Welche Erreger verursachen Infektionen?
Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen und Würmer. Antibakterielle Chemotherapie richtet sich nur gegen Bakterien (Beispiel: die häufig bakteriell bedingte Konjunktivitis).
Nenne Beispiele meldepflichtiger Infektionskrankheiten.
Norovirus-Gastroenteritis, SARS-CoV-2, Influenza, Campylobacter-Enteritis, Salmonellose, Keuchhusten, Syphilis, Tuberkulose, Hepatitis B/C/E, HIV, Masern, EHEC, Malaria, invasive MRSA-Infektion u. a.
Wer gilt als „Erfinder“ der antibakteriellen Chemotherapie?
Paul Ehrlich (1854 bis 1915), Gerhard Domagk (1895 bis 1964, Sulfonamide) und Alexander Fleming (1881 bis 1955, Penicillin).
Welche drei Partner stehen bei der antimikrobiellen Chemotherapie in Wechselbeziehung?
Patient, Erreger und Antibiotikum.
Patient ↔ Erreger: Infektion, körpereigene Abwehr, Virulenz.
Antibiotikum → Patient: Pharmakokinetik, Toxizität/UAW.
Antibiotikum ↔ Erreger: antiinfektive Wirkung, Resistenz.
Was gehört zur Virulenz eines Erregers?
Tenazität, Invasivität, Toxinbildungsvermögen und Vitalität.
Warum hat ein Antibiotikum theoretisch keine Nebenwirkungen beim Menschen?
Es greift an bakterientypischen Strukturen an (selektive Toxizität), die menschlichen Zellen fehlen, z. B. Zellwand oder 70S-Ribosomen. In der Praxis treten dennoch UAW auf.
Wie unterscheiden sich bakteriostatisch und bakterizid?
Bakteriostatisch: Wachstum und Vermehrung werden gehemmt, die Bakterien aber nicht direkt getötet (Keimzahl bleibt konstant).Bakterizid: Die Bakterien werden abgetötet (Keimzahl sinkt).
Was zeigt die Keimzahl-Zeit-Kurve (Log CFU)?
Ohne Antibiotikum wachsen die Bakterien exponentiell. Unter bakteriostatischer Substanz bleibt die Keimzahl konstant, unter bakterizider sinkt sie stetig.
Wie läuft die mikrobiologisch orientierte (erregerspezifische) Therapie ab?
Verdachtsdiagnose → gezielt entnommene Untersuchungsprobe → Kultur → Erregerdiagnose → Antibiogramm → gezielte Wahl des Antibiotikums (unter Berücksichtigung pharmakologisch-toxikologischer Parameter).
Was ist die empirisch orientierte Chemotherapie?
Aufgrund klinischer Befunde wird ein mutmaßlicher Erreger mit mutmaßlicher Resistenz angenommen und ein Antibiotikum empirisch (probatorisch, kalkuliert) gewählt, z. B. bei Sepsis, wo man nicht auf die Kultur warten kann.
Welche orientierende Schnelldiagnostik gibt es?
Die Mikroskopie (Gram-Präparat), wird aber nur selten genutzt. Schneller sind molekulare Verfahren wie PCR.
Welche vier Mechanismen der Resistenz zeigt die Folie?
a) Veränderte Zielstruktur (anomales Ribosom, Antibiotikum wirkungslos).
b) Enzym inaktiviert das Antibiotikum.
c) Versperrter Kanal (Antibiotikum kommt nicht hinein).
d) Ausschleusen des Antibiotikums (Efflux).
Was bedeutet „One Health“ bei Antibiotikaresistenzen?
Menschen, Tiere und Umwelt sind verbunden: Antibiotika in der Tierhaltung (Leistungsförderer, Prophylaxe, Therapie) → resistente Keime in Fäkalien, Abwasser, Oberflächenwasser, Kulturpflanzen, Nahrungsmitteln und Fleischprodukten → Menschen und Krankenhauspatienten.
Warum kann der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin problematisch sein?
Er erzeugt Selektionsdruck. Resistente Keime und übertragbare Resistenzgene gelangen über Fleisch, Fäkalien, Wasser und Pflanzen zum Menschen, sodass Antibiotika dort schlechter wirken.
Nenne 6 „Sünden“ im Umgang mit Antibiotika.
1) Einsatz als Fiebermittel.2) Unterlassen eines chirurgischen Eingriffs.3) Fehlende bakteriologische Informationen.4) Unterdosierung.5) Gleichsetzen einer Therapieresistenz mit einer Antibiotikaresistenz.6) Falsche Interpretation eines bakteriologischen Befundes.
Welche weiteren Fehler zeigt die Folie „Andere Sünden“?
Antibiotika als Wachstumsförderer in der Tiermast sowie die Verordnung bei viralen Infekten (z. B. Grippe) auf Patientenwunsch.
Warum ist Unterdosierung ein Fehler?
Bakterien werden nicht ausreichend gehemmt oder getötet und überlebende, weniger empfindliche Keime werden selektiert, was die Resistenzentwicklung fördert.
Wie ist eine Bakterienzelle aufgebaut?
Kernäquivalent (Nukleoid), Plasmid, 70S-Ribosomen, Zytoplasmamembran, Zellwand aus Murein (Peptidoglykan), Kapsel (Polysaccharide), äußere Membran (nur gramnegative Bakterien), Flagellen, Haftfimbrien/Pili, Depotstoffe (Volutin, Glykogen).
Welche drei Angriffspunkte für Antibiotika gibt es?
1) Zellwand(synthese).2) DNA-Synthese und -Funktion.3) Proteinsynthese.
Welche Antibiotika hemmen die Zellwandsynthese?
β-Lactame: Penicilline, Monobactame, Cephalosporine, Carbapeneme.
Glykopeptide: Vancomycin.
Polypeptide: Bacitracin, Tyrothricin, Polymyxin B und E.
Welche Antibiotika wirken auf DNA-Synthese und -Funktion?
Folsäuresynthese: Sulfonamide, Diaminopyrimidine.Transkriptionshemmer: Rifampicin, 5-Nitroimidazole.Gyrasehemmer: Fluorchinolone.
Welche Antibiotika hemmen die Proteinsynthese?
Tetracycline (mit Tigecyclin), Chloramphenicol, Makrolide, Lincosamide, Oxazolidinone (auf der Folie „Oxazolidindione“), Aminoglykoside.
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