Was ist der Zweck eines Jahresabschlusses?
Der Jahresabschluss soll ein den tatsächlichen Verhältnisses entsprechendes Bild der Vermögens- Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft vermittelt.
Sie dient der Vermittlung eines Einblicks in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmen.
Was ist die Buchführung?
Die Buchführung ist eine Zeitraumrechnung und erfasst Höhe und Veränderunen der Vermögens- und Kapitalanteile des Unternehmens sowie alle Arten von Aufwendungen und Erträgen für eine bestimmte Rechnuungsperiode.
Wozu dient die Buchführung?
Die Buchführung dient in erster Linie der Dokumentatiion aller Geschäftsfälle.
Welche Funktionen hat ein Jahresabschluss?
Informationsfunktion
Rechenschaftsfunktion
Dokumentationsfunktion
Sicherungsfunktion
Zahlungsbemessungsfunktion
Grundlage für die ertragsneuerliche Gewinnermittlung
Was bedeutet das Maßgeblichkeitsprinzip?
Das Maßgeblichkeitsprinzip besagt, dass die bei der Aufstellung der Handelsbilanz geltenden Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung auch bei der Aufstellung der Steuerbilanz zu berücksichtigen sind. Es ist in Deutschland im § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG verankert.
Wer sind die Jahresabschlussadressaten?
Intern: Geschäftsleitung
Arbeitnehmer
Anteilseigner
Extern: Gläubiger
- Gewerkschaften
- Lieferanten
- Anteilseigner
Von welchem Prinzip wird das HGB dominiert?
Gläubigerschutzprinzip. Hintergrund ist die Prinzipal-Agent-Theorie.
Wer ist nach dem Handelsgesetzbuch zur Buchführung verpflichtet?
Die Buchführungspflicht ist im § 238 Abs. 1 HGB geregelt. Danach ist JEDER KAUFMANN verpflichtet Bücher zu führen.
Damit stellt sich die Frage nach der Kaufmannseigenschaft. Mit Hilfe der Kaufmannseigenschaft erfolgt die Abgrenzung zwischen Kaufleuten und Privatleuten. Das HGB ergänzt oder ersetzt damit die allgemein gültigen Rechtsnormen des BGB.
Eine Ausnahme davon regelt der § 241a HGB. Sind die Voraussetzungen des § 241a HGB erfüllt darf der Einzelkaufmann auf die Buchführung verzichten.
Zu Überprüfen ist dann jedoch die steuerliche Buchführungspflicht. Wenn die Grenzen des § 141 AO überschritten sind dann besteht eine Buchführungspflicht sowohl nach dem Steuerrecht als auch nach dem Handelsrecht.
Wenn die Voraussetzungen des § 241a HGB nicht erfüllt werden, so besteht eine Buchführungspflicht sowohl nach dem HGB als auch nach dem Steuerrecht gem. § 140 HGB. (Abgeleitete Buchführungspflicht)
Wer ist verpflichtet einen Jahresabschluss zu erstellen?
Gem. § 242 Abs. 1 S. 1 HGB ist JEDER KAUFMANN verpflichtet einen Bilanz und gem. § 242 Abs. 2 HGB eine GuV aufzustellen.
Gem. § 242 Abs. 3 HGB bilden die Bilanz und die GuV den Jahresabschluss.
Für Kaufmänner i.S.d. § 241a HGB sind die Absätze 1-3 nicht anzuwenden.
Wo stehen die Größenklassen und warum sind diese so wichtig?
Die Größenklassen sind im § 267 ff. HGB geregelt. Der § 267a HGB regelt noch mal die Kleinstkapitalgesellschaften.
Mithilfe der Größenklassen wird festgelegt, wie die Rechnungslegungsanforderungen bei einer Kapitalgesellschaft geregelt werden. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn Sie den Jahresabschluss erstellen und veröffentlichen, denn so wird der Umfang der Offenlegung festgelegt. Generell gilt: Je größer das Unternehmen ist, desto höher sind die Anforderungen für folgende Bereiche:
Rechnungslegung
Prüfungspflicht
Offenlegung
Wann treten die Rechtsfolgen der Größenklassen ein?
Die Rechtsfolgen treten nur ein, wenn die Voraussetzungen an den Abschlußstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren über- oder unterschritten werden. Im Falle der Umwandlung oder Neugründung treten die Rechtsfolgen schon ein, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1, 2 oder 3 am ersten Abschlußstichtag nach der Umwandlung oder Neugründung vorliegen.
Der nicht durch Eigenkapitalgedeckte Fehlbetrag wird nicht in die Bilanzsumme einbezogen.
Welche KapG können trotz der Erfüllung der Voraussetzungen der § 267a HGB keine Kleinkapitalgesellschaft sein?
§ 267a Abs. 3 HGB
Keine Kleinstkapitalgesellschaften sind:
1.
Investmentgesellschaften im Sinne des § 1 Absatz 11 des Kapitalanlagegesetzbuchs,
2.
Unternehmensbeteiligungsgesellschaften im Sinne des § 1a Absatz 1 des Gesetzes über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften oder
3.
Unternehmen, deren einziger Zweck darin besteht, Beteiligungen an anderen Unternehmen zu erwerben sowie die Verwaltung und Verwertung dieser Beteiligungen wahrzunehmen, ohne dass sie unmittelbar oder mittelbar in die Verwaltung dieser Unternehmen eingreifen, wobei die Ausübung der ihnen als Aktionär oder Gesellschafter zustehenden Rechte außer Betracht bleibt
Welche Erleichterung bestehen für Kleinstkapitalgesellschaften?
- Aufstellung einer stark verkürzten Bilanz § 266 Abs. 1 S. 4 HGB
- Aufstellung einer verkürzten GuV § 275 Abs. 5 HGB
- Befreiung von der Pflicht zur Erstellung eines Anhangs unter gewissen Voraussetzungen § 264 Abs.1 S. 5 HGB
- Kein Pflicht zur Aufstellung des Lageberichts § 264 ABs. 1 S. 4 HGB
- Kein Anlagenspiegel § 274a HGB
- kein Ausweis latenter Steuern § 274a Nr. 5 HGB
- Hinterlegung statt Offenlegung § 326 Abs.2 HGB
- kein Hinterlegung der GuV § 326 Abs. 1 HGB
- Keine Prüfungspflicht § 316 Abs.1 HGB
- Aufstellung einer leicht verkürzten Bilanz § 266 Abs. 1 S.3 HGB
- GuV beginnt mit Rohergebnis § 276 HGB
- Geringere Anhangangaben § 288 Abs.1 HGB
- kein Anlagengitter
- keine Pflicht zur Aufstellung des Lageberichts
- keine Prüfungspflicht
- keine Offenlegung § 326 Abs.1 HGB
Wo ist geregelt innerhalb welcher Frist der JA aufgestellt werden muss?
§ 264 Abs. 1 HGB
Wo ist die Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses geregelt?
§ 242 Abs. 1 und Abs. 2 HGB
In welcher Sprache darf ein JA erstellt werden?
Der JA ist in deutscher Sprache und in EURO aufzustellen. § 244 HGB
In welcher Sprache sind die Buchführung und die sonstigen Aufzeichnungen aufzustellen?
Der Kaufmann muss eine lebendige Sprache verwenden. § 239 Abs. 1 HGB
Woraus besteht der Jahresabschluss?
Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden den Jahresabschluss. § 242 Abs. 3 HGB
Kapitalgesellschaften haben ihren JA um einen Anhang zu erweitern. § 264 Abs. 1 S. 1 HGB.
Was steht in dem § 238 Abs. 1 HGB?
Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein, daß sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.
Was steht in den § 240 HGB?
Inventar
Was steht in den § 241 HGB?
§ 241 Inventurvereinfachungsverfahren
Was steht in den § 241a HGB ?
§ 241a Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars
Was steht in den § 242 HGB ?
Abs.1 - Kaufmann muss eine Bilanz erstellen
Abs. 2 - Kaufmann muss eine GuV erstellen
Abs. 3 - Bilanz und GuV bilden den JA
Abs. 4 - Abs. 1 - 3 ist auch auf § 241a HGB anzuwenden
Was steht in den § 244 ?
Der Jahresabschluß ist in deutscher Sprache und in Euro aufzustellen.
Was versteht man unter dem Anlagevermögen?
§ 247 Abs. 2 HGB : Beim Anlagevermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen.
Was versteht man unter dem Umlaufvermögen?
Umkehrschluss § 247 Abs. 2 HGB : Beim Umlaufvermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, nicht dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen.
Welche GoB sind in dem § 252 Abs. 1 HGB kodifiziert?
Nr. 1.: Grundsatz der Stetigkeit
Nr. 2: Grundsatz der Unternehmensfortführung
Nr. 3: Stichtagsprinzip
Nr. 4: Vorsichtsprinzip
Nr. 5: Grundsatz der Periodisierung
Was besagt das Vorsichtsprinzip?
Was bedeutet Wertaufhellendes Ereignis/Tatsachen?
Das Wertaufhellungsprinzip ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen und ist ein Teil des Vorsichtsprinzip in § 252 Abs. 1 Nr. 4 1. HS HGB.
Es besagt, dass in einem Jahresabschluss auch diejenigen Risiken und Verluste zu berücksichtigen sind, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, aber erst nach diesem bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt werden.
Danach sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen, auch wenn sie erst nach dem Abschlussstichtag aber vor der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt werden. Die neuen Informationen müssen die am Bilanzstichtag schon bestehenden Verhältnisse aufhellen. Die wertbegründende Tatsache muss bis zum Abschlussstichtag eingetreten sein, die Wertaufhellung kann in der Zeit bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses eintreten.
Was bedeutet Wertbegründende Tatsachen?
Hingegen ist eine Sache wertbegründend, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag geschah und folglich erst nach dem Bilanzstichtag bekannt wird. Sie darf in der Bilanz des alten Jahres nicht berücksichtigt werden.
Was bedeutet das Vorsichtsprinzip?
Die Grundsätze des deutschen Rechnungswesens schreiben vor, dass im Zuge der Bilanzierung alle Risiken, Verluste und drohende Verluste angemessen zu bewerten sind. Als solcher Grundsatz ist das Vorsichtsprinzip immer dann anzuwenden, wenn im Hinblick auf künftige Ergebnisse Beurteilungsspielräume entstehen, die auf unvollständigen Informationen oder Ungewissheit beruhen.
Damit das Vorsichtsprinzip operabel umgesetzt werden kann, sind insbesondere zwei Folgeprinzipien gesetzlich verankert, und zwar das Realisations- und Imparitätsprinzip.
Erklären Sie das Realisationsprinzip !
Hinter dem Realisationsprinzip steht der Gedanke des Gläubigerschutzes. Gewinne sind demnach nur dann im Jahresabschluss zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlusstag bereits realisiert worden sind. § 252 Abs. 1 Nr. 4 2. HS. HGB
Ein Gewinn ist dann realisiert wenn der Gefahrenübergang stattgefunden hat. Dann darf die Forderung eingebucht werden. Der Anspruch auf Gegenleistung – in der Regel die Zahlung des Kaufpreises – muss entstanden sein)
Erklären Sie das Impatiritätsprinzip !
Bei vorhersehbaren, noch nicht realisierten Risiken und Verlusten kommt das Vorsichtsprinzip in umgekehrter Weise zur Anwendung, denn diese müssen im Gegensatz zu nicht realisierten Gewinnen stets berücksichtigt werden. Auch wenn Risiken und Verluste erst nach dem Bilanzstichtag und vor dem Tag der Bilanzaufstellung bekannt werden, greift das Imparitätsprinzip. Solche Risiken und Verluste werden auch als wertaufhellende Tatsachen bezeichnet.
Wie fuktioniert der Eigenkapitalvergleich bzw. Betriebsvermögensvergleich?
Man vergleicht da EK von Ende eines Geschäftsjahres mit dem vom Schluss des vorangegangenen Geschäftsjahres. Hat sich das EK erhöht, ist das positiv zu sehen.
Was ist der Gewinn?
Gewinn ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Eigenkapitalam Schluss des Geschäftsjahres und dem Eigenkapital am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen. § 4 Abs. 1 S. 1 EStG
Was ist ein Inventur?
Das Inventar ist eine ausführliche Aufstellung der einzelnen Vermögensteile und Schulden nach Art, Menge und Wert.
Was ist eine Bilanz
Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden in kontenform
Wann sind Inventar und Bilanz aufzustellen?
bei Gründung oder Übernahme eines Unternehmens
regelmäßig zum SChluss des Geschäftsjahres
bei Veräußerung oder Auflösung des Unternehmens
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