Buffl

Krankheiten/Nützlinge

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by ve S.





Walnussfruchtfliege

Rhagoletis completa

Familie: Bohrfliegen - Tephritidae


Art: Insekt - Fliege

Herkunft: Nordamerika, seit Ende 80er in der Schweiz, danach Italien, Slowenien, Kroatien; 2004 zuerst in Deutschland/Freiburg, von dort am Rhein entlang bis nach Hessen und Köln; 2007 in Frankreich; 2013 Berlin-Brandenburg;

Vorkommen: Juglandaceae (Walnußgewächsen)

-> in Nordamerika Schwarznuss und Kalifornische Walnuss (Juglans californica)

-> in Europa Juglans regia, selten Prunus persica

Merkmale:

-> Fliegen 8-10mm, gelblichen bis weißlichen Körper mit bräunlichen Streifen, Flügel sind durchsichtig und gezeichnet mit drei schwarzen Binden -> Mimikry Springspinne

->Larven 8–10 Millimetern, einen Durchmesser von 2–2,5mm und haben einen gelblich-weiß gefärbten Körper mit schwarzen Mundwerkzeugen

Lebensweise:

Die Weibchen der Walnussfruchtfliege legen insgesamt bis zu 400 Eier und je Nuss bis zu 15 Eier als Gelege unterhalb der Epidermis unreifer Nüsse ab. Zusätzlich geben sie nach der Eiablage ein Pheromon ab, das als Kennzeichnung für andere Weibchen dient. Nach etwa 5 Tagen schlüpfen die gelblichen Larven. Für 3-5 Wochen fressen sie im Fruchtfleisch der Walnuss (der grünen Schale über der Nuss). Danach verlassen die jetzt madenartigen Tiere die Walnüsse, lassen sich zu Boden fallen und graben sich einige Zentimeter tief in den Erdboden ein, wo sie sich verpuppen und überwintern. Die meisten Fliegen schlüpfen von Juli bis September des nächsten Jahres – einige verbleiben auch für zwei oder mehrere Jahre im Boden.

Schadbild:

Das Fruchtfleisch der befallenen Nüsse beginnt durch die Fraßtätigkeit der Larven zu faulen und sich schwarz zu verfärben – wobei es eine weiche Konsistenz annimmt oder auch bisweilen antrocknet.

Je später der Befall erfolgt, umso besser kann sich die Nuss entwickeln. Allerdings lässt sich das Fruchtfleisch kaum vollständig entfernen, weshalb ein Verzehr unattraktiv wird. Zudem ist die Lagerfähigkeit der Nüsse eingeschränkt.

Befall:

  • seit 2015 erhebliche Ernteausfälle in Deutschland

  • es sind in der Regel bis zu 3/4 des Ertrags eines Baumes betroffen

Bekämpfung:

Chemisch:

Handelsbezeichnung

Zul.-Nr.  

Zul.-Ende

Wirkstoff

Wirkungsbereich

Mit mindestens einer Anwendung in/für:

Mittel mit geringem Risiko


HuK

Erwerbsanbau

Berufliche Anwender

Nichtberufliche Anwender








Basamid Granulat

00A117-00

31.08.27

Dazomet

Fungizid, Herbizid, Insektizid, Nematizid

Nein

Ja

Ja

Nein


Danjiri

005655-60

28.02.27

Acetamiprid

Insektizid

Nein

Ja

Ja

Nein


Mospilan SG

005655-00

28.02.27

Acetamiprid

Insektizid

Nein

Ja

Ja

Nein


Mechanisch:

  • Entfernen befallener Früchte -> Restmüll oder Verbrennen, nicht Kompost!

  • Abdeckung des Bodens vor der Zeit des Schlupfes der Fliegen (MItte Juni) um das Fliegen zu verhindern oder vor dem Fruchtfall im Sommer/Herbst (ca. Ende August bis Mitte Anfang/Mitte Oktober), damit die Larven nicht zur Verpuppung bzw. Überwinterung in den Boden gelangen können

  • Aufhängen von Gelbtafeln (mit Lockstoff bspw Ammoniak oder Pheromonen) in der Flugzeit der Insekten (Anfang Juli bis August) um Befallsdichte anzuzeigen und evtl Verringern der Populationsdichte(?)


Nützlinge

  • Hühner gegen die im Boden überwinternden Larven

  • es gibt Studien zum Einsatz von Nematoden der Art Steinernema carpocapsae und Heterorhabditis bacteriophora. Nematoden sind jedoch teuer und das Gelingen hängt von vielen Faktoren ab, wie Bodenfeuchtigkeit, Temperatur, Bodentyp und Timing.





Grauschimmel-Fruchtfäule

Botrytis cinerea

Art: Schimmelpilz

Vorkommen:

  • Gartenerdbeere (Fragaria x Ananassa) <- relevantester pilzliche Schädling im Anbau

  • Weinrebe (vitis vinifera)


Lebensweise:

Wie alle Botrytis-Arten lebt der Grauschimmelpilz als Parasit, dabei induziert sie die Apoptose der befallenen Zellen im befallenen Gewebe der infizierten Pflanzen. Dies führt zum fortschreitenden Zerfall des Gewebes (Fäule). Bei jungen Trauben wirkt sich der Befall dabei necrotroph aus, bei älteren Trauben dagegen biotroph – der Parasit erzeugt Löcher in der Beerenhaut, sodass Wasser verdunstet und die Zuckerkonzentration ansteigt. Alle anderen Arten der Gattung sind dabei auf einen oder wenige Wirte spezialisiert, nur die Grauschimmelfäule kann als Generalist mehr als 235 Wirtspflanzen befallen.


Die Art kann sich sexuell fortpflanzen, tut dies aber nur sehr selten. Die Konidien werden über den Wind verbreitet. Die Pilze überwintern als Mycel im Boden innerhalb der faulenden Pflanze, oder bei generativer Vermehrung als Sklerotien


Gartenerdbeere

-> je nach Niederschlag und Temperatur zur Blütezeit und Ernte

Schadbild: verbräunte Stellen an unreifer Frucht -> Frucht wird weich und bekommt grauen Pilzrasen;

Befall: Hauptinfektion wärend der Blüte, Spätinfektion der Kelchblätter nach der Blüte bei feuchter Witterung möglich; Überwinterung an Pflanzeresten (Blattstiele, Fruchtmumien); beste Keimbedingungen für Sporen bei 15-20° und hoher Luftfeuchtigkeit

Bekämpfung:

Vorbeugende Maßnahme:

  • nicht übermäßig Stickstoff zu düngen (max. 40–80 kg/ha)

  • Stroheinlage kurz vor Blühbeginn

  • Entfernen von altem Laub und befallenen Früchten

  • Verzicht auf mehrjährige Anlagen

  • Sortenwahl;

  • Fungizide bei Blühbeginn

  • Blattnässe durch Tröpfchen- statt Überkronenbewässerung zu verringern



Weinrebe

Author

ve S.

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