1 Bedeutung der Leistungsfeststellung und Benotung
1.1) Stellen Sie die Phasen eines Beratungsprozesses dar.
Man unterscheidet folgende Phasen: Kontaktphase, Zielsetzungsphase, Analysephase, Evaluationsphase, Interventionsphase, Phase der Hypothesenüberprüfung
1.2) Beschreiben Sie den Begriff „funktionale Überfrachtung“ der Notengebung.
In die Notengebung werden zu viele Hoffnungen gesetzt, die so kaum erfüllbar sind. So sind Selektion und Förderung der Persönlichkeit nur schwer miteinander vereinbar.
2 Gesetzliche Bestimmungen
2.1) Beurteilen Sie, inwieweit der Satz zutrifft, dass es bei der Leistungsbeurteilung immer um einen sehr individuellen Vorgang geht.
Die Leistungsbeurteilung ist in das Bezugssystem des unterrichtenden Lehrers eingebunden, außerdem handelt es sich um eine einmalige, nicht wiederholbare Situation.
2.2) Erklären Sie, was unter „Beweis des ersten Anscheins“ zu verstehen ist.
Wenn die Lehrerin bzw. der Lehrer berechtigte Zweifel an der erbrachten Leistung einer Schülerin bzw. eines Schülers hat, muss diese Schülerin bzw. dieser Schüler nachweisen, dass sie bzw. er diese Leistung wirklich ohne fremde Hilfe erbracht hat.
3 Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften
3.1) Beurteilen Sie, inwieweit Objektivität und Reliabilität gegeben sein muss, damit eine Messung überhaupt valide sein kann.
Eine Arbeit, die abhängig von äußeren Umständen ist, ob die Lehrerin bzw. der Lehrer auch kein Spicken zulässt (Auswertungsobjektivität), und die abhängig ist von der Verständlichkeit der formulierten Aufgabe („ach das war damit gemeint“) (Reliabilität), kann nicht das wahre Leistungsvermögen abbilden.
3.2) Begründen Sie, ob es sinnvoll ist, dass möglichst alle Bezugsnormen bei der Leistungsbeurteilung berücksichtigt werden sollten.
Unterschiedliche Aspekte können berücksichtigt werden:
Soziale Bezugsnorm: Selbsteinschätzungsaspekt
Individuelle Bezugsnorm: Steigerungsaspekt von Einzelnen
Sachliche Bezugsnorm: Zielaspekt
4 Strategien der Leistungsüberprüfung
4.1) Entkräften Sie das Argument, das Multiple-Choice-Aufgaben relativ einfach zu bearbeiten seien.
Die Qualität der Bearbeitung hängt von den gewählten Distraktoren ab. Je ähnlicher diese formuliert sind, umso schwieriger ist die richtige Lösung zu finden.
4.2) Beschreiben Sie, worin sich mündliche Prüfungen eindeutig von schriftlichen Prüfungen unterscheiden.
Mündliche Prüfungen sind interaktiv und adaptiv.
6 Formen der Bewertung
6.1) Nennen Sie ein Argument, das in jedem Fall für Ziffernnoten spricht.
Ziffernnoten geben unmissverständlich den Leistungsstand einer Schülerin bzw. eines Schülers wieder.
6.2) Erklären Sie den Begriff „Bausteinzeugnis“.
Aus Formulierungsbausteinen wird ein fortlaufender Text zusammengesetzt.
6.3) Beschreiben Sie die drei Fragen, die ein wirksames Feedback beinhalten sollte.
1) Wo will ich hin? (Ziele)
2) Wie komme ich voran? Was ist gut gelaufen?
3) Was sind die nächsten Schritte?
7 Neue Unterrichts- und Diagnosekultur: Erweiterung der diagnostischen Kompetenz
7.1) Stellen Sie einen Zusammenhang her zwischen individueller Förderung und selbstständigem Lernen. Beschreiben Sie diesen Zusammenhang.
Selbstständiges Lernen ist sowohl eine individuelle Voraussetzung als auch Ziel individueller Förderung.
7.2) Nennen Sie Gründe für eine Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an der Beurteilung ihrer Leistungen.
Es geht z. B. um Reduzierung von Prüfungsangst, die eigene Wahrnehmung für Gelungenes und Misslungenes wird gestärkt, die Beziehung zur eigenen Leistung wird gestärkt.
7.3) Erläutern Sie, in welchen Punkten sich Portfolioarbeit von Zensuren unterscheidet.
1) Leistung bleibt erhalten über den Tag hinaus!
2) Aus der Frage „Welches Notenzeugnis hast Du?“ wird die Frage „Was kannst Du?“
7.4) Beschreiben Sie, aus welchen Schritten eine Fehleranalyse bestehen sollte.
Schritt: Sensibilisierung für Fehler
Schritt: Reflexion über Fehler
Schritt: Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern
Schritt: Evaluation der ergriffenen Maßnahmen
8 Evaluation
8.1) Nennen Sie jeweils einen zentralen Vorteil einer schulinternen und -externen Evaluation.
Schulintern: ideales Werkzeug der Selbstkontrolle; schulextern: Aufdecken sogenannter blinder Flecken
8.2) Beschreiben Sie Quellen, die genutzt werden können, um den eigenen Unterricht zu evaluieren.
Die Lehrkraft selbst, Schülerin bzw. Schüler/Klasse, Drittperson (z. B. Kollegin bzw. Kollege, Schulaufsicht, Coach)
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