Was ist das Personalvertretungsrecht?
Das Personalvertretungsrecht regelt die Interessenvertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Es ist dem Betriebsverfassungsrecht ähnlich, berücksichtigt aber die Besonderheiten des öffentlichen Dienstes.
ge: Welche Funktion hat der DGB für seine Mitgliedsgewerkschaften?
Er vertritt gemeinsame gewerkschaftliche Interessen auf übergeordneter Ebene und bündelt die Zusammenarbeit der Einzelgewerkschaften.
Was sind Arbeitgeberverbände?
Arbeitgeberverbände sind sozialpolitische Organisationen auf Unternehmerseite, die die gemeinsamen Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen vertreten.
Wie sind Arbeitgeberverbände in Deutschland typischerweise organisiert?
Sie sind regelmäßig als rechtsfähige Vereine organisiert und häufig für einen bestimmten Industriebereich und eine bestimmte Region zuständig.
: Was ist die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)?
Die BDA ist der Spitzenverband der Arbeitgeberverbände in Deutschland.
Was ist Gesamtmetall?
Gesamtmetall ist der Zusammenschluss der Arbeitgeberverbände der metallindustriellen Wirtschaft auf Bundesebene.
Welche Arbeitgeber vertreten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst?
rt: Der Bund vertritt die Beschäftigten des Bundes, die Länder vertreten ihre Beschäftigten und die Kommunen vertreten ihre jeweiligen Beschäftigten.
: Was ist die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)?
Die TdL ist der Zusammenschluss der Bundesländer zur gemeinsamen Wahrnehmung tarifpolitischer Interessen.
Was ist die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)?
: Die VKA ist der Zusammenschluss kommunaler Arbeitgeberverbände auf Bundesebene.
Ist die Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband verpflichtend?
: Nein. Die Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband ist grundsätzlich freiwillig.
Was bedeutet eine OT-Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband?
OT bedeutet „ohne Tarifbindung“. Ein Arbeitgeber ist Mitglied des Verbands, unterliegt aber aufgrund dieser Mitgliedschaft nicht der Tarifbindung des Verbands.
: Kann ein einzelner Arbeitgeber einen Tarifvertrag abschließen, ohne Mitglied eines Arbeitgeberverbands zu sein?
Ja. Ein einzelner Arbeitgeber kann nach § 2 Abs. 1 TVG unmittelbar mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag abschließen.
Wer darf auf Arbeitnehmerseite Tarifverträge abschließen?
: Nur tariffähige Gewerkschaften dürfen auf Arbeitnehmerseite Tarifverträge abschließen.
Wer darf auf Arbeitgeberseite Tarifverträge abschließen?
Sowohl einzelne Arbeitgeber als auch Arbeitgeberverbände dürfen Tarifverträge abschließen (§ 2 Abs. 1 TVG).
Was ist ein Verbandstarifvertrag?
Ein Verbandstarifvertrag ist ein Tarifvertrag zwischen einer Gewerkschaft und einem Arbeitgeberverband.
Was ist ein Haustarifvertrag?
Ein Haustarifvertrag ist ein Tarifvertrag zwischen einer Gewerkschaft und einem einzelnen Arbeitgeber.
Können Spitzenverbände Tarifverträge abschließen?
t: Ja. Auch die jeweiligen Spitzenverbände der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände können Tarifvertragsparteien sein (§ 2 Abs. 2–4 TVG).
e: In welcher Form muss ein Tarifvertrag abgeschlossen werden?
Ein Tarifvertrag muss schriftlich abgeschlossen werden (§ 1 Abs. 2 TVG).
Was ist das Tarifregister?
Das Tarifregister wird beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales geführt. Dort werden Abschluss, Änderung und Aufhebung von Tarifverträgen eingetragen.
Welche Pflicht hat ein Arbeitgeber hinsichtlich des im Betrieb geltenden Tarifvertrags?
Er muss den maßgeblichen Tarifvertrag so im Betrieb auslegen, dass jeder Arbeitnehmer jederzeit Einsicht nehmen kann (§ 8 TVG).
Wann beginnen die Rechte und Pflichten aus einem Tarifvertrag?
: Grundsätzlich mit dem schriftlichen Abschluss des Tarifvertrags, soweit keine abweichenden Regelungen zum Inkrafttreten bestehen.
: Wann endet ein Tarifvertrag normalerweise?
Mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit oder durch eine wirksame Beendigung, beispielsweise durch Kündigung.
Unter welchen Voraussetzungen kann ein Tarifvertrag einvernehmlich aufgehoben werden?
Die Tarifvertragsparteien müssen sich über die Aufhebung einig sein.
: Wann ist eine ordentliche Kündigung eines Tarifvertrags möglich?
Wenn die ordentliche Kündigung nicht ausgeschlossen wurde. Ohne vereinbarte Kündigungsfrist oder Kündigungstermin gilt laut Lehrtext eine Kündigungsfrist von drei Monaten.
ann kann ein Tarifvertrag außerordentlich gekündigt werden?
Wenn ein wichtiger Grund vorliegt, beispielsweise eine Gesetzesänderung, durch die eine wesentliche tarifliche Regelung ihre Grundlage verliert.
: Was bedeutet die Nachwirkung eines Tarifvertrags?
Nach Ablauf des Tarifvertrags gelten seine normativen Regelungen grundsätzlich weiter, bis sie durch eine andere Abmachung ersetzt werden (§ 4 Abs. 5 TVG).
Durch welche Vereinbarungen kann ein nachwirkender Tarifvertrag ersetzt werden?
Beispielsweise durch einen neuen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine einzelvertragliche Regelung.
Gelten die nachwirkenden Regelungen eines abgelaufenen Tarifvertrags auch für neu eingestellte Arbeitnehmer?
Grundsätzlich nicht, wenn das Arbeitsverhältnis erst nach Ablauf des Tarifvertrags begründet wurde.
: Was bedeutet die Friedenspflicht während der Laufzeit eines Tarifvertrags?
Die Tarifparteien dürfen keine Arbeitskampfmaßnahmen einsetzen, um Forderungen durchzusetzen, die bereits im Tarifvertrag geregelt sind.
Welche Folge kann eine Verletzung der Friedenspflicht haben?
Die verletzende Tarifvertragspartei kann gegenüber der anderen Partei schadensersatzpflichtig werden.
Was bedeutet die Durchführungspflicht der Tarifvertragsparteien?
Die Tarifparteien müssen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln darauf hinwirken, dass ihre Mitglieder die tariflichen Verpflichtungen erfüllen.
Wann gelten Tarifnormen unmittelbar und zwingend für ein Arbeitsverhältnis?
t: Grundsätzlich, wenn beide Arbeitsvertragsparteien tarifgebunden sind und das Arbeitsverhältnis unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fällt.
as bedeutet Tarifbindung nach § 3 Abs. 1 TVG?
Die Tarifparteien sind an den Tarifvertrag gebunden. Auf Arbeitnehmerseite setzt dies grundsätzlich die Mitgliedschaft in der tarifschließenden Gewerkschaft voraus; auf Arbeitgeberseite genügt der eigene Tarifabschluss oder die entsprechende Verbandsmitgliedschaft.
Welche vier Geltungsbereiche eines Tarifvertrags müssen bei einem Arbeitsverhältnis geprüft werden?
Der räumliche, fachliche, persönliche und zeitliche Geltungsbereich.
Was bedeutet der fachliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er legt fest, für welche Branche oder welchen Wirtschaftszweig der Tarifvertrag gilt.
Wie wird bestimmt, zu welchem Wirtschaftszweig ein Betrieb gehört?
Entscheidend ist, welche Tätigkeit im Betrieb überwiegend ausgeübt wird.
Welcher Tarifvertrag kann für einen Maurer gelten, der in einem metallverarbeitenden Betrieb beschäftigt ist?
Bei entsprechender Tarifbindung kann der Tarifvertrag der Metallindustrie gelten, weil die überwiegende Tätigkeit des Betriebs für die Branchenzuordnung entscheidend ist
Was bedeutet der räumliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er legt fest, in welchem geografischen Gebiet der Tarifvertrag gilt, beispielsweise in einem bestimmten Bundesland.
Was bedeutet der persönliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er legt fest, für welche Personengruppen der Tarifvertrag gilt, beispielsweise für bestimmte Beschäftigtengruppen.
Was bedeutet der zeitliche Geltungsbereich eines Tarifvertrags?
Er legt fest, für welchen Zeitraum der Tarifvertrag gilt und wann seine Regelungen wirksam sind.
Gelten tarifliche Regelungen automatisch für einen Arbeitnehmer, der keiner Gewerkschaft angehört?
Grundsätzlich nicht unmittelbar. Sie können jedoch beispielsweise durch eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag mittelbar gelten.
Was bedeutet die mittelbare Anwendung eines Tarifvertrags?
Die Tarifbestimmungen gelten aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, obwohl keine beiderseitige Tarifbindung besteht.
Was ist eine Bezugnahmeklausel im Arbeitsvertrag?
Eine Vertragsklausel, durch die die Anwendung eines bestimmten Tarifvertrags auf das Arbeitsverhältnis vereinbart wird.
Was ist eine betriebliche Übung im Zusammenhang mit Tarifverträgen?
Eine betriebliche Übung kann entstehen, wenn der Arbeitgeber bestimmte Leistungen, beispielsweise tarifliche Lohnerhöhungen, wiederholt und gleichförmig gewährt und dadurch ein entsprechender Anspruch begründet wird.
Warum wenden Arbeitgeber Tarifverträge häufig auch auf nicht tarifgebundene Arbeitnehmer an?
Dadurch soll eine möglichst gleichmäßige Behandlung aller Arbeitnehmer im Betrieb gewährleistet werden.
Was gilt für einen Arbeitgeber, der während der Laufzeit eines Tarifvertrags aus dem Arbeitgeberverband austritt?
Seine Tarifbindung bleibt grundsätzlich bis zum Ende des Tarifvertrags bestehen (§ 3 Abs. 3 TVG).
Warum beendet der Austritt aus einem Arbeitgeberverband die bestehende Tarifbindung nicht sofort?
Damit die tariflichen Regelungen nicht einseitig durch einen Verbandsaustritt umgangen werden können.
Welche Bedeutung hat eine dynamische Bezugnahmeklausel auf einen Tarifvertrag?
Sie verweist auf den Tarifvertrag in seiner jeweiligen Fassung, sodass grundsätzlich auch spätere Änderungen erfasst werden.
Was ist der Unterschied zwischen einer dynamischen und einer statischen Bezugnahmeklausel?
Eine dynamische Klausel erfasst grundsätzlich auch spätere Änderungen des Tarifvertrags. Eine statische Klausel bezieht sich auf eine bestimmte Fassung und übernimmt spätere Änderungen nicht automatisch.
Was ist eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines Tarifvertrags?
Sie erstreckt die Geltung eines Tarifvertrags im festgelegten Geltungsbereich auch auf nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Welche gesetzliche Grundlage hat die Allgemeinverbindlichkeitserklärung?
§ 5 des Tarifvertragsgesetzes (TVG).
Welche Stelle erklärt einen Tarifvertrag nach dem im Lehrtext beschriebenen Verfahren für allgemeinverbindlich?
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit einem Ausschuss aus Vertretern der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Wer kann die Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines Tarifvertrags beantragen?
Eine Tarifvertragspartei.
Welche Voraussetzung muss für eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung erfüllt sein?
Sie muss im öffentlichen Interesse geboten erscheinen.
Warum sind Allgemeinverbindlichkeitserklärungen besonders in Branchen mit vielen Kleinbetrieben von Bedeutung?
Sie verhindern, dass nicht tarifgebundene Betriebe deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen oder niedrigere Löhne als tarifgebundene Betriebe anbieten können.
Können nur vollständige Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden?
Nein. Auch einzelne Teile eines Tarifvertrags können für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Welche Wirkung hat ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer?
Er gilt für sie im erfassten Geltungsbereich unmittelbar.
Aus welchen zwei grundlegenden Teilen besteht ein Tarifvertrag?
Aus dem schuldrechtlichen Teil und dem normativen Teil.
Was regelt der schuldrechtliche Teil eines Tarifvertrags?
Er regelt die Rechte und Pflichten der Tarifvertragsparteien untereinander.
Welche Rechtsfolgen kann eine Verletzung des schuldrechtlichen Teils eines Tarifvertrags haben?
Sie kann schuldrechtliche Ansprüche der Tarifvertragsparteien auslösen, beispielsweise Schadensersatzansprüche.
Welche zwei wichtigen Pflichten gehören zum schuldrechtlichen Teil eines Tarifvertrags?
Die Friedenspflicht und die Durchführungspflicht.
Was ist die relative Friedenspflicht?
Während der Laufzeit eines Tarifvertrags dürfen bereits tariflich geregelte Gegenstände nicht durch Arbeitskampfmaßnahmen neu erzwungen werden.
Was ist die absolute Friedenspflicht?
Die Tarifparteien vereinbaren, während der Laufzeit des Tarifvertrags jegliche Arbeitskampfmaßnahmen auszuschließen, auch zu nicht tariflich geregelten Gegenständen.
Was ist die Durchführungspflicht im Tarifvertragsrecht?
Die Tarifparteien müssen darauf hinwirken, dass ihre Mitglieder die tariflichen Vereinbarungen einhalten und umsetzen.
Was regelt der normative Teil eines Tarifvertrags?
Er enthält Rechtsnormen über Inhalt, Abschluss und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie über betriebliche und betriebsverfassungsrechtliche Fragen.
Warum heißt der normative Teil eines Tarifvertrags „normativ“?
Weil seine Rechtsnormen bei bestehender Tarifbindung unmittelbar und zwingend für die erfassten Arbeitsverhältnisse gelten.
Welche Arbeitsbedingungen werden typischerweise in einem Manteltarifvertrag geregelt?
Beispielsweise Urlaub, Kündigungsfristen und die Dauer der Arbeitszeit.
Warum haben Manteltarifverträge häufig längere Laufzeiten als Entgelttarifverträge?
Allgemeine Arbeitsbedingungen müssen nicht jedes Jahr neu verhandelt werden.
Warum werden Entgelttarifverträge häufig mit einer Laufzeit von etwa einem Jahr abgeschlossen?
Damit die Löhne regelmäßig neu verhandelt werden können, ohne den umfangreicheren Manteltarifvertrag ändern zu müssen.
Was regelt ein Rahmentarifvertrag im Hinblick auf die Vergütung?
Er legt häufig Entgeltgruppen und die dazugehörigen Tätigkeitsmerkmale fest.
Müssen Tarifparteien Mantel-, Entgelt- und Rahmentarifverträge zwingend getrennt abschließen?
Nein. Die Tarifparteien können die Inhalte in einem einzigen Tarifvertrag zusammenfassen oder für einzelne Themen gesonderte Tarifverträge abschließen.
Welche betrieblichen oder betriebsverfassungsrechtlichen Fragen können Tarifverträge regeln?
Beispielsweise Arbeitsschutz oder eine Erweiterung der Rechte des Betriebsrats.
Können tarifliche Regelungen grundsätzlich von gesetzlichen Arbeitnehmerschutzvorschriften abweichen?
Grundsätzlich nicht zulasten der Arbeitnehmer. Ungünstigere tarifliche Regelungen sind nur zulässig, wenn das Gesetz dies ausdrücklich erlaubt.
Dürfen Tarifverträge günstigere Regelungen als gesetzliche Mindeststandards enthalten?
Ja. Günstigere Regelungen sind grundsätzlich zulässig.
Was bedeutet die unmittelbare Wirkung eines Tarifvertrags?
Die tariflichen Normen gelten bei bestehender Tarifbindung direkt für das Arbeitsverhältnis, ohne dass sie zusätzlich im Arbeitsvertrag vereinbart werden müssen.
Was bedeutet die zwingende Wirkung eines Tarifvertrags?
Von den tariflichen Regelungen darf grundsätzlich nicht zulasten des Arbeitnehmers abgewichen werden.
Darf ein Arbeitnehmer auf bereits entstandene tarifliche Ansprüche verzichten?
Grundsätzlich nicht durch einen einfachen Verzicht. Ein Verzicht auf bereits entstandene Ansprüche ist nach § 4 Abs. 4 TVG insbesondere im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs möglich.
Was sind übertarifliche Leistungen?
Leistungen, die über das tariflich geschuldete Maß hinausgehen, beispielsweise ein höheres Gehalt als im Tarifvertrag vorgesehen.
Was ist eine Tariföffnungsklausel?
Eine Bestimmung, die unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen von tariflichen Regelungen durch betriebliche oder andere vereinbarte Regelungen zulässt.
Warum können Tariföffnungsklauseln bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Betriebs wichtig sein?
Sie können begrenzte Abweichungen von tariflichen Regelungen ermöglichen, um auf die wirtschaftliche Situation des Betriebs zu reagieren.
Was sind tarifliche Ausschlussfristen?
Fristen, innerhalb derer tarifliche Ansprüche geltend gemacht werden müssen, damit sie nicht erlöschen.
Welche Folge hat es, wenn ein Arbeitnehmer eine wirksame tarifliche Ausschlussfrist versäumt?
Der betreffende Anspruch kann erlöschen.
Wie können tarifliche Ansprüche neben Ausschlussfristen verloren gehen?
Beispielsweise durch einen wirksamen gerichtlichen Vergleich oder durch Verjährung.
Welche Besonderheit gilt für tarifliche Ausschlussfristen, wenn sie in Formulararbeitsverträgen verwendet werden?
Sie erhalten bei der Verwendung in Formulararbeitsverträgen nicht automatisch die tarifrechtliche Privilegierung; die arbeitsvertraglichen Klauseln müssen gesondert rechtlich geprüft werden.
Was bedeutet Nachwirkung nach § 4 Abs. 5 TVG?
Nach Ablauf eines Tarifvertrags gelten seine normativen Regelungen grundsätzlich weiter, bis sie durch eine andere Abmachung ersetzt werden.
Welche Rechtsqualität haben Tarifnormen während des Nachwirkungszeitraums?
Sie wirken nicht mehr unmittelbar und zwingend, sondern dispositiv. Abweichende einzelvertragliche Vereinbarungen sind daher grundsätzlich möglich.
Für welche Arbeitsverhältnisse gilt die Nachwirkung eines abgelaufenen Tarifvertrags?
Grundsätzlich für Arbeitsverhältnisse, die bereits während der Laufzeit des Tarifvertrags bestanden und von dessen Geltungsbereich erfasst waren.
Gilt die Nachwirkung eines Tarifvertrags für ein Arbeitsverhältnis, das erst nach seinem Ablauf beginnt?
Grundsätzlich nicht.
Warum bleibt die Tarifbindung eines Arbeitgebers nach seinem Verbandsaustritt zunächst bestehen?
Nach § 3 Abs. 3 TVG bleibt die Tarifgebundenheit bis zum Ablauf des Tarifvertrags bestehen, damit die tariflichen Normen nicht einseitig umgangen werden können.
Welche Arbeitskampfmaßnahmen werden im Tarifvertragsrecht besonders behandelt?
Streik und Aussperrung.
Welche verfassungsrechtliche Grundlage schützt Arbeitskampfmaßnahmen?
Art. 9 Abs. 3 GG schützt die Koalitionsfreiheit und damit grundsätzlich auch das Recht auf Arbeitskampf.
Warum ist das Arbeitskampfrecht in Deutschland stark durch Richterrecht geprägt?
Das Gesetz regelt den Arbeitskampf nur begrenzt. Viele Voraussetzungen und Grenzen wurden deshalb durch die Rechtsprechung, insbesondere des Bundesarbeitsgerichts, entwickelt.
Was ist ein Streik im arbeitsrechtlichen Sinn?
Eine planmäßige und gemeinschaftliche Arbeitseinstellung einer größeren Zahl von Arbeitnehmern, um eine Verbesserung für sich oder andere Arbeitnehmer zu erreichen.
Wer darf einen Streik im Rechtssinn tragen?
Grundsätzlich nur eine tariffähige Gewerkschaft.
Was ist ein „wilder Streik“?
Ein Streik, der nicht von einer Gewerkschaft getragen wird, beispielsweise ein spontaner Protest von Arbeitnehmern gegen eine Arbeitgebermaßnahme.
Welche Voraussetzungen muss eine Gewerkschaft hinsichtlich ihrer Zuständigkeit für einen Streik erfüllen?
Sie muss für den angestrebten Tarifvertrag sowohl örtlich als auch fachlich zuständig sein.
Welches Ziel muss ein rechtmäßiger Streik grundsätzlich verfolgen?
Den Abschluss eines Tarifvertrags.
Warum sind politische Streiks nach dem Lehrtext grundsätzlich rechtswidrig?
Weil sie Ziele verfolgen, die nicht durch einen Tarifvertrag geregelt werden können, beispielsweise die unmittelbare Durchsetzung allgemeiner politischer Forderungen.
Was bedeutet der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beim Streik?
Der Streik muss ein zulässiges Ziel verfolgen und darf keine unverhältnismäßigen Mittel einsetzen. Die Interessen der Beteiligten müssen angemessen berücksichtigt werden.
Was bedeutet der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hinsichtlich des Zeitpunkts eines Streiks?
Der Streik muss grundsätzlich das letzte Mittel sein. Zuvor müssen andere Möglichkeiten der Verständigung ausgeschöpft werden.
Was muss bei einer vereinbarten Schlichtung vor einem Streik beachtet werden?
Ist für gescheiterte Verhandlungen ein Schlichtungsverfahren vereinbart, muss es grundsätzlich durchgeführt werden, bevor zum Streik aufgerufen wird.
Welche Bedeutung hat die Urabstimmung vor einem Streik?
Sie dient dazu, den Willen der Gewerkschaftsmitglieder zu ermitteln. Häufig schreiben Gewerkschaftssatzungen eine Urabstimmung vor.
Ist ein Streik automatisch rechtswidrig, wenn entgegen der Gewerkschaftssatzung keine Urabstimmung durchgeführt wurde?
Nein. Nach dem Lehrtext stellt dies zunächst eine Verletzung interner Regeln dar und macht den Streik nicht automatisch rechtswidrig.
Welche Grenzen gelten für die Durchführung eines Streiks?
Der Streik muss fair geführt werden. Gewalt, Sachbeschädigung und eine vollständige Blockade des Betriebszugangs sind unzulässig.
Warum darf der Zugang zu einem bestreikten Betrieb nicht vollständig blockiert werden?
Eine Totalblockade kann rechtswidrig sein, die Rechte arbeitswilliger Beschäftigter verletzen und gegebenenfalls den Straftatbestand der Nötigung erfüllen.
Welche Arbeiten müssen während eines Streiks gegebenenfalls weiter ausgeführt werden?
Notwendige Erhaltungsarbeiten und Notarbeiten, beispielsweise zur Sicherung von Anlagen oder zur Aufrechterhaltung notwendiger Krankenhausversorgung.
Wer entscheidet über notwendige Notarbeiten, wenn sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht einigen?
Das Arbeitsgericht kann darüber entscheiden, welche Arbeiten notwendig sind.
Welche Ansprüche kann ein Arbeitgeber bei einem rechtswidrigen Streik gegen die Gewerkschaft haben?
Er kann unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatz verlangen und die Unterlassung rechtswidriger Streikmaßnahmen gerichtlich durchsetzen.
Welche arbeitsrechtlichen Folgen kann die Teilnahme an einem rechtswidrigen Streik für Arbeitnehmer haben?
Arbeitnehmer müssen mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen bis hin zur außerordentlichen Kündigung rechnen. Ob eine Kündigung wirksam ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Welche Bedeutung hat die Erkennbarkeit der Rechtswidrigkeit eines Streiks für eine Kündigung?
Es ist zu berücksichtigen, ob der einzelne Arbeitnehmer die Rechtswidrigkeit erkennen konnte und ob ihm eine individuelle Verantwortlichkeit vorzuwerfen ist.
Welche arbeitsrechtliche Bedeutung hat die Verwendung von Betriebsratsmitteln für einen Streik?
Betriebsratsmittel dürfen nicht einfach für gewerkschaftliche Streikmaßnahmen verwendet werden. Eine solche Verwendung kann gegen betriebsverfassungsrechtliche Pflichten verstoßen.
Dürfen Betriebsratsmitglieder an einem rechtmäßigen Streik teilnehmen?
Ja. Sie dürfen grundsätzlich als Arbeitnehmer mitstreiken, dürfen dafür aber nicht unzulässig die Mittel oder Ressourcen des Betriebsrats einsetzen.
Was ist eine Aussperrung?
Eine planmäßige Maßnahme eines oder mehrerer Arbeitgeber, bei der Gruppen von Arbeitnehmern nicht zur Arbeit zugelassen werden und keine Lohnzahlung erfolgt, um ein arbeitspolitisches Ziel zu
Ist eine Aussperrung grundsätzlich zulässig?
Nach der im Lehrtext dargestellten Rechtsprechung grundsätzlich ja, allerdings nur unter Beachtung rechtlicher Grenzen, insbesondere der Verhältnismäßigkeit.
Was ist eine Abwehraussperrung?
Eine Aussperrung, mit der Arbeitgeber auf einen bereits begonnenen Streik reagieren.
Was ist eine Angriffsaussperrung?
Eine Aussperrung, bei der Arbeitgeber selbst die Initiative zum Arbeitskampf ergreifen.
Warum unterliegt die Aussperrung besonderen Anforderungen an die Verhältnismäßigkeit?
Weil Arbeitgeber wirtschaftlich häufig stärker sind als Arbeitnehmer und eine Aussperrung das durch den Streik geschaffene Kräftegleichgewicht wieder zugunsten der Arbeitgeber verschieben kann.
Wann kann eine Aussperrung nach dem Lehrtext verhältnismäßig sein?
: Insbesondere bei einem eng geführten Streik, wenn nur ein Teil der Arbeitnehmer streikt, aber viele Arbeitgeber betroffen sind. Die Aussperrung muss dabei die rechtlichen Grenzen und Quoten beachten.
Welche Quotenregelung zur Aussperrung beschreibt der Lehrtext?
t: Bei weniger als 25 % streikenden Arbeitnehmern dürfen höchstens weitere 25 % ausgesperrt werden. Bei 25 bis 50 % darf auf 50 % aufgefüllt werden. Ab 50 % Streikbeteiligung ist eine Aussperrung nach dieser Darstellung nicht mehr zulässig.
Was ist eine „kalte Aussperrung“?
Ein Arbeitgeber beschäftigt Arbeitnehmer nicht, weil die Arbeit infolge eines Streiks in anderen Unternehmen beispielsweise wegen fehlender Zulieferteile oder fehlender Abnahme nicht möglich oder nicht zumutbar ist.
Welche finanziellen Folgen hat eine kalte Aussperrung laut Lehrtext für betroffene Arbeitnehmer?
t: Laut Lehrtext haben sie in dieser Situation weder Anspruch auf Lohn oder Gehalt noch auf Leistungen aus der Streikkasse.
Was geschieht während eines rechtmäßigen Arbeitskampfs mit dem Arbeitsverhältnis?
Das Arbeitsverhältnis wird nicht beendet, sondern ruht während der Teilnahme am Arbeitskampf.
Haben rechtmäßig streikende Arbeitnehmer während des Streiks Anspruch auf Arbeitsentgelt?
Nein. Während der Teilnahme am rechtmäßigen Streik entfällt grundsätzlich der Anspruch auf Arbeitsentgelt.
Darf ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer wegen seiner Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik kündigen?
t: Nein. Die rechtmäßige Streikteilnahme darf nicht als Kündigungsgrund verwendet werden.
Ist eine Aussperrung eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses?
Nein. Auch eine Aussperrung beendet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch.
Haben streikende Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn sie während des Streiks erkranken?
Nach dem Lehrtext besteht während der Teilnahme am Arbeitskampf kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Haben streikende Arbeitnehmer Anspruch auf Feiertagsentgelt, wenn ein Feiertag in den Streik fällt?
Nach dem Lehrtext entfällt der Anspruch auf Feiertagsentgelt, wenn der Feiertag in einen Streik fällt.
Was geschieht mit dem Lohnanspruch nicht streikender Arbeitnehmer, wenn der Betrieb wegen des Streiks stillgelegt wird?
Der Lohnanspruch kann entfallen, wenn die Arbeitnehmer infolge der Arbeitskampfmaßnahmen beschäftigungslos sind.
Können Arbeitnehmer ihren Lohn verlieren, wenn ein Streik in einem anderen Bundesland ihre Arbeit verhindert?
rt: Ja. Wenn beispielsweise ein Streik in der Metallindustrie in Bayern die Lieferungen an einen Betrieb in Hessen unterbricht und dort die Arbeit unmöglich wird, kann auch dort der Lohnanspruch entfallen.
Welche finanzielle Leistung erhalten streikende Gewerkschaftsmitglieder häufig während eines Streiks?
Streikgeld von ihrer Gewerkschaft, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Haben nicht streikende Arbeitnehmer automatisch Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld, wenn sie wegen eines Arbeitskampfs nicht arbeiten können?
Nach dem Lehrtext grundsätzlich nicht, soweit die gesetzlichen Ausschlüsse für mittelbar vom Arbeitskampf betroffene Arbeitnehmer greifen.
Warum soll der Staat während eines Arbeitskampfs neutral bleiben?
Weil staatliche Leistungen, die den Arbeitskampf wirtschaftlich beeinflussen, die Kräfteverhältnisse zwischen den Tarifparteien verändern könnten. Die Neutralität steht im Zusammenhang mit der Koalitionsfreiheit.
Bleibt die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung während eines rechtmäßigen Arbeitskampfs bestehen?
Ja. Die Mitgliedschaft bleibt nach § 192 Abs. 1 Nr. 1 SGB V unter den gesetzlichen Voraussetzungen erhalten.
Wann kann sich ein Streik auf die gesetzliche Rentenversicherung auswirken?
Nach dem Lehrtext insbesondere dann, wenn er einen ganzen Kalendermonat umfasst und in diesem Monat keine entsprechenden Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden.
Wird der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung durch einen Streik grundsätzlich beeinträchtigt?
Nach dem Lehrtext in der Regel nicht.
Welche Rechte haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach Beendigung eines rechtmäßigen Streiks?
Arbeitnehmer können die Wiederaufnahme der Arbeit verlangen und Arbeitgeber können die Weiterbeschäftigung verlangen.
Verliert der Betriebsrat während eines Arbeitskampfs seine Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte vollständig?
Nein. Die Rechte bleiben grundsätzlich bestehen, können aber bei arbeitskampfbezogenen Maßnahmen eingeschränkt sein.
Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei arbeitskampfbezogenen Maßnahmen des Arbeitgebers?
Bei arbeitskampfbezogenen Maßnahmen sind seine Rechte nach dem Lehrtext eingeschränkt; er hat insoweit grundsätzlich nur ein Informationsrecht statt eines Mitbestimmungsrechts.
Muss der Betriebsrat der vorübergehenden Besetzung von Arbeitsplätzen streikender Arbeitnehmer zustimmen?
Nach dem Lehrtext unterliegen Versetzungen, die ausschließlich zur Besetzung dieser Arbeitsplätze während des Arbeitskampfs erfolgen, nicht dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats.
Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat bei Maßnahmen, die lediglich während eines Streiks stattfinden, aber nicht durch den Streik bedingt sind?
Diese Maßnahmen unterliegen weiterhin den normalen Mitbestimmungsrechten des Betriebsrats.
Worin unterscheiden sich unmittelbare und mittelbare Tarifgeltung?
Unmittelbare Geltung entsteht grundsätzlich durch beiderseitige Tarifbindung und den passenden Geltungsbereich. Mittelbare Geltung beruht beispielsweise auf einer arbeitsvertraglichen Bezugnahmeklausel.
Worin unterscheiden sich Friedenspflicht und Durchführungspflicht?
Die Friedenspflicht begrenzt Arbeitskampfmaßnahmen während der Tariflaufzeit. Die Durchführungspflicht verpflichtet die Tarifparteien, auf die Einhaltung und Umsetzung des Tarifvertrags durch ihre Mitglieder hinzuwirken.
Worin unterscheiden sich schuldrechtlicher und normativer Teil eines Tarifvertrags?
Der schuldrechtliche Teil regelt Rechte und Pflichten der Tarifparteien untereinander. Der normative Teil enthält Rechtsnormen für Arbeitsverhältnisse und betriebliche Fragen.
Worin unterscheiden sich Nachwirkung und Tarifbindung nach einem Verbandsaustritt?
Nachwirkung bedeutet, dass tarifliche Normen nach Ablauf des Tarifvertrags grundsätzlich weitergelten, bis sie ersetzt werden. Nach einem Verbandsaustritt bleibt die Tarifbindung dagegen bis zum Ablauf des Tarifvertrags bestehen.
Worin unterscheiden sich Streik und Aussperrung?
Beim Streik stellen Arbeitnehmer gemeinschaftlich die Arbeit ein. Bei der Aussperrung verweigern Arbeitgeber planmäßig bestimmten Arbeitnehmergruppen den Zugang zur Arbeit und die Lohnzahlung.
Worin unterscheiden sich Abwehraussperrung und Angriffsaussperrung?
Die Abwehraussperrung reagiert auf einen Streik. Bei der Angriffsaussperrung ergreifen Arbeitgeber selbst die Initiative zum Arbeitskampf.
Worin unterscheiden sich relative und absolute Friedenspflicht?
Die relative Friedenspflicht verbietet Arbeitskampfmaßnahmen zur Durchsetzung bereits tariflich geregelter Gegenstände. Die absolute Friedenspflicht schließt aufgrund einer Vereinbarung grundsätzlich alle Arbeitskampfmaßnahmen während der Tariflaufzeit aus.
Was versteht man unter Tarifrecht als Teil des Kollektivarbeitsrechts?
Das Tarifrecht umfasst die Rechtsvorschriften über die Rechtsverhältnisse zwischen den Tarifparteien und die Geltung von Tarifverträgen.
Was ist ein Tarifvertrag im Sinne des Tarifvertragsgesetzes (TVG)?
Ein Tarifvertrag ist eine Vereinbarung zwischen tariffähigen Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, die insbesondere Rechte und Pflichten der Tarifparteien sowie Arbeitsbedingungen regelt (§ 1 TVG).
Wer sind die Tarifvertragsparteien nach § 2 Abs. 1 TVG?
Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite sowie einzelne Arbeitgeber oder Arbeitgeberverbände auf Arbeitgeberseite.
Welche Funktion haben Tarifverträge für Arbeitnehmer?
: Sie legen Mindeststandards für Arbeitsbedingungen fest, beispielsweise Vergütung, Arbeitszeit, Zuschläge und Weihnachtsgeld.
Warum dienen Tarifverträge dem Ausgleich des Machtverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern?
Arbeitnehmer können ihre Interessen gemeinsam durch eine Gewerkschaft wirkungsvoller vertreten und durchsetzen als allein gegenüber einem wirtschaftlich stärkeren Arbeitgeber.
Wann gilt ein Tarifvertrag unmittelbar und zwingend für ein Arbeitsverhältnis?
Grundsätzlich, wenn der Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied und der Arbeitgeber tarifgebunden ist und der Tarifvertrag für das Arbeitsverhältnis gilt (§ 4 TVG).
e: Muss ein Tarifvertrag ausdrücklich im Arbeitsvertrag erwähnt werden, damit er bei bestehender Tarifbindung gilt?
Nein. Bei bestehender Tarifbindung gilt er grundsätzlich unmittelbar und zwingend, ohne dass er im Arbeitsvertrag erwähnt werden muss.
Welche Bedeutung hat das Günstigkeitsprinzip im Tarifvertragsrecht?
Von zwingenden tariflichen Regelungen darf grundsätzlich nicht zulasten des Arbeitnehmers abgewichen werden. Günstigere einzelvertragliche Regelungen können dagegen zulässig sein.
In welchem Gesetz ist das Tarifvertragsrecht hauptsächlich geregelt?
Im Tarifvertragsgesetz (TVG). Das Arbeitskampfrecht beruht zu großen Teilen auf richterrechtlich entwickelten Grundsätzen.
Welche Kritik wird an Tarifverträgen im Hinblick auf einzelne Betriebe geübt?
Kritisiert wird, dass Tarifverträge zu wenig auf die Situation einzelner Betriebe eingehen und Abweichungen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten nur begrenzt ermöglichen.
Warum sind tarifvertragswidrige Betriebsvereinbarungen über Lohnfragen grundsätzlich problematisch?
§ 77 Abs. 3 BetrVG schränkt Betriebsvereinbarungen über tariflich geregelte oder üblicherweise tariflich geregelte Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen grundsätzlich ein.
Was regelt ein Entgelttarifvertrag?
Er regelt die Höhe der Grundvergütung, beispielsweise die Entgelte der Beschäftigten und Auszubildenden.
: Was regelt ein Rahmentarifvertrag?
Er legt insbesondere Entgeltgruppen und Entgeltformen fest, anhand derer Beschäftigte eingeordnet und vergütet werden.
Was regelt ein Manteltarifvertrag?
Er regelt allgemeine Arbeitsbedingungen, beispielsweise Arbeitszeit, Zuschläge, Einstellung und Kündigung.
Welche weiteren Themen können Gegenstand gesonderter Tarifverträge sein?
Urlaub, Urlaubsgeld, Arbeitszeit, vermögenswirksame Leistungen, Vorruhestand, Qualifizierung und Rationalisierungsschutz.
Warum entstanden Gewerkschaften im Zuge der Industrialisierung in Deutschland?
Die Arbeitgeber bestimmten die Arbeitsbedingungen häufig einseitig. Arbeitnehmer schlossen sich deshalb zusammen, um sich gegen Ausbeutung zu wehren und ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen.
: Welche Schwierigkeiten hatten Gewerkschaften in ihrer frühen Geschichte?
Gewerkschaften wurden wiederholt verboten oder in ihrer Tätigkeit behindert.
Seit wann ist die Koalitionsfreiheit im Grundgesetz verfassungsrechtlich geschützt?
Seit Inkrafttreten des Grundgesetzes im Jahr 1949 ist sie durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützt.
Warum können Arbeitnehmer ihre Forderungen häufig besser durch Gewerkschaften als allein durchsetzen?
Gewerkschaften bündeln die Interessen vieler Beschäftigter und können kollektive Druckmittel wie Streiks einsetzen.
Was bedeutet Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Abs. 3 GG?
: Sie schützt das Recht, Vereinigungen zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu bilden.
Welche Organisationen sind typische Koalitionen im Sinne von Art. 9 Abs. 3 GG?
Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberverbände auf Arbeitgeberseite.
Was versteht man unter positiver Koalitionsfreiheit?
Das Recht, eine Koalition zu gründen, an ihrer Gründung mitzuwirken oder einer bestehenden Koalition beizutreten.
Was versteht man unter negativer Koalitionsfreiheit?
Das Recht, keiner Koalition beizutreten und sich nicht gewerkschaftlich organisieren zu müssen.
Warum wäre eine gesetzliche Pflicht für Arbeitnehmer, einer Gewerkschaft beizutreten, verfassungswidrig?
Sie würde die negative Koalitionsfreiheit verletzen, die durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützt ist.
Welche Betätigungen von Gewerkschaften sind durch die Koalitionsfreiheit geschützt?
: Unter anderem die Mitgliederwerbung, die Interessenvertretung, der Abschluss von Tarifverträgen und die Durchführung rechtmäßiger Arbeitskämpfe.
Was bedeutet der Bestandsschutz von Koalitionen?
Koalitionen haben das Recht auf Existenz und Fortbestand. Der Staat darf sie nicht willkürlich verbieten oder ihre innere Organisation beliebig vorschreiben.
Was bedeutet Tarifautonomie?
Tarifparteien dürfen Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen grundsätzlich eigenständig und ohne staatliche Einmischung durch Tarifverträge regeln.
Welche Bedeutung hat die Tarifautonomie für die Festlegung von Löhnen?
Grundsätzlich verhandeln Gewerkschaften und Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberverbände über die tariflichen Löhne, statt dass der Staat diese allgemein durch Gesetz festlegt.
Ist das Recht, Arbeitskämpfe durchzuführen, durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützt?
Ja. Die Koalitionsfreiheit schützt grundsätzlich auch Arbeitskampfmaßnahmen wie rechtmäßige Streiks und Aussperrungen.
Welche Voraussetzungen muss eine Arbeitnehmervereinigung erfüllen, um als Gewerkschaft im Rechtssinn zu gelten?
: Sie muss insbesondere freiwillig, privatrechtlich, überbetrieblich, dauerhaft, körperschaftlich organisiert, demokratisch, gegnerfrei sowie zweckgerichtet und zweckgeeignet sein.
Was bedeutet Freiwilligkeit bei einer Koalition?
: Die Mitglieder müssen sich freiwillig zusammenschließen. Eine gesetzlich erzwungene Mitgliedschaft begründet keine Koalition im Sinne der Koalitionsfreiheit.
Was bedeutet überbetriebliche Organisation bei einer Gewerkschaft?
Die Vereinigung muss über die Grenzen eines einzelnen Betriebs hinausgehen. Eine ausschließlich betriebsbezogene Arbeitnehmervertretung ist keine Gewerkschaft.
Warum ist der Betriebsrat keine Gewerkschaft?
Der Betriebsrat ist eine betriebliche Interessenvertretung und keine überbetriebliche Koalition im Sinne des Tarifrechts.
: Was bedeutet Dauerhaftigkeit bei einer Koalition?
: Die Vereinigung muss auf eine gewisse Dauer angelegt sein. Ein Zusammenschluss für eine einmalige Aktion reicht nicht aus.
Was bedeutet körperschaftliche Organisation bei einer Gewerkschaft?
Die Organisation muss unabhängig vom jeweiligen Mitgliederbestand bestehen können und über eigene Organe, beispielsweise einen Vorstand, verfügen.
Was bedeutet demokratische Organisation bei einer Koalition?
Die Mitglieder müssen an der Willensbildung beteiligt sein. Dafür genügt insbesondere die Möglichkeit, die Verbandsorgane zu wählen.
Was bedeutet Gegnerfreiheit bei einer Koalition?
Die Koalition darf nicht gleichzeitig aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehen und nicht von der Gegenseite abhängig sein.
Darf eine Gewerkschaft politische oder christliche Wertvorstellungen vertreten, ohne ihre Gegnerfreiheit zu verlieren?
Ja. Die Orientierung an politischen Standpunkten oder christlichen Werten begründet für sich genommen keine unzulässige Abhängigkeit.
Was bedeutet Zweckgerichtetheit bei einer Gewerkschaft?
Sie muss das Ziel verfolgen, durch Tarifverträge die wirtschaftliche und soziale Lage ihrer Mitglieder zu verbessern.
Was bedeutet Zweckgeeignetheit bei einer Gewerkschaft?
Die Vereinigung muss grundsätzlich in der Lage sein, ihre Ziele gegenüber der Arbeitgeberseite durchzusetzen und ausreichend Druck auszuüben.
Warum muss eine Gewerkschaft grundsätzlich arbeitskampffähig sein?
Sie muss bei Tarifverhandlungen notfalls wirksamen Druck auf die Arbeitgeberseite ausüben können, beispielsweise durch einen Streik.
Wodurch kann sich die notwendige Mächtigkeit einer Gewerkschaft ergeben?
Beispielsweise durch die Zahl ihrer Mitglieder oder deren Stellung und Bedeutung im Arbeitsleben.
: Welche rechtliche Folge hat es, wenn eine Arbeitnehmervereinigung die Voraussetzungen einer Koalition nicht erfüllt?
Sie gilt nicht als Gewerkschaft im Rechtssinn und kann deshalb keine Tarifverträge als Gewerkschaft nach § 2 Abs. 1 TVG abschließen.
Warum gelten 200 zusammengeschlossene Erzieher nicht automatisch als Gewerkschaft?
ie Mitgliederzahl allein genügt nicht. Die Vereinigung muss sämtliche rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, insbesondere ausreichend mächtig und zweckgeeignet sein.
Was sind Gewerkschaften?
Gewerkschaften sind sozialpolitische Organisationen auf Arbeitnehmerseite, die die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen ihrer Mitglieder verbessern wollen.
Welche Funktion hat die Satzung einer Gewerkschaft?
: Sie regelt die innere Organisation und legt unter anderem fest, für welche Wirtschaftszweige die Gewerkschaft zuständig ist.
Welche Bedeutung hat die rechtliche Organisationsform von Gewerkschaften?
Gewerkschaften waren historisch häufig als nichtrechtsfähige Vereine organisiert. Die Rechtsprechung behandelt sie für ihre rechtliche Tätigkeit weitgehend wie rechtsfähige Vereine.
: Was ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)?
Der DGB ist ein gewerkschaftlicher Dachverband, in dem mehrere Einzelgewerkschaften zusammengeschlossen sind.
Welche bekannten Einzelgewerkschaften gehören zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)?
Unter anderem IG Metall, IG BAU, IG BCE, ver.di, GEW, NGG und GdP.
Lernkarte 51
Was bedeutet die Abkürzung ver.di?
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.
: Wie entstand ver.di im Jahr 2001?
Sie entstand durch den Zusammenschluss der DAG, der ÖTV, der Deutschen Postgewerkschaft und der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen.
Warum schließen sich Gewerkschaften zu größeren Organisationen zusammen?
Zusammenschlüsse sollen Kosten senken, die Effizienz erhöhen und die Durchsetzungskraft gegenüber Arbeitgebern stärken.
Wie werden Sozialplanleistungen auf einen Nachteilsausgleich nach § 113 BetrVG angerechnet?
Nach dem Ausgangstext werden Leistungen aus einem Sozialplan auf eine Zahlung wegen Nachteilsausgleichs nach § 113 BetrVG angerechnet.
Welches Initiativrecht hat der Betriebsrat nach § 92a BetrVG?
Der Betriebsrat kann Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung vorschlagen und deren Beratung anregen. Dieses Initiativrecht ist nach dem Ausgangstext ein Beratungsrecht.
Wann ist die Zustimmung des Betriebsrats zur Einführung von Personalfragebögen erforderlich?
Bei der Einführung von Personalfragebögen, die Fragen zu den persönlichen Verhältnissen, Fertigkeiten oder Kenntnissen der Arbeitnehmer enthalten, ist nach § 94 BetrVG die Zustimmung des Betriebsrats erforderlich.
Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat bei allgemeinen Beurteilungsgrundsätzen nach § 94 BetrVG?
Er bestimmt bei der Einführung allgemeiner Grundsätze zur Bewertung der Arbeitnehmerleistungen mit. Dieses Recht begründet jedoch nicht automatisch ein Mitbestimmungsrecht bei jeder einzelnen Beurteilung.
Welche Bedeutung haben Auswahlrichtlinien nach § 95 BetrVG?
Auswahlrichtlinien legen Kriterien für personelle Entscheidungen fest, beispielsweise bei Einstellungen, Versetzungen, Umgruppierungen und Kündigungen. Sie sollen eine nachvollziehbare und sachgerechte Personalauswahl fördern.
Ab welcher Beschäftigtenzahl kann der Betriebsrat nach dem Ausgangstext die Aufstellung von Auswahlrichtlinien verlangen?
Bei mehr als 500 Beschäftigten kann der Betriebsrat nach § 95 Abs. 2 BetrVG die Aufstellung von Richtlinien über fachliche, persönliche und soziale Auswahlgesichtspunkte verlangen.
Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei der betrieblichen Berufsbildung nach §§ 96 und 97 BetrVG?
Der Arbeitgeber muss mit dem Betriebsrat über Fragen der Berufsbildung beraten. Dazu gehören beispielsweise Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung. Der Betriebsrat kann Vorschläge machen.
Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat bei betrieblichen Bildungsmaßnahmen nach § 98 BetrVG?
Der Betriebsrat bestimmt bei der Durchführung betrieblicher Bildungsmaßnahmen mit. Er muss beispielsweise bestimmten Ausbildungsabläufen zustimmen und kann der Bestellung ungeeigneter Ausbilder widersprechen.
Gilt die bloße Einweisung eines Arbeitnehmers in eine neue Tätigkeit als betriebliche Bildungsmaßnahme nach § 98 BetrVG?
Nein. Die bloße Einweisung in die Tätigkeit, beispielsweise bei Einführung einer neuen EDV-Anlage, gilt nach dem Ausgangstext nicht als betriebliche Bildungsmaßnahme.
Welche Maßnahmen gehören zu den personellen Einzelmaßnahmen nach §§ 99–105 BetrVG?
Dazu gehören insbesondere Einstellungen, Eingruppierungen, Umgruppierungen, Versetzungen und Kündigungen.
Ab welcher Betriebsgröße muss der Arbeitgeber den Betriebsrat bei Einstellungen, Eingruppierungen, Umgruppierungen und Versetzungen beteiligen?
In Unternehmen mit in der Regel mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern muss der Arbeitgeber den Betriebsrat nach § 99 BetrVG beteiligen.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber bei der Beteiligung des Betriebsrats an einer Einstellung nach § 99 Abs. 1 BetrVG?
Er muss den Betriebsrat unterrichten, die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorlegen und Auskunft über die beteiligten Personen geben
Aus welchen Gründen kann der Betriebsrat einer Einstellung nach § 99 Abs. 2 BetrVG widersprechen?
Nur aus den gesetzlich genannten Gründen, beispielsweise wenn die Einstellung gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt oder Arbeitsplätze im Betrieb gefährdet.
Was kann der Arbeitgeber tun, wenn der Betriebsrat seine Zustimmung zu einer Einstellung zu Unrecht verweigert?
Der Arbeitgeber kann beim Arbeitsgericht beantragen, die Zustimmung des Betriebsrats nach § 99 Abs. 4 BetrVG ersetzen zu lassen.
Welche Folge hat es, wenn der Arbeitgeber eine Einstellung ohne die erforderliche Zustimmung des Betriebsrats durchführt?
Der Betriebsrat kann nach § 101 BetrVG beim Arbeitsgericht beantragen, dem Arbeitgeber aufzugeben, die personelle Maßnahme aufzuheben.
Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat vor einer Kündigung nach § 102 BetrVG?
Der Betriebsrat muss vor jeder Kündigung angehört werden. Der Arbeitgeber muss ihm die Gründe für die beabsichtigte Kündigung mitteilen.
Welche Rechtsfolge hat eine Kündigung, wenn der Betriebsrat vor ihrem Ausspruch nicht angehört wurde?
Die Kündigung ist wegen der fehlenden Anhörung des Betriebsrats unwirksam.
Kann der Betriebsrat eine Kündigung durch einen Widerspruch grundsätzlich verhindern?
Nein. Der Arbeitgeber ist trotz eines Widerspruchs oder von Bedenken des Betriebsrats grundsätzlich nicht an der Durchführung der Kündigung gehindert.
Welche Bedeutung hat ein Widerspruch des Betriebsrats gegen eine Kündigung nach § 102 Abs. 3 BetrVG?
Der Widerspruch muss auf einem gesetzlich vorgesehenen Grund beruhen. Die Stellungnahme des Betriebsrats ist in einem späteren Kündigungsschutzprozess zu berücksichtigen.
Was gilt für die Kündigung, wenn der Betriebsrat innerhalb der vorgesehenen Frist nicht reagiert?
ach dem Ausgangstext gilt der Betriebsrat dann als ordnungsgemäß angehört. Seine ausbleibende Reaktion beeinflusst die Wirksamkeit der Kündigung nicht allein.
Wie weit reichen die Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei wirtschaftlichen Angelegenheiten grundsätzlich?
Sie sind vergleichsweise gering, weil die unternehmerischen und wirtschaftlichen Entscheidungskompetenzen des Arbeitgebers durch das BetrVG grundsätzlich nicht eingeschränkt werden.
Ab welcher Beschäftigtenzahl muss ein Wirtschaftsausschuss gebildet werden?
In Unternehmen mit in der Regel mehr als 100 ständig beschäftigten Arbeitnehmern ist nach § 106 BetrVG ein Wirtschaftsausschuss zu bilden.
Welche Aufgaben hat der Wirtschaftsausschuss nach § 106 BetrVG?
Der Unternehmer muss ihn über wirtschaftliche Angelegenheiten informieren und sich mit ihm beraten. Der Wirtschaftsausschuss gibt die erhaltenen Informationen an den Betriebsrat weiter.
Wer bestimmt die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses?
Die Mitglieder werden vom Betriebsrat beziehungsweise vom Gesamtbetriebsrat bestimmt.
Was gilt für die Information des Betriebsrats über wirtschaftliche Angelegenheiten, wenn kein Wirtschaftsausschuss vorhanden ist?
Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat nach § 80 Abs. 2 BetrVG über wirtschaftliche Angelegenheiten informieren, soweit dies zur Durchführung seiner Aufgaben erforderlich ist.
Welche Informationspflicht besteht in Unternehmen mit mehr als 1.000 ständig beschäftigten Arbeitnehmern zur wirtschaftlichen Lage?
Der Unternehmer muss die Arbeitnehmer nach § 110 BetrVG mindestens einmal in jedem Kalendervierteljahr schriftlich über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens unterrichten.
Wann muss der Arbeitgeber den Betriebsrat bei einer geplanten Betriebsänderung nach § 111 BetrVG unterrichten und beraten?
Nach dem Ausgangstext gilt dies in Unternehmen mit mehr als 20 ständig beschäftigten wahlberechtigten Arbeitnehmern bei geplanten Betriebsänderungen. Bei sonstigen Betriebsänderungen besteht die Pflicht, wenn Nachteile für die Belegschaft zu erwarten sind.
Was ist eine Betriebsvereinbarung nach § 77 BetrVG?
Eine Betriebsvereinbarung ist ein schriftlicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Sie regelt Rechte und Pflichten der Betriebspartner sowie betriebliche und arbeitsverfassungsrechtliche Fragen und kann auch Regelungen über Arbeitsverhältnisse enthalten.
Welche Angelegenheiten können durch eine Betriebsvereinbarung geregelt werden?
Betriebsvereinbarungen betreffen vor allem Angelegenheiten mit Beteiligungsrechten des Betriebsrats. Sie können aber auch andere betriebliche Angelegenheiten regeln, beispielsweise die Einführung eines betrieblichen Weihnachtsgeldes.
Welche Grenzen bestehen für Betriebsvereinbarungen bei tariflich geregelten Arbeitsbedingungen?
Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen, die tarifvertraglich geregelt sind oder üblicherweise tariflich geregelt werden, dürfen nach § 77 Abs. 3 BetrVG grundsätzlich nur durch Betriebsvereinbarung geregelt werden, wenn der Tarifvertrag dies ausdrücklich zulässt.
ängt die Sperrwirkung eines Tarifvertrags gegenüber einer Betriebsvereinbarung davon ab, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist?
Nein. Nach dem Ausgangstext hängt die Sperrwirkung nicht davon ab, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist. Entscheidend ist unter anderem, ob der Betrieb in den Geltungsbereich des Tarifvertrags fällt.
Wie wirkt eine Betriebsvereinbarung im Verhältnis zu arbeitsvertraglichen Regelungen?
Betriebsvereinbarungen wirken im Betrieb wie gesetzliche Regelungen. Ungünstigere arbeitsvertragliche Regelungen können ihnen grundsätzlich nicht entgegenstehen; einzelvertragliche Arbeitsbedingungen dürfen durch eine Betriebsvereinbarung grundsätzlich nicht zum Nachteil der Arbeitnehmer geändert werden.
Was bedeutet Vereinbarungsoffenheit bei arbeitsvertraglichen Regelungen?
: Vereinbarungsoffenheit liegt vor, wenn ein Arbeitsvertrag Änderungen durch spätere Betriebsvereinbarungen ermöglicht. Dann kann eine Betriebsvereinbarung den betreffenden Regelungspunkt unter Umständen auch verschlechtern.
Was versteht man unter einem kollektiven Günstigkeitsvergleich bei Betriebsvereinbarungen?
Dabei wird geprüft, ob eine Umstrukturierung betrieblicher Sozialleistungen für die Belegschaft insgesamt günstiger ist. Die Gesamtsumme der vom Arbeitgeber aufgewendeten Sozialleistungen darf dabei nicht hinter der bisherigen Summe zurückbleiben.
Wann sind umstrukturierende Betriebsvereinbarungen über Sozialleistungen nach dem Ausgangstext möglich?
Wenn die Ansprüche auf Sozialleistungen auf einheitlichen arbeitsvertraglichen Regelungen, Gesamtzusagen oder betrieblicher Übung beruhen und der kollektive Günstigkeitsvergleich insgesamt eine mindestens gleichwertige Regelung ergibt.
Wann müssen Arbeitgeber und Betriebsrat versuchen, einen Interessenausgleich herbeizuführen?
In Unternehmen mit mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern müssen sie bei einer Betriebsänderung nach § 111 BetrVG, die mit wesentlichen Nachteilen für die Belegschaft verbunden ist, nach § 112 BetrVG versuchen, einen Interessenausgleich zu erzielen.
Welche Maßnahmen gelten nach § 111 BetrVG als Betriebsänderungen?
Dazu gehören die Einschränkung des Betriebs oder wesentlicher Betriebsteile, die Verlegung des ganzen Betriebs, der Zusammenschluss oder die Spaltung von Betrieben, grundlegende Änderungen der Betriebsorganisation, des Betriebszwecks oder der Betriebsanlagen sowie die Einführung grundlegend neuer Arbeitsmethoden und Fertigungsverfahren.
Welche materiellen Nachteile können Arbeitnehmern durch eine Betriebsänderung entstehen?
Materielle Nachteile sind beispielsweise der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Verringerung des Verdienstes oder höhere Fahrtkosten aufgrund einer räumlichen Versetzung.
Welche immateriellen Nachteile können durch eine Betriebsänderung entstehen?
Immaterielle Nachteile sind beispielsweise eine Verschlechterung des Betriebsklimas oder eine erhöhte psychische Belastung.
Wann gelten Nachteile im Zusammenhang mit einer Betriebsänderung als wesentlich?
Die Nachteile müssen die Belegschaft oder einen wesentlichen Teil der Belegschaft betreffen. Sie können materieller oder immaterieller Art sein.
Was ist das Ziel eines Interessenausgleichs nach § 112 BetrVG?
Arbeitgeber und Betriebsrat sollen Einigkeit darüber erzielen, ob, wann, wie und in welchem Umfang eine geplante Betriebsänderung durchgeführt wird.
Welche Folgen kann es haben, wenn der Arbeitgeber keinen Interessenausgleich versucht oder von einem vereinbarten Interessenausgleich abweicht?
Betroffene Arbeitnehmer können unter den gesetzlichen Voraussetzungen nach § 113 BetrVG vor dem Arbeitsgericht einen Nachteilsausgleich, beispielsweise eine Abfindung, verlangen.
Was ist ein Sozialplan nach dem Betriebsverfassungsgesetz?
Ein Sozialplan enthält Regelungen zum Ausgleich oder zur Milderung wirtschaftlicher Nachteile, die Arbeitnehmern infolge einer geplanten Betriebsänderung entstehen.
Welche Leistungen enthält ein Sozialplan häufig?
Sozialpläne enthalten häufig Regelungen zur Höhe von Abfindungen und zu weiteren Leistungen, mit denen wirtschaftliche Nachteile für Arbeitnehmer ausgeglichen oder gemildert werden sollen.
Welche rechtliche Wirkung hat ein Sozialplan?
Ein Sozialplan hat die Wirkung einer Betriebsvereinbarung.
Kann ein Sozialplan gegen den Willen des Arbeitgebers zustande kommen?
Grundsätzlich kann der Betriebsrat die Einigungsstelle anrufen, um einen Sozialplan durchzusetzen. Die rechtlichen Voraussetzungen und Ausnahmen ergeben sich insbesondere aus §§ 112, 112a BetrVG.
as ist das Initiativrecht des Betriebsrats bei der Mitbestimmung?
Das Initiativrecht ermöglicht es dem Betriebsrat, selbst aktiv zu werden und vom Arbeitgeber Maßnahmen in mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten zu verlangen.
Was geschieht, wenn sich Arbeitgeber und Betriebsrat bei einer echten Mitbestimmungsangelegenheit nicht einigen können?
Nach § 87 Abs. 2 BetrVG entscheidet die Einigungsstelle. Sie wägt die Interessen des Arbeitgebers und des Betriebsrats ab.
Was ist der Unterschied zwischen Mitbestimmung und einem Zustimmungsverweigerungsrecht des Betriebsrats?
Bei der echten Mitbestimmung wirken Arbeitgeber und Betriebsrat gleichberechtigt an der Entscheidung mit. Beim Zustimmungsverweigerungsrecht kann der Betriebsrat eine Maßnahme aus gesetzlich festgelegten Gründen blockieren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Arbeitsgericht die Zustimmung ersetzen.
Was versteht man unter bloßen Mitwirkungsrechten des Betriebsrats?
Bloße Mitwirkungsrechte sind beispielsweise Informations-, Anhörungs-, Beratungs- und Vorschlagsrechte. Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat beteiligen, ist aber grundsätzlich nicht an dessen Bedenken oder Vorschläge gebunden.
Welche Bedeutung hat § 87 BetrVG für die sozialen Angelegenheiten im Betrieb?
§ 87 BetrVG regelt die echte Mitbestimmung des Betriebsrats in bestimmten sozialen Angelegenheiten. Sie dient unter anderem dem Schutz der Persönlichkeit und der Interessen der Arbeitnehmer.
Darf ein Arbeitgeber in seinem Betrieb ohne Zustimmung des Betriebsrats ein allgemeines Rauchverbot einführen?
Ein allgemeines Rauchverbot betrifft die Ordnung des Betriebs und unterliegt grundsätzlich der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG. Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat beteiligen.
Welche Maßnahmen betreffen nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG die Ordnung des Betriebs?
Dazu gehören beispielsweise allgemeine Rauchverbote, Regelungen zur Benutzung betrieblicher Telefone und Torkontrollen. Es geht um das Ordnungsverhalten der Arbeitnehmer im Betrieb.
Warum unterliegt eine Anweisung zum Tragen einer Kopfhaube bei der Verpackung medizinischer Artikel grundsätzlich nicht § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG?
Die Anweisung betrifft das Arbeitsverhalten und nicht das Ordnungsverhalten der Arbeitnehmer. Deshalb besteht hierfür nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG kein Mitbestimmungsrecht.
Hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht, wenn ein einzelner Arbeitnehmer wegen seines Verhaltens abgemahnt werden soll?
Nein. Bei der Abmahnung eines bestimmten einzelnen Arbeitnehmers besteht nach dem Ausgangstext kein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG.
Welche Arbeitszeitregelungen unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG?
Mitbestimmungspflichtig sind Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, die Pausen sowie die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage.
Welche Arbeitszeitentscheidung darf der Arbeitgeber grundsätzlich ohne Mitbestimmung des Betriebsrats treffen?
Die Entscheidung über die Dauer beziehungsweise das Arbeitszeitvolumen ist grundsätzlich mitbestimmungsfrei. Die Verteilung der Arbeitszeit auf Tage, Wochen oder Monate ist dagegen mitbestimmungspflichtig.
Wann hat der Betriebsrat bei der Arbeitszeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG mitzubestimmen?
Bei einer vorübergehenden Verkürzung oder Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit, beispielsweise bei vorübergehender Mehrarbeit, besteht ein Mitbestimmungsrecht.
Welche Urlaubsregelungen unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG?
Dazu gehören allgemeine Urlaubsgrundsätze, die Erstellung eines Urlaubsplans und die zeitliche Lage des Urlaubs einzelner Arbeitnehmer, wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Einigung erzielt wird.
Welche Urlaubsangelegenheit ist nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG grundsätzlich mitbestimmungsfrei?
Die Urlaubsdauer ist grundsätzlich mitbestimmungsfrei, da sie durch Gesetz, Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag vorgegeben wird.
: Wann besteht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei technischen Überwachungseinrichtungen?
Bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, beispielsweise Stechuhren, Telefonabhöranlagen oder Fahrtenschreiber.
Wann besteht bei technischen Überwachungseinrichtungen nach dem Ausgangstext grundsätzlich kein Mitbestimmungsrecht?
Wenn die ermittelten Daten keinem identifizierbaren Arbeitnehmer zugeordnet werden können, besteht grundsätzlich kein Mitbestimmungsrecht. Eine Ausnahme kann bei besonders starkem Gruppendruck bestehen, der sich auf einzelne Arbeitnehmer auswirkt.
Wann hat der Betriebsrat bei Maßnahmen zum Arbeitsschutz nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG mitzubestimmen?
Wenn gesetzliche oder unfallverhütungsrechtliche Vorschriften dem Arbeitgeber Spielraum bei der Gestaltung von Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zum Gesundheitsschutz lassen.
Was umfasst die Mitbestimmung des Betriebsrats bei Sozialeinrichtungen nach § 87 Abs. 1 Nr. 8 BetrVG?
Sie umfasst die Form, Ausgestaltung und Verwaltung betrieblicher Sozialeinrichtungen. Ziel ist unter anderem eine gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel.
Was darf der Betriebsrat bei der betrieblichen Lohngestaltung nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG mitbestimmen?
Er darf bei der Gestaltung der Entlohnungsgrundsätze und Entgeltsysteme mitbestimmen. Die konkrete Festlegung der Lohnhöhe ist nach dem Ausgangstext grundsätzlich mitbestimmungsfrei.
Was regelt die Mitbestimmung beim betrieblichen Vorschlagswesen nach § 87 Abs. 1 Nr. 12 BetrVG?
Der Betriebsrat bestimmt bei den Grundsätzen mit, nach denen Vorschläge der Arbeitnehmer zur Vereinfachung oder Verbesserung der Arbeit gesammelt und bewertet werden.
Was umfasst die Mitbestimmung bei Gruppenarbeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 13 BetrVG?
Sie betrifft die Grundsätze der Durchführung von Gruppenarbeit, beispielsweise die Stellung, Wahl und Aufgaben eines Gruppensprechers oder die Durchführung von Gruppenmeetings. Die Einführung oder Beendigung der Gruppenarbeit ist nach dem Ausgangstext mitbestimmungsfrei.
Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei der Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsablauf und Arbeitsumgebung?
Nach § 90 BetrVG hat er Unterrichtungs- und Beratungsrechte. Nach § 91 BetrVG besitzt er unter bestimmten Voraussetzungen Mitbestimmungsrechte.
Wann hat der Betriebsrat nach § 91 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes?
Wenn Änderungen des Arbeitsplatzes oder des Arbeitsablaufs gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über eine menschengerechte Gestaltung offensichtlich widersprechen und Arbeitnehmer dadurch übermäßig belastet werden.
Können Arbeitnehmer aufgrund von § 91 BetrVG Geldleistungen als Ausgleich für ergonomische Belastungen verlangen?
Nein. § 91 BetrVG dient der menschengerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Vermeidung übermäßiger Belastungen. Geldleistungen können auf dieser Grundlage nicht verlangt werden.
: In welche drei Bereiche gliedert sich die Beteiligung des Betriebsrats bei personellen Angelegenheiten?
Die Beteiligung gliedert sich in allgemeine personelle Angelegenheiten nach §§ 92–95 BetrVG, Berufsbildung nach §§ 96–98 BetrVG und personelle Einzelmaßnahmen nach §§ 99–105 BetrVG.
Welche Informations- und Beratungsrechte hat der Betriebsrat bei der Personalplanung nach § 92 BetrVG?
Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat über die Personalplanung unterrichten und mit ihm über Art und Umfang erforderlicher Maßnahmen beraten. Der Betriebsrat besitzt außerdem ein Vorschlagsrecht.
Kann der Betriebsrat dem Arbeitgeber nach § 92 BetrVG verbindlich vorschreiben, welche Personalplanungsmaßnahmen er durchführen muss?
Nein. Der Arbeitgeber entscheidet grundsätzlich selbst, welche Maßnahmen er tatsächlich ergreift. Der Betriebsrat hat jedoch Unterrichtungs-, Beratungs- und Vorschlagsrechte.
Welche Bedeutung hat die Gleichstellung von Männern und Frauen für die Personalplanung nach § 92 BetrVG?
Nach § 92 Abs. 3 BetrVG soll die Personalplanung auch die Aufstellung und Durchführung von Maßnahmen zur Gleichstellung von Männern und Frauen umfassen.
Was kann der Betriebsrat nach § 93 BetrVG hinsichtlich innerbetrieblicher Stellenausschreibungen verlangen?
Der Betriebsrat kann verlangen, dass Arbeitsplätze vor ihrer Besetzung innerbetrieblich ausgeschrieben werden.
: Können Betriebsratsmitglieder außerordentlich gekündigt werden?
Ja. Eine außerordentliche Kündigung ist bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen möglich. Dabei muss der Betriebsrat nach den einschlägigen Vorschriften, insbesondere § 103 BetrVG, beteiligt werden.
Wann finden Betriebsratssitzungen grundsätzlich statt und sind sie öffentlich?
Betriebsratssitzungen finden grundsätzlich während der Arbeitszeit statt und sind nicht öffentlich (§ 30 BetrVG).
Wann darf der Arbeitgeber an einer Betriebsratssitzung teilnehmen?
Der Arbeitgeber kann teilnehmen, wenn er die Sitzung einberufen hat oder eingeladen wurde. Er muss über den Zeitpunkt der Sitzung informiert werden (§ 29 Abs. 4 BetrVG).
Wann ist ein Betriebsrat nach § 33 Abs. 2 BetrVG beschlussfähig?
Der Betriebsrat ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder an der Beschlussfassung teilnimmt.
Wann gilt ein Antrag in einer Betriebsratssitzung als angenommen?
Ein Antrag ist angenommen, wenn die Mehrheit der anwesenden Betriebsratsmitglieder zustimmt (§ 33 Abs. 1 BetrVG).
Wird ein Antrag bei einer Betriebsratssitzung angenommen, wenn von zehn anwesenden Mitgliedern fünf dafür und drei dagegen stimmen, während sich zwei enthalten?
Nein. Bei zehn anwesenden Mitgliedern sind sechs Ja-Stimmen erforderlich, um die Mehrheit der Anwesenden zu erreichen. Fünf Ja-Stimmen reichen daher nicht aus.
Wer wird zu einer Betriebsversammlung eingeladen?
Zur Betriebsversammlung werden alle Arbeitnehmer des Betriebs eingeladen.
Wie häufig müssen Betriebsversammlungen mindestens stattfinden?
Betriebsversammlungen müssen mindestens einmal pro Kalendervierteljahr stattfinden (§§ 42–45 BetrVG).
Lernkarte 153
Wann finden Betriebsversammlungen grundsätzlich statt und welche Rechte hat der Arbeitgeber dabei?
Betriebsversammlungen finden während der Arbeitszeit statt. Der Arbeitgeber wird eingeladen und hat ein Rederecht.
Welchen Zweck haben Betriebsversammlungen?
Betriebsversammlungen dienen dazu, die Belegschaft über die Tätigkeit des Betriebsrats und die Entwicklung des Unternehmens zu informieren.
Welche Arten von Beteiligungsrechten des Betriebsrats unterscheidet das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)?
: Das BetrVG unterscheidet zwischen Mitwirkungsrechten und Mitbestimmungsrechten. Bei Mitwirkungsrechten kann der Arbeitgeber häufig trotz Bedenken des Betriebsrats entscheiden. Bei Mitbestimmungsrechten ist seine Entscheidung dagegen an die gesetzlich vorgesehene Beteiligung des Betriebsrats gebunden.
Was bedeutet echte Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 BetrVG?
Bei der echten Mitbestimmung entscheiden Arbeitgeber und Betriebsrat gleichberechtigt über bestimmte Angelegenheiten. Der Arbeitgeber darf eine mitbestimmungspflichtige Maßnahme grundsätzlich nicht ohne Zustimmung des Betriebsrats durchführen.
Welche Merkmale kennzeichnen einen Arbeitnehmer im allgemeinen arbeitsrechtlichen Sinn?
Ein Arbeitnehmer verpflichtet sich aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags, für einen Arbeitgeber fremdbestimmte Arbeit in persönlicher Abhängigkeit zu leisten.
Welche Personengruppen gelten nach § 5 BetrVG nicht als Arbeitnehmer im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes?
Dazu zählen insbesondere Organmitglieder juristischer Personen, bestimmte karitativ oder religiös Beschäftigte, bestimmte Personen in Heil- oder Erziehungseinrichtungen, bestimmte mit dem Arbeitgeber zusammenlebende Angehörige und leitende Angestellte.
Warum zählen Geschäftsführer einer GmbH und Vorstandsmitglieder einer AG grundsätzlich nicht zu den Arbeitnehmern im Sinne des BetrVG?
Sie sind Organmitglieder der juristischen Person und werden nach § 5 Abs. 2 BetrVG nicht als Arbeitnehmer im Sinne des BetrVG behandelt.
Warum werden leitende Angestellte nicht durch den Betriebsrat vertreten?
Sie nehmen eine arbeitgeberähnliche Position ein und gelten nach § 5 Abs. 3 BetrVG nicht als Arbeitnehmer im Sinne des BetrVG.
Welche Befugnis kennzeichnet einen leitenden Angestellten nach § 5 Abs. 3 BetrVG?
Ein leitender Angestellter kann insbesondere selbstständig Arbeitnehmer einstellen oder entlassen, besitzt Generalvollmacht oder Prokura oder nimmt eigenverantwortlich besonders bedeutsame unternehmerische Aufgaben wahr.
Wann gilt eine Person als leitender Angestellter, weil sie unternehmerische Aufgaben wahrnimmt?
Wenn sie regelmäßig Aufgaben von besonderer Bedeutung für den Betrieb eigenverantwortlich und mit erheblichem eigenem Entscheidungsspielraum erledigt und weitgehend unabhängig von Weisungen handelt.
Welche Interessenvertretung können leitende Angestellte anstelle eines Betriebsrats wählen?
Leitende Angestellte können einen Sprecherausschuss als Interessenvertretung gegenüber dem Arbeitgeber wählen.
Kann die Leiterin eines Seniorenwohnheims in den Betriebsrat gewählt werden, wenn sie weitgehend eigenständig Personal- und Finanzentscheidungen trifft?
Wenn sie als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG einzustufen ist, kann sie nicht in den Betriebsrat gewählt werden. Entscheidend sind ihre tatsächlichen Befugnisse und ihr eigener Entscheidungsspielraum.
Welche Rechte haben Leiharbeitnehmer im Entleihbetrieb hinsichtlich Betriebsratssprechstunden und Betriebsversammlungen?
Leiharbeitnehmer dürfen die Sprechstunden des Betriebsrats und die Betriebsversammlungen im Entleihbetrieb besuchen (§ 14 Abs. 2 AÜG).
Muss der Betriebsrat des Entleihbetriebs beteiligt werden, bevor ein Leiharbeitnehmer übernommen wird?
: Ja. Vor der Übernahme eines Leiharbeitnehmers ist der Betriebsrat des Entleihbetriebs nach den im Text genannten Regelungen zu beteiligen (§ 99 BetrVG in Verbindung mit § 14 Abs. 3 AÜG).
In welchem Zeitraum finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen nach § 13 BetrVG statt?
Die regelmäßigen Betriebsratswahlen finden alle vier Jahre im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Mai statt. Außerhalb dieses Zeitraums sind Wahlen in gesetzlich geregelten Fällen möglich.
Welches Mindestalter gilt für die Wahlberechtigung und die Wählbarkeit zum Betriebsrat?
Wahlberechtigt sind Arbeitnehmer ab 16 Jahren. Für die Wählbarkeit zum Betriebsratsmitglied muss der Arbeitnehmer mindestens 18 Jahre alt sein und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Welches Ziel verfolgt das vereinfachte Wahlverfahren bei Betriebsratswahlen?
Es soll Betriebsratswahlen durch kürzere Fristen und weniger Formalitäten erleichtern, insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben.
Wann muss das vereinfachte Wahlverfahren nach den im Text dargestellten Regelungen angewendet werden?
n Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten muss das vereinfachte Wahlverfahren angewendet werden. In Betrieben mit 101 bis 200 Beschäftigten können Wahlvorstand und Arbeitgeber es vereinbaren.
Welche Funktion haben Stützunterschriften bei Wahlvorschlägen für eine Betriebsratswahl?
Stützunterschriften sollen sicherstellen, dass Wahlvorschläge von einer ausreichenden Zahl von Beschäftigten unterstützt werden.
Welche Erleichterungen gelten bei Stützunterschriften für Betriebsratswahlen nach den im Text dargestellten Regelungen?
Bis zu 20 Beschäftigten sind keine Stützunterschriften erforderlich. Bei 21 bis 100 Wahlberechtigten reichen mindestens zwei Stützunterschriften; für bestimmte Vorschläge auf der Wahlversammlung genügt die Unterstützung per Handzeichen.
Wann kann die Anfechtung einer Betriebsratswahl wegen einer fehlerhaften Wählerliste ausgeschlossen sein?
Nach den im Text dargestellten Regelungen ist die Anfechtung durch Beschäftigte ausgeschlossen, wenn kein Einspruch gegen die fehlerhafte Wählerliste eingelegt wurde, sofern keine Verhinderung vorlag. Der Arbeitgeber kann sich nicht auf Fehler berufen, die auf seinen eigenen Angaben beruhen.
Welchen besonderen Kündigungsschutz können Initiatoren einer Betriebsratsgründung erhalten?
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen erhalten Initiatoren einen befristeten Schutz vor ordentlichen personen- und verhaltensbedingten Kündigungen, wenn sie eine öffentlich beglaubigte Erklärung über die beabsichtigte Betriebsratsgründung abgegeben und Vorbereitungshandlungen unternommen haben.
Welche Neuerung der Wahlordnung ermöglicht dem Wahlvorstand seit 2022 Sitzungen per Video- oder Telefonkonferenz?
: Der Wahlvorstand kann selbst entscheiden, ob er Sitzungen und Beschlussfassungen per Video- oder Telefonkonferenz durchführt. Der Arbeitgeber kann dies nicht verlangen.
Wann wird bei einer Betriebsratswahl nach den im Text dargestellten Regelungen aufgrund von Vorschlagslisten gewählt?
Seit der Novellierung der Wahlordnung im Jahr 2022 erfolgt die Wahl aufgrund von Vorschlagslisten erst dann, wenn mehr als fünf Betriebsratsmitglieder zu wählen sind.
: Bis wann darf die Wählerliste bei einer Betriebsratswahl nach den im Text dargestellten Regelungen korrigiert werden?
Korrekturen an der Wählerliste sind bis zum Abschluss der Stimmabgabe am Wahltag zulässig.
Wie wird bei einer Betriebsratswahl die geheime Stimmabgabe bei der Urnenwahl nach der novellierten Wahlordnung sichergestellt?
Der Wähler faltet den Stimmzettel so, dass die abgegebene Stimme nicht erkennbar ist. Wahlumschläge werden bei der Urnenwahl nicht mehr verwendet.
Wann darf der Wahlvorstand Briefwahlunterlagen ohne gesondertes Verlangen an Wahlberechtigte versenden?
Wenn bekannt ist, dass Wahlberechtigte längere Zeit nicht im Betrieb anwesend sein werden und voraussichtlich auch am Wahltag fehlen.
Wann muss in einem Unternehmen ein Gesamtbetriebsrat errichtet werden?
Wenn ein Unternehmen mehrere Betriebe mit Betriebsräten hat, ist ein Gesamtbetriebsrat zu errichten. Jeder Betriebsrat entsendet Mitglieder in dieses Gremium.
: Für welche Angelegenheiten ist der Gesamtbetriebsrat zuständig?
Er ist für Angelegenheiten zuständig, die das gesamte Unternehmen betreffen und nicht durch die einzelnen Betriebsräte geregelt werden können, beispielsweise unternehmensweit einheitliche Sozialleistungen.
Ist der Gesamtbetriebsrat den einzelnen Betriebsräten übergeordnet?
Nein. Der Gesamtbetriebsrat ist den einzelnen Betriebsräten nicht übergeordnet. Er ist nur für Angelegenheiten zuständig, die in seine gesetzliche Zuständigkeit fallen.
Wie wird die Belegschaft eines Betriebs ohne eigenen Betriebsrat bei Angelegenheiten vertreten, für die der Gesamtbetriebsrat zuständig ist?
ie Belegschaft kann im Rahmen der Zuständigkeit des Gesamtbetriebsrats durch diesen vertreten werden.
Was versteht man unter einem Konzern im Sinne des Aktiengesetzes?
t: Ein Konzern ist eine Zusammenfassung mehrerer rechtlich selbstständiger Unternehmen unter der Leitung eines herrschenden Unternehmens (§ 18 AktG).
Für welche Angelegenheiten ist ein Konzernbetriebsrat zuständig?
Der Konzernbetriebsrat ist für Angelegenheiten zuständig, die den gesamten Konzern betreffen und nicht durch Betriebsräte oder Gesamtbetriebsräte geregelt werden können.
Können Beschäftigungszeiten in einem anderen Betrieb desselben Unternehmens oder Konzerns für die Wählbarkeit zum Betriebsrat angerechnet werden?
Ja. Nach § 8 Abs. 1 BetrVG können unmittelbar vorausgehende Beschäftigungszeiten in einem anderen Betrieb desselben Unternehmens oder Konzerns bei der sechsmonatigen Betriebszugehörigkeit berücksichtigt werden.
Unter welchen Voraussetzungen kann eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt werden?
Es müssen mindestens fünf Arbeitnehmer beschäftigt sein, die entweder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder Auszubildende unter 25 Jahren sind. Außerdem muss ein Betriebsrat bestehen.
Welche Aufgaben hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung?
Sie vertritt die besonderen Interessen jugendlicher Arbeitnehmer und Auszubildender und sorgt dafür, dass der Betriebsrat diese Interessen angemessen berücksichtigt.
Welche gesetzliche Grundlage regelt die Jugend- und Auszubildendenvertretung?
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ist in den §§ 60–73 BetrVG geregelt.
: Wird die Tätigkeit als Betriebsratsmitglied zusätzlich vergütet?
Nein. Das Betriebsratsamt ist ein unentgeltliches Ehrenamt (§ 37 Abs. 1 BetrVG). Betriebsratsmitglieder dürfen durch ihre Tätigkeit jedoch keine finanziellen Nachteile erleiden.
Welche Pflicht hat der Arbeitgeber hinsichtlich der Arbeitsbedingungen für die Betriebsratstätigkeit?
Der Arbeitgeber darf die Betriebsratstätigkeit nicht behindern und muss die erforderlichen Räume und Sachmittel auf eigene Kosten zur Verfügung stellen (§§ 40, 78 BetrVG).
Wann dürfen Betriebsratsmitglieder während der Arbeitszeit ihre berufliche Tätigkeit für Betriebsratsaufgaben unterbrechen?
Wenn dies zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Betriebsratsaufgaben erforderlich ist, beispielsweise für Sitzungen oder Sprechstunden. Das Arbeitsentgelt darf dadurch nicht gemindert werden (§ 37 Abs. 2 BetrVG).
Wann haben Betriebsratsmitglieder Anspruch auf bezahlten Freizeitausgleich für Betriebsratsarbeit außerhalb der Arbeitszeit?
Wenn die Betriebsratsarbeit aus betriebsbedingten Gründen außerhalb der persönlichen Arbeitszeit geleistet werden muss, besteht grundsätzlich Anspruch auf entsprechenden Freizeitausgleich (§ 37 Abs. 3 BetrVG).
Haben Teilzeitkräfte Anspruch auf Freizeitausgleich, wenn sie außerhalb ihrer persönlichen Arbeitszeit Betriebsratsaufgaben erfüllen?
: Ja. Auch Teilzeitkräfte haben unter den gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf Freizeitausgleich, wenn sie Betriebsratsarbeit außerhalb ihrer persönlichen Arbeitszeit ausüben.
Besteht ein Anspruch auf Freizeitausgleich, wenn eine Betriebsratssitzung aus Gründen des Betriebsrats selbst am Abend stattfindet?
Nicht allein deshalb. Nach dem dargestellten Text besteht kein Ausgleichsanspruch, wenn die Tätigkeit aus betriebsratsbedingten und nicht aus betrieblichen Gründen außerhalb der Arbeitszeit erfolgt.
Ab welcher Betriebsgröße müssen bestimmte Betriebsratsmitglieder vollständig von ihrer beruflichen Tätigkeit freigestellt werden?
: In Betrieben mit mindestens 200 regelmäßig beschäftigten Arbeitnehmern ist abhängig von der Beschäftigtenzahl eine bestimmte Anzahl von Betriebsratsmitgliedern vollständig freizustellen (§ 38 BetrVG).
Wie werden vollständig freizustellende Betriebsratsmitglieder ausgewählt?
Der Betriebsrat wählt die freizustellenden Mitglieder in geheimer Wahl nach Beratung mit dem Arbeitgeber (§ 38 BetrVG).
Unter welchen Voraussetzungen haben Betriebsratsmitglieder Anspruch auf bezahlte Freistellung für Schulungen?
Sie haben Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn die Schulung Kenntnisse vermittelt, die für die Betriebsratsarbeit erforderlich sind (§ 37 Abs. 6 BetrVG).
Welche Schulungsinhalte gelten als erforderlich für die Arbeit des Betriebsrats?
Grundkenntnisse im Arbeitsrecht und Betriebsverfassungsrecht gelten beispielsweise als erforderlich, weil sie für die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben benötigt werden.
Welche Schulungsveranstaltungen gelten nach dem dargestellten Text nicht als erforderlich für die Betriebsratstätigkeit?
Allgemeine rechts-, gesellschafts- und wirtschaftspolitische sowie staatsbürgerliche und persönlichkeitsbildende Veranstaltungen gelten nicht allein deshalb als erforderliche Schulungen nach § 37 Abs. 6 BetrVG.
Welche Kosten einer erforderlichen Betriebsratsschulung muss der Arbeitgeber übernehmen?
Der Arbeitgeber trägt neben der erforderlichen Freistellung die Kosten für Teilnahmegebühren, Fahrt, Verpflegung und Übernachtung (§ 40 BetrVG).
Wie viel bezahlte Freizeit steht Betriebsratsmitgliedern nach dem dargestellten Text für weitere Schulungsveranstaltungen während ihrer Amtszeit zu?
Jedes Betriebsratsmitglied hat während seiner Amtszeit Anspruch auf bezahlte Freizeit für insgesamt drei Wochen, in der ersten Amtszeit für vier Wochen. Die Veranstaltungen müssen der Betriebsratstätigkeit dienlich und förderlich sein.
Muss der Arbeitgeber bei den zusätzlichen Schulungsveranstaltungen nach dem dargestellten Text auch Teilnahme- und Fahrtkosten übernehmen?
Nein. Bei diesem zusätzlichen Anspruch auf bezahlte Freizeit für drei beziehungsweise vier Wochen muss der Arbeitgeber die weiteren Kosten der Veranstaltung nach dem dargestellten Text nicht übernehmen.
Welche Geheimhaltungspflicht haben Betriebsratsmitglieder nach § 79 BetrVG?
ie müssen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, die ihnen als Betriebsratsmitglied bekannt werden, geheim halten und dürfen sie weder weitergeben noch verwerten, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Geheimhaltungspflicht erfüllt sind.
Gilt die Geheimhaltungspflicht für Betriebsratsmitglieder auch nach dem Ende ihrer Amtszeit?
Ja. Die Geheimhaltungspflicht für entsprechend geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse gilt auch nach dem Ausscheiden aus dem Betriebsrat weiter.
Welche sonstigen Informationen aus der Betriebsratsarbeit dürfen Betriebsratsmitglieder nicht unbefugt weitergeben?
Informationen, deren Weitergabe die Funktionsfähigkeit des Betriebsrats beeinträchtigen würde, beispielsweise vorbereitende Beschlüsse oder vertrauliche persönliche Angelegenheiten von Arbeitnehmern.
Welche Folgen können Pflichtverletzungen eines Betriebsratsmitglieds haben?
: Bei einer groben Verletzung gesetzlicher Pflichten kann das Arbeitsgericht das Mitglied aus dem Betriebsrat ausschließen. Außerdem kann ein Anspruch auf Unterlassung der Pflichtverletzung geltend gemacht werden (§ 23 Abs. 1 BetrVG).
Welchen Kündigungsschutz haben Betriebsratsmitglieder während ihrer Amtszeit?
Eine ordentliche Kündigung ist während der Amtszeit grundsätzlich unzulässig (§ 15 KSchG). Dadurch soll die unabhängige Ausübung des Betriebsratsamtes geschützt werden.
Wie lange gilt der besondere Kündigungsschutz nach dem Ausscheiden aus dem Betriebsrat fort?
Der besondere Schutz vor ordentlichen Kündigungen gilt grundsätzlich noch ein Jahr nach dem Ende der Amtszeit fort.
Ab wann und wie lange genießen Mitglieder des Wahlvorstands und Wahlbewerber besonderen Kündigungsschutz?
Mitglieder des Wahlvorstands genießen den besonderen Schutz ab ihrer Bestellung. Für Wahlbewerber beginnt er mit ihrer Aufstellung. Er gilt grundsätzlich bis sechs Monate nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses (§ 15 Abs. 3 KSchG).
Gibt es Ausnahmen vom Verbot der ordentlichen Kündigung von Betriebsratsmitgliedern?
: Ja. Eine ordentliche Kündigung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise bei einer vollständigen Stilllegung des Betriebs zulässig sein (§ 15 Abs. 4 KSchG).
Warum kann die Arbeitszeitverteilung in einer karitativen Beratungsstelle unter Umständen von der üblichen Mitbestimmung ausgenommen sein?
Wenn die Arbeitszeitverteilung unmittelbar zum karitativen Konzept gehört, beispielsweise eine Telefonbereitschaft rund um die Uhr, kann sie als Teil der Tendenz des Betriebs besonders geschützt sein.
Welche Besonderheiten gelten für Einstellungen und Kündigungen in Tendenzbetrieben?
Die Beteiligungsrechte des Betriebsrats können eingeschränkt sein, wenn die Beschäftigung unmittelbar der Verwirklichung des Tendenzzwecks dient, beispielsweise bei Redakteuren, Musikern oder Wissenschaftlern.
Wer gilt nach § 5 Abs. 1 BetrVG als Arbeitnehmer?
Arbeiter und Angestellte einschließlich der Personen, die zur Berufsausbildung beschäftigt werden.
Für welche Betriebe gilt das Betriebsverfassungsgesetz hinsichtlich des räumlichen Geltungsbereichs?
Das Betriebsverfassungsgesetz gilt grundsätzlich für Betriebe in Deutschland. Für Betriebe deutscher Unternehmen im Ausland gilt es grundsätzlich nicht.
Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für eine Niederlassung eines ausländischen Unternehmens in Deutschland?
Ja. Das Betriebsverfassungsgesetz gilt grundsätzlich auch für Betriebe ausländischer Unternehmen in Deutschland, beispielsweise für eine deutsche Niederlassung eines japanischen Unternehmens.
Wann gilt das Betriebsverfassungsgesetz für Arbeitnehmer, die vorübergehend im Ausland arbeiten?
Es kann weiterhin gelten, wenn der Arbeitnehmer nur vorübergehend im Ausland tätig ist und nicht in die Organisation des ausländischen Betriebs eingegliedert wird.
Was versteht man unter einem Betrieb im Sinne des Betriebsverfassungsrechts?
Ein Betrieb ist eine organisatorische Zusammenfassung personeller und sachlicher Mittel, mit denen ein Arbeitgeber einen arbeitstechnischen Zweck verfolgt, beispielsweise Produktion, Verkauf oder Dienstleistungen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Unternehmen und einem Betrieb?
Ein Unternehmen ist die wirtschaftliche beziehungsweise rechtliche Einheit. Ein Unternehmen kann aus einem einzigen Betrieb oder aus mehreren Betrieben an unterschiedlichen Standorten bestehen.
Können mehrere Betriebe eines Unternehmens durch Tarifvertrag zu einer gemeinsamen betriebsverfassungsrechtlichen Einheit zusammengefasst werden?
Ja. Nach § 3 BetrVG können durch Tarifvertrag abweichende Regelungen zur Betriebsratsstruktur vereinbart werden, beispielsweise ein gemeinsamer Betriebsrat für mehrere Betriebe.
Wann können nicht selbstständige Betriebsteile als eigenständige Betriebe im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes gelten?
Wenn sie räumlich weit vom Hauptbetrieb entfernt oder aufgrund ihres Aufgabenbereichs und ihrer Organisation eigenständig sind (§ 4 BetrVG).
Welche Arbeitnehmer zählen für die Mindestgröße eines Betriebs zur Wahl eines Betriebsrats?
Es zählen regelmäßig beschäftigte, wahlberechtigte Arbeitnehmer. Entscheidend ist die übliche Beschäftigtenzahl und nicht ausschließlich die Zahl der Arbeitnehmer am Wahltag.
Werden Teilzeitkräfte bei der Mindestgröße für die Wahl eines Betriebsrats mitgezählt?
Ja. Vollzeit- und Teilzeitkräfte werden gleichermaßen berücksichtigt, sofern sie die Voraussetzungen als Arbeitnehmer und Wahlberechtigte erfüllen.
Ab welchem Alter sind Arbeitnehmer nach § 7 BetrVG bei einer Betriebsratswahl wahlberechtigt?
Arbeitnehmer sind ab Vollendung des 16. Lebensjahres wahlberechtigt, wenn sie dem Betrieb angehören.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Arbeitnehmer bei einer Betriebsratswahl wahlberechtigt ist?
Der Arbeitnehmer muss dem Betrieb angehören und am Tag der Stimmabgabe mindestens 16 Jahre alt sein (§ 7 BetrVG).
Was bedeutet Betriebszugehörigkeit im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes?
Sie setzt ein Arbeitsverhältnis zum Betriebsinhaber und die tatsächliche Eingliederung des Arbeitnehmers in die Betriebsorganisation voraus.
Sind geringfügig Beschäftigte, befristet Beschäftigte und Aushilfen bei einer Betriebsratswahl wahlberechtigt?
Ja. Entscheidend sind die Betriebszugehörigkeit und die gesetzlichen Voraussetzungen der Wahlberechtigung, nicht die Art oder Dauer des Arbeitsvertrags.
Sind Arbeitnehmer während der Elternzeit oder des Mutterschutzes bei einer Betriebsratswahl wahlberechtigt?
Ja. Auch bei ruhenden Arbeitsverhältnissen bleibt die Wahlberechtigung grundsätzlich bestehen, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Voraussetzungen gelten für die Wählbarkeit eines Arbeitnehmers zum Betriebsrat?
Nach § 8 BetrVG muss der Arbeitnehmer das 18. Lebensjahr vollendet haben und grundsätzlich seit mindestens sechs Monaten dem Betrieb angehören. Zeiten der Zugehörigkeit zu einem anderen Betrieb desselben Unternehmens können angerechnet werden.
Können Leiharbeitnehmer bei einer Betriebsratswahl im Entleihbetrieb wählen?
Ja. Nach dem dargestellten Text sind Leiharbeitnehmer im Entleihbetrieb wahlberechtigt, wenn sie dort länger als drei Monate eingesetzt werden.
Können Leiharbeitnehmer in den Betriebsrat des Entleihbetriebs gewählt werden?
Nein. Nach § 14 Abs. 2 AÜG sind Leiharbeitnehmer im Entleihbetrieb nicht wählbar.
Welche Betriebe fallen grundsätzlich nicht unter das Betriebsverfassungsgesetz?
Betriebe und Verwaltungen der öffentlichen Hand sowie Religionsgemeinschaften und bestimmte karitative, erzieherische oder weltanschaulich geprägte Einrichtungen sind vom Anwendungsbereich ausgenommen.
Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für Behörden des Bundes, der Länder und der Gemeinden?
Nein. Für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gelten stattdessen das Bundespersonalvertretungsgesetz und die Personalvertretungsgesetze der Länder.
Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für ein kommunales Verkehrsunternehmen in der Rechtsform einer GmbH?
Grundsätzlich ja. Betreibt die öffentliche Hand das Unternehmen in einer privatrechtlichen Rechtsform wie einer GmbH oder AG, gilt das BetrVG grundsätzlich auch bei öffentlicher Beteiligung.
Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für Kirchen und ihre karitativen Einrichtungen?
Nein. Religionsgemeinschaften und ihre karitativen oder erzieherischen Einrichtungen sind nach den im Text dargestellten Regelungen vom BetrVG ausgenommen, beispielsweise konfessionelle Krankenhäuser, Caritas und Diakonie.
Welche Interessenvertretungen bestehen in den großen christlichen Kirchen anstelle eines Betriebsrats?
Das BetrVG gilt nur insoweit, wie die Anwendung der Beteiligungsrechte mit der besonderen Zielsetzung des Betriebs vereinbar ist.
Warum sind die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats in Tendenzbetrieben eingeschränkt?
Die besonderen Ziele des Betriebs, beispielsweise Glaubensfreiheit, Pressefreiheit, Wissenschaftsfreiheit oder Kunstfreiheit, sollen nicht durch betriebliche Beteiligungsrechte beeinträchtigt werden.
Was versteht man unter Unternehmensmitbestimmung?
Unternehmensmitbestimmung bedeutet, dass Arbeitnehmer neben den Anteilseignern an Entscheidungen auf Unternehmensebene beteiligt werden, insbesondere durch ihre Vertretung im Aufsichtsrat.
Welche Bedeutung hatte das Montan-Mitbestimmungsgesetz von 1951 für die Unternehmensmitbestimmung?
Das Montan-Mitbestimmungsgesetz von 1951 sicherte die paritätische Besetzung von Aufsichtsräten durch Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer in bestimmten Unternehmen gesetzlich ab.
Welche Unternehmen können unter das Montan-Mitbestimmungsgesetz fallen?
Unternehmen des Kohle- und Erzbergbaus oder der Eisen- und Stahlerzeugung, die in einer gesetzlich vorgesehenen Rechtsform betrieben werden und regelmäßig mehr als 1.000 Arbeitnehmer beschäftigen.
Wie ist der Aufsichtsrat nach dem Montan-Mitbestimmungsgesetz zusammengesetzt?
Der Aufsichtsrat besteht aus elf Mitgliedern. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sind paritätisch vertreten. Auf das elfte Mitglied müssen sich beide Seiten einigen.
Wer entscheidet, wenn sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite nicht auf das elfte Aufsichtsratsmitglied nach dem Montan-Mitbestimmungsgesetz einigen?
Wenn keine Einigung zustande kommt, entscheidet nach § 8 Montan-Mitbestimmungsgesetz die Gesellschafterversammlung.
Welche Funktion hat das Montan-Mitbestimmungsergänzungsgesetz?
: Es enthält eine weitgehend entsprechende Mitbestimmungsregelung für bestimmte Holdinggesellschaften, deren Gesamtkonzern durch Unternehmen aus dem Bereich der Montan-Mitbestimmung geprägt ist.
: Für welche Unternehmen gilt nach dem dargestellten Text das Mitbestimmungsgesetz von 1976?
Für bestimmte Unternehmen außerhalb der Montanindustrie, die eine gesetzlich vorgesehene Rechtsform besitzen und regelmäßig mehr als 2.000 Arbeitnehmer beschäftigen.
Welche Rechtsformen werden im dargestellten Text für die Anwendung des Mitbestimmungsgesetzes genannt?
: Aktiengesellschaft (AG), Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), bergrechtliche Gewerkschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit sowie Erwerbs- oder Wirtschaftsgenossenschaft.
: Wie ist der Aufsichtsrat nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976 grundsätzlich zusammengesetzt?
Der Aufsichtsrat ist je zur Hälfte mit Vertretern der Kapitaleignerseite und der Arbeitnehmerseite besetzt.
Welche besondere Stimmregel gilt nach § 29 Abs. 2 MitbestG bei Stimmengleichheit im Aufsichtsrat?
Bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, nachdem zuvor Stimmengleichheit bestand, hat der Aufsichtsratsvorsitzende zwei Stimmen.
Wie wird der Aufsichtsratsvorsitzende nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählt, wenn im ersten Wahlgang keine Zweidrittelmehrheit erreicht wird?
Wird im ersten Wahlgang keine Zweidrittelmehrheit erreicht, bestimmen im zweiten Wahlgang allein die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitgeberseite den Vorsitzenden.
Für welche Unternehmen ist das Drittelbeteiligungsgesetz grundsätzlich relevant?
Es betrifft bestimmte Unternehmen mit regelmäßig mehr als 500 und höchstens 2.000 Arbeitnehmern sowie weitere gesetzlich geregelte Sonderfälle.
Welche Unternehmen werden im dargestellten Text als Beispiele für die Anwendung des Drittelbeteiligungsgesetzes genannt?
Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, GmbHs, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit mit Aufsichtsrat und Genossenschaften, sofern die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie ist die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat nach dem Drittelbeteiligungsgesetz grundsätzlich geregelt?
: Ein Drittel der Mitglieder des Aufsichtsrats wird von Arbeitnehmervertretern gestellt; die übrigen zwei Drittel vertreten die Anteilseignerseite.
Was ist der Unterschied zwischen Unternehmensmitbestimmung und betrieblicher Mitbestimmung?
Unternehmensmitbestimmung betrifft die Beteiligung der Arbeitnehmer an Entscheidungen auf Unternehmensebene, insbesondere im Aufsichtsrat. Betriebliche Mitbestimmung regelt die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Belegschaft im einzelnen Betrieb.
Welches historische Gesetz gilt als wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung der betrieblichen Mitwirkungsrechte?
: Die Reichsgewerbeordnung von 1891 gilt als wichtiger Ausgangspunkt. Sie sah vor, dass Arbeiter beziehungsweise Arbeitsausschüsse bei der Einführung von Arbeitsordnungen Gelegenheit zur Äußerung erhielten.
Welches Ziel verfolgt das Betriebsverfassungsrecht?
Das Betriebsverfassungsrecht soll die Persönlichkeit, Würde und Gesundheit der Arbeitnehmer schützen und ihnen Einfluss auf betriebliche Angelegenheiten ermöglichen.
Warum greift die betriebliche Mitbestimmung in die Leitungsbefugnisse des Arbeitgebers ein?
Die Mitbestimmung begrenzt die alleinige Entscheidungsfreiheit des Arbeitgebers in bestimmten betrieblichen Angelegenheiten, damit die Interessen und Rechte der Arbeitnehmer berücksichtigt werden
Welche unternehmerischen Entscheidungen bleiben nach dem dargestellten Text grundsätzlich weitgehend Sache des Arbeitgebers?
: Der Arbeitgeber kann grundsätzlich weitgehend selbst entscheiden, was produziert wird, ob der Betrieb vergrößert wird und ob Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Welche gesetzliche Grundlage verpflichtet Arbeitgeber und Betriebsrat zur vertrauensvollen Zusammenarbeit?
§ 2 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) verpflichtet Arbeitgeber und Betriebsrat, vertrauensvoll zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammenzuarbeiten.
der Betriebsrat ein Organ der Gewerkschaft?
Nein. Der Betriebsrat ist kein Organ der Gewerkschaft und soll nicht einseitig deren Interessen vertreten. Er vertritt die Interessen der Belegschaft im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben.
: Gilt das Betriebsverfassungsgesetz für Betriebe und Verwaltungen der öffentlichen Hand?
t: Nein. Für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gelten entsprechende Regelungen des Bundespersonalvertretungsgesetzes und der Personalvertretungsgesetze der Bundesländer.
Welche konkreten Pflichten ergeben sich aus dem Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat?
Beide Seiten sollen die Interessen der jeweils anderen Seite berücksichtigen, ernsthaft verhandeln und nach Lösungen für Meinungsverschiedenheiten suchen. Der Arbeitgeber muss Vorschläge des Betriebsrats ernsthaft prüfen.
Wie häufig sollen Arbeitgeber und Betriebsrat nach § 74 BetrVG zu einer Besprechung zusammentreten?
Arbeitgeber und Betriebsrat sollen mindestens einmal im Monat zu einer Besprechung zusammentreten.
Wie müssen Arbeitgeber und Betriebsrat nach § 74 BetrVG mit strittigen Fragen umgehen?
Sie müssen mit dem ernsthaften Willen zur Einigung verhandeln und beide Vorschläge machen, um Meinungsverschiedenheiten beizulegen.
Darf ein Betriebsrat selbst einen betrieblichen Streik ausrufen?
: Nein. Der Betriebsrat darf keinen betrieblichen Streik ausrufen. Ein Betriebsratsmitglied darf sich jedoch an einem von einer Gewerkschaft organisierten Streik beteiligen, ohne dabei sein Betriebsratsamt für Streikzwecke auszunutzen.
Welche Einschränkung gilt für Arbeitgeber und Betriebsrat bei parteipolitischer Betätigung im Betrieb?
Arbeitgeber und Betriebsrat müssen jede parteipolitische Betätigung im Betrieb unterlassen. Beispielsweise dürfen sie dort keine parteipolitischen Flugblätter verteilen.
Welche Informationspflicht hat der Arbeitgeber gegenüber dem Betriebsrat nach § 80 Abs. 2 BetrVG?
Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat rechtzeitig und umfassend über die für seine Aufgaben erforderlichen Angelegenheiten informieren. Gegebenenfalls muss er sachkundige Arbeitnehmer als Auskunftspersonen zur Verfügung stellen.
Was ist die Einigungsstelle nach § 76 BetrVG?
: Die Einigungsstelle ist ein Gremium, das bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat eingesetzt werden kann, um eine Lösung zu erreichen.
Wie ist die Einigungsstelle nach § 76 BetrVG zusammengesetzt?
Sie besteht aus einer gleichen Anzahl von Beisitzern des Arbeitgebers und des Betriebsrats sowie einem unparteiischen Vorsitzenden.
Wer bestimmt den Vorsitzenden der Einigungsstelle, wenn Arbeitgeber und Betriebsrat sich nicht einigen können?
Können sich Arbeitgeber und Betriebsrat nicht auf den Vorsitzenden einigen, bestellt ihn das Arbeitsgericht.
Wann wird eine Einigungsstelle nach § 76 BetrVG gebildet?
Die Einigungsstelle wird bei Bedarf gebildet. Durch eine Betriebsvereinbarung kann auch eine ständige Einigungsstelle eingerichtet werden.
: Wann kann eine Seite allein die Einigungsstelle anrufen?
Wenn eine gesetzlich vorgesehene echte Mitbestimmung besteht und der Spruch der Einigungsstelle die fehlende Einigung ersetzen kann, reicht grundsätzlich der Antrag einer Seite aus.
Wann ist die Einschaltung der Einigungsstelle freiwillig?
Wenn das Gesetz nicht vorsieht, dass der Spruch der Einigungsstelle die Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat ersetzt, müssen beide Seiten mit dem Tätigwerden einverstanden sein oder es beantragen.
Wann ist die Entscheidung einer freiwillig angerufenen Einigungsstelle bindend?
Bei einer freiwilligen Einigungsstelle ist die Entscheidung nur dann bindend, wenn beide Seiten sie annehmen.
elche Wirkung hat der Spruch der Einigungsstelle bei bestehender Zuständigkeit zur Zwangsschlichtung?
Der Spruch ersetzt die fehlende Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat und hat die Wirkung einer Betriebsvereinbarung.
Wer trägt die Kosten der Einigungsstelle nach § 76a Abs. 1 BetrVG?
Der Arbeitgeber trägt die Kosten der Einigungsstelle.
Welche Vergütung erhalten betriebsangehörige Beisitzer der Einigungsstelle?
Sie erhalten keine zusätzliche Vergütung für ihre Tätigkeit. Sie haben aber Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls beziehungsweise auf Freizeitausgleich.
Wer hat Anspruch auf Vergütung für die Tätigkeit in der Einigungsstelle?
Der Vorsitzende und die Beisitzer, die nicht dem Betrieb angehören, haben Anspruch auf Vergütung ihrer Tätigkeit.
Innerhalb welcher Frist kann der Spruch der Einigungsstelle nach dem dargestellten Text arbeitsgerichtlich überprüft werden?
Die arbeitsgerichtliche Überprüfung muss innerhalb einer Frist von zwei Wochen beantragt werden.
Welche Grundsätze müssen Arbeitgeber und Betriebsrat nach § 75 BetrVG bei der Behandlung der Beschäftigten beachten?
Sie müssen darüber wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden.
Bleibt eine rechtswidrige Arbeitgebermaßnahme rechtswidrig, wenn der Betriebsrat ihr zustimmt?
Ja. Eine Maßnahme, die gegen die Grundsätze von Recht und Billigkeit verstößt, bleibt rechtswidrig, auch wenn der Betriebsrat ihr zugestimmt hat.
Welche Bedeutung hat der Schutz des Persönlichkeitsrechts im Betriebsverfassungsrecht?
Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer müssen gewahrt werden. Unzulässige Überwachungsmaßnahmen, beispielsweise durch Tonbandaufnahmen, können das Persönlichkeitsrecht verletzen.
Welche Pflicht haben Arbeitgeber und Betriebsrat nach § 75 Abs. 2 Satz 2 BetrVG hinsichtlich der Selbstständigkeit der Arbeitnehmer?
: Sie müssen die Selbstständigkeit und Eigeninitiative der Arbeitnehmer fördern.
Was bedeutet der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz im Betrieb?
: Arbeitnehmer müssen grundsätzlich gleich behandelt werden. Eine Ungleichbehandlung ist zulässig, wenn dafür ein sachlicher Grund besteht
Wann kann eine unterschiedliche Vergütung von Arbeitnehmern sachlich gerechtfertigt sein?
Eine unterschiedliche Vergütung kann gerechtfertigt sein, wenn ein sachlicher Grund vorliegt, beispielsweise wenn eine dringend benötigte Fachkraft neu eingestellt wird und deshalb eine höhere Vergütung erhält.
Welche Benachteiligungen sind nach den im Text dargestellten Grundsätzen des § 75 BetrVG unzulässig?
Arbeitnehmer dürfen insbesondere nicht wegen ihrer Abstammung, Religion, Nationalität, Herkunft, politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Einstellung, ihres Geschlechts oder Alters benachteiligt werden.
Welche Ziele sollen Arbeitgeber und Betriebsrat nach § 80 Abs. 1 BetrVG im Hinblick auf Familie und Integration fördern?
Sie sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Integration ausländischer Mitarbeiter fördern.
Wann gilt eine Gewerkschaft als im Betrieb vertreten?
Eine Gewerkschaft gilt als im Betrieb vertreten, wenn ihr mindestens ein Arbeitnehmer des Betriebs angehört.
Welches Zugangsrecht haben Gewerkschaftsbeauftragte nach § 2 Abs. 2 BetrVG?
Beauftragten einer im Betrieb vertretenen Gewerkschaft muss der Zugang zum Betrieb ermöglicht werden, damit sie die gesetzlichen Aufgaben und Befugnisse der Gewerkschaft wahrnehmen können.
Darf ein Gewerkschaftsbeauftragter den Betrieb betreten, um die erstmalige Betriebsratswahl zu organisieren?
Ja. Der Gewerkschaftsbeauftragte kann den Betrieb im Rahmen der gesetzlichen Befugnisse betreten, um beispielsweise die erstmalige Betriebsratswahl zu organisieren.
Gewährt das Betriebsverfassungsgesetz Gewerkschaftsbeauftragten ein allgemeines Zugangsrecht zur Mitgliederwerbung?
Nach dem dargestellten Text sieht das BetrVG kein Zugangsrecht allein zum Zweck der Werbung, Information und Betreuung der Mitglieder vor.
Welche Voraussetzungen gelten für den Besuch eines Gewerkschaftsbeauftragten im Betrieb?
Dem Arbeitgeber müssen Zeitpunkt und Zweck des Besuchs mitgeteilt werden. Außerdem muss sichergestellt sein, dass der Arbeitsablauf durch den Besuch nicht gestört wird.
Welche Rechte haben im Betrieb vertretene Gewerkschaften bei Betriebsratswahlen?
Sie können bei der Vorbereitung und Durchführung der Betriebsratswahlen mitwirken.
Unter welcher Voraussetzung darf ein Gewerkschaftsbeauftragter beratend an einer Betriebsratssitzung teilnehmen?
Auf Antrag eines Viertels der Betriebsratsmitglieder darf ein Beauftragter einer im Betrieb vertretenen Gewerkschaft beratend an der Sitzung teilnehmen (§ 31 BetrVG).
Welche Beteiligungsmöglichkeit haben Gewerkschaftsbeauftragte bei Betriebsversammlungen?
Beauftragte einer im Betrieb vertretenen Gewerkschaft dürfen beratend an Betriebsversammlungen teilnehmen.
Was kann eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft tun, wenn der Betriebsrat keine Betriebsversammlung durchführt?
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann die Gewerkschaft die Durchführung einer Betriebsversammlung erzwingen (§ 43 Abs. 4 BetrVG).
Welche rechtliche Möglichkeit hat eine Gewerkschaft bei groben Verstößen gegen das Betriebsverfassungsgesetz?
Eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen gerichtlich gegen den Arbeitgeber oder ein Betriebsratsmitglied vorgehen (§ 23 BetrVG).
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit in einem Betrieb ein Betriebsrat gewählt werden kann?
In einem inländischen Betrieb eines privatrechtlichen Rechtsträgers müssen in der Regel mindestens fünf ständig beschäftigte, wahlberechtigte Arbeitnehmer tätig sein, von denen mindestens drei wählbar sind (§§ 1, 130 BetrVG).
Können Arbeitnehmer in einem kleinen privaten Pflegedienst einen Betriebsrat wählen?
Grundsätzlich können die betriebsverfassungsrechtlichen Rechte, die einen Betriebsrat voraussetzen, ohne bestehenden Betriebsrat nicht wahrgenommen werden. Ein Betriebsrat kann jedoch gewählt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Unterscheiden sich die Regelungen des TVöD Bund und des TVöD-VKA?
Ja. Die Regelungen unterscheiden sich teilweise, beispielsweise hinsichtlich der Tarifgebiete Ost und West beim TVöD-VKA.
Welche Tarifregelung gilt grundsätzlich für die Beschäftigten der Bundesländer?
er Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).
Seit wann gilt der TV-L?
: Seit Oktober 2006.
: In welcher Organisation sind die meisten deutschen Länder als Arbeitgeber zusammengeschlossen?
In der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Berlin und Hessen bilden Ausnahmen.
Welche Besonderheit besteht beim TV-L hinsichtlich der Tarifgebiete?
Auch beim TV-L wird zwischen den Tarifgebieten Ost und West unterschieden
Welche wesentlichen Ziele verfolgte die Einführung des TVöD?
Einheitliches Tarifrecht, flexible Arbeitszeitregelungen und ein leistungs- und erfahrungsorientiertes Entgeltsystem.
Für welche Beschäftigtengruppen sollte das Tarifrecht im öffentlichen Dienst vereinheitlicht werden?
Für Angestellte, Arbeiter und Pflegebeschäftigte.
Welche Entgeltbestandteile aus dem früheren Tarifrecht entfielen mit der Reform?
Bisherige lebensalters- und familienbezogene Entgeltbestandteile, beispielsweise Kinder- und Ehegattenanteile.
Welche Entgelttabelle ersetzte die bisherigen Lohn- und Vergütungstabellen im TVöD?
: Eine einheitliche Grundentgelttabelle.
e: Wie viele Entgeltgruppen umfasst die Grundentgelttabelle des TVöD laut Lerntext?
15 Entgeltgruppen, von E 1 bis E 15Ü.
Wie viele Stufen umfassen die Entgeltgruppen im TVöD laut Lerntext?
: Je nach Entgeltgruppe fünf oder sechs Stufen. Die Entgeltgruppen E 2 bis E 15 umfassen sechs Stufen.
Wovon hängt das tarifliche Entgelt im öffentlichen Dienst ab?
Von der Entgeltgruppe und der jeweiligen Stufe.
Wodurch wird die Eingruppierung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst bestimmt?
Durch die auszuübende Tätigkeit und die dafür geltenden tariflichen Tätigkeitsmerkmale.
Warum wurde die Eingruppierung im öffentlichen Dienst reformiert?
Das frühere Tarifrecht enthielt rund 17.000 Eingruppierungsmerkmale. Die Reform sollte die Eingruppierung vereinfachen.
Wovon hängt der Aufstieg in den Entgeltstufen grundsätzlich ab?
Von der Berufserfahrung und der individuellen Leistung, nicht vom Lebensalter.
Wie entwickelt sich das Entgelt innerhalb einer Entgeltgruppe?
Beschäftigte steigen im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung nach bestimmten Stufenlaufzeiten in höhere Stufen auf.
Welche Stufenlaufzeiten nennt der Lerntext für das dargestellte Stufenmodell?
Nach einem Jahr in Stufe 1 folgt Stufe 2, nach zwei Jahren in Stufe 2 Stufe 3, danach jeweils nach drei, vier und fünf Jahren die Stufen 4, 5 und 6.
Was kann bei erheblich überdurchschnittlichen Leistungen mit der Stufenlaufzeit geschehen?
Die erforderliche Zeit bis zum Aufstieg in die nächste Stufe kann verkürzt werden.
Was kann bei erheblich unterdurchschnittlichen Leistungen mit der Stufenlaufzeit geschehen?
Die erforderliche Zeit bis zum Aufstieg in die nächste Stufe kann verlängert werden.
Welche Pflicht haben Arbeitgeber im TVöD hinsichtlich der Leistung ihrer Beschäftigten t?
Sie müssen die Leistung jährlich überprüfen.
Welche Form der Bezahlung sieht der TVöD zusätzlich zum monatlichen Grundentgelt vor?
t: Eine variable leistungsorientierte Bezahlung.
Wie wird die konkrete Ausgestaltung der leistungsorientierten Bezahlung geregelt?
Sie wird im tarifvertraglichen Rahmen durch Dienst- oder Betriebsvereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretungen konkretisiert.
Was ist eine Stufenlaufzeit?
Die tariflich festgelegte Zeit, die Beschäftigte grundsätzlich in einer Entgeltstufe verbringen, bevor sie in die nächste Stufe aufsteigen können.
Welche Qualifikation ist typischerweise den Entgeltgruppen 1 bis 4 zugeordnet?
Tätigkeiten, die keine oder eine weniger als dreijährige Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf voraussetzen.
Welche Qualifikation ist typischerweise den Entgeltgruppen 5 bis 8 zugeordnet?
Tätigkeiten, die eine abgeschlossene Ausbildung in einem nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannten Ausbildungsberuf voraussetzen.
Welche Qualifikation ist typischerweise den Entgeltgruppen 9 bis 12 zugeordnet?
Tätigkeiten, die einen Fachhochschul- oder Bachelorabschluss voraussetze
Welche Qualifikation ist typischerweise den Entgeltgruppen 13 bis 15 zugeordnet?
Tätigkeiten, die einen wissenschaftlichen Hochschulabschluss oder einen Masterabschluss voraussetzen.
Bedeutet eine höhere berufliche Qualifikation automatisch eine bestimmte Entgeltgruppe?
Nicht allein. Entscheidend sind die tariflichen Tätigkeitsmerkmale der auszuübenden Tätigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Entgeltgruppe und Entgeltstufe?
Die Entgeltgruppe richtet sich nach der tariflichen Bewertung der Tätigkeit. Die Stufe berücksichtigt insbesondere Berufserfahrung und gegebenenfalls Leistung.
Was bedeutet Eingruppierung im öffentlichen Dienst?
Die Zuordnung einer beschäftigten Person zu einer tariflichen Entgeltgruppe entsprechend der auszuübenden Tätigkeit.
Was bedeutet Höhergruppierung?
Die Zuordnung zu einer höheren Entgeltgruppe, wenn die tariflichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind.
Wie wurden Beschäftigte aus dem alten Tarifrecht in den TVöD überführt?
Durch einen Überleitungstarifvertrag (TVÜ) und Übergangs- beziehungsweise Besitzstandsregelungen.
Was bezwecken Besitzstandsregelungen bei einer Tarifreform?
Sie sollen bestimmte bereits erworbene Rechte oder Ansprüche beim Übergang in das neue Tarifrecht sichern.
Welche Voraussetzungen nennt der Lerntext für den besonderen tariflichen Kündigungsschutz nach früheren BAT-Regelungen?
Beschäftigte müssen das 40. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 15 Jahre bei einem Arbeitgeber im Geltungsbereich des TVöD beschäftigt sein.
Gilt der im Lerntext beschriebene besondere tarifliche Kündigungsschutz auch in den neuen Bundesländern?
Laut Lerntext gilt dieser besondere Kündigungsschutz dort nicht.
Ist eine außerordentliche Kündigung trotz besonderen tariflichen Kündigungsschutzes möglich?
Ja, eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund ist möglich.
Gelten die Regelungen des TVöD für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes?
Nein. Einige Beschäftigtengruppen sind ausgenommen, für die besondere Regelungen gelten.
Welche Beispiele für Beschäftigtengruppen oder Bereiche nennt der Lerntext, für die besondere Regelungen gelten?
Ärzte sowie Beschäftigte in den Bereichen Sparkassen, Flughäfen und Entsorgung.
Wird der TVöD auch außerhalb des unmittelbaren öffentlichen Dienstes angewendet?
Ja. Andere Arbeitgeber, beispielsweise gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege, wenden ihn ebenfalls an oder orientieren sich daran.
Warum kann der BAT bei Beschäftigten außerhalb des unmittelbaren öffentlichen Dienstes weiterhin relevant sein?
Laut Lerntext sind viele Arbeitsverträge nicht mit einer Anpassungsklausel versehen, sodass der BAT für diese Beschäftigten weiterhin Gültigkeit haben kann.
Können Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes eigene Tarifverträge abschließen, wenn der TVöD nicht unmittelbar gilt?
Ja. Sie können eigenständige Tarifverträge mit ver.di abschließen.
e: Welche Besonderheit haben Religionsgemeinschaften als Arbeitgeber im deutschen Arbeitsrecht?
: Sie nehmen eine Sonderstellung ein, insbesondere bei der betrieblichen Mitbestimmung und im Tarifrecht.
Welche beiden Grundrechte stehen im kirchlichen Tarifrecht in einem Spannungsverhältnis?
Die Koalitionsfreiheit und die Glaubensfreiheit.
Was schützt die Koalitionsfreiheit im Zusammenhang mit dem Tarifrecht?
Sie schützt die Bildung und Betätigung von Vereinigungen zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen, insbesondere Gewerkschaften.
Welche Bedeutung hat die Glaubensfreiheit für kirchliche Arbeitgeber?
Sie schützt die religiöse Selbstbestimmung der Kirchen und bildet eine Grundlage ihrer besonderen Stellung als Arbeitgeber.
Welches Grundrecht hat im kirchlichen Tarifrecht grundsätzlich Vorrang: Koalitionsfreiheit oder Glaubensfreiheit?
Keines der beiden Grundrechte hat grundsätzlich Vorrang. Sie müssen im jeweiligen Zusammenhang miteinander abgewogen werden.
Welche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Zutritt von Gewerkschaften zu kirchlichen Einrichtungen gibt es?
Gewerkschaften können den Zutritt zu kirchlichen Einrichtungen nicht erzwingen.
Warum ist es für Gewerkschaften schwierig, in kirchlichen Einrichtungen Tarifverträge zu erzwingen?
Wegen der besonderen Stellung der Kirchen und der eingeschränkten Möglichkeiten gewerkschaftlicher Betätigung, wie sie der Lerntext beschreibt.
Welche Auffassung zum Streikrecht kirchlicher Beschäftigter gibt es?
Teilweise wird vertreten, dass kirchliche Mitarbeiter nicht streiken dürfen.
Wie regeln kirchliche Einrichtungen die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten häufig?
Durch tarifvertragsähnliche Regelungen, die in Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmern erlassen werden und sich am BAT beziehungsweise TVöD orientieren.
Was bedeutet AVR im Zusammenhang mit kirchlichen Einrichtungen?
Arbeitsvertragsrichtlinien, beispielsweise die Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes.
An welchen Tarifwerken orientieren sich kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien häufig?
Am früheren Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) beziehungsweise am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).
Was ist der TVöD?
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) umfasst mehrere Tarifverträge für Beschäftigte des Bundes und der kommunalen Arbeitgeber.
Wann trat der TVöD in Kraft?
Am 01.10.2005.
Welche Tarifverträge löste der TVöD ab?
Den Bundesangestelltentarifvertrag (BAT bzw. BAT-O) für Angestellte und den Manteltarifvertrag für Arbeiter (MTArb bzw. MTArb-O).
Wer sind die Tarifvertragsparteien des TVöD auf Arbeitgeberseite?
Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium des Innern, und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).
Welche Gewerkschaft ist Tarifvertragspartei des TVöD auf Arbeitnehmerseite?
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Für welche Beschäftigten gilt der TVöD unmittelbar?
Für Beschäftigte des Bundes und für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber, die dem Dachverband VKA angehören.
: Was ist der Unterschied zwischen TVöD Bund und TVöD-VKA?
Der TVöD Bund gilt für Beschäftigte des Bundes, der TVöD-VKA für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber im Geltungsbereich der VKA.
Welche Beschäftigtengruppen können innerhalb einer Dienststelle eigene Gruppen bilden?
Beamte, Angestellte und Arbeiter. Ihre Vertreter im Personalrat werden grundsätzlich in getrennten Wahlen gewählt.
Nach welchen Grundsätzen arbeiten Personalrat und Dienststelle zusammen?
Sie sollen vertrauensvoll zum Wohl der Beschäftigten und zur Erfüllung der Aufgaben der Dienststelle zusammenarbeiten.
Welche Rechte haben Gewerkschaften im Bereich des Personalvertretungsrechts ?
Sie haben beispielsweise ein Zugangsrecht zu Dienststellen, dürfen Wahlvorschläge einbringen, an Personalratssitzungen und Personalversammlungen teilnehmen und unter bestimmten Voraussetzungen Personalversammlungen einberufen.
Wer ist zur Wahl des Personalrats wahlberechtigt?
Grundsätzlich alle volljährigen Beschäftigten der Dienststelle.
: Welche Voraussetzungen müssen Beschäftigte laut Text grundsätzlich erfüllen, um in den Personalrat gewählt werden zu können?
Sie müssen seit einem Jahr im öffentlichen Dienst tätig sein und seit mindestens einem halben Jahr dem Geschäftsbereich ihrer obersten Dienstbehörde angehören.
Wer dar nicht in den Personalrat seiner Dienststelle gewählt werden?
Unter anderem der Dienststellenleiter und seine Vertreter sowie Beschäftigte, die zu selbstständigen Entscheidungen in Personalangelegenheiten der Dienststelle befugt sind.
Was geschieht, wenn in einer Dienststelle kein Personalrat besteht?
Der Dienststellenleiter muss eine Personalversammlung einberufen, in der ein Wahlvorstand gewählt wird.
Wie lange dauert die Amtszeit des Personalrats?
Vier Jahre.
Welche rechtliche Stellung haben Personalratsmitglieder?
Sie üben ihr Amt als Ehrenamt aus. Sie dürfen in ihrem beruflichen Werdegang nicht beeinträchtigt werden und können unter bestimmten Voraussetzungen für ihre Personalratstätigkeit freigestellt werden.
Wann ist laut Text eine vollständige Freistellung eines Personalratsmitglieds möglich?
Bei einer Dienststelle mit mehr als 200 Beschäftigten kann ein Personalratsmitglied vollständig freigestellt werden.
Was sind die Beteiligungsrechte des Personalrats?
Die Beteiligungsrechte umfassen insbesondere die Mitbestimmung und die Mitwirkung bei bestimmten personellen, sozialen und organisatorischen Angelegenheiten der Dienststelle.
Bei welchen personellen Angelegenheiten hat der Personalrat laut Text ein Mitbestimmungsrecht?
Beispielsweise bei Einstellungen, Übertragung anderer Tätigkeiten, Eingruppierungen, Beförderungen, bestimmten Versetzungen, Umsetzungen und längeren Abordnungen.
Bei welchen sozialen Angelegenheiten hat der Personalrat ein Mitbestimmungsrecht?
Beispielsweise bei der Zuweisung von Dienstwohnungen, der zeitlichen Lage des Urlaubs und der Verteilung der täglichen Arbeitszeit.
Welche weiteren Angelegenheiten können der Mitbestimmung des Personalrats unterliegen?
Beispielsweise allgemeine Fragen der Fortbildung und die Einführung neuer Arbeitsmethoden.
ei welchen Angelegenheiten hat der Personalrat laut Text ein Mitwirkungsrecht?
Beispielsweise bei der Auflösung oder Verlegung von Dienststellen, der Einleitung förmlicher Disziplinarverfahren gegen Beamte sowie bestimmten Entlassungen und ordentlichen Kündigungen
Was ist der Unterschied zwischen Mitbestimmung und Mitwirkung des Personalrats?
Bei der Mitbestimmung ist grundsätzlich die Zustimmung des Personalrats erforderlich. Bei der Mitwirkung wird die Angelegenheit rechtzeitig und eingehend mit dem Ziel einer Verständigung erörtert; eine Zustimmung ist grundsätzlich nicht erforderlich.
Was gilt bei mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen, wenn der Personalrat nicht zustimmt?
Der Dienststellenleiter kann die Angelegenheit der vorgesetzten Behörde vorlegen. Kommt auch dort keine Einigung zustande, entscheidet grundsätzlich die Einigungsstelle.
Wer entscheidet bei fehlender Einigung in bestimmten Mitbestimmungsangelegenheiten von Beamten?
Bei Angelegenheiten von Beamten entscheidet laut Text die oberste Dienststelle selbst.
: Was versteht man unter dem Initiativrecht des Personalrats?
Der Personalrat kann in sozialen Angelegenheiten eigene Vorschläge oder Maßnahmen anregen und damit ein Verfahren zur Regelung einer Angelegenheit anstoßen.
ann kann der Personalrat einer betriebsbedingten Kündigung widersprechen?
Beispielsweise wenn soziale Gesichtspunkte nicht ausreichend berücksichtigt wurden oder eine anderweitige Beschäftigung möglich wäre, gegebenenfalls auch in einer anderen Dienststelle.
Welche Funktion hat die Einigungsstelle im Personalvertretungsrecht?
Sie entscheidet bei bestimmten mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten, wenn sich Personalrat und Dienststelle beziehungsweise die zuständigen Stellen nicht einigen können.
Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen Personalrat und Betriebsrat?
Beide vertreten die Interessen der Beschäftigten, arbeiten mit der jeweiligen Leitung zusammen und haben Beteiligungsrechte bei personellen, sozialen und organisatorischen Angelegenheiten.
as ist der wesentliche Unterschied bei der Konfliktlösung zwischen Personalrat und Betriebsrat?
Im Personalvertretungsrecht kann eine übergeordnete Behörde als Kontrollinstanz eingeschaltet werden. Bei bestimmten Streitigkeiten entscheidet anschließend die Einigungsstelle; in Angelegenheiten von Beamten entscheidet laut Text die oberste Dienststelle selbst.
Warum gilt das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) nicht für Verwaltungen und Betriebe des öffentlichen Dienstes?
Der öffentliche Dienst dient nicht in erster Linie der Gewinnerzielung, sondern erfüllt staatliche Aufgaben und vollzieht Gesetze. Deshalb gelten besondere Regelungen des Personalvertretungsrechts.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebsverfassungsrecht und Personalvertretungsrecht?
Das Betriebsverfassungsrecht gilt grundsätzlich für privatrechtlich organisierte Betriebe. Das Personalvertretungsrecht gilt für Verwaltungen und Betriebe des öffentlichen Dienstes.
Welche Gründe sprechen für ein eigenes Personalvertretungsrecht?
Der öffentliche Dienst erfüllt staatliche Aufgaben statt Gewinn zu erzielen. Außerdem kontrollieren übergeordnete Behörden und Parlamente die Ausführung staatlicher Aufgaben.
In welchem Gesetz ist das Personalvertretungsrecht des Bundes geregelt?
Im Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG).
Für welche Einrichtungen gilt das Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG)?
Für Bundesverwaltungen, bundesunmittelbare Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie Gerichte des Bundes.
Welches Personalvertretungsrecht gilt für Verwaltungen und Betriebe der Bundesländer?
Es gelten die jeweiligen Personalvertretungsgesetze der Bundesländer. Diese stimmen inhaltlich weitgehend mit dem BPersVG überein.
Welches Gericht ist für Streitigkeiten aus dem Personalvertretungsrecht zuständig?
: Die Verwaltungsgerichte, weil das Personalvertretungsrecht zum öffentlichen Recht gehört.
: Was versteht man unter einer Dienststelle im Personalvertretungsrecht?
Eine Dienststelle ist eine organisatorisch abgegrenzte Einheit der öffentlichen Verwaltung oder des öffentlichen Dienstes, beispielsweise eine Behörde, ein Gericht oder eine Schule.
Was entspricht im Personalvertretungsrecht dem Betrieb und was dem Betriebsrat?
Die Dienststelle entspricht funktional dem Betrieb. Der Personalrat entspricht dem Betriebsrat.
Wer vertritt die Dienststelle gegenüber dem Personalrat?
Der Dienststellenleiter, beispielsweise ein Behördenleiter. Er handelt für die Dienststelle.
Wann wird nach dem Text ein Personalrat gebildet?
In einer Dienststelle, die in der Regel mindestens fünf Wahlberechtigte beschäftigt, von denen mindestens drei wählbar sind.
Wovon hängt es ab, ob eine Stelle als eigene Dienststelle gilt?
t: Entscheidend ist die Verwaltungsorganisation. Grundsätzlich muss der Stelle ein eigener Aufgabenbereich zugewiesen sein, den sie selbstständig wahrnimmt.
Warum bilden die Ämter einer Gemeinde grundsätzlich keine eigenen Dienststellen?
Weil sie unselbstständige Teile der Gemeindeverwaltung sind und grundsätzlich alle dem Bürgermeister unterstehen.
Was geschieht mit Dienststellen, die zu wenige Wahlberechtigte oder Wählbare haben?
Dienststellen mit weniger als fünf Wahlberechtigten oder weniger als drei Wählbaren werden einer übergeordneten oder benachbarten Dienststelle zugeteilt.
Gilt das Personalvertretungsrecht auch für Religionsgesellschaften und ihre karitativen Einrichtungen?
Nein. Religionsgesellschaften und ihre karitativen oder erzieherischen Einrichtungen sind ausgenommen, selbst wenn sie öffentlich-rechtlich organisiert sind. Die Kirchen haben eigene Mitarbeitervertretungsordnungen.
Für welche Personengruppen gilt das Personalvertretungsrecht grundsätzlich?
ür Beamte, Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten.
Für welche Personengruppen gilt das Personalvertretungsrecht laut § 4 Abs. 5 BPersVG nicht?
Unter anderem für Regierungsmitglieder, Richter, Soldaten, Professoren, bestimmte religiös oder karitativ beschäftigte Personen sowie Personen, die vorwiegend zu ihrer Heilung, Wiedereingewöhnung, sittlichen Besserung oder Erziehung beschäftigt werden.
ind leitende Angestellte und Dienststellenleiter vom Personalvertretungsrecht ausgenommen?
Zuletzt geändertvor 5 Tagen