Was versteht man unter einem Reaktionsmechanismus in der organischen Chemie?
Ein Reaktionsmechanismus beschreibt den detaillierten Ablauf einer chemischen Reaktion auf molekularer Ebene, inklusive der Reihenfolge, in der Bindungen gebrochen und neu gebildet werden, und zeigt dabei auch reaktive Zwischenstufen.
Nenne drei typische Reaktionstypen in der organischen Chemie.
1. Nukleophile Substitution
2. Elektrophile Substitution
3. Radikalische Reaktionen
Was sind typische Geräte und Methoden in der präparativen organischen Chemie?
Rundkolben mit Rückflusskühler, Destillationsapparaturen, Rotationsverdampfer, Dünnschichtchromatographie (DC), Kristallisation
Was ist Mesomerie?
Mesomerie (Resonanz) beschreibt die delokalisierte Verteilung von Elektronen in Molekülen die durch mehrere gleichwertige Grenzstrukturen dargestellt werden kann.
Warum ist das Mesomeriekonzept wichtig?
Es erklärt die Stabilität von Molekülen besonders bei delokalisierten π-Systemen, wie bei Carboxylaten, Phenolaten oder konjugierten Systemen.
Gib ein Beispiel für ein Molekül mit mesomeren Grenzstrukturen.
Benzolat-Anion oder Nitrat-Ion (NO₃⁻)
Was sind die Kriterien für Aromatizität (Hückel-Regel)?
1. Planarität
2. Konjugiertes π-System
3. (4n + 2) π-Elektronen, mit n = 0, 1, 2, ...
Ist Cyclooctatetraen aromatisch?
Nein es ist nicht planar und hat 8 π-Elektronen, also nicht 4n+2 – daher nicht aromatisch.
Was ist der Unterschied zwischen aromatisch antiaromatisch und nicht-aromatisch?
Aromatisch: stabil durch delokalisierte π-Elektronen (4n+2) Antiaromatisch: instabil trotz Delokalisierung (4n) Nicht-aromatisch: keine durchgehende π-Konjugation oder nicht planar
Was ist der -I- und +I-Effekt?
-I-Effekt: Elektronen ziehend durch Induktion (z. B. NO₂ Cl)
+I-Effekt: Elektronen schiebend (z. B. Alkylgruppen)
Was ist der -M- und +M-Effekt?
-M-Effekt: Elektronen ziehend durch Mesomerie (z. B. COOH NO₂)
+M-Effekt: Elektronen schiebend durch Mesomerie (z. B. OH, NH₂)
Wie beeinflussen Substituenten die Reaktivität aromatischer Verbindungen?
Aktivierende Gruppen (+M oder +I) fördern elektrophile Substitution, deaktivierende Gruppen (-M oder -I) hemmen sie.
Was ist Tautomerie?
Ein Gleichgewicht zwischen zwei Isomeren die sich durch die Stellung eines Protons und einer Doppelbindung unterscheiden (z. B. Keto-Enol-Tautomerie).
Welches Tautomer ist in der Regel stabiler: das Keto- oder das Enol-Tautomer?
Meist ist das Keto-Tautomer stabiler wegen der C=O-Bindung.
Was beeinflusst die Acidität organischer Verbindungen?
Mesomeriestabilisierte Anionen, Elektronenziehende Gruppen (-I, -M), Hybridisierung (sp > sp² > sp³)
Warum ist Phenol saurer als Ethanol?
Das Phenolat-Anion ist mesomeriestabilisiert, Ethoxid nicht – dadurch ist Phenol eine stärkere Säure.
Welche Hybridisierung macht ein Atom zur besseren Base?
Sp³-hybridisierte Atome sind meist bessere Basen als sp oder sp²-hybridisierte Atome.
Vergleiche Alkane, Alkene und Alkine bezüglich Bindungen, Reaktivität und Siedepunkt.
Wozu ist Hybridisierung in der Chemie wichtig?
Sie erklärt die räumliche Struktur von Molekülen und deren Bindungswinkel. Beispiel: sp³ (tetraedrisch, 109,5°), sp² (trigonal planar, 120°), sp (linear, 180°).
Vergleiche die Basizität von Pyrrol, Pyridin und Morpholin.
Morpholin > Pyridin > Pyrrol. Morpholin: freie e⁻, kein Aromat → sehr basisch. Pyridin: e⁻-Paar nicht am Aromasystem beteiligt → moderat basisch. Pyrrol: e⁻-Paar im Aromasystem → sehr schwach basisch.
Vergleiche Alkohole und Ether hinsichtlich Siedepunkt, Reaktivität und Lösungsmittelverhalten.
Alkohole: hohe Siedepunkte (H-Brücken), reaktiv, begrenztes Lösungsmittel. Ether: niedrige Siedepunkte, reaktionsträge, sehr gutes Lösungsmittel (z. B. bei Grignard).
Warum ist der Siedepunkt von Alkoholen höher als der von Ethern?
Alkohole bilden intermolekulare Wasserstoffbrücken → höhere Anziehungskräfte → höherer Siedepunkt. Ether: keine H-Brücken untereinander → geringere Anziehung.
Warum sind Ether gute Lösungsmittel für viele organische Reaktionen?
Sie sind unpolar bis leicht polar, chemisch inert (nicht reaktiv), können H-Brücken mit Reagenzien bilden, lösen gut organische Stoffe.
Warum sind Pyridin und Morpholin basisch?
Beide enthalten ein freies Elektronenpaar am Stickstoff, das ein Proton binden kann (Brønsted-Base / Lewis-Base).
Vergleiche Carbonsäuren und Carbonsäureester bezüglich Struktur, Polarität, Reaktivität und Siedepunkt.
Carbonsäuren: –COOH-Gruppe, sehr polar, H-Brücken möglich, hohe Siedepunkte, sauer. Ester: –COOR-Gruppe, weniger polar, keine H-Brücken untereinander, niedrigere Siedepunkte, reaktionsträge gegenüber Basen/Säuren.
Warum haben Carbonsäuren höhere Siedepunkte als Ester?
Carbonsäuren bilden Dimere über Wasserstoffbrücken, wodurch starke intermolekulare Kräfte entstehen → höherer Siedepunkt.
Welche funktionellen Gruppen sind typisch für Carbonsäuren und Ester?
Carbonsäuren: –COOH (Carboxygruppe). Ester: –COOR (Carbonsäure + Alkohol kondensiert).
Vergleiche Aldehyde und Ketone bezüglich Struktur, Reaktivität und Wasserlöslichkeit.
Aldehyde: –CHO, reaktiver wegen terminaler Position. Ketone: –CO–, weniger reaktiv, da mittig. Beide sind polar und wasserlöslich durch H-Brücken mit Wasser.
Warum können Ketone trotz fehlender OH-Gruppe in Wasser gut löslich sein?
Das Carbonyl-O besitzt ein freies Elektronenpaar und kann H-Brücken mit Wasser eingehen (als H-Akzeptor).
Was unterscheidet Ether und Alkohole hinsichtlich intermolekularer Wechselwirkungen?
Alkohole bilden intermolekulare H-Brücken (Spender & Akzeptor), Ether nur als H-Akzeptor → Alkohole: höhere Siedepunkte und bessere Wasserlöslichkeit.
Warum haben Halogenalkane höhere Siedepunkte als Alkane?
Halogenalkane sind polar (C–X-Bindung), stärkere Van-der-Waals- & Dipol-Dipol-Kräfte → höherer Siedepunkt als unpolare Alkane.
Vergleiche Halogenalkane und Alkane bezüglich Löslichkeit, Reaktivität und Dichte.
Halogenalkane: unpolar aber dichter, nicht wasserlöslich, reaktiver (Substitution). Alkane: unpolar, reaktionsträge, leichter, ebenfalls nicht wasserlöslich.
Substitutionseffekte
Teileffekte von Substitutenten die auf den Grundkörper wirken
Induktive Effekte (+I & -I)
Mesomere Effekte (+M & -M)
Induktive Effekte
Substituenten in gesättigten und ungesättigten Moleküle
+I - Effekte:
-> Schieben Elektronen in das System rein
-> Erzeugen negative (-) Ladung
-> Bsp.: O- ; Alkylgruppen (ungesättigten Kohlenwasserstoffe)
-I - Effekte:
-> ziehen Elektronen aus dem Molekül raus
-> erzeugen positive Ladung (+)
-> Bsp.: Halogene, OH, NH2
Mesomere Effekte
Substituenten die in Konjugation mit einem Reaktionszentrum stehen
+M - Effekte:
-> Erzeugen egative (-) Ladung
-> Bsp.: Substituenten mit freien Elektronenpaare: |O|, |Cl|, N|
-M - Effekte:
-> erzeugen positive Ladung
-> Bsp.: Substituenten mit Doppelbindungen: Carbonylverbindungen
Nichtbenzoide Aromaten
Cyclopropenylkation
Cyclopentadienylanion
Cycloheptatrienylkation
-> Kation = + ; Anio= -
Nukleophile Substitution
In dieser Reaktion gibt es zwei Bestandteile => es gibt das Nukleophil und den Nhklefug
-> Nukleophil: negativ geladen, ist zu positiven Ladungen gezogen, greift das Nukleofug an und spendet Elektronenpaar
-> Nukleofug: ist die Abgangsgruppe => Sprich wird vom Nukleophil angegriffen, nimmt ein freies Elektronenpaar vom Nukleophil und verlässt das Molekül -> wird zum Ion
Welche Nukleophile Substitutionen gibt es?
SN1
SN2
SNi
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