Was bedeutet somatoform? – Skript somatoforme Störungen (Folie 154)
Somatoform = sich im Körper zeigend
anhaltende oder wiederholte körperliche Symptome
ohne ausreichenden organischen Befund. (Psychosomatische Störungen)
jedes Organ und jede Körperfunktion kann betroffen sein
Patienten stellen häufig hartnäckige Forderungen nach weiteren körperlichen Untersuchungen trotz negativer Diagnostik
Frauen sind deutlich häufiger betroffen
Wie entstehen somatoforme Störungen? – Skript somatoforme Störungen (Folie 154)
Entstehungserklärungen sind vielfältig:
Lerntheoretisch: man achtet mehr auf sich, man nimmt mehr wahr und fühlt sich bestätigt (belohnt)
Psychodynamisch: Übersetzung ungeklärter seelischer Konflikte in körperliche Ursachen
Primärer Krankheitsgewinn
Traumatische Erfahrungen
emotionale Vernachlässigung
körperliche Misshandlung
sexueller Missbrauch
frühe Bindungsstörungen
Neurobiologisch: hormonelles Ungleichgewicht, familiäre Häufung
Was versteht man unter einem Krankheitsgewinn - Skript somatoforme Störungen (Folie 168)
es kann (unbewusst) von Vorteil sein, krank zu sein
sowohl körperliche als auch psychische Symptome werden aufrechterhalten
es wird zwischen dem primären und sekundären Krankheitsgewinn unterschieden
beide spielen zusammen
Den Krankheitsgewinn im therapeutischen Kontext konkret anzusprechen kann große Vorteile, also Fortschritte, bringen.
Gefahr von Abwehr und Abbruch der Therapie ist aber gegeben.
Dient der Aufrechterhaltung der psychischen Stabilität
Ängste & innere Konflikte werden dadurch abgewehrt
Es sind INNERE Vorteile
Tiefenpsychologisch
führt zu sozialen oder zwischenmenschlichen Vorteilen (Reaktionen der Umwelt)
Diese Vorteile sind aber nicht die Ursache der Krankheit
Es sind ÄUßERE Vorteile oder positive Konsequenzen
Auch dies geschieht unterbewusst, es handelt sich nicht um Vortäuschung oder Manipulation
Psychoedukation ist sehr wichtig
Medikamentös werden nur die Begleiterkrankungen wie Ängste und Depressionen behandelt
Kognitive Verhaltenstherapie ist Goldstandard
Entspannungsverfahren
Bewegungstherapie, um aus der Schonhaltung herauszukommen
Somatoforme Störungen gehören zu den klassischen Behandlungsfeldern des Heilpraktikers für Psychotherapie.
Voraussetzung ist, dass organische Ursachen ärztlich abgeklärt bzw. ausgeschlossen wurden
WECHSELNDE, wiederholt auftretende Symptome
bei den ärztlichen Untersuchungen werden keine erklärbaren Befunde gefunden
Patienten weigern sich anzuerkennen, dass sie körperlich gesund sind
Ärzte- Hopping
keine Krankheitseinsicht, daher auch „schwer“ therapierbar
ggf. Krankheitsgewinn (körperliche Krankheiten sind sozial stärker akzeptiert als psychische)
Dauer für die Diagnose 2 Jahre in der ICD 10
somatische Belastungsstörung ICD 11 sind nur 6 Monate
Angst, an einer schweren / unheilbaren Krankheit zu leiden (häufig Angst vor Krebserkrankungen)
keine Krankheitseinsicht, darum schwer therapeutisch zu behandeln
häufige Arztwechsel, den negativen Befunden wird meist nur sehr kurz vertraut
normale Körperwahrnehmungen werden sofort dramatisiert: jeder Leberfleck wird als Hautkrebs gesehen
oft passen die Symptome auch gar nicht zur befürchteten Krankheit, normale Körperphänomene werden abnorm und krankhaft interpretiert
meist sind zu schwache Beschwerden für die befürchtete Erkrankung vorhanden, es handelt sich um die ANGST erkrankt zu sein
Sorge um die Gesundheit verursacht Leiden bzw. Störungen des alltäglichen Lebens
Soziale Beziehungen leiden unter der Störung, an Stelle der Sozialkontakte steht die eingebildete Krankheit
bereits ab einer Dauer von 6 Monaten
komorbid mit Angsterkrankungen und Depressionen
Hypochondrischer Wahn, (der Übergang kann fließend sein)
Somatisierungsstörung
generalisierte Angststörung
Störung von autonom agierenden Organen wie Herz, Lunge, Magen, Darm usw.
normale Reaktionen des Körpers wie Herzklopfen oder Magengrummeln werden direkt als Organerkrankung interpretiert
wurde früher auch Herz-Neurose genannt (Da- Costa Syndrom)
auch hier keine Krankheitseinsicht
kein Zeitkriterium
Patienten leiden unter einem quälenden und andauernden Schmerz, ohne dass es eine organische Ursache dafür gibt
liegen körperliche Diagnosen vor, reichen diese für die Intensität des Schmerzes nicht aus
bei den anderen somatoformen Störungen spielt Schmerz keine / eine untergeordnete Rolle
chronischer Schmerz ist diffus und kann nicht genau lokalisiert werden / wandert
emotionale Konflikte und Belastungen verschlimmern den Schmerz, Seelenschmerz zeigt sich in Körperschmerz
akuter, realer Schmerz ist in der Regel lokal und verändert sich bei Wärme oder Bewegung / Physiotherapie
Schmerzintensität über eine Skala erfragen „Auf einer Skala von 0 – 10, wobei 0 = Schmerzfreiheit bedeutet und 10 absolut intensiver Schmerz- wo ordnen Sie ihren Schmerzen ein“
mind. 6 Monate für die Diagnose nötig
histrionischen Persönlichkeitsstörung
Schmerzstörungen können bei der histrionischen PS vorkommen, um Aufmerksamkeit zu generieren. Diese hält jedoch in der Regel nur kurz an, solange ein Nutzen für die Aufmerksamkeitsgewinnung vermutet wird. Teilweise nur sehr kurz und sprunghaft. Bei der Schmerzstörung Liegern diese Schmerzen über einen langen Zeitraum vor
Zuletzt geändertvor 13 Tagen