Buffl

SPK SB 5 Übungsaufgaben

KM
von Klaudia M.

3 Tägliche Belastungen im Schulalltag – ein Fallbeispiel


Ausgangssituation (Studienbrief 5 SPK, S. 28)

Original-Ton einer Lehrerin einer achten Jahrgangsstufe:


„Es wird immer versucht, die Verantwortung auf andere abzuschieben. Das reicht bis ins Elternhaus hinein. Ein Beispiel: Es ist schon fast eine Selbstverständlichkeit geworden, dass die meisten Schüler ihren Müll einfach auf den Boden fallen lassen. Eine Schülerin hatte ihr Heft nicht dabei; sie schrieb nicht mit, und ihre Jacke lag vor ihr auf dem Tisch. Deswegen habe ich sie ermahnt, dass sie auf einem Blatt Papier mitschreiben sollte. Ein anderer Schüler sagte dann, dass die Schülerin eine Mandarine esse, die sie hinter der Jacke versteckt halte und dass sie die Schalen auf den Boden geworfen habe. Die Schülerin behauptete, die Schalen seien nicht von ihr. Da diese schon vertrocknet waren, habe ich ihr geglaubt, sie aber aufgefordert, sie trotzdem aufzuräumen. Da es bei uns einen Schülerputzdienst gibt, der am Ende der sechsten Stunde putzt, hätten bestimmt schon andere Schüler Müll von ihr aufgeräumt. Ich sagte zu ihr, dass ich möchte, dass sie die Schalen aufhebt, wenn ich sie darum bitte. Daraufhin wurde sie sehr aggressiv, und es kam zu einer Auseinandersetzung. Dann gab ich ihr einen Verweis, weil sie sich ganz massiv meiner Anweisung widersetzt hat. Als die Schülerin behauptete, ich würde sie mobben und ‚auf dem Kieker haben‘, ging ich einfach aus dem Klassenzimmer. In der nächsten Stunde hat sie sich entschuldigt. Daraufhin habe ich sie aufgefordert, darüber nachzudenken, was sie eigentlich gesagt und mir unterstellt hatte. Wenn die Schüler persönlich werden, dann trifft mich das immer. Das Gute bei uns im Kollegium ist, dass wir miteinander reden. Das ist nicht überall so. Für jemanden, der neu da ist oder Probleme hat, ist es sehr schwierig, wenn er nicht im Kollegium darüber reden kann. Schon das Wissen, dass sich die Schüler auch bei anderen Lehrern so aufführen, ist beruhigend und hilft einem“ (Kiel et al., 2011, S. 82).

4 Umgang mit problematischem Verhalten von Schülerinnen und Schülern sowie problematischen Situationen


Beispiel:

„In der Berufsfachschule sollen die Auszubildenden sich paarweise zusammenschließen, um zu üben, einen Verband anzulegen. Die Gruppen bilden sich schnell, am Ende ist noch ein Auszubildender übrig, der verloren auf seinem Platz sitzt und auch keine Initiative gezeigt hat, eine Gruppe zu bilden. Dennis ist ein eher zurückhaltender Schüler. Die Lehrerin sagt zu Dennis: ‚Sag mal, hast du Angst mit den anderen zusammenzuarbeiten? Geh rüber zu Gizem und Anna, ihr macht einfach zu dritt eine Gruppe.‘“

2. Das Schema aus Tabelle 4.1: Vier Münder und vier Ohren (Studienbrief 5, S. 41)

Aspekt

beim Sender als Mund

beim Empfänger als Ohr

Sachinhalt

Worüber ich inhaltlich informiere

Was ich inhaltlich von dir erfahre

Selbstoffenbarung

Wie es mir geht, was ich fühle, denke oder will

Wie es dir geht, was mit dir los ist

Beziehung

Was ich von dir halte

Wie ich mich behandelt fühle

Appell

Was ich von dir erwarte

Was du von mir erwartest

3. Die Tabelle 4.2 aus dem Studienbrief (S. 42)

In Tabelle 4.2 wird analysiert, wie Dennis die vorherige Aussage der Lehrerin verstanden hat:

Aspekt

beim Sender als Mund (die Lehrerin)

beim Empfänger als Ohr (Dennis)

Sachinhalt

Die Mitschülerinnen beißen dich nicht. Sie sind bereit, eine Gruppe mit dir zu bilden.

Sie glaubt wohl, dass ich Angst vor den Mitschülerinnen habe.

Selbstoffenbarung

Mich ärgert dein Verhalten. Zieh dich nicht immer zurück.

Die Lehrerin merkt wohl gar nicht, wie unangenehm es mir ist, mit den Mitschülerinnen zusammen zu sein.

Beziehung

Du gehst mir auf die Nerven.

Die Lehrerin mag mich nicht. Das nervt mich.

Appell

Mach jetzt gefälligst mit!

Ich soll ohne Widerrede in die Gruppe.

4.1) Betrachten Sie das Beispiel, das in Tabelle 4.2 schematisiert wird. Dennis antwortet auf die Frage der Lehrerin, ob er Angst habe, dass die Mitschülerinnen zusammenzuarbeiten, mit der Aussage: „Ich habe Kopfschmerzen.“ Was könnten nach dem Muster aus Tabelle 4.1 die vier Münder von Dennis wohl sagen?

hier vier Möglichkeiten:


Sachaspekt: Bevor ich mit Mädchen in die Gruppe gehe, mach ich lieber gar nichts.


Selbstoffenbarungsaspekt: Es ist mir lästig, ich habe dazu keine Lust.


Beziehungsaspekt: Wenn meine Lehrerin mich nicht verstehen will, dann bin ich trotzig.


Appellaspekt: Lassen Sie mich endlich in Ruhe!

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Klaudia M.

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