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Klausurfragen Gesundheitspsychologie

LR
by Luisa R.

Was ist „Empowerment”?

Was ist mit dem Begriff „Empowerment" im Zusammenhang mit GF gemeint?

Welche Facetten von Empowerment können in Bezug auf Einzelne und Gruppen unterschieden werden?

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Was ist mit dem Begriff „Empowerment" im Zusammenhang mit Gesundheitsförderung gemeint?

  • Was ist Empowerment?

    • Beschreibt Prozesse von Einzelnen, Gruppen und Strukturen, die zu größerer gemeinschaftlicher Stärke und Handlungsfähigkeit führen

    • Strategien des Empowermentprozesses: Partizipation und Gemeinschaftsbildung

    • Befähigung zu selbstbestimmtem Handeln

    • Sozialer, kultureller, psychologischer oder politischer Prozess

Empowerment in der Gesundheitsförderung:

  • Copingstrategien (Transaktionales Stressmodell)

    • Problembezogen (Partizipation)

    • Emotionsbezogen (Förderung individueller Kompetenzen)

  • (Verhaltens-)Pravention

    • Lösungsmöglichkeiten erarbeiten

    • Eigenverantwortung stärken

  • Selbstwirksamkeitserwartung

    • Subjektive Kompetenzerwartung

    • Förderung nach Bandura

  • Kohärenzgefühl (Salutogenese)

  • Kontrollüberzeugungen

Welche Bedeutung hat der Begriff „Empowerment" für die Gesundheitspsychologie?

  • Empowerment ist zentral für die Förderung von Selbstwirksamkeit , Coping-Strategien und die Entwicklung von Ressourcen im individuellen und kollektiven Kontext

Welche Facetten von Empowerment können in Bezug auf Einzelne und Gruppen unterschieden werden?

  • Individuelles Empowerment: Fähigkeit des Einzelnen, Entscheidungen zu treffen und Kontrolle über das persönliche Leben zu haben

  • Gemeinschaftliches Empowerment: gemeinschaftliches Handeln, um mehr Kontrolle über die Determinanten von Gesundheit zu gewinnen

Welche Entwicklungen kennzeichnen die gesundheitliche Lage im Alter?

Welche demografischen und medizinischen Fakten sind bei der Gesundheitsförderung im Alter zu berücksichtigen?

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Welche Entwicklungen kennzeichnen die gesundheitliche Lage im Alter?

  • Soziologie: Ubergang von Erwerbsleben zu Ruhestand

  • Medizin: „Alterserscheinungen", Zunahme gesundheitlicher Probleme

  • Gerontologie: 60-80 „Die jungen Alten" / 80 und älter „Die alten Alten"

  • Hochaltrigkeit: Wenn 50% der Personen des eigenen Geburtsjahrgangsverstorben sind


Welche demografischen und medizinischen Fakten sind bei der Gesundheitsförderung im Alter zu berücksichtigen?

  • Demografischer Wandel:

    • Demografischer Wandel: Sinkende Geburtenrate bei steigender Lebenserwartung Relativer und absoluter Anteil von Menschen über 65 nimmt zu

  • Medizin:

    • Prävalenzen und Inzidenzen sind bei älteren Menschen in den meisten Krankheitsgruppen höher

    • Häufig: Multimorbidität (Mehr als eine Krankheit zugleich)

    • Funktionale Einschränkungen durch Sensorik (Hören/Sehen) und Mobilität

    • Objektive Gesundheit sinkt stärker als subjektives Gesundheitsempfinden (bessere subjektive Gesundheit = weniger Funktionale Einschränkungen!)

    • Positive Entwicklung: 60 Jährige heute gesünder als 60-Jährige früherer Generationen

  • Sozialer Status:

    • Starker Zusammenhang von Gesundheit und sozialem Status! -> Wichtig für Prävention!

  • Geschlecht:

    • Frauen von fast allen chronischen Erkrankungen häufiger betroffen!

    • Sind aufgrund höherer Lebenserwartung häufiger pflegebedürftig

  • Migrationshintergrund:

    • Keine repräsentativen Daten

    • Aber Hinweise auf: Höheres Erkrankungsrisiko durch anstrengendere Arbeit und hohem Stress!


Welche Maßnahmen sind im Rahmen einer tertiären Prävention bei Demenz sinnvoll?

Welche Hinweise gibt das Verfahren der Validation nach Naomi Feil für den Umgang mit Demenzpatienten?

Welche Maßnahmen sind im Rahmen einer tertiären Prävention bei Demenz sinnvoll?

=> Klausur: Welche Sekundären Präventionen lassen sich darstellen und welche Tertiären? (-> Unterscheidung)

Sekundäre Prävention bei Demenz

Irreversibel

  • Bei Senile Demenz vom Alzheimer Typ (SDAT):

    • frühzeitige Diagnostik

    • Im Frühstadium können kognitive Trainingsprogramme wirken

    • Pharmakologische Interventionen

  • Bei vaskulärer Demenz (Auslöser Bluthochdruck)

    • Vermeidung bzw. Behandlung des Bluthochdrucks,

    • u.a. durch einen gesunden Lebensstil und medikamentöse Interventionen behandelbar

Reversibel

  • Bei reversiblen Demenzformen

    • Entstehung z.B. durch Vitaminmangel, Schilddrüsenstörungen..

    • Sorgfältige Diagnostik und Behandlung der Grunderkrankungen

Tertiäre Prävention bei Demenz

  • Patienten:

    • Orientierungshilfen

    • Strukturierter Tagesablauf,

    • Aktivierung ohne Überforderung

  • Angehörige:

    • Aufklärung

    • emotionale Unterstützung

    • Selbsthilfegruppen

  • Ausbildung der Pflegepersonen:

    • Gute Beobachtung der Patienten ermöglicht die individuelle Förderung

Welche Hinweise gibt das Verfahren der Validation nach Naomi Feil für den Umgang mit Demenzpatienten?

  • Beobachtung und Zuhören -> Gefühle und Bedürfnisse hinter dem Verhalten der Patienten verstehen

  • Nützlich: Biografische Kenntnisse kennen

  • Das Gesagte nicht anzweifeln, kein Urteilen

  • Spiegeln des Gefühlsausdrucks

    • Voraussetzung: Vertrauen

  • Ergebnis: Patient kann sich entspannen

Was bedeuten Social Media für die Gesundheitsförderung?

Welche besonderen Stärken können Social Media in den Bereich der Gesundheitsförderung einbringen?

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Was bedeuten Social Media für die Gesundheitsförderung?

Social Media

  • Onlinedienste zur einfachen Kommunikation und Zusammenarbeit

  • Austausch über Webplattformen

  • Nutzer erstellen und teilen eigene Inhalte

  • Öffentliche und geschlossene Gruppen

Digitale Medien

  • Fester Bestandteil vieler Lebensbereiche (Lernen, Arbeit und Gesundheit)

  • Prägen Wahrnehmung und soziale Interaktion

  • Schaffen neue Kommunikations- und Erfahrungsräume

  • Wichtiger Sozialisationsfaktor

  • Großer Einfluss auf das Gesundheitswesen

  • Mehr Eigenverantwortung und Kontrolle über Gesundheit

Digital Health

  • Verbindung von Gesundheit und digitalen Technologien

  • Verbesserung der Effizienz der Gesundheitsversorgung

  • Individualisierung medizinischer Maßnahmen und Arzneimittel

Welche besonderen Stärken können Social Media in den Bereich der Gesundheitsförderung einbringen?

Optionen für Gesundheitskommunikation:

  • Soziale Netzwerke

    • Zustimmungs- und Sympathiebekundungen, Freundesstatus

    • Hohe persönliche Relevanz für die Nutzenden

  • Mobile Anwendungen (Apps)

    • Rolle eines „Lebensbegleiters"

    • Angebot von Hintergrundwissen

    • Self-Tracking

  • Video- und Fotoportale

    • Präsentation, Austausch und Bewertung

  • Blogs, Foren, Communitys und Frage- und Antwortseiten

    • Rankinglisten nach Nutzerzahlen

  • Selbsthilfe: soziale Unterstützung -> Social Media zur sozialen Unterstützung

Welchen Beitrag liefert Public Health zur Gesundheitsförderung?

Welchen Beitrag liefert die Gesundheitspsychologie zum Public Health-Ansatz?

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Public Health

Welchen Beitrag liefert Public Health zur Gesundheitsförderung?

  • Definition nach WHO

    • Public Health ist die Wissenschaft und die Praxis der Verhinderung von Krankheit, Verlängerung des Lebens und Förderung der Gesundheit durch organisierte Anstrengungen der Gesellschaft

  • Beispiele

    • Zugabe von Fluor zum Trinkwasser, Vorschreibung von Sicherheitsgurten und Helmen

  • -> Public Health fördert die Gesundheit der Bevölkerung durch Prävention, Gesundheitsförderung und den Schutz vor Gesundheitsgefahren. Es berücksichtigt soziale, ökonomische und ökologische Faktoren, um Chancengleichheit und nachhaltige Strukturen zu schaffen

Welchen Beitrag liefert die Gesundheitspsychologie zum Public Health-Ansatz?

-> Gesundheitspsychologie ist eine Teildisziplin von Public Health


Public Health vs. Gesundheitspsychologie:

  • Ansatzpunkt

    • Public Health: externe Verhaltensregulation einer Population

    • Gesundheitspsychologie: interne Verhaltensregulation (Motivation) von Individuen oder spezifischen Risikopopulationen

  • Zielgruppe

    • Population, Öffentlichkeit gegenüber Individuum

  • Maßnahmen

    • Zwangsmaßnahmen (meist ohne individuelles Einverständnis bzw. Information) oder sozialtechnologische Maßnahmen (vgl. Schwarzer, 1996) gegenüber individuell zugeschnittenen, akzeptierten Maßnahmen

  • Präventionsansatz

    • Verhältnisprävention gegenüber Verhaltensprävention


Warum ist die Abgrenzung überhaupt von Bedeutung?

Wie können die Begriffe Beratung, Therapie und Intervention voneinander abgegrenzt werden ?

Ü 2

Warum ist die Abgrenzung überhaupt von Bedeutung?

  • Welche Begriffe sind abzugrenzen?

    • Beratung, Consulting

    • Gesprächsführung

    • Coaching, Mentoring

    • (Psycho-)Therapie

    • (Krisen-)Intervention

    • Moderation, Mediation

    • Supervision, Intervision

    • Patientenaufklärung, -schulung

    • Psychoedukation

    • Training

  • Selbstreflexion: Sie hilft Fachkräften, ihre eigene Rolle und die Grenzen ihres Handelns besser zu verstehen und zu definieren.

  • Orientierung: Sie dient dazu, Klarheit über die Ziele, Methoden und Verantwortlichkeiten zu schaffen, die in der jeweiligen Interaktion verfolgt werden.

  • Zielgerichtetes Vorgehen: Abhängig von der jeweiligen Definition können passgenaue Strategien und Methoden entwickelt werden, um die Bedürfnisse der Klienten zu erfüllen.


Wie können die Begriffe Beratung, Therapie und Intervention voneinander abgegrenzt werden ?

  • Beratung: Ein zwischenmenschlicher Prozess, bei dem der Berater den Klienten unterstützt, Klarheit über Probleme und deren Bewältigungsmöglichkeiten zu erlangen.

    • Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe, Förderung der Problemlösungsfähigkeiten. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Strategien für zukünftige Herausforderungen .

  • Therapie

    • bei Therapie geht es auch um Diagnosestellung

    • beheben und lindern von Störungen bei vorliegender Diagnose

  • Intervention

    • Unter Intervention wird jede Form planvollen, psychologisch begründeten eingreifenden Handelns gefasst, das das Ziel verfolgt, seelischen Störungen vorzubeugen, diese zu beheben oder zu lindern.


„Ziel" der Gesundheitspsychologie

Prävention & Gesundheitsförderung?

S 1

„Ziel" der Gesundheitspsychologie?

  • Oberstes Ziel: Gesundheitsgewinne der Bevölkerung erzielen (Wichtig: wodurch äußert sich Krankheit bzw. Gesundheit? → Krankheitsprävention & Gesundheitsförderung)

    • Dafür müssen gesundheitsbezogene Erlebens- & Verhaltensweisen verändert werden

    • Genauer: die Determinanten dieser Erlebens- & Verhaltensweisen

  • Erfordert Rückgriff auf Theorien & Konstrukte:

    • Wissen, welche Determinanten beeinflusst werden müssen („Bedingungwissen")

    • Wissen, wie sich diese Determinanten beeinflussen lassen („Änderungswissen")


Prävention & Gesundheitsförderung?

  • Unterschiedliche, aber komplementäre Interventionsansätze mit dem gleichen Ziel des individuellen & kollektiven Gesundheitsgewinns

    • Prävention: pathogenetisch orientiert mit Fokus auf der Dynamik von krankheitsfördernden Bedingungen & Risiken → Vermeidung / Verminderung von Krankheit

    • Gesundheitsförderung: salutogenetisch orientiert mit Fokus auf der Dynamik vongesundheitsförderlichen Ressourcen & Potenzialen → Erhaltung / Förderung von Gesundheit

  • Strikte Unterscheidung i.d.R. nicht sinnvoll (z.B. Präventionsgesetz)

  • Im Kern steht eine mehrdimensionale & wechselseitige Person-Umwelt-Beziehung

    • Interventionsstrategien (kombiniert & aufeinander abgestimmt):

      • Verhaltensorientiert (gesundheitsfördernde Lebensstile)

      • Verhältnisorientiert (gesundheitsfördernde Lebenswelten)

    • Interventionsebenen (Sozial-ökologisches Modell - „Health in All Policies"):

      • Personale Determinanten (physiologische & psychologische Merkmale)

      • Soziale Determinanten (formelle & informelle soziale Netzwerke)

      • Institutionelle Determinanten (formelle & informelle Regeln in Organisationen / Institutionen)

      • Kommunale Determinanten (Beziehungen zwischen Organisationen / sozialen Netzwerken)

      • Public Policy (kommunale, regionale & nationale Gesetzgebung/Politik)

  • Gesundheitsverhalten wird als Prozessergebnis einer komplexen, mehrdimensionalen & wechselseitigen Person-Umwelt-Beziehung betrachtet

  • Maßnahmen erfordern interdisziplinäre & intersektorale Kooperation verschiedenster

  • Akteure: medizinisch, psychologisch, sozial & politisch (...)


Empirische Erfassung der Compliance

Förderung der Compliance?

Empirische Erfassung der Compliance:

  • 1. Direkt:

    • Beobachtung (kostenaufwändig, Reaktivität, hohe Kontrolle)

    • Medikamentspiegel z.B. im Blut (Problem: ist nur Momentaufnahme + intra- & interindividuelle Unterschiede bei Variation des Plasmaspiegels)

    • „Marker" (= Substanzen, die dem Medikament beigemengt sind wie z.B. Vitamin B2; hängt immer von Dosis & Zeitintervall ab)

  • 2. Indirekt:

    • Patientenangaben (sehr verzerrt, ggf. Patiententagebücher reliabler)

    • Pill Count (Soll-Ist-Vergleich bzgl. Medikamentenmenge, Problem: Behältnis entleeren/wegwerfen)

    • Einhaltung von Arztbesuchen (sehr grobes Maß)

    • Messung eines erwarteten biologischen Effekts (Problem: Therapieeffekt hänat nicht ausschließlich von Compliance ab!)

    • Elektronische Monitorsysteme (erfässt nicht Wirkstoffaufnahme, aber Anzahl von Anwendungs- ereignissen; gilt als „Goldstandard")

Förderung der Compliance?

  • Notwendiges Wissen vorhanden? → Aufklärung über Krankheit / Behandlung

  • Notwendiges Können vorhanden? → Kompetenzförderung / Verhaltenstraining

    • Artikulation von behandlungsbezogenen Befürchtungen oder Bedürfnissen

    • Verbesserte Körper- & Symptomwahrnemung zur Erkennung von Warnsignalen

    • Selbstmanagement-Kompetenzen + Problem- & Bewältigungskompetenzen

  • Notwendige Motivation vorhanden? → Kognitive Therapietechniken

    • Krankheitseinsicht

    • Selbstwirksamkeit

  • Patient-Arzt-Beziehung → kommunikative & soziale Komptenzen des Arztes

    • Transparenz

    • Hinweise geben, wie Patient besser mit Erkrankung umgehen kann

    • Unrealistische Behandlungserwartungen korrigieren


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Luisa R.

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