche Regelung dispositiv ist und in welchem Umfang von ihr abgewichen werden darf, ergibt sich aus dem Wortlaut der Norm oder aus ihrer Auslegung.
Was bedeutet die Sperrwirkung des Tarifvertrags nach § 77 Abs. 3 BetrVG?
: Die Sperrwirkung bedeutet grundsätzlich, dass eine Betriebsvereinbarung keine Regelungen enthalten darf, die üblicherweise Gegenstand eines Tarifvertrags sind.
Zwischen welchen Parteien wird ein Tarifvertrag abgeschlossen?
Ein Tarifvertrag wird zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden bzw. einzelnen Arbeitgebern abgeschlossen.
Was regelt ein Tarifvertrag?
: Ein Tarifvertrag gestaltet Arbeitsbedingungen kollektivrechtlich, zum Beispiel Arbeitsentgelt, Arbeitszeit, Urlaub oder andere Arbeitsbedingungen.
Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftlich niedergelegte kollektivrechtliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
Zwischen welchen Parteien wird eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen?
Eine Betriebsvereinbarung wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat abgeschlossen.
Was ist ein Arbeitsvertrag?
Der Arbeitsvertrag ist eine einzelvertragliche Vereinbarung zwischen einem einzelnen Arbeitgeber und einem einzelnen Arbeitnehmer. Er begründet das konkrete Arbeitsverhältnis.
Warum ist der Arbeitsvertrag für das Arbeitsrecht besonders wichtig?
Der Arbeitsvertrag begründet das individuelle Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ist Voraussetzung dafür, dass sich die Vertragsparteien auf arbeitsrechtliche Regelungen berufen können.
Was ist der Unterschied zwischen Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Arbeitsvertrag?
Ein Tarifvertrag ist eine kollektivrechtliche Vereinbarung zwischen Tarifvertragsparteien. Eine Betriebsvereinbarung ist eine kollektivrechtliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Ein Arbeitsvertrag ist eine einzelvertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Welche Bedeutung hat Europarecht für das deutsche Arbeitsrecht?
: Europarecht beeinflusst und prägt das deutsche Arbeitsrecht. Bestimmte europäische Vorschriften gelten unmittelbar, andere verpflichten die Mitgliedstaaten zur Umsetzung in nationales Recht.
Was regelt Art. 45 AEUV im Arbeitsrecht?
Art. 45 AEUV gewährleistet die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union.
Was bedeutet die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union?
Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich innerhalb der EU ihre Arbeitsleistung in anderen Mitgliedstaaten anbieten und dort Beschäftigung aufnehmen, ohne wegen ihrer Staatsangehörigkeit benachteiligt zu werden.
Frage: Was bedeutet wirtschaftliche Abhängigkeit bei einer arbeitnehmerähnlichen Person?
Die Person arbeitet nicht frei für viele Kunden, sondern überwiegend oder ausschließlich für einen oder wenige Auftraggeber.
Welche Personen können als arbeitnehmerähnliche Personen gelten?
Beispiele sind Heimarbeiter, Einfirmenvertreter und bestimmte Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen.
Gelten alle arbeitsrechtlichen Vorschriften automatisch für arbeitnehmerähnliche Personen?
Nein. Arbeitsrechtliche Schutzvorschriften gelten grundsätzlich nicht generell, können aber teilweise ausdrücklich auf sie ausgedehnt werden.
Welches Gericht ist für Streitigkeiten arbeitnehmerähnlicher Personen mit ihrem Auftraggeber zuständig?
: Nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 i. V. m. § 5 Abs. 1 Satz 2 ArbGG sind die Arbeitsgerichte zuständig.
Haben arbeitnehmerähnliche Personen einen Urlaubsanspruch?
Für sie besteht ein Urlaubsanspruch nach §§ 2, 12 BUrlG.
Nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 i. V. m. § 5 Abs. 1 Satz 2 ArbGG sind die Arbeitsgerichte zuständig.
Ja. Für sie besteht ein Urlaubsanspruch nach §§ 2, 12 BUrlG.
: Können für arbeitnehmerähnliche Personen Tarifverträge abgeschlossen werden?
Ja, unter den einschränkenden Voraussetzungen des § 12a TVG. Dies gilt nicht für Handelsvertreter.
Können arbeitnehmerähnliche Personen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben?
: Ein Zeugnisanspruch kann insbesondere bei längerer Tätigkeit für nur einen Arbeitgeber und Bedeutung für das berufliche Fortkommen bestehen.
Wer ist Arbeitgeber?
Arbeitgeber sind natürliche oder juristische Personen, die mindestens einen Arbeitnehmer gegen Bezahlung in abhängiger Arbeit beschäftigen.
Welche Arten juristischer Personen können Arbeitgeber sein?
Sowohl juristische Personen des Privatrechts, z. B. AG und GmbH, als auch des öffentlichen Rechts, z. B. Stadt, Kreis oder Bund.
Worauf beruht die traditionelle Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten?
Die Unterscheidung beruht auf einer historisch gewachsenen Tradition.
Wie hat sich die rechtliche Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten entwickelt?
Die rechtlichen Unterschiede wurden im Laufe der Entwicklung immer weiter beseitigt.
Welche einheitliche Regelung gilt inzwischen für Arbeiter und Angestellte bei Kündigungsfristen?
Für beide gelten einheitliche Kündigungsfristen nach § 622 BGB.
Welche einheitliche Regelung gilt für Arbeiter und Angestellte bei der Entgeltfortzahlung?
Für beide gilt das einheitliche Entgeltfortzahlungsgesetz.
Welche Organisationsreform trat am 1. Oktober 2005 in der gesetzlichen Rentenversicherung in Kraft?
Die Versicherungsträger wurden unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zusammengefasst.
Was ist ein leitender Angestellter im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG?
Ein leitender Angestellter ist ein Mitarbeiter, der typische Unternehmerfunktionen wahrnimmt und einen erheblichen eigenen Entscheidungsspielraum besitzt.
Welches Merkmal ist für einen leitenden Angestellten besonders typisch?
Ein erheblicher eigener Entscheidungsspielraum und die Wahrnehmung typischer Unternehmerfunktionen.
Wer kann beispielsweise als leitender Angestellter gelten?
Wer eigenverantwortlich einen Betrieb oder bedeutenden Betriebsteil leitet oder hochqualifizierte, für das Unternehmen existenziell wichtige Arbeit leistet.
Warum stehen leitende Angestellte teilweise näher auf der Arbeitgeberseite?
Weil sie typische Unternehmerfunktionen übernehmen und über einen erheblichen eigenen Entscheidungsspielraum verfügen.
Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für leitende Angestellte?
: Grundsätzlich gilt das Betriebsverfassungsgesetz nach § 5 Abs. 3 BetrVG nicht für die dort genannten leitenden Angestellten.
Wie werden leitende Angestellte im Mitbestimmungsgesetz behandelt?
Nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 MitbestG gelten sie dort wieder als Arbeitnehmer.
Warum können leitende Angestellte im Mitbestimmungsgesetz als Arbeitnehmer gelten?
Das Mitbestimmungsgesetz ordnet sie ausdrücklich den Arbeitnehmern zu, obwohl sie teilweise der Arbeitgeberseite näherstehen.
Welches Gericht ist für Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitgeber und leitendem Angestellten zuständig?
Für solche Rechtsstreitigkeiten sind nach § 5 Abs. 1 ArbGG die Arbeitsgerichte zuständig.
Gilt das Arbeitszeitgesetz für leitende Angestellte?
Nein. Nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 ArbZG gilt das Arbeitszeitgesetz nicht für leitende Angestellte.
Wie ist der Kündigungsschutz leitender Angestellter geregelt?
Das Kündigungsschutzgesetz gilt für leitende Angestellte mit Einschränkungen nach § 14 Abs. 2 KSchG.
Warum gelten für leitende Angestellte bei Kündigungen teilweise geringere Anforderungen?
Weil zwischen Arbeitgeber und leitendem Angestellten normalerweise ein gesteigertes Vertrauensverhältnis besteht, das leichter zerstört werden kann.
Welche Kündigungsarten nennt der Text, bei denen für leitende Angestellte geringere Anforderungen gelten können?
Außerordentliche Kündigungen nach § 626 BGB sowie verhaltens- und personenbedingte Kündigungen nach § 1 Abs. 2 KSchG.
Welche besonderen Pflichten haben leitende Angestellte?
Sie haben erhöhte Pflichten, insbesondere eine erhöhte Treue-, Rechenschafts- und Warnungspflicht.
Warum haben leitende Angestellte eine erhöhte Treuepflicht?
Wegen ihrer besonderen Stellung und ihrer größeren Nähe zur Arbeitgeberseite.
Wie unterscheidet sich die Haftung leitender Angestellter von der anderer Arbeitnehmer?
Leitende Angestellte können leichter für Schäden haftbar gemacht werden, die durch ihr Verschulden entstehen.
Welche Personen sind von leitenden Angestellten zu unterscheiden?
Organmitglieder juristischer Personen, insbesondere Vorstandsmitglieder einer AG und Geschäftsführer einer GmbH.
Sind Organmitglieder juristischer Personen nach herrschender Meinung Arbeitnehmer?
Nein. Nach herrschender Meinung sind Organmitglieder juristischer Personen grundsätzlich keine Arbeitnehmer.
Welche Folge hat es, dass Organmitglieder juristischer Personen keine Arbeitnehmer sind?
Vorschriften, die ein Arbeitsverhältnis voraussetzen, sind grundsätzlich nicht auf sie anwendbar.
Welche Vorschriften regeln die Sonderstellung von Organmitgliedern juristischer Personen?
Spezielle Regelungen finden sich unter anderem in § 5 Abs. 2 BetrVG, § 5 Abs. 1 ArbGG und § 14 KSchG.
Können auf Organmitglieder juristischer Personen trotzdem einzelne arbeitsrechtliche Vorschriften angewendet werden?
Ja. Nach der Rechtsprechung des BAG können in bestimmten Fällen einzelne Vorschriften aus Treue- und Fürsorgepflichten angewendet werden.
Welche arbeitsrechtlichen Ansprüche können Organmitgliedern nach der BAG-Rechtsprechung zustehen?
eispielsweise Anspruch auf Freizeit zur Stellensuche nach § 629 BGB und Anspruch auf ein Zeugnis nach § 630 BGB.
Was ist ein Betrieb im arbeitsrechtlichen Sinne?
: Ein Betrieb ist eine organisatorische Einheit, in der ein Arbeitgeber mit sachlichen und immateriellen Mitteln dauerhaft ein bestimmtes arbeitstechnisches Ziel verfolgt.
Wer kann einen Betrieb führen?
Ein Arbeitgeber kann einen Betrieb allein oder gemeinsam mit seinen Arbeitnehmern führen.
Welche Mittel werden zur Verfolgung des arbeitstechnischen Ziels in einem Betrieb eingesetzt?
Es werden sachliche und immaterielle Mittel eingesetzt.
Was ist das Kennzeichen eines Betriebs hinsichtlich seines Ziels?
In einem Betrieb wird fortgesetzt ein bestimmtes arbeitstechnisches Ziel verfolgt.
Was ist ein Unternehmen?
Ein Unternehmen ist eine wirtschaftliche Zweckeinheit bzw. Vermögenseinheit.
Was bedeutet, dass ein Unternehmen eine Vermögensmasse ist?
Das Unternehmen besteht aus einer Gesamtheit verschiedener Einzelteile, z. B. Einrichtungsgegenständen, Maschinen und Arbeitnehmern.
Was ist der Zweck eines Unternehmens?
Ein Unternehmen dient der Verfolgung wirtschaftlicher Zwecke.
Wie kann ein Unternehmen organisatorisch aufgebaut sein?
Ein Unternehmen kann aus einem oder mehreren organisatorisch verbundenen Betrieben bestehen.
Wie unterscheiden sich Betrieb und Unternehmen grundsätzlich?
Der Betrieb verfolgt ein bestimmtes arbeitstechnisches Ziel; das Unternehmen ist eine wirtschaftliche Zweckeinheit und kann einen oder mehrere Betriebe umfassen.
Wann können Betrieb und Unternehmen im Einzelfall dasselbe sein?
Wenn ein Unternehmen nur einen einzigen Betrieb umfasst.
Welcher Begriff ist weiter: Betrieb oder Unternehmen?Antwort:
Der Begriff des Unternehmens ist weiter als der Begriff des Betriebs.
Ist das Unternehmen selbst Träger von Rechten und Pflichten?
Nein. Das Unternehmen ist kein Träger von Rechten und Pflichten.
Kann ein Unternehmen selbst Inhaber von Rechten sein?
Nein. Das Unternehmen kann beispielsweise nicht selbst Inhaber des Firmen- oder Namensrechts sein.
Wie wird das Unternehmen rechtlich bezeichnet, wenn es kein Träger von Rechten und Pflichten ist?
Das Unternehmen ist ein sogenanntes Rechtsobjekt.
Was ist ein Konzern nach § 18 Abs. 1 AktG?
Ein Konzern ist die Zusammenfassung eines oder mehrerer abhängiger Unternehmen und eines herrschenden Unternehmens unter einheitlicher Leitung.
Was ist das zentrale Merkmal eines Konzerns?
Mehrere Unternehmen stehen unter einer einheitlichen Leitung eines herrschenden Unternehmens.
Was ist ein herrschendes Unternehmen im Konzern?
Es ist das Unternehmen, unter dessen einheitlicher Leitung die abhängigen Unternehmen zusammengefasst sind.
Was sind abhängige Unternehmen im Konzern?
Abhängige Unternehmen sind Unternehmen, die unter der einheitlichen Leitung eines herrschenden Unternehmens stehen.
Kann ein Konzern auch aus mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen bestehen?
Ja. Nach § 18 Abs. 2 AktG kann ein Konzern aus mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen bestehen, die unter einheitlicher Leitung zusammengefasst sind.
Müssen die Unternehmen eines Konzerns rechtlich selbstständig sein?
Ein Konzern kann auch mehrere rechtlich selbstständige Unternehmen unter einer einheitlichen Leitung zusammenfassen.
Was ist der Unterschied zwischen Unternehmen und Konzern?
Ein Unternehmen ist eine einzelne wirtschaftliche Zweckeinheit; ein Konzern fasst mehrere Unternehmen unter einer einheitlichen Leitung zusammen.
arum wird Arbeitsrecht als „Sonderrecht der abhängigen Arbeit“ bezeichnet?
Weil es die Rechtsbeziehungen von Personen regelt, die abhängige Arbeit leisten und dabei in persönlicher Abhängigkeit von einem Arbeitgeber stehen.
Welches Hauptziel verfolgt das Arbeitsrecht?
Es soll einen Ausgleich für die oftmals bestehende wirtschaftliche Überlegenheit des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer schaffen.
Wie schränkt das Arbeitsrecht die Vertragsfreiheit ein?
Die Vertragsfreiheit wird in bestimmten Bereichen gesetzlich begrenzt, z. B. durch Vorgaben zu Arbeitszeiten und Kündigungen.
Welche Bedeutung hat das Arbeitszeitgesetz für Arbeitsverträge?
Arbeitszeiten können nicht völlig frei vereinbart werden, sondern müssen im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes liegen.
Wann ist eine Kündigung nach dem Arbeitsrecht in vielen Fällen zulässig?
In vielen Fällen ist eine Kündigung nur zulässig, wenn sie sozial gerechtfertigt ist.
Wer ist ein Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts?
Ein Arbeitnehmer ist eine Person, die aufgrund eines privatrechtlichen Arbeitsvertrages abhängige und fremdbestimmte Arbeit leistet.
Was ist das wesentliche Merkmal eines Arbeitnehmers?
Das wesentliche Merkmal ist die persönliche Abhängigkeit.
Welche Regelung definiert den Arbeitsvertrag seit dem 1. April 2017 im BGB?
t: § 611a BGB enthält seit dem 1. April 2017 eine gesetzliche Regelung zum Arbeitsvertrag und zur Definition des Arbeitnehmers.
Was verpflichtet ein Arbeitsvertrag nach § 611a BGB den Arbeitnehmer zu tun?
Der Arbeitnehmer verpflichtet sich zur Leistung weisungsgebundener und fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit.
Worauf kann sich das Weisungsrecht des Arbeitgebers nach § 611a BGB beziehen?
Das Weisungsrecht kann Inhalt, Durchführung, Zeit und Ort der Tätigkeit betreffen.
Wann ist eine Person nach § 611a BGB weisungsgebunden?
Wenn sie ihre Tätigkeit und ihre Arbeitszeit nicht im Wesentlichen frei gestalten bzw. bestimmen kann.
Wovon hängt der Grad der persönlichen Abhängigkeit eines Arbeitnehmers ab?
Er hängt auch von der Eigenart der jeweiligen Tätigkeit ab.
Wie wird festgestellt, ob ein Arbeitsvertrag vorliegt?
Es muss eine Gesamtbetrachtung aller Umstände des Vertragsverhältnisses vorgenommen werden.
Was gilt, wenn die tatsächliche Durchführung eines Vertrages ein Arbeitsverhältnis zeigt?
Dann kommt es nicht auf die Bezeichnung des Vertrages an. Entscheidend ist die tatsächliche Durchführung.
Welche Pflicht hat der Arbeitgeber nach § 611a BGB?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die vereinbarte Vergütung zu zahlen.
Welches zentrale Kriterium unterscheidet Arbeitnehmer und Selbstständige?
Entscheidend ist insbesondere die persönliche Abhängigkeit bzw. die Freiheit, Tätigkeit und Arbeitszeit selbst zu bestimmen.
Was spricht für eine abhängige Beschäftigung?
Eine abhängige Beschäftigung liegt insbesondere nahe bei betrieblicher Eingliederung, festen Arbeitszeiten und Weisungsgebundenheit.
arum ist die Bezeichnung eines Vertrags als „freier Mitarbeiter“ nicht entscheidend?
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern wie das Vertragsverhältnis tatsächlich durchgeführt wird.
Welche Bedeutung haben Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer für die Einordnung eines Beschäftigten?
Die Abführung oder Nichtabführung sind lediglich Indizien. Entscheidend ist die tatsächliche Durchführung des Vertragsverhältnisses.
Wann spricht die Einbindung in einen Betrieb für ein Arbeitsverhältnis?
Wenn der Beschäftigte in die betriebliche Organisation eingebunden ist, z. B. durch feste Arbeitszeiten, einen festen Arbeitsplatz oder Weisungen.
Was ist bei nicht eindeutigen Fällen zwischen Arbeitnehmer und Selbstständigem erforderlich?
Es muss eine Abwägung der jeweiligen Umstände vorgenommen werden.
Welche gesetzlichen Vorschriften bilden die Grundlage des Dienstvertragsrechts?
Das Dienstvertragsrecht ist in den §§ 611 ff. BGB geregelt.
Was schuldet der Dienstverpflichtete bei einem Dienstvertrag?
Er schuldet die Arbeitsleistung, nicht aber ein bestimmtes Arbeitsergebnis.
Wer trägt beim Dienstvertrag das wirtschaftliche Risiko?
Das wirtschaftliche Risiko liegt beim Dienstherrn.
Was ist Gegenstand eines Werkvertrages?
Gegenstand ist die Herbeiführung eines bestimmten Arbeitsergebnisses gegen Entgelt.
: Was bedeutet, dass ein Werkvertrag erfolgsbezogen ist?
Der Auftragnehmer schuldet ein bestimmtes Arbeitsergebnis und nicht lediglich seine Arbeitsleistung.
Was unterscheidet einen Werkvertrag von einem Dienst- oder Arbeitsvertrag?
Beim Werkvertrag wird ein bestimmtes Arbeitsergebnis geschuldet; beim Dienst- oder Arbeitsvertrag wird grundsätzlich die Arbeitsleistung geschuldet.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Werk- und Dienstvertrag rechtlich wichtig?
Sie ist unter anderem wegen der unterschiedlichen Regelungen zur Nacherfüllung und Minderung bedeutsam.
Welche Personen gelten grundsätzlich nicht als Arbeitnehmer?
ersonen, die selbst ein Unternehmerrisiko tragen, z. B. selbstständige Ärzte, Rechtsanwälte oder Architekten.
Was ist bei sogenannten freien Mitarbeitern besonders zu beachten?
Es muss geprüft werden, ob tatsächlich Selbstständigkeit oder in Wirklichkeit ein abhängiges Arbeitsverhältnis vorliegt.
Was ist eine Scheinselbstständigkeit?
: Scheinselbstständig ist eine Person, die formal als Selbstständiger tätig ist, tatsächlich aber wie ein Arbeitnehmer abhängig beschäftigt wird.
Welche Merkmale sprechen für Scheinselbstständigkeit?
Dauerhafte Tätigkeit für nur einen Auftraggeber, kein eigenes Unternehmerrisiko, Weisungsgebundenheit und Eingliederung in die Organisation des Auftraggebers.
Welche Bedeutung hat das Unternehmerrisiko für die Selbstständigkeit?
Ein eigenes wirtschaftliches Risiko, z. B. durch den Einsatz eigenen Kapitals, spricht für eine selbstständige Tätigkeit.
Wann ist ein Beschäftigter besonders wahrscheinlich scheinselbstständig?
Wenn er dauerhaft nur für einen Arbeitgeber arbeitet, feste Arbeitszeiten und einen festen Arbeitsplatz hat und den Weisungen des Auftraggebers folgt.
Seit wann gibt es ein Statusfeststellungsverfahren zur Klärung der Selbstständigkeit?
Seit 1999 gibt es ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung.
Wozu dient das Statusfeststellungsverfahren?
Es klärt, ob eine Tätigkeit selbstständig oder nichtselbstständig und damit sozialversicherungspflichtig ist.
Wer kann ein Statusfeststellungsverfahren einleiten?
Sowohl der Auftraggeber als auch der Auftragnehmer können das Verfahren einleiten.
Was ist eine arbeitnehmerähnliche Person?
Eine Person, die kein Arbeitnehmer ist, aber wirtschaftlich abhängig arbeitet und sozial ähnlich schutzbedürftig wie ein Arbeitnehmer ist.
Was unterscheidet arbeitnehmerähnliche Personen von Arbeitnehmern?
Zuletzt geändertvor 12 Tagen