Kapitel 1 Grundlagen
1.1) Nennen Sie die zwei Arten von Wirtschaftssubjekten, die am Wirtschaftsgeschehen beteiligt sind. Definieren Sie diese Begriffe und nennen Sie jeweils ein Synonym.
Die zwei am Wirtschaftsgeschehen beteiligten Subjekte sind Haushalte und Betriebe. Haushalte sind Wirtschaftssubjekte, in denen zur Deckung eigener Bedarfe Güter konsumiert werden. Haushalte werden auch als Konsumtionswirtschaften bezeichnet. Betriebe sind Wirtschaftssubjekte, die zum Decken fremder Bedarfe Güter produzieren und vertreiben. Betriebe können auch als Produktionswirtschaften bezeichnet werden.
1.2) Nennen Sie zwei Kennzeichen aller Betriebe. Nennen Sie mindestens zwei Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Betrieben und definieren Sie den Begriff „Unternehmen“.
Kennzeichnend für alle Betriebe sind das ökonomische Prinzip und das Prinzip des finanziellen Gleichgewichts. Merkmale öffentlicher Betriebe sind das Prinzip des Gemeineigentums, das Organprinzip und das Prinzip der Gemeinnützigkeit. Private Betriebe folgen dem Prinzip des Privateigentums, dem Autonomieprinzip und dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip. Unternehmen sind Betriebe in mehrheitlich privatem Eigentum, die autonom und in der Regel gemäß dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip handeln.
1.3) Definieren Sie den Begriff „Wirtschaften“. Wie hängt Wirtschaften mit dem ökonomischen Prinzip zusammen? Nennen Sie die zwei Ausprägungen des ökonomischen Prinzips.
Wirtschaften bedeutet, knappe Güter geplant so einzusetzen, dass die Bedürfnisbefriedigung in möglichst vorteilhafter Weise erfolgt. Das ökonomische Prinzip beschreibt diesen Anspruch, indem es fordert, dass entweder mit gegebenem Input ein maximaler Output oder ein gewünschter Output mit minimalem Input erzeugt wird. Das ökonomische Prinzip unterscheidet dementsprechend zwischen dem Maximumprinzip und dem Minimumprinzip.
1.4) Erläutern Sie, was unter Wirtschaftsgütern verstanden wird.
Die knappen Güter, die Gegenstand des Wirtschaftens sind, werden auch als Wirtschaftsgüter bezeichnet. Sie sind im Vergleich zu den freien Gütern nur in begrenztem Maße vorhanden.
1.5) Nennen Sie mindestens sechs Anspruchsgruppen von Betrieben.
Anspruchsgruppen von Betrieben sind: Managerinnen und Manager, Mitarbeitende, Eigenkapitalgeber, Fremdkapitalgeber, Lieferanten, Kunden, Konkurrenten und Staat und Gesellschaft.
1.6) Erläutern Sie, welche Austauschbeziehung zwischen Managerinnen bzw. Managern und Betrieben besteht.
Managerinnen und Manager leiten Betriebe und erhalten im Gegenzug eine Vergütung. Neben den Interessen der Mitarbeitenden verfolgen sie noch die Interessen nach Macht, Einfluss, Selbstständigkeit und Entscheidungsautonomie.
1.7) Erläutern Sie, welche zwei Aufgaben der normative Rahmen von Unternehmen hat.
Zum einen wird der Handlungsspielraum der Beschäftigten durch ein Wertesystem und eine Mission in sinnvoller Weise eingeschränkt. Zum anderen gibt er durch die Vorgabe einer Vision und eines Zielsystems Orientierung hinsichtlich der Ausrichtung des Unternehmens.
1.8) Nennen Sie die drei Elemente des Identitätsmix. Geben Sie bezogen auf die Marke „Coca Cola“ konkrete Beispiele für diese drei Elemente.
Elemente des Identitätsmix sind: das Erscheinungsbild, das Verhalten, die Kommunikation. Im Falle der Marke Coca Cola sind bspw. der Schriftzug, die Farben und auch die Form der Glasflasche charakteristisch für das Erscheinungsbild, die Vermittlung eines „Wir-Gefühls“ nicht nur für die Konsumenten sondern auch für die Beschäftigten ein Beispiel für Corporate Behaviour (vgl. http://www.coca-cola-deutschland.de/karriere/arbeiten-bei-coca-cola) und das regelmäßige Sponsoring großer Sportveranstaltungen ein Beispiel für die Corporate Communications.
1.9) Nennen Sie mindestens fünf Kategorien, in die die Handlungsziele von Unternehmen unterteilt werden können. Formulieren Sie jeweils ein Ziel als Beispiel.
Handlungsziele sind die Erfolgsziele (bspw. Eigenkapitalrentabilität), die Finanzziele (bspw. Fremdkapitalquote und Kapitalstruktur), die Produkt- und Marktziele (bspw. Marktanteil), die sozialen Ziele (bspw. Sicherung bestehender Arbeitsplätze), die Macht- und Prestigeziele (bspw. Unternehmenstradition) und die ökologischen Ziele (bspw. Emissionsmenge).
Kapitel 2 Unternehmensführung
2.1) Erläutern Sie vier Punkte, in denen sich Manager von Unternehmern unterscheiden. Gehen Sie dabei auf die Bedeutung der „Unternehmensverfassung“ ein.
Im Vergleich zu Managerinnen und Manager sind Unternehmerinnen und Unternehmer eng mit dem Unternehmen verbunden, sie haften unbeschränkt mit ihrem Eigenkapital, sie verfolgen das Ziel der Selbstverwirklichung und sind zeitlich unbegrenzt für das Unternehmen tätig. Manager sind im Unternehmen angestellt und agieren in dieser Rolle. Sie haften nur im Rahmen der übertragenen Verantwortung und verfolgen einen eigenen Karriereweg unabhängig vom Unternehmen. Unternehmensverfassungen als Regelwerke für die Leitung und die Überwachung von Unternehmen sind deshalb für Managerinnen und Manager von hoher Bedeutung, da ihr Handeln dadurch reglementiert wird.
2.2) Definieren Sie den Begriff „Organisation“. Erläutern Sie in diesem Zusammenhang, was unter dem Analyse-Synthese-Konzept verstanden wird.
Der Begriff Organisation bezeichnet aus funktionaler Sicht die zielorientierte ganzheitliche Gestaltung von Prozessen und Strukturen innerhalb von Betrieben und aus institutioneller Sicht das Ergebnis dieser Tätigkeit. Das Analyse-Synthese-Konzept wird genutzt, um Organisationsstrukturen zu erarbeiten und verfolgt zwei Schritte: Die organisatorische Analyse dient dazu, die Gesamtaufgabe des Unternehmens zu analysieren und zu zerlegen. Die organisatorische Integration führt die Teilaufgaben in Form von Prozessketten und Abteilungen wieder zusammen.
2.3) Erläutern Sie, welche Ziele im Personalmanagement verfolgt werden.
Als Sachziel sollen ausreichend Arbeitskräfte mit der angemessenen Qualifikation zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Formal sollten die Kosten für den Personaleinsatz niedriger als die in Geld bewertete Arbeitsleistung sein. Die Erfüllung der Interessen der Beschäftigten stellt das soziale Ziel dar.
2.4) Nennen Sie mindestens vier Aufgaben des Personalmanagements.
Die Aufgaben des Personalmanagements umfassen die Personalbeschaffung, den Personaleinsatz, die Personalbeurteilung, die Personalentwicklung und die Personalfreisetzung.
2.5) Definieren Sie den Begriff „Controlling“. Erläutern Sie den Zusammenhang zum Führungsprozess und benennen Sie, in welchen vier Phasen der Führungsprozess verläuft.
Das Controlling koordiniert sämtliche Planungs-, Kontroll- und Informationsaktivitäten zur Steuerung von Unternehmen. Das Controlling stellt sicher, dass der Führungsprozess unabhängig vom aktuellen Management in geregelter Art und Weise abläuft. Der Führungsprozess verläuft in den Phasen der Planung, Entscheidung, Realisierung und Kontrolle.
2.6) Erläutern Sie, welche drei Aufgaben das Controlling hat. Welche Aufgabe erfüllen dabei Kennzahlen?
Das Controlling koordiniert die Planung, die Kontrolle und die Informationsversorgung.
Kennzahlen haben die Aufgabe, Information in komprimierter Form zu liefern und Sachverhalte zu verdeutlichen. Sie messen, in welchem Ausmaß die betrieblichen Ziele erreicht worden sind. Sie geben Aufschluss darüber, wie sich die Entscheidungen der betrieblichen Führung im innerbetrieblichen (Vergleich von Größen derselben Datenbasis, z. B. Abschreibungen in Bezug auf Sachanlagen), im Zeit-, Betriebs- oder Branchenvergleich ausgewirkt haben. Sie dienen der Planung künftiger und der Kontrolle vergangener Maßnahmen. Dabei setzen Kennzahlen in einem einzigen Zahlenausdruck verschiedene ökonomische Größen in ein sinnvolles Verhältnis zueinander.
2.7) Leiten Sie die zentralen Kennzahlen „Produktivität“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Rentabilität“ aus dem ökonomischen Prinzip her.
In seiner allgemeinsten Formulierung besagt das ökonomische Prinzip, dass ein möglichst günstiges Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag angestrebt wird. Mit der Kennzahl Produktivität erfolgt eine mengenmäßige Konkretisierung des ökonomischen Prinzips, während die Kennzahl „Wirtschaftlichkeit“ eine wertmäßige Konkretisierung vornimmt. In Kombination des ökonomischen Prinzips mit dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip erfolgt die Konkretisierung dieser beiden Größen in der Kennzahl „Rentabilität“.
2.8) Definieren Sie die Produktivität in allgemeiner Form sowie die Gesamt- und Teilproduktivität. Beurteilen Sie ferner die Aussagefähigkeit dieser Kennzahl.
Im Zeitvergleich sind Änderungen der Produktivität bei der Erbringung der betrieblichen Leistung erkennbar, soweit die beiden verglichenen Kennzahlen bei Gültigkeit der Ceteris-paribus-Annahme ermittelt wurden (unter sonst gleichen Bedingungen). Ein Vergleich isolierter Teilproduktivitäten ist nur dann aussagekräftig, wenn die Relation der Faktoreinsatzmengen bei Veränderung der Ausbringungsmengen gleich bleiben oder aber die Einsatzmengen der nicht in die Berechnung der Teilproduktivität eingehenden Produktionsfaktoren sich parallel zur Ausbringungsmenge entwickeln. Weil über den Wert der erzeugten Ausbringungsmenge (Leistung) und den Wert des Faktoreinsatzes (Kosten) nichts ausgesagt wird, lässt sich mit der Produktivitätskennziffer grundsätzlich keine Aussage über die Wirtschaftlichkeit oder die Rentabilität der Produktion treffen. So kann eine Produktivitätssteigerung durchaus unwirtschaftlich sein, wenn sie mit hohen Kosten verbunden ist oder wenn sie aus Absatzmangel nicht genutzt werden kann.
2.9) Die Arbeitsproduktivität ist von einem Jahr zum anderen gestiegen. Erläutern Sie mögliche Ursachen hierfür und nehmen Sie zur Aussagefähigkeit der betrachteten Kennzahl Stellung.
Bei konstanter Produktionsmenge kann die Zahl der Beschäftigten abgenommen haben. Bei konstanter Beschäftigtenzahl kann aber auch die Gesamtproduktionsmenge gestiegen sein. Möglicher Weise haben sich aber auch beide Ursachen mit positivem Saldo überlagert. Die positive Entwicklung der Arbeitsproduktivität ist nicht in jedem Fall positiv zu bewerten. Beispielsweise kann die Steigerung der Outputmenge (bei gleichbleibendem Arbeitseinsatz) dadurch bedingt sein, dass die Qualitätsanforderungen reduziert wurden oder mehr Bauteile des Produktes fremdbezogen wurden (= Veränderung der Fertigungstiefe). Schon an dieser Stelle wird die geringe Aussagekraft der Teilkennzahl deutlich. Damit ist die Interpretation der Größe Arbeitsproduktivität stets äußerst sensibel und selten monokausal.
2.10) Ihnen sind folgende Informationen gegeben:
Im Jahr 20X1 produzierte die Junior-Bag-AG mit 100 Beschäftigten täglich 4.000 Taschen. Zum Jahresende 20X1 wurde eine vollautomatische Stanzmaschine für den Zuschnitt in Betrieb genommen. Die Ausbringungsmenge wurde dadurch auf 6.000 Taschen täglich bei gleichbleibender Beschäftigtenzahl gesteigert. Die im Zuschnitt frei gesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in anderen Betriebsbereichen eingesetzt.
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Ermitteln Sie die Arbeitsproduktivität und beurteilen Sie die Aussagefähigkeit der von Ihnen ermittelten Arbeitsproduktivität für die Ergiebigkeit des Faktors „menschliche Arbeit“.
Die Arbeitsproduktivität stieg von 40 Taschen je Mitarbeitendem und Tag im Jahr 20X1 und auf 60 Taschen je Mitarbeitendem und Tag im Jahr 20X2. Die Aussagefähigkeit in Hinblick auf die Effizienz des Faktors „menschliche Arbeit“ ist jedoch gering, da keine gleichen Bedingungen der Bildung der Kennzahl zugrunde liegen: Die Bedingungen in den Jahren 20X1 und 20X2 wurden nicht konstant gehalten, sodass die Entwicklung der Arbeitsproduktivität von der eingetretenen Änderung „Anschaffung einer neuen Stanzmaschine“ überlagert wurde. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ist nicht ursächlich auf eine Effizienzsteigerung des Faktors menschliche Arbeit zurückzuführen. Die verbesserte Arbeitsproduktivität wird durch die Veränderung eines anderen Produktionsfaktors bewirkt.
2.11) Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Produktivität und Wirtschaftlichkeit und grenzen Sie die beiden Kennzahlen gegeneinander ab.
Die Produktivität ist eine reale Kennzahl und setzt Faktoreinsatzmengen und Ausbringungsmengen zueinander ins Verhältnis. Die Wirtschaftlichkeit nimmt eine Bewertung der Mengen zu Tagespreisen vor und ermittelt somit eine nominale Kennzahl als Input-Output-Relation von Ertrag (Leistungen) zu Aufwand (Kosten). Die Wirtschaftlichkeit ist in dem Fall identisch mit der Produktivität, wenn eine Bewertung mit konstanten Preisen erfolgt.
2.12) In einem chemischen Großlabor sind zur Herstellung von 10 ME eines bestimmten Grundstoffes 7,2 kg des Rohstoffes „XAZ“ erforderlich. Ferner fallen folgende Faktorverbräuche an:
Energie: 5 kWh Arbeitszeit: 30 Min.
Während des Produktionsprozesses gehen aufgrund der Hitzeentwicklung 10% der eingesetzten Rohstoffe verloren. Die Preise der Produktionsfaktoren betragen bei den Rohstoffen 0,50 GE/kg, beim Stromverbrauch 0,16 GE/kWh und bei der eingesetzten Arbeit 40 GE/Std.
Der entstehende Grundstoff kann für 5 GE/ME verkauft werden.
a) Bestimmen Sie für die Faktorarten die Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen.
a) Aufgrund der Hitzeentwicklung während der Herstellung gehen 10% des eingesetzten Rohstoffes verloren. Es müssen daher für 7,2 kg Rohstoff, die in 10 ME des Endproduktes eingehend, 8 kg im Produktionsprozess eingesetzt werden (7,2 kg/(1−0,1)=8 kg7,2 kg/(1−0,1)=8 kg).
Der Verlust an Rohstoffen während der Produktion muss bei der Kennzahlenberechnung berücksichtigt werden, denn nur dadurch kommt das tatsächlich erforderliche Verhältnis zwischen Output und Input zum Ausdruck.
Der Ertrag aus dem Verkauf des Grundstoffes beträgt ca. 202% des Aufwandes für die Faktorverbräuche.
b) In der folgenden Periode kann durch eine Umstellung des Produktionsprozesses der Verbrauch an Arbeitszeit und Energie um jeweils 20% gesenkt werden. Gleichzeitig steigt der Stundenlohn auf 55 GE, während sich die Kosten des Stromverbrauchs auf 0,18 GE/kWh erhöhen. Berechnen Sie die Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitskennziffern. Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?
b) Durch die Produktionsumstellung sinkt der Energieverbrauch auf 4 kWh, an Arbeitszeit sind nur noch 24 Min. erforderlich. Dadurch erhöht sich die Produktivitätskennzahl des Energieverbrauchs auf 2,5 (ME Output/kWh), die Arbeitsproduktivität auf 25 (ME Output/Std.).
Um den Effekt der produktiveren Arbeitsweise aufgrund der Produktionsumstellung auch in der Wirtschaftlichkeit zum Ausdruck bringen zu können, muss mit konstanten Preisen gearbeitet werden. Dadurch ist es möglich, Preis- und Mengeneffekte zu trennen.
Wirtschaftlichkeit bei konstanten Preisen:
2.13) Erläutern Sie zwei grundsätzliche Ursachen, die Veränderungen der Wirtschaftlichkeit bedingen können.
Zwei grundlegende Ursachen für Veränderungen der Wirtschaftlichkeit können zum einen realwirtschaftliche Veränderungen, also Produktivitätsveränderungen (Input-/Outputmengen-Änderung) sein oder zum anderen monetäre Änderungen wie Preisänderungen für den Faktoreinsatz oder den Absatz von erstellten Produkten/Leistungen.
2.14) Treffen Sie bezogen auf die Gesamtproduktivität und die Wirtschaftlichkeit jeweils eine Aussage zur Veränderung der Kennzahl, wenn
die Faktoreinsatzmengen gesenkt werden können.
die Outputmenge gesenkt wird.
die Absatzpreise erhöht werden können.
die Faktorpreise sinken.
die Faktoreinsatzmengen gesenkt werden können, jedoch die Faktorpreise proportional ansteigen.
die Outputmenge gesenkt wird, jedoch die Absatzpreise proportional steigen.
die Faktorpreise ansteigen und die Absatzpreise überproportional ebenfalls ansteigen.
die Absatzpreise steigen bei einem gleichzeitigen unterproportionalen Anstieg der Faktoreinsatzmengen.
Gehen Sie dabei jeweils davon aus, dass alle anderen Bedingungen unverändert bleiben und jede Veränderung für sich isoliert betrachtet wird.
Den Zusammenhang zwischen Produktivität und Wirtschaftlichkeit bei Veränderungen der Faktor- und Absatzmengen und/oder Preise stellt die folgende Tabelle dar. Dabei wird bei jeder Veränderung angenommen, dass alle anderen Mengen/Preise gleich bleiben.
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Art der Veränderung
Gesamtproduktivität
Wirtschaftlichkeit
Senken der Faktoreinsatzmenge
↑ (steigt)
↑
Senken der Outputmenge
↓ (sinkt)
↓
Erhöhen der Absatzpreise
→ (unverändert)
Sinken der Faktorpreise
→
Senken der Faktoreinsatzmengen bei proportionalem Anstieg der Faktorpreise
Senken der Outputmenge bei proportionalem Anstieg der Absatzpreise
Anstieg der Faktorpreise und überproportionaler Anstieg der Absatzpreise
Anstieg der Absatzpreise bei unterproportionalem Anstieg der Faktoreinsatzmengen
2.15) Berechnen Sie die Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens, wenn Ihnen folgende Ausgangsdaten bekannt sind:
Eigenkapital: 270.000 €
Umsatzerlöse: 720.000 €/Jahr
Fremdkapital: 45% vom Eigenkapital
Fremdkapitalzinssatz: 3%
Gesamtkosten: 630.000 €/Jahr
Kapitel 3 Rechnungs- und Finanzwesen
3.1) Definieren Sie die Begriffe externes Rechnungswesen und internes Rechnungswesen und erläutern Sie jeweils deren Aufgaben.
Gegenstand des externen Rechnungswesens ist die Ermittlung und die Bereitstellung von Informationen über wert- und mengenmäßige Größen, die benötigt werden, um Informationsadressaten außerhalb des Unternehmens über den Zustand und die Veränderungen von Unternehmen zu informieren. Aufgaben des externen Rechnungswesens sind die Buchführung und der Jahresabschluss. Gegenstand des internen Rechnungswesens ist die Ermittlung und die Bereitstellung von Informationen über wert- und mengenmäßige Größen, die benötigt werden, um die betriebliche Leistungserstellung zu steuern. Aufgaben sind die Kosten- und Leistungsrechnung (Kalkulation, Erfolgs-, Entscheidungs-, Kontrollrechnungen) und Betriebsstatistik.
3.2) Definieren Sie den Begriff „Finanzierung“ und nennen Sie drei Ziele der Finanzierung.
Unter der Finanzierung werden alle Aktivitäten verstanden, die sich auf den Umfang und die Zusammensetzung des auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesenen Kapitals auswirken (vgl. Schäfer-Kunz 2016: 179). Die drei Ziele der Finanzierung sind die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit und die Bewahrung der Unabhängigkeit.
3.3) Erläutern Sie anhand von mindestens vier Kriterien, worin sich das Eigen- vom Fremdkapital unterscheidet.
Zur Unterscheidung des Eigen- und Fremdkapitals können die Kriterien der Einflussmöglichkeit auf die Finanz- und Geschäftspolitik, die Fristigkeit der Überlassung, die Gegenleistung für die Kapitalnutzung, die Haftung und der Rechtsanspruch auf Rückzahlung herangezogen werden.
Übungsaufgabe 3.4)
Die Heinrich Lanz GmbH weist folgende Bilanz auf (alle Angaben in €):
A
Bilanz
P
Grundstücke 1.200.000
Eigenkapital 1.500.000
Maschinelle Anlagen 600.000
Gewinn 930.000
Vorräte 900.000
Rückstellungen (langfristig) 250.000
Forderungen (an Kunden) 820.000
Verbindlichkeiten (langfristig) 620.000
Postgiro 300.000
Verbindlichkeiten (kurzfristig) 600.000
Kasse 80.000
3.900.000
Berechnen Sie die Liquiditätsgrade erster und zweiter Ordnung und erklären und interpretieren Sie Ihr Ergebnis. (Beispielaufgabe entnommen aus: Olfert & Rahn, 2013, S. 509 ff.)
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten können zu 63,33% durch die flüssigen Mittel abgedeckt werden.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten können unter Einbezug der flüssigen Mittel bzw. der Forderungen zu 200% abgedeckt werden.
Kapitel 4 Leistungserstellung
4.1) Definieren Sie den Begriff „Innovationsmanagement“. Erläutern Sie, welche Ziele das Innovationsmanagement verfolgen kann.
Das Innovationsmanagement umfasst alle Planungs-, Entscheidungs-, Organisations- und Kontrollaufgaben im Hinblick auf die Forschung, Entwicklung, Produktion und Markteinführung neuer Produkte und Prozesse. Das Innovationsmanagement verfolgt die Ziele den Aufwand und die damit entstehenden Kosten der Entwicklungen zu reduzieren, die Entwicklungsdauern zur Nutzung eines möglichst großen Innovationsprofits gering zu halten und die Ergebnisse des Innovationsprozesses qualitativ und quantitativ voranzubringen.
4.2) Definieren Sie den Begriff „Beschaffung“. Erläutern Sie, warum die Reduzierung der Kapitalbindung ein Ziel der Beschaffung ist.
Gegenstand der Beschaffung ist es, die bedarfsgerechte Versorgung mit denjenigen Gütern sicherzustellen, die in die betriebliche Leistungserstellung eingehen. Durch eine Verringerung der Einkaufspreise von Materialien können die Kosten der durch im Betrieb gelagerten Materialien gesenkt werden. Hierdurch können der Finanzierungsbedarf und die damit verbundenen Zinsen verringert werden. Ebenso können durch eine optimale Beschaffung die Kosten für Lagerbestände und Lagerkosten reduziert werden.
4.3) Definieren Sie den Begriff „Logistik“. Nennen Sie drei Möglichkeiten zur Unterteilung der Logistik nach Gütern.
Gegenstand der Logistik ist es, für alle Bereiche und alle Kunden von Betrieben durch die Änderung der räumlichen, der zeitlichen und der strukturellen Eigenschaften von Gütern die Versorgung mit und die Entsorgung von Gütern entsprechend der jeweiligen Bedarfe sicherzustellen. Die Logistik lässt sich in die Bereiche der Materiallogistik, der Informationslogistik und der Personenlogistik unterscheiden.
4.4) Erläutern Sie, welche Ziele in der Logistik verfolgt werden können.
Ziele, die in der Logistik verfolgt werden, beziehen sich auf die Termineinhaltung, sowohl bei der Belieferung der eigenen Produktion als auch bei der Lieferung der Produkte an den Kunden. Ein weiteres Ziel ist die Reduzierung der Durchlaufzeiten.
4.5) Definieren Sie den Begriff „Produktion“. Erläutern Sie, welche Ziele im Produktionsbereich verfolgt werden können.
Gegenstand der Produktionswirtschaft ist die wirtschaftliche Gestaltung und Durchführung der Transformation von vorhandenen Produktionsfaktoren in Erzeugnisse, Eigenleistungen oder Verrichtungen unter Anwendung von Produktionsverfahren. Im Produktionsbereich existieren unterschiedliche Ziele. Schwerpunkte liegen auf den Kosten (Produktionskosten und Herstellkosten), der Zeit (Termineinhaltung und Durchlaufzeiten) und dem Ergebnis (Stückzahl und Qualität).
4.6) Nennen Sie die drei Produktionsfaktoren nach Gutenberg.
Nach Gutenberg lassen sich die Produktionsfaktoren nach Werkstoffen, Betriebsmittel und menschlicher Arbeit unterteilen.
4.7) Definieren Sie den Begriff „Marketing“. Nennen Sie mindestens drei Ziele des Marketings.
Gegenstand des Marketings ist die Planung und die Durchführung von Aktivitäten, die unmittelbar oder mittelbar dazu dienen, dass Individuen oder Gruppen die Produkte eines Unternehmens kaufen oder dessen Anliegen unterstützen. Zielgrößen des Marketings sind in der Regel die Marktanteile, die Umsatzerlöse, die Deckungsbeiträge und das Produkt- und Unternehmensimage.
4.8) Nennen Sie die zwei grundsätzlichen Formen des Marketings.
Die beiden grundsätzlichen Formen des Marketings sind das kommerzielle Marketing und das Non-Profit-Marketing.
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